KI-Standort Deutschland mittelmäßig attraktiv für Unternehmen

Eine leistungsfähigere IT-Infrastruktur und staatliche Förderangebote würden lt. ZEW mehr Unternehmen dazu bewegen, KI-Anwendungen einzusetzen. Einer stärkeren Nutzung dieser Technologie stehen bei KI-affinen Unternehmen vor allem hohe Entwicklungs- und Implementierungskosten sowie fehlende Fachkräfte gegenüber. Für den KI-Standort Deutschland sehen die befragten Unternehmen im Ländervergleich noch deutliches Verbesserungspotenzial.

ZEW, Pressemitteilung vom 09.07.2021

Eine leistungsfähigere IT-Infrastruktur und staatliche Förderangebote würden mehr Unternehmen dazu bewegen, KI-Anwendungen einzusetzen. Einer stärkeren Nutzung dieser Technologie stehen bei KI-affinen Unternehmen vor allem hohe Entwicklungs- und Implementierungskosten sowie fehlende Fachkräfte gegenüber. Für den KI-Standort Deutschland sehen die befragten Unternehmen im Ländervergleich noch deutliches Verbesserungspotenzial. Das sind die Ergebnisse einer Befragung des ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit mehr als 950 KI-affinen Unternehmen.

Für 46 Prozent der befragten Unternehmen macht eine leistungsfähigere IT-Infrastruktur die Einführung von KI-Anwendungen wahrscheinlicher. Daneben stufen 44 Prozent der Unternehmen staatliche Förderangebote für KI-Lösungen als bedeutenden Faktor ein, um Risiken und Unsicherheiten des Einstiegs abzufedern. „Die Verfügbarkeit von Daten aus öffentlichen Quellen, mehr Aufklärung in der Öffentlichkeit, Weiterbildungsangebote für die Beschäftigten und Anpassungen beim Datenschutz hemmen den KI-Einstieg hingegen nicht“, erklärt ZEW-Ökonom und Autor der Studie, Dr. Christian Rammer.

Kosten und Fachkräftemangel bremsen stärkere KI-Nutzung

Eine zentrale Herausforderung für Unternehmen, die KI bereits aktiv einsetzen, sind die hohen Kosten für Entwicklung und Implementierung dieser Technologie. 46 Prozent der Befragten sehen darin ein großes Problem für die stärkere KI-Nutzung innerhalb einer Organisation. „Dies trifft vor allem auf junge und kleine Unternehmen sowie solche mit wenig ausgereiften KI-Anwendungen zu. Gleichzeitig fehlt es oft an Investitionsbudgets bei den Geschäftspartnern, um KI-Lösungen gemeinsam umzusetzen“, sagt Rammer. 47 Prozent der befragten Unternehmen sehen dies als großes Hemmnis und wünschen sich verbesserte Finanzierungsbedingungen. Im internationalen Vergleich wird genau das als eines der Defizite des KI-Standorts Deutschlands bei den Befragten wahrgenommen. 73 Prozent der Unternehmen bewerten die Situation in anderen Ländern als deutlich besser.

Für KI-nutzende Unternehmen hemmt außerdem das knappe Angebot an qualifizierten Fachkräften eine stärkere KI-Nutzung: 84 Prozent der Unternehmen stufen dies als begrenzenden Faktor ein. „Das Angebot an Fachkräften mit KI-Kompetenz wird von den Unternehmen weniger gut als in anderen Industrieländern eingeschätzt. 57 Prozent der Befragten bewerten den Standort Deutschland in diesem Bereich schlecht“, so ZEW-Ökonom Rammer. Daneben ist auch für KI-aktive Unternehmen eine leistungsstarke IT-Infrastruktur bedeutend, um den KI-Standort Deutschland voranzubringen.

Deutschland hat als KI-Standort Verbesserungspotenzial

Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland bei der Sicherheit und dem Schutz von Daten gut ab: 57 Prozent der KI-aktiven Unternehmen geben an, dass die Datensicherheit besser ist als in anderen Industrieländern. 45 Prozent der Unternehmen bewerten die Regulierungen im Datenschutz als besonders vorteilhaft und 29 Prozent als vergleichbar mit anderen Industrieländern.

Bei der Datenverfügbarkeit und der Nutzung externer Daten zeigt die Studie jedoch ein anderes Bild: 62 Prozent geben an, dass Deutschland hier schlechter positioniert ist als andere Länder. Mehr Vertrauen in KI-Lösungen sowie eine umfassendere öffentliche Debatte über den Nutzen von KI-Anwendungen sehen 58 Prozent der befragten Unternehmen als ein wichtiges Aktionsfeld. Dies ist auch der Standortfaktor, bei dem Deutschland international am schlechtesten bewertet wird. „Unsere Studie zeigt, dass es bei den Unternehmen, die KI bislang noch nicht aktiv nutzen, sehr wohl Potenzial für den Einstieg in KI-Anwendungen gibt. Sowohl KI-nutzende als auch nicht nutzende Unternehmen wünschen sich von der Politik mehr staatliche finanzielle Förderung sowie eine verbesserte IT-Infrastruktur. Das würde die Attraktivität des KI-Standorts Deutschlands wesentlich erhöhen“, so Rammer.

Quelle: ZEW

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Datenschutz muss wachstumsfreundlicher werden

Deutschland braucht lt. ifo Institut eine öffentliche Debatte darüber, wie ein wachstumsfreundlicher Datenschutz aussehen könnte.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 12.07.2021

Deutschland braucht eine öffentliche Debatte darüber, wie ein wachstumsfreundlicher Datenschutz aussehen könnte. Das schreibt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien, in einem Aufsatz für den ifo Schnelldienst. „Der Rohstoff Daten birgt großes Wachstumspotenzial. Insbesondere öffentliche Daten, wie Landkarten, Wetterdaten, Satellitenbilder oder statistische Daten, sind Grundlage für innovative Geschäftsmodelle, zum Beispiel für Navigationssysteme, Wettervorhersagen, mobile Anwendungen oder Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“, sagt Falck.

Allerdings sei Deutschland von der systematischen Nutzung öffentlicher Daten noch weit entfernt. „Die Politik sollte sich beim Thema Digitalisierung nicht nur auf den Breitbandausbau fokussieren, sondern auch zur Entstehung solcher digitalen Dienstleistungen beitragen“, sagt Falck. Hier müsse insbesondere die öffentliche Verwaltung eine Vorreiterrolle in Deutschland einnehmen und den Zugang zu öffentlichen Daten erleichtern. So könne der Staat bessere Rahmenbedingungen für Innovation in der Privatwirtschaft schaffen. Zudem könne die Nutzung öffentlicher Verwaltungsdaten das Angebot an öffentlichen Gütern und digitalen Dienstleistungen verbessern.

„Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern stehen die Deutschen datenbasierten Innovationen eher kritisch gegenüber“, sagt Falck. Diese zeige sich insbesondere in der öffentlichen Debatte, inwieweit digitale Hilfsmittel, wie zum Beispiel Smartphone-Apps oder elektronische Ausweise, zur Pandemiebekämpfung genutzt werden.

Quelle: ifo Institut

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Homeoffice-Nutzung geht zurück

Im Juni haben etwas weniger Beschäftigte das Homeoffice genutzt als im Vormonat, obwohl die Pflicht erst Ende Juni ausgelaufen ist. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 12.07.2021

Im Juni haben etwas weniger Beschäftigte das Homeoffice genutzt als im Vormonat, obwohl die Pflicht erst Ende Juni ausgelaufen ist. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. Demnach fiel der Anteil von 31,0 auf 28,4 Prozent der Beschäftigten, die zumindest teilweise im Homeoffice arbeiteten. „Trotz der erst zum Ende Juni auslaufenden Pflicht zum Homeoffice ist die Entwicklung bereits leicht rückläufig“, sagt Jean-Victor Alipour, Experte für Homeoffice beim ifo Institut. „Mit dem abklingenden Infektionsgeschehen und der steigenden Impfquote kehren Beschäftigte in die Präsenzarbeit zurück.“

Bei den Dienstleistern war der Rückgang von 41,5 auf 38,5 Prozent am größten. Die Homeoffice-Nutzung bleibt hier aber überdurchschnittlich.

Bei den IT-Dienstleistern blieben die meisten Beschäftigten zumindest teilweise im Homeoffice. Die Quote fiel nur leicht im Juni von 80,4 auf 76,0 Prozent. Am größten ist der Rückgang in der Filmbranche. Der Anteil fiel von 54,8 Prozent auf 44,4.

Im Verarbeitenden Gewerbe waren in der Bekleidungsindustrie überdurchschnittlich viele Beschäftigte im Homeoffice. Der Rückgang war aber deutlich: Die Quote fiel auf 32,8 Prozent, nach 37,5 im Mai. Auch bei den Herstellern von Datenverarbeitungs-Geräten kamen viele Beschäftigte aus dem Homeoffice zurück. Der Wert fiel von 32,1 auf 27,1 Prozent.

Quelle: ifo Institut

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Tschüss Fax: Unternehmen digitalisieren ihre Kommunikation

Im Büroalltag verliert das Faxgerät stetig an Bedeutung. Unternehmen setzen vermehrt auf digitale Lösungen zur Kommunikation und Interaktion im Geschäftsalltag. So hat sich lt. Bitkom der Anteil der Unternehmen, die das Fax häufig oder sehr häufig nutzen, seit 2016 fast halbiert.

Bitkom, Pressemitteilung vom 09.07.2021

  • Nutzung von Faxgeräten in Unternehmen hat sich in fünf Jahren fast halbiert
  • Kommunikation, Büro- und Verwaltungsprozesse werden digitaler
  • Bitkom veröffentlicht Navigator für Business Communication Solutions (BCS)

Im Büroalltag verliert das Faxgerät stetig an Bedeutung. Unternehmen setzen vermehrt auf digitale Lösungen zur Kommunikation und Interaktion im Geschäftsalltag. So hat sich der Anteil der Unternehmen, die das Fax häufig oder sehr häufig nutzen, seit 2016 fast halbiert: Vor fünf Jahren gaben acht von zehn Unternehmen (79 Prozent) an, häufig via Fax nach innen und außen zu kommunizieren. Heute sind es noch ca. vier von zehn (43 Prozent). E-Mail (100 Prozent) und Festnetz-Telefon (98 Prozent) bleiben als Kommunikationskanäle dominant, doch Smartphones (89 Prozent), Onlinemeetings (67 Prozent), Messenger-Dienste (66 Prozent) und Kunden- oder Mitarbeiterportale (60 Prozent) holen auf. Das zeigt eine repräsentative Befragung von mehr als 500 Unternehmen aller Branchen, die vom Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben wurde. „Wie schnell der Wandlungsprozess in den Unternehmen vonstattengeht, ist stark abhängig von der Branche und von Unternehmensspezifika. Banken und Finanzdienstleister sind bei der Digitalisierung beispielsweise weit vorne. Die Transport- und Logistikbranche muss hingegen aufholen“, erklärt Nils Britze, Bereichsleiter Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom.

Auch die Büro- und Verwaltungsprozesse insgesamt werden stärker digitalisiert. Britze: „Die Zettelwirtschaft verschwindet langsam, aber sicher aus den Unternehmen.“ So liefen 2016 in jedem dritten Unternehmen (34 Prozent) die meisten Geschäftsprozesse papierbasiert ab, 2021 noch in knapp jedem Vierten (23 Prozent). Umgekehrt wird in einem Drittel der Unternehmen (34 Prozent) überwiegend papierlos gearbeitet, deutlich mehr als noch vor fünf Jahren (2016: 27 Prozent). Vor allem große Unternehmen ab 500 Mitarbeitenden verzichten zunehmend auf Papier. Vier von zehn (42 Prozent) haben den Großteil ihrer Prozesse bereits digitalisiert, 13 Prozent davon vollständig. Etwa genauso viele sind es bei den Unternehmen zwischen 100 und 499 Mitarbeitenden (12 Prozent). Bei kleinen Unternehmen zwischen 20 und 99 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verzichten nur sechs Prozent gänzlich auf Papier. „Große Unternehmen sind Vorreiter der digitalen Zusammenarbeit“, erklärt der Bitkom-Experte.

Der Business Communication Solutions (BCS) Navigator 2021 schafft einen Überblick bei der Digitalisierung von Kommunikationskanälen:

Angesichts der Vielzahl von Kommunikationskanälen, die Unternehmen heute bereitstellen müssen, hat Bitkom einen Navigator entwickelt. Er dient als Orientierungshilfe, um Hersteller und ihre Produkte sowie Dienstleister im Bereich Business Communications einordnen zu können. Er zeigt auf, welche Möglichkeiten Systemhersteller und Dienstleister bieten, um ihre Kundinnen und Kunden bei der Digitalisierung und Verbesserung von Kommunikations- und Geschäftsprozessen zu unterstützen. Unternehmen, die auf der Suche nach einem passenden Anbieter sind, erhalten einen Überblick über die aktuelle Systemlandschaft und somit eine Entscheidungshilfe für die Produkt- und Lösungswahl. (…)

Quelle: Bitkom

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Materialmangel in der Baubranche verschärft sich

Die deutschen Bauunternehmen leiden immer stärker unter Materialmangel und steigenden Einkaufspreisen. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 08.07.2021

Die deutschen Bauunternehmen leiden immer stärker unter Materialmangel und steigenden Einkaufspreisen. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor. „Die Probleme sind vielfältig und haben sich gegenüber dem Vormonat nochmals verschärft“, sagt Felix Leiss, Umfrageexperte beim ifo Institut. 95,2 Prozent der Befragten berichteten im Juni von steigenden Einkaufspreisen in den vorangegangen drei Monaten.

Im Hochbau meldeten zudem 50,4 Prozent der Betriebe Beeinträchtigungen durch Lieferverzögerungen. Im Mai waren es 43,9 Prozent und im April 23,9 Prozent. Im Tiefbau berichteten im Juni 40,5 Prozent der Befragten von Problemen bei der Beschaffung. Das entspricht einem spürbaren Anstieg gegenüber dem Vormonat, als es 33,5 Prozent waren. Noch im März war im Tiefbau mit 2,9 Prozent kaum von Lieferproblemen die Rede.

„Die Versorgung mit Schnittholz ist immer noch ein großes Thema auf den deutschen Baustellen. Aber auch erdölbasierte Baustoffe sind knapp. So fehlt es vielerorts an synthetischen Dämmmaterialien, Kanalgrundrohren und andere Kunststoffteilen. Dazu kommen die Lieferprobleme und Preissteigerungen beim Stahl“, sagt Leiss.

Quelle: ifo Institut

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EU will Fachkräftepotenzial der Unternehmen stärken

Bis 2030 sollen in der Europäischen Union mindestens 78 % der 20- bis 64-Jährigen einer Beschäftigung nachgehen, 60 % aller Erwachsenen jährlich eine Weiterbildung besuchen und 80 Prozent der 16- bis 74-Jährigen über digitale Grundkompetenzen verfügen. Bei der Umsetzung dieser Ziele helfen sollen lt. DIHK u. a. Finanzinstrumente, Netzwerke, individuelle Lernkonten und eine Weiterbildungsoffensive.

DIHK, Mitteilung vom 08.07.2021

Die am 8. Mai von den EU-Staats- und Regierungschefs und der Europäischen Kommission verabschiedete Porto-Erklärung enthält quantitative Zielmarken für berufliche Weiterbildung, digitale Kompetenzen und Beschäftigung. Sie sollen dazu dienen, das Fachkräftepotenzial der Unternehmen im Rahmen des digitalen und ökologischen Wandels zu verbessern. Schon 2019, also noch vor der Corona-Krise, hatten bei der DIHK-Ausbildungsumfrage 77 Prozent der Betriebe die IT-Kenntnisse der Jugendlichen als wichtiges Einstellungskriterium genannt. Mit dem aktuellen Digitalisierungsschub dürfte diese Quote weiter gestiegen sein.

EU-Finanzmittel für berufliche Kompetenzen und Weiterbildung

Die EU-Arbeitsminister haben sich Mitte Juni damit befasst, die auf dem EU-Gipfel in Porto vereinbarten Ziele zu realisieren. Bis 2030 sollen, so das Ziel der EU, mindestens 78 Prozent der 20- bis 64-Jährigen in der Europäischen Union einer Beschäftigung nachgehen, mindestens 60 Prozent aller Erwachsenen jedes Jahr an einer Weiterbildung teilnehmen und wenigstens 80 Prozent der 16- bis 74-Jährigen über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen.

Für die Umsetzung dieser Pläne werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, entsprechende Ziele auf nationaler Ebene festzulegen. Finanzielle Unterstützung erhalten sie dabei über EU-Finanzinstrumente wie den Wiederaufbaufonds sowie den Europäischen Sozialfonds+. Zudem soll das Bildungsprogramm Erasmus+ den Aufbau von europäischen Netzwerken beruflicher Exzellenzzentren und von europäischen Innovationspartnerschaften für digitale und grüne Kompetenzen fördern.

Deutschland will mit seinem Ende Juni von der EU-Kommission genehmigten nationalen Aufbauplan EU-Gelder unter anderem für das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ und die Errichtung einer „Nationalen Bildungsplattform“ einsetzen, die Beschäftigten den Zugang zu digitalen Weiterbildungsangeboten erleichtert.

Europäischer Rahmen für individuelle Lernkonten

Zuvor hatte die EU-Kommission bereits weitere Vorschläge für die berufliche Weiterbildung und zur Sicherung des betrieblichen Fachkräftenachwuchses angekündigt. So will sie etwa im Herbst 2021 ein europäisches Rahmenkonzept für individuelle Lernkonten vorlegen. Derzeit wird in Brüssel geprüft, ob eine europäische Initiative dazu beitragen könnte, Lücken beim Ausbildungszugang zu schließen und Erwachsene in ihrem Erwerbsverlauf zu unterstützen. Über individuelle Lernkonten sollen Menschen im erwerbsfähigen Alter Mittel für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden. Auch in den Koalitionsverhandlungen im Herbst in Deutschland dürfte die Frage nach einer intensiveren Förderung der beruflichen Weiterbildung eine Rolle spielen.

Empfehlungsvorschlag für kurze Weiterbildungsangebote

Zudem möchte die EU-Kommission eine Weiterbildungsoffensive starten. Hierfür soll es noch 2021 einen Empfehlungsvorschlag geben, wie der breitere Einsatz sogenannter Microcredentials – zertifizierter kleiner Lerneinheiten beziehungsweise Weiterbildungsangebote – vorangebracht werden kann. Ein solcher Ansatz ist allerdings mit dem deutschen Berufsprinzip möglicherweise nur schwer vereinbar. Angesichts der begrenzten Kompetenzen der EU im Bildungsbereich müsste sie zudem Mehrheiten unter den Mitgliedstaaten finden, damit ihr Empfehlungsvorschlag in Kraft treten kann. Der tatsächliche Mehrwert von individuellen Lernkonten und Microdentials für die Unternehmen und die Auswirkungen auf die nationalen Aus- und Weiterbildungssysteme sind derzeit insgesamt noch nicht absehbar.

Quelle: DIHK

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Exporte im Mai 2021: +0,3 % zum April 2021

Im Mai 2021 sind die Exporte in Deutschland gegenüber April 2021 um 0,3 % und die Importe um 3,4 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, lagen die Exporte kalender- und saisonbereinigt 0,3 % niedriger und die Importe 9,4 % höher als im Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 08.07.2021

Exporte liegen 0,3 % unter dem Vorkrisenniveau von Februar 2020

Exporte, Mai 2021

  • 109,4 Milliarden Euro
  • +0,3 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • +36,4 % zum Vorjahresmonat

Importe, Mai 2021

  • 97,1 Milliarden Euro
  • +3,4 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • +32,6 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz, Mai 2021

  • 12,3 Milliarden Euro
  • 12,6 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

Leistungsbilanz nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank, Mai 2021

  • 13,1 Milliarden Euro

Im Mai 2021 sind die Exporte in Deutschland gegenüber April 2021 kalender- und saisonbereinigt um 0,3 % und die Importe um 3,4 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, lagen die Exporte kalender- und saisonbereinigt 0,3 % niedriger und die Importe 9,4 % höher als im Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Im Mai 2021 wurden von Deutschland Waren im Wert von 109,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 97,1 Milliarden Euro importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2020 stiegen die Exporte im Mai 2021 um 36,4 % und die Importe um 32,6 %. Dieser Anstieg begründet sich vor allem durch das niedrige Außenhandelsniveau des Vergleichsmonats (Basiseffekt).

Die Außenhandelsbilanz schloss im Mai 2021 mit einem Überschuss von 12,3 Milliarden Euro ab. Im Mai 2020 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz 7,0 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss der Außenhandelsbilanz im Mai 2021 bei 12,6 Milliarden Euro.

Die deutsche Leistungsbilanz schloss unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel (+14,4 Milliarden Euro), Dienstleistungen (+1,2 Milliarden Euro), Primäreinkommen (-0,1 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-2,4 Milliarden Euro) im Mai 2021 mit einem Überschuss von 13,1 Milliarden Euro ab. Im Mai 2020 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 7,1 Milliarden Euro ausgewiesen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Mai 2021 Waren im Wert von 60,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 52,9 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Mai 2020 stiegen die Exporte in die EU-Staaten um 43,3 % und die Importe aus diesen Staaten um 38,1 %. In die Staaten der Eurozone wurden im Mai 2021 Waren im Wert von 41,9 Milliarden Euro (+40,2 %) exportiert und Waren im Wert von 36,4 Milliarden Euro (+36,9 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Mai 2021 Waren im Wert von 18,7 Milliarden Euro (+50,8 %) exportiert und Waren im Wert von 16,5 Milliarden Euro (+40,8 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) wurden im Mai 2021 Waren im Wert von 48,8 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 44,3 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber Mai 2020 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 28,7 % und die Importe von dort um 26,5 % zu.

Außenhandel mit dem Vereinigten Königreich

Die Exporte in das Vereinigte Königreich stiegen im Mai 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 46,3 % auf 5,0 Milliarden Euro. Die deutschen Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 26,2 % auf 2,7 Milliarden Euro zu.

Am 1. Januar 2021 trat der zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ausgehandelte Partnerschaftsvertrag vorläufig in Kraft. Mit dem Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion ist der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU endgültig vollzogen. Weitere Informationen zum Brexit sowie eine Auswahl statistischer Indikatoren, bei denen von einem Einfluss des Brexits auszugehen ist, bietet der „Brexit-Monitor“ des Statistischen Bundesamtes.

Außenhandel mit weiteren ausgewählten Staaten

Im Mai 2021 stiegen die Exporte in die Volksrepublik China gegenüber Mai 2020 um 17,1 % auf 8,4 Milliarden Euro. Die Exporte in die Vereinigten Staaten nahmen um 40,7 % auf 9,1 Milliarden Euro zu.

Die meisten Importe kamen im Mai 2021 aus der Volksrepublik China nach Deutschland. Von dort wurden Waren im Wert von 10,3 Milliarden Euro eingeführt (-4,4 % zum Vorjahresmonat). Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen im Mai 2021 um 32,6 % auf einen Wert von 5,9 Milliarden Euro.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Alle Zeichen stehen auf Aufschwung

Infolge der deutlichen Entspannung der pandemischen Lage stehen die Zeichen im deutschen Mittelstand auf Aufschwung. Das mittelständische Geschäftsklima steigt im Juni um kräftige 6,7 Zähler auf 12,3 Saldenpunkte, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt.

KfW, Pressemitteilung vom 07.07.2021

  • Mittelständisches Geschäftsklima macht weiteren Sprung nach oben
  • Beschäftigungs- und Preiserwartungen deutlich im Plus
  • Wachstumsschub im weiteren Jahresverlauf, Risiko Delta-Variante

Infolge der deutlichen Entspannung der pandemischen Lage stehen die Zeichen im deutschen Mittelstand auf Aufschwung. Das mittelständische Geschäftsklima steigt im Juni um kräftige 6,7 Zähler auf 12,3 Saldenpunkte, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Getragen wird der Anstieg von beiden Geschäftsklimakomponenten:

Die Lageurteile klettern um 10,7 Zähler auf 10,5 Saldenpunkte – das ist der zweithöchste jemals beobachtete Anstieg. Lediglich im Aufschwung nach der Finanzkrise gab es einmal noch etwas mehr Schub (April 2010: +11,5 Zähler). Auch ihre Geschäftserwartungen korrigieren die Mittelständler im Juni um 2,8 Zähler spürbar nach oben. Mit jetzt 13,8 Saldenpunkten sind kleinen und mittleren Unternehmen so optimistisch wie nie in den vergangenen gut zehn Jahren.

In den Großunternehmen zieht die Stimmung im Juni ebenfalls an, allerdings wie schon im April und Mai allein getrieben von besseren Urteilen zur aktuellen Geschäftslage (+3,7 Zähler auf 14,4 Saldenpunkte). Demgegenüber halten sich die Geschäftserwartungen der Großunternehmen lediglich knapp auf dem Stand des Vormonats (-0,9 Zähler auf 11,5 Saldenpunkten). Die anhaltende leichte Konsolidierung der Erwartungen auf einem gleichwohl weiterhin hohen und mit dem Mittelstand vergleichbaren Niveau deutet auf fortbestehende Knappheiten bei Vorleistungsgütern und Rohstoffen hin, weswegen die Produktion vor allem in den Industrieunternehmen und im Bau mit der wachsenden Nachfrage einstweilen nur unvollständig Schritt halten kann. Unter dem Strich ergibt sich für die Großunternehmen ein Plus von 1,4 Zählern beim Geschäftsklima auf jetzt 13,1 Saldenpunkte.

Der Blick in die einzelnen nach Wirtschaftsbereichen und Unternehmensgrößenklassen unterteilten Segmente zeigt, dass das Geschäftsklima nun überall positiv ist, also über dem von der Nulllinie repräsentierten langfristigen Durchschnitt liegt. Diejenigen Segmente, die von dem Abbau der coronabedingten Einschränkungen und der Rückkehr des sozialen Lebens am meisten profitieren, berichten die größten Anstiege im Vormonatsvergleich. Dies betrifft besonders ausgeprägt die mittelständischen Einzelhändler (+13,8 Zähler auf 17,8 Saldenpunkte) sowie die mittelständischen Dienstleister, die das Gros kontaktintensiver Dienstleistungsangebote aus Kultur, Unterhaltung, Gastgewerbe und den persönlichen Dienstleistungen ausmachen (+11,0 Zähler auf 8,6 Saldenpunkte).

Abgerundet wird das gute Stimmungsbild im Juni von den spezifischen Erwartungen der Unternehmen zur Beschäftigungs- und Absatzpreisentwicklung. So steigen die Beschäftigungserwartungen der Mittelständler um 6,3 Zähler und erreichen mit 14,5 Saldenpunkten sogar ein neues Allzeithoch. Der kräftigste Beitrag zum Anstieg kommt von den Dienstleistern, die nach den weitgehenden Lockerungen der Pandemiemaßnahmen ihr Personal nun wieder aufstocken wollen. Die Beschäftigungserwartungen der Großunternehmen verbessern sich um 4,3 Zähler auf 7,9 Saldenpunkte. Die Absatzpreiserwartungen für die kommenden drei Monate steigen ebenfalls kräftig und erreichen in beiden Unternehmensgrößenklassen neue Rekordstände (Mittelständler: +6,6 Zähler auf 30,7 Saldenpunkte; Großunternehmen: +6,9 Zähler auf 28,1 Saldenpunkte). Die momentan starken kurzfristigen Preiserwartungen in der Breite der Unternehmen sind dabei vor allem eine Gegenbewegung zu der schwachen Preisentwicklung seit Ausbruch der Pandemie und kein Signal langfristiger Risiken für die Preisniveaustabilität.

„Alle Zeichen stehen auf Aufschwung – das ist die schöne Botschaft des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers im Juni“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Allein schon beim Blick auf das Straßenbild wird klar, dass sich die Umsätze der meisten pandemiebetroffenen Dienstleister deutlich erhöht haben. Was viele Menschen während des langen Corona-Winters vermisst haben, holen sie jetzt nach.“ Dank der Ersparnisse aus den Zeiten des Lockdowns könne bei vielen das Geld nun lockerer sitzen. Die Industrieunternehmen und der Bau haben ungeachtet des jüngsten Rücksetzers bei den industriellen Auftragseingängen im Mai schon länger keine nennenswerten Absatzprobleme, vielmehr ächzt es wegen Materialengpässen etwas im Getriebe. „Doch die Engpässe und der Post-Corona-Boom in der Industrie sind zwei Seiten einer Medaille. Bei allen Problemen durch die Materialknappheiten ist es hilfreich sich vor Augen zu führen, dass ein ausgeprägter Nachfrageüberhang vor einem Jahr als äußerst positives Szenario gegolten hätte. Deutschland darf sich nach konjunkturell schwierigem Beginn also auf einen Wachstumsschub im weiteren Jahresverlauf freuen.“ Entscheidend bleibe es allerdings, mit den wiedergewonnenen Freiheiten verantwortungsvoll umzugehen – auf Seiten des Staates aber auch für jeden einzelnen Menschen. Parallel müsse die Impfkampagne mit hohem Tempo weiter voranschreiten, gerade angesichts der immer mehr um sich greifenden sehr ansteckenden Delta-Variante des Virus.

Quelle: KfW

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Deutsche Wirtschaft kommt bei der Blockchain nicht voran

Eine Mehrheit der Unternehmen in Deutschland hält Blockchain für eine wichtige Zukunftstechnologie, aber nur eine Minderheit hat sich generell mit dem Thema und den Einsatzmöglichkeiten im eigenen Unternehmen beschäftigt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 652 Unternehmen ab 50 Beschäftigten im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Bitkom, Pressemitteilung vom 07.07.2021

  • Mehrheit der Unternehmen hält Blockchain für eine wichtige Zukunftstechnologie
  • Aber nur 2 Prozent nutzen die Technologie oder haben Pilotprojekte gestartet
  • Die Hälfte sieht Deutschland international als Blockchain-Nachzügler oder sogar abgeschlagen

Eine Mehrheit der Unternehmen in Deutschland hält Blockchain für eine wichtige Zukunftstechnologie, aber nur eine Minderheit hat sich generell mit dem Thema und den Einsatzmöglichkeiten im eigenen Unternehmen beschäftigt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 652 Unternehmen ab 50 Beschäftigten im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. 59 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die Blockchain-Technologie eine der wichtigsten Zukunftstechnologien ist und dennoch stark unterschätzt wird. Unter größeren Unternehmen liegt der Anteil noch höher und erreicht 74 Prozent bei denjenigen mit 500 bis 1.999 Beschäftigten und 82 Prozent bei denen ab 2.000 Beschäftigten. Umgekehrt meinen nur 25 Prozent aller Unternehmen, die Blockchain-Technologie werde überschätzt und sei für die Praxis untauglich. Bei den größeren Unternehmen sind es sogar nur 14 Prozent (500 bis 1.999 Beschäftigte) bzw. 11 Prozent (ab 2.000 Beschäftigte). Zugleich geben aber nur 43 Prozent der Unternehmen an, dass sie sich mit der Blockchain-Technologie generell beschäftigt haben – und nur jedes Vierte (26 Prozent) sagt, dass man dem Thema Blockchain interessiert und aufgeschlossen gegenübersteht. Jedes Dritte (32 Prozent) sieht die Blockchain demgegenüber eher kritisch oder ablehnend. „Die Blockchain ist eine Basistechnologie, die Chancen für neue Produkte und neue Geschäftsmodelle in den unterschiedlichsten Branchen eröffnet, vom Finanzwesen über die Logistik bis zur Energieversorgung“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Diese Erkenntnis ist in der Wirtschaft durchaus angekommen. Ihren Weg in die praktische Umsetzung muss sie in den Unternehmen aber erst noch finden.“

Unternehmen beklagen Mangel an Know-how und fehlende Use Cases

Die größten Herausforderungen rund um den Einsatz von Blockchain-Anwendungen sehen die Unternehmen in fehlendem eigenen Know-how (87 Prozent) und einem Mangel an qualifiziertem Personal (81 Prozent). An dritter Stelle wird von 79 Prozent beklagt, dass es keine belastbaren Use Cases für den Blockchain-Einsatz gibt. Jeweils rund drei Viertel sehen eine ungenügende Standardisierung der Technologie (74 Prozent) sowie rechtliche Unsicherheiten beim Einsatz (73 Prozent). Dicht dahinter folgen Anforderungen an den Datenschutz (69 Prozent) und die IT-Sicherheit (62 Prozent). 67 Prozent sind der Meinung, die Blockchain-Technologie sei noch nicht ausgereift, 58 Prozent fehlen Performance und Skalierbarkeit der Technologie. Nur rund die Hälfte (52 Prozent) hat nicht das nötige Geld und in 3 von 10 Unternehmen (31 Prozent) scheitert die Blockchain an mangelnder Unterstützung durch die Geschäftsführung.

Wissen über Blockchain steigt – kommt aber noch selten in der Praxis an

Verglichen mit der letzten Bitkom-Blockchain-Befragung aus dem Jahr 2018 hat das Wissen über zentrale Blockchain-Fachbegriffe zugenommen. So haben inzwischen 38 Prozent von Initial Coin Offerings (ICO) oder Token Sales gehört, vor drei Jahren waren es erst 20 Prozent. Von Distributed Ledger Technology haben 41 Prozent gehört (2018: 26 Prozent), Smart Contracts sind 56 Prozent ein Begriff (2018: 46 Prozent) und Bezeichnungen rund um Identitätsmanagement wie Self-Sovereign-Identity sagen 68 Prozent etwas (2018: 52 Prozent). Am bekanntesten sind verteilte Netzwerke (von 88 Prozent auf 93 Prozent) und Kryptowährungen (unverändert 99 Prozent).

Doch das Wissen wird weiterhin nur selten in der Praxis genutzt. 9 von 10 Unternehmen (87 Prozent) haben sich noch nicht mit Einsatzmöglichkeiten der Blockchain im eigenen Unternehmen beschäftigt. Vor drei Jahren war der Anteil genauso hoch (86 Prozent). Jeweils gerade einmal 1 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie Blockchain-Technologie im Einsatz haben oder die Implementierungs- oder Testphase erster Projekte gestartet haben (2018: jeweils 2 Prozent). 2 Prozent befinden sich in der Analyse- und Informationsphase (2018: 2 Prozent) und 3 Prozent diskutieren den Blockchain-Einsatz, allerdings noch ohne konkrete Pläne (2018: 2 Prozent). Weitere 4 Prozent haben die Nutzung diskutiert, sich dann aber dagegen entschieden (2018: 3 Prozent). „Die Blockchain-Technologie eignet sich nicht für jedes Anwendungsszenario. Etablierte, klassische Technologien können für viele Aufgaben geeigneter sein“, sagt Rohleder. „Auch wenn die Blockchain nicht überall die Technologie der Wahl ist, kann sie in einigen Bereichen eine echte Revolution lostreten.“

In den Unternehmen, die Blockchain einsetzen, dies planen oder diskutieren, findet dies zumeist im Bereich Finanzen, Buchhaltung und Controlling statt (73 Prozent). Mit deutlichem Abstand liegt Logistik, Lager und Versand mit 35 Prozent auf Platz zwei, vor Einkauf (34 Prozent) sowie Produktion, Fertigung und Projektabwicklung (34 Prozent). Der Personalbereich kommt auf 24 Prozent, Marketing, Kundenservice und Vertrieb auf 15 Prozent und das Schlusslicht bildet Forschung und Entwicklung mit 2 Prozent.

Zurückhaltung beim strategischen Vorgehen – und bei Investitionen

Drei Viertel der Unternehmen (72 Prozent), die Blockchain nutzen, dies planen oder diskutieren, verzichten dabei auf eine Blockchain-Strategie. Vor drei Jahren lag der Anteil mit 80 Prozent noch etwas höher. Gerade einmal 3 Prozent haben eine zentrale Blockchain-Strategie (2018: 2 Prozent), 6 Prozent entwickeln derzeit eine (2018: 5 Prozent) und fast jedes Fünfte (19 Prozent) ist im vorbereitenden Diskussionsprozess (2018: 11 Prozent).

Entsprechend hat die große Mehrheit der Unternehmen (80 Prozent) bislang noch nicht in die Blockchain investiert und es fehlen auch entsprechende Pläne. Gerade einmal 3 Prozent haben bereits Blockchain-Investitionen getätigt, 14 Prozent planen dies für das laufende Jahr oder die kommenden Jahre. Dabei gilt: Je größer die Unternehmen, desto häufiger wurde bereits investiert und soll in Zukunft investiert werden. Unter den Unternehmen mit 500 bis 1.999 Beschäftigten haben so zwar 70 Prozent keine Investitionen getätigt und auch keine entsprechenden Absichten, aber 10 Prozent haben in der Vergangenheit investiert und 18 Prozent planen dies für 2021 oder später. Bei den Unternehmen ab 2.000 Beschäftigten wollen dagegen nur 49 Prozent gar nicht investieren. Dem stehen 13 Prozent gegenüber, die bereits investiert haben und 35 Prozent mit entsprechenden Plänen für die Zukunft. „Dass große Unternehmen bei neuen Technologien vorangehen, ist nicht ungewöhnlich“, so Rohleder. „In Deutschland haben wir aber einen außergewöhnlich breiten und innovativen Mittelstand. Der Mittelstand könnte und sollte sich viel stärker an der Entwicklung und dem Einsatz der Blockchain beteiligen.“

Die meisten Unternehmen, die keine Investitionspläne haben, geben zur Begründung an, dass sich durch die Corona-Pandemie die Prioritäten verschoben haben (63 Prozent). Jeweils jedes dritte Unternehmen beruft sich auf die unklare Rechtslage (37 Prozent) und das fehlende interne Fachwissen (34 Prozent), 32 Prozent wollen zunächst abwarten, welche Erfahrungen andere Unternehmen sammeln. Jedes Vierte (24 Prozent) sieht für sich keinen Nutzen für den Blockchain-Einsatz, 18 Prozent haben kein Budget. Rund jedem siebten Unternehmen (14 Prozent) fehlt es an der Zeit, sich mit der Blockchain zu beschäftigen, 9 Prozent investieren bereits in andere Zukunftstechnologien und verzichten daher auf Blockchain-Investitionen.

Mäßiges Zeugnis für das eigene Unternehmen – und die deutsche Wirtschaft

Insgesamt stellen sich die Unternehmen ein bescheidenes Zeugnis beim Thema Blockchain aus. 9 von 10 Unternehmen (86 Prozent) sehen sich selbst als Nachzügler, 9 Prozent trauen sich keine Einschätzung zu und nur 6 Prozent halten sich für Vorreiter. Vor allem Banken und andere Finanzdienstleister sehen sich bei der Blockchain vorne, unter ihnen beträgt der Anteil der Vorreiter 13 Prozent, in der IT- und Telekommunikationsbranche sind es 12 Prozent. Dahinter folgen mit jeweils 8 Prozent der Maschinen- und Anlagenbau sowie Verkehr und Logistik, im Automobilbau sind es 7 Prozent. Unter den Versicherungen bezeichnen sich 5 Prozent als Blockchain-Vorreiter, in der Energie- und Wasserversorgung 4 Prozent und im Handel gerade einmal 2 Prozent.

Auch das Urteil über die deutsche Wirtschaft als Ganzes fällt beim Thema Blockchain mäßig aus. Als weltweit führend oder in der Spitzengruppe sieht Deutschland niemand, die Hälfte (49 Prozent) verortet das Land im Blockchain-Mittelfeld und jedes dritte Unternehmen (35 Prozent) unter den Nachzüglern. 14 Prozent sehen Deutschland bei der Blockchain sogar abgeschlagen. Rohleder: „Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, damit Deutschland bei der Blockchain den Anschluss nicht verpasst. Die Blockchain-Strategie der Bundesregierung war ein wichtiger erster Schritt, sie muss aber noch stärker mit Leben gefüllt werden.“

Auch die Unternehmen wünschen sich eine stärkere politische Flankierung bei der Blockchain. Drei Viertel (77 Prozent) sind der Meinung, die Bundesregierung sollte sich stärker in Standardisierungsaktivitäten einbringen. 61 Prozent wünschen sich, dass die Ausbildung von Blockchain-Spezialistinnen und -Spezialisten vorangetrieben wird. Vor drei Jahren wurde dieser Wunsch nur von 52 Prozent geteilt. Weiter verbreitet ist auch der Ruf, dass Ämter und Behörden Vorreiter beim Einsatz der Blockchain-Technologie sein sollen, der Anteil ist von 47 auf 60 Prozent gestiegen. Eine klare Mehrheit von 58 Prozent ist der Meinung, dass die Entwicklung der Blockchain-Technologie kurzfristig massiv durch öffentliche Forschungsförderung unterstützt werden muss (2018: 49 Prozent). Ebenfalls eine Mehrheit der Unternehmen (57 Prozent) hält es für richtig, dass die Bundesregierung 2019 eine eigene Blockchain-Strategie veröffentlicht hat und diese nun umsetzt. Allerdings sind zugleich drei Viertel (73 Prozent) der Meinung, dass deutsche Politikerinnen und Politiker die Bedeutung von Blockchain noch nicht verstanden haben.

Quelle: Bitkom

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Wirtschaftsprognose Sommer 2021: Europas Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet

Die Wirtschaft in Europa erholt sich schneller als erwartet: Zu diesem Schluss kommt die EU-Kommission in ihrer Sommerprognose. Der europäischen Wirtschaft gelingt ein starkes Comeback. Dank einer wirksamen Eindämmungsstrategie und Fortschritten bei den Impfungen konnten die Volkswirtschaften schneller wieder öffnen als erwartet.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 07.07.2021

Die Wirtschaft in Europa erholt sich schneller als erwartet: Zu diesem Schluss kommt die Europäische Kommission in ihrer Sommerprognose, die sie am 07.07.2021 in Brüssel vorgestellt hat. „Der europäischen Wirtschaft gelingt ein starkes Comeback, und alle Komponenten greifen dabei nahtlos ineinander. Dank einer wirksamen Eindämmungsstrategie und Fortschritten bei den Impfungen konnten unsere Volkswirtschaften schneller wieder öffnen als erwartet“, sagte Valdis Dombrovskis, Exekutiv-Vizepräsident der Europäischen Kommission. „Der Handel ist recht stabil geblieben, und auch die Haushalte und Unternehmen haben sich bei der Anpassung an das Leben in der COVID-19-Krise flexibler gezeigt als erwartet.“

Schnelleres Wirtschaftswachstum dank Öffnung der Wirtschaft und Aufhellung der Stimmungsindikatoren

Laut Sommerprognose 2021 soll die Wirtschaft in der EU und im Euroraum in diesem Jahr um 4,8 Prozent und im Jahr 2022 um 4,5 Prozent wachsen. Im Vergleich zur Frühjahrsprognose wurde die Wachstumsrate für das Jahr 2021 deutlich (+0,6 Prozentpunkte in der EU und +0,5 Prozentpunkte im Euroraum) und für das Jahr 2022 leicht (+0,1 Prozentpunkte für beide Gebiete) nach oben korrigiert. Das reale BIP dürfte sowohl in der EU als auch im Euroraum im Schlussquartal 2021 wieder zum Vorkrisenniveau zurückfinden. Im Euroraum ist dies somit ein Quartal früher der Fall als in der Frühjahrsprognose erwartet.

Mehrere Faktoren tragen zu dem erwarteten Wachstum bei. Erstens übertraf die Konjunktur im ersten Quartal des Jahres die Erwartungen. Zweitens führten eine wirksame Strategie zur Eindämmung des Virus und die Fortschritte bei den Impfkampagnen zu sinkenden Zahlen bei den Neuinfektionen und Krankenhausaufnahmen, sodass die EU-Mitgliedstaaten ihre Wirtschaften im Folgequartal wieder öffnen konnten. Diese Öffnung macht sich insbesondere in der Dienstleistungsbranche positiv bemerkbar. Optimistische Umfrageergebnisse bei Verbrauchern und Unternehmen sowie Mobilitätsdaten deuten darauf hin, dass der private Konsum bereits wieder stark anzieht. Darüber hinaus gibt es Anzeichen für eine Wiederbelebung des Tourismus innerhalb der EU; ein Trend, der sich mit dem Inkrafttreten des neuen digitalen COVID-Zertifikats der EU am 1. Juli weiter verstärken dürfte. Wenn man diese Faktoren zusammen betrachtet, dürften sie gegenüber den negativen Auswirkungen der vorübergehenden Knappheit an Baukomponenten und der steigenden Kosten in Teilen des verarbeitenden Gewerbes überwiegen.

Privater Verbrauch und Investitionen werden sich wohl als die wichtigsten Wachstumsmotoren erweisen und von der Beschäftigungslage, die sich parallel zur Wirtschaftstätigkeit entwickeln dürfte, profitieren. Ein starkes Wachstum bei den wichtigsten Handelspartnern der EU dürfte den Warenausfuhren der EU zugutekommen; die Dienstleistungsexporte dürften dagegen unter den weiterhin bestehenden Beschränkungen im internationalen Tourismus leiden.

Es wird davon ausgegangen, dass die Aufbau- und Resilienzfazilität das Wachstum signifikant steigern hilft und mit dem durch sie generierten Wohlstand im Prognosezeitraum etwa 1,2 Prozent zum realen BIP 2019 der EU beitragen wird. Der erwartete Umfang dieses Wachstumsimpulses bleibt gegenüber der vorherigen Prognose weitgehend unverändert, da die Informationen aus den in den vergangenen Monaten offiziell vorgelegten Aufbau- und Resilienzplänen die im Frühjahr vorgenommene Bewertung weitgehend bestätigen.

Leichter Anstieg der Inflation, aber Verlangsamung im Jahr 2022

Auch die Inflationsprognose wurde für dieses und für das nächste Jahr nach oben korrigiert. Steigende Energie- und Rohstoffpreise, Produktionsengpässe aufgrund von Kapazitätsproblemen und die Knappheit bei einigen Baukomponenten und Rohstoffen dürften bei der gleichzeitig starken Nachfrage im In- und Ausland in diesem Jahr für einigen Aufwärtsdruck bei den Verbraucherpreisen sorgen. Im Jahr 2022 dürfte sich dieser Druck allmählich abschwächen, wenn sich die Produktionsengpässe auflösen und Angebot und Nachfrage stärker konvergieren.

Dementsprechend wird die Inflation in der EU nun auf durchschnittlich 2,2 Prozent in diesem Jahr (+0,3 Prozentpunkte gegenüber der Frühjahrsprognose) und auf 1,6 Prozent im Jahr 2022 (+0,1 Prozentpunkte) geschätzt. Für den Euroraum werden im Jahr 2021 1,9 Prozent (+0,2 Prozentpunkte) und im Jahr 2022 1,4 Prozent (+0,1 Prozentpunkte) erwartet.

Erhebliche Risiken

Die Wachstumsaussichten sind mit hohen Ungewissheiten und Risiken behaftet, die insgesamt aber ausgewogen bleiben.

Die Risiken im Zusammenhang mit dem Aufkommen und der Ausbreitung von COVID-19-Varianten unterstreichen die Bedeutung einer weiteren Beschleunigung der Impfkampagnen. Wirtschaftliche Risiken sind insbesondere mit der Frage verbunden, wie Privathaushalte und Unternehmen auf Änderungen der Beschränkungen reagieren.

Die Inflation könnte höher ausfallen als in der Prognose angenommen, falls die Angebotsengpässe länger anhalten und der Preisdruck stärker auf die Verbraucherpreise durchschlägt.

Hintergrund

Die Prognose basiert auf einer Reihe technischer Annahmen in Bezug auf Wechselkurse, Zinssätze und Rohstoffpreise mit Stichtag 26. Juni. Bei allen anderen herangezogenen Daten, wie etwa den Annahmen zu staatlichen Maßnahmen, wurden in dieser Prognose Informationen bis einschließlich 28. Juni berücksichtigt. Den Projektionen liegt die Annahme einer unveränderten Politik zugrunde, es sei denn, es wurden glaubwürdig konkrete neue politische Maßnahmen angekündigt.

Die Europäische Kommission veröffentlicht jedes Jahr zwei umfassende Prognosen (im Frühjahr und im Herbst) und zwei Zwischenprognosen (im Winter und im Sommer). Die Zwischenprognosen enthalten jährliche und vierteljährliche BIP- und Inflationszahlen für das laufende und das folgende Jahr für alle Mitgliedstaaten sowie die aggregierten Zahlen für die EU insgesamt und für das Euro-Währungsgebiet.

Als nächste Wirtschaftsprognose wird die Europäische Kommission ihre Herbstprognose 2021 vorlegen, die im November 2021 veröffentlicht werden soll.

Quelle: EU-Kommission

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