Corona international: Mit dem Handel aus der Krise

Die Corona-Pandemie hat das Wirtschaftsleben nicht nur in Deutschland, sondern auf dem ganzen Globus erfasst. Laut aktuellem AHK World Business Outlook rechnen 80 Prozent der deutschen Unternehmen im Ausland mit starken Umsatzverlusten im Geschäftsjahr 2020. Dazu hat der DIHK Stellung genommen.

DIHK, Mitteilung vom 04.06.2020

Die Corona-Pandemie hat das Wirtschaftsleben nicht nur in Deutschland, sondern auf dem ganzen Globus erfasst. Laut aktuellem AHK World Business Outlook rechnen 80 Prozent der deutschen Unternehmen im Ausland mit starken Umsatzverlusten im Geschäftsjahr 2020; 15 Prozent gehen sogar von einer Halbierung aus. Die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus in vielen Ländern – von Reiseeinschränkungen bis hin zu Produktionsschließungen – stellen die Betriebe vor zahlreiche Herausforderungen. Hinzu kommt die Sorge, dass der zunehmende Protektionismus der vergangenen Jahre durch neue Handelshemmnisse in der Krise weiter beschleunigt wird. Dabei ist der internationale Handel gerade zur Krisenbewältigung nötig.

Globale Lieferketten erhalten

Damit die auslandsaktiven Unternehmen gut durch die Krise kommen, müssen Lieferketten jetzt dringend funktionieren. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt am Export, in der Industrie sogar jeder zweite. Um erfolgreich und wettbewerbsfähig agieren zu können, brauchen Unternehmen Zulieferer und Kunden in aller Welt. Die wirtschaftliche Belebung nach der Corona-Krise kann daher nachhaltig nur gelingen, wenn auch unsere Handelspartner wieder auf die Beine kommen.

Die Corona-Krise wird zur Protektionismus-Krise

Krisenbedingt eingeführte Handelshemmnisse beeinträchtigen nicht nur Lieferketten einzelner Unternehmen, sondern stellen zunehmend ganze Bereiche des freien Welthandels unter Vorbehalt. Die Pandemie droht so zu einer Protektionismus-Falle zu werden. Das gilt besonders für die zur Corona-Bekämpfung wichtigen Arzneimittel und Gesundheitsprodukte. Viele Staaten haben Exportverbote, -beschränkungen oder -kontrollen für Schutzmasken, Beatmungsgeräte oder Desinfektionsmittel beschlossen.

Bereits vor der Corona-Krise klagten 50 Prozent der deutschen Unternehmen mit Auslandsgeschäft über neue Handelshemmnisse durch Zölle, Sanktionen oder andere Barrieren – ein Rekordwert. Der Ruf in vielen Ländern nach Lokalisierungszwängen und Exportkontrollen, um die heimische Wirtschaft vermeintlich zu schützen, hat über die Jahre hinweg an Lautstärke gewonnen. Das Ergebnis: Höhere Kosten, Produktionsengpässe und längere Lieferzeiten bedrohen die erfolgreiche deutsche Außenwirtschaft.

Neue Zölle verhindern, alte abbauen

Eine Verpflichtung der G20-Länder, keine neuen Zölle einzuführen, könnte das Schlimmste verhindern. Solch ein Zollmoratorium war auch schon 2008 für Deutschland vorteilhaft. Heute wäre dies wieder nötig, denn Handelshemmnisse führen zu Effizienzverlusten und verstärken Versorgungsprobleme, die sogar Leben kosten können: Denn die Gesundheitsindustrie ist hochinternationalisiert. Vorprodukte und Dienstleistungen werden grenzüberschreitend gehandelt. Eine Ausweitung des Pharma-Abkommens der Welthandelsorganisation auf alle Länder und Gesundheitsprodukte kann hier einen wichtigen Beitrag zur Absicherung lebenswichtiger Wertschöpfungsketten leisten.

Resilienz statt Abschottung

Die Corona-Krise wirkt strukturell als Beschleuniger auf die Globalisierung, etwa bei der Digitalisierung. Die internationale Arbeitsteilung wird fortbestehen, sich jedoch verändern – zum Beispiel durch intensivere Risikobewertungen und regionale Diversifizierung. Änderungen von Lieferketten sind unternehmerische Entscheidungen. Der Staat sollte dabei grundsätzlich nicht eingreifen, sondern regulatorische Belastungen vermeiden und offene Drittmärkte sicherstellen. Für die Betriebe hierzulande ist zudem wichtig, dass Deutschland sich in Brüssel für gemeinsame Lösungen einsetzt. Denn die deutschen Unternehmen wickeln knapp 60 Prozent ihrer Warenexporte und -importe mit anderen Ländern der EU ab. Der europäische Binnenmarkt sollte deshalb gestärkt und ausgebaut werden.

Die erste deutsche EU-Ratspräsidentschaft seit über einem Jahrzehnt bietet eine wichtige Gelegenheit, die Rolle der EU als zukunftsgerichteter Impulsgeber für die Wirtschaft in Europa und weltweit zu sichern. Für Europa muss gelten: Resilienz durch Diversifizierung statt Abschottung. Nur mit einer EU, die entschlossen und geschlossen auftritt, haben unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb eine hörbare Stimme. Die beste Unterstützung für globale Lieferketten sind verlässliche Regeln und internationale Abkommen, die Märkte öffnen, offenhalten und Unternehmen Rechtssicherheit bieten.

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7,7 % weniger Gründungen größerer Betriebe im 1. Quartal 2020

Im 1. Quartal 2020 wurden in Deutschland fast 32.200 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt nach Auswertung der Gewerbemeldungen weiter mitteilt, waren das 7,7 % weniger als im 1. Quartal 2019.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 05.06.2020

Im 1. Quartal 2020 wurden in Deutschland fast 32.200 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt nach Auswertung der Gewerbemeldungen weiter mitteilt, waren das 7,7 % weniger als im 1. Quartal 2019.

Die Ergebnisse des 1. Quartals 2020 werden durch eine deutlich niedrigere Anzahl von Meldungen in den Gewerbeämtern im März 2020 beeinflusst. Gründe hierfür sind unter anderem Maßnahmen, die aufgrund der Corona-Pandemie getroffen wurden, wie zum Beispiel die Einstellung des Besucherverkehrs und Personalengpässe in den Gewerbeämtern, aber auch allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit.

Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen liegt 14,6 % unter Vorjahreswert

Die Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen lag im 1. Quartal 2020 mit rund 40 100 unter dem Vorjahresquartal (-14,6 %). Die Zahl der neu gegründeten Nebenerwerbsbetriebe ging um 1,7 % auf rund 73.300 zurück. Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen sank im 1. Quartal 2020 auf rund 179.200, das waren 6,7 % weniger als im 1. Quartal 2019. Zu den Gewerbeanmeldungen zählen neben Neugründungen von Gewerbebetrieben auch Betriebsübernahmen (zum Beispiel Kauf oder Gesellschaftereintritt), Umwandlungen (zum Beispiel Verschmelzung oder Ausgliederung) und Zuzüge aus anderen Meldebezirken.

Vollständige Gewerbeaufgaben gehen um 10,4 % im 1. Quartal 2020 zurück

Rund 27.000 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung gaben im 1. Quartal 2020 ihr Gewerbe vollständig auf. Das waren 6,9 % weniger als im Vorjahresquartal. Die Zahl der aufgegebenen Kleinunternehmen sank um 13,6 % auf fast 49.200 und die Zahl der aufgegebenen Nebenerwerbsbetriebe um 8,9 % auf rund 48.400. Damit war die Gesamtzahl der vollständigen Gewerbeaufgaben mit rund 124.600 Betrieben 10,4 % geringer als im 1. Quartal 2019.

Die Zahl der Gewerbeabmeldungen bei den Gewerbeämtern lag im 1. Quartal 2020 mit rund 157.100 um 9,8 % unter dem Vorjahreswert. Bei dieser Gesamtzahl handelt es sich nicht nur um Gewerbeaufgaben, sondern auch um Betriebsübergaben (zum Beispiel Verkauf oder Gesellschafteraustritt), Umwandlungen oder Fortzüge in andere Meldebezirke.

Hinweise zur Definition von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung und Kleinunternehmen: Von einer größeren wirtschaftlichen Bedeutung wird ausgegangen, wenn ein Betrieb durch eine juristische Person oder eine Gesellschaft ohne Rechtspersönlichkeit (Personengesellschaft) gegründet beziehungsweise aufgegeben wird. Auch von natürlichen Personen gegründete beziehungsweise aufgegebene Betriebe können hierunter fallen, sofern die Person im Handelsregister eingetragen ist, Arbeitnehmerinnen beziehungsweise Arbeitnehmer beschäftigt oder bei der Gründung eine Handwerkskarte besitzt.

Ein Kleinunternehmen ist definiert als Unternehmen, dessen Hauptniederlassung durch eine Nicht-Kauffrau oder einen Nicht-Kaufmann gegründet beziehungsweise aufgegeben wird und das nicht im Handelsregister eingetragen ist. Das Unternehmen beschäftigt zudem keine Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und besitzt bei der Gründung keine Handwerkskarte.

Nebenerwerbsbetriebe sind Betriebe, die neben einer Haupterwerbstätigkeit im gewerblichen Bereich angemeldet werden.

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im April 2020

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im April 2020 gegenüber dem Vormonat um 25,8 % gesunken. Das berichtet das BMWi.

BMWi, Pressemitteilung vom 05.06.2020

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im April 2020 gegenüber dem Vormonat um 25,8 % gesunken. Die Hersteller von Investitions- und Vorleistungsgütern verzeichneten Rückgänge um 30,6 % bzw. 22,7 %, während das Orderminus bei Konsumgütern bei 11,4 % lag. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen war das Minus bei den Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe in etwa ebenso groß (-25,1 %).

Im Zweimonatsvergleich März/April gegenüber Januar/Februar ergab sich ein Rückgang der Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 26,3 %. Am stärksten betroffen waren die Auftragseingänge aus der Eurozone (-32,6 %). Aus dem Inland und der Nicht-Eurozone gingen 22,6 % bzw. 26,6 % weniger Bestellungen ein.

Im Shutdown-Monat April hat sich der Einbruch der industriellen Auftragseingänge erwartungsgemäß noch einmal verstärkt. Die Einschränkungen gegen die Corona-Pandemie galten in den meisten wichtigen Absatzländern während des gesamten Monats. Angesichts der allmählichen Lockerungen dürfte der Tiefpunkt der Industrierezession damit aber auch durchschritten sein.

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Wirtschaftspolitische Corona-Maßnahmen stabilisieren Finanzmärkte kurzfristig nur wenig

Laut DIW Berlin wirken geldpolitische und finanzpolitische Ankündigungen in der Corona-Krise auf Finanzmärkte unmittelbar nur mäßig stabilisierend. Staatsanleiherenditen steigen kurzfristig trotz EZB-Maßnahmen.

DIW Berlin, Pressemitteilung vom 04.06.2020

  • Geldpolitische und finanzpolitische Ankündigungen wirken in Corona-Krise auf Finanzmärkte unmittelbar nur mäßig stabilisierend
  • Staatsanleiherenditen steigen kurzfristig trotz EZB-Maßnahmen
  • Aussetzung von Defizitregeln ist vor allem in Kombination mit Lockerung der Bankenregulierung wirkungsvoll
  • Wiederaufbaufonds könnte als Stabilisierungsmechanismus funktionieren.

Die Corona-Krise hat Europa mit voller Wucht getroffen. Entsprechend umfangreich sind die wirtschaftspolitischen Gegenmaßnahmen, die auf Zentralbank-, EU- und nationaler Ebene getroffen wurden. Allein in Deutschland überschreiten die geplanten Hilfen und Garantien die Billionengrenze. Doch sind sie auch wirksam? Dieser Frage, die gerade vor dem Hintergrund des von der EU vorgeschlagenen Wiederaufbaufonds noch mal an Relevanz gewinnt, sind vier Ökonominnen und Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer aktuellen Studie nachgegangen. Zwar lassen sich die langfristigen Effekte auf die Realwirtschaft zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht quantifizieren, doch lässt sich bereits jetzt ablesen, dass die Ankündigungen an den Finanzmärkten im Schnitt kurzfristig nur geringfügig stabilisierend gewirkt haben.

Finanzmärkte reagieren auf Ankündigungen der EZB-Maßnahmen kurzfristig verhalten

Die Veränderungen der Staatsanleiherenditen und der Aktienkurse in den vier größten Volkswirtschaften der EU – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien – zeigen nach den DIW-Modellberechnungen, dass die Ankündigungen wirtschaftspolitischer Corona-Maßnahmen an den Finanzmärkten kurzfristig teilweise verpufft sind. Insbesondere die geldpolitischen Ankündigungen der EZB haben die Staatsanleihemärkte nicht unmittelbar beruhigt, wie eigentlich zu erwarten gewesen wäre. “Von der nur sehr zurückhaltenden ersten EZB-Ankündigung am 12. März waren die Märkte eher enttäuscht. Die Staatsanleiherenditen sind sogar weiter gestiegen statt gefallen”, erläutert Studienautorin Geraldine Dany-Knedlik. Doch auch die Ankündigung des Notfallankaufprogramms PEPP hat die Anleihemärkte kurzfristig nicht wirklich stabilisieren können. Einen möglichen Grund sehen die Ökonominnen und Ökonomen darin, dass der Umfang des Programms den Märkten signalisiert haben könnte, dass die Auswirkungen der Krise noch schlimmer als erwartet ausfallen. Dennoch lässt sich davon ausgehen, dass die ausreichende Bereitstellung von Liquidität für den Bankensektor in naher Zukunft dazu beitragen wird, die Zweitrundeneffekte der Krise – zum Beispiel eine Verknappung der Kreditvergabe an die Realwirtschaft sowie eine zunehmende Anzahl notleidender Kredite – zu bewältigen.

Ankündigung des deutschen Hilfspakets beruhigt Finanzmärkte

Kurzfristig stabilisierend gewirkt haben hingegen angekündigte Lockerungen von Regulierungen, so die Aussetzung der EU-Defizitregeln, die Aufgabe der schwarzen Null in Deutschland, aber auch Lockerungen bei der Bankenregulierung. “Dies deutet daraufhin, dass diese Regulierungen allein schon dadurch wirken, dass man sie in Krisenfällen aussetzen oder lockern kann”, sagt Studienautor Stefan Gebauer. Dies war vor allem dann effektiv, wenn die Ankündigungen zeitgleich erfolgten. “Dies spricht dafür, dass im Krisenfall viele Marktteilnehmer eine Lockerung der Regulierung kurzfristig zielführender finden, um die Realwirtschaft zu unterstützen, als einen regulierten Bankensektor oder eine Schuldenbremse, auch wenn die langfristigen Effekte solcher Lockerungen ungewiss sind.”

Die nationalen finanzpolitischen Hilfspakete hatten dagegen für sich genommen wenig Wirkung. Lediglich das in Deutschland am 23. März angekündigte Hilfspaket stabilisierte sowohl die Anleihe- als auch die Aktienmärkte signifikant. Demnach wäre eigentlich zu erwarten gewesen, dass die im Umfang dem deutschen Hilfspaket ähnliche Drei-Säulen-Strategie der EU, die Anfang April angekündigt wurde, ebenfalls die Finanzmärkte beruhigt. “Tatsächlich wurde das große Hilfspaket der EU aber an den Märkten nur sehr verhalten aufgenommen, was sich vermutlich dadurch erklärt, dass es recht spät kam”, erklärt DIW-Ökonomin Kerstin Bernoth. Zu diesem Zeitpunkt waren die nationalen Hilfspakete schon alle geschnürt. “Um schneller und gezielter in künftigen Krisen zu reagieren, sollte ein europäischer Mechanismus, wie beispielsweise ein dauerhaft angelegter Stabilisierungsfonds, etabliert werden. Der nun von der EU geplante Wiederaufbaufonds könnte damit in die richtige Richtung gehen. Allerdings müsste er zu einem dauerhaften Mechanismus ausgebaut werden”, empfiehlt Studienautor Marius Clemens.

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Bundeskabinett stimmt dem 18-Monatsprogramm der Trio-EU-Ratspräsidentschaft zu

Das Bundeskabinett hat das 18-Monatsprogramm der Trio-EU-Ratspräsidentschaft verabschiedet. Das sog. Trioprogramm bildet den gemeinsamen thematischen Rahmen für die drei kommenden EU-Ratspräsidentschaften von Deutschland, Portugal und Slowenien im Zeitraum 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2021.

BMWi, Pressemitteilung vom 03.06.2020

Das Bundeskabinett hat am 03.06.2020 das 18-Monatsprogramm der Trio-EU-Ratspräsidentschaft verabschiedet. Das sog. Trioprogramm bildet den gemeinsamen thematischen Rahmen für die drei kommenden EU-Ratspräsidentschaften von Deutschland, Portugal und Slowenien im Zeitraum 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2021.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier:

“Die nächsten 18 Monate unserer Trio-Präsidentschaft sind entscheidend für die Bewältigung der COVID-19-Pandemie und ihrer Folgen. Gemeinsam mit den Triopartnern und den weiteren EU-Mitgliedstaaten werden wir alles daran setzen, dass der wirtschaftliche Wiederaufschwung gelingt, unsere Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft gestärkt und Beschäftigung und Wohlstand geschaffen werden.”

Das Trioprogramm setzt insbesondere mit Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen der COVID-19-Pandemie die richtigen Schwerpunkte, um die EU gestärkt aus der Krise und auf einen zukunftsfähigen Weg zu führen. Wirtschaftspolitische Themen stehen dabei oben auf der Agenda des Programms. Hervorgehoben werden unter anderem die Wiederherstellung und Weiterentwicklung des EU-Binnenmarktes, die Stärkung von kleinen und mittleren Unternehmen und der industriellen Wettbewerbsfähigkeit, der Ausbau der digitalen und technologischen Souveränität der EU und die Bedeutung eines offenen und regelbasierten Handels.

Nach Zustimmung der Bundesregierung sowie der Regierungen Portugals und Sloweniens wird der Entwurfstext für das Trioprogramm den übrigen EU-Mitgliedstaaten übermittelt und soll am 16. Juni vom Rat für Allgemeine Angelegenheiten gebilligt werden. Am 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland als erster Triopartner die EU

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Sukzessive Erholung der deutschen Wirtschaft

Das HWWI hat angesichts der gravierenden Auswirkungen der Corona-Pandemie seine Prognose der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland für 2020/2021 angepasst.

HWWI, Pressemitteilung vom 02.06.2020

  • Krisenbewältigung im Zuge der Lockerung der Schutzmaßnahmen

  • Wiedererreichen des Vor-Corona-Niveaus kaum vor 2. Jahreshälfte 2021

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat angesichts der gravierenden Auswirkungen der Corona-Pandemie seine Prognose der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland für 2020/2021 angepasst. Die gesamte Weltkonjunktur ist davon schwer betroffen. Die deutsche Wirtschaft ist durch die Einschränkung globaler Wirtschaftsbeziehungen wie auch durch die hiesigen Schutzmaßnahmen in eine tiefe Rezession geraten. Im Frühjahr wurde die Wirtschaftstätigkeit in vielen Bereichen stark gedrückt, teilweise lahmgelegt. Wie schnell sich die Wirtschaft davon erholt, hängt vor allem vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Das HWWI erwartet angesichts der deutlich verringerten Infektionsentwicklung und im Zuge der eingeleiteten Lockerungsmaßnahmen eine moderate V-Erholung. Für 2020 bedeutet das gleichwohl einen Rückgang der gesamten Wirtschaftsleistung von 5 %, für 2021, wenn zu der Wiederbelebung auch Nachholeffekte beitragen, ein Wachstum von 4,5 %. Eine ungünstigere Entwicklung ist aber bei Rückschlägen in der Pandemie-Entwicklung wahrscheinlich.

Im Detail

Nachdem die deutsche Wirtschaft schon recht schwach in dieses Jahr gestartet war, geriet sie im Frühjahr durch die Ausbreitung der Corona-Pandemie in eine tiefe Rezession. Nicht nur, dass es zu globalen Unterbrechungen von Handels- und Lieferketten sowie Produktionsausfällen kam, durch die sog. Shutdowns hierzulande wie auch in fast allen Partnerländern wurden viele wichtige Wirtschaftsbereiche drastisch “heruntergefahren”, manche vollkommen lahmgelegt. Ein tiefer Einbruch der Wirtschaft zwischen Mitte März und Mitte Mai war die Folge. Die Kurzarbeit stieg, gestützt durch staatliche Maßnahmen, sprunghaft an; aber auch die Zahl der Arbeitslosen nahm deutlich zu.

Der jüngste Einbruch der Wirtschaft unterscheidet sich von “normalen” Rezessionen: Die Wirtschaft wurde diesmal durch politische Beschlüsse heruntergefahren. Die Politik hat durch umfangreiche Hilfsprogramme zwar zugleich versucht, die ökonomischen Folgen zu begrenzen. Eine rasche Erholung der Wirtschaft nach Beendigung der Pandemie wäre so denkbar – wäre das Ende der Pandemie und die damit verbundene Lockerung der Beschränkungen nicht abhängig von der Verfügbarkeit entsprechender Medikamente und Impfstoffe. Diese sind aber noch nicht verfügbar und der weitere Lockerungsprozess ist abhängig vom weiteren Infektionsgeschehen – also eine in absehbarer Zeit ziemlich ungewisse Entwicklung.

Unter diesen Bedingungen wird es lediglich eine sukzessive Lockerung geben. Deshalb ist ein symmetrischer V-Aufschwung unwahrscheinlich. Vielmehr wird die Wiederbelebung der Wirtschaft entsprechend der Lockerungsschritte vorankommen. Selbst vorausgesetzt es gibt keine Rückschläge in der Pandemie-Entwicklung wird so der Wiederaufhol- und Anpassungsprozess an die veränderten Rahmenbedingungen einige Zeit in Anspruch nehmen. Das birgt trotz der vielfältigen staatlichen Hilfsprogramme gewisse Hemmnisse: Die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung hat zugenommen, damit verschieben und reduzieren die Unternehmen ihre Investitionen und Einstellungsbereitschaft. Selbständige und selbst größere Unternehmen haben vielfach nicht die finanziellen Rücklagen, um eine längere Zeit ohne oder bei stark reduzierter Aktivität durchzuhalten; das heißt in den stärker beschränkten Wirtschaftsbereichen wird es zu Insolvenzen kommen. Und auch die privaten Haushalte haben den Kauf langlebiger Güter vielfach aufgeschoben und die zunehmende Arbeitslosigkeit dämpft die Kaufneigung. Also selbst bei rascher Eindämmung der Pandemie und Aufhebung aller Einschränkungen wird die gesamtwirtschaftliche Aktivität nicht “automatisch” auf das Niveau vor der Corona-Pandemie zurückkehren.

Mit Beginn der Lockerungsmaßnahmen wird sich die Wirtschaftsentwicklung auf gedrücktem Niveau stabilisieren. Auch wenn die gesamtwirtschaftliche Aktivität im Mai und Juni wieder ansteigt, wird dadurch der Einbruch im März/April nicht annähernd kompensiert werden können. Das reale Bruttoinlandsprodukt wird im zweiten Quartal noch einmal deutlich stärker sinken als schon im ersten Quartal. Im dritten und vierten Quartal wird es dann zwar – immer vorausgesetzt es gibt keine zweite Welle der Pandemie – wieder merklich zunehmen, die Rückgänge im Frühjahr werden dadurch allerdings nicht ausgeglichen werden können. Alles in allem ist mit einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr um 5 % zu rechnen; im Jahr 2009 nach der Finanzkrise betrug er 5,7 %. Das wird auch zu einem Stellenabbau führen; dabei ist schwer abzuschätzen, inwieweit die drastische Ausweitung von Kurzarbeit letztlich zu Arbeitslosigkeit führt.

Im nächsten Jahr ist bei Eindämmung der Corona-Pandemie, zumal dann auch Medikamente und Impfstoffe zur Verfügung stehen sollten, eine durch Nachholeffekte und Förderprogramme verstärkte Erholung der Wirtschaft zu erwarten. Dabei werden sich auch die außenwirtschaftlichen Handels-, Reise- und Produktionsbeziehungen wieder mehr und mehr normalisieren. Die Binnenkonjunktur wird ebenfalls an Stärke gewinnen, zumal sich auch die Lage am Arbeitsmarkt wieder entspannen wird. In der zweiten Jahreshälfte 2021 könnte wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht werden. Hinzu kommt ein hoher Überhang zur Jahreswende 2020/21, sodass das reale Bruttoinlandsprodukt dann im Gesamtjahr 2021 um 4,5 % wachsen könnte. Die Zahl der Arbeitslosen wird leicht, die der Kurzarbeiter deutlich sinken. Der Anstieg der Verbraucherpreise bleibt moderat; steigenden Energiepreisen werden sinkende Obst- und Gemüsepreise gegenüberstehen.

Diese Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass die bisherigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie so erfolgreich sind, dass sich die wirtschaftlich negativen Folgen in dem bislang bekannten Rahmen halten und es nicht zu Rückschlägen, wie einer zweiten oder gar dritten Welle kommt. Die Risiken einer ungünstigeren Entwicklung der Corona-Pandemie und damit einer länger andauernden und tieferen Rezession sind gleichwohl gegeben. Bundesregierung und Bundesländer haben umfangreiche Hilfen für von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen und deren Arbeitnehmer erlassen. Zusätzliche konjunkturpolitische Maßnahmen werden erwogen, um die Wiederbelebung der Wirtschaft zu beschleunigen, damit sie wieder rasch an das Vor-Corona-Niveau aufschließt.

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Neustart: Drei-Stufen-Plan für die Wirtschaft

Unterbrochene Lieferketten, ein noch immer nicht überall reibungsloser Grenzübertritt, anspruchsvolle Hygienekonzepte: Die Corona-Pandemie stellt die deutsche Wirtschaft branchenübergreifend vor große Herausforderungen, und der Weg zurück in die Normalität ist lang. Wie es gelingen kann, gestärkt aus der Krise zu finden, skizziert der DIHK in einem Drei-Stufen-Plan, der auf den Rückmeldungen der IHKs und AHKs beruht.

Neustart: Drei-Stufen-Plan für die Wirtschaft

DIHK, Pressemitteilung vom 28.05.2020

Trotz der Lockerungen befindet sich eine Mehrheit der deutschen Unternehmen nach dem wochenlangem Corona-Shutdown weiter in einer sehr schwierigen Lage. Nach einer aktuellen DIHK-Unternehmensbefragung rechnen rund 80 Prozent der Betriebe in diesem Jahr mit weniger Umsatz als im Vorjahr, jedes vierte Unternehmen befürchtet sogar einen Einbruch von mehr als 50 Prozent.

Für viele Betriebe geht es um nicht weniger als ihre Existenz. Zeitweise geschlossene Grenzen, ein noch immer nicht überall reibungsloser Grenzübertritt, unterbrochene Lieferketten und anspruchsvolle Hygienekonzepte führen branchenübergreifend zu Problemen und verkomplizieren den Re-Start erheblich. Der Weg zurück zur Normalität ist lang.

Der DIHK hat aus den Rückmeldungen der IHKs und AHKs einen Drei-Stufen-Plan erarbeitet. Er skizziert, wie es gelingen kann, einen Neustart zu ermöglichen und dabei gestärkt aus der Krise zu finden.

Drei-Stufen-Plan

Stufe 1: Überbrückungshilfen ausbauen

In Stufe eins brauchen wir jetzt schnell Überbrückungshilfen für besonders hart von der Pandemie betroffene Unternehmen. Betriebe in Gastronomie und Tourismus, im Handel, aber auch im Veranstaltungsbereich von Messen bis zu Konzerten leiden noch auf längere Zeit unter erheblichen Umsatzeinbußen. Mit Krediten allein werden in diesen Wirtschaftszweigen die Corona-Folgen nicht aufzufangen sein. Letztlich mussten deutlich mehr Branchen und Unternehmen in den Shutdown, als Mitte März vermutet worden war. Vor allem aber werden viele Betriebe in den kommenden Monaten weiterhin mit niedrigen Umsätzen und höheren Kosten konfrontiert sein und jeden Monat Verluste machen. Zugleich sind die finanziellen Reserven nach vielen Wochen Shutdown inzwischen aufgezehrt. Dringend erforderlich ist daher jetzt eine Überbrückungshilfe in Form eines Zuschussprogramms für die vielen betroffenen kleinen und mittleren Unternehmen.

Stufe 2: Deutschland als Wirtschaftsstandort fördern

Um letztlich gestärkt aus der Krise hervorzugehen, sind bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland entscheidend. Dazu gehören Investitionen in Digitalisierung, Innovationen, Forschung, Glasfaser- und Mobilfunkausbau, Klimaschutz und eine bessere Verkehrsinfrastruktur. Durch einen Abbau bürokratischer Hürden sollten hier Planungs- und Genehmigungsverfahren wesentlich beschleunigt werden.

Zugleich sollten die hohen Energiekosten für Unternehmen gesenkt werden – vor allem durch eine deutliche Reduzierung der EEG-Umlage. Schnelle Abschreibungsmöglichkeiten würden positive Anreize für Investitionen setzen. Eine verbesserte Verlustverrechnung und eine Corona-Rücklage aus den Gewinnen 2019 können schnell Liquidität und Eigenkapital der Betriebe stärken. Ein weiterer Vorteil: Dem Staat gehen über einen längeren Zeitraum betrachtet dadurch keine Einnahmen verloren, die Verrechnung von Gewinnen und Verlusten erfolgt nur früher. Mit zukunftsorientierten Projekten und einer konsequenten Modernisierung des Standortes werden Unternehmen branchenübergreifend gestärkt.

Stufe 3: Binnenmarkt weiterentwickeln und weltweiten Handel voranbringen

Deutschland sollte auf ein stärkeres Europa und eine Wiederbelebung des weltweiten Handels setzen. Liefer- und Wertschöpfungsketten müssen innerhalb der EU, aber auch weltweit so schnell wie möglich wiederhergestellt werden. 60 Prozent aller deutschen Warenexporte und -importe fanden 2019 innerhalb des EU-Binnenmarktes statt. Einheitliche Regelungen und vermehrte Zusammenarbeit sollten deshalb zukünftig den freien Verkehr von Kapital, Waren, Personen und Dienstleistungen zwischen den Ländern ermöglichen. Wichtig ist es zugleich, den Welthandel trotz aller geopolitischen Probleme zu stabilisieren. Die EU sollte eine gemeinsame Linie entwickeln, um als klare Stimme in der Diskussion zur internationalen Handelspolitik wahrgenommen zu werden.

Mehr Europa erfordert aber auch, eigene EU-Regulierungsvorhaben kritisch zu hinterfragen. Insbesondere unsere mittelständisch geprägten Betriebe brauchen zum Beispiel einen nachhaltig stabilen Zugang zu einem breit gefächerten, unternehmensspezifisch zugeschnittenen Angebot an Finanzierungsmöglichkeiten für anstehende Investitionen.

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Importpreise im April 2020: -7,4 % gegenüber April 2019

Die Importpreise waren im April 2020 um 7,4 % niedriger als im April 2019. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte es einen stärkeren Preisrückgang gegenüber dem Vorjahr zuletzt im Oktober 2009 mit -8,1 % gegeben.

Importpreise im April 2020: -7,4 % gegenüber April 2019

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.05.2020

Importpreise, April 2020

  • -1,8 % zum Vormonat
  • -7,4 % zum Vorjahresmonat

Exportpreise, April 2020

  • -0,4 % zum Vormonat
  • -1,1 % zum Vorjahresmonat

Die Importpreise waren im April 2020 um 7,4 % niedriger als im April 2019. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte es einen stärkeren Preisrückgang gegenüber dem Vorjahr zuletzt im Oktober 2009 mit -8,1 % gegeben. Im März 2020 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei -5,5 % gelegen, im Februar 2020 bei -2,0 %. Gegenüber dem Vormonat März 2020 fielen die Importpreise im April um 1,8 %.

Rückgang der Importpreise für Erdöl um fast 70 %

Der Rückgang der Importpreise gegenüber April 2019 war vor allem durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Energie beeinflusst. Energieeinfuhren waren im April 2020 um 54,6 % billiger als im April 2019 (-21,6 % gegenüber März 2020). Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdöl mit einem Minus von 68,9 %. Die Preise für Mineralölerzeugnisse lagen 52,3 % und die Preise für Erdgas 39,2 % unter denen von April 2019. Ein maßgeblicher Teil des Preisrückgangs bei Energieprodukten kann auf die gesunkene Nachfrage angesichts der aktuellen Corona-Pandemie zurückgeführt werden.

Der Einfuhrpreisindex ohne Energie war im April 2020 um 1,2 % niedriger als im April 2019 (-0,3 % gegenüber März 2020). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Einfuhrpreisindex um 2,6 % unter dem Stand des Vorjahres (-0,6 % gegenüber März 2020).

Preisrückgänge bei Vorleistungsgütern, aber deutliche Preissteigerungen bei Edelmetallen

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter sanken im April 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,0 % und gegenüber dem Vormonat um 1,0 %. Im Vergleich zu April 2019 verbilligten sich unter anderem Rohkupfer (-17,1 %), Kunststoffe in Primärformen (-11,3 %), elektronische Bauelemente (-8,0 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-7,9 %). Dagegen lagen die Preise für Edelmetalle und Halbzeug daraus nach wie vor erheblich über dem Niveau des Vorjahresmonats (+27,8 %), auch wenn sie gegenüber dem Vormonat um 5,0 % sanken.

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im April 2020 um 0,2 % unter denen von April 2019. Gegenüber dem Vormonat März 2020 stiegen sie um 0,2 %. Während unter anderem Smartphones (-10,9 %) und Tablets (-10,3 %) billiger waren, wurden Mess-, Kontroll-, Navigations- und ähnliche Instrumente und Vorrichtungen zu 1,9 %, Kraftwagen und Kraftwagenmotoren zu 1,4 % und Maschinen zu 1,1 % höheren Preisen als im April 2019 importiert.

Gebrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr 0,7 % teurer. Die Importpreise für Verbrauchsgüter stiegen um 1,1 %.

Die Einfuhrpreise für landwirtschaftliche Güter lagen 6,8 % höher als im April 2019 (+0,3 % gegenüber dem Vormonat). Während insbesondere Paprika (+37,3 %), lebende Schweine (+27,3 %), Zitrusfrüchte (+18,4 %) und Rohkaffee (+17,2 %) deutlich teurer waren als vor einem Jahr, wurde vor allem Wurzel-, Zwiebel- und Knollengemüse (-17,5 %) sowie Getreide (-2,5 %) zu niedrigeren Preisen importiert.

Der Index der Ausfuhrpreise lag im April 2020 um 1,1 % unter dem Stand von April 2019. Einen stärkeren Preisrückgang gegenüber dem Vorjahr hatte es letztmalig im Juli 2016 (-1,5 %) gegeben. Im März 2020 hatte die Jahresveränderungsrate bei -0,5 % und im Februar 2020 bei +0,3 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat März 2020 fielen die Ausfuhrpreise im Durchschnitt um 0,4 %.

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Umsatzentwicklung im April 2020: -13,8 % zum Vormonat

Die Corona-Pandemie hatte im April 2020 deutliche Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland. Der nominale (nicht preisbereinigte) Umsatz lag im April 2020 saison- und kalenderbereinigt 13,8 % niedriger als im Vormonat. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, setzt sich damit der Umsatzrückgang weiter fort.

Umsatzentwicklung im April 2020: -13,8 % zum Vormonat

Experimenteller Frühindikator aus Umsatzsteuervoranmeldungen zeigt aktuelle Entwicklung der gewerblichen Wirtschaft

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.05.2020

Die Corona-Pandemie hatte im April 2020 deutliche Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland. Der nominale (nicht preisbereinigte) Umsatz lag im April 2020 saison- und kalenderbereinigt 13,8 % niedriger als im Vormonat. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, setzt sich damit der Umsatzrückgang weiter fort. Bereits im März 2020 war ein Rückgang von -7,5 % zum Vormonat zu verzeichnen. Diese Entwicklung zeigt ein neuer experimenteller Frühindikator für die Konjunkturentwicklung der gewerblichen Wirtschaft, der aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen ermittelt wird. Er ermöglicht frühzeitige Aussagen zur Umsatzentwicklung, bevor die amtlichen Ergebnisse aus den Erhebungen nach Wirtschaftsbereichen vorliegen. Die gewerbliche Wirtschaft umfasst die Bereiche Industrie, Bau sowie Handel und Dienstleistungen.

Datenbasis für den Frühindikator sind die Umsatzsteuervoranmeldungen, die monatlich an die amtliche Statistik übermittelt werden. Mit einem Umsatzanteil von etwa 20 % bis 25 % sind die Angaben für April 2020, also den aktuellsten verfügbaren Monat, allerdings noch unvollständig. Daten für zurückliegende Monate sind hingegen weitgehend vollständig und werden in der aktuellen Konjunkturberichterstattung regelmäßig ergänzend zu Primärerhebungen in den Bereichen Handel, Baugewerbe und Dienstleistungen verwendet. Die Auswertung der reinen Verwaltungsdaten über die gesamte gewerbliche Wirtschaft hinweg – und für den aktuellen Monat mit unvollständigen Angaben – ist neu und hat daher experimentellen Charakter.

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Inflationsrate im Mai 2020 voraussichtlich +0,6 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Mai 2020 voraussichtlich +0,6 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber April 2020 voraussichtlich um 0,1 %.

Inflationsrate im Mai 2020 voraussichtlich +0,6 %

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.05.2020

Verbraucherpreisindex, Mai 2020

  • +0,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • -0,1 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Mai 2020

  • +0,5 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • 0,0 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – wird im Mai 2020 voraussichtlich +0,6 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber April 2020 voraussichtlich um 0,1 %.

Die aktuelle Corona-Krise führte auch im Berichtsmonat Mai 2020 zu Ausfällen bei der Preiserhebung. Im Vergleich zum April konnten jedoch wieder mehr Preise erhoben werden. Die Qualität der vorläufigen Gesamtergebnisse ist damit auch im Mai 2020 gewährleistet.

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