Industrie 4.0 kann zur Bewältigung der Krise beitragen

Hochrangige Mitglieder aus Industrie, Verbänden, Wissenschaft und Gewerkschaften haben lt. BMWi das „Positionspapier „COVID-19 und Industrie 4.0“ vorgestellt. Darin wird aufgezeigt, wie Industrie 4.0-Lösungen einen Beitrag zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 leisten können.

Industrie 4.0 kann zur Bewältigung der Krise beitragen

Plattform Industrie 4.0 stellt Positionspapier „COVID-19 und Industrie 4.0″ vor

BMWI/BMBF, Pressemitteilung vom 23.06.2020

Unter der Leitung von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat am 23.06.2020 das Leitungsgremium der Plattform Industrie 4.0 getagt. Die hochrangigen Mitglieder aus Industrie, Verbänden, Wissenschaft und Gewerkschaften stellten das Positionspapier „COVID-19 und Industrie 4.0″ vor. Darin wird aufgezeigt, wie Industrie 4.0-Lösungen einen Beitrag zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 leisten können.

Dazu erklärt der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier:

„Die Corona-Krise hat allen gezeigt, welche Bedeutung die digitale Vernetzung, funktionierende Wertschöpfungs- und Liefernetzwerke und eine sichere, interoperable Datennutzung für die deutsche Industrie haben. Die konsequente Umsetzung von Industrie 4.0 in Kombination mit der digitalen Infrastruktur GAIA-X wird die deutsche und europäische Industrie für die Zukunft wettbewerbsfähiger und resilienter machen. Der Input aus der Plattform Industrie 4.0 leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.“

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, erklärt:

„Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit hat vom Zukunftsprojekt Industrie 4.0 stark profitiert. Forschungsbeirat und Plattform unterstützen mit Wissen und Vernetzung die Förderung von Forschung und Entwicklung digitaler Technologien. Im nächsten Schritt gilt es nun, kleinen und mittleren Unternehmen möglichst flächendeckend Zugang zu neuen Technologien zu verschaffen. Wenn uns dieser Transfer gelingt, haben wir gute Chancen, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Auf dem vor uns liegenden Weg wird die Plattform Industrie 4.0 ein wichtiger Partner sein.“

Die Corona-Pandemie verstärkt und beschleunigt den Trend hin zu einer intelligent-vernetzten Produktion. Nach dem Positionspapier der Plattform Industrie 4.0 sollen die breite Verankerung von Industrie 4.0 in den industriellen Anwenderbranchen sowie der Aufbau offener, digitaler Ökosysteme für die Geschäftsbeziehungen zwischen den Unternehmen (B2B) zur Kernkompetenz einer krisenfesten und nachhaltigen deutschen und europäischen Industrie werden. Die Industrievertreter aus der Plattform Industrie 4.0 wollen auch die Chancen nutzen, die das Konjunkturpaket bietet. Hier ist das Ziel, den nächsten Digitalisierungssprung in Anwenderindustrien wie der Fahrzeughersteller und ihrer Zulieferindustrie zu erreichen.

Das Leitungsgremium unterstrich in seiner Sitzung die wichtige Rolle der Plattform Industrie 4.0 bei der koordinierten, vorwettbewerblichen Implementierung von Industrie 4.0. Die Plattform hat mit ihrem „Leitbild 2030 für Industrie 4.0″ einen konzeptionellen Rahmen für den Aufbau von digitalen B2B-Ökosystemen etabliert und treibt deren Umsetzung in die Anwenderbranchen voran.

Dr. Frank Melzer, CTO Festo SE & Co. KG. und Vorsitzender des Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0:

„Unser Leitbild 2030 mit den drei Schwerpunkten Souveränität, Interoperabilität und Nachhaltigkeit liefert einen hervorragenden Handlungsrahmen, um gestärkt aus der Krise zu kommen und die globale Vorreiterrolle in offenen, digitalen Ökosystemen auszubauen. Die Plattform Industrie 4.0 ist ein verlässlicher Partner für den erforderlichen digitalen Wandel und unterstützt die robuste und nachhaltige Weiterentwicklung der deutschen und europäischen Industrie.“

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Drei von vier Unternehmen nutzen Cloud-Computing

Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs: Drei von vier Unternehmen (76 Prozent) nutzten im Jahr 2019 Rechenleistungen aus der Cloud – im Vorjahr waren es 73 Prozent und im Jahr 2017 erst 66 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag der KPMG AG.

Drei von vier Unternehmen nutzen Cloud-Computing

Bitkom, Pressemitteilung vom 23.06.2020

  • Datenschutz und IT-Sicherheit Top-Kriterien bei Anbieterwahl
  • Bitkom Research und KPMG veröffentlichen Cloud-Monitor 2020

Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs: Drei von vier Unternehmen (76 Prozent) nutzten im Jahr 2019 Rechenleistungen aus der Cloud – im Vorjahr waren es 73 Prozent und im Jahr 2017 erst 66 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag der KPMG AG unter 555 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland. Weitere 19 Prozent planen oder diskutieren den Cloud-Einsatz. Nur 6 Prozent wollen auch künftig auf die Cloud verzichten.

„Cloud-Anwendungen haben sich in der gesamten Wirtschaft durchgesetzt. Die Unternehmen haben verstanden, dass Cloud-Computing eine grundlegende Technologie für das Geschäft von morgen ist“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research. Cloud-Computing bezeichnet aus Sicht der Anwender die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen wie beispielsweise Software, Speicherplatz oder Rechenleistung über Datennetze. Das Datennetz kann ein unternehmens- bzw. organisationsinternes Intranet (Private-Cloud-Computing) oder das öffentliche Internet (Public-Cloud-Computing) sein. So nutzten im vergangenen Jahr fast drei von fünf der Unternehmen (58 Prozent) Private-Cloud-Anwendungen, zwei von fünf (38 Prozent) setzten auf Public-Cloud-Lösungen. Jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) betrieb bereits Multi-Cloud-Computing.

Die Cloud wird zum Motor der Digitalisierung

Für die meisten Unternehmen bedeutet Cloud-Computing mehr als nur skalierbare Rechenleistungen abrufen zu können. Mehr als drei Viertel der Cloud-Nutzer (77 Prozent) sehen im Cloud-Einsatz einen großen Beitrag zur Digitalisierung des Unternehmens insgesamt. Für die Digitalisierung interner Prozesse sagen dies 69 Prozent und zwei von fünf (38 Prozent) geben an, dass Cloud-Computing einen großen Beitrag für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle leistet. „Cloud-Computing hat sich zur Kerntechnologie der Digitalisierung entwickelt. Die besonderen Herausforderungen der Covid-19-Krise haben uns die Stärken des Cloud-Computing vor Augen geführt“, sagt Peter Heidkamp, Head of Technology bei KPMG.

Wer Cloud-Anwendungen nutzt oder damit plant, macht verschiedene Kriterien bei der Auswahl eines Cloud-Dienstleisters zur Voraussetzung. Die Konformität mit der Datenschutz-Grundverordnung ist dabei am wichtigsten, fast alle Unternehmen (96 Prozent) geben dies an. Für 88 Prozent ist eine transparente Sicherheitsarchitektur eine Grundvoraussetzung, mehr als drei Viertel (77 Prozent) bestehen auf die Möglichkeit, Cloud-Daten verschlüsseln zu können. Auch der Datenspeicherort ist für viele Cloud-Nutzer und -Planer ein wichtiges Thema. Für zwei Drittel (65 Prozent) darf das Rechenzentrum des Anbieters ausschließlich im Rechtsgebiet der EU stehen. Ähnliche viele (63 Prozent) wollen, dass der Hauptsitz des Cloud-Anbieters eben dort ist (63 Prozent). „Datenschutz und Sicherheit sind die Top-Kriterien bei der Anbieterauswahl. Wer zusätzlich eine einfache Systemintegration und auch Exit-Strategien vereinbart, punktet bei Cloud-Anwendern“, so Pols.

Mobiler Zugriff auf IT ist größter Vorteil

Die allermeisten Unternehmen mit einer Public-Cloud im Einsatz machen positive Erfahrungen. Fast acht von zehn (78 Prozent) unterstreichen, dass der mobile Zugriff auf IT-Ressourcen erleichtert wird. Ähnlich viele (77 Prozent) berichten von einer schnelleren Skalierbarkeit ihrer IT-Leistungen. Jeder zweite Public-Cloud-Anwender (50 Prozent) beobachtet eine Zunahme der Datensicherheit und ein Viertel (24 Prozent) konnte seine IT-Kosten insgesamt über die Public-Cloud senken. Für drei von zehn Anwendern (30 Prozent) hat der IT-Administrationsaufwand durch die Public-Cloud aber auch zugenommen.

Über die Public-Cloud greifen viele Unternehmen auch gezielt auf neue digitale Technologien zu. Fast ein Viertel dieser Anwender (23 Prozent) setzt auf Lösungen für das Internet der Dinge oder Industrie 4.0 aus der Public-Cloud. Weitere 30 Prozent planen einen solchen Einsatz. Data-Lake-Anwendungen sind bei jedem siebten Public-Cloud-Nutzer (17 Prozent) in Betrieb, 8 Prozent geben dies für den Bereich Spracherkennung an. Eher wenige Unternehmen greifen auf Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) aus der Public-Cloud zurück, auf 7 Prozent trifft dies zu und weitere 20 Prozent planen den Einsatz von KI aus der Cloud. Erst 2 Prozent nutzen Blockchain-Lösungen aus der Public-Cloud.

Sicherheitsbedenken als Hemmschuh

Warum zögern Unternehmen, die Public-Cloud zu nutzen? Unternehmen ohne Public-Cloud-Lösungen haben vor allem Sicherheitsbedenken. Sieben von zehn Nichtnutzern (70 Prozent) fürchten einen unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Für 60 Prozent ist die Rechtslage unklar, ähnlich viele (59 Prozent) zweifeln an der Integration einer Public-Cloud in bestehende Lösungen. Und zwei von fünf Nichtnutzern (43 Prozent) fehlen die Ressourcen im Personal. „Wer mit seinem digitalen Business durch Nutzung der Public-Cloud Gas geben will, benötigt eben auch gute Bremsen. Ein tragfähiges Sicherheitskonzept mit einer flexiblen Absicherung der Cloud-Services schafft die Grundlage für die vertrauensvolle Cloud-Nutzung“, sagt Marko Vogel, Partner Cyber Security bei KPMG.

Dabei ist die Public-Cloud laut der Befragten weniger anfällig für Sicherheitsvorfälle als die eigene IT im Unternehmen und wird auch zunehmend sicherer. Gut ein Fünftel (22 Prozent) der Public-Cloud-Nutzer gibt an, dass es in den letzten zwölf Monaten zu Sicherheitsvorfällen in den von ihnen genutzten Cloud-Lösungen gekommen ist. Für weitere 36 Prozent bestand ein solcher Verdacht. Zum Vergleich: Von Sicherheitsvorfällen in der unternehmensinternen IT berichteten drei von zehn Unternehmen (28 Prozent), zwei von fünf (40 Prozent) hatten einen entsprechenden Verdacht. Die große Mehrheit verfügt über Sicherheitskonzepte für die Cloud, gleich ob Public oder Private: Gut drei Viertel der Cloud-Anwender (77 Prozent) geben dies an.

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Unternehmen planen auch nach Corona weniger Dienstreisen

57 Prozent der deutschen Unternehmen halten es für wahrscheinlich, dass sie ihre Geschäftsreisen dauerhaft einschränken als Folge der Corona-Krise. Das geht aus der Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor.

Unternehmen planen auch nach Corona weniger Dienstreisen

ifo Institut, Pressemitteilung vom 23.06.2020

57 Prozent der deutschen Unternehmen halten es für wahrscheinlich, dass sie ihre Geschäftsreisen dauerhaft einschränken als Folge der Corona-Krise. Das geht aus der Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor. Die Industrie geht mit 64 Prozent voran, gefolgt von den Dienstleistern mit 60 Prozent. „Die Folgen der Corona-Krise werden manche Branchen noch sehr lange begleiten, so Fluggesellschaften, Bahnen, Hotels und Restaurants“, sagt ifo Forscher Stefan Sauer.

Weniger betroffen sind der Handel mit 39 Prozent und der Bau mit 29 Prozent.

In der Industrie besonders wenig reisen wollen in Zukunft die Pharmabranche mit 80 Prozent, die Hersteller von Computern mit 77 Prozent, die Hersteller von Glas und Keramik mit 72 Prozent sowie die Chemie mit 71 Prozent und die Getränke-Hersteller mit 71 Prozent.

Außerdem wollen weniger reisen vor allem IT-Dienstleister und Unternehmensberater mit jeweils 80 Prozent sowie Firmen aus Forschung und Entwicklung zu 74 Prozent, aus Werbung und Marktforschung zu 72 Prozent.

Im Handel ist vor allem der Großhandel betroffen, wo 46 Prozent der Unternehmen weniger Dienstreisen vornehmen wollen. Im Einzelhandel sind es 31 Prozent.

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Programm „Passgenaue Besetzung“ unterstützt KMU auch in Corona-Krise bei Rekrutierung künftiger Fachkräfte

Bereits seit 2007 unterstützen die Berater*innen des ESF-kofinanzierten Förderprogramms „Passgenaue Besetzung“ kleine und mittelständische Unternehmen bei der Besetzung ihrer offenen Ausbildungsplätze. Seit Beginn des Programms konnten insgesamt rund 100.000 Ausbildungsplätze und Stellen für die Einstiegsqualifizierung besetzt werden. Die Bundesregierung verlängert das Förderprogramm um vorerst weitere drei Jahre.

Programm „Passgenaue Besetzung“ unterstützt KMU auch in Corona-Krise bei Rekrutierung künftiger Fachkräfte

BMWi, Pressemitteilung vom 22.06.2020

Bereits seit 2007 unterstützen die Berater*innen des ESF-kofinanzierten Förderprogramms „Passgenaue Besetzung“ kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bei der Besetzung ihrer offenen Ausbildungsplätze. Seit Beginn des Programms konnten insgesamt rund 100.000 Ausbildungsplätze und Stellen für die Einstiegsqualifizierung besetzt werden. Die Bundesregierung verlängert das Förderprogramm um vorerst weitere drei Jahre.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier:

„Die Corona-Krise soll nicht zu einer Krise auf dem Ausbildungsmarkt werden. Denn die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen. Mit der Verlängerung des Programms „Passgenaue Besetzung“ tragen wir dazu bei, die duale Ausbildung in Deutschland auf gleichbleibend hohem Niveau zu sichern. Ich freue mich sehr, dass die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen bei der Rekrutierung ihrer künftigen Fachkräfte in gewohnter Qualität fortgeführt werden kann.“

Die derzeit bundesweit etwa 160 Berater*innen beraten Betriebe, ermitteln deren Bedarf an Auszubildenden, erstellen Anforderungsprofile, suchen nach potenziellen Auszubildenden, sichten Bewerbungsunterlagen und führen Auswahlgespräche und Einstellungstests durch. Sie sind auch wichtige Ansprechpartner für die Weitervermittlung von Auszubildenden aus Betrieben in Schwierigkeiten. Die Nutzung digitaler Wege für die Kontaktaufnahme spielt dabei in der Corona-Krise eine wichtige Rolle.

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Corona-Krise im Mittelstand: Rückkehr zu voller Wirtschaftsaktivität in weiter Ferne

Dank Fortschritten bei der Eindämmung des Corona-Virus in Deutschland konnten die in der zweiten Märzhälfte eingeführten Maßnahmen wie Geschäftsschließungen und Kontaktbeschränkungen inzwischen wieder gelockert werden – doch rund 2,3 Mio. kleine und mittlere Unternehmen (60 %) gehen davon aus, dass sie die Krisenfolgen noch lange spüren werden. Dies zeigt die zweite repräsentative Sonderbefragung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels von Anfang Juni 2020.

Corona-Krise im Mittelstand: Rückkehr zu voller Wirtschaftsaktivität in weiter Ferne

KfW, Pressemitteilung vom 19.06.2020

  • Repräsentative Befragung von KfW Research Anfang Juni
  • 60 % der Mittelständler erwarten noch ein langes Nachwirken der Krise
  • Umsatzrückgang von 88 Mrd. Euro im Mai, Gesamteinbußen von 250 Mrd. Euro seit März

Dank Fortschritten bei der Eindämmung des Corona-Virus in Deutschland konnten die in der zweiten Märzhälfte eingeführten Maßnahmen wie Geschäftsschließungen und Kontaktbeschränkungen inzwischen wieder gelockert werden – doch rund 2,3 Mio. kleine und mittlere Unternehmen (60 %) gehen davon aus, dass sie die Krisenfolgen noch lange spüren werden. Dies zeigt die zweite repräsentative Sonderbefragung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels von Anfang Juni 2020. Im Durchschnitt erwarten diese Unternehmen eine Normalisierung ihrer Geschäftslage erst in rund 8,5 Monaten – dies entspräche ungefähr März 2021. 7 % der mittelständischen Unternehmen haben zum Befragungszeitpunkt nach eigenen Angaben bereits das Vorkrisenniveau wieder erreichen können. Dieser positiven Entwicklung stehen allerdings 9 % der Mittelständler gegenüber, die davon ausgehen, nie mehr das Vorkrisenniveau erreichen zu können.

Vor allem der Schwund der Umsätze spiegelt die ganze Kraft wider, mit der die Corona-Pandemie den Mittelstand erfasst hat. Bereits für den März hatte KfW Research in einer ersten Blitzbefragung unter Mittelständlern Umsatzverluste von mindestens 75 Mrd. Euro ermittelt. Für den Monat Mai kommen nun nochmals Einbußen von mindestens 88 Mrd. Euro hinzu. Es ist davon auszugehen, dass auch der April von ähnlichen starken Effekten betroffen war. Für die Dreimonatsperiode der Corona-Krise lässt sich so ein zusammengefasster Umsatzverlust aller Mittelständler von rund 250 Mrd. Euro abschätzen – das entspricht etwa 5 % der üblichen Jahresumsätze im deutschen Mittelstand von etwa 4.700 Mrd. Euro.

Im Mai mussten 61 % der kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande Corona-bedingte Umsatzeinbußen verkraften (114.000 Mittelständler bzw. 3-Prozentpunkte mehr als im März). Im Durchschnitt ging den Firmen knapp die Hälfte (46 %) der üblicherweise in dem Monat zu erwartenden Umsätze verloren (März: 53 %). Das sind etwa 45.000 Euro je betroffenem Unternehmen (März: 39.000 Euro).

Die Spannbreite der Umsatzverluste ist dabei weiterhin sehr groß: In der Branchensicht verzeichnen Unternehmen der Sonstigen Dienstleistungen (z. B. Pflegedienste, Weiterbildung) den durchschnittlich niedrigsten Umsatzverlust mit ca. 20.000 Euro. Hingegen sanken die Maiumsätze von Mittelständlern des Verarbeitenden Gewerbes im Durchschnitt um 169.000 Euro. Größere Unternehmen (mit über zehn Beschäftigten) nahmen mit 276.000 Euro im Mittel das 14-fache an Umsatzverlusten hin im Vergleich zu kleineren Firmen (bis zehn Beschäftigte: 19.100 Euro).

„Die Corona-Krise hat den deutschen Mittelstand im Griff, die Umsatzeinbußen sind gravierend und dürften sich für die Monate März bis Mai auf insgesamt gute 250 Mrd. Euro summieren. Der Weg aus dem Corona-Tal wird ein langer, mühsamer sein“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Beim Blick nach vorn ist dennoch vorsichtiger Optimismus möglich: Mit dem umfassenden Corona-Schutzschirm des Staates, den Erfolgen bei der Eindämmung der Virus-Infektionen und auch den Anpassungen von Geschäftsmodellen und Produktpaletten durch die Unternehmen selbst ist Deutschland auf einem guten Weg. Wichtig ist nun vor allem Vertrauen in eine nachhaltige Erholung. Das neue Konjunkturprogramm der Bundesregierung setzt hierfür willkommene Impulse.“

Köhler-Geib betont jedoch, dass man die Entwicklung der Liquiditätslage im Mittelstand intensiv beobachten müsse: „Eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen spürt weiterhin eine starke Belastung der Liquidität, die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit ist für sie trotz Lockerungen der Corona-Beschränkungen nicht gebannt.“ 45 % aller Mittelständler verfügen aktuell über ausreichend liquide Mittel für maximal zwei Monate, sofern die gegenwärtige Situation anhält bzw. sich nicht verbessert (gerechnet ab 1. Juni 2020). Im März hatte dieser Anteil bei 51 % gelegen. Weitere 24 % der Unternehmen können – zumindest auf liquide Mittel für zwei bis sechs Monate zurückgreifen (März: 22 %). 6 % der Mittelständler haben Liquiditätsreserven von bis zu einem Jahr, bevor die Einstellung des Geschäftsbetriebs droht (März: 7 %). 25 % der Unternehmen im Mittelstand verfügen nach eigener Auskunft generell über ausreichend Liquiditätsreserven – ein Anstieg um 6 Prozentpunkte im Vergleich zur Vorerhebung.

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Digitales Ökosystem: Fundament für wirtschaftlichen Erfolg

Wie essenziell die Digitalisierung für die deutsche Wirtschaft ist, hat die Corona-Krise klar verdeutlicht. Bei den Rahmenbedingungen – Glasfaser- und Mobilfunknetzen, digitalen Verwaltungsleistungen, Datensicherheit oder Cloud-Infrastrukturen – besteht jedoch noch erheblicher Handlungsbedarf. Gebraucht wird ein „Digitales Ökosystem“, in dem Unternehmen und Verwaltung gemeinsam agieren können.

Digitales Ökosystem: Fundament für wirtschaftlichen Erfolg

DIHK, Pressemitteilung vom 18.06.2020

Die Corona-Krise zeigt deutlich: Die Digitalisierung ist ein Muss für die deutsche Wirtschaft. Viele Unternehmen berichten, dass die Arbeit trotz eines plötzlichen Umstiegs auf Homeoffice durch Meetings und Kommunikation über Videokonferenzen häufig recht gut funktioniert hat.

Zukunftsorientierte Digitalisierung

In den letzten Wochen wurde zugleich sichtbar, wie wichtig gute digitale Rahmenbedingungen sind. Dazu gehören leistungsfähige Glasfaser- und Mobilfunknetze, digitale Verwaltungsleistungen, die Sicherheit von Daten und Informationen sowie die Nutzung von Cloud-Infrastrukturen und Plattformen.

Diese Faktoren tragen erheblich zur Bewältigung der aktuellen Krise bei und entscheiden auch mit über einen erfolgreichen Weg aus der Krise heraus. In der Zukunft sind Wachstums- und Wettbewerbsaussichten noch mehr davon abhängig, wie gut der digitale Fortschritt gelingt und wie mit Hilfe der Digitalisierung neue Geschäftschancen ergriffen werden können.

Handlungsbedarf allerorten

Der Breitbandausbau stockt aufgrund langwieriger Genehmigungs- und Vergabeprozesse sowie fehlender Planungs- und Baukapazitäten. Nur 5 Prozent der Gewerbestandorte verfügen über einen Glasfaseranschluss. Die Digitalisierung der Verwaltung kommt nicht richtig voran.

Bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes entstehen vorrangig Individuallösungen ohne Breitenwirkung. Immer höhere gesetzliche Anforderungen an die Daten- und Informationssicherheit gehen nicht mit den betrieblichen Anforderungen der Unternehmensrealität einher.

Deutschland und Europa sind bei Plattformen und datengetriebenen Geschäftsmodellen international ins Hintertreffen geraten. Ein auch für kleine und mittlere Unternehmen tauglicher Weg in die Plattformökonomie muss erst noch gefunden werden. Was fehlt, ist ein gesamtheitlicher und partnerschaftlicher Ansatz mit der Wirtschaft.

Wirtschaft und Staat müssen gemeinsam agieren

Es bedarf eines Miteinanders der Unternehmen und der Verwaltung. Digitale Technologien sind Chance und Notwendigkeit für den Erfolg des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Damit Innovationen und Investitionen in die Digitalisierung angeregt werden, sind vorausschauende und nachhaltige politische Rahmenbedingungen erforderlich, ebenso wie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft auf Augenhöhe. Denn Komplexität und Bedeutung eines digitalen Ökosystems erfordern ein gemeinschaftliches Agieren von Staat und Wirtschaft. Diese Zusammenarbeit sollte sich an guten Beispielen orientieren und ergebnis- und umsetzungsorientiert ausgestaltet sein.

Konjunkturpaket mit wichtigen Ansätzen

Das aktuelle Konjunkturpaket der Bundesregierung greift die richtigen Themen auf. Bedeutend ist insbesondere, dass der Bund den Ländern und Kommunen zusätzliche Mittel für ihre Verwaltungsdigitalisierung zur Verfügung stellt. Erfolgreich wird das aber nur dann sein, wenn sie dabei einheitlich und arbeitsteilig nach dem Einer-für-alle-Prinzip handeln.

Der DIHK unterstützt dieses längst überfällige Vorgehen, mit dem Unternehmen bundesweit auf verlässliche Strukturen hoffen dürfen. Beim Glasfaserausbau bleiben die Ankündigungen vage, beim Thema Mobilfunkausbau muss schnellstmöglich geklärt werden, wie in einer Balance zwischen eigenwirtschaftlichem Ausbau durch die Marktteilnehmer einerseits und staatlich gefördertem Ausbau andererseits die geplanten fünf Milliarden Euro investiert werden sollen.

Die Vorstellungen des DIHK zu einem digitalen Ökosystem sind in einem Positionspapier (zusammengefasst.

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Jahresbericht zu Handelshemmnissen: EU-Schutzmaßnahmen helfen, aber Protektionismus bleibt ein Problem

Aus dem am 18.06.2020 veröffentlichten Jahresbericht über Handels- und Investitionshindernisse geht hervor, dass europäische Unternehmen im Jahr 2019 durch die Beseitigung von Handelshemmnissen zusätzliche Exporte in Höhe von 8 Mrd. Euro generieren konnten.

Jahresbericht zu Handelshemmnissen: EU-Schutzmaßnahmen helfen, aber Protektionismus bleibt ein Problem

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 18.06.2020

Aus dem am 18.06.2020 veröffentlichten Jahresbericht über Handels- und Investitionshindernisse geht hervor, dass europäische Unternehmen im Jahr 2019 durch die Beseitigung von Handelshemmnissen zusätzliche Exporte in Höhe von 8 Mrd. Euro generieren konnten. Die hohe Zahl neuer Exportbeschränkungen zeigt jedoch, dass Protektionismus im Welthandel tief verwurzelt ist. Die Gesamtzahl der bestehenden Handelshemmnisse beläuft sich 2019 weltweit auf 438, von denen 43 im vergangenen Jahr von 22 verschiedenen Ländern eingeführt wurden.

EU-Handelskommissar Phil Hogan sagte: „Es ist eine meiner obersten Prioritäten zu gewährleisten, dass bestehende internationalen Handelsregeln eingehalten werden. Unsere Maßnahmen, um Handelshemmnisse abzubauen, bringen greifbare Vorteile für EU-Unternehmen, auch für kleine Unternehmen. Doch auch im Welthandel haben wir es mit einem besorgniserregenden Wandel zu tun. Während wir all unsere Bemühungen auf die wirtschaftliche Erholung nach dem COVID-Ausbruch konzentrieren, müssen wir auch dafür sorgen, die globalen Handelsströme offen zu halten.“

Koordinierte Anstrengungen der Kommission, der Mitgliedstaaten und der EU-Wirtschaftsverbände im Rahmen der Marktzugangspartnerschaft ermöglichten es den europäischen Unternehmen im Jahr 2019, wichtige Exportmärkte zurückzugewinnen.

Allerdings sehen sich die EU-Unternehmen auch mit einer Vielzahl neuer unrechtmäßiger Hindernisse in Sektoren von strategischer Bedeutung für die EU konfrontiert, insbesondere in der Informations- und Kommunikationstechnologie, Elektronik, Automobilindustrie und anderen High-Tech-Branchen. Die meisten Handelsbeschränkungen betreffen den Zugang zum chinesischen und russischen Markt (38 bzw. 31 Maßnahmen). China verhängte 2019 auch die meisten neuen Beschränkungen, gefolgt von den Ländern des südlichen Mittelmeerraums und des Nahen Ostens.

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71 Prozent aller Beschäftigten mit Tarifvertrag bekommen Urlaubsgeld

In Deutschland erhalten etwas weniger als die Hälfte aller Beschäftigten in der Privatwirtschaft Urlaubsgeld. Der wichtigste Faktor, ob ein Beschäftigter Urlaubsgeld erhält, ist die Frage der Tarifbindung. So erhalten 71 Prozent der Beschäftigten in tarifgebunden Unternehmen der Privatwirtschaft ein Urlaubsgeld, gegenüber nur 34 Prozent der Beschäftigten in Unternehmen ohne Tarifvertrag. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Online-Befragung der Hans-Böckler-Stiftung.

71 Prozent aller Beschäftigten mit Tarifvertrag bekommen Urlaubsgeld

Wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der Einkommen in der Corona-Krise

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 16.06.2020

In Deutschland erhalten etwas weniger als die Hälfte (44 Prozent) aller Beschäftigten in der Privatwirtschaft Urlaubsgeld. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Online-Befragung des Internet-Portals Lohnspiegel.de, das vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Für die Analyse wurden die Angaben von mehr als 53.000 Beschäftigten aus dem Zeitraum von Anfang August 2019 bis Ende Mai 2020 ausgewertet.Ob ein Beschäftigter Urlaubsgeld erhält oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab. Der mit Abstand wichtigste Faktor ist die Frage der Tarifbindung. So erhalten 71 Prozent der Beschäftigten in tarifgebunden Unternehmen der Privatwirtschaft ein Urlaubsgeld, gegenüber nur 34 Prozent der Beschäftigten in Unternehmen ohne Tarifvertrag.

In Ostdeutschland wird nach wie vor deutlich seltener Urlaubsgeld gezahlt als in Westdeutschland. Während im Osten 32 Prozent der Beschäftigten ein Urlaubsgeld erhalten, sind es im Westen 47 Prozent. Diese Unterschiede können in erster Linie auf die deutlich geringere Tarifbindung im Osten Deutschlands zurückgeführt werden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Größe des Unternehmens, da die Wahrscheinlichkeit, Urlaubsgeld zu erhalten mit zunehmender Beschäftigtenzahl ansteigt. Auch hier besteht eine enge Korrelation mit der Tarifbindung, da große Unternehmen eher einen Tarifvertrag anwenden.

Schließlich erhalten Männer mit 47 Prozent häufiger Urlaubsgeld als Frauen, von denen nur 39 Prozent eine entsprechende Sonderzahlung bekommen.

Urlaubsgeld in Corona-Zeiten

Unter den Bedingungen der Corona-Krise sei das Urlaubsgeld in diesem Jahr für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besonders wichtig, sagt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Prof. Dr. Thorsten Schulten. „Millionen von Beschäftigten in Kurzarbeit müssen derzeit teilweise empfindliche Einkommenseinbußen hinnehmen. Vor diesem Hintergrund ist das Urlaubsgeld als Beitrag zur Stabilisierung der Einkommenssituation von großer Bedeutung. Umso problematischer ist es“, so Schulten, „dass nun einzelne Unternehmen hergehen und das Urlaubsgeld streichen wollen. In der Regel ist dies jedoch nicht so einfach möglich. Das gilt vor allem dann, wenn Beschäftigte ein tarifvertraglich gesichertes Recht auf Urlaubsgeld haben.“ In einigen Tarifbranchen wie z. B. der Metall- und Elektroindustrie wurde in diesem Jahr die Möglichkeit eröffnet, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld anteilsmäßig auf die monatlichen Einkommen zu übertragen, um im Fall von Kurzarbeit ein höheres Kurzarbeitergeld zu erhalten.

Unterschiede in der Höhe des tarifvertraglichen Urlaubsgeldes

Die Höhe des tarifvertraglich vereinbarten Urlaubsgeldes fällt je nach Branche sehr unterschiedlich aus: Zwischen 155 und 2.513 Euro bekommen Beschäftigte in der mittleren Vergütungsgruppe dieses Jahr als tarifliches Urlaubsgeld (ohne Berücksichtigung von Zulagen/Zuschlägen, bezogen auf die Endstufe der Urlaubsdauer). Das zeigt die aktuelle Auswertung des WSI-Tarifarchivs für 22 Tarifbranchen (siehe Abbildung 2 sowie die Tabellen 1 und 2 in der PDF-Version; Stand: April 2020). Am wenigsten Geld Urlaubsgeld bekommen Beschäftigte in der Landwirtschaft und im Hotel- und Gaststättengewerbe. Die höchsten Zahlungen erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter anderem in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, der Metallindustrie, der Papier verarbeitenden Industrie, dem Kfz-Gewerbe, der Druckindustrie, im Versicherungsgewerbe, dem Einzelhandel, der Bauindustrie und in der Chemischen Industrie.

Im Westen ist das Urlaubsgeld in vielen Branchen immer noch höher als in Ostdeutschland. Im öffentlichen Dienst und in der Stahlindustrie gibt es kein gesondertes tarifliches Urlaubsgeld. Es wird mit dem Weihnachtsgeld zu einer einheitlichen Jahressonderzahlung zusammengefasst. Bei der Deutschen Bahn AG wird es in das Jahrestabellenentgelt eingerechnet. Auch im Bankgewerbe und in einigen Branchentarifverträgen der Energiewirtschaft gibt es kein tarifliches Urlaubsgeld.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich das tarifliche Urlaubsgeld in 11 von 22 untersuchten Branchen erhöht. Besonders kräftig fiel die Erhöhung im Steinkohlebergbau aus, wo das Urlaubsgeld mehr als verdreifacht wurde. In den übrigen Branchen variiert die Erhöhung des Urlaubsgeldes zwischen 1,0 bis 3,5 Prozent. In Branchen, wie z. B. dem Versicherungsgewerbe, in denen das Urlaubsgeld als ein bestimmter Prozentsatz der Tarifentgelte festgelegt wird, folgte das Urlaubsgeld den allgemeinen Tariferhöhungen.

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Arbeitskosten: Deutschland hoch wettbewerbsfähig und gut gerüstet für Bewältigung der Corona-Krise

Die Hans-Böckler-Stiftung hat die aktuelle Arbeits- und Lohnstückkostenentwicklung analysiert. Ein gespaltenes Jahrzehnt geht zu Ende – enorme Herausforderungen warten. Vor dem Hintergrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung und der stärkeren Bedeutung der binnenwirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre ist Deutschland gut gerüstet, diese Krise zu meistern.

Arbeitskosten: Deutschland hoch wettbewerbsfähig und gut gerüstet für Bewältigung der Corona-Krise

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 17.06.2020

Die deutsche Wirtschaft ist während des vergangenen Jahrzehnts im Jahresdurchschnitt um 2,0 Prozent gewachsen und damit weitaus kräftiger als in den 2000er Jahren, als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) durchschnittlich nur um 1,3 Prozent zunahm. Der Wachstums-Aufschwung seit der Finanz- und Wirtschaftskrise, der längste seit den 1960er Jahren, verlief zeitgleich mit und war wesentlich beeinflusst von der Rückkehr zu einer stabilitätsorientierten Entwicklung bei Löhnen, Arbeitskosten und Lohnstückkosten. Diese ist ein wichtiger Faktor für eine erstarkte Binnennachfrage. So haben die Löhne zwischen 2010 und 2019 im Einklang mit dem neutralen Verteilungsspielraum zugenommen, nachdem der Zuwachs in den 2000er Jahren weit darunter gelegen hatte. Trotz der zuletzt stärkeren Entwicklung und des jahrelangen wirtschaftlichen Booms rangiert die Bundesrepublik bei den Arbeitskosten für die private Wirtschaft aktuell weiterhin lediglich im oberen Mittelfeld Westeuropas, 2019 auf Position sechs im EU-Vergleich. Der durchschnittliche jährliche Anstieg der Lohnstückkosten in Deutschland lag nach 2010 bei 1,9 Prozent, im gesamten Zeitraum zwischen 2000 und 2019 haben die Lohnstückkosten allerdings nur um 1,2 Prozent im Jahresmittel zugenommen – spürbar langsamer als im Durchschnitt des Euroraums (1,4 Prozent) und weitaus weniger als mit dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (knapp 2 Prozent) vereinbar. Das zeigt eine neue Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung zur Entwicklung von Arbeitnehmerentgelten, Arbeits- und Lohnstückkosten.

Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahrzehnten war der gerade durch die Corona-Krise jäh beendete Aufschwung durch die breitere Fundierung nach Analyse des IMK sehr stabil, mit Rekordständen bei der Beschäftigung und sprudelnden Steuereinnahmen. International ist die deutsche Wirtschaft sehr konkurrenzfähig, was sich auch am immensen und nur langsam sinkenden Leistungsbilanzüberschuss von 7,6 Prozent des BIP im Jahr 2019 ablesen lasse, so das IMK. Damit bestünden gute Voraussetzungen, um zu verkraften, dass durch die weitverbreitete Kurzarbeit die Arbeitskosten zeitweilig stärker anwachsen, zumal sich dieser Ausnahmeeffekt wie in der Finanz- und Wirtschaftskrise wahrscheinlich schnell wieder zurückbilden werde: „Vor dem Hintergrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung und der stärkeren Bedeutung der binnenwirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre ist Deutschland gut gerüstet, diese Krise zu meistern. Von entscheidender Bedeutung ist, dass der im letzten Jahrzehnt eingeschlagene Weg fortgesetzt wird“, schreiben Prof. Dr. Alexander Herzog-Stein, Patrick Nüß, Dr. Ulrike Stein und Nora Albu in ihrer Untersuchung. Und sie warnen: „Es wäre verheerend für die zukünftige Entwicklung, wenn mit einer nicht gerechtfertigten Bezugnahme auf eine scheinbare Gefährdung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit und dem Appell des Maßhaltens der Weg in die Austerität und in dauerhaft schwaches Lohnwachstum gewählt würde.“ Dabei unterstreichen die Forscher zugleich, dass für die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage die Lohnsumme, also die Summe der insgesamt gezahlten Löhne und Gehälter, zentral sei. Tarifliche Vereinbarungen für von der Krise besonders betroffene Branchen, die zur Beschäftigungssicherung beitrügen, könnten deshalb über den reinen Lohneffekt hinaus einen zusätzlichen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Stabilisierung leisten.

Löhne: Stärkere Entwicklung, zugleich 4,7 Millionen neue Jobs

2019 sind die Arbeitnehmerentgelte in Deutschland nominal um 3,3 Prozent gestiegen. Damit lag der Zuwachs erstmals seit 2012 etwas über dem gesamtwirtschaftlichen Verteilungsspielraum, der sich zusammensetzt aus der Trendrate des Produktivitätsfortschritts und dem EZB-Inflationsziel und 2,6 Prozent betrug, zeigt die IMK-Analyse. Schaut man auf das gesamte letzte Jahrzehnt, wurde der Verteilungsspielraum annähernd ausgeschöpft: Im jährlichen Durchschnitt betrug er 2,7 Prozent, die Arbeitnehmerentgelte legten um durchschnittlich 2,6 Prozent zu. Gleichzeitig nahm die Beschäftigung um knapp 4,7 Millionen Personen zu, die Arbeitslosigkeit sank um rund 1,15 Millionen.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt war damit weitaus positiver als in den 2000er Jahren. Damals blieben auch die Arbeitnehmerentgelte (durchschnittlicher jährlicher Zuwachs von 1,4 Prozent) weit hinter dem Verteilungsspielraum (3,2 Prozent) zurück, weil, so die Forscherinnen und Forscher, „eine einseitig angebotsorientierte Wirtschaftspolitik und Arbeitsmarktreformen zulasten der abhängig Beschäftigten die Binnennachfrage zugunsten der Exportorientierung vernachlässigte. Die Folge war eine mehrjährige Stagnationsphase.“

Arbeitskosten: Weiterhin auf Position sechs

Zu den Arbeitskosten zählen neben dem Bruttolohn die Arbeitgeberanteile an den Sozialbeiträgen, Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung sowie als Arbeitskosten geltende Steuern. Das IMK nutzt für seine Studie die neuesten verfügbaren Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat.

Die Arbeitskosten in der deutschen Privatwirtschaft sind 2019 nominal um 2,8 Prozent gestiegen. Das entspricht dem Durchschnitt der EU und liegt leicht über dem Mittel des Euroraums (2,5 Prozent). Beim Blick auf die längere Frist ergeben sich die gleichen Trends wie bei den Löhnen: Seit 2010 entwickelten sich die deutschen Arbeitskosten im Euroraum-Vergleich überdurchschnittlich, was allerdings auch stark mit hartnäckiger Wirtschaftskrise, Austeritätspolitik und deshalb extrem niedrigem Wachstum in vielen südeuropäischen Staaten zusammenhing. Schaut man auf den gesamten Zeitraum von 2002 bis Ende 2019, verzeichnete die Bundesrepublik zusammen mit Italien den drittgeringsten Anstieg bei den Arbeitskosten in der EU; niedriger war er nur in den Euro-Krisenländern Griechenland und Portugal.

Mit Arbeitskosten von 35,90 Euro pro Stunde lag die Bundesrepublik 2019 wie im Jahr zuvor an sechster Stelle unter den EU-Ländern hinter Dänemark, Luxemburg, Belgien, Schweden und Frankreich (zwischen 46 und 37,30 Euro). Die Niederlande, Österreich und Finnland haben fast die gleichen Arbeitskosten wie Deutschland. Der Durchschnitt des Euroraums liegt bei 31,30 Euro. Italien weist mit 27,90 Euro die höchsten Arbeitskosten in Südeuropa auf und liegt knapp über dem EU-Mittel von 27,80 Euro. In den übrigen südlichen EU-Staaten betragen die Arbeitskosten zwischen 21,40 Euro (Spanien) und 13,70 Euro (Portugal). Die „alten“ EU-Länder Griechenland und Portugal liegen mittlerweile deutlich hinter dem EU-Beitrittsland Slowenien mit 19,20 Euro. In der Tschechischen Republik, Estland, der Slowakei, Kroatien, Ungarn, Lettland, Polen und Litauen betragen die Stundenwerte zwischen 13,60 und 9,50 Euro. In diesen Ländern waren die Steigerungsraten mit meist 5 bis 7 Prozent im vergangenen Jahr erneut überdurchschnittlich. Schlusslichter sind Rumänien und Bulgarien mit Arbeitskosten von 7,30 bzw. 6 Euro pro Stunde, allerdings bei Zuwächsen von 10 und gut 11 Prozent.

Gute Chancen auf lediglich kurzfristigen Kurzarbeits-EffektIn diesem Jahr wird sich die Kurzarbeit, die in Deutschland wie in vielen anderen EU-Ländern sehr breit eingesetzt wird, um Massenarbeitslosigkeit und eine wirtschaftliche Destabilisierung während der Corona-Krise zu vermeiden, in den Arbeitskosten niederschlagen. Dabei wirkt sich die Kurzarbeit je nach Betrachtungsweise unterschiedlich aus, zeigt die Analyse des IMK. Die Arbeitskosten, die Arbeitgeber pro beschäftigter Person aufwenden, reduzieren sich, weil der Lohn und auch die Sozialabgaben für nicht nachgefragte Arbeitsstunden entfallen. Die Arbeitskosten pro tatsächlich noch geleisteter Arbeitsstunde steigen dagegen. Das liegt unter anderem an den sogenannten Remanenzkosten, beispielsweise der Lohnzahlung an Feiertagen, die auch bei geringerem Arbeitsvolumen anteilig weiterlaufen.

Im ersten Quartal 2020 lässt sich dieser „Corona-Effekt“ bereits beobachten, zu dem auch beitrug, dass, wohl krisenbedingt, mehr Beschäftigte als üblich Urlaub nehmen mussten. Das Statistische Bundesamt meldete kürzlich eine Zunahme der Arbeitskosten um 4,3 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2019. Auch auf die Lohnstückkosten wirkt sich die Kurzarbeit aus, insbesondere, wenn durch Nachfrageeinbrüche in der akuten Krise die Produktivität sinkt. Wie groß der Ausnahme-Effekt bei beiden Kostenarten sein wird, hängt davon ab, wie schnell die wirtschaftliche Erholung einsetzt. In der Finanz- und Wirtschaftskrise vor einem guten Jahrzehnt war der Effekt lediglich kurzfristig, zeigt das IMK: Nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2008 sanken beispielsweise die Lohnstückkosten in den Jahren danach wieder, weil Nachfrage und Produktivität wieder anzogen (siehe auch Abbildung 9 in der Studie sowie in der PDF-Version dieser PM).

„Wir sehen gute Voraussetzungen dafür, dass der Effekt auf Arbeits- und Lohnstückkosten auch in der Corona-Krise nur kurzfristig sein wird“, sagt Prof. Dr. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK. „Der lange, binnenwirtschaftlich fundierte Aufschwung hat die öffentlichen Kassen gut gefüllt. Der Staat nutzt nun seinen Spielraum, indem er Unternehmen von Sozialabgaben in der Kurzarbeit entlastet, er garantiert, dass die Beiträge zu den Sozialversicherungen krisenbedingt nicht steigen, und gleichzeitig stützen Bundesregierung und Europäische Union die Nachfrage massiv. Wenn möglichst viele Staaten ähnliche Impulse setzen, kann auch der Welthandel wieder relativ schnell in Schwung kommen. Nach der Großen Rezession 2008/2009 haben wir gesehen, dass deutsche Unternehmen, die Entlassungen vermieden, Kurzarbeit eingesetzt und vielleicht sogar das Kurzarbeitergeld aufgestockt haben, auch in die eigene Zukunft investiert haben: Sie konnten mit eingespielten Belegschaften sofort loslegen, als es wieder aufwärts ging. Wir sind optimistisch, dass es diesmal wieder so laufen kann.“

Detailergebnisse: Arbeitskosten in der Industrie und im Dienstleistungsbereich

Im Verarbeitenden Gewerbe betrugen 2019 die Arbeitskosten in Deutschland 40,90 Euro pro Arbeitsstunde. Im EU-Vergleich ist die Bundesrepublik damit um einen Platz auf die dritte Position vorgerückt als Teil einer größeren Gruppe von Industrieländern, die deutlich über dem Euroraum-Durchschnitt von 33,70 Euro liegen. Dazu zählen auch Dänemark mit industriellen Arbeitskosten von 46,80 Euro, Belgien (43,50 Euro), Schweden (40,20 Euro) sowie Frankreich (38,60 Euro), Österreich (38,50 Euro) und Finnland (37 Euro). Dabei ist nicht berücksichtigt, dass das Verarbeitende Gewerbe in der Bundesrepublik stärker als in jedem anderen EU-Land von günstigeren Vorleistungen aus dem Dienstleistungsbereich profitiert (siehe folgenden Abschnitt). 2019 stiegen die industriellen Arbeitskosten in Deutschland um 2,2 Prozent und damit schwächer als im Durchschnitt von EU (2,7 Prozent) und Euroraum (2,4 Prozent).

Im privaten Dienstleistungssektor lagen die deutschen Arbeitskosten 2019 mit 33,40 Euro an achter Stelle nach den nordischen EU-Staaten, den Benelux-Ländern und Frankreich. Österreich, das bislang an Position acht stand, wechselte mit 32,90 Euro auf Position neun. Die höchsten Dienstleistungs-Arbeitskosten wies Dänemark mit 46 Euro aus, der Durchschnitt im Euroraum beträgt 30,40 Euro, in der gesamten EU 27,80 Euro. 2019 stiegen die Arbeitskosten im deutschen Dienstleistungssektor um 3,2 Prozent. Damit lag der Zuwachs etwas über dem Durchschnitt in der EU (2,9 Prozent) und über dem im Euroraum (2,6 Prozent).

Industrie kann Vorleistungen günstiger einkaufen

In Deutschland ist der Abstand der Arbeitskosten zwischen Verarbeitendem Gewerbe und Dienstleistungssektor weiterhin größer als in jedem anderen EU-Land, so das IMK. Er reduzierte sich 2019 zwar etwas, am Jahresende lag das Arbeitskostenniveau bei den Dienstleistungen aber immer noch gut 18 Prozent unter dem im Verarbeitenden Gewerbe. Vom vergleichsweise niedrigen Arbeitskostenniveau in den deutschen Dienstleistungsbranchen profitiert auch die Industrie, die dort Vorleistungen nachfragt. Während der Dienstleistungssektor die Industrie hierzulande deutlich entlaste, sei es insbesondere in den mittel- und osteuropäischen EU-Ländern umgekehrt, so die Forscher.

Lohnstückkostenentwicklung: Langfristig 5,3 Prozentpunkte unter dem Mittel des Euroraums

Auch bei den Lohnstückkosten, die die Arbeitskosten ins Verhältnis zum Produktivitätsfortschritt setzen, weist Deutschland für den Zeitraum von 2000 bis Ende 2019 weiterhin eine moderate Tendenz auf. Trotz einer ebenfalls stärkeren Steigerung in den vergangenen Jahren und einer Zunahme um 3,4 Prozent im Jahr 2019 sind sie seit Beginn der Währungsunion im Jahresmittel um lediglich 1,2 Prozent gewachsen. Das ist deutlich schwächer als in den anderen Mitgliedsstaaten des Euroraums und weitaus weniger als mit dem Inflationsziel der EZB vereinbar gewesen wäre. Die langfristige deutsche Lohnstückkostenentwicklung seit der Jahrtausendwende lag Ende 2019 laut IMK immer noch um kumuliert 5,3 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt des Euroraums.

Leistungsbilanzüberschuss: In Deutschland kaum gesunken, im gesamten Euroraum stark gewachsen

Das langjährige extrem schwache Wachstum der deutschen Lohnstückkosten war ein wichtiger Faktor für die ausgeprägten wirtschaftlichen Ungleichgewichte der Währungsunion. Diese wurden, so das IMK, nur zum kleineren Teil durch die Aufwärtstendenz in Deutschland während der 2010er Jahre reduziert. In erster Linie wirkte sich vielmehr aus, dass andere Euro-Länder die Entwicklung ihrer Lohnstückkosten bremsten. Das trug nicht nur zu schwächerem Wirtschaftswachstum in etlichen Ländern bei, sondern es führte auch zur Entstehung neuer Ungleichgewichte, während die alten kaum abnahmen: Mit einem Leistungsbilanz-Überschuss von 7 Prozent des BIP verletzte Deutschland 2019 im neunten Jahr in Folge die ohnehin schon sehr hohe EU-Obergrenze von 6 Prozent. Gleichzeitig wies die Eurozone insgesamt 2019 gegenüber der übrigen Welt einen Leistungsbilanzüberschuss von 398 Milliarden Euro oder 3,3 Prozent des gemeinsamen Bruttoinlandsprodukts auf. Innerhalb des letzten Jahrzehnts stieg dieser Überschuss um rund 2,7 Prozentpunkte an. „Auch diese Zahlen machen deutlich: Die ökonomischen Folgen der Corona-Krise sind heftig, sie treffen die ganze Welt und müssen gemeinsam bewältigt werden“, sagt IMK-Direktor Sebastian Dullien. „Das heißt gerade nicht, in überflüssige Spar-Wettbewerbe einzutreten. Die würden die Situation im Gegenteil deutlich verschlimmern.“

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Verbesserung der Erwartungen und der Lageeinschätzung

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im Juni 2020 zum dritten Mal in Folge an. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich zum ersten Mal seit Januar 2020 wieder verbessert.

ZEW-Indikator liegt bei 63,4 Punkten
ZEW, Pressemitteilung vom 16.06.2020

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im Juni 2020 zum dritten Mal in Folge an. Sie liegen jetzt bei 63,4 Punkten und damit um 12,4 Punkte höher als im Vormonat. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich zum ersten Mal seit Januar 2020 wieder verbessert. Der Lageindikator beträgt in der aktuellen Umfrage minus 83,1 Punkte. Er liegt damit um 10,4 Punkte höher als im Vormonat.

“Die Zuversicht nimmt zu, dass die konjunkturelle Talsohle im Sommer 2020 durchschritten sein wird. Dies legt der erneute Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen zusammen mit der Verbesserung der Lageeinschätzung nahe. Die Ertragserwartungen für die Branchen in Deutschland sind nach wie vor sehr unterschiedlich. Für exportorientierte Sektoren wie Fahrzeug- und Maschinenbau sowie die Finanzbranche sind die Ertragserwartungen deutlich negativ. Der Ausblick für beispielsweise die Sektoren Informationstechnologien, Telekommunikation sowie konsumnahe Dienstleistungen ist hingegen recht positiv. Nach wie vor erwarten die Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten im dritten und vierten Quartal nur eine relativ langsame Zunahme der wirtschaftlichen Wertschöpfung”, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D.

Die Erwartungen der Finanzmarktexperten/-innen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone steigen ebenfalls erneut an. Der Erwartungsindikator für das Eurogebiet liegt im Juni bei 58,6 Punkten, 12,6 Punkte höher als im Vormonat. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet steigt um 5,4 Punkte auf einen Wert von minus 89,6 Punkten an.

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