Bericht: Selbstständige EU-weit besonders stark von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen

Selbstständige sind durch eine starke Verkürzung ihrer Arbeitszeit und schwerwiegendere Einkommensverluste EU-weit besonders stark von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen. Das zeigt ein am 26.03.2021 veröffentlichter Quartalsbericht zu Beschäftigung und sozialen Entwicklungen in Europa.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 26.03.2021

Selbstständige sind durch eine starke Verkürzung ihrer Arbeitszeit und schwerwiegendere Einkommensverluste EU-weit besonders stark von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen. Das zeigt ein am 26.03.2021 veröffentlichter Quartalsbericht zu Beschäftigung und sozialen Entwicklungen in Europa (ESDE) mit einem thematischen Schwerpunkt auf die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Selbstständige. Die nationalen Sozialschutzsysteme bieten in der Regel eine geringere Absicherung und Entschädigung für Selbstständige. Insgesamt zeigt der Bericht, dass sich die Maßnahmen zum Schutz von Arbeitsplätzen als wirksam erwiesen und die Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes verbessert haben. In den letzten Monaten des Jahres 2020 stieg die Zahl der Erwerbstätigen moderat an und die Arbeitslosigkeit blieb stabil.

Nicolas Schmit, Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte, sagte: „Das Kurzarbeitergeld SURE ist ein sehr erfolgreiches Instrument zum Schutz von Arbeitsplätzen und Einkommen, auch für Selbstständige. Außerdem haben wir die Empfehlung EASE vorgestellt, die den Mitgliedstaaten konkrete Anhaltspunkte für politische Maßnahmen zur Unterstützung eines beschäftigungsintensiven Aufschwungs gibt.“

Im Zusammenhang mit der Pandemie haben die meisten Mitgliedstaaten befristete Maßnahmen zur Unterstützung des Einkommens von Selbstständigen eingeführt. Diese Unterstützung nahm viele verschiedene Formen an, darunter zinsgünstige Darlehen, bezahlter Urlaub aus familiären Gründen, erweiterte Deckung des Krankengeldes und Einkommensersatz.

Quelle: EU-Kommission

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ifo Geschäftsklimaindex steigt im März 2021 deutlich

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich merklich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im März auf 96,6 Punkte gestiegen, nach 92,7 Punkten im Februar. Das ist der höchste Wert seit Juni 2019. Die Unternehmen waren spürbar zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.03.2021

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich merklich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im März auf 96,6 Punkte gestiegen, nach 92,7 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im Februar. Das ist der höchste Wert seit Juni 2019. Die Unternehmen waren spürbar zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zudem ist der Optimismus mit Blick auf die kommenden Monate zurückgekehrt. Trotz steigender Infektionszahlen startet die deutsche Wirtschaft zuversichtlich in den Frühling.

Im Verarbeitenden Gewerbe setzte das Geschäftsklima seinen Aufschwung weiter fort. Die Unternehmer waren deutlich zufriedener mit ihrem aktuellen Geschäftsverlauf. Ihre Erwartungen waren zuletzt im November 2010 so optimistisch. Die Nachfrage nach Industriegütern hat merklich angezogen. In allen Industriebranchen stehen die Zeichen auf Aufschwung.

Im Dienstleistungssektor ist der Geschäftsklimaindikator deutlich gestiegen. Die Zufriedenheit mit der aktuellen Lage nahm zu. Zudem zeigte sich bei den Erwartungen erstmals seit Herbst wieder ein vorsichtiger Optimismus. Bei den IT-Dienstleistern liefen die Geschäfte besonders gut. Im Gastgewerbe und der Tourismusbranche ist die Lage aber weiterhin sehr schlecht.

Im Handel hat der Geschäftsklimaindex einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Die Indikatoren für die aktuelle Lage und die Erwartungen sind beide merklich gestiegen. Im Einzelhandel ist die Situation aber weiterhin schlecht, wenn auch etwas weniger stark als im Vormonat. Positive Ausnahmen waren neben den Supermärkten die Fahrradhändler und die Floristen.

Im Bauhauptgewerbe ist das Geschäftsklima wieder im positiven Bereich angekommen. Der Indikator zur aktuellen Lage stieg auf den höchsten Wert seit einem Jahr. Auch die Erwartungen der Unternehmen haben sich verbessert.

Qulle: ifo Institut

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Deutsche Wirtschaft taumelt in die dritte Coronawelle

Im Herbst 2020 nahm das Infektionsgeschehen mit dem Coronavirus wieder spürbar an Fahrt auf und hat sich zuletzt erneut beschleunigt. Dadurch verschiebt sich lt. ifo Institut die konjunkturelle Erholung Deutschlands, die ursprünglich für das Frühjahr 2021 erwarte wurde, zeitlich im Jahresverlauf nach hinten. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 3,7 % zulegen und im kommenden Jahr um 3,2 %.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 24.03.2021

Im Herbst 2020 nahm das Infektionsgeschehen mit dem Coronavirus wieder spürbar an Fahrt auf und hat sich zuletzt erneut beschleunigt. Dadurch verschiebt sich die konjunkturelle Erholung Deutschlands, die ursprünglich für das Frühjahr 2021 erwarte wurde, zeitlich im Jahresverlauf nach hinten. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 3,7 % zulegen und im kommenden Jahr um 3,2 %. Betrachtet man die zusammengefasste Wirtschaftsleistung der Jahre 2020 bis 2022, belaufen sich die Kosten der Corona-Krise nach dieser Prognose auf 405 Mrd. Euro.

Im Herbst 2020 nahm das Infektionsgeschehen mit dem Coronavirus wieder spürbar an Fahrt auf. Seit November des vergangenen Jahres wurde deshalb in mehreren Schritten die Schließung von Dienstleistungsbereichen beschlossen, die mit intensiven sozialen Kontakten einhergehen. Neben dem Gastgewerbe, Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie Dienstleistern aus den Bereichen Kunst, Unterhaltung und Erholung zählten dazu ab Mitte Dezember auch Teile des Einzelhandels und körpernahe Dienstleistungen wie bspw. Frisöre. Zwar waren die Dynamik des Infektionsgeschehens und der Umfang der staatlichen Maßnahmen vergleichbar mit denen, die während der ersten Coronawelle im Frühjahr ergriffen wurden. Entsprechend sank die Wirtschaftsleistung in den betroffenen Dienstleistungsbereichen auf ein ähnlich niedriges Niveau. Allerdings brach im Gegensatz dazu die Wertschöpfung in der Industrie und im Baugewerbe sowie in industrie- und baunahen Dienstleistungsbereichen nicht ein, sondern nahm am Jahresende sogar kräftig zu. Insbesondere das exportorientierte Verarbeitende Gewerbe profitierte von einer fortschreitenden Erholung der Weltkonjunktur. Dazu dürfte auch beigetragen haben, dass insbesondere bei vielen außereuropäischen Handelspartnern pandemiebedingte Einschränkungen der Industrie ausblieben.

Durchgreifende Erholung lässt weiter auf sich warten

Zu Beginn des Jahres 2021 setzte sich die Erholung in der Industrie fort. Auftragseingänge, Exporterwartungen und Geschäftsklima stiegen bis zuletzt kräftig, sodass die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe und in den industrienahen Dienstleistungsbereichen sowie die Exporte die Konjunktur im ersten Quartal spürbar stützen dürften. In den anderen Dienstleistungsbereichen ist die Wertschöpfung nach wie vor maßgeblich durch das Infektionsgeschehen geprägt. Vor allem die Schließung des stationären Nicht-Lebensmittel-Einzelhandels dürfte die konjunkturelle Dynamik im ersten Quartal kräftig belasten. In den anderen konsumnahen Dienstleistungsbereichen nehmen die negativen Impulse im Vergleich zum Schlussquartal 2020 hingegen ab, da sich Umsätze und Geschäftslage seit November auf niedrigem Niveau eher seitwärts bewegen. Alles in allem dürfte das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2021 um 0,7 % im Vergleich zum Vorquartal sinken.

Quelle: ifo Institut

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Lockerungen des Lockdowns Anfang März stimulieren Konsumklima

Die Anfang März begonnene Lockerung des harten Lockdowns sowie die zum Zeitpunkt der Befragung (4. bis 15. März) sinkenden Infektionszahlen haben lt. GfK die Konsumstimmung beflügelt. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung verbessern sich zum Teil spürbar.

GfK, Pressemitteilung vom 25.03.2021

Die Anfang März begonnene Lockerung des harten Lockdowns sowie die zum Zeitpunkt der Befragung (4. bis 15. März) sinkenden Infektionszahlen haben die Konsumstimmung beflügelt. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung verbessern sich zum Teil spürbar. So prognostiziert GfK für das Konsumklima für April 2021 einen Wert von -6,2 Punkten und damit 6,5 Punkte mehr als im März dieses Jahres (revidiert -12,7 Punkte). Das sind die Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für März 2021.

Dieser zunehmende Optimismus mag auf den ersten Blick überraschen. Da die Befragung im Zeitraum vom 3. bis 15. März stattfand, sind die Ereignisse um den Impfstoff AstraZenica sowie die deutliche Zunahme der Infektionszahlen der letzten Tage nicht berücksichtigt.

Dagegen war der Erhebungszeitraum geprägt von ersten Lockerungen des harten Lockdowns sowie stabiler oder sogar noch leicht sinkender Infektionszahlen. Eine sehr ähnliche Entwicklung war auch im Frühjahr 2020 zu beobachten, als ebenfalls der harte Lockdown gelockert wurde.

Da die Infektionszahlen wieder ansteigen und der Lockdown nun bundesweit wieder verschärft wird, ist es fraglich, ob die Verbesserung des Konsumklimas anhalten wird.

„Der erneute harte Lockdown wird dem Konsumklima schwer schaden und die aktuelle Verbesserung ein Strohfeuer bleiben. Eine nachhaltige Erholung der Konsumstimmung wird demnach weiter auf sich warten lassen – für Händler und Hersteller bedeutet das weiterhin schwierige Zeiten.“

Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte

Einkommenserwartung auf 12-Monats-Hoch

Einen wesentlichen Beitrag zum sprunghaften Anstieg des Konsumklimas leistet in diesem Monat die Einkommenserwartung. Der Indikator gewinnt 15,8 Punkte hinzu und klettert damit auf 22,3 Zähler. Ein höherer Wert wurde vor genau einem Jahr, im März 2020, mit 27,8 Punkten gemessen.

Mit der Wiedereröffnung weiter Teile des Handels steigt offenbar auch bei vielen dort Beschäftigten die Erwartung, dass die Kurzarbeit zurückgefahren wird und sie wieder mit einer besseren Einkommensentwicklung rechnen können. Zudem dürfte die Angst vor Jobverlust dadurch etwas gemindert worden sein.

Anschaffungsneigung folgt steigenden Einkommensaussichten

Im Sog deutlich steigender Einkommenserwartungen gewinnt auch die Anschaffungsneigung im März hinzu. Allerdings sind die Zuwächse mit einem Plus von 4,9 Punkten wesentlich bescheidener. Aktuell weist der Indikator 12,3 Punkte auf und liegt damit noch gut 19 Zähler unter Vorjahresniveau.

Eine grundlegende und nachhaltige Verbesserung der Konsumneigung ist nur mit weiteren umfangreichen Lockerungen im Handel und im Dienstleistungsbereich möglich. Aufgrund steigender Infektionszahlen ist derzeit nicht davon auszugehen, dass es zu diesen Lockerungen kommen wird. Ganz im Gegenteil, es droht wieder eine Verschärfung der Beschränkungen. Dies würde der Konsumneigung einen Rückschlag bescheren. Der Konsumaufschwung würde sich weiter verzögern.

Konjunkturerwartung noch auf Erholungskurs

Neben der Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung verbessern sich auch die Konjunkturaussichten. Nach einem Plus von 9,7 Punkten weist der Indikator aktuell 17,7 Zähler auf. Ein besserer Wert wurde zuletzt vor einem halben Jahr, im September 2020, gemessen. Damals standen 24,1 Punkte zu Buche.

Mit den ersten Lockerungen aus dem harten Lockdown erwarten die Konsumenten eine weitere Erholung der deutschen Wirtschaft. Das Öffnen vieler Geschäfte bzw. Dienstleistungen, wie z. B. Frisöre, stimulierte zum Zeitpunkt der Befragung den Konjunkturoptimismus. Hinzu kommt, dass sich auch die Aussichten für deutsche Exporte verbessert haben, da sowohl in den USA als auch in China die Wachstumsprognosen, auch durch umfangreiche Hilfsprogramme, nach oben korrigiert wurden.

Quelle: GfK

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IW Köln senkt seine Konjunkturprognose

Der Rückgang des BIP im ersten Quartal 2021 und die Infektionsgefahr im zweiten Quartal dämpfen die Erwartungen für das Gesamtjahr. Das IW Köln senkt seine Konjunkturprognose im Vergleich zur Dezemberprognose und rechnet für 2021 nur noch mit einem BIP-Wachstum von drei statt vier Prozent.

IW Köln, Pressemitteilung vom 24.03.2021

Impfen für den Aufschwung

Es ist ein Wechselbad der Gefühle: Während zu Jahresbeginn angesichts sinkender Inzidenzwerte noch Zuversicht herrschte, ist die Ernüchterung zum Ablauf des ersten Quartals 2021 groß. Die Pandemie ist längst nicht überwunden, der Lockdown wird bis nach Ostern verlängert, das Impfen stockt, Menschen konsumieren wenig und Unternehmen investieren noch nicht wie vor der Krise. Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal 2021 und die Infektionsgefahr im zweiten Quartal dämpfen die Erwartungen für das Gesamtjahr. Das IW senkt seine Konjunkturprognose im Vergleich zur Dezemberprognose und rechnet für 2021 nur noch mit einem BIP-Wachstum von drei statt vier Prozent. Erst Anfang 2022 wird das Vorkrisenniveau wieder erreicht.

Volkswirtschaft ist zunehmend gespalten

Den einen geht es gut, den anderen schlecht: Die IW-Konjunkturexperten beobachten eine zunehmende Spaltung der Volkswirtschaft. Die Industrie schließt allmählich zum Vorkrisenniveau auf, exportiert wieder rege nach China und in die USA. Der Dienstleistungssektor steht dagegen weitestgehend still – immer noch ist unklar, wann das Geschäft wieder läuft.

Die Aussicht auf einen Aufschwung im zweiten Halbjahr hängt am Erfolg der Impfkampagne. „Bisher haben die Lockdowns bereits 250 Mrd. Euro gekostet. Derzeit läuft ein Wettlauf zwischen Injektionen und Infektionen“, sagt IW-Direktor Michael Hüther. „Wir müssen schnell impfen, um möglichen Resistenzen durch Mutationen zuvorzukommen. Ein langer dritter Lockdown wäre ein teurer Rückschlag für Unternehmer und Einzelhändler. Zudem würde die Spaltung der Volkswirtschaft in eine robuste Industrie und darbende Lockdown-Branchen immer tiefer gehen und weitrechende soziale Folgen haben.“

Die Ergebnisse der IW-Konjunkturprognose im Detail:

  • Die Weltwirtschaft wird 2021 um fünf Prozent zulegen. China und die USA stützen die Weltkonjunktur, andere Volkswirtschaften wie Japan stagnieren aufgrund einer dritten Infektionswelle. Der Euroraum bleibt mit 3 ¾ Prozent hinter dem Vereinigten Königreich und den USA zurück, was auch an der erfolgloseren Impfkampagne liegt.
  • Der Private Konsum wird 2021 stagnieren, nachdem er 2020 um sechs Prozent einbrach. Steigende Infektionen und anhaltende Geschäftsrestriktionen halten die Menschen vom Geldausgeben ab. Wenn das Impfen gelingt, ist im zweiten Halbjahr 2021 mit einer kräftigen Belebung samt Nachholeffekten zu rechnen, was aber nicht für ein Gesamtjahresplus reicht.
  • Viele Unternehmen trauen sich noch immer nicht, zu investieren, bleiben lieber liquide. Die Ausrüstungsinvestitionen stagnieren. Wenn im zweiten Halbjahr 2021 der Konsum ansteigt, werden auch die Investitionen einen kräftigen Schub erfahren. Im Jahresschnitt steigen die Investitionen um 6 ½ Prozent. Das reicht zwar nicht, um den Einbruch von zwölf Prozent aus dem Vorjahr zu kompensieren. Mit dem Zuwachs von zehn Prozent 2022 dürfte es aber gelingen. Die Bauinvestitionen wachsen langsam, aber konstant.
  • Der Arbeitsmarkt erholt sich zwar, erreicht auf absehbare Zeit aber nicht das Vorkrisenniveau. 2021 sind im Schnitt 2,8 Millionen Menschen arbeitslos. Besonders besorgniserregend: Der Anteil der Langzeitarbeitslosen wächst.
  • Die Hilfspakete belasten die öffentlichen Haushalte weiterhin schwer. 2021 wird die Defizitquote 4,7 Prozent des BIP betragen. 2022 werden zwar weniger Schulden gemacht, doch das Einhalten der Schuldenbremse wird sehr schwierig.

Quelle: IW Köln

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Finanzieller Druck durch die Corona-Krise

Die Corona-Krise setzt die Finanzen vieler Unternehmen in Deutschland unter Druck, wie aus der neuesten Umfrage des ifo Instituts hervorgeht.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 23.03.2021

Die Corona-Krise setzt die Finanzen vieler Unternehmen in Deutschland unter Druck, wie aus der neuesten Umfrage des ifo Instituts hervorgeht. „Insbesondere Hotels, Gaststätten und Reisebüros spüren das“, sagt der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Viele Unternehmen haben Liquiditätsengpässe, die zu mehr Pleiten führen könnten.“

Auf einer Skala der finanziellen Beeinträchtigungen (zum Beispiel Liquidität) von 1 bis 5 gaben alle Dienstleister im Schnitt 2,4 an, der Handel 2,3 und die Industrie 2,2. Der Bau dagegen lag nur bei 1,6.

Am meisten gebeutelt fühlen sich bei den Dienstleistern die Hotels, (4,3), die Gastronomie (4,2), die Reisebüros (4,1) sowie die Vermieter von beweglichen Sachen (2,9). In der Industrie klagen die Hersteller von Bekleidung (3,5) und die Getränkehersteller (3,0) am stärksten über eine schlechte Finanzlage.

Vergleichsweise entspannt ist die finanzielle Lage für die Hersteller von Glas und Keramik (1,6), für die Dienstleister der Informationstechnik (1,5), für die Hersteller von elektronischen und optischen Geräten sowie für die Chemiebranche (1,4).

Quelle: ifo Institut

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IfW-Konjunkturprognose: Industrie und Export stärken deutsche Wirtschaft

Trotz des fortwährenden Lockdowns und anziehender Infektionszahlen blickt das IfW Kiel optimistischer auf die deutsche Wirtschaftsentwicklung als noch im Winter. Grund ist die aufwärtsgerichtete Industriekonjunktur durch das gute Auslandsgeschäft.

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 18.03.2021

Trotz des fortwährenden Lockdowns und anziehender Infektionszahlen blickt das IfW Kiel optimistischer auf die deutsche Wirtschaftsentwicklung als noch im Winter. Grund ist die aufwärtsgerichtete Industriekonjunktur durch das gute Auslandsgeschäft. Mit zunehmendem Impfschutz schiebt eine kräftige Nachfrage der privaten Haushalte dann auch die Binnenwirtschaft an. Das IfW Kiel revidiert seine Konjunkturprognose nach oben und erwartet nun für 2021 einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 3,7 Prozent (bislang 3,1 Prozent) und für 2022 um 4,8 Prozent (4,5 Prozent). Die Weltkonjunktur wird auch von einer starken US-Wirtschaft beflügelt.

Die deutsche Wirtschaft dürfte insgesamt mit einem deutlichen Dämpfer in das Jahr gestartet sein. Für das erste Quartal erwartet das IfW Kiel einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 2,7 Prozent, weil das Geschäft in den konsumnahen Dienstleistungen durch die seit November anhaltenden Lockdown-Maßnahmen in weiten Teilen zum Erliegen kam. Dass der Rückgang nicht noch höher ausfällt, ist der Industriekonjunktur zu verdanken, die von der fortschreitenden Erholung der Weltwirtschaft profitiert.

„Die deutsche Konjunktur hat sich über das Winterhalbjahr deutlich gespreizt – während die Industrie weiter Boden gutmacht und auch durch die zweite Infektionswelle kaum aufgehalten wird, mussten kontaktintensive Dienstleister zurück in die Startlöcher“, sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths. „Die Industrie folgt dem V-förmigen Verlauf im Exportgeschäft, demgegenüber drückt die Pandemie der Konsumkonjunktur ein markantes W auf.“

Der Konjunkturprognose des IfW Kiel liegt die Erwartung zugrunde, dass aufgrund einer erfolgreichen Impfkampagne im Verlauf des Sommerhalbjahrs eine Erholung der Wirtschaft auf breiter Front einsetzt. Im zweiten und dritten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit Raten zwischen 3 und 4 Prozent so kräftig anziehen, dass das Vorkrisenniveau schon vor dem Schlussquartal überschritten wird.

Dem abermals drastischen Einbruch des privaten Konsums im Winterhalbjahr stehen massive Aufholeffekte in der zweiten Jahreshälfte gegenüber. Insgesamt staut sich bei den privaten Haushalten während der Pandemie Kaufkraft in Höhe von 230 Milliarden Euro auf, forciert auch durch Maßnahmen wie ein erhöhtes Kurzarbeitergeld oder den Kinderbonus. Die Exporte sind bereits seit Mitte vergangenen Jahres ununterbrochen auf Expansionskurs und dürften dank einer sich weiter aufhellenden Weltkonjunktur in diesem Jahr kräftig um 12,8 Prozent zulegen, im kommenden Jahr um weitere 5,6 Prozent.

„Erneut zeigt sich die Bedeutung des internationalen Handels für den deutschen Wohlstand. Das Auslandsgeschäft verhindert gegenwärtig einen stärkeren Konjunktureinbruch und wird die Erholung im laufenden Jahr entscheidend mittragen. Handelsbeschränkungen seitens der EU, etwa gegenüber dem Export von Impfstoffen, verschlechtern die weltweite Güterversorgung und unterminieren das deutsche Geschäftsmodell“, sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr.

Pandemie kostet 340 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung

Mit dem Überschreiten des Vorkrisenniveaus sind die Folgen der Pandemie noch längst nicht ausgestanden. So liegt die Wirtschaftsleistung zum Jahresende schätzungsweise 1,4 Prozent unter dem Niveau, das ohne die Pandemie zu erwarten gewesen wäre. Den pandemiebedingten Wertschöpfungsverlust veranschlagt das IfW Kiel für die Jahre 2020 bis 2022 auf 340 Milliarden Euro.

Die Arbeitslosigkeit bleibt vor allem dank des Instruments der Kurzarbeit mit Quoten von 5,9 Prozent (2021) und 5,3 Prozent (2022) vergleichsweise niedrig. Das Vorkrisenniveau der Beschäftigung dürfte im Lauf des Jahres 2022 erreicht werden.

Gegenwärtig liegt die Zahl der Erwerbstätigen noch immer eine Dreiviertelmillion (1,7 Prozent) unter dem Vorkrisenniveau. Das Arbeitsvolumen dürfte im ersten Quartal über 7 Prozent vom Vorkrisenniveau entfernt sein, wobei die Vorkrisenvergleiche am Arbeitsmarkt die Folgen der Corona-Krise angesichts der zuvor bestehenden Aufwärtstrends deutlich unterzeichnen. So wären ohne die Krise heute rund eine Million Stellen mehr zu verzeichnen.

Die Inflationsrate dürfte im laufenden Jahr deutlich auf 2,3 Prozent anziehen und zwischenzeitlich auch die 3-Prozent-Marke reißen. Dabei ist das Klimapaket der Bundesregierung für 0,4 Prozent der Steigerung verantwortlich, die Erhöhung der Mehrwertsteuer für 1,2 Prozent. 2022 dürfte die Teuerungsrate wieder auf unter 2 Prozent zurückgehen.

„Der Preisanstieg in diesem Jahr ist im Wesentlichen temporären Sonderfaktoren geschuldet und steht nicht für einen neuen Inflationstrend. Das Thema Inflation ist damit mittelfristig nicht vom Tisch, aber die Gründe dafür sind anderswo zu suchen, insbesondere im Zusammenspiel von hoher Staatsverschuldung, alternder Bevölkerung und einer ungezügelten Geldpolitik“, sagte Kooths.

Das Defizit in den öffentlichen Haushalten dürfte im laufenden Jahr mit 4,6 Prozent nochmals etwas höher ausfallen als im letzten Jahr (4,2 Prozent). Erst im kommenden Jahr sinkt es im Zuge der konjunkturellen Erholung und wegfallender pandemiebedingter Ausgaben auf 1,3 Prozent. Deutschlands Schuldenstand wird dann wieder knapp unter 70 Prozent liegen.

„Mit der Erholung entfällt zugleich jede Grundlage für Staatsausgaben auf Pump im großen Stil. Ein abermaliges Aussetzen der Schuldenbremse ist ökonomisch nicht zu begründen. Das strukturelle Defizit des Staates fällt im kommenden Jahr um 40 Milliarden Euro zu hoch aus. Die nächste Bundesregierung steht somit von Beginn an unter Konsolidierungsdruck, zumal von Jahr zu Jahr steigende Belastungen durch die demografische Alterung hinzukommen. Hierauf ist das Land unzureichend vorbereitet, die Verteilungskonflikte dürften sich daher in der nächsten Legislaturperiode erheblich verschärfen“, so Kooths.

Impulse von starker US-Wirtschaft

Die globale Wirtschaft wird nicht zuletzt von einer starken US-Wirtschaft angeschoben. Die Weltproduktion wird dieses Jahr voraussichtlich um 6,7 Prozent und im Jahr 2022 um 4,7 Prozent zulegen. Der internationale Warenhandel dürfte 2021 um 7,5 Prozent und im kommenden Jahr um 3,7 Prozent steigen. Damit wird er im kommenden Jahr sogar höher ausfallen als noch vor der Krise erwartet.

Im Euroraum dürfte das Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr um 4,8 Prozent zulegen und 2022 um 4,3 Prozent. Damit wird das Vorkrisenniveau wohl gegen Ende des laufenden Jahres überschritten. Aktuell liegt die Wirtschaftsleistung im Euroraum rund 5 Prozent unter ihrem Vorkrisenniveau. Mit den unterstellten Lockerungen ab Sommer sind besonders kräftige Zuwachsraten des Dienstleistungshandels, des privaten Konsums und der Ausrüstungsinvestitionen zu erwarten.

Quelle: IfW Kiel

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Breiterer Schutzschirm für Ausbildungsplätze

Das BMAS teilt mit, dass das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ verlängert und verbessert wird.

BMAS, Pressemitteilung vom 17.03.2021

Bundesprogramm wird verlängert und verbessert

Eine gute Ausbildung ist wesentlich für ein gutes Leben. Das müssen wir jungen Menschen auch in Krisenzeiten ermöglichen. Deshalb müssen wir dringend die Ausbildungsbereitschaft in den Betrieben stärken. Ich freue mich, dass das BMAS mit der Weiterentwicklung des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ dazu einen entscheidenden Beitrag leisten kann. Dass die Prämien doppelt so hoch sein werden, wird hoffentlich mehr Unternehmen motivieren, junge Menschen auszubilden. Dass künftig auch größere Unternehmen gefördert werden können, soll für noch mehr Ausbildungsplätze sorgen. Die Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil

Die Berufsausbildung von jungen Menschen muss auch in dieser Krise so gut wie möglich unterstützt werden. Dieses Ziel verfolge ich seit Beginn der Pandemie. Mit diesem zweiten Maßnahmenpaket schaffen wir die Grundlage, dass junge Frauen und Männer einen Ausbildungsplatz finden und auch weitere Unterstützung bekommen, um auch in diesen schwierigen Zeiten gut den Beruf starten können zu können. Das hilft auch den Unternehmen und der gesamten Wirtschaft, weil die in den nächsten Jahren noch mehr Fachkräfte brauchen wird als heute. Ausbildung wird in diesen Zeiten aber nur gelingen, wenn alle Sozialpartner mitziehen. Darum bin ich über das Engagement der Verbände und Gewerkschaften sehr froh, das sich auch in der Allianz für Aus- und Weiterbildung zeigt. Ich danke allen Betrieben, die trotz der vielfach schwierigen Zeit ausbilden. Sie tun etwas für sich und jungen Leute, aber auch etwas für unser Land.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek

Die wichtigsten Änderungen im Einzelnen

  • Die Ausbildungsprämien für von der Corona-Krise betroffene Betriebe, die durch Neueinstellungen ihr Ausbildungsniveau halten oder erhöhen, werden – rückwirkend zum 16. Februar 2021 – zunächst in bisheriger Höhe verlängert.
  • Für das neue Ausbildungsjahr werden die Prämien zum 1. Juni 2021 von 2.000 und 3.000 Euro auf 4.000 und 6.000 Euro verdoppelt. Damit werden zusätzliche Anreize für Ausbildungsbetriebe geschaffen.
  • Die Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit während einer Ausbildung werden attraktiver: Künftig können auch Zuschüsse zur Vergütung der Ausbilderin oder des Ausbilders gezahlt werden. Wie bisher kann zudem die Ausbildungsvergütung bezuschusst werden.
  • All diese Leistungen können künftig Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitenden beziehen. Bisher liegt die Grenze bei 249 Mitarbeitenden.
  • Mit einem neuen Sonderzuschuss werden Kleinstunternehmen erreicht, die im zweiten Lockdown ihre normale Geschäftstätigkeit weitgehend einstellen mussten: Betriebe mit bis zu vier Mitarbeitern können pauschal 1.000 Euro bekommen, wenn sie ihre Ausbildungstätigkeit für mindestens 30 Tage fortgesetzt haben.
  • Die Übernahmeprämie wird bis Ende 2021 verlängert und auf 6.000 Euro verdoppelt. Mit ihr wird künftig neben der Übernahme eines Auszubildenden aus einem Insolvenzfall auch bei pandemiebedingter Kündigung oder bei Abschluss eines Auflösungsvertrages unterstützt.
  • Die Förderung einer Auftrags- oder Verbundausbildung wird attraktiver. Die Mindestlaufzeit wird auf vier Wochen verkürzt, die Höhe der Förderung nach der Laufzeit bemessen. Insgesamt können bis zu 8.100 Euro gezahlt werden. Künftig kann auch der Stammausbildungsbetrieb statt des Interimsausbildungsbetriebs die Förderung erhalten. Für Interimsausbildungsbetriebe entfällt die Begrenzung auf bis zu 249 Mitarbeitende ersatzlos.
  • Künftig können für pandemiebetroffene Unternehmen die Kosten für externe Abschlussprüfungsvorbereitungskurse für Auszubildende hälftig bezuschusst werden, maximal mit 500 Euro.

Quelle: BMAS

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Deutsche Wirtschaft auf Stop-and-Go-Kurs

Lockdown-Lockerungen trotz bereits wieder steigender Corona-Infektionszahlen und der langsame Impffortschritt schicken die deutsche Wirtschaft auf einen Stop-and-Go-Kurs. Davon geht das DIW Berlin in seiner neuesten Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung in diesem und im kommenden Jahr aus.

DIW Berlin, Pressemitteilung vom 18.03.2021

  • DIW Berlin senkt Wachstumsprognose für dieses Jahr deutlich auf 3,0 Prozent
  • Zu erwartendes Wechselspiel aus Lockerungen, aufflammendem Infektionsgeschehen und erneuten Schließungen trifft vor allem Dienstleistungsbereiche
  • Zahl der Firmenpleiten dürfte erheblich höher liegen als 2020
  • Mehr Tempo bei Pandemiebekämpfung und Zukunftsinvestitionen dringend geboten

Lockdown-Lockerungen trotz bereits wieder steigender Corona-Infektionszahlen und der langsame Impffortschritt schicken die deutsche Wirtschaft auf einen Stop-and-Go-Kurs. Davon gehen die KonjunkturforscherInnen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in ihrer neuesten Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung in diesem und im kommenden Jahr aus. Demnach müssen auf die aktuellen Öffnungsschritte wohl mindestens regional immer wieder Schließungen des Einzelhandels, der Gastronomie und anderer Dienstleistungsbereiche folgen, um das Infektionsgeschehen im Griff zu behalten. Wohl erst im Laufe des dritten Quartals werden die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen nachhaltig zurückgefahren werden können.

Entsprechend verzögert sich die Erholung der deutschen Wirtschaft: Für dieses Jahr sieht die DIW-Prognose ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von nur noch 3,0 Prozent, nachdem im vergangenen Dezember noch ein Plus von über fünf Prozent realistisch erschien. Die Risiken sind zudem erheblich: Die Politik hat in den vergangenen Wochen ihre Linie mehr als nur einmal geändert – allein das sorgt für Unsicherheit. Hinzu kommt vor allem, dass das Insolvenzgeschehen durch die Aussetzung der Meldepflicht derzeit verschleiert ist. Der Flurschaden der Pandemie wird sich frühestens im Laufe dieses Jahres zeigen. Nachdem es 2020 trotz stark schrumpfender Wirtschaft zu weniger Insolvenzen kam, könnten diese im laufenden Jahr erheblich zunehmen und auch den Arbeitsmarkt zusätzlich unter Druck setzen.

China und USA als Lokomotiven der Weltwirtschaft – Deutsche Wirtschaft profitiert

Dass die deutsche Wirtschaft zu Beginn des laufenden Jahres nicht stärker eingebrochen ist, liegt an der stabilen Industrie. Im Gegensatz zum ersten coronabedingten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres konnte sie zuletzt durchgehend produzieren, die Lieferketten waren weitgehend intakt. Zudem erholt sich die weltweite Nachfrage nach Produkten „Made in Germany“ weiter – nicht zuletzt deshalb, weil die Pandemiebekämpfung mancherorts effektiver ist als hierzulande, etwa in den USA. Hinzu kommen äußerst umfangreiche Konjunkturpakete. Entsprechend kräftig entwickelt sich schon kurzfristig die US-Wirtschaft. Das gilt auch für China, einen weiteren wichtigen Absatzmarkt Deutschlands. Die Konjunktur in diesen beiden Ländern ist maßgeblich dafür, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr mit 6,7 Prozent sogar etwas stärker wachsen könnte als noch im Winter erwartet. Davon profitiert die exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Die Dienstleistungsbereiche hingegen werden hierzulande durch das zu erwartende Wechselspiel von Lockerungen und immer wieder aufflammendem Infektionsgeschehen stark beeinträchtigt. Der Arbeitsmarkt hat sich vom Einbruch des vergangenen Frühjahrs bisher kaum erholt. Zwar wurde auch im zweiten Lockdown ein Großteil der weggefallenen Tätigkeiten durch Kurzarbeit aufgefangen – die Zahl der KurzarbeiterInnen dürfte bis Februar auf über 2,8 Millionen gestiegen sein. Dennoch bleibt die Arbeitslosenquote zunächst hoch. Erst im Laufe des Jahres dürfte sie sinken und im Jahresdurchschnitt 5,8 Prozent betragen.

Mehr Anstrengungen nötig, damit deutsche Wirtschaft nicht zurückfällt

Die deutsche Wirtschaft profitiert derzeit von Impulsen aus der übrigen Welt. Den DIW-KonjunkturforscherInnen zufolge wäre es aber ein großer Fehler, sich darauf zu verlassen und auszuruhen. Zumal wichtige Modernisierungsvorhaben, beispielsweise bei der Digitalisierung, Verkehrsinfrastruktur, Bildung und beim Klimaschutz, andernorts schneller vorangebracht werden als hierzulande. Deutschland droht zurückzufallen; mehr und zügig realisierbare Zukunftsinvestitionen sind dringend gefragt. Zwar sind die öffentlichen Haushalte infolge der Krisenbekämpfungsmaßnahmen nicht mehr auf Rosen gebettet – so dürfte die Schuldenstandsquote in diesem Jahr auf 71 Prozent steigen. Dennoch gibt es Spielräume, zumal sich die Zinsen nach wie vor im negativen Bereich bewegen, der deutsche Fiskus an der Schuldenaufnahme also sogar noch verdient. Modellschätzungen des DIW Berlin zeigen, dass jeder zusätzliche Euro an öffentlichen Investitionen etwa 1,60 Euro zusätzliches Bruttoinlandsprodukt mit sich bringt. Das daraus resultierende zusätzliche Wachstum der deutschen Wirtschaft würde mittelfristig auch dazu beitragen, die öffentliche Verschuldung wieder zu reduzieren.

Kurz gesagt

„Der deutschen Wirtschaft steht ein schwieriges Jahr bevor: Die Corona-Pandemie nimmt vorerst kein Ende, wir sind auf direktem Weg in die dritte Welle. Die Politik hat Vertrauen verspielt und Glaubwürdigkeit verloren, weil sie zu zögerlich handelt und zuletzt deutlich von ihrem Kurs abgewichen ist. Trotz der Öffnungsbemühungen wird es wohl immer wieder zu erneuten Lockdowns kommen müssen, um nicht vollends die Kontrolle über das Pandemiegeschehen zu verlieren. Viele Unternehmen stehen schon jetzt vor dem Abgrund, die Eigenkapitalpuffer gehen vielerorts zu Neige. Wir brauchen dringender denn je einen überzeugenden Plan für einen Umgang mit der Pandemie, der Gesellschaft und Wirtschaft eine glaubwürdige Perspektive für die Zukunft eröffnet.“

Marcel Fratzscher, DIW-Präsident

„Die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung haben sich gegenüber der Einschätzung aus dem Winter deutlich eingetrübt. Zwar profitiert die deutsche Industrie davon, dass Lieferketten anders als im ersten Lockdown nicht unterbrochen und deutsche Produkte im Ausland weiter gefragt sind. Die Dienstleistungsbereiche leiden allerdings erneut stark. Allen voran werden diese auch vom Stop-and-Go aus Lockerungen, aufflammendem Infektionsgeschehen und erneuten Schließungen getroffen. Die deutsche Wirtschaft profitiert derzeit massiv davon, dass es in anderen Ländern wie den USA und China besser läuft. Dort sind große Konjunkturpakete beschlossen, die mit umfangreichen Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Dies sollte auch Deutschland forcieren: Mehr und zügig realisierbare Zukunftsinvestitionen, etwa in Infrastruktur, Bildung und Klimaschutz, sind gefragt, um international den Anschluss nicht zu verlieren.“

Claus Michelsen, DIW-Konjunkturchef

„Der Arbeitsmarkt hat sich vom Einbruch des vergangenen Frühjahrs bisher kaum erholt. Ein großer Teil der weggefallenen Arbeit wurde zwar durch Kurzarbeit aufgefangen, dennoch ist und bleibt die Arbeitslosenquote im Vergleich zu den vergangenen Jahren hoch. Zusätzliches Ungemach könnte drohen, wenn die Zahl der Insolvenzen in diesem Jahr deutlich steigen sollte – das ist zwar nicht ausgemacht, käme aber nicht überraschend.“

Simon Junker, Experte für die deutsche Konjunktur

„Die Konjunkturdynamik in Europa unterscheidet sich deutlich von derjenigen anderer großer Volkswirtschaften. Der Euroraum wird durch das Infektionsgeschehen und entsprechende Lockdownmaßnahmen zunächst erneut in eine Rezession rutschen, während China und die USA den Aufschwung mit kräftigen Raten fortsetzen. In der Folge wird dies aber auch dem Wachstum exportorientierter Wirtschaftsräume Schwung verleihen.“

Geraldine Dany-Knedlik, Expertin für die Weltwirtschaft

Quelle: DIW Berlin

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Berufsorientierung und Ausbildungssuche in Corona-Zeiten

Sowohl junge Menschen, die eine Ausbildung machen möchten, als auch Betriebe auf der Suche nach Fachkräftenachwuchs stellt die Pandemie vor erhebliche Herausforderungen. So fallen etwa viele Praktika weg, Ausbildungsmessen sind allenfalls virtuell möglich. Einen Überblick über Corona-taugliche Möglichkeiten der Berufsorientierung und Ausbildungsplatzsuche schafft die IHK-Organisation mit einer neuen digitalen Landkarte.

DIHK, Mitteilung vom 18.03.2021

Reduzierte Kontakte, ausgefallene Ausbildungsmessen, abgesagte Praktika – Berufsorientierung und Ausbildungsplatzsuche stehen während der Corona-Pandemie vor großen Herausforderungen. Wie lässt es sich vermeiden, dass dadurch Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt zurückgehen? Wie können Betriebe und junge Menschen auch in diesen Zeiten zusammenfinden?

Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes wird auch weiterhin vom Pandemiegeschehen und von den Öffnungsperspektiven für betroffene Betriebe abhängen. Über Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungssituation in dieser Situation haben sich Bund, Länder, DIHK und weitere Wirtschaftsverbände sowie Gewerkschaften bei einem Spitzentreffen der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ am 17. März ausgetauscht.

Die IHK-Organisation selbst setzt sich mit zahlreichen Angeboten dafür ein, dass Betriebe und Jugendliche auch jetzt die nötige Unterstützung bekommen – ob mit virtuellen Azubi-Speed-Datings, Virtual-Reality-Ausbildungsmessen oder Ausbildungsberatungen per Video-Chat.

Berufliche Orientierung und Ausbildungsplatzsuche per Mausklick

Über 200 digitale und 150 analoge Angebote der Industrie- und Handelskammern sind auf einer neuen digitalen Landkarte zur Berufsorientierung und Ausbildungsplatzsuche zu finden. Unter www.ihk.de/berufsorientierung finden Schülerinnen und Schüler, Ausbildungsplatzsuchende, Lehrkräfte, Eltern, Ausbildungsbetriebe und junge Menschen mit Zweifeln an ihrem Studium einen Überblick über die Angebote in den Regionen.

Per Filtersuche kann der Suchradius beliebig erweitert werden. Die Seite gibt einen kurzen Überblick zu den jeweiligen Treffern und verlinkt zu weiteren Informationen direkt auf die Websites der einzelnen IHKs. Die Karte wird fortlaufend erweitert und aktualisiert.

Über 200 Angebote digital verfügbar

Die Industrie- und Handelskammern haben viele ihrer Präsenzangebote auf virtuelle Formate umgestellt, um trotz der aktuellen pandemiebedingten Einschränkungen Jugendliche zu unterstützen, die auf der Suche nach ihrem Wunschberuf oder einem Ausbildungsplatz sind. So können junge Menschen beispielsweise ihre Bewerbungsmappe online checken lassen oder digital testen, welcher Ausbildungsberuf zu ihnen passt. Lehrkräfte erhalten in Webinaren und anderen virtuellen Formaten wertvolle Tipps zum Thema Berufsorientierung in der Schule und können sich über ein Digitales Schwarzes Brett oder per Schul-App mit den Jugendlichen austauschen.

Trotz Pandemie – gute Chancen für Bewerber

Corona hat das Thema Fachkräftemangel in den Hintergrund gedrängt, aber nicht obsolet gemacht. Viele Ausbildungsbetriebe suchen auch aktuell weiterhin Fachkräftenachwuchs. Trotz Pandemie gibt es in vielen Berufen und Branchen gute Chancen mit einer beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Im Dossier finden Sie außerdem Tipps und Best Practices rund um die Ausbildung während der Corona-Pandemie.

Quelle: DIHK

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