KfW Research: Weiterbildung bei nur gut einem Drittel der Mittelständler

Die Corona-Krise im Jahr 2020 war ein kräftiger Dämpfer des Weiterbildungsgeschehens, wie eine Analyse von KfW Research auf Basis des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels zeigt. Nur jedes dritte (36 %) der kleinen und mittleren Unternehmen hat seiner Belegschaft Weiterbildung ermöglicht. Vor der Krise hatte dieser Wert bei ca. 50–55 % gelegen.

KfW, Pressemitteilung vom 29.12.2021

  • Corona-Krise dämpft Aktivitäten der Unternehmen
  • Weiterbildungsausgaben 2020: 1.300 Euro pro Kopf, nur 10 Mrd. Euro insgesamt
  • Transformation zu digitaler und klimaneutraler Wirtschaft erfordert auch neue Weiterbildungskultur

Die Transformation zu einer digitalen und klimaneutralen Wirtschaft erfordert umfassende Anpassungen der beruflichen Qualifikationen. Die Unternehmen sind ein wichtiger Akteur sowohl in der dualen Ausbildung als auch in der betrieblichen Weiterbildung. Die Corona-Krise im Jahr 2020 war allerdings ein kräftiger Dämpfer des Weiterbildungsgeschehens, wie eine Analyse von KfW Research auf Basis des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels zeigt. Nur jedes dritte (36 %) der kleinen und mittleren Unternehmen hat seiner Belegschaft Weiterbildung ermöglicht. Vor der Krise hatte dieser Wert bei ca. 50-55 % gelegen.

Unter den 36 % Weiterbildungsunternehmen führten 24% selbst Weiterbildungen durch, 22 % übernahmen die Kosten externer Weiterbildung und 15 % stellten Beschäftigte für Weiterbildung von der Arbeit frei, wie die nie neue Analyse von KfW Research weiter zeigt. Von allen 32,5 Mio. Beschäftigten im deutschen Mittelstand hat im Jahr 2020 knapp ein Viertel (23 %) an betrieblicher Weiterbildung teilgenommen. Pro Weiterbildungsteilnehmer(in) haben die Firmen durchschnittlich 1.300 Euro ausgegeben. Die aggregierten Weiterbildungsausgaben des Mittelstands belaufen sich demnach auf ungefähr 10 Mrd. Euro. Diese Humankapitalinvestitionen liegen in der Größenordnung von ca. 5 % der gesamten mittelständischen Investitionen in Anlagen und Bauten (204 Mrd. Euro).

Ein Blick auf die Weiterbildungsquoten der einzelnen Bundesländer zeigt, dass die meisten nah am Bundesdurchschnitt liegen. Positive Ausnahmen sind die ostdeutschen Länder Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Hessen mit jeweils 40-42 %. Deutlich unterdurchschnittlich ist die Weiterbildungsquote im Norden: Hamburg und Schleswig-Holstein liegen bei 25 bzw. 27 %.

Fehlende IT-Kompetenzen bzw. Fachkräfte werden von den Unternehmen immer wieder als eines der häufigsten Digitalisierungshemmnisse genannt. Dementsprechend waren bei der großen Mehrheit der Weiterbildungsunternehmen im Jahr 2020 Digitalkompetenzen Inhalt der Weiterbildung (84 %). Bei der Hälfte nahmen sie sogar eine zentrale Rolle ein (49 %). Am häufigsten waren grundlegende Digitalkompetenzen wie z. B. die Bedienung von Computern und Standardsoftware Weiterbildungsgegenstand (bei 77 % der Weiterbildungsunternehmen). Fortgeschrittene Digitalkompetenzen wie Programmierkenntnisse und statistische Analysen wurden von knapp der Hälfte der weiterbildungsaktiven Mittelständler adressiert (47 %).

„Die Daten aus dem KfW-Mittelstandspanel zum Thema Weiterbildung sind eine Bestandsaufnahme inmitten der Corona-Krise. Es bleibt zu hoffen, dass sie einen Tiefpunkt markieren und die Weiterbildungsaktivitäten schnell wieder Fahrt aufnehmen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Denn Weiterbildung wird im Strukturwandel immer wichtiger – für den individuellen Arbeitsmarkterfolg und für die Produktivität der gesamten Volkswirtschaft.“

Doch selbst eine zügige Rückkehr zum Vorkrisen-Niveau würde den aktuellen Herausforderungen nicht gerecht: Die Digitalisierung und die drängende Transformation zur Klimaneutralität verändern laufend die Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten. Ein entscheidendes Problem ist, dass der Weiterbildungssektor im Status quo zu unübersichtlich und informell ist, er weist Angebotslücken und zu geringe Teilnahme auf. „Für eine erfolgreiche Transformation zur digitalen und klimaneutralen Wirtschaft brauchen wir eine neue Weiterbildungskultur, wir brauchen systematische und hochwertige Weiterbildung in der Breite“, so Köhler-Geib. Hierfür müsse an drei Stellschrauben angesetzt werden: 1. Die Verbesserung des Angebots durch staatliche Mindeststandards und eine zentrale Rolle der Hoch- und Berufsschulen als Weiterbildungsanbieter. 2. eine erweiterte finanzielle Förderung, 3. die Schaffung zeitlicher Freiräume durch digitales Lernen und bessere Betreuungsinfrastruktur – für die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Bildung.

Quelle: KfW

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Corona schiebt Homeoffice erneut an

Die steigenden Corona-Zahlen haben mehr Beschäftigte ins Homeoffice zurückgebracht. Im Dezember arbeiteten dort zeitweise 27,9 Prozent der Beschäftigten, im August waren es 23,8 Prozent. Am Höchststand im März waren es 31,7 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 03.01.2022

Die steigenden Corona-Zahlen haben mehr Beschäftigte ins Homeoffice zurückgebracht. Im Dezember arbeiteten dort zeitweise 27,9 Prozent der Beschäftigten, im August waren es 23,8 Prozent. Am Höchststand im März waren es 31,7 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. Der jüngste Anstieg ging quer durch alle Branchen. Bei den Dienstleistern stieg der Anteil von 33,4 auf 38,2 Prozent, im Großhandel von 15,8 auf 20,8 Prozent, in der Industrie von 16,4 auf 19,7 Prozent, im Einzelhandel von 5,3 auf 6,6 Prozent und auf dem Bau von 5,0 auf 8,5 Prozent.

„Nicht alle Unternehmen beachten offenbar die Ende November wieder eingeführte Homeoffice-Pflicht“, sagt Jean-Victor Alipour, Experte für Homeoffice beim ifo Institut. „Die Quote ist zwar wieder gestiegen. Sie liegt jedoch gut 4 Prozentpunkte unter dem Höchstwert vom März 2021. Einzig bei den Rundfunkveranstaltern und in der Telekommunikation stieg die Quote nochmals: Dort waren 63 bzw. 65 Prozent der Mitarbeitende von zuhause für ihren Arbeitgeber tätig.“ Das ifo Institut schätzt, dass über alle Branchen hinweg 56 Prozent der Beschäftigten zumindest teilweise im Heimbüro arbeiten könnten.

Quelle: ifo Institut

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IAB-Arbeitsmarktbarometer: Stärkster Rückgang seit April 2020

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Dezember um 2,4 Punkte auf 101,5 Punkte gesunken. Dieser vierte Rückgang in Folge ist der stärkste seit April 2020. Der Frühindikator des IAB liegt damit noch leicht im positiven Bereich.

IAB, Pressemitteilung vom 30.12.2021

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Dezember um 2,4 Punkte auf 101,5 Punkte gesunken. Dieser vierte Rückgang in Folge ist der stärkste seit April 2020. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) liegt damit noch leicht im positiven Bereich.

Beide Komponenten des Barometers sinken deutlich. Die Komponente des Frühindikators für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit ist gegenüber dem Wert von November um 2,6 Punkte auf 98,9 Punkte zurückgegangen. Damit liegt sie erstmals seit Sommer 2020 wieder unter der mittleren Marke von 100 Punkten. Dies lässt über die nächsten Monate saisonbereinigt eine leicht steigende Arbeitslosigkeit erwarten. „Die Omikron Variante zieht die Corona-Krise weiter in die Länge. Gerade für die Langzeitarbeitslosigkeit ist das kritisch“, berichtet Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“.

Die Beschäftigungskomponente liegt im Dezember bei 104,1 Punkten und damit um 2,2 Punkte niedriger als im November. Der Beschäftigungstrend flacht also ab, bleibt aber weiterhin positiv. „Insgesamt wird der Arbeitsmarkt auch bei einem erneuten Lockdown nicht einbrechen, viele Firmen werden ihre Leute halten“, so Weber. Nach zwei Lockdowns seien Erfahrungen und Instrumente vorhanden. Zudem werde es weiterhin zusätzliche Jobs in Branchen wie IT oder Erziehung geben. Die Beschäftigung in unmittelbar betroffenen Bereichen wie der Veranstaltungswirtschaft könne aber Schaden nehmen.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein seit November 2008 bestehender Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

Quelle: IAB

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Jahresrückblick: 2021 im Spiegel der Statistik

Über 700 Mal gesellschaftliche Realität in Zahlen: In mehr als 700 Pressemitteilungen hat das Statistische Bundesamt im Jahr 2021 amtliche Daten geliefert. Zeit für einen Jahresrückblick im Spiegel der Statistik.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.12.2021

Über 700 Mal gesellschaftliche Realität in Zahlen: In mehr als 700 Pressemitteilungen hat das Statistische Bundesamt (Destatis) im Jahr 2021 amtliche Daten geliefert. Zeit für einen Jahresrückblick im Spiegel der Statistik.

Januar: Corona-Krise beendet zehnjährige Wachstumsphase der deutschen Wirtschaft

Nach zehn Jahren stetigen Wachstums ist die deutsche Wirtschaft im Corona-Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten. Mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um preisbereinigt 4,6 % gegenüber dem Jahr 2019 sank die Wirtschaftsleistung deutlich, wenn auch nicht ganz so stark wie während der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009, als das BIP um 5,7 % gesunken war. Nach einem schwachen Jahresauftakt erholte sich das BIP im weiteren Jahresverlauf 2021 zwar mit Wachstumsraten von preis-, saison- und kalenderbereinigt 2,0 % im 2. Quartal und 1,7 % im 3. Quartal. Dennoch blieb die Wirtschaftsleistung zuletzt 1,1 % unter dem Vorkrisenniveau des 4. Quartals 2019. Wie sich das BIP im Gesamtjahr 2021 entwickelte, wird der 14. Januar 2022 zeigen. Dann veröffentlicht das Statistische Bundesamt eine erste Berechnung für das BIP im zweiten Jahr der Corona-Krise.

Februar: Zwölf Monate Pandemie führen zu Übersterblichkeit in Deutschland

Die ersten zwölf Monate der Corona-Pandemie haben in Deutschland zu einer Übersterblichkeit geführt: Von März 2020 bis Februar 2021 sind bundesweit mehr Menschen verstorben, als unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung zu erwarten gewesen wäre. In diesem Zeitraum starben 7,5 % oder fast 71 000 Menschen mehr als in den zwölf Monaten davor – das waren deutlich mehr Sterbefälle, als sich allein durch die Alterung der Bevölkerung erklären lassen. Diesen und weitere Befunde zu Sterbefällen, Todesursachen und Krankenhausbehandlungen in der Pandemie stellte das Statistische Bundesamt am 9. Dezember 2021 in einer Pressekonferenz vor.

März: Armutsrisiken in Deutschland haben sich verfestigt

Wer in Deutschland einmal unter die Armutsgrenze rutscht, bleibt immer öfter länger arm. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt am 10. März zusammen mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) im „Datenreport 2021 – ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland“. So ist der Anteil der dauerhaft von Armut bedrohten Menschen an allen Armen in Deutschland in den 20 Jahren von 1998 bis 2018 auf 44 % gestiegen und hat sich damit mehr als verdoppelt. Der Datenreport zeigt auch, dass die Corona-Pandemie die finanzielle Situation benachteiligter Gruppen zu verschärfen droht: Neben Selbstständigen kämpften besonders Menschen mit niedrigen Einkommen, Geringqualifizierte und Alleinerziehende im ersten Lockdown im Jahr 2020 mit finanziellen Schwierigkeiten.

April: Corona-Notbremse zieht – und viele träumen von Urlaub auf dem Campingplatz

Vor Ostern liegt die 7-Tage-Inzidenz vielerorts über dem Wert von 100. Osterurlaube sind in Deutschland kaum möglich. Bleibt das Hoffen auf die Sommerferien – und einen Urlaub auf dem Campingplatz. Das Statistische Bundesamt zeigt im April, dass sich der Camping-Boom in der Corona-Krise nochmals verstärkt hat: 15 % mehr Übernachtungen inländischer Gäste als im Vorkrisenjahr 2019 hatten die deutschen Campingplätze im von Mai bis Oktober 2020 registriert, während die Übernachtungszahlen in Hotels, Gasthöfen und Pensionen knapp 31 % unter dem Vorkrisenwert lagen.

Mai: Steigende Kraftstoffpreise machen Stopp an der Tankstelle teuer

Die weltweit hohe Nachfrage nach Energieprodukten, das Auslaufen der befristeten Mehrwertsteuersenkung und die CO2-Bepreisung seit Januar 2021 führen zu stark steigenden Kraftstoffpreisen. Autofahrerinnen und Autofahren mussten im April 2021 an den Tankstellen knapp 25 % mehr für Superbenzin und knapp 20 % mehr für Diesel bezahlen als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am 26. Mai mitteilt. Unterdessen blieb das Auto das mit Abstand beliebteste Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit. 40 % der Berufspendlerinnen und -pendler nutzten im Jahr 2020 selbst für kurze Arbeitswege von unter 5 Kilometern normalerweise das Auto. Insgesamt war der Pkw für mehr als zwei Drittel (68 %) der Pendlerinnen und Pendler die erste Wahl, wie auch die Klima-Sonderseite im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes zeigt.

Juni: Nach zehn Jahren erstmals kein Bevölkerungswachstum in Deutschland

Die Bevölkerung Deutschlands ist im Jahr 2020 erstmals seit 2011 nicht gewachsen. Dies teilte das Statistische Bundesamt am 21. Juni mit. Die Einwohnerzahl blieb mit 83,2 Millionen zum Jahresende 2020 nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr, nachdem sie zwischen 2011 und 2019 kontinuierlich von 80,3 Millionen auf 83,2 Millionen gewachsen war. Die Entwicklung im Pandemiejahr 2020 resultiert aus zwei Faktoren: zum einem aus der verminderten Nettozuwanderung, zum anderen aus dem Überschuss der Sterbefälle über die Zahl der Geburten. Die Folge: Die gesunkene Nettozuwanderung konnte das gestiegene Geburtendefizit nur noch annähernd ausgleichen. Für eine Bevölkerungszunahme reichte das aber nicht mehr aus.

Juli: Lieferengpässe bremsen die deutsche Industrie und treiben die Preise

Im Verlauf der Corona-Krise zeigt sich, dass die deutsche Industrie die Nachfrage nach ihren Produkten immer schwieriger bedienen kann. Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe erreicht im Juli 2021 seinen höchsten Stand seit dem Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991. Spätestens ab diesem Monat herrscht ein regelrechter Produktionsstau, die Industrie kommt mit der Bearbeitung offener Aufträge nicht nach. Eine Ursache dafür sind Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten, eine Folge der Situation sind steigende Preise. Diese Zusammenhänge zeigt das Statistische Bundesamt in einer breit angelegten Datenanalyse auf der Themenseite „Konjunkturindikatoren“ in seinem Internetangebot auf.

August: Zahl der Verkehrstoten im 1. Halbjahr 2021 auf neuem Tiefststand

Das weiterhin geringe Verkehrsaufkommen in der Corona-Pandemie hat sich auch im 1. Halbjahr 2021 deutlich auf das Unfallgeschehen ausgewirkt, wie das Statistische Bundesamt am 20. August berichtet: In den ersten sechs Monaten des Jahres sind in Deutschland rund 1 100 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben gekommen, das waren nochmals weniger Verkehrstote als im 1. Halbjahr 2020. Für das Gesamtjahr 2021 geht das Statistische Bundesamt von etwa 2.450 Todesopfern im Straßenverkehr aus. Das wäre die niedrigste Zahl seit Beginn der Statistik vor mehr als 65 Jahren.

September: Pandemie führt zu sinkender Absolventenzahl an den Hochschulen

Verschobene Prüfungen, geschlossene Bibliotheken: Die Corona-Pandemie hat zu einem deutlichen Rückgang der Zahl der Hochschulabsolventinnen und -absolventen geführt. Im Prüfungsjahr 2020 erwarben nur rund 477.000 Absolventinnen und Absolventen einen Hochschulabschluss an den deutschen Hochschulen. Das waren 6 % weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am 3. September mitteilt. Mit Ausnahme des Jahres 2018 war die Absolventenzahl zuvor seit 2001 kontinuierlich gestiegen. Wie es aktuell um das deutsche Bildungssystem insgesamt bestellt ist, zeigt das Statistische Bundesamt in einem Digitalen Magazin, das Kennzahlen zu allgemeinbildenden Schulen, beruflicher Bildung und Hochschulen zusammenführt.

Oktober: Deutsche Großstädte im Jahr 2020 nicht mehr gewachsen

Im ersten Jahr der Corona-Pandemie zogen weniger Menschen in die deutschen Großstädte als in den Jahren davor: Im Jahr 2020 ist die Bevölkerung in den kreisfreien Großstädten ab 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner nach einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum um 0,7 % seit 2011 nicht weiter gewachsen. Die Zahl der dort lebenden Menschen sank sogar um 0,1 % gegenüber 2019, wie das Statistische Bundesamt am 14. Oktober mitteilt. Es kamen nicht nur weniger Menschen aus dem Ausland, auch die Zuzüge aus dem Inland schwächten sich deutlich ab – vor allem blieben Zuzüge junger Erwachsener im Alter von 18 bis 22 Jahren aus dem Inland aus.

November: Inflationsrate übersteigt die Fünf-Prozent-Marke

Mit dem sechsten Anstieg in Folge überschreitet die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – im November 2021 die Fünf-Prozent-Marke. Mit +5,2 % liegt sie so hoch wie zuletzt im Juni 1992. Die Gründe für die hohen Inflationsraten im 2. Halbjahr 2021 sind vielfältig: Basiseffekte durch niedrige Preise im Vorjahr und die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze im 2. Halbjahr 2020 zählen dazu. Hinzu kommen Lieferengpässe und Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen in der Corona-Krise. Über diese Hintergründe informiert auch der Podcast „StatGespräch“ zum Thema Inflation. Wie sehr die vom eigenen Konsumverhalten beeinflusste „persönliche Inflationsrate“ von der Gesamtteuerung abweicht, können Verbraucherinnen und Verbraucher indes mit dem persönlichen Inflationsrechner des Statistischen Bundesamtes berechnen.

Dezember: Mobilität sinkt in der vierten Corona-Welle wieder unter das Vorkrisenniveau

Die vierte Corona-Welle baut sich auf, die 2G-Regel greift im Einzelhandel und in der Gastronomie, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten wieder verstärkt im Homeoffice: Im November 2021 waren die Menschen in Deutschland erstmals seit Juni 2021 wieder weniger unterwegs als vor der Corona-Pandemie. Das berichtet das Statistische Bundesamt am 2. Dezember auf Basis experimenteller Daten. So lag die bundesweite Mobilität im November 2 % unter dem Vorkrisenniveau des November 2019, nachdem im Oktober 2021 noch ähnlich viele Bewegungen wie vor der Pandemie stattgefunden hatten. Das Mobilitätsgeschehen an den Weihnachtstagen 2021 und rund um den Jahreswechsel 2021/2022 wird das Statistische Bundesamt am 7. Januar 2022 in einer der ersten Pressemitteilungen des neuen Jahres analysieren.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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Nochmals kräftige Impulse für den internationalen Containerhandel aus China

Der Containerumschlag-Index des RWI und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist nach der aktuellen Schnellschätzung im November saisonbereinigt um 1,4 Punkte auf 125,3 gestiegen. Der Anstieg des Index geht erneut auf eine kräftige Ausweitung in den chinesischen Häfen zurück.

RWI, Pressemitteilung vom 22.12.2021

Der Containerumschlag-Index des RWI und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist nach der aktuellen Schnellschätzung im November saisonbereinigt um 1,4 Punkte auf 125,3 gestiegen. Der Anstieg des Index geht erneut auf eine kräftige Ausweitung in den chinesischen Häfen zurück.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist saisonbereinigt im November von 123,9 (revidiert) auf 125,3 Punkte gestiegen.
  • In den chinesischen Häfen hat der Containerumschlag erneut kräftig zugenommen. Der Index erhöhte sich von 130,3 auf 134,9 (s. dazu die „Daten zur Sonderauswertung unter Ausschluss der chinesischen Häfen“).
  • Der Nordrange-Index, der Hinweise auf die wirtschaftlichen Entwicklungen im nördlichen Euroraum und in Deutschland gibt, ist im November gegenüber dem Vormonat von 112,1 (revidiert) auf 113,9 leicht gestiegen.
  • Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index für Dezember 2021 wird am 31. Januar 2022 veröffentlicht.

Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Seit Oktober hat sich der Containerumschlag deutlich erhöht. Dies trägt dazu bei, dass die weltweiten Lieferengpässe allmählich überwunden werden. Allerdings sind durch die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante des Corona-Virus erneute Belastungen des Containerumschlags zu erwarten.“

Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

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Förderrichtlinie „go-digital“ wird bis 2024 verlängert

Am 27.12.2021 wurde die neue Förderrichtlinie „go-digital“ im Bundesanzeiger veröffentlicht. Auf ihrer Grundlage fördert das BMWi kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Handwerksbetriebe zukünftig noch zielgerichteter und passgenauer in der Digitalisierung.

BMWi, Pressemitteilung vom 28.12.2021

Am 27. Dezember 2021 wurde die neue Förderrichtlinie „go-digital“ im Bundesanzeiger veröffentlicht. Auf ihrer Grundlage fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Handwerksbetriebe zukünftig noch zielgerichteter und passgenauer in der Digitalisierung.

„Neben dem sozialen und ökologischen Umbau ist die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft, insbesondere der kleinen Unternehmen, eines der großen Themen dieser Legislaturperiode. Wir müssen besonders den kleinen und mittleren Unternehmen bei der Digitalisierung helfen, denn wir brauchen sie, um den Wohlstand in Deutschland zu halten. Dabei spielt die Verlängerung von „go-digital“ eine wichtige Rolle“.

Franziska Brantner, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz

Die neue Richtlinie verbessert das bewährte Förderprogramm an zahlreichen Stellen. Außerdem werden zwei neue Fördervarianten eingeführt:

  • Das neue Modul „Digitalisierungsstrategie“ fördert KMU bei der Entwicklung einer umfassenden individuellen Digitalisierungsstrategie. Damit werden die Grundlagen für eine erfolgreiche Digitalisierung gelegt.
  • Das neue Modul „Datenkompetenz“ („go-data“) fördert KMU bei der aktiven Beteiligung an der sich entwickelnden Datenökonomie. Dieser noch junge Wirtschaftsbereich ist mit großen Potenzialen aber auch Risiken verbunden. Das Modul soll kleine KMU bei den ersten Schritten unterstützen und Hemmnisse abbauen.

Die neue Förderrichtlinie tritt am 1. Januar 2022 in Kraft und ersetzt die bisherige Fassung, die am 31. Dezember 2021 auslaufen wird. Sie gilt bis zum 31. Dezember 2024. Insgesamt stellt das BMWi hierfür Fördermittel in Höhe von 72 Millionen Euro für die Jahre 2022 bis 2024 zur Verfügung.

Die Antragstellung kann ab dem 1. Januar 2022 erfolgen. Sobald der Bundeshaushalt für 2022 verabschiedet ist, können Anträge bewilligt werden. Die Richtlinie wird auch im kommenden Jahr durch den bisherigen Projektträger EURONORM GmbH umgesetzt.

Mit Start der neuen Förderrichtlinie können auch Anträge auf Autorisierung als Beratungsunternehmen in „go-digital“ gestellt werden. Insbesondere in den neuen Modulen „Digitalisierungsstrategie“ und „Datenkompetenz“ („go-data“) besteht ein großer Bedarf an qualifizierten Beraterinnen und Beratern.

Alle Informationen zur Umsetzung und dem Förderprozess von „go-digital“ finden Sie unter www.innovation-beratung-foerderung.de.

Quelle: 2021 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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Omikron verdüstert die Stimmung und den Konjunkturausblick auf 2022

Die neue Coronavirus-Variante Omikron treibt den kleinen und mittleren Unternehmen zusätzliche Sorgenfalten in die Stirn. Ihr Geschäftsklima verschlechtert sich im Dezember um 4,0 Zähler und setzt damit seinen im Juli begonnenen und lediglich im Oktober unterbrochenen Abwärtstrend fort, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt.

KfW, Pressemitteilung vom 28.12.2021

  • Rapide Abkühlung des mittelständischen Geschäftsklimas setzt sich fort
  • Deutliches Minus bei Erwartungen und Lageurteilen
  • Stimmung in Großunternehmen ebenfalls erheblich schwächer

Die neue Coronavirus-Variante Omikron treibt den kleinen und mittleren Unternehmen zusätzliche Sorgenfalten in die Stirn. Ihr Geschäftsklima verschlechtert sich im Dezember um 4,0 Zähler und setzt damit seinen im Juli begonnenen und lediglich im Oktober unterbrochenen Abwärtstrend fort, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Mit jetzt -3,1 Saldenpunkten fällt die Stimmung erstmals seit April unter die Nulllinie, ist also schlechter als im historischen Durchschnitt. Beide Geschäftsklimakomponenten geben deutlich nach: Die Urteile zur aktuellen Geschäftslage verlieren 3,6 Zähler und notieren nun noch bei 5,5 Saldenpunkten. Die auf Sechsmonatssicht abgefragten Erwartungen verschlechtern sich sogar um 4,5 Zähler. Mit -11,3 Saldenpunkten notieren sie jetzt wieder tief im pessimistischen Bereich – ein Déjà-vu zum vergangenen Jahreswechsel.

Auch die Großunternehmen werden im Dezember wieder in den Abwärtsstrudel hineingezogen, nachdem sich die Stimmung dort im November vorübergehend stabilisierte. Mit -3,8 Zählern auf 0,8 Saldenpunkte fällt die Abkühlung des Geschäftsklimas bei ihnen praktisch genauso groß aus wie im Mittelstand. Allerdings sind es hier die Urteile zur aktuellen Geschäftslage (-4,9 Zähler auf 6,1 Saldenpunkte), die etwas stärker zu der Verschlechterung beitragen als die Geschäftserwartungen (-2,9 Zähler auf -4,3 Saldenpunkte).

Blickt man in die einzelnen Wirtschaftsbereiche, so verfinstert sich die Stimmung sowohl unter den Dienstleistungsunternehmen als auch im Einzelhandel im Dezember schlagartig. Sowohl große als auch mittlere und kleine Unternehmen vermelden Rückgänge des Geschäftsklimas von teils mehr als dem Dreifachen einer üblichen Vormonatsveränderung. Die inzwischen eisige Stimmung verwundert kaum. Die gerade erst auf hohem Niveau abflachende Delta-Welle hat bereits einschränkende Maßnahmen wie 2G-Regelungen notwendig gemacht und aus Angst vor Ansteckung zu einer gewissen freiwilligen Zurückhaltung bei kontaktintensiven Dienstleistungen wie dem Besuch von Restaurants, Freizeit-, Unterhaltungs- und Erholungseinrichtungen, aber auch des stationären Handels geführt. Mit dem voraussichtlichen Anschwellen der durch die neue Virusvariante Omikron entstehenden Welle drohen zu Beginn von 2022 weitergehende Kontakteinschränkungen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.

„Dunkle Wolken ziehen am winterlichen Konjunkturhimmel auf und verdüstern den Ausblick auf 2022 – mit dieser sorgenvollen Botschaft beschließt das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer das zweite Jahr der Corona-Pandemie“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Mit der Omikron-Variante des Coronavirus droht der Wirtschaft ein neuer Rückschlag. Wahrscheinlich ist, dass die deutsche Wirtschaftsleistung Anfang 2022 schrumpft, da die Industrie wegen anhaltender Materialengpässe vorerst kein ausreichendes Gegengewicht zu den betroffenen Dienstleistungen schaffen kann. Bei mutmaßlich kommenden Impfpflichten, wärmerem Wetter und angepassten Impfstoffen kann man jedoch auf eine Entspannung bei den Dienstleistungen im zweiten Quartal hoffen.“ Allerdings würden auch neue Störungen in den globalen Lieferketten wahrscheinlicher, wenn es wegen Omikron bei wichtigen Handelspartnern zu Schließungen von Produktionsanlagen oder Logistikdrehkreuzen kommt und sich die Wende in der Industrie hinauszögert. Kritisch ist hier insbesondere China, das wohl bei seiner strikten Zero-Covid-Politik bleiben wird. „Insgesamt wird die Konjunkturdelle im Winterhalbjahr wohl größer ausfallen als noch vor wenigen Wochen erwartet – und auch die anschließende Erholung geht zunächst langsamer voran“, so Köhler-Geib.

Quelle: KfW

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IW-Verbandsumfrage: Große Hoffnungen für 2022

Zum Jahreswechsel befragt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) traditionell deutsche Verbände nach ihren aktuellen Geschäftsentwicklungen und Erwartungen für das kommende Jahr. Nach zwei herausfordernden Jahren schauen die allermeisten Verbände sehr optimistisch auf 2022 – mit Ausnahme der Branchen, die immer noch stark unter der Pandemie leiden.

IW Köln, Pressemitteilung vom 27.12.2021

Zum Jahreswechsel befragt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) traditionell deutsche Verbände nach ihren aktuellen Geschäftsentwicklungen und Erwartungen für das kommende Jahr. Nach zwei herausfordernden Jahren schauen die allermeisten Verbände sehr optimistisch auf 2022 – mit Ausnahme der Branchen, die immer noch stark unter der Pandemie leiden.

Hinter der deutschen Wirtschaft liegt eine turbulente und schwierige Zeit: Die Pandemie hat auch im zweiten Jahr deutliche Spuren hinterlassen. Viele wichtige Komponenten wie Chips und Halbleiter sind Mangelware, unersetzliche Rohstoffe lassen monatelang auf sich warten. Dennoch ist die Stimmung zum Jahreswechsel besser als noch vor einem Jahr, zeigt die traditionelle IW-Verbandsumfrage: Jeder zweite der 48 befragten Verbände berichtet von einer Besserung in 2021 im Vergleich zum Vorjahr. Noch optimistischer ist der Blick auf 2022: Hier erwarten 39 Verbände eine höhere Produktion. 24 Verbände gehen von höheren Investitionen aus, 21 planen, mehr Jobs anzubieten. Nur acht Verbände rechnen damit, Personal abzubauen.

Gute Aussichten in der Bauwirtschaft

Unter den Pessimisten sind vor allem jene Unternehmen, denen die Pandemie noch stark zusetzt. In der Gummi- und Papierverarbeitung sowie der Glas- und Lederindustrie fehlen nach wie vor wichtige Rohstoffe und Materialien. Die Messewirtschaft berichtet von einer Verschlechterung im Vergleich zu 2020, es ist noch immer nicht absehbar, wann sich die Lage wieder normalisiert. Deutlich besser ergeht es dafür Handelsunternehmen und Speditionen, aber auch der Stahl- und Chemieindustrie sowie dem Metall- und Maschinenbau und der Bauwirtschaft. Letztere dürfte auch durch die Ankündigung der Ampel-Regierung, künftig jährlich 400.000 neue Wohnungen bauen zu wollen, auf sehr gute Geschäftsaussichten blicken. Gleichzeitig fehlen hier nach wie vor tausende Fachkräfte.

Gemischte Aussichten auf dem Arbeitsmarkt

Neue Jobs planen vor allem Industrieunternehmen: Die Pharmabranche rechnet mit mehr Beschäftigung, ebenso die Metall- und Elektroindustrie sowie Speditionen und Unternehmen aus der Informations- und Werbebranche. Im Bergbau dürften dagegen künftig Jobs wegfallen. Auch der Finanzsektor plant mit weniger Beschäftigten, die Branche leidet unter einem flächendeckenden Strukturwandel, geringen Margen und dem zunehmendem Online-Banking.

Die Verbände wurden von Mitte November bis Anfang Dezember befragt.

Quelle: IW Köln

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Importpreise im November 2021: +24,7 % gegenüber November 2020

Die Importpreise waren im November 2021 um 24,7 % höher als im November 2020. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Oktober 2021 bei +21,7 % gelegen, im September 2021 bei +17,7 %. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2021 stiegen die Importpreise im November 2021 um 3,0 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 23.12.2021

Importpreise, November 2021

  • +3,0 % zum Vormonat
  • +24,7 % zum Vorjahresmonat

Exportpreise, November 2021

  • +0,8 % zum Vormonat
  • +9,9 % zum Vorjahresmonat

Die Importpreise waren im November 2021 um 24,7 % höher als im November 2020. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Oktober 1974 im Rahmen der ersten Ölpreiskrise gegeben (+28,8 %, gegenüber Oktober 1973). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Oktober 2021 bei +21,7 % gelegen, im September 2021 bei +17,7 %. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2021 stiegen die Importpreise im November 2021 um 3,0 %.

Starker Preisanstieg ist nach wie vor insbesondere auf Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im November 2021 um 159,5 % teurer als im November 2020 (+12,4 % gegenüber Oktober 2021). Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist insbesondere durch die stark gestiegenen Preise für Erdgas begründet. Diese lagen im November 2021 fast viermal so hoch wie im November 2020 (+270,9 %). Auch die Einfuhrpreise für Erdöl und Mineralerzeugnisse haben sich in etwa verdoppelt: Erdöl war im November 2021 im Vorjahresvergleich um 100,4 % teurer, Mineralölerzeugnisse um 90,5 %.

Die Preise für importierte Steinkohle lagen 153,7 % über denen von November 2020, gegenüber Oktober 2021 fielen sie jedoch deutlich um 17,8 %.

Den höchsten Preisanstieg im Vorjahresvergleich verzeichnete elektrischer Strom mit einem Plus von 359,9 %. Gegenüber November wurde er ebenfalls deutlich teurer (+28,0 %). Aufgrund des geringen Anteils der Stromeinfuhren an den gesamten Energieeinfuhren wirkte sich die Verteuerung von Strom aber nur unwesentlich auf die Energiepreisentwicklung aus.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im November 2021 um 12,2 % höher als im November 2020 und 1,0 % höher als im Vormonat Oktober 2021. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 20,8 % über dem Stand des Vorjahres (+3,1 % gegenüber Oktober 2021).

Höhere Preise im Vorjahresvergleich vor allem bei Erzen, Metallen, Kunststoffen, Düngemitteln und Stickstoffverbindungen

Die Entwicklung der Preise für importierte Vorleistungsgüter hatte ebenfalls einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Gesamteinfuhrpreisindex, wenn auch deutlich weniger als die der Energiepreise. Vorleistungsgüter wurden im November 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat zu 23,0 % höheren Preisen importiert.

Gegenüber November 2020 verteuerten sich insbesondere Düngemittel und Stickstoffverbindungen infolge der Energiepreisentwicklung um 144,0 %, außerdem vor allem Rohaluminium (+64,2 %), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+60,2 %) sowie Kunststoffe in Primärformen (+44,7 %).

Während Nicht-Eisen-Metallerze weiterhin teurer wurden (+38,1 % gegenüber November 2020, +1,5 % gegenüber Oktober 2021), lagen die Preise für Eisenerze im November 2021 nur noch um 12,6 % über denen des Vorjahres. Sie waren im Vormonatsvergleich zum dritten Mal in Folge deutlich gesunken (-8,0 % gegenüber Oktober 2021).

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im November 2021 um 3,9 % über denen von November 2020. Teurer waren unter anderem Notebooks (+8,1 %), Kraftwagen und Kraftwagenteile (+3,6 %) sowie Smartphones (+3,0 %).

Importierte Verbrauchsgüter waren im November 2021 binnen Jahresfrist 5,3 % teurer, Gebrauchsgüter 4,4 %.

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 19,5 % über denen von November 2020. Während insbesondere Rohkaffee (+69,9 %) und Getreide (+34,1 %) gegenüber dem Vorjahresmonat weiterhin deutlich teuer waren, wurden lebende Schweine nach wie vor zu niedrigeren Preisen importiert (-11,8 %).

Veränderungen der Exportpreise im November 2021

Der Index der Exportpreise lag im November 2021 um 9,9 % über dem Stand von November 2020. Eine größere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Januar 1975 gegeben (+10,5 % gegenüber Januar 1974). Im Oktober 2021 und im September 2021 hatte die Jahresveränderungsrate bei +9,5 % beziehungsweise bei +8,1 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2021 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 0,8 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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