Corona – Bewährungsprobe für das Netzwerk Industrie

In der Industrie zeichnen sich viele Probleme ab: Zu erheblichen Umsatzeinbußen gesellen sich betriebliche Einschränkungen und Liquiditätsengpässe. Jetzt geht es nach Einschätzung des DIHK darum, die Finanzierung der Unternehmen zu sichern, betriebliche Investitionen zu stärken, strukturelle Standortprobleme anzupacken – und Lerneffekte aus der Krise zu verstetigen.

Corona – Bewährungsprobe für das Netzwerk Industrie

DIHK, Mitteilung vom 20.05.2020

Das erfolgreiche Netzwerk Industrie am Standort Deutschland ist ein enger Verbund von Herstellern, Zulieferern und Dienstleistern. Nun zeichnen sich auch dort angesichts der Corona-Pandemie viele Probleme ab: Acht von zehn Industriebetrieben rechnen krisenbedingt mit Umsatzeinbußen, bei den unternehmensnahen Dienstleistern sind es fast drei Viertel. Die stark sinkende Nachfrage nach Produkten „made in Germany“, wegbrechende Aufträge und die Unsicherheit darüber, wie sich die Absatzmärkte weltweit entwickeln werden, setzen der exportorientierten industriellen Basis hierzulande zu.Hinzu kommen Einschränkungen im betrieblichen Alltag wie fehlende Waren und Dienstleistungen oder logistische Engpässe, die rund jedes vierte Industrieunternehmen treffen. 35 Prozent der Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sehen sich gezwungen, Personal abzubauen, 43 Prozent müssen die Kosten senken. Das hat Folgen für die Gesamtwirtschaft, denn 85 Prozent der privaten Forschungs- und Entwicklungs-Ausgaben kommen aus der Industrie. Sie erwirtschaftet hierzulande fast ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes.

Finanzierung der Unternehmen sichern

Das A und O in Krisenzeiten ist eine solide finanzielle Ausstattung der Betriebe: Aktuell ist für jedes zweite Industrieunternehmen der Rückgang des Eigenkapitals ein drängendes Problem – für jedes vierte sind es Liquiditätsengpässe. Eine Erweiterung der Möglichkeiten, aktuelle Verluste kurzfristig steuerlich zu berücksichtigen, könnte vielen Unternehmen die dringend benötigte Liquidität verschaffen. Zugleich würde es das Eigenkapital stärken, wenn die Betriebe daraufhin weniger Kredite benötigten. Steuerrückzahlungen der Finanzämter können Unternehmen sofort in den Re-Start investieren.

Betriebliche Investitionen stärken

Die Krise wird tiefe Spuren in den Bilanzen hinterlassen. Schon jetzt legt fast jedes zweite Industrieunternehmen geplante Investitionen auf Eis oder streicht Investitionsbudgets zusammen – bei den Großunternehmen ab 1.000 Mitarbeitern sind es sogar zwei Drittel. Wir brauchen eine Debatte darüber, wie Investitionen hierzulande kurz- und langfristig angekurbelt werden können. Kurzfristig würden schnellere Abschreibungsmöglichkeiten positive Investitionsanreize setzen.

Strukturelle Probleme des Standortes anpacken

Beim Re-Start aus der Krise hilft es auch, strukturelle Probleme am Industriestandort Deutschland anzugehen – seien es die langwierigen Planungs- und Genehmigungsverfahren, die Höhe der Stromkosten oder die Fülle an bürokratischen Belastungen. Ansatzpunkte gibt es viele – von A wie „Aussetzen neuer Vorschriften“, beispielsweise des neuen Energielabels bis Mitte 2021, bis Z wie „Zusatzkosten reduzieren“, etwa bei der EEG-Umlage. Die jetzigen Erfahrungen während der Pandemie zeigen aber auch, dass bei gutem Willen Verfahren durch Digitalisierung beschleunigt und Vorschriften sowie Fristen näher an der Praxis ausgerichtet werden können. Diese Learnings sollten unbedingt in die Zeit nach der Krise mitgenommen werden.

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Neue Ideen für Start-ups in den neuen Ländern

Mehr Start-ups und Unternehmensgründungen in den neuen Bundesländern – das ist das Ziel des Modellvorhabens „Best Practice Gründer-Ökosystem in den neuen Bundesländern“ des BMWi.

Neue Ideen für Start-ups in den neuen Ländern

BMWi, Pressemitteilung vom 19.05.2020

Mehr Start-ups und Unternehmensgründungen in den neuen Bundesländern – das ist das Ziel des Modellvorhabens „Best Practice Gründer-Ökosystem in den neuen Bundesländern“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Marco Wanderwitz, der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, erläutert das Modellprojekt: „Um Gründerinnen und Gründern eine Unternehmensgründung zu erleichtern, kommt es neben der Bereitstellung von Förder- und Finanzierungsprogrammen (zum Beispiel durch Beratung, Startgelder und Kredite) sehr stark auf ein förderliches Umfeld an, das heißt auf Unterstützer vor Ort, die den jungen Unternehmen ganz praktisch unter die Arme greifen. Das gilt umso mehr in der aktuellen wirtschaftlich schwierigen Situation. Mit den Gründer-Ökosystemen wollen wir neue Konzepte entwickeln und die Menschen zu Gründungen ermutigen.“

Gegenstand des Modellvorhabens ist die Entwicklung und Stärkung von Gründer-Netzwerken in den neuen Bundesländern, ausdrücklich auch in Regionen außerhalb größerer Zentren. Best-Practice-Maßnahmen werden über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren gefördert für: Motivation und Vernetzung von Start-ups und Gründungen, den Aufbau von Gründungsnetzwerken und Plattformen und alle Aktivitäten, die dazu beitragen, die eigene Region für Gründungen und junge Unternehmen attraktiv und bekannt zu machen.

Konzepte und gute Ideen aus allen Regionen der neuen Bundesländer können bis zum 15. Juli 2020 an das RKW Kompetenzzentrum unter gruendung@rkw.de eingereicht werden.

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Privatpersonen spielen bei der Finanzierung von jungen Unternehmen eine immer größere Rolle

Banken und auch Venture Capital Fonds sind bei der Finanzierung von jungen Unternehmen in der Frühphase häufig zurückhaltend. Eine Finanzierung durch Privatpersonen – insbesondere Business Angels – kann oftmals eine Lösung sein. Das zeigt eine vom BMWi finanzierte Studie des ZEW.

Privatpersonen spielen bei der Finanzierung von jungen Unternehmen eine immer größere Rolle

BMWi, Mitteilung vom 18.05.2020

Banken und auch Venture Capital Fonds sind bei der Finanzierung von jungen Unternehmen in der Frühphase häufig zurückhaltend. Eine Finanzierung durch Privatpersonen – insbesondere Business Angels – kann oftmals eine Lösung sein. Das ZEW hat sich mit finanzieller Unterstützung des BMWi nun erneut dem bisher kaum erforschten Privatinvestorenmarkt gewidmet und eine repräsentative Befragung von jungen Unternehmen der Gründungsjahrgänge 2015-2018 nach ihren Privatinvestoren durchgeführt. Die letzte ähnliche Datenerhebung durch das ZEW fand im Jahr 2013 statt. Damit liegen nun auch erstmals seit der Einführung des Förderprogramms “ INVEST – Zuschuss für Wagniskapital “ Statistiken zum Privatinvestorenmarkt vor.

Die Studie zeigt auf, dass die Bedeutung von Privatinvestoren für die Finanzierung von jungen Unternehmen in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Der Anteil unter jungen Unternehmen mit einer Finanzierung durch Privatinvestoren liegt bei 7,5 Prozent und auch die von Privatinvestoren zur Verfügung gestellten Investitionssummen haben sich deutlich erhöht. So investieren im Durchschnitt ein oder gegebenenfalls auch mehrere Privatinvestoren 290.000 Euro in ein junges Unternehmen. Bei den Unternehmen der Gründungsjahrgänge 2009-2012 betrug die damalige durchschnittliche Investitionssumme eines Privatinvestors nur 83.000 Euro. Die Gesamtsumme des durch Privatinvestoren jährlich zur Verfügung gestellten Kapitals lag im Durchschnitt der Jahre 2015-2018 bei 2,779 Milliarden Euro und ist damit erheblich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2009-2012 mit 803 Millionen Euro angestiegen. Erfreulich ist, dass die meisten Unternehmen (73 Prozent) mit einer Privatinvestorenfinanzierung neben der finanziellen auch weitere Unterstützungsleistungen durch ihre Privatinvestoren erhalten. Die Anzahl der Privatinvestoren in Deutschland, die nicht aus dem Familien- und Freundeskreis der Unternehmensgründerinnen und -gründer stammen, wird auf 7.100 bis 14.100 geschätzt. Zusätzlich gibt es 34.800 Privatinvestoren, die zum Familien- und Freundeskreis der Gründerinnen und Gründer zählen.

Deutlich wird außerdem, dass das INVEST-Programm den Privatinvestorenmarkt erheblich belebt hat. Bei gut 28 Prozent der von einem Privatinvestor finanzierten Hightech-Unternehmen der Gründungsjahrgänge 2015-2018 wurde mindestens einer der Privatinvestoren durch INVEST gefördert. Dabei ist zu beachten, dass nicht alle Finanzierungsformen auch INVEST-förderfähig sind. Betrachtet man nur die von Privatinvestoren finanzierten Hightech-Unternehmen mit einer INVEST-förderfähigen Finanzierungsform (offene Beteiligungen und Wandeldarlehen), liegt der Anteil sogar bei 44 Prozent. Privatinvestoren mit INVEST-Förderung investieren auch größere Summen in Unternehmen als Investoren, die nicht durch INVEST gefördert wurden. Die Finanzierungssumme von INVEST-geförderten Investoren beträgt im Durchschnitt 998.000 Euro, während die Durchschnittssumme der Finanzierungen durch Privatinvestoren ohne INVEST-Förderung 844.000 Euro beträgt.

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Leitfaden 5G-Campusnetze des BMWi gibt KMU Orientierungshilfe

Mit der Veröffentlichung des Leitfadens 5G-Campusnetze bietet das BMWi vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen eine wichtige Orientierungshilfe zur Frage eines eigenständigen Netzbetriebs.

Leitfaden 5G-Campusnetze des BMWi gibt KMU Orientierungshilfe

BMWi, Pressemitteilung vom 18.05.2020

Mit der Veröffentlichung des Leitfadens 5G-Campusnetze bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen eine wichtige Orientierungshilfe zur Frage eines eigenständigen Netzbetriebs. Angesprochen sind insbesondere das produzierende Gewerbe und die Logistikbranche, durch die universelle Vorgehensweise kann er jedoch auf viele weitere Anwendungsbereiche übertragen werden. Der Leitfaden zeigt das Vorgehen bei Aufbau und Betrieb von 5G-Campusnetzen, Anwendungsgebiete, Eigenschaften sowie Betreibermodelle auf.

Thomas Jarzombek, Beauftragter des BMWi für die Digitale Wirtschaft und Start-ups: „Seit letztem November können Unternehmen die Nutzung privater 5G-Frequenzen beantragen. Deutschland gehört damit international zu den Vorreitern bei der privaten Nutzung von 5G und der Ermöglichung sogenannter Campusnetze. Leistungsfähige digitale Kommunikationsinfrastrukturen sind für den Betrieb etwa von modernen Fabriken überlebenswichtig. Neben Unabhängigkeit kann der eigene Betrieb solcher Infrastrukturen – sprich Campusnetze – neue, an spezifischen Erfordernissen ausgerichtet Lösungen ermöglichen und die digitale Souveränität von Unternehmen stärken. Auch kleineren Netzausrüstern bis hin zu Start-ups bieten sich erfolgversprechende Chancen bei der Erschließung des neuen Marktsegments der Campusnetze.“

Der Leitfaden basiert auf Ergebnissen des Leuchtturmvorhabens IC4F , das vom BMWi im Rahmen des Technologieprogramms PAiCE gefördert wird. Die Autoren des Leitfadens sind ausgewiesene Experten der beteiligten Projektpartner und der vom BMWi beauftragten Begleitforschung zum Technologieprogramm.

Professor Slawomir Stanczak, Projektkoordinator beim Projektpartner Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI): „5G führt zu einem Umbruch in den Geschäftsmodellen der vertikalen Industrien. Dabei können insbesondere Campusnetze ganz neue Möglichkeiten zum Ausschöpfen der Potenziale von 5G-Technologien hinsichtlich Innovationen bei industriellen Anwendungen eröffnen. Mit IC4F ist es gelungen, wichtige Anforderungen neuer Anwendungsszenarien der produzierenden Industrie frühzeitig in die Definition und internationale Standardisierung von 5G-Systemen einzubringen. Neue technologische Entwicklungen wie beispielsweise maschinelles Lernen und Software-basierte, virtualisierte Netzarchitekturen sowie der Trend zu offenen Schnittstellen erweitern die Leistungsfähigkeit von 5G-Campusnetzen und machen sie zukunftssicher. Zum Kern der Arbeiten des Fraunhofer HHI gehört die Bereitstellung künftiger Netz- und Funktechnologien für die unterschiedlichen Anwendungsdomänen.“

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Rezessionsgefahr in den kommenden Monaten bei 100 Prozent

Die deutsche Wirtschaft durchläuft in Folge der Corona-Pandemie derzeit und in den kommenden drei Monaten eine tiefe Rezession. Das signalisiert der Konjunkturindikator der Hans-Böckler-Stiftung für den Zeitraum von Mai bis Ende Juli.

Rezessionsgefahr in den kommenden Monaten bei 100 Prozent

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 15.05.2020

Die deutsche Wirtschaft durchläuft in Folge der Corona-Pandemie derzeit und in den kommenden drei Monaten eine tiefe Rezession. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung für den Zeitraum von Mai bis Ende Juli. In der Drei-Monats-Prognose zeigt der Indikator, der die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, ein Rezessionsrisiko von 100 Prozent an – nach 78 Prozent im April. Das nach dem Ampelsystem arbeitende IMK-Frühwarnsystem steht deshalb auf „rot“ (akute Rezessionsgefahr bei mehr als 70 Prozent Wahrscheinlichkeit).

Dass die Rezessionswahrscheinlichkeit ihren Maximalwert erreicht hat, beruht auf einer Vielzahl von aktuellen Entwicklungen. Dazu zählen der drastische Rückgang der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe, der Einbruch der Auftragseingänge aus dem Inland, die sinkende Zahl offener Stellen oder das historische Tief, das der ifo-Geschäftsklimaindex erreicht hat. Vergleichsweise stabil zeigt sich lediglich der IMK-Finanzmarktstressindex, der einen breiten Kranz von Finanzmarktindikatoren zu einem einzigen Maß bündelt und sich gegenüber dem Vormonat kaum weiter eingetrübt hat. Allerdings bleibe die Volatilität an den Finanzmärkten hoch, konstatieren die Expertinnen und Experten des IMK.

Sowohl binnen- als auch außenwirtschaftliche Faktoren haben die Rezession verursacht, also neben dem zeitweiligen Lockdown zur Eindämmung des Corona-Virus im Inland der globale Wirtschaftseinbruch. Insbesondere in den USA drohten als Folge der hohen Arbeitslosigkeit eine längere Nachfrage- und Importschwäche als zunächst erwartet, analysiert das IMK. „Anders als in der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, als China mit einem massiven Konjunkturprogramm die Nachfrage ankurbelte und damit den Motor der Weltwirtschaft wieder zum Laufen brachte, kann Deutschland in der aktuellen Situation nicht darauf hoffen, die tiefe Rezession mit Hilfe der Auslandsnachfrage zügig zu überwinden“, sagt Dr. Sabine Stephan, Außenhandelsexpertin am IMK. „Umso wichtiger sind deshalb konjunkturelle Maßnahmen, die die Binnenwirtschaft stimulieren und stärken. Investitionen in den Bereichen Bildungsinfrastruktur, Umwelttechnik, Verkehrswende und Energieeffizienz sollten zeitlich so ausgerichtet werden, dass sie den Nachfrageausfall von Seiten der Außenwirtschaft abmildern und gleichzeitig die klimaneutrale Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft voranbringen.“

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt.

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Einbruch der Wirtschaftsleistung unterzeichnet Ausmaß der Krise deutlich

Der Rückgang der Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2020 zeigt bei weitem noch nicht das wahre Ausmaß der Krise. Das ist die Einschätzung des ifo Instituts.

Einbruch der Wirtschaftsleistung unterzeichnet Ausmaß der Krise deutlich

ifo Institut, Pressemitteilung vom 18.05.2020

Der Rückgang der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2020 zeigt bei weitem noch nicht das wahre Ausmaß der Krise. Das ist die Einschätzung des ifo Instituts. „Die vom Staat verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie drosselten die Produktion von Waren und Dienstleitungen nur im Verlauf des Monats März und damit am Ende des ersten Quartals. Ein Großteil der Auswirkungen wird erst im April zu Buche schlagen. Nach Schätzungen des ifo Instituts brach die Wirtschaftsleistung während der Corona-Schließungen um 16 Prozent ein“, sagt Timo Wollmershäuser, Leiter der ifo-Konjunkturforschung.

Durch die behutsame Lockerung der staatlichen Maßnahmen in der zweiten Aprilhälfte werden die Produktion und die Umsätze in allen Wirtschaftsbereichen im Mai und im Juni allmählich wieder steigen. Dennoch dürfte das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal mit minus 12,2 Prozent um ein Vielfaches stärker schrumpfen als zu Jahresbeginn.

Nach den am 18.05.2020 vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung betrug der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal 2,2 Prozent. Damit lagen das ifo Institut und die Gemeinschaftsdiagnose mit ihren im April vorgelegten Schätzungen in Höhe von minus 1,9 Prozent relativ nahe an der amtlichen Erstveröffentlichung – trotz der hohen Prognoseunsicherheit.

Besonders kräftig ist die Wertschöpfung im Gastgewerbe und bei Dienstleistern aus dem Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung eingebrochen, da deren Geschäftstätigkeit unmittelbar durch staatliche Maßnahmen eingeschränkt wurde. Aber auch im Verarbeitenden Gewerbe ging die Wirtschaftsleistung zurück. Dort machten sich insbesondere die Produktionsstilllegungen der Automobilhersteller bemerkbar. Lediglich im das Baugewerbe steigerte seine Wertschöpfung.

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Mai 2020

Die Corona-Pandemie hat lt. BMWi die Weltwirtschaft in eine Rezession gestürzt. Angesichts des nationalen Shutdown ist die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal bereits merklich zurückgegangen. Dies wird sich im zweiten Quartal zunächst noch verstärken. Im Verlauf des zweiten Quartals dürfte aber bereits die Erholung einsetzen. Die Maßnahmen der Bundesregierung tragen hierzu bei. Dennoch wird sich der Erholungsprozess über einen längeren Zeitraum erstrecken.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Mai 2020

BMWi, Pressemitteilung vom 15.05.2020

  • Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft in eine Rezession gestürzt. Angesichts des nationalen Shutdown ist die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal bereits merklich zurückgegangen. Dies wird sich im zweiten Quartal zunächst noch verstärken. Im Verlauf des zweiten Quartals dürfte aber bereits die Erholung einsetzen. Die Maßnahmen der Bundesregierung tragen hierzu bei. Dennoch wird sich der Erholungsprozess über einen längeren Zeitraum erstrecken.
  • Der harte Shutdown schlägt sich bei den Auftragseingängen und der Produktion in der Industrie nieder. Diese gingen bereits im März kräftig zurück und es ist von noch stärkeren Einbrüchen im April auszugehen. Daneben wurden mit dem Shutdown viele Dienstleistungen untersagt und die Konsummöglichkeiten eingeschränkt.
  • Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zeigen sich deutlich: Die Erwerbstätigkeit sinkt. Die Anzeigen für Kurzarbeit in den Monaten März und April sind auf sehr hohem Niveau. Auch die Arbeitslosigkeit ist binnen Monatsfrist deutlich angestiegen.

Allgemeine Lage: Corona drängt Deutsche Wirtschaft in eine Rezession

Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im März und April eingebrochen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben eine Rezession ausgelöst. Der Einbruch ab Mitte März im Zuge des harten Shutdown war so stark, dass das Bruttoinlandsprodukt bereits im Durchschnitt des ersten Quartals um 2,2 % gegenüber dem Vorquartal abnahm.

Mit der Reduzierung der sozialen Kontakte und dem Einbruch der binnenwirtschaftlichen und der ausländischen Nachfrage sowie der Unterbrechung der Lieferketten wurden die privaten Konsumausgaben, aber auch die Ausfuhren und die Investitionen in Ausrüstungen erheblich eingeschränkt. Lediglich die Bauinvestitionen und der Staatskonsum wurden ausgeweitet. Die Rezession dürfte im April mit dem kollektiven Produktionsstopp in der Automobilindustrie ihren Tiefpunkt erreichen. Mit dem vorsichtigen Beginn der Lockerung des Shutdown Anfang Mai setzt zwar die wirtschaftliche Erholung ein. Dieser Prozess wird sich angesichts des Fortdauerns der Corona-Pandemie aber noch länger hinziehen. Im zweiten Quartal wird die Wirtschaftsleistung daher noch merklich unter die des ersten Quartals sinken. Der konjunkturelle Einbruch hat enorme Auswirkungen auf die Beschäftigung. Durch den erleichterten Zugang zur Kurzarbeit werden umfangreichere Arbeitsplatzverluste vermieden, die Zahl der Kurzarbeiter wird dafür aber im März und April auf ein noch nie dagewesenes Niveau ansteigen. Noch gibt es für die Wirtschaft keinen zuverlässigen Pfad für den zeitlichen Verlauf und das Ausmaß der Lockerungen des Shutdown. Daher bleibt die Verunsicherung hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung hoch. Die vorausschauenden Stimmungsindikatoren senden insofern Stand April auch noch keine Hoffnungssignale, obwohl die konjunkturelle Wende Anfang Mai greifbar erscheint.

Weltwirtschaft: In der schwersten Rezession seit der Finanzkrise

Die Corona-Pandemie hat die Weltkonjunktur in diesem Jahr in eine stärkere Rezession gestürzt als während der Finanzkrise 2008/09. Mit der deutlichen Drosselung der globalen Industrieproduktion im Januar und Februar zeichnet sich bereits eine Abschwächung der globalen Wertschöpfung für das erste Quartal ab. Hierfür sind zuvorderst die chinesischen Produktionsunterbrechungen ab Jahresbeginn 2020 verantwortlich. Die globale Ausbreitung der Pandemie ist in diesen Daten noch nicht abgebildet. Auch deshalb fällt der Rückgang des Welthandels zu Jahresanfang mit -1,4 % im Januar und -1,5 % im Februar jeweils gegenüber dem Vormonat noch moderat aus. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan / IHS Markit zeigt im April mit einem neuen historischen Tiefstand von 26,5 Punkten weit unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten einen kräftigeren Einbruch der globalen Wirtschaft in den kommenden Monaten an. Die ersten großen Volkswirtschaften vermelden deutliche BIP-Einbußen für das erste Quartal, z. B. China -9,8 %, der Euroraum -3,8 %, die USA -1,5 %, jeweils preis- und saisonbereinigt gegenüber Vorquartal. Der IWF geht in seiner Projektion im April davon aus, dass die globale Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um preis- und kaufkraftbereinigte 3,0 % schrumpfen wird. Zu Zeiten der weltweiten Finanzkrise belief sich das Minus auf lediglich 0,1 %. Für das Jahr 2021 wird mit einem Plus von 5,8 % eine deutliche Erholung erwartet. Dennoch wird in diesem Szenario davon ausgegangen, dass die Wirtschaftsleistung der entwickelten Volkswirtschaften am Jahresende 2021 ihr Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht haben wird.

Auch die nationalen Indikatoren zur Außenwirtschaft stehen unter dem Corona-Schock. Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im März real und saisonbereinigt um 16,1 % eingebrochen. Die ifo Exporterwartungen für das Verarbeitende Gewerbe vom April sind auf ein Rekordtief gefallen. Angesichts der weiteren globalen Ausbreitung der Pandemie ist für das zweite Quartal von einem weiteren Exportrückgang auszugehen. Mit einem allmählich einsetzenden Erholungsprozess der Weltwirtschaft ist erst ab dem zweiten Halbjahr 2020 zu rechnen. Der deutsche Außenhandel sollte sich aber bereits ab Mai wieder etwas beleben. Allerdings ist selbst in diesem Fall von einem deutlichen Rückgang der deutschen Exporte sowie Importe im Jahresdurchschnitt 2020 auszugehen.

Exporte und Importe brechen stark ein

Im März sind die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen gegenüber dem Vormonat im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den Maßnahmen zu ihrer Eindämmung um 11,5 % stark eingebrochen. Im ersten Quartal ergab sich für die Exporte damit ein Rückgang um 2,9 %.

Die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen gingen im März saisonbereinigt und nominal gegenüber dem Vormonat mit -6,6 % ebenfalls deutlich zurück. Im Quartalsvergleich sanken die Importe um 2,4 % gegenüber dem Vorquartal. Die deutlich gesunkenen Einfuhrpreise dürften den Rückgang preisbereinigt etwas abmildern.

Konjunktureller Einbruch in der Industrie

Die weltweiten Konjunkturschocks durch die Corona-Pandemie treffen die deutsche Industrie hart. Im März nahm die Industrieproduktion um 11,6 % ab, während das Baugewerbe noch ein Plus von 1,8 % verzeichnen konnte. Aufgrund des guten Einstiegs in das Jahr 2020 fällt der Quartalsvergleich noch glimpflich aus. So ging die Produktion im Produzierenden Gewerbe insgesamt im ersten Quartal lediglich um 1,2 % zurück. Dabei verringerte die Industrie ihren Ausstoß um 2,4 %, während die Bauproduktion kräftig stützend wirkte und um 5,5 % ausgeweitet wurde. Innerhalb der Industrie schränkten der Maschinenbau und der Kfz-Bereich ihre Herstellung besonders stark ein (-3,9 % bzw. -9,6 %). Ein deutliches Plus im ersten Quartal verzeichneten indes die Hersteller von chemischen und pharmazeutischen Produkten (+3,6 % bzw. +2,2 %). Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im März im Zuge der Corona-Pandemie um 15,6 % eingebrochen, was sowohl auf die Inlands- als auch Auslandsnachfrage zurückzuführen ist. Im ersten Quartal insgesamt ergab sich aufgrund des guten Einstiegs in das Jahr 2020 ein Rückgang von lediglich 2,7 %. Angesichts des Shutdown ab der zweiten März-Hälfte ist im April von einem nochmals weitaus stärkeren Einbruch der Produktion auszugehen. Darauf deuten auch die Geschäftsklimabefragungen im April hin. Das ifo Geschäftsklima für das Verarbeitende Gewerbe stürzte abermals auf einen neuen historischen Tiefstand von -44,4 Saldenpunkten ab und auch der Markit PMI gab zum zweiten Mal hintereinander kräftig auf 34,5 Punkte nach.

Konsum stark ausgebremst

Die Maßnahmen zum Infektionsschutz führten bei den privaten Haushalten zu einer starken Einschränkung des sozialen Konsums. Dies hatte insbesondere Auswirkungen auf den Einzelhandel und Dienstleistungen in den Bereichen Freizeit, Unterhaltung, Kultur, Beherbergung und Gaststätten sowie Bildung, Erziehung und Betreuung. Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz sind zwar gut in das Jahr gestartet, im März brachen sie aber im Zuge des Shutdown um 5,6 % ein. Nachdem das GfK Konsumklima bereits im März und April spürbar gefallen war, ergibt sich für Mai ein historischer Tiefstand. Die Neuzulassungen von Pkw durch private Halter sind im Zuge der Filialschließungen in den Monaten März April jeweils gegenüber dem Vormonat drastisch abgestürzt, sie liegen Stand April knapp 60 % unter dem Vorjahresniveau. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel fiel im März und April tief in den negativen Bereich, wobei eine drastische Verschlechterung der Erwartungen für die kommenden Monate zu Buche schlägt. Die Preisentwicklung verlief weiterhin in sehr ruhigen Bahnen. Die Verbraucherpreise erhöhten sich zwar saisonbedingt zur Osterzeit im April um 0,4 %, rückläufige Energiepreise wirkten jedoch weiterhin dämpfend. Die Inflationsrate ging auf 0,9 % zurück. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) verringerte sich etwas schwächer auf 1,2 %.

Arbeitsmarkt: Massive Kurzarbeit begrenzt Arbeitslosigkeit

Im aktuellen Berichtsmonat April zeigen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich. Die Arbeitslosigkeit stieg saisonbereinigt um 373.000 Personen. Etwa ein Drittel davon resultiert allerdings aus dem Corona bedingten erschwerten Zugang zu arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Nach den Ursprungszahlen (2,64 Millionen Personen) wurde der Vorjahresstand um 415.000 Personen überschritten. Die Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit schnellten weiter in die Höhe, von Anzeigen für 2,6 Millionen Personen im März auf 7,5 Millionen Personen im Zeitraum Anfang bis 26. April. In der Summe wurde damit für 10,1 Millionen Personen in knapp zwei Monaten Kurzarbeit angemeldet. Das Gastgewerbe, die Metall- und Elektroindustrie sowie die Sonstigen Dienstleistungen sind Schwerpunkte. Zu bedenken ist allerdings, dass erfahrungsgemäß nicht die gesamte angezeigte Kurzarbeit auch tatsächlich realisiert wird. Die saisonbereinigte Erwerbstätigkeit ging im März um 41.000 Personen zurück. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg im Februar nur noch um 11.000 Personen. Die Frühindikatoren lassen einen anhaltenden Beschäftigungseinbruch in der Industrie, im Handel und weitere Dienstleistungssektoren sowie eine weiter steigende Arbeitslosigkeit erwarten.

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Covid-19 setzt Steuereinnahmen zu

Mehr als zehn Jahre in Folge eilten die deutschen Steuereinnahmen von Rekord zu Rekord. Doch 2020 ist wegen der Corona-Pandemie alles anders; die Steuerausfälle werden auf mehr als 80 Milliarden Euro geschätzt. Der DIHK analysiert die aktuellen Zahlen und die Zusammenhänge – und er stellt klar: Wenn Wirtschaft nicht mehr richtig wirtschaften kann, nimmt auch der Staat weniger Steuern ein.

Covid-19 setzt Steuereinnahmen zu

DIHK, Mitteilung vom 14.05.2020

Die Corona-Pandemie stoppt eine tolle Entwicklung: Anders als zuvor rund zehn Jahre in Folge meldet der Arbeitskreis Steuerschätzung von Bund und Ländern in diesem Mai keinen neuen Rekord bei den Steuereinnahmen. Zum ersten Mal seit 2009, als die Finanzkrise einschlug, werden die Steuereinnahmen deutlich sinken – auf breiter Front, in nahezu allen Steuerarten. Das bedeutet weniger Geld für Bund, Länder und Gemeinden.Die Zahlen sind dramatisch. Sie verdeutlichen aber auch, wie eng wirtschaftliche Entwicklung und Steuereinnahmen miteinander verknüpft sind. Die Erfahrung aus der letzten Krise zeigt, dass sich solche riesigen Finanzlöcher dennoch durch eine wieder in Fahrt kommende Wirtschaft auch wieder stopfen lassen. So kletterten nach der Finanzkrise 2009 die jährlichen Steuereinnahmen infolge des Wachstums bis 2019 um mehr als 50 Prozent – gleichzeitig wurde die Staatsverschuldung erfolgreich von mehr als 80 Prozent auf rund 60 Prozent gedrückt.

Dazu haben wesentlich auch die hohen Steuerzahlungen der Unternehmen und ihrer Beschäftigten beigetragen. Der Versuch, staatliche Defizite in einer Krise durch Steuererhöhungen ausgleichen zu wollen, würde hingegen ökonomisch nach hinten losgehen und die Rückkehr auf den Wachstumspfad bremsen.

Faktenblock zur Schätzung

Fehlende Gewinne und ausbleibende Umsätze belasten vor allem die Ertragsteuern, aber auch die Umsatzsteuer. Die Rekordkurzarbeit schlägt auf die Lohnsteuereinnahmen durch. Für 2020 rechnen die Steuerschätzer mit Gesamteinnahmen in Höhe von 718 Milliarden Euro. Das sind 98,6 Milliarden Euro weniger als bisher erwartet. Im Vergleich zu 2019 wird mit einem Rückgang von 10,2 Prozent gerechnet.

Damit sinken in der Prognose die Steuereinnahmen noch deutlicher als das Bruttoinlandsprodukt. Das war in der Finanzkrise 2008/2009 ähnlich. Die aktuelle Schätzung unterliegt jedoch noch stärkeren Unsicherheiten, denn neben den wirtschaftlichen Aspekten kommt auch das Infektionsgeschehen mit seinen direkten Folgen für die Bevölkerung und den Staat zum Tragen.

Investitionen in die nahe Zukunft

Ob die niedrigen Steuereinnahmen von insgesamt 217 Milliarden Euro bis zum Jahr 2024 wirklich eintreten, hängt ganz wesentlich von einem Faktor ab: Wie schnell wird die Wirtschaft wieder an Fahrt aufnehmen? Jeder staatliche Euro, der zur akuten Bewältigung der Krise und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ausgegeben wird, ist ein Beitrag zur Erholung der Wirtschaft und für zukünftige Steuereinnahmen.

Zusätzlich zur Corona-Krise bleiben die enormen Herausforderungen der demografischen Entwicklung und des Klimawandels bestehen. Sie mögen zwar kurzfristig in der öffentlichen Wahrnehmung nach hinten gerückt sein, sind aber langfristig nicht kleiner geworden.

Deutschland kann und sollte die entstehenden Löcher in den öffentlichen Kassen aktuell zur Stabilisierung der Situation zulassen. Die bisherige Wirtschaftsstärke und die Haushaltskonsolidierungen der vergangenen Jahre sowie die sogar zu negativen Zinsen mögliche Kreditfinanzierung des Bundes ermöglichen es, aus der nun deutlich steigenden Verschuldung wieder herauszuwachsen.

Langfristige Sicherung der Steuereinnahmen

Voraussetzung dafür ist, dass die Bundesregierung nun in den kommenden Monaten solche Maßnahmen auf den Weg bringt, die das wirtschaftliche Engagement für Unternehmen in Deutschland erleichtern. Das war bereits „vor Corona“ nötig – und ist es jetzt umso mehr.

Zu den zentralen Stellschrauben gehören Infrastrukturausbau, Begrenzung der Energiekosten, Stärkung der Innovationsfähigkeit, Bürokratieabbau sowie eine Modernisierung der Unternehmensbesteuerung. Eine nachhaltige Aufbruchsstimmung braucht neue Prioritäten zur richtigen Zeit. Nur eine starke Wirtschaft kann auch zukünftig Arbeitsplätze sichern. Und das ist zugleich Voraussetzung dafür, langfristig eine stabile Entwicklung der Steuereinnahmen zu sichern.

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Übernahme von Exportkreditgarantien mit „Sonderinitiative Erneuerbare Energien“

Die Bundesregierung hat das Ziel, den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland und international voranzutreiben. Ab sofort können Exporte im Bereich der Erneuerbaren Energien mit ausländischen Zulieferungen in Höhe von bis zu 70 Prozent mit einer Bundesdeckung abgesichert werden.

Übernahme von Exportkreditgarantien mit „Sonderinitiative Erneuerbare Energien“

Bundesregierung beschließt Verbesserungen

BMWi, Pressemitteilung vom 14.05.2020

Die Bundesregierung hat das Ziel, den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland und international voranzutreiben. Deutsche Unternehmen verfügen über Schlüsseltechnologien und Know-how für die Gestaltung der nationalen und globalen Energiewende . Für diese Unternehmen liegen große Wachstumschancen in den Auslandsmärkten. Dort herrscht ein intensiver Wettbewerb. Dieser wird nicht nur über die Technologie, sondern immer häufiger auch über die Finanzierungsangebote entschieden.Hier setzt die neue Sonderinitiative für Erneuerbare Energien bei den Exportkreditgarantien des Bundes an: Mit Exportkreditgarantien (sog. Hermesdeckungen) können langfristige Finanzierungen ermöglicht werden, indem Ausfallrisiken staatlich abgesichert werden. Ab sofort können Exporte im Bereich der Erneuerbaren Energien mit ausländischen Zulieferungen in Höhe von bis zu 70 Prozent mit einer Bundesdeckung abgesichert werden. Üblicherweise ist der Anteil der ausländischen Zulieferungen auf 49 Prozent begrenzt. Außerdem verzichtet der Bund künftig regelmäßig auf das Anzahlungserfordernis für im Zielland anfallende, lokale Kosten, wenn der Deckungsnehmer dies beantragt, und trägt damit zunehmenden Lokalisierungsanforderungen im Bereich der Erneuerbaren Energien besser Rechnung.

Zu den Maßnahmen der „Sonderinitiative Erneuerbare Energien“ zählt außerdem eine verstärkte Marktbearbeitung zur Unterstützung deutscher Exporteure in den Zielmärkten. Die Maßnahme unterstützt damit auch die Impulse für wirtschaftliche Kooperation im Rahmen der Energiepartnerschaften Deutschlands mit mehr als 20 Ländern.

Auch die Prüf- und Entscheidungsprozesse für die Übernahme von Hermesdeckungen werden optimiert, um Exporteure in frühen, für die Auftragsvergaben kritischen Zeitpunkten besser begleiten zu können und Projektinitiatoren klare Indikationen über die Finanzierungskonditionen zu bieten.

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Großhandelspreise im April 2020: -3,5 % gegenüber April 2019

Die Verkaufspreise im Großhandel lagen im April 2020 um 3,5 % niedriger als im April 2019. Einen stärkeren Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat hatte es letztmalig im Oktober 2009 gegeben (-7,1 %). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderung gegenüber dem Vorjahr im März 2020 bei -1,5 % und im Februar 2020 bei -0,9 % gelegen.

Großhandelspreise im April 2020: -3,5 % gegenüber April 2019

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.05.2020

Großhandelsverkaufspreise, April 2020

  • -1,4 % zum Vormonat
  • -3,5 % zum Vorjahresmonat

Die Verkaufspreise im Großhandel lagen im April 2020 um 3,5 % niedriger als im April 2019. Einen stärkeren Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat hatte es letztmalig im Oktober 2009 gegeben (-7,1 %). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte die Veränderung gegenüber dem Vorjahr im März 2020 bei -1,5 % und im Februar 2020 bei -0,9 % gelegen. Im Vormonatsvergleich fielen die Großhandelsverkaufspreise im April 2020 um 1,4 %.

Auswirkungen der Corona-Krise auf die Großhandelsverkaufspreise konnten für den Berichtsmonat April insbesondere bei den Preisen für Mineralölerzeugnisse festgestellt werden (-25,7 % gegenüber April 2019, -14,8 % gegenüber März 2020). Zudem führte ein stark vermindertes Angebot einiger Sorten Altpapier im Zusammenhang mit der Corona-Krise im April zu einem erheblichen Preisanstieg gegenüber März (zum Beispiel +92 % für Altverpackungen aus Papier und Karton), nachdem diese Preise von März 2019 bis März 2020 teilweise um über 80 % gefallen waren.

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat hatten im April 2020 die niedrigeren Preise im Großhandel mit Mineralölerzeugnissen. Kräftige Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr gab es ebenfalls im Großhandel mit Altmaterial und Reststoffen (-27,1 %), darunter bei Eisen- und Stahlschrott (-18,3 %). Auch im Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (-3,9 %) sowie mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und Software (-5,7 %) lagen die Preise deutlich unter Vorjahresniveau.

Dagegen waren insbesondere die Preise für lebende Tiere (+10,2 %) sowie für Fleisch und Fleischwaren (+6,6 %) auf Großhandelsebene höher als im April 2019.

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