Inflationsrate im Juli 2020 bei -0,1 %

Nach der Senkung der Mehrwertsteuer ist die Inflation erstmals seit gut vier Jahren wieder gefallen. Die Verbraucherpreise gaben im Juli 2020 gemessen am Vorjahresmonat um 0,1 Prozent nach, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung an die Verbraucherinnen und Verbraucher beeinflusst Preisentwicklung
Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.08.2020

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Juli 2020 bei -0,1 %. Damit ging die Inflationsrate im Juli 2020 zurück (Juni 2020: +0,9 %). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sanken die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Juni 2020 um 0,5 %.

Senkung der Mehrwertsteuer zum 1. Juli 2020 dämpft die Preisentwicklung

Nachdem die Inflationsrate im Juni 2020 leicht angestiegen war, dämpfte die Mehrwertsteuersenkung zum 1. Juli 2020 als eine Maßnahme des Konjunkturpakets der Bundesregierung nun die Preisentwicklung. In welchem Umfang die niedrigeren Steuersätze an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurden, ist nur schwer nachweisbar, da die Preisentwicklung von vielen Faktoren abhängt. Der Einfluss der Senkung der Mehrwertsteuersätze kann daher nur modellmäßig berechnet werden. Unter der Annahme einer vollständigen und sofortigen Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung an die Verbraucherinnen und Verbraucher ergibt sich im Juli 2020 rein rechnerisch eine um 1,6 Prozentpunkte niedrigere Inflationsrate. Ohne die Steuersenkung wäre die Inflationsrate also maximal 1,6 Prozentpunkte höher gewesen.

Preisrückgang bei Energieprodukten binnen Jahresfrist hat sich verstärkt, Preisanstieg bei Nahrungsmitteln hat sich abgeschwächt

Die Preise für Waren insgesamt verbilligten sich von Juli 2019 bis Juli 2020 um 1,4 %. Ein Grund dafür dürfte die Mehrwertsteuersenkung sein: So hat sich der Preisrückgang bei Energie gegenüber dem Vorjahresmonat trotz wieder steigender Ölpreise auf dem Weltmarkt mit -6,7 % leicht verstärkt (Juni 2020: -6,2 %). Vor allem verbilligten sich Heizöl (-31,3 %) und Kraftstoffe (-12,9 %). Zudem verteuerte sich Strom nur noch um 2,1 % (Juni 2020: +4,1 %). Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich binnen Jahresfrist um 1,2 %, auch hier hat sich der Preisauftrieb deutlich abgeschwächt (Juni 2020: +4,4 %). Im Einzelnen wurden aber erneut überdurchschnittliche Preiserhöhungen bei Obst (+7,8 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+5,4 %) ermittelt. Billiger wurden hingegen beispielsweise Speisefette und Speiseöle (-3,4 %). Auch in anderen Warengruppen gingen die Preise unter anderem durch die Mehrwertsteuersenkung zurück, beispielsweise für Bekleidung und Schuhe (-1,7 %) sowie für langlebige Gebrauchsgüter (-1,0 %). Merklich teurer blieben jedoch Tabakwaren (+6,6 %), die von der Mehrwertsteuersenkung ausgenommen sind.

Inflationsrate ohne Energieprodukte mit +0,8 % deutlich über der Gesamtteuerung

Die Preisrückgänge bei Energieprodukten gegenüber dem Vorjahresmonat wirkten sich weiterhin dämpfend auf die Inflationsrate aus: Ohne Berücksichtigung der Preise für Energieprodukte hätte die Inflationsrate im Juli 2020 bei +0,8 % gelegen, ohne Energieprodukte und Nahrungsmittel bei +0,7 %.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 1,2 %, Mehrwertsteuersenkung wirkt sich hier kaum aus

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Juli 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat überdurchschnittlich um 1,2 %. Bedeutsam war hier die Erhöhung bei den Nettokaltmieten (+1,4 %), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden und diese zudem nicht von der Mehrwertsteuersenkung betroffen sind. Für Leistungen beim Friseur und für die Körperpflege (+4,9 %) und beim Besuch in Restaurants, Cafés und im Straßenverkauf (+1,6 %) mussten trotz Mehrwertsteuersenkung höhere Preise bezahlt werden. Fahrkarten im Fernverkehr wurden hingegen deutlich günstiger (-16,0 %). Dies ist vor allem auf die bereits seit Jahresbeginn gesunkene Mehrwertsteuer für Bahnfernfahrten von 19 % auf 7 % zurückzuführen und nur teilweise auf die aktuelle Senkung des ermäßigten Steuersatzes von 7 % auf 5 %.

0,5 % niedrigere Preise im Vormonatsvergleich

Im Vergleich zum Juni 2020 sank der Verbraucherpreisindex insgesamt im Juli 2020 um 0,5 %. Die Preise für Energieprodukte insgesamt gingen um 0,7 % zurück, vor allem sanken die Preise für Heizöl (-4,4 %). Hingegen stiegen die Kraftstoffpreise um 1,5 %. Insbesondere saisonbedingt erhöhten sich im Ferienmonat Juli auch die Preise für Pauschalreisen (+16,6 %) und Flugtickets (+4,6 %), wobei das Angebot hier eingeschränkt war. Günstiger als im Juni 2020 waren im Juli 2020 zahlreiche Güter infolge der Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung. So sanken die Preise für Nahrungsmittel insgesamt deutlich um 2,7 %, bei Obst (-3,2 %) und Gemüse (-6,1 %) gab es zudem saisonbedingte Preisrückgänge. Billiger wurden auch Bekleidung und Schuhe (-4,6 %), vorrangig bedingt durch Preisnachlässe für Sommerartikel.

Inflationsrate im Euroraum voraussichtlich bei +0,4 %

Der für den internationalen Vergleich berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland (HVPI) blieb im Juli 2020 gegenüber dem Stand von Juli 2019 unverändert. Nach der Schnellschätzung von Eurostat vom 31. Juli 2020 lag die Inflationsrate im Euroraum bei +0,4 %. Nächster Veröffentlichungstermin für den HVPI ist der 17. August 2020. Die HVPI-Ergebnisse aller europäischen Länder finden Sie auf den Eurostatseiten.

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Corona-Krise: Bei Kurzarbeit fallen 43 Prozent der Zeit weg

Bei den Kurzarbeitern in Deutschland beträgt lt. ifo Institut der Arbeitsausfall im Schnitt 43 Prozent. Sie arbeiten also nur 57 Prozent ihrer regulären Arbeitszeit. Das bedeutet für die Gruppe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Arbeitsausfall von durchgerechnet 7 Prozent, weil dort 17 Prozent Kurzarbeit fahren.

Corona-Krise: Bei Kurzarbeit fallen 43 Prozent der Zeit weg

ifo Institut, Pressemitteilung vom 12.08.2020

Bei den Kurzarbeitern in Deutschland beträgt der Arbeitsausfall im Schnitt 43 Prozent. Sie arbeiten also nur 57 Prozent ihrer regulären Arbeitszeit. Das bedeutet für die Gruppe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Arbeitsausfall von durchgerechnet 7 Prozent, weil dort 17 Prozent Kurzarbeit fahren. Das geht aus exklusiven ifo-Schätzungen für den Monat Juli hervor, die auf Angaben aus der Konjunkturumfrage des Instituts beruhen. „Der Arbeitsausfall durch Kurzarbeit ist beträchtlich und zeigt, dass die deutsche Wirtschaft in vielen Branchen noch weit entfernt ist von einer Rückkehr zur Normalität“, sagt ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link. Im Gastgewerbe beträgt der geschätzte branchenweite Arbeitsausfall sogar 25 Prozent, weil die 42 Prozent Kurzarbeiter einen hohen durchschnittlichen Ausfall von 54 Prozent haben. Überdurchschnittlich hoch ist der Arbeitsausfall auch in der Industrie insgesamt mit 10 Prozent, weil die 33 Prozent Kurzarbeiter einen durchschnittlichen Ausfall von 30 Prozent haben. Sehr hoch liegt der Ausfall vor allem in der Metallindustrie mit 16 Prozent, weil dort 45 Prozent Kurzarbeiter 34 Prozent durchschnittlichen Ausfall haben. In der Autoindustrie fallen 14 Prozent weg, weil dort 38 Prozent Kurzarbeiter rund 37 Prozent Ausfallzeiten haben, im Maschinenbau mit 12 Prozent, weil die 35 Prozent Kurzarbeiter rund 30 Prozent Ausfall haben, in der Elektrobranche mit 10 Prozent, weil die 34 Prozent Kurzarbeiter dort 31 Prozent Ausfallzeit haben.Hoch ist der Ausfall auch bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen mit 16 Prozent, weil die 26 Prozent Kurzarbeiter eine besonders große Ausfallzeit von 58 Prozent haben. Rund 11 Millionen Berufstätige in Deutschland kommen für Kurzarbeit nicht in Frage, weil sie Selbständige, Beamte oder Minijobber sind.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des ifo Instituts.

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Berufliche Bildung: 513.300 neue Azubi-Verträge im Jahr 2019

Die Zahl der Ausbildungsverträge in Deutschland ist im vergangenen Jahr wieder gesunken. Mit 513.300 Menschen ging die Zahl im Vergleich zu 2018 um 1,6 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Berufliche Bildung: 513.300 neue Azubi-Verträge im Jahr 2019

Frauenanteil bei 36,5 %

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.08.2020

Im Jahr 2019 haben insgesamt 513.300 Personen einen neuen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Nach endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes waren das 8.600 oder 1,6 % weniger als im Jahr 2018. Der vorübergehende Anstieg bei den Neuabschlüssen aus den beiden Vorjahren ist damit vorerst gestoppt. Die Neuabschlüsse verteilten sich auf 325.900 Männer (-1,1 % gegenüber 2018) und 187.400 Frauen (-2,5 %). Damit setzt sich der seit über zehn Jahren zu beobachtende Trend fort, dass Frauen immer seltener eine duale Ausbildung ergreifen. Im Jahr 2019 betrug der Anteil der Frauen an allen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen 36,5 %. Im Jahr 2009 waren es noch 42,6 %.

Weniger Neuabschlüsse von Männern mit ausländischer Staatsangehörigkeit

In den beiden Vorjahren war der Anstieg der Abschlusszahlen u. a. darauf zurückzuführen, dass mehr Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben. Für 2019 ist auch hier ein Rückgang zu verzeichnen. Insgesamt schlossen im vergangenen Jahr 59.700 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen Neuvertrag ab (-2,3 %). Der Rückgang ist dabei ausschließlich auf neu abgeschlossene Ausbildungsverträge von ausländischen Männern zurückzuführen (40.700 Verträge, -4,8 %), während die Neuabschlüsse von ausländischen Frauen gestiegen sind (18.960 Verträge, +3,8 %).

Kaufleute im Einzelhandel mit den meisten Neuverträgen

Bei allen Neuabschlüssen lag der Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel mit 26.110 Verträgen knapp vor dem Vorjahresspitzenreiter Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement (26.060). Es folgten die Berufe Kraftfahrzeugmechatroniker/-in (22.110), Verkäufer/-in (21.360) sowie Industriekaufmann/-kauffrau (16.900). Rund 22 % aller neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge entfallen auf diese fünf Berufe, die bereits seit vielen Jahren in der Spitzengruppe der am stärksten besetzten Ausbildungsberufen sind.

Fachinformatiker/-in mit größtem Zuwachs an Neuabschlüssen

Während die Abschlusszahlen insgesamt gesunken sind, gibt es auch Ausbildungsberufe, die im Vergleich zu 2018 ein deutliches Plus an Neuverträgen verzeichneten. An erster Stelle steht der Beruf Fachinformatiker/-in mit 16.210 neuen Ausbildungsverträgen. Gegenüber 2018 gab es hier einen Zuwachs von 1.260 Vertragsabschlüssen (+8,4 %).

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Statistischen Bundesamtes.

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Neugründungen in Deutschland beruhen selten auf radikalen Innovationen

Die Gründungsprozesse in den Branchen „Alternative Energien“ und „Informationstechnologien“ verlaufen in Deutschland schneller als in den USA. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forschungsprojekt des IfM Bonn und der Universität Utrecht, das eine Befragung von Gründern und Gründerinnen in Deutschland, USA, Italien und Großbritannien in diesen beiden Branchen ausgewertet hat.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 11.08.2020

Die Gründungsprozesse in den Branchen “Alternative Energien” und “Informationstechnologien” verlaufen in Deutschland schneller als in den USA. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forschungsprojekt des IfM Bonn und der Universität Utrecht, das eine Befragung von Gründern und Gründerinnen in Deutschland, USA, Italien und Großbritannien in diesen beiden Branchen ausgewertet hat: “Offenkundig wagen es Gründer und Gründerinnen hierzulande erst, eine sichere Beschäftigung aufzugeben, wenn ihre Gründungsidee bereits relativ ausgereift ist. Aus diesem Grund scheinen sie bei der späteren Umsetzung ihres Gründungsvorhabens auf weniger Hemmnisse zu stoßen, wodurch letztlich der Gründungsprozess von Anfang an beschleunigt wird”, erläutert Dr. Nadine Schlömer-Laufen, die gemeinsam mit Associate Prof. Dr. Andrea Herrmann (Universität Utrecht) das Forschungsprojekt geleitet hat.

Insgesamt dauert es in den untersuchten Branchen hierzulande im Durchschnitt rund 29 Monate, bis aus einer Idee ein Unternehmen entsteht, das substanzielle Gewinne erwirtschaftet: Davon entfallen durchschnittlich ungefähr 12 Monate auf die Vorgründungsphase, 6 Monate auf die Realisierungsphase und knapp 11 Monate auf die Reifungsphase.

Die Gesamtzeit der Gründung kann jedoch stark variieren: Während einige Neugründungen in den untersuchten Branchen bereits nach wenigen Monaten die Gewinnzone erreichten, dauert es in anderen Fällen mehrere Jahre. “Prinzipiell gilt: Je innovativer ein Geschäftsmodell ist, desto länger dauert der Gründungsprozess”, berichtet Dr. Nadine Schlömer-Laufen. “So weisen Gründungen, die auf radikalen Innovationen beruhen, eine fast 16 Monate längere Dauer auf als imitative Gründungen. Dies ist insofern nicht überraschend, schließlich benötigen radikale Innovationen meist mehr Zeit für die Marktetablierung, da die Produkte bzw. Dienstleistung häufig noch unbekannt sind.”

Allerdings basiert nur jede neunte Neugründung in den alternativen Energien bzw. in der Informationstechnologie auf einer radikalen Innovation. Rund jede dritte Gründung beruht auf einer Verbesserung eines bestehenden Produkts oder einer Dienstleistung, jedes zweite auf einer Imitation. Die aus einer Imitation oder einer Verbesserung erwachsenden Geschäftsmodelle etablieren sich entsprechend deutlich schneller auf dem Markt als solche, die auf einer radikalen Innovation beruhen. Ihr schneller Erfolg ist ein Indiz dafür, dass der Fokus der Wirtschaftspolitik weit über die Förderung alleinig innovativer Gründungen hinausgehen sollte.

Beschleunigende Wirkung durch Krisen

“Inwieweit sich die Corona-Krise aktuell auf das Gründungsverhalten und den Gründungsprozess auswirkt, lässt sich aktuell noch nicht absehen. Zusätzliche Analysen legen nahe, dass Krisen eine beschleunigende Wirkung besitzen”, berichtet die IfM-Projektleiterin. So verkürzte sich während der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise in 2008/2009 der gesamte Gründungsprozess von Unternehmen im Durchschnitt um 10 Monate. Möglicherweise sind Gründer und Gründerinnen in Krisenzeiten bspw. aufgrund drohender Arbeitslosigkeit eher bereit, alles auf eine Karte zu setzten und die Gründung schneller voran zu treiben. “Dieser beschleunigende Effekt könnte sich bei einigen Gründungsvorhaben jetzt auch zeigen – allerdings vermutlich nur in solchen Branchen, die nicht so stark von der Pandemie betroffen sind”, so Dr. Nadine Schlömer-Laufen.

Die Studie “Von der Idee bis zum Gewinn – eine empirische Analyse der Entwicklungsprozesse von Neugründungen” ist auf der Homepage des Instituts für Mittelstandsforschung abrufbar. Der Policy Brief “(Krisenhafte) Einflussfaktoren auf den Gründungsprozess” mit den zusätzlichen Studienanalysen wird in Kürze veröffentlicht.

 

Mai 2020: 9,9 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im Mai 2019

Im Mai 2020 haben die deutschen Amtsgerichte 1.504 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 9,9 % weniger als im Mai 2019. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelt sich somit bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist.

Mai 2020: 9,9 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im Mai 2019

Vorläufige Angaben für eröffnete Regelinsolvenzverfahren im Juli 2020: -29,1 %

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 10.08.2020

Im Mai 2020 haben die deutschen Amtsgerichte 1.504 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 9,9 % weniger als im Mai 2019. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelt sich somit bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Mai 2020 im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) mit 247 Fällen (Mai 2019: 284). Unternehmen des Baugewerbes stellten 235 Insolvenzanträge (Mai 2019: 291). Im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wurden 168 (Mai 2019: 175) und im Gastgewerbe 164 (Mai 2019:185) Insolvenzanträge gemeldet.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für Mai 2020 auf knapp 3,1 Milliarden Euro. Im Mai 2019 hatten sie bei rund 2,5 Milliarden Euro gelegen. Dieser Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im Mai 2020 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im Mai 2019.

Neben den Unternehmensinsolvenzen meldeten 6.028 übrige Schuldner im Mai 2020 Insolvenz an. Das waren 20,3 % weniger als im Vorjahresmonat. Darunter waren 4.335 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern (-23,4 % gegenüber Mai 2019) sowie 1.365 Insolvenzanträge von ehemals selbständig Tätigen, die ein Verbraucher- beziehungsweise ein Regelinsolvenzverfahren durchlaufen.

Dieser sehr große Rückgang der Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern erklärt sich zum einen durch den eingeschränkten Betrieb der zuständigen Insolvenzgerichte während der Corona-Pandemie und einer damit verlängerten Bearbeitungszeit. Zum anderen ist davon auszugehen, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher den Zeitpunkt ihres Insolvenzantrages aufgrund der Corona-Pandemie zeitlich nach hinten verschoben haben.

Juli 2020: Trend hält an – Deutlich weniger eröffnete Regelinsolvenzverfahren als im Vorjahr

Auch für den Juli 2020 zeigen die vorläufigen Angaben zu den eröffneten Regelinsolvenzen in Deutschland wie bereits in den vorangegangenen Monaten eine deutliche Abnahme an Verfahren. Im Vergleich zum Juli 2019, dem Monat mit den meisten Regelinsolvenzen im Jahr 2019, sank die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren um 29,1 %. Diese vorläufigen Angaben veröffentlicht das Statistische Bundesamt seit dem Berichtsmonat März 2020.

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juni 2020

Das BMWi teilt mir, dass die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni im Vergleich zum Vormonat um 8,9 % gestiegen ist.

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juni 2020

BMWi, Pressemitteilung vom 07.08.2020

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juni im Vergleich zum Vormonat um 8,9 % gestiegen. Die Industrie verzeichnete erneut ein deutliches Plus von 11,1 %. Dabei meldete der gewichtige Bereich Kfz und Kfz-Teile mit +54,7 % den stärksten Anstieg. Das Baugewerbe steigerte seine Produktion um 1,4 %.

Im zweiten Quartal verringerte sich vor allem aufgrund der Einschränkungen im Shutdown-Monat April die Produktion im Produzierenden Gewerbe gegenüber dem Vorquartal um 16,1 %. In der Industrie lag das Minus bei 19,3 %, während der Ausstoß im Baugewerbe um 4,2 % zurückgefahren wurde.

Die seit Mai zu beobachtende Erholung der Produktion hat sich im Juni fortgesetzt. In der Industrie lag sie zuletzt bei gut 87 % des Produktionsniveaus im vierten Quartal 2019, vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Der Bereich Kfz/Kfz-Teile erreichte ein Produktionsniveau von rd. 80 %. Angesichts der nach wie vor schwachen Nachfrage insbesondere aus dem Ausland und der weiterhin großen Unwägbarkeiten des Pandemieverlaufs dürfte der weitere Aufholprozess noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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Exporte im Juni 2020: +14,9 % zum Mai 2020

Im Juni 2020 wurden von Deutschland Waren im Wert von 96,1 Mrd. Euro exportiert und Waren im Wert von 80,5 Mrd. Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren damit die Exporte im Juni 2020 um 9,4 % und die Importe um 10,0 % niedriger als im Juni 2019.

Exporte im Juni 2020: +14,9 % zum Mai 2020

Exporte liegen aber noch 16,0 % unter dem Vorkrisenniveau im Februar 2020

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 07.08.2020

Exporte, Juni 2020

  • 96,1 Milliarden Euro
  • +14,9 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • -9,4 % zum Vorjahresmonat

Importe, Juni 2020

  • 80,5 Milliarden Euro
  • +7,0 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • -10,0 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz, Juni 2020

  • 15,6 Milliarden Euro
  • 14,5 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

Leistungsbilanz nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank, Juni 2020

  • 22,4 Milliarden Euro

Im Juni 2020 wurden von Deutschland Waren im Wert von 96,1 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 80,5 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die Exporte im Juni 2020 um 9,4 % und die Importe um 10,0 % niedriger als im Juni 2019.

Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat Mai 2020 um 14,9 % und die Importe um 7,0 % zu. Im kalender- und saisonbereinigten Vormonatsvergleich war dies bei den Exporten der größte Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im August 1990. Bei den Importen handelte es sich um den höchsten Anstieg zum Vormonat seit Mai 2010 (+10,6 %). Gegenüber Februar 2020 – dem Monat vor dem Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen – liegen die Exporte kalender- und saisonbereinigt um 16,0 % und die Importe um 12,5 % niedriger.

Die Außenhandelsbilanz schloss im Juni 2020 mit einem Überschuss von 15,6 Milliarden Euro ab. Im Juni 2019 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz noch 16,5 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss der Außenhandelsbilanz im Juni 2020 bei 14,5 Milliarden Euro.

Die deutsche Leistungsbilanz schloss unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel (+16,1 Milliarden Euro), Dienstleistungen (+1,6 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+6,4 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-1,7 Milliarden Euro) im Juni 2020 mit einem Überschuss von 22,4 Milliarden Euro ab.

Im Juni 2019 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 19,5 Milliarden Euro ausgewiesen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Juni 2020 Waren im Wert von 51,2 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 44,8 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Juni 2019 sanken die Exporte in die EU-Staaten um 11,0 % und die Importe aus diesen Staaten um 10,6 %. In die Staaten der Eurozone wurden im Juni 2020 Waren im Wert von 36,1 Milliarden Euro (-11,0 %) exportiert und Waren im Wert von 30,9 Milliarden Euro (-11,2 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Juni 2020 Waren im Wert von 15,1 Milliarden Euro (-11,1 %) exportiert und Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro (-9,3 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) wurden im Juni 2020 Waren im Wert von 44,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 35,7 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber Juni 2019 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 7,4 % und die Importe von dort um 9,3 % ab.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Außenhandel mit ausgewählten Staaten

Je nach Handelspartner waren die Exporte im Vorjahresvergleich unterschiedlich stark beeinträchtigt: Während Exporte in die Volksrepublik China im Juni 2020 um 15,4 % auf 8,3 Milliarden Euro gegenüber Juni 2019 stiegen, nahmen die Exporte in die von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Vereinigten Staaten um 20,7 % auf 7,3 Milliarden Euro ab. Die Exporte in das Vereinigte Königreich verzeichneten im Juni 2020 einen Rückgang von 15,7 % auf 5,0 Milliarden gegenüber dem Vorjahresmonat.

Die meisten Importe kamen im Juni 2020 aus der Volksrepublik China nach Deutschland. Von dort wurden Waren im Wert von 9,7 Milliarden Euro eingeführt, das waren 20,2 % mehr als im Juni 2019. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken im Juni 2020 um 17,4 % auf einen Wert von 4,4 Milliarden Euro. Die deutschen Importe aus dem Vereinigten Königreich sanken um 21,0 % auf 2,4 Milliarden Euro.

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Unternehmen wollen auch nach der Krise an Homeoffice festhalten

Die coronabedingten Anpassungen der Arbeitsorganisation haben vielen Unternehmen gezeigt, dass sich mehr Tätigkeiten für die Arbeit im Homeoffice eignen als bislang angenommen. Aufgrund der neuen Erfahrungen und Erkenntnisse planen lt. ZEW viele Unternehmen, Homeoffice auch nach der Krise intensiver zu nutzen als vor dem Beginn der Corona-Pandemie.

Unternehmen wollen auch nach der Krise an Homeoffice festhalten

ZEW, Pressemitteilung vom 06.08.2020

Die coronabedingten Anpassungen der Arbeitsorganisation haben vielen Unternehmen gezeigt, dass sich mehr Tätigkeiten für die Arbeit im Homeoffice eignen als bislang angenommen. Im unternehmensnahen Dienstleistungsbereich sind es mehr als 50 Prozent und im Verarbeitenden Gewerbe mehr als 40 Prozent der Unternehmen, die über solche digitalen Lerneffekte berichten. „Die flächendeckende Erkenntnis, dass zusätzliche Tätigkeiten ins Homeoffice verlagert werden können, verstärkt den Impuls, den die Corona-Krise auf die Verbreitung ortsflexibler Arbeit ausübt. Aufgrund der neuen Erfahrungen und Erkenntnisse planen viele Unternehmen, Homeoffice auch nach der Krise intensiver zu nutzen als vor dem Beginn der Corona-Pandemie“, sagt Dr. Daniel Erdsiek, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich Digitale Ökonomie. Dabei musste etwa jedes dritte Unternehmen kurzfristig in neue Technologien investieren, um während der Krise Homeoffice zu nutzen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle repräsentative Umfrage unter rund 1.800 Unternehmen der Informationswirtschaft und des Verarbeitenden Gewerbes, die das ZEW Mannheim im Juni 2020 durchgeführt hat.

Größere Unternehmen planen häufig bleibende Veränderungen

„Insbesondere in größeren Unternehmen führt die Corona-Pandemie zu einer langfristigen Ausweitung der Homeoffice-Angebote. So rechnen etwa 75 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft ab 100 Beschäftigten mit einer dauerhaften Ausweitung der Heimarbeit“, sagt Daniel Erdsiek. Bei den Unternehmen mittlerer Größe liegt dieser Wert hingegen bei 64 Prozent und bei den kleinen Unternehmen mit 5 bis 19 Beschäftigten bei 40 Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe rechnet mehr als die Hälfte der großen Unternehmen mit dauerhaft vermehrtem Homeoffice durch die Krise.

Eine mögliche Ursache für die auch nach der Krise stärkere Nutzung von Homeoffice ist die Erfahrung aus der Krise, dass weniger Tätigkeiten als bislang angenommen im Büro erledigt werden müssen. Auch diese Lehre aus der Krise ziehen vor allem größere Unternehmen. Insbesondere den Unternehmen ab 100 Beschäftigten in der Informationswirtschaft (83 Prozent) und im Verarbeitenden Gewerbe (70 Prozent) hat die Krise gezeigt, dass mehr Tätigkeiten fürs Homeoffice geeignet sind als bislang angenommen. Die Investitionen in neue Technologien, die für etwa jedes dritte Unternehmen notwendig waren, um während der Krise Homeoffice nutzen zu können, werden sich demnach auch langfristig auszahlen.

Im Verarbeitenden Gewerbe haben vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie nur in jedem vierten Unternehmen Beschäftigte regelmäßig im Homeoffice gearbeitet. Aktuell liegt dieser Wert bei fast 50 Prozent, und für die Zeit nach der Krise planen etwa 37 Prozent der Unternehmen, Homeoffice einzusetzen. Da sich gerade im Verarbeitenden Gewerbe nicht alle Tätigkeiten für die Arbeit von zu Hause eignen, ist der Anteil an Beschäftigten, die regelmäßig mindestens einmal wöchentlich im Homeoffice arbeiten, vergleichsweise gering. Allerdings wirkt sich die Corona-Krise langfristig auf die Intensität des Homeoffice aus: In nur vier Prozent der Unternehmen hat vor der Krise mindestens jeder zehnte Beschäftigte regelmäßig im Homeoffice gearbeitet. Nach der Krise soll dieser Anteil im Verarbeitenden Gewerbe auf 14 Prozent der Unternehmen und damit um mehr als das Dreifache ansteigen.

Intensität der Homeoffice-Nutzung steigt dauerhaft

Noch stärker sind die langanhaltenden Veränderungen in der Informationswirtschaft, welche die IKT-Branche, Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister umfasst. „Schon vor der Krise setzte etwa jedes zweite Unternehmen in der Informationswirtschaft Homeoffice ein, da sich hier deutlich mehr Tätigkeiten für das ortsflexible Arbeiten eignen. Langfristig planen nun fast zwei Drittel der Unternehmen auch nach der Krise Homeoffice zu nutzen“, so Daniel Erdsiek. Zudem gehen die Unternehmen davon aus, dass ein steigender Anteil der Beschäftigten regelmäßig Homeoffice-Angebote in Anspruch nehmen wird. Während bislang nur in etwa jedem zehnten Unternehmen mehr als 20 Prozent der Beschäftigten regelmäßig im Homeoffice gearbeitet hatten, erwartet für die Zeit nach der Krise fast jedes dritte Unternehmen solch eine intensive Homeoffice-Nutzung. In der IKT-Branche plant sogar jedes zweite Unternehmen, dass nach der Krise mehr als 20 Prozent der Beschäftigten regelmäßig im Homeoffice arbeiten. Vor der Krise fand Homeoffice nur in jedem fünften IKT-Unternehmen breite Anwendung.

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juni 2020

Das BMWi teilt mit, dass die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni gegenüber dem Vormonat um 27,9 Prozent gestiegen sind.

Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juni 2020

BMWi, Pressemitteilung vom 06.08.2020

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juni gegenüber dem Vormonat um 27,9 Prozent gestiegen. Am kräftigsten fiel der Aufholprozess mit 45,7 Prozent bei den Investitionsgütern aus (Kfz und Kfz-Teile +66,5 Prozent). Bei Vorleistungsgütern ergab sich ein Zuwachs von 10,6 Prozent und bei Konsumgütern von 1,1 Prozent. Großaufträge trugen zum Aufwuchs bei. Ohne Großaufträge nahmen die Bestellungen um 23,8 Prozent zu.

Im zweiten Quartal kam es angesichts des harten Shutdowns im April und trotz der Erholung im Mai und Juni insgesamt zu einem Rückgang der Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 22,9 Prozent. Die Nachfrage aus dem Inland zeigte sich merklich robuster (-13,9 Prozent) als die aus dem Euroraum (-26,2 Prozent) bzw. aus dem Nicht-Euroraum (-30,7 Prozent).

Nach der ersten Belebung im Mai kommt die Erholung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juni einen großen Schritt voran. Sie erreichten bereits wieder ein Niveau von 90,7 Prozent der Bestellungen vor Ausbruch der Pandemie im vierten Quartal 2019. Allerdings hinken die Aufträge aus dem Ausland der Entwicklung im Inland hinterher. Dies zeigt auf, warum der weitere Erholungsprozess langsamer voranschreiten wird.

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BIP schneller und deutlicher gefallen als in der Finanzkrise 2008/09

Die Corona-Pandemie hat die deutsche Wirtschaft abrupt gebremst und sich mittlerweile auch deutlich auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Das zeigt der Krisenmonitor des Statistischen Bundesamtes.

BIP schneller und deutlicher gefallen als in der Finanzkrise 2008/09

Auch Erwerbstätigenzahlen sanken schneller als in der Finanzmarktkrise 2008/09

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 05.08.2020

Die Corona-Pandemie hat die deutsche Wirtschaft abrupt gebremst und sich mittlerweile auch deutlich auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Das zeigt der Krisenmonitor des Statistischen Bundesamtes, der neben anderen Konjunkturindikatoren das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und die Erwerbstätigen im Krisenvergleich darstellt. Das BIP fiel im 2. Quartal 2020 wie berichtet preis-, saison- und kalenderbereinigt um 10,1 % zweistellig gegenüber dem Vorquartal (nach -2,0 % im 1. Quartal 2020). Aber auch die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ging saisonbereinigt ungewöhnlich stark um 1,4 % gegenüber dem 1. Quartal 2020 zurück (nach 0,0 % im 1. Quartal 2020).

Corona-Krise 2020 versus Finanzmarktkrise 2008/2009

Mit diesem abrupten und steilen Absturz der wirtschaftlichen Leistung und der Zahl der Erwerbstätigen unterscheidet sich die aktuelle deutlich von der letzten weltweiten wirtschaftlichen Krise. Die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/2009 setzte eher schleichend ein und wirkte sich zunächst nicht erkennbar auf den Arbeitsmarkt aus. Ab dem 2. Quartal 2008 begann der wirtschaftliche Abschwung: Das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP ging um 0,3 % zurück. Der Tiefpunkt der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise war erst ein knappes Jahr später erreicht, als das BIP im 1. Quartal 2009 um -4,7 % einbrach. Ab dem 2. Halbjahr 2009 erholte sich die Wirtschaft wieder, aber erst zum 1. Quartal 2011 war das Vorkrisenniveau des BIP vom 1. Quartal 2008 wieder erreicht.

Auf dem Arbeitsmarkt wurde die damalige Krise erst im 2. Quartal 2009 sichtbar und führte lediglich zu geringen Rückgängen der vierteljährlichen Erwerbstätigenzahl (-0,3 % im 2. Quartal und -0,2 % im 3. Quartal 2009). Das Niveau vom 1. Quartal 2009 wurde bereits im 3. Quartal 2010 überschritten.

Europäische Wirtschaft noch härter von Corona-Pandemie getroffen

Historische Rückgänge des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wurden für das 2. Quartal 2020 nicht nur für Deutschland gemeldet, sondern auch für viele andere Länder, unter anderem für die USA mit umgerechnet -9,5 % gegenüber dem Vorquartal. Im europäischen Vergleich waren die wirtschaftlichen Einbrüche in einigen Ländern noch stärker als in Deutschland. Unter den Mitgliedstaaten, für die bereits Daten für das 2. Quartal 2020 vorliegen, verzeichnete Spanien mit -18,5 % den stärksten Rückgang im Vergleich zum Vorquartal, gefolgt von Portugal (-14,1 %) und Frankreich (-13,8 %). Die italienische Wirtschaft schrumpfte den aktuellen Zahlen zufolge um 12,4 %, den niedrigsten Rückgang hingegen meldete Litauen mit -5,1 %. Für die EU insgesamt gab Eurostat ein vorläufiges Ergebnis von -11,9 % im 2. Quartal 2020 nach -3,2 % im 1. Quartal 2020 bekannt.

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