IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt um 0,5 Punkte

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Oktober um 0,5 Punkte gefallen. Nach einer vorübergehenden Stabilisierung im September setzt der Frühindikator des IAB damit seinen Abwärtstrend fort. Allerdings weist das IAB-Arbeitsmarktbarometer mit 101,4 Punkten nach wie vor einen positiven Stand aus. Grund dafür ist der noch immer günstige Beschäftigungsausblick.

IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt um 0,5 Punkte

IAB, Pressemitteilung vom 28.10.2019

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Oktober um 0,5 Punkte gefallen. Nach einer vorübergehenden Stabilisierung im September setzt der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) damit seinen Abwärtstrend fort. Allerdings weist das IAB-Arbeitsmarktbarometer mit 101,4 Punkten nach wie vor einen positiven Stand aus. Grund dafür ist der noch immer günstige Beschäftigungsausblick.

Die Arbeitslosenzahlen dürften sich dagegen in den kommenden Monaten saisonbereinigt verschlechtern: Die Arbeitslosigkeitskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers ist im Oktober um 0,7 auf 98,2 Punkte gefallen. Damit liegt der Indikator klar unter der neutralen Marke von 100 Punkten, wenn auch nicht sehr weit im negativen Bereich. „Die Arbeitslosigkeit wird tendenziell zunehmen, solange der Wirtschaftsabschwung anhält. Mit einer Erholung der Konjunktur dürfte sich die Arbeitslosigkeit aber mittelfristig wieder verringern“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“.

Auch der Beschäftigungsausblick hat sich im Oktober verschlechtert: Die Beschäftigungskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers ging um 0,3 Punkte zurück. Der aktuelle Stand von 104,7 Punkten liegt zwar deutlich unter den Höchstwerten aus dem vergangenen Jahr, aber noch immer klar im positiven Bereich. Die Beschäftigungsentwicklung insgesamt sei relativ robust gegenüber dem Konjunkturabschwung, so Weber: „Trotz des erneuten Dämpfers erwarten die Arbeitsagenturen weiter steigende Beschäftigung.“

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

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Konsumklima gerät etwas unter Druck

Die Stimmung der Verbraucher zeigt im Oktober ein weniger optimistisches Bild. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung müssen Einbußen hinnehmen. Für November prognostiziert GfK für das Konsumklima einen Wert von 9,6 Punkten und damit 0,2 Zähler weniger als der revidierte Oktoberwert (9,8 Punkte).

Konsumklima gerät etwas unter Druck

GfK, Pressemitteilung vom 25.10.2019

Die Stimmung der Verbraucher zeigt im Oktober ein weniger optimistisches Bild. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung müssen Einbußen hinnehmen. Für November prognostiziert GfK für das Konsumklima einen Wert von 9,6 Punkten und damit 0,2 Zähler weniger als der revidierte Oktoberwert (9,8 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Oktober 2019.

Neben den bekannten Risikofaktoren wie globale Konjunkturschwäche, Handelskonflikte und Brexit-Chaos häufen sich Meldungen zum Arbeitsplatzabbau, beispielsweise in der Automobilindustrie oder im Finanzmarkt. „Die Stimmung der Verbraucher ist durch diese Ereignisse wieder stärker getrübt und der Optimismus schwindet. Folglich rutscht das Konsumklima mit einem Wert von 9,6 Punkten auf den niedrigsten Stand seit November 2016“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Dennoch wird der private Konsum in diesem Jahr eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft bleiben – unter der Voraussetzung, dass die gegenwärtigen Krisenherde nicht weiter eskalieren und Politik und Wirtschaft der zunehmenden Angst vor Jobverlust entgegentreten.“

Die Zuversicht in die Konjunktur schwindet wieder

Konnten sich die Konjunkturaussichten im Vormonat noch leicht erholen, so setzen sie im Oktober ihren Abwärtstrend fort. Der Indikator Konjunkturerwartung verliert 4,8 Zähler und rutscht damit auf -13,8 Punkte. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt vor fast sieben Jahren, im Dezember 2012, gemessen. Damals standen -14,0 Punkte zu Buche.

Das Risiko, dass Deutschland in eine Rezession rutschen könnte, ist nach Einschätzung der Verbraucher zuletzt wieder größer geworden. Die globale Abkühlung der Konjunktur, die vor allem die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft trifft, in Verbindung mit dem Handelskonflikt wird auch die deutsche Wirtschaft nicht unbeeindruckt lassen. So haben eine Reihe von Automobilherstellern sowie deren Zulieferer bereits den Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt. Dieser Wegfall von Jobs wird künftig bei den Autobauern durch den anstehenden Wandel hin zur Elektromobilität noch verstärkt. Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kommen zunehmend die Banken in Schieflage. Wie das Beispiel Deutsche Bank zeigt, reagieren sie mit Filial- und Stellenabbau.

Sinkende Konjunkturaussichten beeinflussen Einkommenserwartung

Zeigten sich die Einkommensaussichten bislang im Großen und Ganzen unbeeindruckt von den seit Anfang 2018 tendenziell fallenden Konjunkturerwartungen, so verliert der Indikator Einkommenserwartung im Oktober deutliche 7,8 Zähler. Der aktuelle Wert von 39,0 Punkten ist der niedrigste Wert seit fast sechs Jahren. Noch niedriger zeigte sich der Indikator im Dezember 2013 mit 35,6 Zählern. Das Niveau der Einkommensstimmung ist immer noch zufriedenstellend, da der aktuelle Wert deutlich über dem langjährigen Durchschnittswert von etwa null Punkten liegt. Nach wie vor gehen die Konsumenten davon aus, dass sich ihre finanzielle Lage auch künftig positiv entwickeln wird. Die zuletzt herrschende Euphorie hat nun allerdings mit drei Rückgängen in Folge einen ersten Dämpfer erhalten.

Anschaffungsneigung verliert leicht

Trotz leichter Verluste behauptet die Anschaffungsneigung auch im Oktober ihr exzellentes Niveau. Der Indikator gibt mit einem Minus von 3,4 Zählern etwas mehr als die Hälfte seiner Vormonatsgewinne von 6,3 Punkten wieder ab. Aktuell weist die Konsumstimmung beachtliche 51,7 Punkte auf und liegt damit nur gut drei Zähler unter dem entsprechenden Wert des Vorjahres. Die Anschaffungsneigung stemmt sich bislang erfolgreich gegen den konjunkturellen Abschwung.

Die Konsumlaune profitiert offenbar zum einen von der guten Arbeitsmarktlage und Einkommensentwicklung sowie von einer nach wie sehr geringen Sparneigung. Die Niedrigzinspolitik der EZB macht die bewusste Geldanlage wenig attraktiv und stützt damit die Konsumneigung.

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ifo Geschäftsklima unverändert

Die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist im Oktober unverändert geblieben. Der ifo Geschäftsklimaindex verharrte bei 94,6 Punkten. Die Unternehmer schätzten ihre aktuelle Lage etwas weniger gut ein als im Vormonat. Ihre Erwartungen hingegen hellten sich etwas auf. Die deutsche Konjunktur stabilisiert sich.

ifo Geschäftsklima unverändert

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.10.2019

Die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist im Oktober unverändert geblieben. Der ifo Geschäftsklimaindex verharrte bei 94,6 Punkten. Die Unternehmer schätzten ihre aktuelle Lage etwas weniger gut ein als im Vormonat. Ihre Erwartungen hingegen hellten sich etwas auf. Die deutsche Konjunktur stabilisiert sich.

Im Verarbeitenden Gewerbe konnte der Abwärtstrend beim Geschäftsklima vorerst gestoppt werden. Der Index stieg. Dies war auf merklich weniger pessimistische Erwartungen der Industriefirmen zurückzuführen. Die aktuelle Lage schätzten sie aber etwas schlechter ein. Die Kapazitätsauslastung sank um 1,3 Prozentpunkte auf 82,6 Prozent. Sie liegt damit erstmals seit dem dritten Quartal 2013 unter ihrem langfristigen Durchschnitt von 83,7 Prozent.

Im Dienstleistungssektor ist das Geschäftsklima nahezu unverändert geblieben. Die Dienstleister bewerteten ihre aktuelle Lage weniger gut. Ihre Erwartungen hellten sich hingegen auf.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima verbessert. Dies war deutlich gestiegenen Erwartungen im Großhandel geschuldet. Die aktuellen Lageeinschätzungen fielen sowohl im Groß- als auch im Einzelhandel etwas weniger gut aus.

Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindikator gefallen. Die Unternehmen waren zwar weiterhin sehr zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage, aber weniger als noch im September. Die Erwartungen fielen ebenfalls zurückhaltender aus.

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Deutsche Unternehmen zögern bei Plattformen

Plattformen wie Amazon, YouTube, Spotify, Alibaba und Booking.com verändern derzeit die Welt, viele Unternehmen in Deutschland stehen digitalen Plattformen aber skeptisch gegenüber. Zwar geben lt. Bitkom 4 von 10 Unternehmen an, dass sie digitale Plattformen eher als Chance für das eigene Unternehmen sehen, zugleich halten sie aber 3 von 10 für ein Risiko.

Deutsche Unternehmen zögern bei Plattformen

Bitkom, Pressemitteilung vom 24.10.2019

  • 4 von 10 Unternehmen sehen digitale Plattformen als Chance, aber ebenso viele nutzen sie nicht
  • Jedes dritte Unternehmen will 2020 verstärkt in digitale Plattformen investieren
  • Bitkom legt Studie über Digitale Plattformen zum Digital-Gipfel vor

Plattformen wie Amazon, YouTube, Spotify, Alibaba und Booking.com verändern derzeit die Welt, viele Unternehmen in Deutschland stehen digitalen Plattformen aber skeptisch gegenüber. Zwar geben 4 von 10 Unternehmen (45 Prozent) an, dass sie digitale Plattformen eher als Chance für das eigene Unternehmen sehen, zugleich halten sie aber 3 von 10 (30 Prozent) für ein Risiko. Jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) misst digitalen Plattformen keine Bedeutung für das eigene Geschäft zu. Zum Vergleich: 96 Prozent halten ganz allgemein die Digitalisierung für eine Chance für das eigene Unternehmen, nur 3 Prozent sehen in ihr ein Risiko. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 500 Unternehmen in Deutschland mit 20 oder mehr Mitarbeitern. Sie wurde von Bitkom-Präsident Achim Berg am 24.10.2019 im Vorfeld des diesjährigen Digital-Gipfels der Bundesregierung (28./29. Oktober) vorgestellt. Insgesamt zeigen sich die Unternehmen mit Blick auf Plattformen gespalten. Rund zwei Drittel (63 Prozent) nehmen an, dass die Nutzung digitaler Plattformen insgesamt mehr Vorteile als Nachteile für sie bringt, aber jedes vierte (27 Prozent) sagt: Digitale Plattformen gefährden unsere Existenz. „Jede Branche und jedes Unternehmen muss sich mit digitalen Plattformen beschäftigen. Die Bedeutung und gerade auch die Chancen digitaler Plattformen werden in der deutschen Wirtschaft immer noch unterschätzt“, sagte Berg. „Manager und Unternehmer, die heute noch glauben, dass die Plattform-Ökonomie keine Auswirkungen auf ihr Unternehmen hat, müssen aufwachen.“

Digitale Plattformen können für mehr Kunden und höhere Umsätze sorgen

Als wichtigste Vorteile digitaler Plattformen gelten in der deutschen Wirtschaft die Schaffung eines breiteren Angebots (74 Prozent), die Erschließung neuer Kundengruppen (72 Prozent) und die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens (68 Prozent). Dahinter folgen die Steigerung der Bekanntheit (63 Prozent) und die Förderung von Innovationen (62 Prozent). Aber auch die Einnahmen spielen eine wichtige Rolle. So sehen 57 Prozent eine Steigerung des Umsatzes bei bestehenden Produkten und 42 Prozent zusätzliche Umsätze mit neuen Produkten. Fast jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) verspricht sich durch die Gewinnung von Daten Vorteile. Sorgen machen den Unternehmen demgegenüber der einfache Marktzutritt für neue Wettbewerber (65 Prozent), ein erhöhter Preisdruck sowie der Verlust der direkten Kundenbeziehung (je 55 Prozent). Dahinter folgen schrumpfende Margen durch Gebühren (48 Prozent). Viele Unternehmen fürchten eine starke Stellung des Plattformbetreibers. So haben 42 Prozent Sorgen, dass sie in Abhängigkeit vom Plattformbetreiber geraten und jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) sieht die Weitergabe von Kundendaten an den Plattform-Betreiber kritisch. Jedes Vierte (23 Prozent) beklagt darüber hinaus einen unklaren Rechtsrahmen, etwa bei Kooperationen für den Aufbau von Plattformen.

Eine häufig geäußerte Sorge in der Diskussion über digitale Plattformen ist die Monopolbildung. Jedes zweite Unternehmen (52 Prozent) glaubt, dass sich auf Dauer nur eine Plattform für einen Zweck auf dem Markt halten kann und so ein Monopol entstünde. „Die Geschichte vom Plattform-Monopol ist ein Märchen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. So gebe es im E-Commerce-Markt, auf dem sich die Entwicklung von Plattformen gut verfolgen lässt, zwar nur wenige globale Player, die einen großen Marktanteil auf sich vereinen. Dahinter sei aber eine ganze Reihe von nationalen Anbietern entstanden und eine Vielzahl von Plattformen besetzten zudem größere oder kleinere Nischenmärkte. Berg: „Auf jedem Markt gibt es Platz für mehr als eine digitale Plattform. Und die Karten werden in der digitalen Welt ständig neu gemischt – selbst heute führende Plattformen können in einigen Jahren von neuen Wettbewerbern überholt werden.“

Von digitalen Plattformen profitieren nicht nur die Anbieter

Als besonderes Merkmal von Plattform-Märkten gilt, dass alle Beteiligten aus der Plattform Vorteile ziehen – und das sehen auch die allermeisten deutschen Unternehmen so. Ganz oben in der Liste der Nutznießer stehen dabei die Plattformbetreiber selbst (98 Prozent), aber 79 Prozent sehen auch Vorteile für die Anbieter auf der entsprechenden Plattform und 73 Prozent für die Kunden, die die Plattform nutzen. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) ist sogar überzeugt, dass die gesamte Branche von einer digitalen Plattform Vorteile hat.

Obwohl Plattformen im Allgemeinen diese ausgesprochen hohe Bedeutung zugemessen wird, geben 3 von 10 Unternehmen (30 Prozent) an, dass sie für ihr eigenes Unternehmen nicht relevant sind. Jedes elfte Unternehmen (9 Prozent) hat zwar die Bedeutung von Plattformen für sich erkannt, nutzt sie aber bisher nicht. Etwas weniger als die Hälfte der Unternehmen ist Anbieter auf Plattformen (45 Prozent), fast genauso viele (44 Prozent) fragen Produkte oder Dienstleistungen auf digitalen Plattformen nach. Und nur jeweils 5 Prozent aller Unternehmen geben an, dass sie selbst eine digitale Plattform alleine bzw. mit einem Partner betreiben.

Von den Unternehmen, die Plattformen bislang links liegen lassen, schließen zwei Drittel (66 Prozent) ihre Nutzung auch für die Zukunft aus. Umgekehrt sind die Plattform-Nutzer von ihrer Entscheidung überzeugt: 93 Prozent derjenigen, die bereits Plattformen nutzen, würden bei einem Jobwechsel auch ihrem neuen Unternehmen empfehlen, auf digitale Plattformen zu setzen. „Plattformen überzeugen ganz offensichtlich diejenigen, die sie nutzen. Daraus kann man nur eine Empfehlung ableiten: Wirklich jeder sollte den Schritt in die Welt der digitalen Plattformen tun“, sagte Berg.

Als größte Hemmnisse für den Einsatz digitaler Plattformen nennen die Plattform-Nutzer Anforderungen an den Datenschutz (64 Prozent), Anforderungen an die IT-Sicherheit (55 Prozent) und fehlendes qualifiziertes Personal (54 Prozent). Ein unzureichendes Budget (19 Prozent) oder fehlender wirtschaftlicher Nutzen (11 Prozent) spielen demgegenüber nur eine geringe Rolle, dies sind jedoch für die Nicht-Nutzer von Plattformen gewichtige Hemmnisse: 60 Prozent geben fehlendes Know-how, 52 Prozent fehlenden wirtschaftlichen Nutzen und 39 Prozent ein unzureichendes Budget als Gründe an, Plattformen nicht einzusetzen.

Bei Investitionen in digitale Plattformen wollen die deutschen Unternehmen weiter zulegen. Jedes zweite Unternehmen (55 Prozent) gibt an, dass die Plattform-Investitionen in diesem Jahr zugenommen haben, bei 37 Prozent sind sie unverändert geblieben und nur bei 2 Prozent haben sie abgenommen. Im kommenden Jahr will jedes Dritte (34 Prozent) die Ausgaben erhöhen, jedes Zweite (54 Prozent) möchte sie konstant halten, aber 8 Prozent wollen sie reduzieren.

84 Prozent: Politik soll den Aufbau deutscher und europäischer Plattformen fördern

Eine große Mehrheit (84 Prozent) der Unternehmen fordert, dass die Politik den Aufbau deutscher und europäischer digitaler Plattformen fördern sollte. Als konkrete politische Maßnahmen werden europaweit einheitliche Regeln (53 Prozent) sowie mehr Rechtssicherheit für digitale Plattformen (50 Prozent) gefordert. Berg: „Wir brauchen einen Rechtsrahmen, der neue, plattformbasierte Geschäftsmodelle fördert und nicht erschwert.“ Öffentliche Mittel zum Aufbau digitaler Plattformen wünscht sich nur eine Minderheit von 36 Prozent, 32 Prozent plädieren für Unterstützung bei Kooperationen mit anderen Unternehmen, um gemeinsam digitale Plattformen aufzubauen. Ähnlich viele würden Impulse durch Lockerungen beim Datenschutz (29 Prozent) begrüßen. Aber nicht nur die Politik sei gefordert, laut Berg müsse sich vor allem die Wirtschaft selbst bewegen. 82 Prozent der Befragten unterstützen die Aussage, deutsche Unternehmen sollten viel häufiger zu Plattformanbietern werden. Immerhin jeder Vierte (25 Prozent) ist dagegen der Meinung, deutsche Unternehmen sollten sich nicht um das Thema Plattformen kümmern, sondern täten besser daran, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Dabei herrscht große Einigkeit, dass die Bedeutung von digitalen Plattformen künftig weiter zunehmen wird. So sind jeweils 9 von 10 Unternehmen überzeugt, dass in zehn Jahren digitale Plattformen für die weltweite (90 Prozent) wie auch für die deutsche Wirtschaft (89 Prozent) sehr wichtig oder eher wichtig sein werden. 83 Prozent stimmen der Aussage für die eigene Branche zu und immerhin 75 Prozent für das eigene Unternehmen. „Die Unternehmen haben erkannt, dass digitale Plattformen eine wachsende Bedeutung haben und wünschen sich, dass es viel mehr davon in Deutschland und Europa gibt – aber im eigenen Unternehmen wollen sich noch zu wenige damit beschäftigen“, sagte Berg. „Wir sollten viel öfter über die Chancen und faszinierenden Möglichkeiten von Plattformen gerade für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland sprechen. Es gibt viele Beispiele, die beweisen: Deutschland und Europa können Plattformen.“

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Erzeugerpreise September 2019: -0,1 % gegenüber September 2018

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im September 2019 um 0,1 % niedriger als im September 2018. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war dies der erste Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat seit Oktober 2016 (-0,5 %). Im August 2019 hatte die Jahresveränderungsrate bei +0,3 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Erzeugerpreise im September 2019 geringfügig um 0,1 %.

Erzeugerpreise September 2019: -0,1 % gegenüber September 2018

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 21.10.2019

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte, September 2019

  • +0,1 % zum Vormonat
  • -0,1 % zum Vorjahresmonat

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im September 2019 um 0,1 % niedriger als im September 2018. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, war dies der erste Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat seit Oktober 2016 (-0,5 %). Im August 2019 hatte die Jahresveränderungsrate bei +0,3 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Erzeugerpreise im September 2019 geringfügig um 0,1 %.

Energie insgesamt war 1,9 % billiger als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat August 2019 stiegen die Energiepreise jedoch um 0,4 %.

Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 0,5 % höher als im September 2018. Gegenüber August 2019 sanken sie geringfügig um 0,1 %.

Vorleistungsgüter waren im September 2019 um 1,0 % billiger als im September 2018. Dies war der stärkste Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat seit September 2016 (-1,1 %). Gegenüber dem Vormonat August 2019 sanken die Preise für Vorleistungsgüter um 0,3 %. Billiger als ein Jahr zuvor waren vor allem Sekundärrohstoffe (-15,0 %) und elektronische integrierte Schaltungen (-12,4 %). Metalle kosteten 2,4 % weniger, hier waren insbesondere Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen billiger als im Vorjahresmonat (-5,9 %), darunter Betonstahl (-10,5 %). Dagegen waren Edelmetalle und Halbzeug daraus 30,4 % teurer als im September 2018. Frischbeton kostete 6,5 % mehr als ein Jahr zuvor.

Die Preise für Investitionsgüter lagen im September 2019 um 1,5 % höher als ein Jahr zuvor (unverändert gegenüber August 2019), Gebrauchsgüter waren 1,4 % teurer (+0,1 % gegenüber August 2019).

Verbrauchsgüter waren im September 2019 um 1,8 % teurer als im September 2018. Gegenüber dem Vormonat August 2019 stiegen diese Preise um 0,2 %. Nahrungsmittel waren 2,2 % teurer als im Vorjahresmonat. Den höchsten Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat wiesen auch im September 2019 Schweinefleisch (+19,4 %) und verarbeitete Kartoffeln (+16,1 %) auf. Billiger als im September 2018 war insbesondere Butter (-34,3 %). Zucker kostete 11,1 % weniger, jedoch stiegen diese Preise gegenüber August 2019 um 4,2 %.

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Herbstprojektion 2019: Konjunkturentwicklung in Deutschland gegenwärtig gespalten

Die Bundesregierung rechnet im Jahresdurchschnitt für das Jahr 2019 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent (preisbereinigt). Für das Jahr 2020 wird ein Zuwachs in Höhe von 1,0 Prozent erwartet. Der Abschwung der Industriekonjunktur dauert an. Besonders der schwache Welthandel belastet die exportorientierten deutschen Produzenten. Die Binnennachfrage ist allerdings weiterhin intakt und wird durch staatliche fiskalische Impulse zusätzlich gestützt. Mit der Belebung des internationalen Handels werden sich die Wachstumskräfte im nächsten Jahr wieder stärker durchsetzen.

Herbstprojektion 2019: Konjunkturentwicklung in Deutschland gegenwärtig gespalten

„Müssen jetzt Wachstumskräfte stärken, entlasten und Bürokratie abbauen“

BMWi, Pressemitteilung vom 17.10.2019

Die Bundesregierung rechnet im Jahresdurchschnitt für das Jahr 2019 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent (preisbereinigt). Für das Jahr 2020 wird ein Zuwachs in Höhe von 1,0 Prozent erwartet. Der Abschwung der Industriekonjunktur dauert an. Besonders der schwache Welthandel belastet die exportorientierten deutschen Produzenten. Die Binnennachfrage ist allerdings weiterhin intakt und wird durch staatliche fiskalische Impulse zusätzlich gestützt. Mit der Belebung des internationalen Handels werden sich die Wachstumskräfte im nächsten Jahr wieder stärker durchsetzen.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier:

„Die Konjunkturentwicklung in Deutschland ist gegenwärtig gespalten. Aber auch wenn die Aussichten aktuell gedämpft sind, droht keine Konjunkturkrise. Die exportorientierte Industrie steht wegen Handelskonflikten, Brexit und Unsicherheiten im außenwirtschaftlichem Umfeld unter Druck. Die Binnenkonjunktur ist jedoch weiterhin intakt, Beschäftigung und Einkommen steigen und der Bausektor ist weiter in Hochkonjunktur. Bis zum Ende des Jahres 2020 werden wir etwa 45,4 Millionen Erwerbstätige haben.

Jetzt gilt es, die Ärmel hochzukrempeln. Unsere Unternehmen sind stark, brauchen aber mehr Rückenwind von der Bundesregierung. Mit meinen Strategien für den Mittelstand und die Industrie habe ich Vorschläge dazu vorgelegt. Wir brauchen jetzt Wachstumspolitik mit Steuerentlastungen und Bürokratieabbau, marktwirtschaftlichen Lösungen bei der Energiewende, Investitionen in Zukunftstechnologien und mehr Anstrengungen im Bereich der Digitalisierung.“

Das internationale Umfeld belastet weiterhin die Konjunktur. Der Welthandel ist seit dem Jahr 2018 ins Stocken geraten. Besonders die globale Industrie- und Investitionsschwäche belasten die Exporte der deutschen Industrie. Auch die Unsicherheiten in Verbindung mit dem Brexit-Prozess und die internationalen Handelskonflikte trüben die außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein. Allerdings dürfte bei der Entwicklung im internationalen Handel die Talsohle bald erreicht sein. Im Einklang mit der Einschätzung internationaler Organisationen wird die Auslandsnachfrage wieder zunehmen und die deutsche Exportwirtschaft auf die Beine kommen.

Die Binnenkonjunktur ist weiterhin intakt. Die Beschäftigung steigt weiterhin, auch wenn die Entwicklung am Arbeitsmarkt etwas an Fahrt verliert. Bis zum Ende des Jahres 2020 werden wir etwa 45,4 Millionen Erwerbstätige haben. Auch die Löhne steigen weiter. Durch die Entlastungen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bei Steuern und Sozialabgaben bleibt den Menschen mehr von ihren Löhnen.

Weitere Einzelheiten der Projektion:

  • Die internationalen Organisationen korrigieren ihre Wachstumserwartungen zwar nach unten. Die Weltwirtschaft und der Welthandel dürften im Projektionszeitraum aber wieder etwas an Fahrt aufnehmen. Damit wird der Außenhandel im nächsten Jahr wieder etwas stärker expandieren.
  • Die Schwäche der Industrie belastet auch die Importe. Allerdings wird ihr Wachstum – auch wegen der nach wie vor robusten Konsumnachfrage – weniger stark zurückgehen als das der Exporte.
  • Daher dürfte der deutsche Leistungsbilanzüberschuss in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt im Projektionszeitraum kontinuierlich sinken und wird bis zum Jahr 2020 auf 6,2 Prozent zurückgehen.
  • Investitionen in Ausrüstungen hängen eng mit der kapitalintensiven Exportindustrie zusammen. Angesichts der schwächelnden Industriekonjunktur und hohen Unsicherheit in Bezug auf den Brexit sowie die internationalen Handelskonflikte dürfte der Privatsektor seine Investitionen zunächst noch zurückfahren. Mit einer allmählichen Belebung der Weltwirtschaft dürften im weiteren Prognosezeitraum jedoch auch die Investitionen wieder etwas anziehen.
  • Auf Grund des Niedrigzinsumfelds und des hohen Bedarfs steigen die Bauinvestitionen weiter, allerdings in geringerem Tempo. Die Expansion bleibt vor allem durch das knappe Arbeitskräfteangebot begrenzt. Dies macht sich auch in deutlichen Preisniveausteigerungen bemerkbar
  • Die öffentliche Hand gibt mit der Umsetzung der Koalitionsvereinbarungen kräftige konjunkturelle Impulse.

Die gesamtwirtschaftlichen Eckwerte der Herbstprojektion bilden die Grundlage für die Steuerschätzung vom 28. bis 30. Oktober 2019 in Stuttgart. Als gemeinsamer Orientierungsrahmen dienen sie der Aufstellung der öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen.

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Steigendes Gründungsinteresse nutzen – Deutschland braucht mehr Unternehmensgründungen

Start-ups versprechen innovative und kreative unternehmerische Lösungen, doch in punkto Gründungszahlen hinkt Deutschland im internationalen Vergleich hinterher. Der aktuelle DIHK-Report zeigt, warum trotz steigenden Interesses der „Unternehmerfunke“ hierzulande noch nicht wirklich zündet: Angehende Gründer klagen vor allem über Bürokratiehürden, sehen aber auch Mängel im Steuersystem, bei den Förderinstrumenten, der IT-Infrastruktur, der Vereinbarkeit sowie beim Zugang zu Fremd- und Beteiligungskapital.

Steigendes Gründungsinteresse nutzen – Deutschland braucht mehr Unternehmensgründungen

DIHK, Mitteilung vom 17.10.2019

Wachsende Unsicherheiten im Außenhandel, Technologiesprünge und Digitalisierung sowie konjunkturelle Abkühlung – Unternehmen in Deutschland stehen derzeit vor großen Herausforderungen. Innovative und kreative unternehmerische Lösungen sind in solchen Umbruchzeiten gefragter denn je. Zugleich hinkt Deutschland bei den Gründungszahlen seit Jahren anderen Industrienationen hinterher. Neue Unternehmen sind aber wichtige Impulsgeber für Innovation. Die Bundesregierung will – unterstützt auch vom DIHK – mit einer Gründungsoffensive gegensteuern und in der Bevölkerung für eine positivere Einstellung zum Unternehmertum sorgen. Bislang will der „Unternehmerfunke“ noch nicht wirklich zünden. Gründerinnen und Gründer bemängeln vor allem ein Übermaß an Bürokratie, wie der jüngste DIHK-Gründerreport zeigt. Die Umfrage beruht auf den Erfahrungen, die die 79 Industrie- und Handelskammern (IHKs) bei rund 200.000 Kontakten aus Einstiegsgesprächen, Beratungen, Seminaren und anderen Veranstaltungen gesammelt haben.

Mehr Gespräche über Gründungen, aber weniger konkrete Geschäftskonzepte

Dabei gibt es auch gute Nachrichten: Das Interesse am Schritt in die Selbstständigkeit steigt. Im Jahr 2018 nahmen deutliche 28 Prozent mehr Interessenten als im Vorjahr an IHK-Seminaren zur Unternehmensgründung teil, insgesamt waren es 22.351. Über 60.000 Teilnehmer registrierten die IHKs bei ihren Gründertagen, bei denen sich viele potenzielle Gründer erstmalig informieren.

Trotzdem ist vorerst nicht mit mehr Unternehmensgründungen zu rechnen. Denn wenn es um konkrete Geschäftskonzepte geht, ist die Zahl der Interessierten rückläufig (minus 9 Prozent, bei insgesamt 30.929 Teilnehmern in IHK-Gründungsberatungen).

Gute Alternativen hemmen Anreize für Gründungen

Die Entscheidung, ein eigenes Unternehmen ins Leben zu rufen, wird immer auch von den Alternativen beeinflusst. Aufgrund der jahrelang guten Konjunktur liegt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten derzeit auf einem Höchstwert von circa 33 Millionen – Gründung als „Notalternative“ hat deshalb derzeit keine Konjunktur. Zudem bremst der zunehmende Fachkräftemangel die Gründungsdynamik. Gerade gut qualifizierte Fachkräfte können bei Arbeitgebern günstige Konditionen aushandeln, was die Attraktivität einer unternehmerischen Selbstständigkeit mindert.

Hindernis: zu hohe Bürokratie

Hürden auf dem Weg zum eigenen Unternehmen sehen 57 Prozent der Existenzgründer in komplizierten Formularen und Genehmigungs- sowie Antragswegen. Viel Ärger bereitet vor allem die Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Weitere Hemmnisse: ein belastendes Steuersystem (51 Prozent), zu komplizierte Förderinstrumente (46 Prozent), eine nicht wettbewerbsfähige IT-Infrastruktur (21 Prozent), mangelnde Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Vollerwerbstätigkeit (ebenfalls 21 Prozent) sowie ein zu enger Zugang zu Fremdkapital (16 Prozent) und Beteiligungskapital (14 Prozent).

Doppelstrategie notwendig

Damit das aufkommende Interesse wirklich zu mehr Gründungen führt, ist eine Doppelstrategie notwendig. Erstens: Weiter intensiv über Unternehmertum informieren! Zweitens: Rahmenbedingungen verbessern! Hier hat die Bundesregierung mit dem Entwurf zum Bürokratieabbaugesetz III erste Maßnahmen vorgeschlagen. Umsatzsteuervoranmeldungen müssen von Gründern zunächst nur vierteljährlich statt monatlich abgegeben werden. Außerdem wird die Grenze, ab der Unternehmer Umsatzsteuer abführen müssen, von 17.500 auf 22.000 Euro Vorjahresumsatz angehoben. Diesen Verbesserungen müssen weitere entlastende Schritte folgen: etwa One-Stop-Shops, bei denen Gründer sämtliche Anträge online erledigen können, eine endlich einfache und gründerfreundliche Umsetzung der DSGVO, eine deutliche Vereinfachung von Förderinstrumenten für Gründer sowie ein besserer Zugang zu öffentlicher und privater Beteiligungsfinanzierung. Ein ausgebauter Markt für Wagniskapital ist insbesondere für innovative Start-ups wichtig und würde auch das Wachstum solcher Unternehmen am Standort Deutschland ermöglichen.

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Konsumenten weiter zuversichtlich

Die Deutschen sorgen sich vermehrt um ihre Beschäftigungsperspektiven, zeigt der neue Verbrauchervertrauensindex des IW Köln. Die Kauflaune ist davon allerdings kaum beeinträchtigt.

Konsumenten weiter zuversichtlich

IW Köln, Pressemitteilung vom 17.10.2019

Die Deutschen sorgen sich vermehrt um ihre Beschäftigungsperspektiven, zeigt der neue Verbrauchervertrauensindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Kauflaune ist davon allerdings kaum beeinträchtigt.

Die deutsche Konjunktur schwächelt seit Monaten. Die Eintrübung hat bisher allerdings kaum Auswirkungen auf die Kauflaune der Deutschen: Das zeigt der Verbrauchervertrauensindex, den das IW quartalsweise in Zusammenarbeit mit The Conference Board (TCB) und Nielsen veröffentlicht. Im dritten Quartal dieses Jahres erreicht der Index einen Wert von 104 Punkten und liegt damit leicht über dem Wert aus dem zweiten Quartal.

Der Index berücksichtigt drei Indikatoren: Er misst Einschätzungen zur individuellen Finanzlage, zu den Beschäftigungsperspektiven und zu der Frage, ob gerade eine gute Zeit ist, um Waren und Dienstleistungen zu kaufen. Die einzelnen Indikatoren haben sich im vergangenen Quartal unterschiedlich entwickelt: So glauben wieder mehr Deutsche, dass es aktuell ein guter Moment ist, um Konsumgüter zu kaufen. Die eigene Finanzlage wird ebenfalls besser bewertet als noch im zweiten Quartal. Die Beschäftigungsperspektive ist dagegen etwas eingetrübt. Zwar sehen immer noch 62 Prozent der Befragten positiv in die Zukunft, damit sind die Bundesbürger insgesamt aber so pessimistisch wie seit drei Jahren nicht mehr. Tatsächlich zeigt sich der Arbeitsmarkt noch sehr robust, die Arbeitsagenturen verzeichnen rund 45 Millionen Erwerbstätige und die Arbeitslosigkeit liegt bei gerade einmal bei drei Prozent. Dennoch gibt es wieder vermehrt Meldungen über Kurzarbeit und Stellenabbau.

„Insgesamt spielen die Beschäftigungssorgen der deutschen Konsumenten bisher keine dominierende Rolle“, sagt Studienautor Hubertus Bardt. „Die Deutschen sind zuversichtlich, die Stimmung ist weiterhin auf einem hohen Niveau.“ Gleichzeitig machen sich die Deutschen viel mehr Sorgen um den globalen Klimawandel als noch vor einigen Jahren. „Rund 14 Prozent sehen im Klimawandel das größte Problem. Vor einem Jahr waren nur vier Prozent dieser Ansicht“, erläutert llaria Maselli, Senior Economist des Conference Board Europe.

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Jährliche Inflationsrate im Euroraum im September 2019 auf 0,8 % gesunken

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2019 lt. Eurostat bei 0,8 %, gegenüber 1,0 % im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 2,1 % betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2019 bei 1,2 % (Vorjahr: 2,2 %), gegenüber 1,4 % im August.

Jährliche Inflationsrate im Euroraum im September 2019 auf 0,8 % gesunken

Rückgang in der EU auf 1,2 %

Eurostat, Pressemitteilung vom 16.10.2019

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2019 bei 0,8 %, gegenüber 1,0 % im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 2,1 % betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2019 bei 1,2 %, gegenüber 1,4 % im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 2,2 % betragen. Diese Daten werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht.

Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Zypern (-0,5 %), Portugal (-0,3 %), Griechenland, Spanien und Italien (alle 0,2 %) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Rumänien (3,5 %), der Slowakei (3,0 %) und Ungarn (2,9 %) gemessen. Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in zwanzig Mitgliedstaaten zurück, blieb in fünf unverändert und stieg in zwei an.

Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Dienstleistungen (+0,66 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,29 Pp.), Industriegütern ohne Energie (+0,06 Pp.) sowie Energie (-0,18 Pp.).

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Unternehmen zwischen Bestmarken und Abwärtssorgen

Laut KfW war für den Mittelstand in Deutschland das zurückliegende Jahr wiederholt von Bestmarken geprägt. Der eingeschlagene Wachstumspfad wird auch 2019 gehalten, aber die Dynamik kühlt sich merklich ab. Parallel zur Eintrübung der Konjunktur nehmen die Abwärtssorgen im Mittelstand zu – wenn auch vorerst auf einem hohen Niveau. Insgesamt steht ein unsicheres Jahr bevor.

Unternehmen zwischen Bestmarken und Abwärtssorgen

KfW, Pressemitteilung vom 15.10.2019

  • Umsatzwachstum, Beschäftigung und Investitionen erreichen Spitzenwerte
  • Dienstleistungsunternehmen sind tragende Säule des Jobwachstums
  • Eigenkapitalquote verharrt auf hohem Niveau
  • Finanzierung kaum ein Problem, Zugang zu Krediten historisch gut, Unternehmen schonen im Gegenzug Eigenmittel
  • Indizien für Ende des Aufschwungs mehren sich

Der Mittelstand in Deutschland ist im Jahr 2018 von einer Bestmarke zur nächsten geeilt. Die kräftige Binnenkonjunktur hat den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zum stärksten Umsatzwachstum seit sieben Jahren, einem weiteren Beschäftigungsrekord sowie einem andauernden Investitionshoch verholfen. Die Ergebnisse des am 15.10.2019 veröffentlichten KfW-Mittelstandspanels zeichnen ein nahezu makelloses Gesamtbild für das vergangene Jahr. Im laufenden Jahr wird sich dieses voraussichtlich spürbar eintrüben.

Im Detail zeigt das aktuelle KfW-Mittelstandspanel: Die kleinen und mittleren Unternehmen spielen weiter ihre Rolle als Motor des Arbeitsmarkts: Ende 2018 waren 31,7 Mio. Menschen in KMU beschäftigt, das sind 391.000 bzw. 1,3 % mehr als im Jahr zuvor. Bemerkenswert ist dabei die Ausweitung der Vollzeitbeschäftigung um 2,4 % durch die Unternehmen, während sie die Teilzeitbeschäftigung um 1,6 % reduziert haben. Tragende Säule des anhaltenden Jobwachstums ist der Dienstleistungssektor, wobei vor allem die wissensintensiven Dienstleistungen an Bedeutung gewinnen.

Die Umsätze der KMU steigen um Durchschnitt um 4,9 % und damit so stark wie seit 7 Jahren nicht mehr. Von der konjunkturellen Hochphase des vergangenen Jahres profitieren vor allem Unternehmen des Baugewerbes (+8,0 %) sowie Kleinstunternehmen mit weniger als 5 Beschäftigten (+6,2 %), während das Umsatzwachstum im Verarbeitenden Gewerbe deutlich hinter die Vorjahreswerte zurückfällt (ca. 4 %). Hohe Zuwachsraten hat zudem E-Commerce im Mittelstand aufzuweisen (+27 % Umsatz in den letzten zwei Jahren). Dessen Beitrag zum gesamten Umsatz steigt auf 250 Mrd. Euro an.

Die durchschnittliche Eigenkapitalquote der KMU bleibt mit 31,2 % auf einem hohen Niveau; viel spricht allerdings dafür, dass der lang anhaltende Aufbau von Eigenkapital zu einem Ende kommen könnte. Dennoch sollten die Unternehmen mit dieser Quote für eine mögliche Verschlechterung des Finanzierungsklimas gewappnet sein.

Bei den Investitionen bleiben die Unternehmen auf Expansionskurs: Das Volumen der Neuinvestitionen steigt erneut, und zwar um 4,5 % auf 184 Mrd. Euro. Die Unternehmen investieren überdurchschnittlich viel in die Erweiterungen ihrer Kapazitäten, wobei der Dienstleistungssektor heraussticht: Speziell Unternehmen der wissensintensiven Dienstleistungen erreichen mit 67 Mrd. Euro ein Allzeithoch.

Die zusätzlichen Investitionen wurden im zurückliegenden Jahr vollständig über externe Finanzierungsquellen gestemmt. Hier zeigt sich das sehr gute Finanzierungsumfeld, gepaart mit einer historisch niedrigen Ablehnungsquote bei Kreditanträgen. Das Kreditvolumen macht einen deutlichen Sprung und erreicht ein Allzeithoch: Insgesamt haben 573.000 Unternehmen einen Bankkredit aufgenommen, das Gesamtvolumen beträgt 75 Mrd. Euro. Besonders bevorzugt wurden langfristige Bankkredite. Im Gegenzug sank der Einsatz eigener Mittel. Der Mittelstand schont also seine in der Vergangenheit aufgebauten Rücklagen.

KfW-Ökonom Dr. Michael Schwartz sagt zu den Ergebnissen des KfW-Mittelstandspanels:

„Der Blick auf das zurückliegende Jahr ist wiederholt von Bestmarken geprägt. Und auch 2019 werden die Unternehmen auf Wachstumskurs bleiben: Beschäftigung, Umsätze und Investitionen werden weiter zulegen. Die Dynamik aber geht merklich zurück – dem langwährenden Aufschwung scheint allmählich die Puste auszugehen. Parallel zur deutlichen Konjunkturabkühlung in Deutschland deutet sich damit das Ende der mittelständischen Rekordjahre an, wenn auch vorerst das Niveau hochbleiben dürfte. Die dunklen Wolken am Horizont sind aber kaum mehr zu übersehen.“

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