Deutsche Wirtschaft zurück auf moderatem Wachstumspfad

Das HWWI hat nach Veröffentlichung neuer statistischer Daten seine Prognose der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland für 2019/2020 überprüft. Wie erwartet ist die Konjunktur in den ersten Monaten dieses Jahres auf einen moderaten Wachstumspfad zurückgekehrt.

Deutsche Wirtschaft zurück auf moderatem Wachstumspfad

HWWI, Pressemitteilung vom 05.06.2019

  • Schwächeres Wachstum in 2019 vor allem durch niedrigen Überhang bedingt
  • Fortsetzung eines gemäßigten Konjunkturanstiegs auch 2020 möglich

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat nach Veröffentlichung neuer statistischer Daten seine Prognose der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland für 2019/2020 überprüft. Wie erwartet ist die Konjunktur in den ersten Monaten dieses Jahres auf einen moderaten Wachstumspfad zurückgekehrt. Eine erneute Verlangsamung der Konjunkturdynamik in den nächsten Monaten sollte angesichts guter binnenwirtschaftlicher Rahmenbedingungen und bei Nachlassen außenwirtschaftlicher Störeinflüsse vorübergehend sein. Für 2019 erwartet das HWWI daher unverändert ein Wachstum von 0,9 % und für 2020 – auch dank von mehr Arbeitstagen – von 1,7 %. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt wird sich damit, wenn auch verlangsamt, fortsetzen. Der Anstieg der Verbraucherpreise wird sich, abhängig von spezifischen Schwankungen, wie am Ölmarkt, bei knapp unter der 2-Prozent-Marke halten.

Im Detail

Die Konjunktur in Deutschland, die in der zweiten Jahreshälfte 2018 ins Stocken geraten war, ist in den ersten Monaten dieses Jahres wieder auf einen moderaten Wachstumspfad zurückgekehrt; mit auf Jahresbasis hochgerechnet 1,7 % lag die Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal sogar etwas über Potenzialpfad. Dabei spielten zwar auch das Nachlassen der negativen Sondereffekte von Ende vergangenen Jahres (durch Änderungen der Abgas-Prüfstandards in der Autoindustrie verursachte Produktionskürzungen und Zulassungsstaus) und relativ mildes Winterwetter eine Rolle, Hauptgrund war aber eine starke private Binnennachfrage. Privater Konsum, Unternehmensinvestitionen und Bautätigkeit nahmen zu Beginn dieses Jahres kräftig zu. Überdies gab es etwas überraschend mal wieder einen Wachstumsbeitrag seitens des Außenhandels. Der leichte Rückgang der staatlichen Konsumausgaben ist vor dem Hintergrund des starken Anstiegs Ende 2018 zu sehen. Der Arbeitsmarkt hat sich unter diesen Bedingungen weiter gut entwickelt; die Arbeitslosenquote liegt nun saisonbereinigt knapp unter 5 %. Die Inflationsrate, die zu Beginn dieses Jahres mit wieder gesunkenen Ölpreisen deutlich unter die 2-Prozent-Marke gefallen war, zog mit dem Schwenk bei den Ölpreisen wieder auf 2 % an. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Anstiegsrate der Verbraucherpreise im April 1,7 % betragen.

Die Konjunkturperspektiven für die nächsten Monate sind durch verschiedene Faktoren etwas eingetrübt. Die Industrie schwächelt im Moment; Produktion und Auftragslage dort sind gedrückt. Überdies halten eine Reihe politischer Unsicherheiten an. Belastend für die deutsche Wirtschaft wirken vor allem verschiedene Einflüsse von außen. Die Brexit-Frage ist nach wie vor ungeklärt. Ebenso droht weiterhin die Möglichkeit von US-Strafzöllen, die insbesondere die deutsche Autoindustrie treffen würden. Die jüngste Iran-Krise verunsichert zudem die Ölmärkte, trifft überdies auch die deutschen Exporteure. Das alles hat Auswirkungen auf das Businessklima. Die binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben für sich gesehen jedoch weiterhin relativ günstig. Bei weiter zunehmender Beschäftigung und realen Lohnzuwächsen sowie deutlichen Rentenerhöhungen steigt so die Kaufkraft und damit auch die Konsumnachfrage. Überdies scheint sich die Lage in der Autoindustrie zu stabilisieren, die mit für die Schwäche in der zweiten Jahreshälfte vergangenen Jahres ausschlaggebend war.

Unter der Bedingung, dass die außenwirtschaftspolitischen Unsicherheiten begrenzt werden können, werden weiterhin die insgesamt günstigen binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die weitere Wirtschaftsentwicklung dominieren. Der zu Jahresbeginn wieder aufgenommene moderate Wachstumspfad könnte sich dann tendenziell fortsetzen, auch wenn die Dynamik zunächst noch mal etwas nachlassen könnte, da das erste Quartal durch das milde Winterwetter wohl etwas überzeichnet war. Zum Jahresende hin dürfte sich die Konjunkturdynamik aber wieder leicht verstärken, insbesondere wenn von außenwirtschaftlicher Seite wieder mehr Impulse kommen. Ein Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts im Laufe dieses Jahres nur wenig unterhalb des Potenzialpfades von 1 ½ Prozent wäre dann möglich. Im Jahresdurchschnitt würde die deutsche Wirtschaft 2019 dann um knapp 1 % wachsen. Dieses auf den ersten Blick relativ schwache Wachstum resultiert vor allem aus der ungünstigen Ausgangsposition infolge der Wirtschaftsschwäche im zweiten Halbjahr 2018 (sog. Überhang). Die Lage am Arbeitsmarkt würde sich weiter verbessern, die Arbeitslosenquote deutlich unter 5 % sinken. Die Inflationsrate der Verbraucherpreise wird bei Beruhigung der Ölpreisentwicklung im Durchschnitt des Jahres etwa 1 3/4 % betragen.

Ohne neue Belastungen könnte sich der moderate Konjunkturanstieg im Jahr 2020 fortsetzen und Richtung Potenzialpfad zurückkehren. Hauptantriebskraft bliebe die Binnenwirtschaft, die Außenwirtschaft würde aber wieder mit zum Wachstum beitragen. Da das Kalenderjahr 2020 fast vier Arbeitstage mehr hat als 2019, würde die deutsche Wirtschaft unbereinigt um diesen Effekt (der rechnerisch knapp 0,4 % Wirtschaftsleistung ausmacht) sogar um 1,7 % wachsen. Die Arbeitsmarktsituation würde sich weiter verbessern. Der Preisauftrieb dürfte sich aufgrund der erhöhten Lohnstückkosten etwas verstärken; die Anstiegsrate der Verbraucherpreise dürfte im Jahresdurchschnitt bei 2 % liegen.

In dieser Prognose wurde davon ausgegangen, dass die aktuellen außenwirtschaftspolitischen Risiken, speziell Brexit und US-Strafzölle, begrenzt bleiben. Würden diese virulent, würde sich das nicht nur auf die Exportwirtschaft auswirken, sondern auch die Stimmung in der Binnenwirtschaft belasten. Eine Beeinträchtigung der Exporte würde zu zurückhaltenderen Dispositionen bei Unternehmensinvestitionen und Beschäftigung und damit auch zu einem geringeren Anstieg der Einkommen und des privaten Konsums und anderer Ausgaben führen. Wie stark die Dämpfung der Konjunktur ausfiele, hinge von der jeweiligen Konstellation der Ereignisse ab. Im ungünstigsten Fall wäre eine rezessive Entwicklung nicht auszuschließen; die Wahrscheinlichkeit dafür ist im Moment aber gering.

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Großhandelsumsatz im 1. Quartal 2019 real um 2,5 % höher

Die Großhandelsunternehmen in Deutschland setzten im ersten Quartal 2019 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes real (preisbereinigt) 2,5 % und nominal (nicht preisbereinigt) 4,0 % mehr um als im ersten Quartal 2018.

Großhandelsumsatz im 1. Quartal 2019 real um 2,5 % höher

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 05.06.2019

Die Großhandelsunternehmen in Deutschland setzten im ersten Quartal 2019 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes real (preisbereinigt) 2,5 % und nominal (nicht preisbereinigt) 4,0 % mehr um als im ersten Quartal 2018.

Im Großhandel mit Rohstoffen, Halbwaren und Maschinen (Produktionsverbindungshandel), der ein Indikator für die Industrieproduktion und den Export ist, war der Umsatz im ersten Quartal 2019 real um 2,1 % und nominal um 3,8 % höher als im Vorjahresquartal.

Der Großhandel mit Konsumgütern (Konsumtionsverbindungshandel) setzte real 2,5 % und nominal 3,5 % mehr um als im ersten Quartal 2018.

Im Monat März 2019 setzte der Großhandel real 0,1 % und nominal 1,8 % mehr um als im entsprechenden Vorjahresmonat.

Kalender- und saisonbereinigt fiel der Umsatz im März 2019 real 0,9 % und nominal 0,8 % niedriger aus als im Vormonat.

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Viel Schatten, aber auch ein wenig Licht im mittelständischen Geschäftsklima

Das Geschäftsklima der kleinen und mittelständischen Unternehmen lässt im Mai weiter nach. Der zentrale Indikator des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers sinkt um 1,8 Zähler auf 5,9 Punkte.

Viel Schatten, aber auch ein wenig Licht im mittelständischen Geschäftsklima

KfW, Pressemitteilung vom 04.06.2019

  • Mittelstand beurteilt Lage schlechter, Erwartungen stabilisieren sich
  • Geschäftsklima in der Industrie im Abwärtstrend, Dienstleister zeigen sich zunehmend besorgt, Bau-Boom hält an
  • Stabilisierung der Geschäftserwartungen macht Hoffnung auf Bodenbildung

Das Geschäftsklima der kleinen und mittelständischen Unternehmen lässt im Mai weiter nach. Der zentrale Indikator des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers sinkt um 1,8 Zähler auf 5,9 Punkte. Die Unternehmen beurteilen vor allem ihre Lage deutlich schlechter, der entsprechende Indikator sinkt gegenüber dem Vormonat um 4,4 Zähler auf 17,4 Punkte. Die Geschäftserwartungen verbessern sich minimal um 0,4 Zähler. Das Niveau bleibt mit -4,8 Saldenpunkten aber unterdurchschnittlich. Zumindest zeichnet sich hier seit Februar eine Stabilisierungstendenz ab.

Bei den Großunternehmen geht das Geschäftsklima mit 2,6 Zählern noch deutlicher nach unten als bei den Mittelständlern. Der Indikator liegt mit -5,0 Saldenpunkten inzwischen recht deutlich unter der Nulllinie, die den langfristigen Durchschnitt anzeigt. Vor allem ihre Geschäftslage schätzen die Großunternehmen bereits seit längerem deutlich schlechter ein als die kleinen und mittleren Unternehmen. Mit einem erneuten Absturz um 6,8 Zähler wächst der Abstand zwischen beiden Unternehmensgruppen weiter. Die insgesamt pessimistischen Geschäftserwartungen der Großunternehmen stabilisieren sich dagegen etwas und liegen nach einem Plus von 1,1 Zählern jetzt bei -9,6 Saldenpunkten Besonders ausgeprägt ist der Pessimismus bei den großen Industrieunternehmen, die den stockenden Welthandel zu spüren bekommen: ihre Lageeinschätzung sinkt um 10 Zähler auf -15,2 Saldenpunkte. Ausgehend von diesem niedrigen Niveau steigen die Geschäftserwartungen zwar um 5,6 Zähler, bleiben aber mit -12,6 Punkten per Saldo sehr pessimistisch.

Deutlich verschlechtert hat sich im Mai auch das Geschäftsklima der großen Dienstleistungsunternehmen. Es sinkt um 8,2 Zähler auf 0,1 Saldenpunkte und erreicht damit noch ein durchschnittliches Niveau. Zum Großteil dürfte die negative Entwicklung von unternehmensnahen Dienstleistern wie etwa Unternehmensberatungen ausgehen, deren Geschäfte stark vom Wohl und Wehe der Industrie abhängen.

Einen Lichtblick geben die fast vollständig binnenorientierten Wirtschaftsbereiche: Sowohl im Bauhauptgewerbe als auch im Einzelhandel legt das Geschäftsklima in beiden Größenklassen zu. Angesichts eines auch wetterbedingt starken Wachstums im ersten Quartal ist vor allem der erneute Stimmungsschub im Baugewerbe bemerkenswert.

„Der Treiber der Konjunktur war zu Jahresbeginn die Binnennachfrage, die vor allem im Bau und dem Einzelhandel ankommt. Angesichts der Ergebnisse des aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometers ist zu erwarten, dass sie auch im zweiten Quartal nicht abreißt. Deutlich schwieriger dürfte es für die exportorientierte Industrie und den damit verbundenen Dienstleistungsbranchen werden, die eine verschlechterte Stimmung melden. Angesichts rückläufiger Beschäftigungserwartungen unter den Großunternehmen bleibt zu hoffen, dass die Flaute in der Industrie nicht auch noch andere Wirtschaftsbereiche nach unten zieht. Noch sind die Beschäftigungserwartungen aber per Saldo positiv. Insbesondere der Mittelstand dürfte mit relativ stabilen Beschäftigungsplänen als Stabilitätsanker dienen.“, sagt KfW-Ökonom Philipp Scheuermeyer.

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Gründungstätigkeit in Deutschland stoppt Talfahrt – Trendumkehr jedoch fraglich

Gestützt durch die gute Binnenkonjunktur hat sich die seit Jahren rückläufige Gründungstätigkeit in Deutschland 2018 stabilisiert: Mit 547.000 Existenzgründungen wagten kaum weniger Personen den Schritt in die Selbständigkeit als im Vorjahr (-10.000 bzw. -2 %). Die Gründerquote (Gründer pro 100 Erwerbsfähige) liegt kaum verändert bei 1,06 % und hält sich somit weiterhin knapp oberhalb der 1 %-Marke, wie der aktuelle KfW-Gründungsmonitor zeigt.

Gründungstätigkeit in Deutschland stoppt Talfahrt – Trendumkehr jedoch fraglich

KfW, Pressemitteilung vom 30.05.2019

  • 547.000 Personen machten sich 2018 selbständig, Gründerquote stabil bei 1,06 %
  • Neugründungen dominieren, Übernahmen legen zu
  • Beschäftigungsbeitrag durch Gründungen steigt auf 219.000 Vollzeitstellen
  • Im Länderranking Berlin weiter auf Platz 1, Brandenburg stößt in Top 3 vor

Gestützt durch die gute Binnenkonjunktur hat sich die seit Jahren rückläufige Gründungstätigkeit in Deutschland 2018 stabilisiert: Mit 547.000 Existenzgründungen wagten kaum weniger Personen den Schritt in die Selbständigkeit als im Vorjahr (-10.000 bzw. -2 %). Die Gründerquote (Gründer pro 100 Erwerbsfähige) liegt kaum verändert bei 1,06 % und hält sich somit weiterhin knapp oberhalb der 1 %-Marke, wie der aktuelle KfW-Gründungsmonitor zeigt.

„Die gute Konjunktur hat der Gründungstätigkeit im vergangenen Jahr positive Impulse gegeben und die negativen Effekte der weiterhin hervorragenden Lage am Arbeitsmarkt abgebremst. Die Zahl der Gründer konnte sich so stabilisieren“, sagt Dr. Georg Metzger, Gründungsexperte bei KfW Research. „Kurzfristig ist eine Trendwende hin zu wieder steigenden Gründerzahlen aber fraglich. Zwar sehen wir im KfW-Gründungsmonitor wieder mehr Personen, die eine Gründung ernsthaft planen – was ein gutes Omen ist. Die Prognosen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung senden in Summe aber ein negatives Signal. Welchen Kurs die Gründungstätigkeit 2019 nimmt ist daher ungewiss.“

Neugründungen dominieren die Gründungstätigkeit seit jeher. Im Jahr 2018 waren es so viele wie nie:

8 von 10 Existenzgründern machten sich selbständig, indem sie unternehmerische Strukturen erstmalig aufbauten. Aber auch bei Existenzgründungen durch Übernahmen bestehender Unternehmen gibt es seit einiger Zeit eine positive Entwicklung: Ihr Anteil ist sukzessive gestiegen und lag 2018 bei 13 % (Vorjahr: 10 %). „Angesichts der hohen Zahl an Mittelständlern, bei denen in absehbarer Zeit eine Nachfolge ansteht, ist das eine gute Nachricht“, sagt Metzger, „denn für sie wird die Nachfolgesuche leichter.“

In der Rangliste der Gründungstätigkeit nach Bundesländern bleibt Berlin souverän an der Spitze. Dort haben im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2018 von 10.000 Erwerbsfähigen jährlich 193 Personen eine selbständige Tätigkeit begonnen. Hamburg liegt mit 146 Gründern auf Platz zwei. Neu in der Spitzengruppe ist im Jahr 2018 das Land Brandenburg, das seine positive Entwicklung fortsetzt und mit 134 Gründern je 10.000 Erwerbsfähigen Platz drei erobert. Vermutlich profitiert Brandenburg hierbei von der überdurchschnittlichen Gründungstätigkeit in Berlin, die in die Peripherie der Hauptstadt ausstrahlt. Auf den Plätzen vier und fünf liegen nach wie vor Bayern und Nordrhein-Westfalen, mit 126 und 118 Gründern je 10.000 Erwerbsfähige.

Weitere zentrale Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors 2019:

  • Der Anteil von Gründern mit Mitarbeitern ist von 21 % im Jahr 2017 auf 26 % im Jahr 2018 gestiegen. Im Vollerwerb legte er von 36 % auf 42 % zu, im Nebenerwerb von 9 % auf 13 %. Existenzgründer, die sich durch Übernahmen oder tätige Beteiligungen selbständig machen, haben besonders häufig Mitarbeiter, weil bei den bestehenden Unternehmen oft schon zuvor Mitarbeitern angestellt sind: 2018 war der Anteil mit 63 % außergewöhnlich hoch. Bei Neugründern hatten 19 % Mitarbeiter, sie haben 2018 somit 219.000 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze geschaffen. Inklusive der eigenen Stellen der Neugründer betrug der Beschäftigungseffekt im vergangenen Jahr 481.000 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze.
  • Nachdem der Anteil von Frauen an allen Gründungen unerwartet zwei Jahre in Folge verlor, kletterte er 2018 wieder auf 40 % (2017: 37 %). Die Zahl der Existenzgründungen durch Frauen stieg auf 216.000. Dagegen ging es bei der Gründungstätigkeit von Männern weiter leicht bergab. Im Jahr 2018 haben 331.000 Männer eine Existenzgründung realisiert, das sind 5 % weniger als im Jahr davor. Ein Blick auf die Motivlage zeigt, dass für Frauen Unabhängigkeit eine große Rolle spielt: Rund die Hälfte nennt dies als wichtigstes Motiv, bei Vollerwerbsgründungen sogar knapp zwei Drittel. Frauen sehen die Selbständigkeit hinsichtlich ihrer Anforderungen an Unabhängigkeit offenbar häufig als die bessere Alternative an – insbesondere wenn es um eine Vollerwerbstätigkeit geht oder minderjährige Kinder zu versorgen sind (‚Mompreneurs‘).
  • Die Mehrheit der Existenzgründer setzt für die Realisierung ihrer Gründung Finanzmittel ein (2018: 67 %). Dabei griffen 2018 mit 44 % mehr Gründer als im Vorjahr ausschließlich auf eigene Mittel zurück (2017: 39 %). Knapp ein Viertel der Gründer (23 %) mobilisierte externe Mittel von dritten Kapitalgebern. Davon waren 14 % Mikrofinanzierungen (höchstens 25.000 Euro externes Kapital) und 9 % Makrofinanzierungen (mehr als 25.000 Euro externes Kapital). Bei Mikrofinanzierungen sind meist Familie und Freunde Kapitalgeber, bei Makrofinanzierungen dagegen eher Kreditinstitute.
  • Der Anteil von Gründern mit Finanzierungsschwierigkeiten ist 2018 auf 17 % gestiegen (2017: 14 %). Bei Gründungsplanern, die ihr Vorhaben wieder aufgegeben haben, hatten sogar 57 % Finanzierungsschwierigkeiten (2017: 52 %). Die Barrierewirkung von Finanzierungsschwierigkeiten ist folglich etwas stärker geworden: Finanzierungsprobleme bringen geplante Gründungsvorhaben bereits vor der Realisierung am häufigsten aller Gründungshemmnisse zum Scheitern.

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Logistik muss Digitalisierung weiter beschleunigen

Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen, die Waren transportieren, sehen zahleiche Vorteile digitaler Anwendungen in der Logistik und viele nutzen diese bereits in der Praxis. Aber nur eine Minderheit setzt heute schon lt. Bitkom auf neueste Technologien wie 3D-Druck, Blockchain oder KI.

Logistik muss Digitalisierung weiter beschleunigen

Bitkom, Pressemitteilung vom 03.06.2019

  • 4 von 5 Unternehmen, die Waren transportieren, sehen Digitalisierung als größte Herausforderung in der Logistik
  • Große Mehrheit sieht Chancen der Digitalisierung – aber nur eine Minderheit setzt bereits auf Künstliche Intelligenz, Blockchain oder 3D-Druck
  • Arbeitsplatzangebot für qualifizierte Fachkräfte soll steigen

Ob Routenplanung mit Künstlicher Intelligenz, Warentransport mit autonomen Lkw und Drohnen oder Blockchain für eine transparente Lieferkette: Digitale Technologien verändern derzeit die Logistik. Die Digitalisierung gilt den Unternehmen dabei als eine der größten Herausforderungen. Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen, die Waren transportieren, sehen dabei zahleiche Vorteile digitaler Anwendungen in der Logistik und viele nutzen diese bereits in der Praxis. Aber nur eine Minderheit setzt heute schon auf neueste Technologien wie 3D-Druck, Blockchain oder KI. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 500 Unternehmen mit Logistikprozessen im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom. Demnach sagen 4 von 5 dieser Unternehmen (79 Prozent), dass sie die Digitalisierung der Logistik vor Herausforderungen stellt, vor zwei Jahren waren es 74 Prozent. Nur Mautgebühren (80 Prozent) sowie Treibstoff- und Energiepreise (91 Prozent) werden häufiger als Herausforderungen genannt. Die Digitalisierung liegt damit vor hohen Personalkosten (72 Prozent) und fehlenden Fachkräften (70 Prozent) und wird auch deutlich häufiger genannt als Standortnachteile gegenüber ausländischen Wettbewerbern (45 Prozent). „Die Digitalisierung bietet enorme Chancen für die Logistik“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Ein effizienter Transport von Rohstoffen, Bauteilen und Waren ist gleichermaßen betriebswirtschaftlich sinnvoll wie volkswirtschaftlich und ökologisch notwendig. Die Digitalisierung hilft den CO2-Ausstoß in der Logistik zu senken und das Klima zu schützen.“

Eine große Mehrheit sieht viele praktische Vorteile digitaler Technologien beim Warentransport: Beschleunigung des Transports (92 Prozent), langfristig sinkende Logistikkosten (85 Prozent) und weniger anfällige Transportketten (79 Prozent). Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) sind zudem überzeugt, dass digitale Technologien einen umweltschonenden Transport ermöglichen (69 Prozent) – das ist eine deutliche Zunahme zu 2017 mit 58 Prozent. Dagegen sagen nur 14 Prozent, digitale Technologien lohnen sich allein für größere Unternehmen und kein Unternehmen gibt an, digitale Technologien seien überflüssig.

Das Lager ist bereits heute digital

Schon heute setzen viele Unternehmen mit Logistikprozessen vor allem im Lager auf digitale Technologien. So nutzen 4 von 5 Unternehmen mit Logistikprozessen (80 Prozent) Warehouse Management Systeme oder planen aktuell den Einsatz, drei Viertel (72 Prozent) setzen Sensortechnologien wie RFID-Chips ein oder haben das vor, etwa um schnell eine Inventur durchführen zu können. Jedes zweite Unternehmen hat elektronische Frachtbegleitdokumente (54 Prozent) oder Tablet Computer und Smartphones (53 Prozent) statt Zettel und Klemmbrett im Lager eingeführt oder plant dies. Und rund jedes dritte Unternehmen hat bereits fahrerlose Staplersysteme (38 Prozent), Geräte mit Augmented Reality (35 Prozent) oder Lagerroboter (30 Prozent) im Einsatz oder in Planung. „Vor allem Technologien, die schon einige Jahre auf dem Markt sind, sind in den Lagerhallen im Praxiseinsatz“, so Rohleder. „Wir sehen derzeit unter anderem ein sehr großes Interesse an elektronischen Frachtbegleitdokumenten. Hier bremsen nicht die Unternehmen, es bremst die Politik. Der Gesetzgeber zwingt die Logistiker, immer kiloschwere Aktenordner mit Papierformularen mitzuführen. Frachtpapiere gehören abgeschafft und durch den elektronischen Frachtbrief ersetzt.“

Digitale Plattformen und Künstliche Intelligenz werden Logistik in zehn Jahren prägen

Die große Mehrheit der Logistiker ist sich sicher: Die Digitalisierung wird den Warentransport in den kommenden Jahren grundlegend verändern. So erwarten 7 von 10 (71 Prozent), dass bis 2030 Künstliche Intelligenz viele Aufgaben übernehmen wird, etwa die Planung von Routen. 6 von 10 (59 Prozent) sind überzeugt, dass Waren mit autonomen Lieferwagen zwischen Unternehmen transportiert werden und 4 von 10 (42 Prozent) gehen davon aus, dass die Waren mit autonomen Drohnen bis zum Endkunden geliefert werden. Drei Viertel (76 Prozent) sagen, dass Plattformanbieter in zehn Jahren bedeutende Player in der Logistikbranche sein werden, vor einem Jahr lag der Anteil mit 66 Prozent noch deutlich darunter. Dennoch sagt jeder Dritte (32 Prozent), dass digitale Plattformen für das eigene Unternehmen aktuell kein Thema sind. Jeder Vierte (23 Prozent) gibt an, dass Plattformen gerade erst diskutiert werden. Immerhin jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) plant, selbst eine digitale Plattform anzubieten oder zu nutzen und jedes vierte (23 Prozent) hat diesen Schritt bereits hinter sich. Rohleder: „Digitale Plattformen sind der große Game-Changer in der Logistik. Deutsche Unternehmen sollten die Chance ergreifen und nicht nur als Nutzer sondern ebenso als Anbieter von Plattformen aktiv werden.“

Nur 6 Prozent nutzen KI, 4 Prozent Blockchain

Doch trotz der weit verbreiteten Erkenntnis, welche bedeutende Rolle gerade neuere digitale Technologien haben, sind die Unternehmen in der Praxis aktuell noch eher zurückhaltend. So setzt gerade einmal jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) Datenanalysen ein, nur etwas mehr (21 Prozent) plant dies aktuell. Lediglich jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent) nutzt Software für vorausschauende Wartung, 15 Prozent planen dies. Und ebenfalls nur 10 Prozent nutzen 3D-Druck, 8 Prozent sind derzeit in der Planungsphase. Eine kleine Minderheit von 6 Prozent nutzt Künstliche Intelligenz, kaum mehr (8 Prozent) planen dies. Blockchain ist sogar nur bei 4 Prozent im Einsatz, weitere 3 Prozent wollen die Technologie einsetzen. Und auf Drohnen setzen aktuell 2 Prozent, 4 Prozent wollen dies bald tun. „Künstliche Intelligenz und Blockchain haben das Potenzial, die Logistik nicht nur effizienter zu machen, sondern komplett zu verändern“, sagte Rohleder.

Datenschutz und Investitionskosten behindern Technologie-Einsatz

Dabei werden die Unternehmen vor allem durch hohe Kosten vom Einsatz digitaler Anwendungen in der Logistik abgeschreckt. So sagen 3 von 5 (62 Prozent), Kosten für den Datenschutz seien der größte Nachteil digitaler Lösungen. Rund jeder Zweite beklagt allgemein hohe Investitionskosten (53 Prozent) und die Gefahr der Spionage, etwa von Betriebsdaten (47 Prozent). Rund jeder Vierte sieht einen Nachteil in einem möglichen Verlust von Arbeitsplätzen (27 Prozent) und dem steigenden Bedarf an höher qualifizierten Fachkräften (26 Prozent). Rohleder: „Deutsche Logistikunternehmen sind nicht nur international führend, die Logistik ist auch ein bedeutender Arbeitgeber. Die Arbeit wird sich in den kommenden Jahren stark verändern.“

Beschäftigte in der Logistik benötigen künftig vor allem Digitalkompetenz

So sind zwei Drittel der Unternehmen (67 Prozent) überzeugt, dass Beschäftigte in der Logistik künftig weniger einfache Tätigkeiten verrichten, aber dafür mehr Entscheidungen treffen werden. Und jeder Zweite (54 Prozent) sagt, dass Roboter und andere technische Hilfsmittel den Großteil der körperlichen Arbeit übernehmen werden. Drei Viertel (72 Prozent) sind sicher, dass die Logistik auch in zehn Jahren ein attraktiver Arbeitgeber für Berufseinsteiger ist. Mit Blick auf die Anzahl der Arbeitsplätze in der Logistik sagen 7 von 10 Unternehmen (70 Prozent), dass es in zehn Jahren in ihrem Unternehmen weniger Logistik-Jobs mit unterstützender Tätigkeit geben wird, nur 8 Prozent rechnen hier mit einem Anstieg. Gleichzeitig sagen aber sogar 8 von 10 Unternehmen (80 Prozent), dass die Anzahl der Arbeitsplätze für Fachkräfte mit einer entsprechenden Ausbildung steigen wird, gerade einmal 1 Prozent erwartet hier einen Rückgang. Rohleder: „Wenn wir über Arbeit 4.0 in der Logistik sprechen, dann sprechen wir vor allem über Qualifizierung. Hier ist neben der Aus- vor allem die Weiterbildung gefordert. Sie muss Digitalkompetenz vermitteln.“

Eine breite Mehrheit von drei Viertel (74 Prozent) der Unternehmen, die Waren transportieren, ist sicher, dass Digitalkompetenz für Beschäftigte in der Logistik stark an Bedeutung gewinnen wird. Und sogar fast alle (95 Prozent) sagen, dass Unternehmen ihre Logistik-Mitarbeiter in Digitalisierungsfragen intensiver weiterbilden müssen. In der Praxis ist diese Erkenntnis allerdings noch nicht überall angekommen. Nicht einmal jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) vermittelt allen Mitarbeitern oder zumindest einem Großteil der Mitarbeiter gezielt Digitalkompetenz, in weiteren 44 Prozent der Unternehmen wird Digitalkompetenz aber an einzelne Mitarbeiter vermittelt. Demgegenüber ist die Vermittlung von Digitalkompetenz in jedem siebten Unternehmen (14 Prozent) kein Thema, weitere 16 Prozent tun zwar noch nichts, denken aber zumindest darüber nach.

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Neuer Bitkom-ifo-Digitalindex zeigt sehr gutes Geschäftsklima der Branche

In der digitalen Wirtschaft laufen die Geschäfte derzeit prächtig. Trotz allgemeiner Konjunkturrisiken beurteilen die Unternehmen der IT- und Telekommunikation (ITK) die Geschäftslage aktuell als sehr gut. Für die kommenden Monate sind die Erwartungen aber weniger optimistisch. Das sind die zentralen Ergebnisse des neuen Bitkom-ifo-Digitalindex.

Neuer Bitkom-ifo-Digitalindex zeigt sehr gutes Geschäftsklima der Branche

Bitkom, Pressemitteilung vom 04.06.2019

  • Positive Lage bei den Firmen der IT und Telekommunikation, aber weniger Optimismus für die kommenden Monate
  • Bitkom und ifo stellen erstmals Index zur Konjunktur der Schlüsselbranche vor

In der digitalen Wirtschaft laufen die Geschäfte derzeit prächtig. Trotz allgemeiner Konjunkturrisiken beurteilen die Unternehmen der IT- und Telekommunikation (ITK) die Geschäftslage aktuell als sehr gut. Für die kommenden Monate sind die Erwartungen aber weniger optimistisch. Das sind die zentralen Ergebnisse des neuen Bitkom-ifo-Digitalindex, die der Digitalverband Bitkom und das ifo Institut am 04.06.2019 gemeinsam in Berlin vorgestellt haben. Der Index stieg von April auf Mai um 2,2 Punkte auf 27,0 Punkte. Er errechnet sich aus Geschäftslage und Geschäftserwartungen der ITK-Branche.

Die auch zuvor bereits sehr gute Geschäftslage verbesserte sich um 2,8 auf 46,7 Punkte. Bei den Erwartungen für die kommenden Monate gibt es zwar einen Anstieg um 1,7 auf 8,8 Punkte. Das ist aber einer der niedrigsten seit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009. Die Erwartungen für die Entwicklung von Beschäftigung (32,0 Punkte) und Preisen (11,4 Punkte) liegen jeweils nahe am langjährigen Maximalwert.

„Wir freuen uns, mit dem Bitkom-ifo-Digitalindex erstmals einen maßgeblichen Indikator für das Geschäftsklima in der IT- und Telekommunikationsbranche vorzustellen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Aktuell wird viel über Konjunkturrisiken wie den Handelskonflikt zwischen den USA und China, den Brexit und die Umwälzungen in der Automobilindustrie und bei Banken diskutiert. Trotz allem ist die Geschäftslage in der Digitalbranche weiterhin sehr gut. Auffällig ist, dass die Unternehmen seit einigen Monaten vorsichtiger in die Zukunft schauen. Derzeit gilt: Die Lage ist besser als die Stimmung.“

Zum erstmals aufgelegten Branchenindikator sagt ifo-Präsident Clemens Fuest: „Der neue Index setzt sich zusammen aus 400 Herstellern, Händlern und Service-Firmen. IT-Dienstleister gehen zu 60,5 Prozent ein, Dienstleister der Telekommunikation zu 9,8 Prozent, der Einzelhandel mit Geräten zu 8,4 Prozent, die Hersteller von elektronischen Bauelementen mit 6,5 Prozent und so weiter. Mit dem Digitalindex erfassen wir eine Branche, die für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft eine Schlüsselrolle spielt.“

Die Geschäftslage bewegt sich seit Januar 2017 auf ununterbrochen hohem Niveau oberhalb der 40-Punkte-Marke und erreichte im Oktober 2018 ihr Allzeit-Hoch (52,7 Punkte). Dagegen gehen die Erwartungen etwa seit der Jahresmitte 2017 im Durchschnitt zurück. Dementsprechend ist der Digitalindex seit Juli 2017 (38,2 Punkte) um 11,2 Punkte gesunken. Die Zeitreihen des Digitalindex reichen bis 2006 zurück.

Im langjährigen Vergleich zum ifo Geschäftsklima für die deutsche Gesamtwirtschaft erreicht der Bitkom-ifo-Digitalindex durchgehend ein deutlich höheres Niveau. Unternehmen der ITK-Branche schätzen ihre jeweilige Lage konstant besser ein als die Gesamtwirtschaft. Die grundsätzliche Entwicklung von ifo Geschäftsklima und Bitkom-ifo-Digitalindex ähnelt sich zumeist. So entwickelten sich Bitkom-ifo-Digitalindex und ifo Geschäftsklima seit 2006 bei zwei von drei der monatlichen Messungen (65 Prozent) in die gleiche Richtung. Im Mai 2019 aber sank das ifo Geschäftsklima um 2,9 auf 14,1 Punkte und entwickelte sich damit gegenläufig zum Bitkom-ifo-Digitalindex. Hintergrund ist, dass die meisten Branchen durch die allgemeinen Konjunkturrisiken deutlich stärker unter Druck gesetzt werden als die ITK-Branche.

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Verbraucherpreise im Mai 2019 voraussichtlich um 1,4 % höher als im Mai 2018

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Mai 2019 voraussichtlich 1,4 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber April 2019 voraussichtlich um 0,2 %.

Verbraucherpreise im Mai 2019 voraussichtlich um 1,4 % höher als im Mai 2018

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 31.05.2019

Verbraucherpreisindex, Mai 2019

  • +1,4 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • +0,2 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Mai 2019

  • +1,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • +0,3 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen am Verbraucherpreisindex – wird im Mai 2019 voraussichtlich 1,4 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber April 2019 voraussichtlich um 0,2 %.

Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland hat sich im Mai 2019 im Vorjahresvergleich voraussichtlich um 1,3 % erhöht, gegenüber April 2019 steigt er voraussichtlich um 0,3 %.

Die endgültigen Ergebnisse für Mai 2019 werden am 13. Juni 2019 veröffentlicht.

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Startups loben Kooperationen mit Mittelstand und Konzernen

Die große Mehrheit der deutschen Startups arbeitet lt. Bitkom mit etablierten Unternehmen zusammen – und bewertet die Kooperation unter dem Strich als positiv. 4 von 5 Startups (79 Prozent) kooperieren auf die eine oder andere Art mit Mittelständlern oder Konzernen.

Startups loben Kooperationen mit Mittelstand und Konzernen

Bitkom, Pressemitteilung vom 31.05.2019

  • 4 von 5 Startups arbeiten mit etablierten Unternehmen zusammen
  • Große Mehrheit bewertet die Zusammenarbeit positiv – aber jeder Vierte beklagt Arroganz der Etablierten
  • Am häufigsten werden gemeinsam neue Produkte oder Dienstleistungen entwickelt

Die große Mehrheit der deutschen Startups arbeitet mit etablierten Unternehmen zusammen – und bewertet die Kooperation unter dem Strich als positiv. 4 von 5 Startups (79 Prozent) kooperieren auf die eine oder andere Art mit Mittelständlern oder Konzernen. So geben 3 von 5 Startups (60 Prozent) an, dass sie gemeinsam mit etablierten Unternehmen neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln, rund jedes zweite (46 Prozent) kooperiert auf andere Art und Weise, etwa bei Gründerwettbewerben. Und 17 Prozent sagen, dass Unternehmen finanziell an dem Startup beteiligt sind. 16 Prozent der Startups arbeiten allerdings gar nicht mit etablierten Unternehmen zusammen. Das ist das Ergebnis einer Befragung von mehr als 300 Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Die Kooperation zwischen Startups und Mittelständlern sowie Großunternehmen ist nicht nur die beste Startup-Förderung, sie bringt auch die Digitalisierung in Deutschland voran“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Wir sehen, dass etablierte deutsche Unternehmen derzeit noch auf den Weltmärkten führend sind, sich aber schwer tun mit dem Einsatz neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Blockchain. In diesen Bereichen haben viele Startups ihre Expertise, dafür fehlt ihnen häufig der Marktzugang. Von einer Zusammenarbeit profitieren beide Seiten und die gesamte Wirtschaft.“

Startups beklagen fehlendes Interesse etablierter Unternehmen

Startups, die nicht mit etablierten Unternehmen zusammenarbeiten, geben dafür als häufigsten Grund an, dass die Etablierten kein Interesse an einer solchen Zusammenarbeit hätten (38 Prozent). Nur etwas weniger Startups (34 Prozent) sagen, dass sie auf Kooperationen verzichten, weil sie selbst unabhängig bleiben wollen. Ebenfalls häufige Gründe sind ein fehlendes konkretes Projekt (30 Prozent), fehlender Kontakt zu etablierten Unternehmen (28 Prozent) und dass ein Startup keinen Mehrwert in einer Kooperation sieht (24 Prozent). Nur selten wird genannt, dass es dafür kein Budget gebe (8 Prozent) oder die Zeit fehle (8 Prozent).

Kooperationen bringen neue Kunden, bessere Produkte und mehr Know-how

Startups, die mit etablierten Unternehmen kooperieren, sind damit überwiegend zufrieden. So sagen 4 von 5 (81 Prozent), dass die Erfahrungen der Zusammenarbeit insgesamt positiv sind. Darüber hinaus geben 3 von 5 (60 Prozent) an, dass neue Kunden gewonnen oder Märkte erschlossen werden konnten. Rund jedes Zweite (52 Prozent) hat das eigene Produkt verbessert. Jeweils 2 von 5 Startups betonen, dass die Partner sich aufgrund unterschiedlicher Stärken und Schwächen sehr gut ergänzt haben (43 Prozent) und dass das Startup seine fachliche und technologische Expertise verbessern konnte (37 Prozent). Allerdings wird auch deutliche Kritik geäußert. So beklagt jedes zweite Startup, das mit Etablierten kooperiert (53 Prozent), dass die Prozesse bei den Partnern viel zu langsam und aufwändig waren. 3 von 10 Startups (29 Prozent) sind der Meinung, dass die etablierten Unternehmen von der Kooperation mehr profitiert hätten als sie selbst. Und fast jedes vierte Startup (23 Prozent) hat die etablierten Unternehmen als arrogant gegenüber Startups empfunden.

Managern fehlt häufig die Zeit für Startups

Startups stehen damit einer Zusammenarbeit deutlich aufgeschlossener gegenüber als umgekehrt die etablierten Unternehmen. So haben in einer Bitkom-Befragung im Frühjahr zwei Drittel (67 Prozent) der Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern angegeben, nicht mit Startups zu kooperieren. Jedes Zweite von ihnen (53 Prozent) nannte als Grund fehlende Zeit, ähnlich viele hatten dafür kein geeignetes Projekt (56 Prozent) oder sahen in einer Kooperation keinen Mehrwert (59 Prozent). Kein Budget für eine solche Kooperation nannte jedes Vierte (24 Prozent). Hauptgrund für fehlende Kooperationen war aus Sicht der etablierten Unternehmen schlicht der fehlende Kontakt zu Startups (73 Prozent).

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Deutsche Wirtschaft legt trotz Auftragsflaute weiter zu

Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin verharrt im Mai mit 99 Punkten unterhalb der 100-Punkte-Linie, die für einen durchschnittlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung steht. Im laufenden Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft um etwa ein viertel Prozent im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten zulegen.

Deutsche Wirtschaft legt trotz Auftragsflaute weiter zu

DIW Berlin, Pressemitteilung vom 29.05.2019

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) verharrt im Mai mit 99 Punkten unterhalb der 100-Punkte-Linie, die für einen durchschnittlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung steht. Im laufenden Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft um etwa ein viertel Prozent im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten zulegen. „Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wächst derzeit weniger stark als im langfristigen Mittel, nach dem kräftigen Jahresauftakt ist das Tempo aber nach wie vor ordentlich“, so DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Vor allem der Konsum und die Investitionen im Land stützen derzeit die Konjunktur.“

Allerdings schwelen nach wie vor der Handelsstreit zwischen den USA und China, der bereits die chinesische Wirtschaft in Mitleidenschaft zieht, und der vorerst verschobene Handelskonflikt zwischen den USA und der Europäischen Union. Eine weitere Verschärfung könnte zu spürbareren Verwerfungen führen, ist hier aber nicht unterstellt. Aber auch ohne eine weitere Eskalation dürften diese Entwicklungen weltweit die Investitionen belasten.

Nicht zuletzt deshalb verzeichnet die deutsche Industrie bereits seit Monaten rückläufige Neuaufträge. „Wären die Auftragsbücher seit dem vorangegangenen Boom nicht so prall gefüllt, würde sich die Flaute bei den Bestellungen deutlicher in der Produktion niederschlagen“, so DIW-Ökonom Simon Junker, Experte für die deutsche Wirtschaft. Auch wegen der stabilen Auslandsnachfrage halten die Unternehmen ihre Produktion jedoch weitgehend stabil. In den kommenden Monaten dürfte die Industrieproduktion sogar noch etwas zunehmen. Dazu trägt auch bei, dass die Nachfrage nach Pkw zuletzt aus den vollen Lagern bedient wurde, die sich im Zuge eines Auslieferungsstopps im vergangenen Herbst und Winter gefüllt hatten. Nun fahren die Autobauer ihre Produktion nach und nach wieder hoch.

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German Private Equity Barometer: Stimmungsdämpfer zum Jahresauftakt

Die Stimmung auf dem deutschen Beteiligungskapitalmarkt lässt auch nach dem Jahreswechsel lt. KfW weiter nach: Der Geschäftsklimaindex des German Private Equity Barometers sinkt im 1. Quartal 2019 um 3,1 Zähler auf 64,7 Saldenpunkte. Dabei werden sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartung pessimistischer bewertet.

Geschäftsklimaindex für den deutschen Beteiligungskapitalmarkt 1. Quartal 2019

German Private Equity Barometer: Stimmungsdämpfer zum Jahresauftakt

KfW, Pressemitteilung vom 28.05.2019

  • Frühphasenklima kann Rekordniveau nicht halten, bleibt aber sehr gut
  • Spätphasenklima stabilisiert sich
  • Bestwert bei VC-Fundraisingklima, Entspannung bei Einstiegspreisen

Die Stimmung auf dem deutschen Beteiligungskapitalmarkt lässt auch nach dem Jahreswechsel weiter nach: Der Geschäftsklimaindex des German Private Equity Barometers sinkt im 1. Quartal 2019 um 3,1 Zähler auf 64,7 Saldenpunkte. Dabei werden sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartung pessimistischer bewertet. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage sinkt um 2,7 Zähler auf 70,7 Saldenpunkte, der Indikator für die Geschäftserwartung um 3,5 Zähler auf 58,6 Saldenpunkte.

Auf dem VC-Markt kann das Geschäftsklima seinen Rekordwert aus dem Schlussquartal des Vorjahres nicht halten und kühlt sich zum Jahresbeginn relativ deutlich um 12,6 Zähler auf 66,7 Saldenpunkte ab. Die VC-Investoren korrigieren sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Geschäftserwartung nach unten. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage sinkt auf 71,1 Saldenpunkte (-11,5), der Indikator für die Geschäftserwartung fällt auf 62,4 Saldenpunkte (-13,7). Das VC-Marktumfeld zeigt sich allerdings weiterhin stark. Das Fundraisingklima steigt auf ein neues Hoch und toppt den bisherigen Bestwert aus dem Schlussquartal 2017. Auch setzt die Bewertung der Stärke des Dealflows ihren Aufwärtstrend fort und klettert auf ein Rekordhoch. Zudem zeigt sich bei den Einstiegspreisen eine deutliche Entspannung.

Im Spätphasensegment hat sich das Geschäftsklima nach dem deutlichen Stimmungsabschwung im zweiten Halbjahr 2018 zum Jahresbeginn stabilisiert. Der entsprechende Indikator legt im 1. Quartal 2019 leicht zu, um 3,5 Zähler auf 63,2 Saldenpunkte. Die Investoren bewerten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Geschäftserwartung wieder etwas besser. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage steigt auf 70,4 Saldenpunkte (+3,4), der Indikator für die Geschäftserwartung auf 56,0 Saldenpunkte (+3,6). Trotz des Stimmungseinbruchs im zweiten Halbjahr 2018 zeigt sich das Marktumfeld bisher sehr stabil. Das Fundraisingklima ist auf sehr hohem Niveau, die Bewertungen von Höhe und Qualität des Dealflows sowie der Innovationstätigkeit der Unternehmen liegen im „guten“ Bereich. Außerdem hat sich die Unzufriedenheit der Spätphaseninvestoren mit den Einstiegspreisen zum Jahresbeginn deutlich entspannt. Dagegen hat sich das Exitumfeld stark eingetrübt, insbesondere die Bewertungen des IPO-Exitkanals. Hier hat sich die Meinung innerhalb von vier Quartalen gedreht: Von einem Bestwert im Auftaktquartal 2018 auf deutlich unter Durchschnitt aktuell.

„Das seit einiger Zeit sehr gute Fundraisingklima hat bisher die Einstiegspreise hoch gehalten“, sagt KfW-Ökonom Dr. Georg Metzger. „Auch die zunehmende Zahl an Investitionsgelegenheiten hatte daran nichts geändert. Offenbar ist nun aber die negative Stimmung an den Aktienmärkten auf die Einstiegspreise durchgeschlagen. Die Beteiligungsinvestoren dürften dies für neue Engagements nutzen.“

Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes BVK-Vorstandsmitglied ergänzt: „Die aktuell leichte Stimmungsabkühlung bedeutet eine Stabilisierung auf hohem Niveau und unterstreicht nur, dass der Beteiligungsmarkt durchaus in der Lage ist, zu korrigieren und nicht, wie bereits von einigen Beobachtern postuliert, ungebremst in eine Blase hineinläuft. Dazu passt auch, dass wir offenbar den Höhepunkt beim Preisniveau erreicht haben. Mit Blick auf die Zukunft der Branche gilt es nun insbesondere, das gute Fundraising-Umfeld zu nutzen und neue Mittel für die Investitionen der Zukunft zu sichern. Denn die Nachfrage nach Beteiligungskapital durch Unternehmen jeglicher Größe ist ungebremst.“

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