Schrumpfen der Wirtschaft um 6,6 Prozent am wahrscheinlichsten

Die deutsche Wirtschaft wird im laufenden Jahr wahrscheinlich um 6,6 Prozent schrumpfen und im kommenden Jahr von dem niedrigen Niveau aus dann um 10,2 Prozent wachsen. Das ergibt die Aktualisierung der ifo Konjunkturprognose für 2020/2021.

Schrumpfen der Wirtschaft um 6,6 Prozent am wahrscheinlichsten

ifo Institut, Pressemitteilung vom 28.05.2020

Die deutsche Wirtschaft wird im laufenden Jahr wahrscheinlich um 6,6 Prozent schrumpfen und im kommenden Jahr von dem niedrigen Niveau aus dann um 10,2 Prozent wachsen. Das ergibt die Aktualisierung der ifo Konjunkturprognose für 2020/2021. „Grundlage ist die Auswertung der ifo-Umfrage im Mai unter den Unternehmen. Sie halten im Schnitt eine Normalisierung ihrer eigenen Geschäftslage in neun Monaten für den wahrscheinlichsten Fall“, sagt Timo Wollmershäuser, Leiter der ifo Konjunkturprognosen.

„Nach einem kräftigen Einbruch im zweiten Quartal 2020 um 12,4 Prozent dürfte sich damit die Konjunktur bis Mitte nächsten Jahres erholen. Erst dann werden wieder so viele Waren und Dienstleistungen produziert wie in einer Situation ohne Corona-Krise“, fügt Wollmershäuser hinzu.

Die Prognose hängt allerdings stark davon ab, wie schnell sich die Geschäftslage der Unternehmen wieder normalisiert. Im besten Fall geben die Unternehmen an, dass die Normalisierung im Schnitt nur fünf Monate dauern könnte. Dann würde die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr nur um 3,9 Prozent schrumpfen, und das Wachstum im nächsten Jahr läge bei 7,4 Prozent. Im schlechtesten Fall mit einer durchschnittlichen Normalisierungsdauer von 16 Monaten würde die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 9,3 Prozent schrumpfen und im kommenden Jahr um 9,5 Prozent wachsen. Die Erholung würde sich dann bis weit in das Jahr 2022 hinziehen.

In den meisten Wirtschaftszweigen gaben die Unternehmen in der ifo-Umfrage an, dass eine Normalisierung ihrer Geschäftslage in acht oder neun Monaten am wahrscheinlichsten sei. Am längsten dauern dürfte das Hochfahren in der Luftfahrt mit 16 Monaten. Aber auch Reisebüros und Reiseveranstalter, Unternehmen in der Beherbergungs- und Gastronomiebranche sowie die Automobilindustrie gehen von einer überdurchschnittlich langen Erholung aus. Neben der wahrscheinlichsten Dauer der Normalisierung machten die Unternehmen auch Angaben über die von ihnen erwartete Spannbreite. Demnach könnte sich die Dauer der Normalisierung im besten Fall auf durchschnittlich fünf Monate verkürzen, im schlechtesten Fall aber deutlich auf durchschnittlich 16 Monate steigen.

Alle drei Szenarien gehen von einer allmählichen Lockerung ab Ende April aus. Während der Schließung dürfte die durchschnittliche Wirtschaftsleistung um etwa 17 Prozent geschrumpft sein. In die Schätzungen flossen die detaillierten Ergebnisse der Wirtschaftsleistung für das erste Quartal sowie die Produktions-, Umsatz- und Außenhandelsstatistik für den Monat März ein. Für die Prognose des konjunkturellen Verlaufs im Sommerhalbjahr berücksichtigte das ifo Institut den kräftigen Einbruch der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im März und die Ergebnisse der ifo Konjunkturumfrage aus dem Mai. Demnach haben sich zwar die Geschäftserwartungen der Unternehmen in allen Wirtschaftszweigen deutlich aufgehellt. Allerdings blieb die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage unverändert schlecht; im Verarbeitenden Gewerbe ging der entsprechende Indikator sogar ein weiteres Mal kräftig zurück.

Die neue Prognose wurde unter der Annahme erstellt, dass das Coronavirus in den kommenden Monaten zwar nicht besiegt, seine Ausbreitung aber eingedämmt und eine zweite Infektionswelle vermieden werden kann. Ausgeschlossen wurde zudem eine Insolvenzwelle, sowohl in Deutschland als auch in seinen Absatz- und Beschaffungsmärkten, die zu Verwerfungen im Finanzsystem führen und die eine Neuausrichtung globaler Wertschöpfungsketten erfordern könnte.

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Mittelstand: Digitale Kernkompetenzen im eigenen Unternehmen aufbauen

Das IfM Bonn empfiehlt dem Mittelstand, digitale Kernkompetenzen im eigenen Unternehmen aufzubauen. Eigene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollten unmittelbar in den Digitalisierungsprozess einbezogen werden, um so das neue Wissen langfristig für das Unternehmen nutzbar zu machen.

Mittelstand: Digitale Kernkompetenzen im eigenen Unternehmen aufbauen

Durch interne Weiterbildung aus der digitalen Abhängigkeit

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 27.05.2020

Die digitale Transformation wirkt sich bereits seit geraumer Zeit in vielen Bereichen des Mittelstands aus – durch die Coronavirus-Pandemie hat sie nun jedoch nochmals an Fahrt gewonnen: Mittelständische Unternehmen bieten in zunehmenden Maße ihre Produkte und Dienstleistungen über Internet-Plattformen an. Das Arbeiten im Homeoffice ist für viele Erwerbstätige zum Alltag geworden. Videokonferenzen ersetzen Geschäftsreisen.Um unternehmensspezifische digitale Anwendungen realisieren zu können, benötigen die mittelständischen Unternehmen häufig die Unterstützung von qualifizierten Fachkräften. Schon vor der Coronavirus-Pandemie überstieg die Nachfrage nach informationstechnischen Experten und wissensintensiven Fachkräften das ensprechende Angebot: Im Durchschnitt dauerte es ein halbes Jahr, bis eine ausgeschriebene Stelle in der Automatisierungstechnik, Softwareentwicklung, Programmierung oder technischen Informatik besetzt werden konnte. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben Schwierigkeiten, Fachkräfte in wissensintensiven Engpassberufen für sich zu gewinnen bzw. im Unternehmen zu halten. Hinzu kommt, dass Fachkräfte in diesen Berufen durchschnittlich häufiger selbständig arbeiten als Fachkräfte in anderen Berufen. Schließlich ist das unternehmerische Risiko aufgrund der großen Nachfrage für sie gering. Viele von ihnen schätzen zudem den Vorteil einer Selbständigkeit, fachlich und zeitlich autonom arbeiten zu können.

Dass die Beauftragung externer, unternehmensnahen Dienstleistern eine Ausweichstrategie für die Organisation von Engpasstätigkeiten sein kann, belegt die hohe Dynamik in diesem Wirtschaftsbereich. Die Wissenschaftler des IfM Bonn sensibilisieren jedoch dafür, digitale Dienstleistungen nicht ausschließlich einzukaufen: „Insbesondere, wenn es sich um Kernkompetenzen handelt, besteht die Gefahr, dass sich die Unternehmen in wettbewerbsentscheidenden Bereichen von Dritten abhängig machen“, erläutert Dr. Christian Schröder, Projektkoordinator im IfM Bonn. „Die Geschäftsmodelle von morgen werden zunehmend digitale Elemente enthalten. Daher ist es entscheidend für den Mittelstand entsprechende Kompetenzen intern aufzubauen.“ Der Studienleiter empfiehlt daher, bei der Zusammenarbeit mit externen Wissensträgern – seien es andere Unternehmen, Start-ups, Dienstleister oder Hochschulen – darauf zu achten, dass die eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unmittelbar in den Digitalisierungsprozess einbezogen werden und so das neue Wissen langfristig für das Unternehmen nutzbar wird.

„Im Zuge der digitalen Transformation besitzt lebenslanges Lernen eine hohe Bedeutung. Durch entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen sollten daher Teile der Belegschaft in die Lage versetzt werden, selbst die wissensintensiven Tätigkeiten ausführen zu können“, hebt Dr. Christian Schröder hervor. Er begrüßt daher die zunehmende Anzahl an digitalen Weitbildungsplattformen, da sie den mittelständischen Unternehmen die Möglichkeiten geben, kostengünstig und gezielt Weiterbildungen anzubieten und auf diese Weise das informationstechnische Wissen auf eine breitere Basis zu stellen.

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ifo Beschäftigungsbarometer etwas gestiegen

Die deutschen Unternehmen gehen weiter von sinkenden Mitarbeiterzahlen aus. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist gleichwohl im Mai auf 88,3 Punkte gestiegen, von 86,3 Punkten im April. Trotz dieses Anstiegs wird die Zahl der Entlassungen die der Einstellungen übersteigen.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.05.2020

Die deutschen Unternehmen gehen weiter von sinkenden Mitarbeiterzahlen aus. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist gleichwohl im Mai auf 88,3 Punkte gestiegen, von 86,3 Punkten im April. Trotz dieses Anstiegs wird die Zahl der Entlassungen die der Einstellungen übersteigen. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland wird somit zunehmen.

Nachdem das Barometer in allen vier Sektoren im April stark gefallen war, konnte es sich nun in drei Sektoren wieder etwas erholen. Nur in der Industrie haben erneut mehr Unternehmen von tendenziell sinkenden Mitarbeiterzahlen berichtet. Am deutlichsten fiel der Anstieg des Barometers im Dienstleistungssektor aus, direkt gefolgt vom Handel. In den meisten Branchen gibt es aber weiterhin eher Entlassungen. Im Einzelhandel scheint es vor allem die Händler mit Kleidung und Mode zu treffen. Lichtblicke sind im Moment die Wirtschafts- und Steuerberater, sowie die Wirtschaftsprüfer, die wieder mehr Personal einstellen wollen. Gleiches gilt für den Nahrungsmittel-Einzelhandel sowie die Fahrradhändler. Letztere sehen auch eine hohe Reparaturnachfrage.

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Corona sorgt für katastrophalen Einbruch

Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft seit vielen Wochen fest im Griff und sorgt für einen historischen Rückgang der Wirtschaftsleistung. Das deutsche BIP wird 2020 um neun Prozent zurückgehen, zeigt die neue IW-Konjunkturprognose. Erst im dritten Quartal 2021 wird das Niveau des vergangenen Jahres wieder erreicht – vorausgesetzt, dass es keinen erneuten globalen Schock geben wird.

IW Köln, Pressemitteilung vom 25.05.2020

Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft seit vielen Wochen fest im Griff und sorgt für einen historischen Rückgang der Wirtschaftsleistung. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird 2020 um neun Prozent zurückgehen, zeigt die neue IW-Konjunkturprognose. Erst im dritten Quartal 2021 wird das Niveau des vergangenen Jahres wieder erreicht – vorausgesetzt, dass es keinen erneuten globalen Schock geben wird.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang der weltweiten Wirtschaftsleistung von über vier Prozent – der stärkste Einbruch in der Nachkriegszeit. Gerade für den ehemaligen Exportweltmeister Deutschland hat das besonders negative Folgen, denn mit der Wirtschaftsleistung sinkt auch der globale Handel. 2020 wird das BIP in Deutschland der IW-Prognose zufolge rund neun Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr.

Neben der Schwere ist auch die Art und Weise der Krise einzigartig: Sowohl die Nachfrage als auch das Angebot sind von den Lockdown-Maßnahmen betroffen, was sich besonders deutlich am Arbeitsmarkt bemerkbar macht: Betrug die Arbeitslosenquote 2019 rund fünf Prozent, werden es im Jahresdurchschnitt 2020 rund 6,5 Prozent sein. 2021 ist dann wieder mit einer leicht niedrigeren Arbeitslosenquote von unter sechs Prozent zu rechnen. Das Niveau von 2019 wird im kommenden Jahr aber nicht erreicht.

Langsame Erholung

Insgesamt ist im laufenden Jahr nur begrenzt mit Erholung zu rechnen. Aufgrund der zahlreichen Beschränkungen kommt der Konsum nur schwer in Gang und Nachholeffekte sind kaum möglich. “Die globale Verunsicherung hat auch zur Folge, dass Investitionen ausbleiben”, sagt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. All das macht nur eine langsame Erholung möglich, sodass das BIP erst ab dem dritten Quartal 2021 das Vorkrisenniveau erreicht. Für 2021 rechnet das IW mit einem BIP-Wachstum von acht Prozent gegenüber 2020. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es nicht zu einem zweiten Lockdown kommt. “Aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre das der Super-GAU”, sagt IW-Direktor Michael Hüther. “Die Regierung muss nun mit einer klaren Strategie weitermachen und sowohl die Angebots-, als auch die Nachfrageseite gezielt unterstützen.”

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Duale Ausbildung in der Corona-Krise verlässlich fortführen

Die Spitzen der Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung haben angesichts der Corona-Krise Maßnahmen vereinbart, um die Auswirkungen der Corona-Krise auf die duale Ausbildung abzufedern. Sie verfolgen u. a. gemeinsam das Ziel, auch in den kommenden Ausbildungsjahren genügend Ausbildungsplätze anbieten zu können. Betriebe, die Auszubildende aus insolventen Betrieben übernehmen, sollen eine sog. Übernahmeprämie erhalten.

Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung vereinbaren Maßnahmen zur Stabilisierung der dualen Ausbildung

BMWi, Pressemitteilung vom 26.05.2020

Die Spitzen der Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung haben am 26.05.2020 Maßnahmen vereinbart, um die Auswirkungen der Corona-Krise auf die duale Ausbildung abzufedern. Die Vertreter der Bundesregierung, der Bundesagentur für Arbeit, der Länder, der Wirtschaftsverbände BDA, BFB, DIHK und ZDH und der Gewerkschaften haben am 26.05.2020 unter Vorsitz von Bundeswirtschaftsminister Altmaier eine Gemeinsame Erklärung der Allianz für Aus- und Weiterbildung angesichts der Corona-Krise verabschiedet. Die Partner wollen dafür sorgen, dass Auszubildende trotz der derzeit schwierigen Situation ihre Ausbildung fortsetzen und ihre Prüfung ablegen können. Zudem verfolgen sie gemeinsam das Ziel, auch in den kommenden Ausbildungsjahren genügend Ausbildungsplätze anbieten zu können.

Bundesminister Peter Altmaier:

“Verlässliche Rahmenbedingungen für die duale Ausbildung sind in der jetzigen Krise elementar, wenn wir unsere Fachkräftebasis von morgen weiterhin sichern wollen. Gerade jetzt brauchen Betriebe unsere Unterstützung, damit sie weiter qualifiziert ausbilden können. Mit einer Prämie für Betriebe, die Auszubildende aus insolventen Betrieben übernehmen, setzen wir einen wichtigen Impuls, damit Jugendliche eine bereits begonnene Ausbildung auch in der Corona-Krise erfolgreich zum Abschluss bringen können”.

Bundesminister Hubertus Heil:

“Die duale Ausbildung ist ein Markenkern unseres Landes und unser Ticket in eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft. Deshalb müssen wir sie gerade in schwierigen Zeiten am Laufen halten. Mir ist wichtig, dass junge Menschen auch im Jahr 2020 eine Ausbildung beginnen oder abschließen können. Um das zu ermöglichen, haben wir heute verschiedene Hilfsmaßnahmen vereinbart. Wir kämpfen nicht nur um jeden Arbeits-, sondern auch um jeden Ausbildungsplatz.”

Bundesministerin Anja Karliczek:

“Die Stärken der dualen Ausbildung zeigen sich gerade auch in der Krise. Sie ist ein wesentliches Fundament unserer Wirtschaftskraft. Wenn wir diese erhalten wollen, tun wir gut daran, auch in die Leistungsfähigkeit unseres dualen Ausbildungssystems zu investieren. Die heute in der Allianz für Aus- und Weiterbildung beschlossenen Maßnahmen werden dazu beitragen, dass auch in diesen Zeiten junge Leute eine Ausbildung erhalten. Wieder einmal bewährt sich die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, insbesondere der Sozialpartner, in unserem Land. Gemeinsam stellen wir sicher, dass Auszubildende ihre Ausbildung erfolgreich beenden können, wenn Prüfungen jetzt ausfallen oder verschoben werden müssen. Mit einem Sofortprogramm im Rahmen des DigitalPakts Schule investieren wir zudem in digitale Lehrformate und Endgeräte. Das kommt auch den Berufsschulen zugute, damit das Lernen unter den Einschränkungen der Corona-Krise weitergeht.”

Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz:

“Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie treffen auch Menschen mit Einwanderungsgeschichte und Geflüchtete besonders hart. Viele sind in der Hotel- und Gastronomiebranche beschäftigt oder in Ausbildung. Wir müssen alles daransetzen, dass die erreichten Erfolge bei der Arbeitsmarktintegration nicht zurückgeworfen werden. Die Integration in Ausbildung und Arbeitsmarkt wird deshalb ein Schwerpunkt im Nationalen Aktionsplan Integration der Bundesregierung sein.”

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig:

“Die Berufliche Bildung und die Berufsschulen schaffen Zukunftschancen für junge Menschen, leisten einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit und tragen maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen bei. Mit ihren Öffnungskonzepten unter Einhaltung strenger hygienischer Kriterien beweist die Berufliche Bildung unter schwierigen Bedingungen erneut ihre große Leistungs- und Anpassungsfähigkeit. Es ist wichtig, dass Auszubildende ihren eingeschlagenen Weg jetzt fortsetzen können. Die Länder werden mit den Berufsschulen das Ihre dafür tun, dass den Auszubildenden wegen der Corona-Epidemie keine Nachteile entstehen.”

Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit Detlef Scheele:

“Unser gemeinsames Ziel muss es sein, einen “Ausbildungsjahrgang Corona” zu verhindern. Die Bundesagentur für Arbeit trägt mit Beratung und verlässlichen Unterstützungsleistungen ihren Teil dazu bei, dass Betriebe und Bewerber auch in unsicheren Zeiten sicher zueinanderfinden können. Dabei setzen wir in diesem Jahr noch intensiver auf digitale Angebote für Schülerinnen und Schüler, zum Beispiel mit unserem Online-Selbsterkundungstool Check U. Ausbildungsbetriebe sprechen wir verstärkt persönlich an und beraten zur Begründung und Stabilisierung von Ausbildungsverhältnissen. Wir stehen auch mit unseren arbeitsmarktpolitischen Instrumenten für Jugendliche und Betriebe bereit – die Kapazitäten dafür sind vorhanden.”

DIHK-Präsident Eric Schweitzer:

“Wir beschließen heute erste Maßnahmen, die dabei helfen sollen, bestehende Ausbildungsverträge zu erhalten und neue Ausbildungsangebote zu ermöglichen. Wir werden den Ausbildungsmarkt genau beobachten und Unternehmen gezielt nach Region, Branche und Betriebsgröße dort unterstützen, wo Ausbildung ohne Hilfe von außen nicht mehr möglich ist. Vor allem für leistungsschwächere Bewerber ist in diesem Jahr die Chance einer Einstiegsqualifizierung wichtig, um schnell in einen Betrieb zu gelangen und möglichst rasch in ein Ausbildungsverhältnis zu wechseln. Die Kammern und Verbände werden z. B. virtuelle Speed Datings ausprobieren, die Kammern ihre Lehrstellenbörsen ausbauen und sich intensiv dafür einsetzen, dass Auszubildende trotz schwieriger Rahmenbedingungen ihre Abschlussprüfungen ablegen können.”

Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende:

“Die Allianz spannt heute einen Schutzschirm für Ausbildung auf. Mit allen Maßnahmen, die wir heute auf den Weg bringen, senden wir ein starkes Signal: Wir kämpfen um jeden Ausbildungsplatz. Übernahmeprämie, Verbund- und Auftragsausbildung und als letztes Auffangnetz die außerbetriebliche Ausbildung werden helfen, die Zukunftschancen der jungen Generation zu sichern. Damit sagen wir den Jugendlichen: Ihr werdet gebraucht. Bewerbt Euch um einen Ausbildungsplatz, geht auf die Betriebe zu, nutzt die vielen Ausbildungsplatzbörsen und Beratungsangebote. Wir sagen aber auch den Betrieben: Bilden Sie aus, kümmern Sie sich um Auszubildende, damit der Corona-Krise nicht die Fachkräfte-Krise folgt.”

Konkret verständigten sich die Partner der Allianz u. a. darauf, dass Firmen, die Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen, zeitlich befristet eine Übernahmeprämie erhalten können. Zudem sollen Betriebe zur Stabilisierung des Ausbildungsjahres 2020/21 die Vorteile der Verbundausbildung und der Auftragsausbildung stärker nutzen können. Außerdem wollen die Allianzpartner Jugendliche und Betriebe – auch mit mehr digitalen Formaten – im kommenden Ausbildungsjahr noch gezielter beraten und vermitteln.

Die Allianzpartner werden die mittel- und langfristigen Auswirkungen der Pandemie weiter verfolgen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Ausbildungsmarktes ergreifen.

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Konsumklima erholt sich etwas vom Corona-Schock

Die Verbraucher in Deutschland erholen sich im Mai ein wenig vom Schock, der durch die COVID-19-Pandemie ausgelöst wurde. Sowohl Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch Anschaffungsneigung legen leicht zu. Folglich prognostiziert GfK für Juni 2020 einen Wert von -18,9 Punkten und damit 4,2 Punkte mehr als im Mai dieses Jahres (revidiert -23,1 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Mai 2020.

GfK, Pressemitteilung vom 26.05.2020

Die Verbraucher in Deutschland erholen sich im Mai ein wenig vom Schock, der durch die COVID-19-Pandemie ausgelöst wurde. Sowohl Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch Anschaffungsneigung legen leicht zu. Folglich prognostiziert GfK für Juni 2020 einen Wert von -18,9 Punkten und damit 4,2 Punkte mehr als im Mai dieses Jahres (revidiert -23,1 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Mai 2020.

In der Aprilerhebung der GfK-Konsumklimastudie standen sehr viele Verbraucher durch die schrecklichen Bilder aus Norditalien, New York und Spanien unter Schock. Das hatte zu einem beispiellosen Absturz der Konsumstimmung beigetragen. Ein weiterer Fall des Konsumklimas ist im Monat Mai nicht zu beobachten. Dennoch ist ein Wert von -18,9 Punkten der zweitniedrigste Wert, der jemals für das GfK Konsumklima gemessen wurde.

“Die schrittweise Öffnung vieler Geschäfte hat sicherlich dazu beigetragen, dass die Konsumneigung keine weiteren Einbußen hinnehmen muss und aktuell sogar etwas zulegen kann” erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. “Dennoch ist die Verunsicherung unter den Konsumenten groß. Sie sehen die deutsche Wirtschaft bei Weitem noch nicht über den Berg und eine schwere Rezession auf sich zukommen. Die Angst vor Jobverlust bleibt hoch und dies erweist sich neben den Einkommenseinbußen derzeit als ein wichtiges Konsumhemmnis. Darauf müssen sich Händler und Hersteller weiterhin einstellen.”

Gestützt wird die Besserung des Konsumklimas durch eine gesunkene Sparneigung (-9,8 Punkte). Im April war durch die große Verunsicherung ein sprunghafter Anstieg zu verzeichnen.

Konjunkturaussichten auf niedrigem Niveau leicht verbessert

Nach zwei Rückgängen in Folge legt die Konjunkturerwartung im Mai wieder etwas zu. Der Indikator gewinnt elf Zähler hinzu und weist nun -10,4 Punkte auf. Dennoch bleibt er deutlich unter seinem langjährigen Durchschnittswert von etwa null Punkten sowie unter seinem Vorjahreswert (-12,1 Zähler).

Die Wirtschaft wird nun schneller wieder hochgefahren, als noch vor einigen Wochen vermutet. Die Politik unternimmt hier große Anstrengungen in verschiedenen Bereichen. Damit steigt auch die Hoffnung der Verbraucher, dass ein Debakel auf dem Arbeitsmarkt verhindert wird. Sowohl der Bund als auch die Länder setzen enorme Mengen an finanziellen Mitteln in Form von Hilfen, Krediten und künftig auch Konjunkturprogrammen ein, um die Nachfrage im Inland zu stimulieren. Dies dürfte umso wichtiger sein, da ein bislang überaus wichtiges Standbein der deutschen Konjunktur, die Exporte, eher schleppend in Gang kommen. Eine Reihe wichtiger Abnehmerländer sind aktuell noch stärker von der Pandemie betroffen.

Einkommenserwartung verzeichnet Plus nach Rekordverlust im Vormonat

Nachdem die Einkommenserwartung im Vormonat noch einen beispiellosen Rekordverlust zu verzeichnen hatte, kann sie im Mai wieder etwas zulegen. Nach einem Plus von 13,6 Zählern weist sie nun -5,7 Punkte auf. Dennoch liegt der Indikator noch immer gut 63 Punkte unter seinem entsprechenden Vorjahreswert.

Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit führt bei vielen Haushalten zu deutlichen Einkommenseinbußen. Für eine Reihe von Selbständigen, z. B. aus dem Kulturbereich, ist noch kein Ende des Lockdowns abzusehen. Das bedeutet, ihre Einkünfte liegen nach wie vor bei null.

Dagegen sind die Bezüge der Rentner in der gegenwärtigen Situation nicht von Rückgängen bedroht. Ganz im Gegenteil, im Juli dieses Jahres steht sogar eine Erhöhung der gesetzlichen Altersbezüge von mehr als drei Prozent an.

Konsumneigung wird von Einkommenserwartung gestützt

Von den verbesserten Einkommensaussichten kann auch die Anschaffungsneigung profitieren. Der Indikator gewinnt 10,1 Zähler hinzu und klettert damit auf 5,5 Punkte. Dennoch steht im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 45 Punkten zu Buche.

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Bruttoinlandsprodukt: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2020

Die Corona-Pandemie trifft die deutsche Wirtschaft stark. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 1. Quartal 2020 gegenüber dem 4. Quartal 2019 um 2,2 % gesunken.

Bruttoinlandsprodukt: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2020

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 25.05.2020

Bruttoinlandsprodukt, 1. Quartal 2020

  • -2,2 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt
  • -1,9 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
  • -2,3 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Die Corona-Pandemie trifft die deutsche Wirtschaft stark. Wie das Statistische Bundesamt bereits in seiner Pressekonferenz und Schnellmeldung am 15. Mai 2020 mitgeteilt hatte, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 1. Quartal 2020 gegenüber dem 4. Quartal 2019 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 2,2 % gesunken. Das war der stärkste Rückgang seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und der zweitstärkste Rückgang seit der deutschen Vereinigung. Lediglich im 1. Quartal 2009 war der Rückgang mit -4,7 % zum Vorquartal noch stärker. Obwohl die Ausbreitung des neuen Coronavirus die Wirtschaftsleistung im Januar und Februar nicht wesentlich beeinträchtigte, sind die Auswirkungen der Pandemie damit bereits für das 1. Quartal 2020 gravierend.

Bauinvestitionen und Staatskonsum verhindern stärkeren Rückgang

Bedingt durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen konsumierten die privaten Haushalte im 1. Quartal 2020 sehr viel weniger als im 4. Quartal 2019: Die privaten Konsumausgaben waren im Vergleich zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt) 3,2 % niedriger. Die Investitionen in Ausrüstungen – also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – gingen sogar um 6,9 % zurück. Stabilisierend wirkten die Bauinvestitionen und die Konsumausgaben des Staates. Sie verhinderten einen noch stärkeren Rückgang des BIP. Während der Staat seine Konsumausgaben gegenüber dem Vorquartal um 0,2 % erhöhte, wurde in Bauten mit 4,1 % deutlich mehr investiert als im 4. Quartal 2019.

Auch die außenwirtschaftliche Entwicklung war im 1. Quartal 2020 rückläufig: Nach vorläufigen Berechnungen wurde preis-, saison- und kalenderbereinigt 3,1 % weniger exportiert als im 4. Quartal 2019. Dem Rückgang der Warenausfuhren von -4,0 % stand ein leichter Anstieg der Dienstleistungsexporte gegenüber (+0,7 %). Die Importe von Waren und Dienstleistungen gingen um 1,6 % zurück.

Bruttoinlandsprodukt bricht auch im Vorjahresvergleich ein

Auch im Vorjahresvergleich ist die Wirtschaftsleistung eingebrochen: Das BIP war im 1. Quartal 2020 preisbereinigt 1,9 % niedriger als ein Jahr zuvor, kalenderbereinigt 2,3 %. Nur in den Jahren der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 hatte es stärkere Rückgänge gegenüber einem Vorjahresquartal gegeben, den stärksten mit -7,9 % im 2. Quartal 2009 (kalenderbereinigt mit -6,9 % im 1. Quartal 2009).

Erwerbstätigkeit im 1. Quartal 2020 mit deutlich abgeschwächter Dynamik

Die Wirtschaftsleistung wurde im 1. Quartal 2020 von rund 45 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 147.000 Personen oder 0,3 % mehr als noch ein Jahr zuvor. Einen so niedrigen Zuwachs gegenüber einem Vorjahresquartal hatte es zuletzt im 2. Quartal 2010 gegeben. Die Corona-Pandemie hat sich somit im 1. Quartal 2020 nur verhalten in der Zahl der Erwerbstätigen niedergeschlagen, auch weil Kurzarbeitende als Erwerbstätige zählen.

Der Anstieg der Kurzarbeit in der zweiten Märzhälfte hatte dagegen deutliche Auswirkungen auf die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen: Diese verringerte sich nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit im 1. Quartal 2020 deutlich um 1,7 % gegenüber dem Vorjahr. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen – ging entsprechend im selben Zeitraum um 1,3 % zurück.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität – gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigenstunde – ging nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,6 % zurück. Je Erwerbstätigen war sie um 2,2 % niedriger als im 1. Quartal 2019.

Geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland gegenüber dem Vorjahr

Auch im Vorjahresvergleich gab es deutlich weniger Nachfrage aus dem In- und Ausland. Die Investitionen in Ausrüstungen brachen ein (-9,2 %). Die privaten Konsumausgaben gingen im Vergleich zum Vorjahr preisbereinigt um 2,2 % zurück. Dagegen stützten die staatlichen Konsumausgaben mit einem Plus von 2,2 % die Wirtschaft. Die Bauinvestitionen waren um 4,8 % höher als im 1. Quartal 2019. Besonders stark war der Anstieg bei den Bauinvestitionen des Staates, vor allem in den öffentlichen Tiefbau.

Von der Auslandsnachfrage gab es keine positiven Impulse: Nach vorläufigen Berechnungen wurden im 1. Quartal 2020 preisbereinigt 3,2 % weniger Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert als im 1. Quartal 2019. Die Importe gingen im selben Zeitraum mit 1,7 % nicht ganz so stark zurück.

Bruttowertschöpfung entwickelt sich zweigeteilt

Auf der Entstehungsseite des BIP gab es im 1. Quartal 2020 gegenüber dem 1. Quartal 2019 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedliche Entwicklungen. Im Verarbeitenden Gewerbe setzte sich die Abwärtsbewegung des vergangenen Jahres fort. Mit einem Einbruch der Bruttowertschöpfung um 6,4 % ist der Rückgang aber noch weit von den zweistelligen Rückgängen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 entfernt. Ähnliches gilt für die Unternehmensdienstleister, deren Wirtschaftsleistung um 1,2 % zurückging. Deutlich im Minus war zudem der Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr (-3,0 %). Dagegen gab es im Baugewerbe ein kräftiges Plus gegenüber dem Vorjahr von 4,0 %. Positiv entwickelten sich auch der Bereich Information und Kommunikation (+1,5 %) sowie die Finanz- und Versicherungsdienstleister (+1,4 %). Insgesamt ging die preisbereinigte Bruttowertschöpfung um 1,8 % zurück.

Volkseinkommen etwa auf Vorjahresniveau

In jeweiligen Preisen gerechnet war sowohl das BIP als auch das Bruttonationaleinkommen im 1. Quartal 2020 um 0,5 % höher als ein Jahr zuvor. Das Volkseinkommen blieb in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (+0,1 %), was an gegenläufigen Entwicklungen der beiden Komponenten lag: Während das Arbeitnehmerentgelt (Bruttolöhne und -gehälter zuzüglich Sozialbeiträge der Arbeitgeber) um 2,4 % zunahm, gingen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nach ersten vorläufigen Berechnungen um 5,1 % zurück. Die Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lagen 2,5 % über dem Niveau des 1. Quartals 2019, die Nettolöhne und -gehälter 2,6 %. Im Durchschnitt je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer stiegen die Löhne und Gehälter weniger stark (brutto +1,8 %, netto +2,0 %), da auch die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Vergleich zum Vorjahresquartal weiter zunahm (+0,6 %). Während sich das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte um 2,1 % erhöhte, gingen die privaten Konsumausgaben in jeweiligen Preisen um 0,6 % zurück. Daraus ergibt sich nach vorläufigen Berechnungen eine entsprechend hohe vierteljährliche Sparquote von 16,7 %.

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ifo Geschäftsklima erholt sich im Mai 2020

Die Stimmung deutscher Unternehmen hat sich nach einem historischen Einbruch wegen der Corona-Krise lt. ifo Institut etwas aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Mai auf 79,5 Punkte gestiegen, nach 74,2 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im April.

ifo Geschäftsklima erholt sich im Mai 2020

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.05.2020

Die Stimmung unter den deutschen Unternehmen hat sich nach den katastrophalen Vormonaten etwas erholt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Mai auf 79,5 Punkte gestiegen, nach 74,2 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im April. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen zwar nochmals etwas schlechter. Jedoch verbesserten sich ihre Erwartungen für die kommenden Monate deutlich. Trotzdem erwartet ein Großteil der Unternehmen noch immer eine Verschlechterung der Geschäftslage. Die ersten Lockerungen sorgen für einen Hoffnungsschimmer.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex deutlich gestiegen. Das war allerdings nur auf die stark verbesserten Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Von Optimismus sind die Industriefirmen aber noch weit entfernt. Die aktuelle Lage stuften sie nochmals erheblich schlechter ein.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima nach dem historischen Tief im April wieder merklich verbessert. Das liegt vor allem an deutlich gestiegenen Erwartungen. Die Dienstleister schätzten auch ihre aktuelle Lage etwas besser ein. Dennoch überwiegt bei den Unternehmen noch immer der Pessimismus.

Im Handel ist der Geschäftsklimaindex ebenfalls deutlich gestiegen. Hier haben sich sowohl die Lageeinschätzungen als auch die Erwartungen spürbar erholt. Insbesondere im Einzelhandel verbessern die Lockerungen die Stimmung.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index wieder gestiegen, nachdem er zuletzt mehr als ein halbes Jahr gefallen war. Grund hierfür war ein historischer Anstieg der Erwartungen. Die aktuelle Lage schätzten die Baufirmen etwas schlechter ein.

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German Venture Capital Barometer: VC-Geschäftsklima stürzt ab

Das German Venture Capital Barometer, das die KfW zusammen mit dem Bundesverband deutscher Kapitalgesellschaften e. V. berechnet, zeigt einen durch die ungewissen Auswirkungen der Corona-Pandemie verunsicherten deutschen VC-Markt. Das Geschäftsklima ist auf ein Allzeittief abgestürzt.

German Venture Capital Barometer: VC-Geschäftsklima stürzt ab

KfW, Pressemitteilung vom 22.05.2020

  • VC-Geschäftsklima fällt auf Allzeittief
  • Stimmung fällt auf breiter Front: Fast alle Klimaindikatoren im roten Bereich
  • Ausnahme: Bessere Beurteilung der Einstiegsbewertungen – derzeit aber wenig Bereitschaft für Neuinvestitionen

Die ungewissen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben den deutschen VC-Markt verunsichert. Das Geschäftsklima ist auf ein Allzeittief abgestürzt. Im 1. Quartal 2020 gibt der Geschäftsklimaindikator des Frühphasensegments um 72,3 Zähler auf -61,3 Saldenpunkte nach – ein in dieser Größenordnung noch nie da gewesener Einbruch. Die Bewertungen sowohl der aktuellen Geschäftslage als auch der Geschäftserwartungen durch die VC-Investoren haben sich massiv verschlechtert. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage fällt um -66,6 Zähler auf -52,6 Saldenpunkte, der Indikator für die Geschäftserwartung um -77,9 Zähler auf -69,9 Saldenpunkte.

Fast alle Klimaindikatoren fallen im 1. Quartal deutlich in den roten Bereich. So hat sich die Stimmung bezüglich Fundraising, Exitmöglichkeiten, Neuinvestitionen und Wertberichtigungen stark verschlechtert. Einzig die Beurteilung der Einstiegsbewertungen – die sich erfahrungsgemäß gegenläufig entwickeln – verbessert sich. Aufgrund der ungewissen weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie haben sich die wirtschaftlichen Aussichten stark eingetrübt, eine Rezession zeichnet sich ab. Die Aktienmärkte und somit die Bewertungsmaßstäbe sind weltweit eingebrochen. Ein deutlich gestiegener Druck auf Portfolio- und Einstiegsbewertungen ist deshalb nachvollziehbar. Die Zurückhaltung bei Neuinvestitionen ist ein bekanntes Krisenphänomen. Der Bedarf an VC ist allerdings nicht eingebrochen. Zwar beurteilen die VC-Investoren Höhe und Qualität ihres Dealflows sowie dessen Innovativität schlechter als im Vorquartal, der Rückgang ist aber vergleichsweise moderat.

„Die Corona-Krise in Deutschland hat der sehr guten Stimmung auf dem VC-Markt ein jähes Ende bereitet“, sagt Dr. Friederike Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Die Erfahrung zeigt, dass sich VC-Investoren in Krisen auf die Portfoliopflege konzentrieren und sich vorerst mit Neuinvestitionen zurückhalten. Das drückt aufs Investitionsniveau. Es ist aber gerade jetzt wichtig, die sehr guten Start-ups, die noch auf der Suche nach VC-Investoren sind, nicht im Regen stehen zu lassen. Denn sie werden die kapitalintensive Time-to-Market sonst schwerlich überstehen. Eine Start-up-Generation zu verlieren wäre ein harter Schlag. Das sehr gute Fundraisingklima der vergangenen Jahre sollte eine Überbrückung doch möglich machen.“

„Die Nachfrage nach Venture Capital dürfte durch die Pandemie nicht merklich sinken“, ergänzt Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes BVK-Vorstandsmitglied. „Die Herausforderung wird darin bestehen, die Weiterfinanzierung der Startups sowohl in der Breite als auch bei den großen Vorzeige-Startups sicherzustellen. Ansonsten drohen irreparable Schäden am über die letzten Jahre mühsam aufgebauten Startup-Ökosystem. Die Venture Capital-Branche ist aber gut kapitalisiert. Zudem hat die Bundesregierung reagiert und bereits ein Startup-Programm zur Unterstützung aufgelegt, das nun aber auch schnellstmöglich starten sollte.“

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Privates Wagniskapital auch nach der Corona-Krise nutzen

Junge innovative Unternehmen, die auf die Vermarktung von neuen, bisher unbekannten Produkten oder Dienstleistungen setzen, haben es oft schwer, ihren Start in den Markt zu finanzieren. Der Weg über die klassische Darlehensfinanzierung ist ihnen meist verstellt, da den Banken ein Engagement zu riskant ist und die nötigen Sicherheiten fehlen. Das ZEW hat mit Unterstützung des BMWi in einer für Deutschland repräsentativen Studie die Veränderungen der Beteiligungsinvestitionen in bis zu vier Jahre alten Unternehmen aus den Hightech-Branchen von 2013 bis 2018 untersucht.

Privates Wagniskapital auch nach der Corona-Krise nutzen

ZEW, Pressemitteilung vom 19.05.2020

Junge innovative Unternehmen, die auf die Vermarktung von neuen, bisher unbekannten Produkten oder Dienstleistungen setzen, haben es oft schwer, ihren Start in den Markt zu finanzieren. Der Weg über die klassische Darlehensfinanzierung ist ihnen meist verstellt, da den Banken ein Engagement zu riskant ist und die nötigen Sicherheiten fehlen. So sind diese Unternehmen auf Investoren oder Fonds angewiesen, die eine Beteiligung an den jungen Unternehmen wagen, und am Erfolg der Unternehmen durch Gewinnbeteiligung oder, häufiger noch, am Veräußerungserlös ihrer Beteiligung verdienen. Im Falle des Misserfolgs haben die Investoren u. U. den Totalverlust ihrer Investition zu tragen.

Das ZEW hat mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) in einer für Deutschland repräsentativen Studie die Veränderungen der Beteiligungsinvestitionen in bis zu vier Jahre alten Unternehmen aus den Hightech-Branchen von 2013 bis 2018 untersucht. Die Studie zeigt, dass umfassende Veränderungen stattgefunden haben:

  • Die Anzahl der jungen Unternehmen, die von Privatinvestoren mitfinanziert wurden, ist seit 2013 um über 50 Prozent gestiegen (von ca. 3.350 auf etwa 5.100).
  • Der Anteil der so finanzierten jungen Unternehmen der Hightech-Branchen stieg von sieben Prozent auf 13 Prozent.
  • Das gesamte Finanzierungsvolumen, das durch Privatinvestoren in junge Hightech-Unternehmen investiert wurde, hat sich von 2013 auf 2018 sogar mehr als verzehnfacht (von knapp 85 Millionen Euro auf etwa 925 Millionen Euro).
  • Die Durchschnittsinvestitionen von Privatpersonen in junge Hightech-Unternehmen haben sich im Zeitraum 2013 bis 2018 fast versechsfacht (von etwa 115.000 Euro auf 780.000 Euro pro Unternehmen).

Insgesamt hat sich das Engagement von privaten Personen bei der Wagniskapitalfinanzierung von innovativen Gründungsprojekten und jungen Hightech-Unternehmen seit 2013 immens ausgeweitet.

„Genügend viel“ Wagniskapital wird oft als wichtige Voraussetzung dafür gesehen, dass Gründerinnen und Gründer erfolgversprechende Gründungsprojekte auch tatsächlich verfolgen können. Mit der steigenden Verfügbarkeit solcher Beteiligungen, so die Hoffnung, könnte auch eine größere Anzahl von innovativen Gründungsprojekten in Angriff genommen werden. Insofern wäre zu erwarten, dass die Anzahl von Unternehmensgründungen in den Hightech-Branchen zwischen 2013 und 2018 wegen der besseren Versorgung mit Kapital zugenommen hat.

„Aber das Gegenteil ist der Fall“, betont Dr. Georg Licht, Forschungsbereichsleiter am ZEW, „die Anzahl der jungen Unternehmen in den Hightech-Branchen sank von 2013 auf 2018 von rund 46.500 auf etwa 39.500, ein Rückgang um 15 Prozent“. Dies legt nahe, die Ursachen für das immens gestiegene Finanzierungsengagement der Privaten bei jungen Hightech-Firmen eher in den Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten zu sehen, als in der Situation der Hightech-Branchen. „Anlagemöglichkeiten für Schuldverschreibungen oder Finanztitel lohnen sich kaum, deshalb orientieren sich private Anleger sehr stark in Richtung Realwirtschaft. Die Situation an den Aktienmärkten wird stark von großen institutionellen Anlegern oder Hedgefonds geprägt, sodass der Weg zu einzelnen, in den Markt startenden Unternehmen eine lohnende Alternative darstellt“, erläutert Licht. Aber die sinkende Anzahl von innovativen Gründungen, mithin von möglichen Investitionsobjekten, führt zu stärkeren Konzentrationen auf einzelne Unternehmen und damit zur deutlichen Verbesserung der Chancen dieser finanzierten Unternehmen, die Phase in den Markt gut und erfolgreich zu bewältigen. Dagegen ist eine Stimulierung der Gründungstätigkeit in den Hightech-Branchen durch mehr Wagniskapital nicht auszumachen. „Hier muss die Politik andere Hebel finden“, meint Licht.

Gute Bedingungen für privates Finanzierungsengagement überleben auch die Krise

Es ist nicht davon auszugehen, dass sich Grundsätzliches an der Situation für Privatinvestoren durch die Corona-Krise ändern wird. Privatinvestoren speisen ihre Finanzierungsmittel in aller Regel aus Vermögen, nicht aus laufendem Einkommen. Die Krise wird daher kurzfristig die potenziellen Investitionsmittel kaum nennenswert vermindern. Die Chancen innovativer Gründungsprojekte werden von aktuellen Marktsituationen ebenfalls nicht stark tangiert. Hier kommt es auf die mittel- bis langfristigen Perspektiven auf den Märkten für innovative Produkte und Dienstleistungen an. „Man kann durchaus davon ausgehen, dass die guten Bedingungen für privates Finanzierungsengagement auch die Krise überleben“, zeigt sich Licht optimistisch. Er kann sich auch vorstellen, dass die Privatinvestoren „ihren“ jungen Unternehmen beistehen, wenn sie doch krisenbedingt in Liquiditätsschwierigkeiten geraten sollten. „Die Alternative wäre der Totalverlust, keine sehr attraktive Option“, meint Licht. Wichtig wäre es allerdings, dass die Bundesregierung endlich ernst machen würde mit einer Art Rettungsschirm für innovative Startups, um insbesondere erfolgversprechende Unternehmen in der Startphase in die nächste Finanzierungsrunde zu retten.

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