Inflationsrate im Januar 2022 bei +4,9 %

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat – lag lt. Statistischem Bundesamt im Januar 2022 bei +4,9 %. Im Dezember 2021 hatte sie bei +5,3 % gelegen. Die Inflationsrate hat sich im Januar etwas abgeschwächt, nachdem sie im Dezember den höchsten Wert seit fast 30 Jahren erreicht hatte.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.02.2022

Inflationsrate bleibt auch nach dem Wegfall von Basiseffekten auf hohem Stand

Verbraucherpreisindex, Januar 2022

  • +4,9 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,4 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Januar 2022

  • +5,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,9 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Januar 2022 bei +4,9 %. Im Dezember 2021 hatte sie bei +5,3 % gelegen. „Die Inflationsrate hat sich im Januar etwas abgeschwächt, nachdem sie im Dezember den höchsten Wert seit fast 30 Jahren erreicht hatte. Sie bleibt aber auf einem hohen Stand“, sagt Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Dezember 2021 um 0,4 %.

Krisenbedingte Effekte beeinflussen Inflationsrate

Obwohl die auf die Inflationsraten des Jahres 2021 wirkenden preissteigernden Basiseffekte infolge der temporären Mehrwertsteuersenkung und dem Preisverfall der Mineralölprodukte im Jahr 2020 ab Januar 2022 entfallen, bleibt die Inflationsrate auf einem hohen Niveau. Einen Einfluss auf die aktuelle Inflationsrate haben weiterhin krisenbedingte Effekte, wie Lieferengpässe und deutliche Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen sowie bei den Energieprodukten.

Energiepreise zogen binnen Jahresfrist um 20,5 % an

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von Januar 2021 bis Januar 2022 um 7,2 %. Vor allem die Preise für Energieprodukte lagen mit +20,5 % deutlich über der Gesamtteuerung (Dezember 2021: +18,3 %). Binnen Jahresfrist erhöhten sich die Kraftstoffpreise um 24,8% und die Preise für Haushaltsenergie um 18,3 %. Unter den Produkten für die Haushaltsenergie verteuerten sich vor allem leichtes Heizöl (+51,9 %), Erdgas (+32,2 %) und Strom (+11,1 %). Der Preisauftrieb der Energieprodukte wurde von mehreren Faktoren beeinflusst: Neben den krisenbedingten Effekten wirkten sich die zu Jahresbeginn von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne CO2 gestiegene CO2-Abgabe sowie gestiegene Netzentgelte beim Strom aus. Die von 6,5 Cent auf 3,7 Cent pro Kilowattstunde Strom gesunkene EEG-Umlage konnte den Preisanstieg nur leicht abfedern.

Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist um 5,0 %

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Januar 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,0 % (Dezember 2021: +6,0 %). Spürbar teurer für die Verbraucherinnen und Verbraucher wurden insbesondere frisches Gemüse (+8,3 %) sowie Molkereiprodukte und Butter (+6,3 %). Insgesamt verteuerten sich die Verbrauchsgüter, zu denen neben den Nahrungsmitteln auch Energie sowie weitere Güter des täglichen Bedarfs gehören, gegenüber Januar 2021 um 9,6 %.

Inflationsrate ohne Energie bei +3,2 %

Die Preiserhöhungen bei Energie gegenüber dem Vorjahresmonat wirkten sich massiv auf die Inflationsrate aus: Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate im Januar 2022 bei +3,2 % gelegen, ohne Energie und Nahrungsmittel bei +2,9 %.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 2,9 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im Januar 2022 um 2,9 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,4 % und dämpften somit die Gesamtteuerung. Zudem gingen die Preise für Telekommunikation (-1,0 %) sowie für Leistungen sozialer Einrichtungen (-1,3 %) zurück, letzteres infolge der Umsetzung der im Juni 2021 beschlossenen Pflegereform. Dagegen erhöhten sich einige Dienstleistungspreise deutlich, etwa die Wartung und Reparatur von Wohnungen und Wohnhäusern (+9,4 %) sowie von Fahrzeugen (+4,9 %).

Preisanstieg zum Vormonat um 0,4 % infolge gestiegener Energiepreise

Im Vergleich zum Dezember 2021 stieg der Verbraucherpreisindex im Januar 2022 um 0,4 %. Im Januar 2022 zogen vor allem die Preise für Energieprodukte um 7,3 % an. So stiegen die Preise sowohl für Kraftstoffe (+3,2 %) als auch für Haushaltsenergie (+9,7 %, darunter Erdgas: +22,8 %; Strom: +9,0 %). Hinzu kamen weitere Preisanstiege zu Jahresbeginn, beispielsweise Briefdienstleistungen (+4,6 %) und Versicherungen für Gesundheit (+2,7 %). Günstiger angeboten wurden dagegen saisonbedingt Bekleidungsartikel (-5,2 %) und Pauschalreisen (-25,1 %). Nennenswert ist zudem der Preisrückgang bei Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (-4,6 %) infolge der Umsetzung der Pflegereform für die stationären Pflegedienstleistungen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Kommission erwartet starkes Wirtschaftswachstum im Laufe des Jahres

Die EU-Kommission hat ihre Winterprognose zum Wirtschaftswachstum in der EU vorgestellt. Demnach wird die EU-Wirtschaft nach einer deutlichen Expansion um 5,3 Prozent im Jahr 2021 im Jahr 2022 um 4,0 Prozent und im Jahr 2023 um 2,8 Prozent wachsen.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 10.02.2022

Die EU-Kommission hat am 10.02.2022 ihre Winterprognose zum Wirtschaftswachstum in der EU vorgestellt. Demnach wird die EU-Wirtschaft nach einer deutlichen Expansion um 5,3 Prozent im Jahr 2021 im Jahr 2022 um 4,0 Prozent und im Jahr 2023 um 2,8 Prozent wachsen. Valdis Dombrovskis, Exekutiv-Vizepräsident für eine Wirtschaft im Dienste der Menschen, sagte: „Dank erfolgreicher Impfkampagnen und koordinierter wirtschaftspolitischer Unterstützung hat die europäische Wirtschaft nun den Boden wiedererlangt, den sie auf dem Höhepunkt der Krise verloren hatte. Die Arbeitslosigkeit ist auf ein Rekordtief gesunken. Dies sind bedeutende Erfolge. Da die Pandemie noch andauert, besteht unsere unmittelbare Herausforderung darin, die Erholung auf Kurs zu halten.“

Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni fügte hinzu: „Verschiedene Gegenwinde haben die europäische Wirtschaft in diesem Winter abgekühlt, wie die rasche Ausbreitung der COVID-19-Variante Omikron, ein durch die steigenden Energiepreise verursachter erneuter Inflationsschub und die anhaltenden Lieferkettenunterbrechungen. Mit der erwarteten allmählichen Abschwächung dieser Gegenwinde dürfte sich das Wachstum aber bereits in diesem Frühjahr wieder beschleunigen. Der hohe Preisdruck dürfte bis zum Sommer anhalten, danach dürfte die Inflation aber im Zuge des nachlassenden Energiepreisanstiegs und des Abbaus der Versorgungsengpässe zurückgehen. Allerdings sind die Ungewissheit und die Risiken weiterhin hoch.“

Wirtschaftswachstum zieht erneut an

Die kräftige Wiederbelebung, die im Frühjahr letzten Jahres einsetzte und sich bis zum Frühherbst unvermindert fortsetzte, hatte dazu geführt, dass EU im dritten Quartal 2021 ihr BIP-Niveau von vor der Pandemie erreichte. Die Wachstumsdynamik hat sich in der EU den Schätzungen zufolge von 2,2 Prozent im 3. Quartal auf 0,4 Prozent im 4. Quartal 2021 abgeschwächt. Zwar wurde bereits in der Herbstprognose 2021 eine Verlangsamung prognostiziert, doch diese fiel stärker aus als erwartet. Die Ursache dafür sind die zunehmenden Gegenwinde, insbesondere der Anstieg der COVID-19-Infektionen, die hohen Energiepreise und die anhaltenden Lieferausfälle.

Das Wachstum wird nach wie vor maßgeblich von der Pandemie beeinflusst. Viele EU-Länder stehen unter dem Druck, der sich aus der zunehmenden Belastung der Gesundheitssysteme und der durch Krankheit, vorsorgliche Quarantäne und Pflegebedarf bedingten Personalknappheit ergibt. Auch Logistik- und Versorgungsengpässe, beispielsweise in Bezug auf Halbleiter und einige Metalle, dürften die Produktion zumindest während der ersten Jahreshälfte weiter belasten. Nicht zuletzt ist zu erwarten, dass die Energiepreise länger auf hohem Niveau bleiben werden als in der Herbstprognose erwartet und somit die Wirtschaft länger bremsen und den Inflationsdruck erhöhen werden.

In der jetzigen Prognose wird davon ausgegangen, dass die durch die aktuelle Infektionswelle verursachte Belastung der Wirtschaft von kurzer Dauer sein wird. Die Wirtschaftstätigkeit dürfte auch im Zuge einer Normalisierung der angebotsseitigen Bedingungen und des nachlassenden Inflationsdrucks wieder anziehen. Über die kurzfristigen Turbulenzen hinaus sind die Fundamentalfaktoren für diese expansive Phase nach wie vor robust. Der sich kontinuierlich verbessernde Arbeitsmarkt, die hohen Ersparnisse der Haushalte, die nach wie vor günstigen Finanzierungsbedingungen und die vollständige Inanspruchnahme der Aufbau- und Resilienzfazilität dürften eine länger anhaltende, kräftige Expansionsphase unterstützen.

Aufwärtskorrektur der Inflationsaussichten

Die Inflationsprognose wurde gegenüber der Herbstprognose erheblich nach oben korrigiert. Dies spiegelt die Auswirkungen hoher Energiepreise, aber auch die Ausweitung des Inflationsdrucks auf andere Warenkategorien seit dem Herbst wider.

Nach dem im 4. Quartal 2021 verzeichneten Rekordniveau von 4,6 Prozent wird die Inflation im Euro-Währungsgebiet den Projektionen zufolge im 1. Quartal 2022 mit 4,8 Prozent ihren Höchststand erreichen und bis zum 3. Quartal auf einem Wert von über 3 Prozent bleiben. In dem Maße wie der von den Lieferengpässen und hohen Energiepreisen ausgehende Druck nachlässt, dürfte die Inflation im letzten Quartal auf 2,1 Prozent sinken und im Jahr 2023 das 2-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank unterschreiten.

Der Jahresdurchschnittswert der Inflation wird im Euro-Währungsgebiet von 2,6 Prozent im Jahr 2021 (2,9Prozent in der EU) auf 3,5 Prozent im Jahr 2022 (3,9Prozent in der EU) steigen und im Jahr 2023 auf 1,7 Prozent (1,9Prozent in der EU) zurückgehen.

Hintergrund

Mit der Winterprognose 2022 wird die Herbstprognose 2021 vom November 2021 zur BIP- und Inflationsentwicklung in allen EU-Mitgliedstaaten auf den neuesten Stand gebracht.

Die Prognose basiert auf einer Reihe technischer Annahmen über Wechselkurse, Zinssätze und Rohstoffpreise mit Stichtag 27. Januar. Bei allen anderen herangezogenen Daten, auch den Annahmen zu staatlichen Maßnahmen, wurden Informationen bis einschließlich 1. Februar berücksichtigt.

Die Europäische Kommission veröffentlicht jedes Jahr zwei umfassende Prognosen (im Frühjahr und im Herbst) und zwei Zwischenprognosen (im Winter und im Sommer). Die Zwischenprognosen enthalten jährliche und vierteljährliche BIP- und Inflationszahlen für das laufende und das folgende Jahr für alle Mitgliedstaaten sowie die aggregierten Zahlen für die EU insgesamt und für das Euro-Währungsgebiet.

Als nächste Prognose wird die Europäische Kommission voraussichtlich im Mai 2022 ihre Frühjahrsprognose 2022 vorlegen.

Quelle: EU-Kommission

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17,2 % weniger beantragte Regelinsolvenzen im Januar 2022 als im Vormonat

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Januar 2022 um 17,2 % gegenüber Dezember 2021 gesunken. Zuvor war sie im Dezember 2021 um 18,0 % gegenüber dem Vormonat gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 10.02.2022

  • 4,6 % mehr Unternehmensinsolvenzen im November 2021 als im Vorjahresmonat
  • Verbraucherinsolvenzen im November 2021 gegenüber November 2020 fast verdreifacht (+181,4 %)

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Januar 2022 um 17,2 % gegenüber Dezember 2021 gesunken. Zuvor war sie im Dezember 2021 um 18,0 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Die Insolvenzzahlen waren im Verlauf der Corona-Krise durch gesetzliche Sonderregelungen und Wirtschaftshilfen zeitweise deutlich zurückgegangen; seit Mai 2021 sind keine Sonderregeln mehr in Kraft.

4,6 % mehr Unternehmensinsolvenzen im November 2021 als im Vorjahresmonat

Die vorläufige Zahl der beantragten Regelinsolvenzverfahren gibt frühe Hinweise auf die künftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen, für die derzeit endgültige Ergebnisse bis zum Berichtsmonat November 2021 vorliegen. In diesem Monat haben die deutschen Amtsgerichte 1 094 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren 4,6 % mehr als im November 2020. Damit stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen seit September 2019 erstmals wieder an. Im Vergleich zum November 2019, also vor der Corona-Krise, war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 22,6 % niedriger.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus den im November 2021 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 0,5 Milliarden Euro. Im November 2020 hatten sie noch bei knapp 1,4 Milliarden Euro gelegen.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im November 2021 im Baugewerbe mit 205 Fällen (November 2020: 162; +26,5 %). Im Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) waren es 172 Verfahren (November 2020: 154; +11,7 %). Im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (zum Beispiel Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben, Unternehmensberatung, Ingenieurbüros, Forschung und Entwicklung, Werbung und Marktforschung) wurden 115 Insolvenzen gemeldet (November 2020: 122; -5,7 %).

Sonderregelungen in den Jahren 2020 und 2021 durch Corona und Hochwasser

Beim zeitlichen Vergleich der Insolvenzzahlen für Unternehmen ist zu beachten, dass das Insolvenzgeschehen in den Jahren 2020 und 2021 von Sonderregelungen geprägt war. Von Anfang März 2020 bis Ende 2020 war die Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen infolge der Corona-Pandemie ausgesetzt. Diese Regelung galt bis Ende April 2021 weiterhin für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch ausstand. Für diese Unternehmen wurde die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens erst zum 1. Mai 2021 wieder vollumfänglich eingesetzt.

Beruhte der Eintritt einer Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung auf den Auswirkungen der Starkregenfälle oder des Hochwassers im Juli 2021, war die Insolvenzantragspflicht bis 31. Januar 2022 ausgesetzt.

181,4 % mehr Verbraucherinsolvenzen im November 2021 als im November 2020

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen hat sich im November 2021 mit +181,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat fast verdreifacht. Der starke Anstieg steht im Zusammenhang mit einem Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre. Die Neuregelung gilt für seit dem 1. Oktober 2020 beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren. Sie ermöglicht den Betroffenen einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang im Anschluss an ein Insolvenzverfahren. Daher ist davon auszugehen, dass viele überschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag zunächst zurückhielten, um von der Neuregelung zu profitieren. Gegenüber November 2019, also vor Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland, stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im November 2021 um 30,0 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Aufträge der Industrie reichen so weit wie noch nie

Die deutsche Industrie kann mit den aktuellen Auftragsbeständen so lange produzieren wie nie zuvor: Sie reichen laut einer Umfrage des ifo Instituts für die nächsten 4,5 Monate. Das gab es noch nie.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 10.02.2022

Die deutsche Industrie kann mit den aktuellen Auftragsbeständen so lange produzieren wie nie zuvor: Sie reichen laut einer Umfrage des ifo Instituts für die nächsten 4,5 Monate. „Das gab es noch nie seit wir diese Frage im Jahr 1969 zum ersten Mal gestellt haben. Die Auftragseingänge der vergangenen Monate konnten nicht abgearbeitet werden, weil den Unternehmen wichtige Vorprodukte und Rohstoffe fehlten“, sagt Timo Wollmershäuser, der Leiter der ifo Konjunkturprognosen.

„Sollten sich die Engpässe in den kommenden Monaten auflösen, könnte die Produktion in der deutschen Industrie durchstarten“, fügt er hinzu. „Das dürfte die Wirtschaftsleistung dann kräftig anschieben.“ Besonders groß ist der Auftragsbestand in der Autoindustrie (Hersteller und Zulieferer) mit einer geschätzten Produktionsdauer von 8,0 Monaten, im Maschinenbau (6,1 Monate) und bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten (5,0 Monate). Am wenigsten weit reichen die Aufträge der Drucker mit 1,9 Monaten.

Quelle: ifo Institut

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Baustoff-Knappheit nimmt ab

Die deutschen Bauunternehmen leiden seltener unter Versorgungsengpässen. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 09.02.2022

Die deutschen Bauunternehmen leiden seltener unter Versorgungsengpässen. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor. Im Hochbau meldeten 25,3 Prozent der Teilnehmenden Beeinträchtigungen, nach 31,3 Prozent im Dezember. Auch im Tiefbau entspannte sich die Lage etwas. 20,4 Prozent der Betriebe litten unter Lieferengpässen. Im Vormonat lag der Anteil noch bei 23,1 Prozent. Von einem Mangel an Fachkräften war ebenfalls etwas seltener die Rede. Dennoch konnten offene Stellen vielerorts nicht zeitnah besetzt werden. “Die Auftragsbücher sind prall gefüllt, aber jedes dritte Bauunternehmen findet nicht genug Fachkräfte“, sagt ifo Forscher Felix Leiss.

„Das Material bleibt allerdings weiterhin ein Kostentreiber am Bau. Das sehen wir auch im Baustoffgroßhandel: Hier wurden im Januar flächendeckend steigende Verkaufspreise gemeldet. Insbesondere im Hochbau mussten die Unternehmen infolge der steigenden Materialkosten ihrerseits die Preise anheben und für die kommenden Monate waren vielerorts weitere Anpassungen vorgesehen“, sagt Leiss weiter.

Die Entspannung bei den Fachkräften zeigt sich in Hoch- wie Tiefbau: Sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau ging der Fachkräftemangel leicht zurück: 34,4 Prozent der Tiefbaubetriebe berichteten über einen Mangel an geeigneten Bewerbern, etwas weniger als noch im Dezember (37,1 Prozent). Im Hochbau sind aktuell 31,8 Prozent der Unternehmen betroffen, ein Rückgang um 5,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat. Binnen Jahresfrist ist der Wert jedoch um 15,5 Prozentpunkte gestiegen.

Quelle: ifo Institut

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Exporte im Dezember 2021: +0,9 % zum November 2021

Im Dezember 2021 sind die Exporte in Deutschland gegenüber dem Vormonat November 2021 kalender- und saisonbereinigt um 0,9 % und die Importe um 4,7 % gestiegen. Das teilt das Statistische Bundesamt mit.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 09.02.2022

Im Dezember 2021 sind die Exporte in Deutschland gegenüber dem Vormonat November 2021 kalender- und saisonbereinigt um 0,9 % und die Importe um 4,7 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, lagen die Exporte kalender- und saisonbereinigt 6,8 % und die Importe 23,5 % höher als im Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der coronabedingten Einschränkungen in Deutschland. Im Gesamtjahr 2021 stiegen die Exporte um 14,0 % und die Importe um 17,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die Exporte lagen damit 3,6 % und die Importe 8,9 % über dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019.

Im Dezember 2021 wurden von Deutschland Waren im Wert von 117,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 110,0 Milliarden Euro importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember 2020 stiegen damit die Exporte im Dezember 2021 um 15,6 % und die Importe um 27,8 %.

Die Außenhandelsbilanz schloss im Dezember 2021 mit einem Überschuss von 7,0 Milliarden Euro ab. Im Dezember 2020 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz 15,1 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss der Außenhandelsbilanz im Dezember 2021 bei 6,8 Milliarden Euro.

Die Leistungsbilanz schloss unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel (+9,4 Milliarden Euro), Dienstleistungen (+2,8 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+16,2 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-4,4 Milliarden Euro) im Dezember 2021 mit einem Überschuss von 23,9 Milliarden Euro ab. Im Dezember 2020 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 26,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Dezember 2021 Waren im Wert von 63,3 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 56,3 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Dezember 2020 stiegen die Exporte in die EU-Staaten um 23,0 % und die Importe aus diesen Staaten um 23,5 %. In die Staaten der Eurozone wurden im Dezember 2021 Waren im Wert von 44,1 Milliarden Euro (+23,5 %) exportiert und Waren im Wert von 39,1 Milliarden Euro (+27,9 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden Waren im Wert von 19,2 Milliarden Euro (+21,8 %) exportiert und Waren im Wert von 17,2 Milliarden Euro (+14,5 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im Dezember 2021 Waren im Wert von 53,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 53,6 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber Dezember 2020 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 8,0 % und die Importe von dort um 32,5 % zu.

Außenhandel mit dem Vereinigten Königreich

Die Exporte in das Vereinigte Königreich sanken im Dezember 2021 um 7,6 % auf 5,0 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen um 18,2 % auf 2,6 Milliarden Euro ab.

Eine Auswahl weiterer statistischer Indikatoren, bei denen von einem Einfluss des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU auszugehen ist, bietet der „Brexit-Monitor“ auf der Website des Statistischen Bundesamtes.

Außenhandel mit weiteren ausgewählten Staaten

Die meisten Exporte gingen im Dezember 2021 in die Vereinigten Staaten, sie stiegen gegenüber Dezember 2020 um 16,7 % auf 10,7 Milliarden Euro. Die Exporte in die Volksrepublik China sanken dagegen um 8,9 % auf 8,4 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im Dezember 2021 aus der Volksrepublik China nach Deutschland. Von dort wurden Waren im Wert von 14,6 Milliarden Euro eingeführt (+42,3 % zum Vorjahresmonat). Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen im Dezember 2021 um 13,6 % auf einen Wert von 6,4 Milliarden Euro.

Außenhandelsergebnisse für das Jahr 2021

Im Jahr 2021 wurden von Deutschland Waren im Wert von 1.375,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 1.202,2 Milliarden Euro importiert. Damit stiegen die Exporte gegenüber dem Vorjahr um 14,0 % und die Importe um 17,1 %.

Die Außenhandelsbilanz schloss das Jahr 2021 mit einem Überschuss von 173,3 Milliarden Euro ab. Damit sank der deutsche Exportüberschuss im fünften Jahr in Folge. 2020 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz +180,4 Milliarden Euro betragen.

Wichtigste Handelspartner im Jahr 2021

Im Jahr 2021 gingen die meisten deutschen Waren in die Vereinigten Staaten. Die Exporte dorthin stiegen gegenüber 2020 um 18,0 % auf 122,1 Milliarden Euro und belegten damit erneut Rang 1 der wichtigsten Abnehmerstaaten deutscher Exporte. Auf den Rängen 2 und 3 lagen die Volksrepublik China mit Exporten dorthin im Wert von 103,6 Milliarden Euro (+8,1 % zum Vorjahr) und Frankreich mit 102,3 Milliarden Euro (+12,6 %).

Die meisten Importe kamen 2021 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden Waren im Wert von 141,7 Milliarden Euro importiert (+20,8 % zum Vorjahr). Auf Rang 2 der wichtigsten Importstaaten lagen die Niederlande mit Importen von dort im Wert von 105,6 Milliarden Euro (+21,4 %). Rang 3 belegten die Vereinigten Staaten mit 72,1 Milliarden Euro (+6,5 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Geschäftsklima für Soloselbstständige und Kleinstunternehmen erholt sich etwas

Das Geschäftsklima für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige hat sich im Januar 2022 etwas erholt. Das sind die Ergebnisse des aktuellen Indexes für dieses Segment („Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“).

ifo Institut, Pressemitteilung vom 08.02.2022

Das Geschäftsklima für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige hat sich im Januar 2022 etwas erholt. Das sind die Ergebnisse des aktuellen Indexes für dieses Segment („Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“). Er stieg auf minus 4,9 Punkte (nicht saisonbereinigt), nach minus 7,7 (nicht saisonbereinigt) im Dezember 2021. Die Kleinstunternehmer schätzen ihre Situation weiterhin deutlich schlechter ein als die Gesamtwirtschaft (plus 9,1 Punkte (nicht saisonbereinigt)). „Es zeigt sich ein kleiner Silberstreif am Horizont“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. „Gleichwohl bleibt die Lage für viele Kleinstunternehmen weiter ernst“ ergänzt er.

Die Verbesserung des Geschäftsklimas war insbesondere auf deutlich weniger pessimistische Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage wurde hingegen nochmals schlechter eingeschätzt. 26 Prozent der Kleinstunternehmen und Soloselbstständigen fürchten gegenwärtig um ihre Existenz. Im Dezember lag der Wert noch bei 24,9 Prozent. In der gesamten Wirtschaft berichteten 13,7 Prozent von Existenzsorgen.

Seit August 2021 berechnet das ifo Institut den Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für Soloselbstständige und Kleinstunternehmen (weniger als 9 Mitarbeiter). Wie im Gesamtindex sind alle Sektoren abgebildet. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Dienstleistungssektor. Die Gewinnung der neuen Teilnehmer erfolgt in Kooperation mit Jimdo, einem Anbieter von Online-Tools speziell für Soloselbstständige und kleine Unternehmen.

Quelle: ifo Institut

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Welthandel übertrifft Vorkrisenniveau

Trotz anhaltender Staus in der Containerschifffahrt legt der Welthandel laut jüngstem Datenupdate des Kiel Trade Indicator im Januar im Vergleich zum Vormonat zu und übertrifft mittlerweile sogar sein Vorkrisenniveau.

IfW Kiel, Mitteilung vom 07.02.2022

Trotz anhaltender Staus in der Containerschifffahrt legt der Welthandel laut jüngstem Datenupdate des Kiel Trade Indicator im Januar im Vergleich zum Vormonat zu und übertrifft mittlerweile sogar sein Vorkrisenniveau (preis- und saisonbereinigt). Die Omikronwelle ist mit Blick auf den Warenhandel bislang in erster Linie eine Gefahr für China. Gegenwärtig stecken rund 11 Prozent aller weltweit verschifften Waren in Staus fest, im Roten Meer sind rund 11 Prozent weniger Waren unterwegs als üblich.

Die Omikronwelle drückt bislang vor allem auf Chinas Handelszahlen, der Aufwärtstrend von 2021 ist gebrochen. Im Vergleich zum Vormonat weist der Kiel Trade Indicator für Januar ein Minus sowohl bei den Importen (-2,8 Prozent) als auch bei den Exporten (-0,2 Prozent) aus (preis- und saisonbereinigt).

„Die harte Null-Covid-Politik Pekings ist für die dortige Wirtschaft ein Risiko. Es ist zu befürchten, dass Verzögerungen in Chinas Containerumschlag auch Europas Handel in Mitleidenschaft ziehen würden“, sagte Vincent Stamer, Leiter Kiel Trade Indicator. „Das chinesische Neujahrfest und die Ausrichtung der Olympischen Spiele sind eine Bewährungsprobe für China, dass sich die pandemische Situation und damit auch der wirtschaftliche Ausblick nicht verschlechtert.“

Der Handel im Westen bleibt bis jetzt von der Omikronwelle verschont. Vor allem die Exporte der USA legen im Januar deutlich zu (+3,6 Prozent), die Importe dürften aber leicht sinken (-1,6 Prozent).

Für die EU zeichnet sich eine Seitwärtsbewegung im Januarhandel ab mit leichtem Plus bei den Exporten (+0,6 Prozent) und leichtem Minus bei den Importen (-0,1 Prozent).

Für Deutschland sind die Aussichten sowohl für Exporte (+1,2 Prozent) als auch Importe (+0,8 Prozent) positiv.

Der Welthandel dürfte um 2,4 Prozent zulegen, getragen vor allem durch die positiven Handelszahlen des Westens, insbesondere durch die starken Exporte der USA. Er liegt nun preis- und saisonbereinigt 7 Prozent über seinem bisherigen Höchststand vor der Corona-Krise im August 2018.

„Trotz Omikronwelle brummt der Welthandel so kräftig wie nie zu vor. Die anhaltenden Lieferengpässe sind daher Ausdruck einer extrem schnell gestiegenen Nachfrage, der das Angebot nicht hinterherkommt“, so Stamer.

Rund 11 Prozent aller weltweit verschifften Waren stecken derzeit in Staus fest. Im Roten Meer, der wichtigsten Handelsroute zwischen Europa und Asien, sind aktuell rund 11 Prozent weniger Waren unterwegs als üblich.

Quelle: IfW Kiel

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Zu Jahresbeginn wieder mehr Optimismus im Mittelstand

Die Hoffnung auf bessere Geschäfte im Frühjahr und Sommer zieht im Januar die Stimmung im Mittelstand nach oben. Das geht aus dem KfW-ifo-Mittelstandsbarometer hervor.

KfW, Pressemitteilung vom 07.02.2022

  • Erwartungen ziehen das Geschäftsklima nach oben, Geschäftslage dagegen erneut schlechter
  • Stimmung der Großunternehmen deutlich verbessert
  • Wachstum ab Frühjahr nach einem schwachen Jahresstart

Die Hoffnung auf bessere Geschäfte im Frühjahr und Sommer zieht im Januar die Stimmung im Mittelstand nach oben. Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen steigt um 1,8 Zähler und liegt mit -1,2 Saldenpunkten jetzt nur noch leicht unter dem langfristigen Durchschnitt, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Die Omikron-Mutation mit weniger schweren Krankheitsverläufen und der Ausblick auf eine saisonale Abschwächung der Pandemie ab Frühling lassen die mittelständischen Unternehmen auf ein Ende des pandemischen Zustands hoffen. Gegenüber Dezember steigen die Geschäftserwartungen um 6,1 Zähler. Mit -5,0 sind sie jedoch immer noch unterdurchschnittlich. Die Geschäftslage im Mittelstand hat sich indes gegenüber Dezember nochmals verschlechtert. Sie sinkt um 3,1 Zähler auf 2,5 Saldenpunkte.

Die Stimmung im Mittelstand hellt sich zu Jahresbeginn branchenübergreifend auf, besonders stark im Einzelhandel, wo das Geschäftsklima um deutliche +7,3 Zähler steigt. Doch auch im Dienstleistungssektor, zu dem pandemiebetroffene Branchen wie das Gast- und Kulturgewerbe zählen, verbessert sich das Geschäftsklima (+3,5 Zähler). Die kleinen und mittleren Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes verzeichnen einen moderaten Stimmungsanstieg (+2,4 Zähler). Im Baugewerbe bleibt das Geschäftsklima indes unverändert auf hohem Niveau.

Bei den Großunternehmen verbessert sich die Unternehmensstimmung im Januar noch deutlicher als im Mittelstand (+3,9 Zähler auf 4,8 Punkte). Während die Erwartungen (+6,5 Zähler) deutlich zulegen, tun dies die Lageurteile nur geringfügig (+0,7 Zähler). Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und bei den Dienstleistungen ist die Stimmung der großen Firmen derzeit wesentlich besser als im Mittelstand.

„Das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt, dass viele Mittelständler zu Jahresbeginn zwar eine weitere Verschlechterung der Geschäftslage beklagen, aber immerhin auch wieder deutlich optimistischer in die nahe Zukunft blicken. Es gibt also einen Vorgeschmack auf den Frühling“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Insgesamt hat die Omikronwelle wohl etwas geringere Auswirkungen als noch im Dezember zu befürchten war. Allerdings dürfte noch eine gewisse Belastung durch infektionsbedingte Arbeitsausfälle entstehen. Vor allem aber steigt die Hoffnung auf ein Ende des pandemischen Zustands im Jahresverlauf.“ Auch bei den Material- und Lieferengpässen deuten derzeit verschiedene Indikatoren etwas Besserung an. Zwar ist angesichts gehäufter COVID-Ausbrüche in China in den kommenden Monaten mit Rückschlägen in den globalen Lieferketten zu rechnen. Voraussichtlich wird sich die Versorgungslage in diesem Jahr aber insgesamt verbessern, sodass auch das Verarbeitende Gewerbe wieder deutlich zum Wachstum beisteuern kann.

Das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist abrufbar unter: www.kfw.de/mittelstandsbarometer

Quelle: KfW

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Unternehmen halten nach der Pandemie an hybriden Arbeitsmodellen fest

Viele Unternehmen in Deutschland planen auch nach dem Ende der Corona-Pandemie hybride Arbeitsmodelle einzusetzen und den Beschäftigten damit einen Mix aus Präsenzarbeit und Homeoffice zu ermöglichen. Eine im Dezember 2021 und Januar 2022 durchgeführte Unternehmensbefragung des ZEW gibt nun Aufschluss darüber, welche zeitliche Aufteilung bei den geplanten Homeoffice-Angeboten zum Einsatz kommen soll.

ZEW, Pressemitteilung vom 07.02.2022

Unternehmensbefragung in Informationswirtschaft und Verarbeitendem Gewerbe

Viele Unternehmen in Deutschland planen auch nach dem Ende der Corona-Pandemie hybride Arbeitsmodelle einzusetzen und den Beschäftigten damit einen Mix aus Präsenzarbeit und Homeoffice zu ermöglichen. Eine im Dezember 2021 und Januar 2022 durchgeführte Unternehmensbefragung des ZEW Mannheim gibt nun Aufschluss darüber, welche zeitliche Aufteilung bei den geplanten Homeoffice-Angeboten zum Einsatz kommen soll. Sowohl in der Informationswirtschaft als auch im Verarbeitenden Gewerbe planen die Unternehmen insbesondere mit hybriden Modellen, bei denen die Beschäftigten 1-3 Tage pro Woche von zuhause arbeiten können. Der Anteil der Beschäftigten, die nach dem Ende der Pandemie mehrmals pro Woche im Homeoffice arbeiten werden, fällt dabei nach Einschätzung der Unternehmen deutlich höher aus als vor der Corona-Krise.

An der repräsentativen Befragung beteiligten sich rund 1.200 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe und der Informationswirtschaft, welche die IKT-Branche, Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister umfasst. Die Unternehmen wurden danach gefragt, wie häufig sie vor der Pandemie hybride Arbeitsmodelle genutzt haben und welcher Einsatz für die Zeit nach der Pandemie geplant ist. Dabei unterschieden sich die abgefragten Arbeitsmodelle in der Homeoffice-Frequenz und reichten von wöchentlich 1 Tag Homeoffice bis zu 5 Tagen Homeoffice. Für jedes der fünf Hybrid-Modelle gaben die Unternehmen den Anteil der Beschäftigten an, die diese Modelle voraussichtlich in Anspruch nehmen werden.

Vor der Pandemie boten 37 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft einem Teil ihrer Beschäftigten die Möglichkeit, an einem Tag pro Woche im Homeoffice zu arbeiten. Hybride Modelle mit 2 oder 3 Tagen Homeoffice pro Woche waren mit einem Unternehmensanteil von 21 und 11 Prozent noch deutlich weniger verbreitet. „In den vergangenen zwei Jahren ist der Anteil an Unternehmen, die langfristig hybride Arbeitsmodelle einsetzen möchten, stark gestiegen. So plant in der Informationswirtschaft aktuell fast jedes zweite Unternehmen nach Ende der Pandemie hybride Arbeitsmodelle einzusetzen, bei denen ein Teil der Beschäftigten 1-2 Tage im Homeoffice arbeiten kann. Modelle, die 3 Tage Homeoffice pro Woche vorsehen, sind derweil von 37 Prozent der Unternehmen geplant – mehr als dreimal so viele wie noch vor der Pandemie“, sagt Dr. Daniel Erdsiek, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“. Auch der Anteil an Unternehmen, die den Beschäftigten teilweise vier Tage Homeoffice zusprechen wollen, hat sich verdreifacht und liegt aktuell bei 18 Prozent. Zudem geht fast jedes vierte Unternehmen in der Informationswirtschaft davon aus, dass ein Teil der Beschäftigten in der Regel fünf Tage pro Woche von zuhause arbeiten wird.

„Im Vergleich zur Informationswirtschaft sind im Verarbeitenden Gewerbe deutlich weniger Tätigkeiten für das ortsflexible Arbeiten geeignet. Dennoch hat die Pandemie auch hier einen klaren Homeoffice-Schub verursacht“, so Erdsiek. Für die Zeit nach der Pandemie plant jedes dritte Unternehmen einem Teil der Belegschaft 1 Tag Homeoffice pro Woche zu ermöglichen. Zudem erwägen auch einige Unternehmen hybride Modelle mit 2 Tagen Homeoffice (27 Prozent), 3 Tagen Homeoffice (16 Prozent) oder 4-5 Tagen Homeoffice (8 Prozent). Vor der Pandemie lagen diese Unternehmensanteile nur bei 3 bis 17 Prozent.

Vor allem größere Unternehmen wollen häufig Homeoffice-Modelle nutzen

Sowohl für kleine, mittlere als auch große Unternehmen ist ein langfristig anhaltender Homeoffice-Schub zu verzeichnen. „Jedes der abgefragten Hybrid-Modelle wird laut Einschätzung der Unternehmen nach der Pandemie weiter verbreitet sein als vor der Krise. Besonders häufig werden voraussichtlich größere Unternehmen Homeoffice nutzen“, sagt Erdsiek. In der Informationswirtschaft planen über drei Viertel der Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten hybride Modelle mit 1-3 Tagen Homeoffice einzusetzen. In etwa der Hälfte der großen Unternehmen werden voraussichtlich auch manche Beschäftigte an 4-5 Tagen von zuhause aus arbeiten. Im Verarbeitenden Gewerbe planen große Unternehmen ebenfalls häufig hybride Modelle einzusetzen mit einer wöchentlichen Homeoffice-Frequenz von 1-2 Tagen (68 Prozent), 3 Tagen (52 Prozent) oder 4-5 Tagen (30 Prozent).

Anteil der Beschäftigten mit hybriden Arbeitsmodellen steigt langfristig

Wie die bisherigen Ergebnisse verdeutlichen, rechnen viele Unternehmen mit dem langfristigen Einsatz hybrider Arbeitsmodelle. Die Ergebnisse geben allerdings noch keinen Aufschluss darüber, wie intensiv Modelle mit variierenden Homeoffice-Anteilen genutzt werden sollen. Eine wichtige Frage ist deshalb, wie groß der Anteil der Beschäftigten sein wird, die voraussichtlich von den unterschiedlichen Hybrid-Modellen Gebrauch machen werden.

Wie verbreitet die flexiblen Modelle in den Unternehmen zum Einsatz kommen, hängt wiederum stark von deren Größe ab. Im Durchschnitt erwarten die großen Unternehmen in der Informationswirtschaft, dass lediglich 30 Prozent ihrer Belegschaft vollständig in Präsenz arbeiten werden und nur ausnahmsweise ins Homeoffice ausweichen. Bei den kleinen Unternehmen fällt dieser Anteil derweil doppelt so hoch aus. Im Durchschnitt geben große Unternehmen an, dass sich die eigene Belegschaft wie folgt auf die Hybrid-Modelle verteilen wird, nachdem die Pandemie vorüber ist: 15 Prozent der Belegschaft werden voraussichtlich 1 Tag pro Woche im Homeoffice arbeiten, 20 Prozent an 2 Tagen, 16 Prozent an 3 Tagen und jeweils etwa 9 Prozent an 4 oder 5 Tagen. Zusammengerechnet wird in der Informationswirtschaft demnach durchschnittlich die Hälfte der Belegschaft großer Unternehmen an 1-3 Tagen pro Woche von zuhause arbeiten. Bei den kleinen Unternehmen mit 5 bis 19 Beschäftigten gilt dies für etwa 30 Prozent der Belegschaft.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Anteil der Beschäftigten, deren Tätigkeiten sich für das Homeoffice eignen, deutlich geringer als in der Informationswirtschaft. Dennoch planen auch Unternehmen in diesem Wirtschaftszweig die Möglichkeiten für Homeoffice in Zukunft verstärkt zu nutzen. Dies gilt insbesondere für große Unternehmen, in denen nach der Pandemie im Durchschnitt voraussichtlich rund ein Viertel der Belegschaft an 1-3 Tagen von zuhause arbeiten wird. In den kleinen Unternehmen werden es schätzungsweise nur 7 Prozent der Belegschaft sein.

Durch einen Vorher-Nachher-Vergleich erkennt man deutlich, in welchem Ausmaß sich die Corona-Pandemie auf die langfristige Homeoffice-Nutzung in den Unternehmen auswirken wird. Vor der Pandemie haben im Durchschnitt 8 Prozent der Belegschaft großer Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe hybride Arbeitsmodelle genutzt. Nach der Pandemie wird dieser Anteil auf durchschnittlich 32 Prozent anwachsen. In großen Unternehmen der Informationswirtschaft werden im Durchschnitt voraussichtlich 70 Prozent der Belegschaft Hybrid-Modelle nutzen, während der Anteil vormals noch bei lediglich 24 Prozent lag.

Quelle: ZEW

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