ZEW-Innovationserhebung 2019 – Deutsche Wirtschaft erhöht Innovationsausgaben

Kleine und mittlere Unternehmen haben ihre Innovationsausgaben zuletzt relativ stark erhöht, Großunternehmen verzeichneten einen geringeren Anstieg. Für 2019 und 2020 ist jedoch mit umgekehrten Entwicklungen zu rechnen. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Erhebung des ZEW zum Innovationsverhalten der deutschen Wirtschaft im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

ZEW, Pressemitteilung vom 04.02.2020

Die deutsche Wirtschaft investiert weiter in Innovationen. So haben die Innovationsausgaben der hiesigen Unternehmen im Jahr 2018 um 4,1 Prozent auf 172,6 Milliarden Euro und damit im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Die Innovationsanstrengungen der Unternehmen werden aktuell jedoch von zwei großen Hemmnissen beeinträchtigt: Erstens fehlt es an geeignetem Fachpersonal. Mehr als jedes dritte Unternehmen musste im Jahr 2018 aufgrund fehlender Fachkräfte auf Innovationsaktivitäten verzichten, diese vorzeitig einstellen oder konnte sie nur mit Verzögerungen umsetzen. Das zweite große Hindernis sind fehlende interne und externe Finanzierungsquellen. Jedes vierte Unternehmen meldete zuletzt einen Mangel an internen Finanzmitteln für Innovationen, jedes fünfte findet keine geeigneten externen Geldquellen.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben ihre Innovationsausgaben zuletzt relativ stark erhöht, Großunternehmen verzeichneten einen geringeren Anstieg. Für 2019 und 2020 ist jedoch mit umgekehrten Entwicklungen zu rechnen.

Zu diesen zentralen Ergebnissen kommt die aktuelle Erhebung des ZEW Mannheim zum Innovationsverhalten der deutschen Wirtschaft im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Erhebung wird seit 1993 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Sozialwissenschaft (infas) und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) durchgeführt.

Anlässlich der Veröffentlichung der Innovationserhebung sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek: “Deutschland ist Innovationsland. Der Bericht des ZEW unterstreicht dies erneut. Die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft ist ungebrochen. Die Innovationsausgaben der Unternehmen sind 2018 weiter gestiegen, erfreulicherweise besonders stark in kleinen und mittleren Unternehmen, die das Herz unserer Wirtschaft sind. Diese Innovationskraft der Unternehmen stärken wir auch weiter. Die neu eingeführte steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung wird die Finanzierungsmöglichkeiten gerade für KMU deutlich erhöhen. Mit der Agentur für Sprunginnovationen wollen wir dafür sorgen, dass künftig bahnbrechende Erkenntnisse aus der Wissenschaft zu Produkten werden, mit denen unsere Unternehmen auf den Weltmärkten erfolgreich sind.”

“Die Ergebnisse der Innovationserhebung zeigen aber auch, dass der Fachkräftemangel eine große Herausforderung für die Unternehmen ist. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu erhalten, müssen wir sicherstellen, dass eine ausreichende Anzahl von qualifiziertem Personal zur Verfügung steht. Mit dem Aufstiegs-BAföG leisten wir dabei einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung, indem wir Fortbildungsinteressierte fördern, die sich auf einen beruflichen Aufstieg vorbereiten. Und mit dem neuen Aufstiegs-BAföG, das zum 01. August 2020 in Kraft treten soll, stärken wir beruflichen Aufstieg wie nie: mit höheren Zuschüssen, höheren Freibeträgen und einer Förderung Schritt für Schritt über die Karriereleiter bis auf Master-Niveau. Daneben baut das BMBF mit der Förderung einer Zentralen Servicestelle Berufsanerkennung das Beratungsangebot zur Gewinnung von internationalen Fachkräften weiter aus. Die Fachkräftegewinnung aus dem Ausland ist eine wichtige Säule der Fachkräftestrategie der Bundesregierung”, so Karliczek weiter.

Das Fehlen von Fachkräften hemmt Innovationsaktivitäten

Rund 34 Prozent aller Unternehmen in Deutschland wurden durch fehlende Fachkräfte zwischen 2016 und 2018 bei der Durchführung von Innovationsaktivitäten beeinträchtigt.

Mit Blick auf das Fehlen von geeigneten Fachkräften als Hemmnisfaktor für Unternehmen verzeichnet Deutschland mittlerweile einen Negativrekord: Rund 34 Prozent aller Unternehmen in Deutschland wurden dadurch in den Jahren zwischen 2016 und 2018 bei der Durchführung von Innovationsaktivitäten beeinträchtigt. Im Zeitraum von 2012 bis 2014 gaben erst 22 Prozent der Unternehmen an, dass sie durch fehlende Fachkräfte bei Innovationsvorhaben eingeschränkt wurden. In den Jahren 2004 bis 2006 lag dieser Anteil sogar bei nur zehn Prozent. Von dieser Entwicklung besonders betroffen sind die Elektroindustrie, der Maschinenbau und die IT-Dienstleistungen, aber auch weniger innovationsorientierte Branchen wie Konsumgüter- oder Metallindustrie haben zu kämpfen. “Der Engpass bei Fachkräften ist aktuell ein wichtigeres Innovationshemmnis als zu hohe Kosten oder ein zu hohes Risiko für Unternehmen”, erklärt Dr. Christian Rammer, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs “Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik” sowie Projektleiter der ZEW-Innovationserhebung.

Ein weiteres deutliches Innovationshemmnis sind mangelnde interne oder externe Finanzierungsquellen für Unternehmen. Bemerkenswert dabei ist, dass die derzeitige Situation – nach einer kurzen Erholungsphase zwischen 2012 und 2014 – wieder mit dem Krisenniveau der Jahre 2008 bis 2010 vergleichbar bzw. nahezu identisch ist: Aktuell nennen 24,5 Prozent der Unternehmen den Mangel an passenden internen Finanzierungsquellen als Hemmnis für ihre Innovationsaktivitäten, 19 Prozent melden mangelnde externe Finanzierung für Ihre Innovationen.

Trotz dieser Hemmnisse sind die Ausgaben für Innovationen in der deutschen Wirtschaft im Jahr 2018 auf 172,6 Milliarden Euro und damit im Vorjahresvergleich erneut gestiegen (2017: 166,9 Milliarden Euro). “Der Zuwachs entspricht fast exakt den Planzahlen aus dem Vorjahr, als 172,5 Milliarden Euro vorgesehen waren”, sagt Christian Rammer. Für Frühjahr und Sommer 2019 haben die Unternehmen in Deutschland einen etwas schwächeren Anstieg der Innovationsausgaben um 3,6 Prozent auf 178,8 Milliarden Euro veranschlagt. Für 2020 wird mit einem moderaten Zuwachs um zwei Prozent auf 182,3 Milliarden Euro gerechnet. Bei den einzelnen Branchen haben sich die Dienstleistungen als Schrittmacher entpuppt. In diesem Sektor haben die Innovationsausgaben ungewöhnlich stark um 11,8 Prozent auf 40,5 Milliarden Euro zugelegt – eine Entwicklung, die sich mit einem weiteren Plus von sieben Prozent auf 43,4 Milliarden Euro im Jahr 2019 fortsetzen soll. Getragen wird dieser Zuwachs von den Bereichen Beratung und Werbung, technische Dienstleistungen sowie Informations- und Kommunikationsdienstleistungen.

Innovationsintensität legt weiter zu

Dagegen sind die Innovationsausgaben in der Industrie im Jahr 2018 nur leicht um 1,9 Prozent auf 132 Milliarden Euro gestiegen, wobei die Ver- und Entsorgung (plus 41 Prozent) den höchsten Anstieg zu verzeichnen hat. “Das dürfte auf die zusätzlichen Anstrengungen der Unternehmen im Zusammenhang mit der Energiewende zurückzuführen sein”, so Christian Rammer. Zuwächse zeigen sich außerdem in der sonstigen materialverarbeitenden Industrie (neun Prozent), im Maschinenbau (acht Prozent), der Elektroindustrie (fünf Prozent) und im Fahrzeugbau (vier Prozent).

Wie schon im Vorjahr haben KMU ihre Innovationsausgaben mit 5,2 Prozent verhältnismäßig stark erhöht. Großunternehmen verzeichneten einen geringeren Anstieg von 3,9 Prozent. Für die Jahre 2019 und 2020 ist allerdings mit umgekehrten Entwicklungen zu rechnen.

Der Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz der deutschen Wirtschaft, die sogenannte “Innovationsintensität”, hat im Jahr 2018 zum vierten Mal in Folge zugelegt und mit 3,3 Prozent einen neuen Rekordwert erreicht. In der Industrie ist die Innovationsintensität mit 4,9 Prozent zwar deutlich höher als bei den Dienstleistungen mit 1,6 Prozent, allerdings konnten die Dienstleistungen einen stärkeren Zuwachs verbuchen. Nach wie vor führt 2018 die Elektroindustrie mit 11,1 Prozent das Feld mit der höchsten Innovationsintensität an, gefolgt vom Fahrzeugbau (10,1 Prozent), den technischen Dienstleistungen (8,3 Prozent), der Chemie- und Pharmaindustrie (8,2 Prozent), den Information- und Kommunikationsdienstleistungen (7,4 Prozent) sowie vom Maschinenbau (5,9 Prozent).

Der Umsatz mit Produktinnovationen, also Marktneuheiten und Nachahmungen insgesamt, lag im Jahr 2018 bei 759 Milliarden Euro, was einem Rückgang um etwa fünf Prozent verglichen mit dem Vorjahr bedeutet. Mit Marktneuheiten beziehungsweise Produktinnovationen, die so zuvor noch von keinem anderen Unternehmen im jeweiligen Absatzmarkt angeboten wurden, haben die Unternehmen 177 Milliarden Euro umgesetzt und damit 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Für das Jahr 2018 machte der Umsatz mit Produktinnovationen 14,4 Prozent des gesamten Umsatzes der in der Innovationserhebung erfassten Wirtschaftszweige und Größenklassen aus.

Mit dem Berichtsjahr 2018 wurde die Definition von Innovationen an den neuen internationalen Standard angepasst. Insbesondere wurden Prozessinnovationen weiter abgegrenzt als bisher und die Erfassung von Innovationen im Zusammenhang mit der Digitalisierung verbessert. “Dadurch zählen nun deutlich mehr Unternehmen zu den Innovatoren, nämlich gut 181.000”, erklärt Christian Rammer. Die sogenannte Innovatorenquote, das heißt der Anteil der Unternehmen, die neue oder verbesserte Produkte oder Prozesse eingeführt haben, liegt entsprechend der neuen Definition bei 60,5 Prozent.

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Mangel an Digitalkompetenzen bremst Digitalisierung des deutschen Mittelstands

Eine Sonderbefragung auf Basis des KfW-Mittelstandspanels belegt, dass die große Mehrheit der mittelständischen Unternehmen hierzulande auf digitale Grundkompetenzen angewiesen ist: 78 % konstatieren einen großen Bedarf an der Bedienung von Standardsoftware und digitalen Endgeräten.

KfW, Pressemitteilung vom 04.02.2020

  • Vier Fünftel der Unternehmen sind auf Personal mit Digitalkompetenzen angewiesen
  • Doch ein Drittel kann Bedarf an Digitalkompetenzen nicht decken
  • Weiterbildungshürden sind vor allem Kosten und Arbeitsausfall
  • E-Learning als Chance – vor allem für kleine Unternehmen

Der digitale Wandel ist zwar allmählich in der Breite des deutschen Mittelstands angekommen. Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen führen Digitalisierungsprojekte durch, d.h. sie setzen verstärkt digitale Technologien in ihren Prozessen, Produkten und in der Kommunikation ein. Doch die Digitalisierung des Mittelstands wird zunehmend durch einen Mangel an einschlägigen Kompetenzen in der Mitarbeiterschaft gebremst: Ein Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen kann den Bedarf an digitalem Knowhow und Fähigkeiten aktuell nicht decken. 38 % der Firmen sehen im Jahr 2019 fehlende Kenntnisse des Personals als Digitalisierungshürde, wie eine neue repräsentative Analyse von KfW Research zeigt. Zwei Jahre zuvor betrug dieser Anteil noch 29 %.

Eine Sonderbefragung auf Basis des KfW-Mittelstandspanels belegt, dass die große Mehrheit der mittelständischen Unternehmen hierzulande auf digitale Grundkompetenzen angewiesen ist: 78 % konstatieren einen großen Bedarf an der Bedienung von Standardsoftware und digitalen Endgeräten. Onlinekompetenzen wie z. B. Internetrecherchen, Onlinemarketing oder der Umgang mit sozialen Medien sind für die Hälfte (51 %) der Mittelständler von großer Bedeutung. Doch auch die Bedienung von Spezialsoftware bzw. digitalen Produktionsmaschinen ist für 45 % wichtig. Mitarbeiter mit fortgeschrittenen Digitalkompetenzen wie Programmieren oder statistischer Datenanalyse benötigen immerhin 24 % des Mittelstands.

Zusammengefasst ist für 8 von 10 Mittelständlern in Deutschland mindestens eine Digitalkompetenz von großer Bedeutung. Doch ein Drittel dieser Unternehmen kann den Bedarf nicht decken: 34 % verzeichnen Engpässe bei mindestens einer Digitalkompetenz, bei 14 % bestehen sogar erhebliche Engpässe, d. h. der Bedarf an mindestens einer Digitalkompetenz ist noch nicht einmal teilweise gedeckt. Besonders groß ist der Engpass bei komplexeren Kenntnissen: Fast die Hälfte der Mittelständler mit Bedarf an Datenanalysten hat Probleme, den Bedarf zu decken (45 %).

Unternehmen können sich Digitalkompetenzen auf drei Wegen beschaffen: Rekrutierung, Auslagerung und Weiterbildung. Letztere Strategie wählt der Mittelstand am häufigsten. Für 70 % spielt Weiterbildung eine Rolle beim Aufbau von Digitalkompetenzen. Allerdings dominieren kurze Weiterbildungsmaßnahmen mit oft begrenzter Qualifikationswirkung. Hürden für eine Intensivierung der Weiterbildung sind vor allem finanzieller Natur. Ein Drittel der Unternehmen bezeichnet die direkten Kosten als Problem (32 %), ein Viertel den Arbeitsausfall abwesender Mitarbeiter (26 %). Für kleine Unternehmen mit ihren knapperen Personalressourcen ist diese Hürde besonders hoch, denn Abwesenheiten können oft schlechter durch Vertretung aufgefangen werden.

Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, kommentiert die Ergebnisse der Studie so: “Die Digitalisierung des Mittelstands hat in den letzten Jahren zwar Fahrt aufgenommen. Doch ein Bremsklotz tritt immer deutlicher zutage: Die Digitalkompetenzen der Beschäftigten bleiben hinter der Entwicklung zurück. Weiterbildung ist die wichtigste Lösungsstrategie, wird aber zu oft aus Kosten- und Zeitgründen unterlassen. Digitale Lernformate sind in den letzten Jahren technisch und didaktisch besser geworden und können so die berufliche Weiterbildung in Deutschland beleben. E-Learning ermöglicht flexibles, zeit- und ortsunabhängiges Lernen – damit passt es besonders gut zu den Anforderungen kleiner Unternehmen.”

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Work-Life-Balance im Homeoffice

Homeoffice kann Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, aber das ist kein Selbstläufer. Arbeitgeber und Vorgesetzte müssen die richtigen Voraussetzungen schaffen, zeigt eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

Bessere Vereinbarkeit durch Homeoffice? Nur, wenn Arbeitgeber und Vorgesetzte die richtigen Voraussetzungen schaffen
Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 31.01.2020

Homeoffice kann Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, aber das ist kein Selbstläufer. Arbeitgeber und Vorgesetzte müssen die richtigen Voraussetzungen schaffen, zeigt eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Wer die Möglichkeit hat, einen Teil der Arbeit von zu Hause aus zu erledigen, ist zufriedener als Beschäftigte ohne Homeoffice. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann leichter fallen. Das hängt allerdings stark von den Rahmenbedingungen ab. So kommt es beispielsweise darauf an, wie ausgeprägt die Präsenzkultur im Unternehmen ist und wie die Beschäftigten ihr Verhältnis zum Vorgesetzten einschätzen. Eine wichtige Rolle spielt auch, ob Homeoffice vertraglich geregelt ist oder nicht. Außerdem sollten für alle Beschäftigten die gleichen Regeln gelten, nach denen Leistung bewertet wird. Das geht aus einer Studie von Dr. Yvonne Lott hervor. Die WSI-Forscherin stützt sich auf Befragungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aus den Jahren 2014 und 2015 zu den Erfahrungen von Beschäftigten mit Homeoffice. Diese liefern die aktuellsten verfügbaren Daten, um detailliert zu untersuchen, von welchen Faktoren es abhängt, dass Beschäftigte Homeoffice wirklich als Entlastung bei der Vereinbarkeit empfinden.

Die Vorteile der Arbeit im Homeoffice liegen auf der Hand: Wer Kinder betreuen oder einen Angehörigen pflegen muss, der hat dafür mehr Zeit. Auch für Weiterbildung und Ehrenämter vergrößern sich die Spielräume. Der Studie zufolge geben 52 Prozent der Beschäftigten an, dass sich die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben durch Homeoffice verbessert. Heimarbeit kann aber auch zusätzlichen Druck erzeugen. Vor allem, wenn sie im Unternehmen als nicht selbstverständlich gilt und nur in Ausnahmefällen gewährt wird. Dann können sich Beschäftigte im Homeoffice verpflichtet fühlen, höhere Leistungen zurückzugeben, über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus zu arbeiten und auch außerhalb dieser Zeit erreichbar zu sein. Knapp 50 Prozent der Befragten sagen, dass die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt.

Ob die positiven oder negativen Erfahrungen überwiegen, ist laut Lott in hohem Maße abhängig von den betrieblichen Voraussetzungen und der Unternehmenskultur. In Betrieben, die sich durch eine Reihe von Maßnahmen aktiv für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen, profitieren Beschäftigte stärker von der Heimarbeit. So beträgt die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit, ausschließlich gute Erfahrungen mit Homeoffice zu machen, in Betrieben, die Aufstiegsmöglichkeiten für Teilzeitkräfte bieten, 49 Prozent. In Betrieben, die den Frauenanteil in Führungspositionen durch flexible Arbeitszeiten fördern, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 42 Prozent. Ohne diese Maßnahmen sind es im Durchschnitt knapp 31 beziehungsweise 28 Prozent.

Vorgesetzte haben ebenfalls einen großen Einfluss darauf, wie Beschäftigte im Homeoffice die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Privatleben erleben. Geben Arbeitnehmer an, dass sie ihr Vorgesetzter überhaupt nicht gerecht behandelt, beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine ausschließlich gute Erfahrung mit Homeoffice im Durchschnitt knapp vier Prozent. Stimmen sie der Aussage voll und ganz zu, dass ihr direkter Vorgesetzter sie bei allen Aspekten der Arbeit gerecht behandelt, liegt die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit für eine “gute Vereinbarkeitserfahrung” hingegen bei knapp 53 Prozent.

Auch die Arbeitszeiten sind wichtig: Homeoffice innerhalb der normalen Arbeitszeit ist der Work-Life-Balance erwartungsgemäß deutlich zuträglicher als in der Freizeit. Und ganze Tage zu Hause zu arbeiten, ist förderlicher als stundenweise. Die Wahrscheinlichkeit für ausschließlich gute Erfahrungen beträgt 53 Prozent mit ganzen Tagen gegenüber 29 Prozent mit einzelnen Stunden im Homeoffice. “Beschäftigte, die nur stundenweise zu Hause arbeiten, nutzen Homeoffice wahrscheinlich eher um Arbeit nachzuholen oder vorzubereiten”, schreibt Lott. Bedenklich sei dabei, dass nur 15 Prozent der Beschäftigten ganze Tage zu Hause arbeiten und lediglich 22 Prozent innerhalb der normalen Arbeitszeit arbeiten.

Daneben spielt die Formalisierung eine Rolle: Ist Homeoffice vertraglich geregelt, machen 46 Prozent der Arbeitnehmer durchweg gute Erfahrungen, ohne vertragliche Regelung – etwa bei informellen Absprachen – sind es 32 Prozent. Allerdings arbeiten bisher nur 17 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice auf Basis einer vertraglichen Regelung.

“Die bisherige Forschung zeigt, dass Beschäftigte, die im Homeoffice arbeiten, einsatzbereiter und zufriedener mit ihrem Job sind”, lautet das Fazit der Wissenschaftlerin. Bereits die Möglichkeit, zu Hause arbeiten zu können, erhöhe Zufriedenheit und Produktivität, da durch das Angebot das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten gestärkt werde. Allerdings komme es stark auf die betrieblichen Rahmenbedingungen an.

Führungskräfte sollten für ein Arbeitsumfeld sorgen, das von Fairness geprägt ist. Sie sollten Beschäftigte, die ihre Arbeitszeiten an außerberufliche Bedarfe anpassen, als gleichwertige Mitarbeiter anerkennen. Was selbstverständlich klingt, ist in der Praxis nach wie vor oft ein Problem: Vorgesetzte beurteilten Beschäftigte im Homeoffice häufig nicht nach ihrer tatsächlich erbrachten Leistung. Wer zu Hause arbeitet, werde oft als “Minderleister” stigmatisiert und müsse negative Bewertungen fürchten – häufig seien davon Frauen betroffen, schreibt Lott. Wichtig sei daher, dass für alle Beschäftigten innerhalb eines Betriebs – egal ob vor Ort oder im Homeoffice – allgemeingültige Kriterien gelten, nach denen die Arbeit beurteilt wird. Betriebsvereinbarungen und ein gesetzliches Recht auf Homeoffice könnten dabei helfen, die Akzeptanz zu steigern – und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass Beschäftigte eine bessere Work-Life-Balance erleben.

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Deutsche Wirtschaft weiter untertourig

Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin liegt im Januar bei knapp 93 Punkten und signalisiert für das erste Quartal eine Erholung der deutschen Wirtschaft – auch wenn die Wirtschaftsleistung nach wie vor nur unterdurchschnittlich steigt.

DIW Berlin, Pressemitteilung vom 29.01.2020

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) liegt im Januar bei knapp 93 Punkten und signalisiert für das erste Quartal eine Erholung der deutschen Wirtschaft – auch wenn die Wirtschaftsleistung nach wie vor nur unterdurchschnittlich steigt. “Die Industrie schätzt die Lage endlich wieder zuversichtlicher ein. Nach der Flaute im vergangenen Jahr dürfte es dort bergauf gehen, allerdings nach wie vor mit untertouriger Drehzahl”, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Für die deutsche Wirtschaft insgesamt reicht es damit im ersten Quartal 2020 voraussichtlich zu einem viertel Prozent Wachstum. Noch im Schlussquartal hatte das verarbeitende Gewerbe die Wertschöpfung erneut spürbar gedrosselt und damit das Bruttoinlandsprodukt im Vorquartalsvergleich sogar sinken lassen – das Minus dürfte bei 0,1 Prozent gelegen haben.

Zu erwarten sind allerdings wieder positivere Nachrichten: “Das Auslandsgeschäft läuft wieder besser und wird die Produktion in der Industrie wohl anschieben”, so Simon Junker, Experte für die deutsche Wirtschaft. “Zudem steigen die Einkommen der privaten Haushalte spürbar, was die Umsätze der konsumnahen Dienstleister weiter ankurbeln dürfte.”

Das nächste DIW Konjunkturbarometer erscheint am 26.02.2020.

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Fachkräftemangel: Wo der Engpass am größten ist

Mittlerweile können sich viele Fachkräfte ihren Arbeitgeber aussuchen. Durch den Fachkräftemangel werden sie immer begehrter bei den Unternehmen. Die IW-Engpassquote zeigt, in welchen deutschen Regionen der Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte besonders intensiv ist.

IW Köln, Pressemitteilung vom 27.01.2020

Mittlerweile können sich viele Fachkräfte ihren Arbeitgeber aussuchen. Durch den Fachkräftemangel werden sie immer begehrter bei den Unternehmen. Die IW-Engpassquote zeigt, in welchen deutschen Regionen der Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte besonders intensiv ist.

Mitte 2019 waren 79 Prozent der offenen Stellen in Deutschland in Engpassberufen ausgeschrieben. Diese Quote zeigt, dass Unternehmen immer häufiger Mitarbeiter suchen, die einen Engpassberuf gelernt haben. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich zunehmend zu einem Bewerbermarkt, auf dem sich die Fachkräfte ihren Arbeitgeber aussuchen können. Früher war das anders: 2010 betrug die sog. Engpassquote deutschlandweit noch 25 Prozent. Fünf Jahre später waren es bereits 48 Prozent. Im vergangenen Jahr hat sie ihren Höchststand erreicht.

Süden Deutschlands sucht händeringend

Besonders deutlich spüren diese Entwicklung Baden-Württemberg und Bayern. Die Region um Schwäbisch Hall/Tauberbischofsheim verzeichnet mit einer Engpassquote von 93 Prozent den höchsten Wert in der ganzen Bundesrepublik. Im Osten des Landes war die Lage über viele Jahre hinweg entspannter, doch auch hier wird der Fachkräftemangel zunehmend zu einem Problem. Die geringsten Engpässe weist unterdessen die Hauptstadt auf: Im Berliner Süden beträgt die Engpassquote lediglich 35 Prozent. Doch nicht nur regional gibt es große Unterschiede, sondern auch nach Berufen: Bei Spezialisten in Gesundheitsberufen, zu denen etwa Fachkrankenpfleger und Physiotherapeuten gehören, liegt die Engpassquote in 152 von 156 untersuchten Regionen bei über 90 Prozent. Sucht ein Unternehmen hingegen Bürokaufleute, wird es in der Regel schnell fündig: Die Engpassquote liegt in den meisten Regionen unter 30 Prozent.

Employer Branding wichtiger denn je

Um trotzdem Fachkräfte für das eigene Unternehmen gewinnen zu können, müssen Betriebe eine attraktive Arbeitgebermarke aufbauen. Wer seine Stärken und Schwächen kennt, kann das Arbeitsklima verbessern und glaubwürdiger auf dem Arbeitsmarkt auftreten. Eine passgenaue Ansprache verschiedener Zielgruppen ist besonders wichtig. “Einer Pflegekraft ist es wichtig, an der Schichtplanung beteiligt zu sein. Für einen Softwareentwickler hingegen spielt das keine Rolle. Er möchte eher Arbeitszeit- und Ort variieren”, sagt Studienautor Alexander Burstedde. Auch der Blick auf den überregionalen Arbeitsmarkt kann sich lohnen, denn in vielen Berufen liegen nur regionale Engpässe vor.

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Inflationsrate im Januar 2020 voraussichtlich 1,7 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Januar 2020 voraussichtlich 1,7 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber Dezember 2019 voraussichtlich um 0,6 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.01.2020

Verbraucherpreisindex, Januar 2020:

  • +1,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • -0,6 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Januar 2020:

  • +1,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • -0,8 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – wird im Januar 2020 voraussichtlich 1,7 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber Dezember 2019 voraussichtlich um 0,6 %.

Die endgültigen Ergebnisse für Januar 2020 werden am 13.02.2020 veröffentlicht.

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Deutsche Wirtschaft nimmt wieder Fahrt auf

In diesem Jahr wächst die deutsche Wirtschaft voraussichtlich um 1,1 Prozent – und damit wieder stärker als im vergangenen Jahr. Davon geht die Bundesregierung in ihrem Jahreswirtschaftsbericht aus. Für die Menschen in Deutschland bedeutet das: stabile Beschäftigung, höhere Einkommen und steuerliche Entlastungen.

Bundesregierung, Pressemitteilung vom 29.01.2020

In diesem Jahr wächst die deutsche Wirtschaft voraussichtlich um 1,1 Prozent – und damit wieder stärker als im vergangenen Jahr. Davon geht die Bundesregierung in ihrem Jahreswirtschaftsbericht aus. Für die Menschen in Deutschland bedeutet das: stabile Beschäftigung, höhere Einkommen und steuerliche Entlastungen.

Wie entwickelt sich die Wirtschaft in diesem Jahr?

Im Vergleich zum Vorjahr dürfte die deutsche Wirtschaft 2020 wieder etwas an Fahrt aufnehmen. Nach den Erwartungen des Jahreswirtschaftsberichts steigt das Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt um 1,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote bleibt voraussichtlich stabil bei 5,0 Prozent; die Zahl der Beschäftigten wächst weiter auf 45,4 Millionen.

In der Folge dürften auch die privaten Einkommen weiter spürbar zulegen. Hinzu kommen steigende Löhne sowie staatliche Entlastungen im Bereich der Sozialversicherungen und der Einkommensteuer. Damit bleibt die Binnenwirtschaft die wichtigste Stütze der Konjunktur.

Was bedeutet das für die Haushaltspolitik?

Die öffentlichen Finanzen haben sich in den letzten Jahren stetig verbessert. Die gesamtstaatliche Schuldenquote ist im Jahr 2019 auf rund 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesunken. Damit unterschreitet Deutschland erstmals seit 2002 wieder die europäische Schulden-Obergrenze.

Ihre solide, wachstumsorientierte Haushaltspolitik setzt die Bundesregierung auch in den kommenden Jahren fort. Im Zeitraum 2020 bis 2023 gibt sie 162,4 Milliarden Euro für Investitionen aus.

Wie entlastet die Bundesregierung Unternehmen und Steuerzahler?

Die Bundesregierung setzt Anreize für private Investitionen und sichert wachstumsfreundliche, faire Rahmenbedingungen für Unternehmen. Die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung war dazu ein wichtiger Schritt. Vor allem mit Blick auf kleinere und mittlere Unternehmen prüft die Bundesregierung das Unternehmenssteuerrecht laufend auf Anpassungsbedarf an veränderte nationale und internationale Rahmenbedingungen.

Ab 2021 entfällt außerdem der Solidaritätszuschlag für rund 90 Prozent aller Soli-Zahler vollständig und für weitere 6,5 Prozent teilweise. Dadurch werden rund 35,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger mehr Geld zu Verfügung haben – insgesamt pro Jahr fast elf Milliarden Euro.

Wie geht der Ausbau der digitalen Infrastruktur voran?

Die Chancen der Digitalisierung sollen alle Menschen nutzen können. Die Bundesregierung treibt deshalb den Ausbau einer zukunftsfähigen Infrastruktur im Digital- und Verkehrsbereich voran. Möglichst alle Haushalte und Unternehmen sollen bis 2025 Zugang zu gigabitfähigen Datennetzen und flächendeckendem Mobilfunk haben.

Die Bundesregierung setzt sich für fairen Wettbewerb in digitalen Märkten ein und treibt auch auf europäischer Ebene die Modernisierung des Wettbewerbsrechts voran. Auch die Umsetzungsstrategie “Digitalisierung gestalten” entwickelt sie kontinuierlich weiter.

Was setzt die Bundesregierung dem Fachkräftemangel entgegen?

Digitalisierung und Strukturwandel in der Arbeitswelt verändern die Anforderungen an Beschäftigte. Um Fachkräfte fit zu machen, unterstützt die Bundesregierung ihre Qualifizierung – unter anderem mit dem Qualifizierungschancengesetz. Mit einem Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat die Bundesregierung darüber hinaus den rechtlichen Rahmen verbessert, um Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen.

Wie geht es weiter bei Klimaschutz und Energiewende?

Die Energiewende leistet einen wichtigen Beitrag, um nationale, europäische und internationale Klimaschutzziele zu erreichen. Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Bezahlbarkeit – das bleibt Richtschnur der Energiepolitik. Die Bundesregierung treibt den effizienten Ausbau erneuerbarer Energien und der Stromnetze weiter voran. Sie wird außerdem einen Vorschlag für einen gesetzlichen Fahrplan unterbreiten, mit dem der empfohlene Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens zum Jahr 2038 erfolgen soll.

Was wollen wir in Europa und der Welt erreichen?

Deutschland profitiert von einem wirtschaftlich starken Europa. Um den Binnenmarkt weiterzuentwickeln, verfolgt die Bundesregierung deshalb einen umfassenden Ansatz, der Digitalisierung, Dienstleistungen, Industriepolitik und Klimaschutz verknüpft.

Die Bundesregierung setzt sich außerdem für einen verbesserten Marktzugang für deutsche Unternehmen im Ausland, den Abbau von Handels- und Investitionshemmnissen und einen modernisierten Investitionsschutz sowie für eine Stärkung und Modernisierung der WTO ein.

Die Bundesregierung legt dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat zu Beginn jeden Jahres einen Jahreswirtschaftsbericht vor. Dazu ist sie gem. § 2 des Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (StabG) verpflichtet. Im Bericht stellt die Bundesregierung zentrale wirtschafts- und finanzpolitische Themenschwerpunkte vor und gibt einen Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr. Der Jahreswirtschaftsbericht 2020 trägt den Titel “Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität stärken – in Deutschland und Europa”.

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Importpreise im Dezember 2019 um 0,7 % niedriger als im Dezember 2018

Die Einfuhrpreise waren im Dezember 2019 um 0,7 % niedriger als im Dezember 2018. Im November 2019 hatte die Jahresveränderungsrate bei -2,1 % gelegen, im Oktober 2019 bei -3,5 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Importpreise im Dezember 2019 gegenüber November 2019 um 0,2 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.01.2020

Importpreise, Dezember 2019 und Jahr 2019

  • +0,2 % zum Vormonat
  • -0,7 % zum Vorjahresmonat
  • -1,0 % Jahresdurchschnitt 2019 gegenüber 2018

Ausfuhrpreise, Dezember 2019 und Jahr 2019

  • +0,1 % zum Vormonat
  • +0,4 % zum Vorjahresmonat
  • +0,5 % Jahresdurchschnitt 2019 gegenüber 2018

Die Einfuhrpreise waren im Dezember 2019 um 0,7 % niedriger als im Dezember 2018. Im November 2019 hatte die Jahresveränderungsrate bei -2,1 % gelegen, im Oktober 2019 bei -3,5 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Importpreise im Dezember 2019 gegenüber November 2019 um 0,2 %.

Der Rückgang der Importpreise gegenüber Dezember 2018 war vor allem durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Energie beeinflusst. Energieeinfuhren waren im Dezember 2019 um 3,8 % billiger als im Dezember 2018 (+1,5 % gegenüber November 2019). Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas mit einem Minus von 29,3 %. Dagegen lagen die Preise für Erdöl mit +17,6 % und für Mineralölerzeugnisse mit +8,2 % über denen von Dezember 2018.

Der Einfuhrpreisindex ohne Energie war im Dezember 2019 um 0,4 % niedriger als im Dezember 2018 (unverändert gegenüber November 2019). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse unberücksichtigt, lag der Einfuhrpreisindex um 1,9 % unter dem Stand des Vorjahres (-0,2 % gegenüber November 2019).

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter sanken im Dezember 2019 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,0 % und gegenüber dem Vormonat um 0,3 %. Im Vergleich zu Dezember 2018 verbilligten sich unter anderem elektronische Bauelemente (-12,1 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-8,9 %). Dagegen lagen die Preise für Edelmetalle und Halbzeug daraus (+32,9 %) sowie für Eisenerze (+19,7 %) erheblich über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Dezember 2019 um 0,4 % unter denen von Dezember 2018 und blieben gegenüber dem Vormonat November 2019 unverändert. Während unter anderem Tablets (-9,9 %) und Smartphones (-9,1 %) billiger waren, wurden Maschinen (+1,3 %) zu höheren Preisen als im Dezember 2018 importiert.

Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr 1,8 % teurer. Die Importpreise für Gebrauchsgüter stiegen leicht um 0,1 %.

Die Preise für landwirtschaftliche Güter lagen 6,5 % höher als im Dezember 2018 (+2,0 % gegenüber dem Vormonat). Während sich insbesondere lebende Schweine (+69,0 %) und Rohkaffee (+11,6 %) stark verteuerten, wurden vor allem Getreide (-7,2 %) und Eier (-5,8 %) zu niedrigeren Preisen importiert.

Veränderungen der Einfuhrpreisindizes 2019 im Vergleich zu 2018

Im Jahresdurchschnitt 2019 waren die Einfuhrpreise 1,0 % niedriger als 2018 (2018: +2,6 % gegenüber 2017).

Vor allem die Preisentwicklung bei importierten Energieträgern beeinflusste mit einem Minus von 8,5 % gegenüber 2018 die Veränderungsrate der Einfuhrpreise. Besonders stark fielen die Preise für Erdgas (-20,6 %) und für elektrischen Strom (-15,5 %). Der Einfuhrpreisindex ohne Energie lag im Jahresdurchschnitt 2019 um 0,2 % über dem Stand des Vorjahres. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse unberücksichtigt, waren die Einfuhrpreise 0,8 % niedriger als 2018.

Vorleistungsgüter waren 2019 um 0,7 % preiswerter als im Jahr 2018. Die Einfuhrpreise für elektronische Bauelemente lagen 8,8 % unter dem Vorjahresniveau. Für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen wurde im Jahresdurchschnitt 5,1 % weniger bezahlt als ein Jahr zuvor. Dagegen verteuerten sich insbesondere Eisenerze um 28,4 % und Edelmetalle und Halbzeug daraus um 21,6 %.

Bei den Investitionsgütern mit einem Preisanstieg gegenüber 2018 um durchschnittlich 0,1 % waren insbesondere Maschinen (+1,6 %) teurer, während unter anderem Smartphones (-10,4 %) günstiger waren als ein Jahr zuvor.

Verbrauchsgüter waren 1,4 % teurer als im Jahr 2018. Besonders Schweinefleisch war hier wegen der Angebotsverknappung infolge der Schweinepest erheblich teurer (+19,8 %).

Die Preise für importierte Gebrauchsgüter lagen durchschnittlich um 0,7 % über denen des Jahres 2018.

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter stiegen gegenüber 2018 um 2,7 %. Insbesondere lebende Schweine (+31,7 %) – auch hier wegen der Angebotsverknappung infolge der Schweinepest – waren 2019 teurer als vor einem Jahr, während Äpfel (-13,0 %) und Eier (-10,9 %) billiger waren.

Veränderungen der Ausfuhrpreisindizes Dezember 2019

Der Index der Ausfuhrpreise lag im Dezember 2019 um 0,4 % über dem Stand von Dezember 2018. Im November 2019 hatte die Jahresveränderungsrate bei -0,1 % und im Oktober 2019 bei -0,2 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat November 2019 stiegen die Ausfuhrpreise im Durchschnitt leicht um 0,1 %.

Veränderungen der Ausfuhrpreisindizes 2019 im Vergleich zu 2018

Im Jahresdurchschnitt 2019 lagen die Ausfuhrpreise 0,5 % über denen des Vorjahres (2018 gegenüber 2017: +1,2 %). Bei den Ausfuhrpreisen beeinflusste der Preisanstieg der Investitionsgüter (+1,2 %) maßgeblich die Jahresveränderungsrate. Der Preisrückgang exportierter Energieprodukte (-9,3 %) wirkte sich wegen des geringeren Wägungsanteils am Gesamtindex der Ausfuhrpreise vergleichsweise moderat aus.

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Konsumoptimismus kehrt zurück

Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt sich zu Jahresbeginn wieder etwas optimistischer. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung gewinnen hinzu. GfK prognostiziert für Februar 2020 einen Wert von 9,9 Punkten und damit 0,2 Zähler mehr als im Januar dieses Jahres (revidiert 9,7 Punkte). Für das gesamte Jahr 2020 prognostiziert GfK einen realen Zuwachs der privaten Konsumausgaben in Deutschland in Höhe von einem Prozent. Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Januar 2020.

GfK, Pressemitteilung vom 29.01.2020

Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt sich zu Jahresbeginn wieder etwas optimistischer. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung gewinnen hinzu. GfK prognostiziert für Februar 2020 einen Wert von 9,9 Punkten und damit 0,2 Zähler mehr als im Januar dieses Jahres (revidiert 9,7 Punkte). Für das gesamte Jahr 2020 prognostiziert GfK einen realen Zuwachs der privaten Konsumausgaben in Deutschland in Höhe von einem Prozent. Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Januar 2020.

Vor allem der Anstieg der Einkommenserwartung und der Anschaffungsneigung zu Beginn dieses Jahres sorgt dafür, dass das Konsumklima wieder zulegen kann.

“Eine erste Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt auch in Deutschland für Erleichterung. Denn als Exportnation ist man gerade hierzulande auf einen freien und ungehinderten Warenaustausch angewiesen” erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. “Der positive Start des Konsumklimas in das Jahr 2020 bestärkt uns in der Einschätzung, dass der private Konsum auch in diesem Jahr eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur sein wird. Für das Gesamtjahr prognostiziert GfK einen realen Zuwachs der privaten Konsumausgaben in Deutschland in Höhe von einem Prozent.”

Konjunkturerwartung mit leichtem Anstieg

Nach dem Rückschlag im Vormonat stabilisieren sich die Konjunkturaussichten im Januar wieder. Der Indikator gewinnt 0,7 Zähler hinzu und liegt nun bei -3,7 Punkten. Damit scheint er die Talsohle vom Herbst 2019 zunächst hinter sich zu lassen. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Minus aber immer noch gut zwölf Punkte.

Sicherlich hat die erste Einigung von USA und China im Handelsstreit ein weiteres Absinken des Konjunkturindikators verhindert. Zudem verstärken sich die Signale, dass es nicht zu einer Rezession kommen wird und sich die Konjunktur in Deutschland stabilisieren kann. Allerdings wird die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr mit etwa einem Prozent moderat sein, aber etwas höher ausfallen als letztes Jahr. Für 2019 wird das Wirtschaftswachstum auf 0,6 Prozent geschätzt. Für eine nachhaltige Erholung wird es jedoch notwendig sein, dass die Deeskalation im Handelsstreit fortgesetzt wird. Zudem sollten sich Krisen, wie z. B. zwischen den USA und Iran nach dem Angriff auf einen hohen iranischen General, nicht weiter zuspitzen.

Einkommensoptimismus legt spürbar zu

Unter dem Eindruck stabilerer Konjunkturaussichten gewinnen auch die Einkommenserwartungen der Verbraucher deutlich hinzu. Mit einem Plus von 9,6 Zählern werden die Verluste des Indikators aus dem Vormonat fast vollständig wettgemacht. Aktuell weist er einen Wert von 44,6 Punkten auf. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Minus knapp 13 Punkte.

Nach wie vor profitiert der Einkommensindikator von der überaus guten Beschäftigungslage in Deutschland. Allerdings hat deren Dynamik zuletzt spürbar nachgelassen. So kommen auf die Automobilindustrie und deren Zulieferer im Zuge des Umstieges auf die Elektromobilität schwierige Zeiten zu. Diese werden mit Personalanpassungen verbunden sein. Inwieweit die Einkommenserwartungen davon betroffen sein werden, hängt auch davon ab, über welchen Zeitraum diese Anpassungen vorgenommen werden.

Konsumneigung klettert auf 12-Monats-Hoch

Von steigendem Konjunktur- und Einkommensoptimismus profitiert auch die Anschaffungsneigung. Der Indikator klettert nach einem Plus von 3,3 Zählern auf 55,5 Punkte. Das ist der höchste Wert seit einem Jahr. Im Januar 2019 wurden 57,5 Punkte gemessen. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres zeigt sich nur ein kleines Minus von 1,6 Punkten.

Die Konsumlaune bleibt zu Beginn des Jahres 2020 bei den deutschen Verbrauchern ungebrochen. Anhaltend stabile Beschäftigungsverhältnisse und reale Einkommenszuwächse sind wesentliche Stützen des Indikators. Zusätzliche Impulse erhält die Konsumneigung zudem durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Trotz des Anstiegs im Januar verharrt die Sparneigung auf niedrigem Niveau. Somit bleibt das Sparen als Alternative zum Konsum weiterhin nicht sehr attraktiv. Da nun mehr und mehr Banken auch bei Privatanlegern Strafzinsen verlangen, dürfte dies der Konsumlaune zusätzliche Impulse verleihen.

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ifo Exporterwartungen der Industrie im Januar 2020 gefallen

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat zum Jahresbeginn einen Rückschlag erlitten. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Januar von 2,0 auf 0,9 Punkte gefallen. Die zuletzt abnehmenden Unsicherheiten auf den Weltmärkten schlagen sich noch nicht in einer besseren Auftragslage deutscher Exporteure nieder.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 28.01.2020

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat zum Jahresbeginn einen Rückschlag erlitten. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Januar von 2,0 (saisonbereinigt korrigiert) auf 0,9 Punkte gefallen. Die zuletzt abnehmenden Unsicherheiten auf den Weltmärkten schlagen sich noch nicht in einer besseren Auftragslage deutscher Exporteure nieder.

Einen deutlichen Dämpfer mussten die Hersteller von Datenverarbeitungs- und optischen Geräten verkraften. Ihre Exporte entwickeln sich etwas weniger dynamisch. Gleiches gilt für die Pharmaindustrie und die Hersteller von Nahrungs- und Genussmitteln. In der Autobranche stieg die Skepsis, den Auslandsabsatz zu steigern. Bei den Unternehmen der Chemischen Industrie meldeten hingegen mehr und mehr Unternehmen zusätzliche Aufträge aus dem Ausland. Gleiches gilt für die Möbelindustrie.

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