Grundbildung: Viele Beschäftigte haben große Schwächen

Immer mehr Erwerbstätige haben Sprachdefizite und andere Lücken in der Grundbildung. Das zeigt eine Studie des IW Köln.

Grundbildung: Viele Beschäftigte haben große Schwächen

IW Köln, Pressemitteilung vom 14.06.2018

Immer mehr Erwerbstätige haben Sprachdefizite und andere Lücken in der Grundbildung. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Gründe für die Zunahme liegen im starken Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre und in der Zuwanderung. Um die Jobs der Betroffenen langfristig zu sichern, muss die Grundbildung am Arbeitsplatz gefördert werden.

Der deutsche Arbeitsmarkt boomt. Das gilt auch für die sogenannten Helferberufe – also Tätigkeiten, die in der Regel keinen Berufsabschluss voraussetzen. Zwischen 2013 und 2017 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesen Jobs von 4,1 Millionen auf 5 Millionen gestiegen. Viele von ihnen haben Lücken in der Grundbildung. Nach einer aktuellen Auswertung des IW von OECD-Daten aus dem Jahr 2012 verfügen rund 39 Prozent der Helfer nur über sehr geringe Lesekompetenzen, können also nur kurze Texte zu vertrauten Themen lesen und verstehen. Schlecht steht es auch um die mathematischen Kenntnisse: Knapp 44 Prozent der Beschäftigten in Helfertätigkeiten beherrschen nur einfachste mathematische Vorgänge wie Zählen oder Sortieren.

Die Sprachdefizite kommen besonders häufig bei ausländischen Beschäftigten vor. Eine weitere IW-Untersuchung auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) mit Daten aus dem Jahr 2015 zeigt, dass knapp 16 Prozent der ausländischen Erwerbstätigen laut eigenen Angaben Defizite beim Sprechen, Lesen oder Schreiben haben. Von denen, die seit mindestens vier Jahren in Deutschland leben, sind es immer noch gut 13 Prozent. Beide Werte sind im Vergleich zum Jahr 2011 gestiegen. Besonders groß sind die Sprachdefizite wiederum im Helferbereich, wo 28 Prozent der ausländischen Beschäftigten Schwierigkeiten beim Sprechen, Lesen oder Schreiben haben.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer in qualifizierten Tätigkeiten ist zwischen 2013 und 2017 von 1,5 Millionen auf 2,1 Millionen gestiegen, in Helfertätigkeiten von 800.000 auf 1,3 Millionen. Dementsprechend dürften auch die migrationsspezifischen Defizite im Vergleich zur SOEP-Erhebung 2015 weiter zugenommen haben. „Insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung, die auch an Geringqualifizierte neue Anforderungen stellt, müssen Unternehmen mit Unterstützung der Politik mehr für die Grundbildung der Beschäftigten tun“, sagt IW-Experte Wido Geis. Das betreffe besonders die Kommunikationsfähigkeit der Arbeitnehmer. „Auch im Helferbereich werden Sprachkompetenzen immer wichtiger. Arbeitsplatzbezogene Grundbildung ist deshalb entscheidend, um die Beschäftigung langfristig zu sichern.“

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ifo Institut setzt Konjunkturprognose deutlich herunter

Das ifo Institut hat seine Konjunkturprognose für Deutschland deutlich heruntergesetzt. Für das laufende Jahr erwarten die Forscher nur noch 1,8 Prozent Wachstum; im Frühjahr 2018 hatten sie noch mit 2,6 Prozent gerechnet.

ifo Institut setzt Konjunkturprognose deutlich herunter

ifo Institut, Pressemitteilung vom 19.06.2018

Das ifo Institut hat seine Konjunkturprognose für Deutschland deutlich heruntergesetzt. Für das laufende Jahr erwarten die Forscher nur noch 1,8 Prozent Wachstum; im Frühjahr 2018 hatten sie noch mit 2,6 Prozent gerechnet.

Für das kommende Jahr sagen sie ebenfalls nur noch 1,8 Prozent voraus, zuvor waren es 2,1 Prozent. „Die Wirtschaft hat sich in den ersten Monaten des Jahres deutlich schlechter entwickelt als gedacht. Das ifo Geschäftsklima ist zurückgegangen und die weltwirtschaftlichen Risiken haben deutlich zugenommen. Am deutschen Konjunkturhimmel brauen sich derzeit kräftige Gewitterwolken zusammen“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Gleichwohl glauben wir, dass sich der deutsche Aufschwung fortsetzt, wenn auch nicht in demselben Tempo wie 2017.“

Immerhin soll die Zahl der Arbeitslosen weiter sinken von 2,5 Millionen im vergangenen Jahr auf 2,3 Millionen im laufenden und auf 2,2 Millionen im kommenden. In Prozent der Erwerbspersonen sind das 5,7, dann 5,2 und schließlich 4,9. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte neue Rekorde erzielen und steigen von 44,3 Millionen über 44,8 Millionen in diesem auf 45,2 Millionen im kommenden Jahr. Die privaten Konsumausgaben werden 2018 nur um 1,3 Prozent steigen, aber im kommenden Jahr um 1,8 Prozent. Die Konsumausgaben des Staates steigen um 1,0 Prozent in diesem und um 1,9 Prozent im kommenden Jahr, die Exporte um 3,0 Prozent 2018 und um 4,1 Prozent 2019. Der Überschuss des Staates liegt bei 38,0 Milliarden Euro in diesem und bei 37,7 Milliarden im kommenden Jahr. Und der viel kritisierte Überschuss der Leistungsbilanz beläuft sich auf 267 und 268 Milliarden Euro. Damit verringert sich der Überschuss in Relation zum Bruttoinlandsprodukt von 7,9 auf 7,6 Prozent.

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Bundesregierung verlängert Mikrokreditfonds Deutschland

Wie das BMAS mitteilt, hat die Bundesregierung in den vergangenen beiden Monaten die Rahmenbedingungen für die Verlängerung der Vergabe von Mikrokrediten im Rahmen des Mikrokreditfonds Deutschland bis 2021 geschaffen und die notwendigen Schritte für die Durchführung abgeschlossen.

Bundesregierung verlängert Mikrokreditfonds Deutschland

BMAS, Pressemitteilung vom 18.06.2018

Die Bundesregierung hat in den vergangenen beiden Monaten die Rahmenbedingungen für die Verlängerung der Vergabe von Mikrokrediten im Rahmen des Mikrokreditfonds Deutschland bis 2021 geschaffen und die notwendigen Schritte für die Durchführung abgeschlossen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sagte anlässlich der Verlängerung des Mikrokreditfonds Deutschland:

„Für viele kleine Unternehmen kann ein kleiner Kredit schon eine große Hilfe sein. Deshalb hat die Bunderegierung entschieden, den Mikrokreditfonds Deutschland bis 2021 fortzusetzen. Unser Ziel ist es, weiterhin kleine Unternehmen und die damit verbundenen Arbeitsplätze in Deutschland zu unterstützen. Mikrokredite sind häufig die einzige Chance für Unternehmerinnen und Unternehmer, die keine Finanzierungen von Banken erhalten, ihr Unternehmen zu entwickeln.“

Mit dem Mikrokreditfonds Deutschland sichert die Bundesregierung Mikrokredite in Höhe von bis zu 25.000 Euro an kleine Unternehmen mit wirtschaftlich tragfähigen Konzepten, die keine Bankfinanzierungen erhalten, ab. Im Rahmen des Programms wurden seit seiner Einrichtung im Jahr 2010 bisher rund 22.000 Mikrokredite mit einem Gesamtvolumen von etwa 139 Millionen Euro vergeben.

Mikrokredite werden seit dem Jahr 2015 durch die GRENKE Bank auf vorherige Empfehlung eines zugelassenen Mikrofinanzinstituts vergeben. Die Mikrofinanzinstitute übernehmen die Betreuung der Kreditnehmenden vom Antrag bis zur endgültigen Tilgung der Mikrokredite. Kleinunternehmen können sich bei Interesse an einem Mikrokredit direkt an eines der über das gesamte Bundesgebiet verteilten Mikrofinanzinstitute wenden, um ihren Bedarf zu besprechen.

Die gegenwärtigen Konditionen sehen Kredite mit einer Laufzeit von maximal vier Jahren und einer schrittweisen Erhöhung vor. Die Höhe des ersten Kredits ist auf maximal 10.000 Euro begrenzt. Durch weitere Kredite kann das Kreditobligo pro Kreditnehmenden auf insgesamt 25.000 Euro erhöht werden. Der aktuelle Zinssatz liegt bei 7,9 % p.a..

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Zölle und Handelshemmnisse auf dem Vormarsch

Die US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte und die angedrohten Gegenmaßnahmen sind nur ein aktuelles, aber beileibe nicht das einzige Beispiel dafür, dass Handelshemmnisse weltweit eine unglückselige Renaissance erleben. Auch lokale Zusatzanforderungen oder „Local Content“-Vorschriften sind beliebt, um die heimische Wirtschaft vor unliebsamem Wettbewerb zu schützen. Letztendlich schadeten solche Maßnahmen jedoch allen, warnt der DIHK.

Zölle und Handelshemmnisse auf dem Vormarsch

DIHK, Mitteilung vom 14.06.2018

Barrieren im Welthandel schränken die internationalen Geschäfte der deutschen Unternehmen zunehmend ein. Das zeigt auch die DIHK-Umfrage „Going International“: 40 Prozent der deutschen Unternehmen mit Auslandsgeschäft registrieren eine Zunahme an Handelshemmnissen. Zölle und andere handelsbeschränkende Maßnahmen verursachen zusätzliche Kosten, längere Lieferzeiten und verhindern damit unter Umständen sogar das Zustandekommen von Geschäften.

Die Tricks mit lokalen Zusatzanforderungen

Die Unternehmen berichten vor allem von einer steigenden Anzahl lokaler Zertifizierungsanforderungen und unnötiger Sicherheitsanforderungen. Dadurch müssen Produkte in einigen Ländern neben den gängigen internationalen Standards zusätzliche Regelungen erfüllen. Nur dann dürfen sie dort eingeführt und verkauft werden. In der Türkei zum Beispiel müssen viele Produkte trotz europäischem CE-Kennzeichen noch einmal extra vor Ort zertifiziert werden. Solche zusätzlichen Zertifizierungsverfahren sind für die Unternehmen mit einem hohen zeitlichen und meist auch finanziellen Aufwand verbunden. Damit wird ein Marktzutritt häufig erheblich erschwert und teurer – gerade für kleine Unternehmen.

Zölle – zurück in die Vergangenheit

Mit der Einführung von Importzöllen in den USA auf Stahl- und Aluminiumimporte und den daraufhin von den Handelspartnern angedrohten Gegenmaßnahmen erlebt ein klassisches Handelshemmnis eine unglückselige Renaissance. Verlieren werden dabei alle: europäische Unternehmen, aber auch US-Verbraucher sowie der Produktionsstandort USA. Die USA sind aber kein Einzelfall: Bereits vor der Ankündigung neuer US-Zölle hat mehr als jedes fünfte Unternehmen laut DIHK-Umfrage eine Zunahme an weltweiten Zöllen gemeldet. Gerade für die stark exportabhängige deutsche Wirtschaft gibt diese Entwicklung Grund zur Sorge.

Traurige Vielfalt an Handelsbarrieren

Weitere Handelshemmnisse sind zum Beispiel sogenannte „Local Content“-Vorschriften. Diese legen fest, dass ein gewisser Anteil der Produktion vor Ort durchgeführt werden muss, um Zöllen zu entgehen. Letztlich können sie die Wahl neuer Produktionsstandorte beeinflussen und so dazu führen, dass nicht der effizienteste Standort ausgewählt wird. Ein Beispiel für Local-Content-Vorschriften sind „Buy American“-Klauseln, durch die in den Vereinigten Staaten hergestellte Produkte bei der Vergabe öffentlicher Aufträge bevorzugt werden. Aber auch in Europa stoßen die Unternehmen auf Hindernisse: Trotz der Dienstleistungsfreiheit in der Europäischen Union gibt es bürokratische Hürden bei der kurzzeitigen Entsendung von Mitarbeitern in ein anderes EU-Land.

Freier Handel und offene Märkte

Handelshemmnisse treffen Unternehmen in allen Ländern und am Ende auch die Verbraucher, die höhere Preise zahlen müssen. Ein offener Warenverkehr nützt hingegen allen Seiten – eine klassische Win-win-Situation. Deshalb ist es so wichtig, dass sich die EU und die Bundesregierung geschlossen für die Stärkung der Welthandelsorganisation WTO sowie die Verlässlichkeit globaler Regeln einsetzen. Mindestens jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt am Export, fast jeder zweite Euro kommt aus dem Auslandsgeschäft. Für offene Märkte und international faire Wettbewerbsbedingungen einzustehen, ist derzeit oberstes Gebot.

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7,6 % weniger Gründungen größerer Betriebe im 1. Quartal 2018

Im ersten Quartal 2018 wurden nach Auswertung der Gewerbemeldungen knapp 33.900 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 7,6 % weniger als im ersten Quartal 2017.

7,6 % weniger Gründungen größerer Betriebe im 1. Quartal 2018

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 15.06.2018

Im ersten Quartal 2018 wurden nach Auswertung der Gewerbemeldungen knapp 33.900 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, waren das 7,6 % weniger als im ersten Quartal 2017.

Die Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen lag im ersten Quartal 2018 mit rund 46.900 um 4,1 % unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Gründungen von Nebenerwerbsbetrieben entsprach mit rund 70.200 dem Niveau des Vorjahresquartals. Insgesamt verringerte sich die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen im ersten Quartal 2018 auf rund 186.700, das waren 3,4 % weniger als im ersten Quartal 2017. Gewerbeanmeldungen müssen nicht nur bei Gründung eines Gewerbebetriebes erfolgen, sondern auch bei Betriebsübernahme, Umwandlung oder Zuzug.

Rund 30.000 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung gaben im ersten Quartal 2018 ihr Gewerbe auf. Das entsprach einem Rückgang von 1,2 % gegenüber dem ersten Quartal 2017. Die Zahl der im ersten Quartal 2018 abgemeldeten Kleinunternehmen lag mit rund 59.400 um 4,7 % niedriger als im ersten Quartal 2017. Knapp 51.100 Nebenerwerbsbetriebe meldeten ihr Gewerbe ab, das war ein Plus von 2,8 %. Insgesamt sank die Zahl der Gewerbeabmeldungen bei den Gewerbeämtern um 2,0 % auf knapp 175.500. Dabei handelt es sich nicht nur um Schließungen, sondern auch um Betriebsübergaben, Umwandlungen oder Fortzüge.

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Mehr als jedes vierte Industrieunternehmen setzt auf 3D-Druck

Die Wirtschaft setzt lt. Bitkom auf 3D-Druck. Mehr als jedes vierte deutsche Industrieunternehmen (28 Prozent) hat bereits solche Geräte im Einsatz. Das sind 8 Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2016, damals waren es gerade einmal 20 Prozent. Angetrieben wird die Entwicklung von großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern. Hier nutzt bereits mehr als jedes dritte (35 Prozent) 3D-Druck-Technologien.

Mehr als jedes vierte Industrieunternehmen setzt auf 3D-Druck

Bitkom, Pressemitteilung vom 13.06.2018

  • Anstieg der Nutzung um 8 Prozentpunkte seit 2016
  • 70 Prozent bescheinigen 3D-Druck disruptives Potenzial
  • Berg: „3D-Druck ist ein Innovationsbeschleuniger“

Die Wirtschaft setzt auf 3D-Druck. Mehr als jedes vierte deutsche Industrieunternehmen (28 Prozent) hat bereits solche Geräte im Einsatz. Das ergibt eine repräsentative Befragung von 553 Fertigungsunternehmen ab 100 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Das sind 8 Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2016, damals waren es gerade einmal 20 Prozent. Angetrieben wird die Entwicklung von großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern. Hier nutzt bereits mehr als jedes dritte (35 Prozent) 3D-Druck-Technologien, bei den Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern ist es jedes vierte (25 Prozent). „Die 3D-Druck-Technologie ist für den starken und innovativen Industriestandort Deutschland ein Glücksfall. Die Technologie bietet die einmalige Chance, in Niedriglohnländer abgewanderte Wertschöpfung nach Deutschland zurückzuholen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die Unternehmen nutzen digitale Technologien, um die Produktentwicklung zu beschleunigen und Fertigungsprozesse zu optimieren. 3D-Druck ist ein Innovationsbeschleuniger und steigert die Wettbewerbsfähigkeit.“

Mittel- bis langfristig könnte der 3D-Druck in bestimmten Bereichen die derzeit gängigen Produktionsverfahren, Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten maßgeblich beeinflussen. So sagen sieben von zehn Unternehmen (70 Prozent), dass 3D-Druck die Industrie disruptiv, das heißt tiefgreifend, verändern wird. Dabei erwartet jedes zweite dieser Unternehmen (49 Prozent), dass die disruptiven Veränderungen bereits in den kommenden zehn Jahren eintreten. 48 Prozent von ihnen schätzen, dass es mehr als eine Dekade dauert. Lediglich zehn Prozent aller Unternehmen schreiben dem 3D-Druck keinerlei disruptives Potenzial zu, 17 Prozent halten es für eher unwahrscheinlich, dass 3D-Druck disruptiv wirkt. „In der Luftfahrtindustrie oder auch der Medizintechnik hat sich das innovative Fertigungsverfahren bereits etabliert. Andere Branchen werden hier nachziehen“, sagt Berg. Allerdings sei 3D-Druck derzeit noch eine Ergänzung zu traditionellen Fertigungsverfahren und verdrängt diese bislang nicht vollständig. Berg: „Die additive Fertigung hat das Potenzial, sich in vielen Bereichen zum bevorzugten Produktionsverfahren zu entwickeln.“

Konkret nutzt jedes dritte Industrieunternehmen, das 3D-Druck einsetzt, dieses Verfahren vor allem zur Herstellung von Mustern beziehungsweise Gießformen oder Werkzeugen (34 Prozent) sowie zur Herstellung von Ersatzteilen (32 Prozent). Knapp jedes vierte (23 Prozent) erstellt damit visuelle Modelle, 12 Prozent fertigen damit funktionale Modelle zum Test. Weniger üblich ist die Produktion von Montagevorrichtungen oder Sonderanfertigungen (jeweils 8 Prozent) im 3D-Druck.

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Verbraucherpreise Mai 2018: +2,2 % gegenüber Mai 2017

Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im Mai 2018 um 2,2 % höher als im Mai 2017. Damit zog die Inflationsrate im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten deutlich an. Damit bestätigt das Statistische Bundesamt seine vorläufigen Gesamtergebnisse vom 30.05.2018.

Verbraucherpreise Mai 2018: +2,2 % gegenüber Mai 2017

Steigende Energiepreise beschleunigen den Preisauftrieb

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.06.2018

Verbraucherpreisindex, Mai 2018

  • +2,2 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,5 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Mai 2018

  • +2,2 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,6 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im Mai 2018 um 2,2 % höher als im Mai 2017. Damit zog die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten deutlich an. Eine Inflationsrate von +2,2 % hatte es zuletzt im Februar 2017 gegeben. Im Vergleich zum Vormonat April 2018 stieg der Verbraucherpreisindex im Mai 2018 um 0,5 %. Das Statistische Bundesamt bestätigt somit seine vorläufigen Gesamtergebnisse vom 30. Mai 2018.

Für den Anstieg der Inflationsrate im Mai 2018 waren maßgeblich die Energiepreise verantwortlich. Der Preisanstieg bei Energie gegenüber dem Vorjahresmonat fiel mit +5,1 % deutlich höher aus als im Vormonat (April 2018: +1,3 %). Insbesondere verteuerten sich von Mai 2017 bis Mai 2018 leichtes Heizöl (+24,3 %) und Kraftstoffe (+8,2 %). Teurer als ein Jahr zuvor waren auch Strom (+1,5 %) sowie Umlagen von Zentralheizung und Fernwärme (+0,5 %), billiger hingegen feste Brennstoffe (-1,5 %) und Gas (-1,1 %). Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Mai 2018 bei +1,8 % gelegen, ohne Berücksichtigung der Mineralölprodukte bei +1,7 %.

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich von Mai 2017 bis Mai 2018 mit +3,5 % ebenfalls überdurchschnittlich. Im April 2018 war die Teuerungsrate für Nahrungsmittel fast genauso hoch gewesen (+3,4 %). Preiserhöhungen im Mai 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat betrafen alle Nahrungsmittelgruppen. Teurer als ein Jahr zuvor waren vor allem Speisefette und Speiseöle (+16,5 %). Insbesondere kostete Butter (+32,3 %) erheblich mehr als im Mai 2017. Auch für Obst (+8,1 %) sowie für Molkereiprodukte und Eier (+5,5 %) mussten die Verbraucher deutlich mehr bezahlen. Ohne Berücksichtigung der Preise für Nahrungsmittel und Energie hätte die Inflationsrate im Mai 2018 bei +1,6 % gelegen.

Die Preise für Waren insgesamt lagen im Mai 2018 um 2,5 % über dem Vorjahresmonat, maßgeblich bestimmt durch die Preisanstiege bei Energie (+5,1 %) und bei Nahrungsmitteln (+3,5 %). Auch andere Waren verteuerten sich binnen Jahresfrist deutlich, zum Beispiel Zeitungen und Zeitschriften (+4,6 %), Tabakwaren (+4,4 %) sowie Erzeugnisse und Verbrauchsgüter für Gartenpflege (+3,7 %). Einige Waren wurden auch günstiger, unter anderem Informationsverarbeitungsgeräte (-4,2 %) und Geräte der Unterhaltungselektronik (-4,0 %).

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Mai 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,9 % und damit weniger stark als die Preise für Waren. Bedeutsam für die Preiserhöhung bei Dienstleistungen waren die Nettokaltmieten (+1,6 %), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Deutlich stärker verteuerten sich binnen Jahresfrist die Pauschalreisen (+10,4 %), in erster Linie bedingt durch die frühe Lage von Pfingsten im Mai 2018 (Pfingsten 2017: Anfang Juni). Zudem gab es nennenswerte Preiserhöhungen bei Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,2 %) sowie bei Dienstleistungen für Verpflegung in Restaurants, Cafés und Straßenverkauf (+2,2 %). Günstiger für die Verbraucher waren unter anderem Flugtickets (-2,3 %), Telekommunikationsdienstleistungen (-0,8 %) und zahnärztliche Dienstleistungen (-0,3 %).

Veränderung im Mai 2018 gegenüber dem Vormonat April 2018

Im Vergleich zum April 2018 stieg der Verbraucherpreisindex im Mai 2018 deutlich um 0,5 %. Im Vormonatsvergleich stiegen die Energiepreise um 2,2 %. Insbesondere für leichtes Heizöl (+7,6 %) und für Kraftstoffe (+4,8 %, darunter Superbenzin: +4,8 %; Dieselkraftstoff: +5,1 %) mussten die Verbraucher mehr bezahlen.

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im Mai 2018 gegenüber dem Vormonat vergleichsweise gering um 0,2 %. Deutlich teurer wurden Speisefette und Speiseöle (+3,2 %), vor allem kostete Butter erneut mehr (+6,0 % gegenüber April 2018). Auch die Preise für Gemüse (+1,9 %), Obst (+0,7 %) sowie für Fleisch und Fleischwaren (+0,5 %) stiegen binnen Monatsfrist. Dagegen gingen die Preise für Molkereiprodukte (-2,2 %) und Süßwaren (-0,3 %) im gleichen Zeitraum zurück.

Harmonisierter Verbraucherpreisindex für Deutschland

Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im Mai 2018 um 2,2 % über dem Stand von Mai 2017. Damit wurde der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wichtige Schwellenwert von zwei Prozent überschritten (zuletzt Februar 2017: +2,2 %). Im Vergleich zum April 2018 stieg der HVPI im Mai 2018 deutlich um 0,6 %. Die vorläufigen Ergebnisse für den HVPI vom 30. Mai 2018 wurden damit bestätigt.

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DIW Berlin senkt wegen hoher Unsicherheit Wachstumsprognose für 2018 und 2019

Das deutsche BIP dürfte dieses Jahr um 1,9 % und nächstes Jahr um 1,7 % wachsen, so die neue Prognose des DIW Berlin; das sind für 2018 0,5 und für 2019 0,2 Prozentpunkte weniger, als noch im März prognostiziert.

DIW Berlin senkt wegen hoher Unsicherheit Wachstumsprognose für 2018 und 2019

DIW Berlin, Pressemitteilung vom 13.06.2018

Prognose für BIP-Wachstum in Deutschland auf 1,9 Prozent für 2018 und 1,7 Prozent für 2019 gesenkt – Exportwachstum leidet unter Handelskonflikt mit den USA und hoher Unsicherheit im Euroraum – Deutsche Binnenkonjunktur weiterhin robust – Europäischer Zusammenhalt und gemeinsamer Reformwille wichtiger denn je

Das deutsche BIP dürfte dieses Jahr um 1,9 Prozent und nächstes Jahr um 1,7 Prozent wachsen, so die neue Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin); das sind für 2018 0,5 und für 2019 0,2 Prozentpunkte weniger, als noch im März prognostiziert. Die Anpassung spiegelt einen unerwartet schwachen Jahresauftakt sowie ein zunehmend unsicheres weltwirtschaftliches Umfeld wider. Unsicherheit geht dabei vor allem von den wachsenden Sorgen um einzelne europäische Länder, in erster Linie Italien, und der Möglichkeit eines eskalierenden Handelskonflikts zwischen den USA und dem Rest der Welt aus. Sie beeinträchtigt die Investitionstätigkeit der Unternehmen weltweit. Das wiederum bremst das Wachstum der deutschen Exporte.

Trotz der etwas gedämpfteren Konjunktur ist die deutsche Wirtschaft weiterhin in guter Verfassung; nach dem schwachen Jahresauftakt dürfte das Sommerhalbjahr wieder dynamischer ausfallen. Die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück – für dieses Jahr wird eine Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent prognostiziert und für 2019 von 4,9 Prozent – und die Beschäftigten verdienen dank steigender Lohnabschlüsse insgesamt ordentlich. Das begünstigt den privaten Konsum, der eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur bleibt. Eine Rolle spielen hier auch von der neuen Bundesregierung geplante Abgabenentlastungen und Ausgabenerweiterungen, beispielsweise die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung und die angekündigte Erhöhung des Kindergeldes, die die Einkommen der privaten Haushalte ankurbeln. Auch die anvisierten öffentlichen Investitionen, etwa für den Breitbandausbau und den sozialen Wohnungsbau, dürften die Binnenkonjunktur leicht anregen.

Hohe öffentliche Überschüsse, aber temporärer Natur

Trotz dieser zusätzlichen Ausgaben bleibt die Finanzlage des Staates der Prognose zufolge zunächst außerordentlich günstig. Vor dem Hintergrund der robusten Konjunktur sprudeln die Steuereinnahmen, und die niedrigen Zinsen halten die Kosten für die Bedienung der Staatsschulden niedrig. Prognostiziert wird für das Jahr 2018 ein Überschuss von 49,4 Milliarden Euro im öffentlichen Gesamthaushalt (Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen), für 2019 von 46,3 Milliarden Euro. Allerdings ist gerade der Zinsvorteil temporärer Natur. Langfristig sind die Spielräume für neue Ausgaben begrenzt und die Priorität sollten hier Maßnahmen haben, die die deutsche Wirtschaft nachhaltig leistungsfähiger machen – also bessere Rahmenbedingungen für private Investitionen, Ausgaben für die Infrastruktur sowie für Bildung und Forschung, statt einmalige Steuergeschenke.

Hohe Risiken auf vielen Fronten

Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bergen Risiken für die hier vorgelegte Prognose. So könnte der handelspolitische Konflikt mit den USA noch weiter eskalieren. US-Zölle auf weitere Produkte, etwa Autos, könnten Produktionseinbußen von mehreren Milliarden Euro mit sich bringen und das BIP-Wachstum in Deutschland um einige Zehntel Prozentpunkte nach unten ziehen. Unsicherheit herrscht zudem über den Kurs der neuen italienischen Regierung. Sollte diese beschließen, dass das Land einen Teil seiner Schulden nicht zurückzahlt, so könnte das den Euroraum und Deutschland in eine erneute Krise stürzen. Umso wichtiger ist es jetzt, dass die europäischen Partner den Schulterschluss suchen, um sowohl dem amerikanischen Protektionismus eine gemeinsame Antwort zu geben als auch Europa und speziell den Euroraum krisenfester zu machen.

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Zwei von drei Unternehmen nutzen Cloud Computing

Cloud Computing hat sich etabliert: Im Jahr 2017 nutzten zwei Drittel aller Unternehmen (66 Prozent) Rechenleistungen aus der Cloud. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Anteil der Nutzer auf dem erreichten hohen Niveau damit sehr leicht (2016: 65 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Bitkom.

Zwei von drei Unternehmen nutzen Cloud Computing

Bitkom, Pressemitteilung vom 12.06.2018

  • Unter Großunternehmen sind 83 Prozent Cloud-Anwender
  • 30 Prozent setzen auf Public-Cloud-Lösungen
  • Konformität mit DSGVO ist Top-Kriterium bei der Anbieterauswahl

Cloud Computing hat sich etabliert: Im Jahr 2017 nutzten zwei Drittel aller Unternehmen (66 Prozent) Rechenleistungen aus der Cloud. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Anteil der Nutzer auf dem erreichten hohen Niveau damit sehr leicht (2016: 65 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag der KPMG AG unter 557 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland. Danach plant oder diskutiert jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) den Cloud-Einsatz, für weitere 13 Prozent ist dies hingegen kein Thema. „Cloud Computing hilft Unternehmen jeder Größenordnung, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern. Diese Erkenntnis hat sich durchgesetzt“, sagte Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research bei der Vorstellung der Studienergebnisse im Rahmen der Cebit.

Aus Großunternehmen ist Cloud Computing kaum noch wegzudenken. Acht von zehn Unternehmen (83 Prozent) mit mehr als 2.000 Mitarbeitern setzen mittlerweile auf Cloud-Dienste. In Unternehmen mit 100 bis 1.999 Mitarbeitern liegt die Cloud-Nutzung bei 65 Prozent, ähnlich hoch wie bei kleineren Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern (66 Prozent). „Ob Kleinstbetrieb oder Großkonzern – Cloud Computing hat sich in aller Breite durchgesetzt“, sagte Peter Heidkamp, Head of Technology bei KPMG.

Cloud Computing bezeichnet aus Sicht der Anwender die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen wie beispielsweise Software, Speicherplatz oder Rechenleistung über Datennetze. Das Datennetz kann ein unternehmens- bzw. organisationsinternes Intranet (Private Cloud Computing) oder das öffentliche Internet (Public Cloud Computing) sein. So nutzte im vergangenen Jahr die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) Private-Cloud-Anwendungen, fast ein Drittel (31 Prozent) setzte auf Public-Cloud-Lösungen. Dabei ziehen immer mehr Unternehmen die Public Cloud in Betracht. War im Jahr 2016 für mehr als die Hälfte (55 Prozent) die Public Cloud noch kein Thema, so sagen dies im Jahr 2017 nur noch 42 Prozent.

Wer auf die Public Cloud setzt, zieht daraus mehrere Vorteile. Einerseits ist man räumlich unabhängiger. Drei von vier Public-Cloud-Nutzern (75 Prozent) bestätigen eine Verbesserung beim ortsunabhängigen Zugriff auf ihre IT. Zwei Drittel (66 Prozent) sehen eine schnellere Skalierbarkeit der eigenen Ressourcen. Für die Hälfte (50 Prozent) wurde die Sicherheit ihrer Daten durch die Public Cloud verbessert. Jedes fünfte Unternehmen gibt jeweils an, dass der Verwaltungsaufwand abgenommen hat (21 Prozent) oder dadurch IT-Kosten gesenkt wurden (18 Prozent). Dagegen sagt ein Viertel (25 Prozent) der Public Cloud-Nutzer, dass es in den letzten 12 Monaten zu Sicherheitsvorfällen in den von ihnen genutzten Cloud-Lösungen gekommen ist. Für weitere 21 Prozent bestand ein solcher Verdacht. Pols: „Für Unternehmen ist das Thema Sicherheit entscheidend, wenn sie Anwendungen in der Public Cloud nutzen. Wer hier als Anbieter überzeugt, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil.“

Sorge um die Datensicherheit ist auch ein Hauptgrund, weshalb ein Teil der Wirtschaft noch nicht auf die Public Cloud setzt. Fast zwei Drittel der Nichtnutzer (63 Prozent) fürchten einen unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) hat Sorge, dass Daten in der Cloud verloren gingen. Jeder zweite Nichtnutzer (50 Prozent) vermutet eine unklare Rechtslage. Unter dem Strich aber lässt die Skepsis gegenüber der Cloud in den Unternehmen etwas nach: Nur noch jeder dritte Nicht-Nutzer (35 Prozent) berichtet von internem Widerstand (2016: 40 Prozent) oder Zweifeln an der Integrationsfähigkeit der Public-Cloud-Lösungen mit der internen IT (33 Prozent, 2016: 43 Prozent). „Die Cloud-Anbieter haben gute Aufklärungsarbeit geleistet und an Vertrauen gewonnen“, so Heidkamp.

Wer Cloud-Anwendungen nutzt oder damit plant, für den ist Datenschutz das Top-Kriterium, wenn es um die Auswahl eines Cloud-Dienstleisters geht. Praktisch alle Unternehmen (97 Prozent) geben an, dass für sie die Konformität mit der Datenschutz-Grundverordnung bei Cloud-Lösungen unverzichtbar ist. Für Acht von Zehn (79 Prozent) ist es essentiell, eine Ausstiegsstrategie bei Cloud-Angeboten zu haben. Drei Viertel (76 Prozent) sagen, dass ihr Cloud-Anbieter seinen Hauptsitz in der EU haben muss. „Die jetzt gültige Datenschutz-Grundverordnung ist auch ein Grund für Rechtsunsicherheit bei Unternehmen, die beim Cloud Computing zögern“, so Pols. Anbieter mit Sitz in der EU besäßen daher einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Die durchgehende Verfügbarkeit von Cloud-Diensten ist für die gewerblichen Kunden entscheidend. In der Vergangenheit beklagten jedoch viele Unternehmen Ausfälle. Insgesamt konnten sieben von zehn Cloud-Anwendern (69 Prozent) kurzzeitig nicht auf ihre Cloud-Lösungen zugreifen. Dafür gibt es verschiedene Ursachen: Am häufigsten waren technische Probleme auf Seiten des Cloud-Providers (46 Prozent) dafür verantwortlich. Bei etwa jedem vierten Unternehmen (23 Prozent) waren technische Probleme in der internen IT der Grund, bei jedem dritten Unternehmen (35 Prozent) eine fehlende Netzwerkanbindung. 30 Prozent blieben im Vorjahr gänzlich von Ausfällen verschont. „Viele merken erst bei einem Ausfall, dass mit der Nutzung von Public-Cloud-Diensten nicht zwingend die notwendige Verfügbarkeit für Anwendungen sichergestellt ist. Eine durchdachte Sicherheitskonzeption kann dies verhindern“, so Marko Vogel, Director Cybersecurity bei KPMG.

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2018

Die deutsche Wirtschaft ist lt. BMWi verhalten in das zweite Quartal gestartet. Nach der gedämpften Entwicklung im ersten Quartal, die wohl auf eine vorübergehend schwächere Dynamik der Weltwirtschaft und des Welthandels sowie auf nationale Sondereffekte zurückging, kam es vorerst noch nicht zur erhofften Belebung der deutschen Wirtschaft.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2018

BMWi, Pressemitteilung vom 13.06.2018

  • Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat etwas an Fahrt eingebüßt. Der Aufschwung setzt sich aber fort. Angesichts der gestiegenen außenwirtschaftlichen Risiken verhalten sich die Wirtschaftsteilnehmer erst einmal abwartend.
  • Das Produzierende Gewerbe ist weniger stark in das zweite Quartal gestartet und die industriellen Auftragseingänge sind rückläufig. Das Geschäftsklima hat sich aber auf seinem überdurchschnittlichen Niveau stabilisiert.
  • Die Konsumnachfrage der privaten Haushalte bleibt weiterhin rege. Der Handel zeigt sich angesichts guter Rahmenbedingungen zuversichtlich.
  • Die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften in weiten Teilen der Wirtschaft deutet auf eine weiter steigende Beschäftigung hin. Die Beschäftigung in strukturschwachen Gebieten und die Langzeitarbeitslosigkeit bleiben Herausforderungen.

Die deutsche Wirtschaft ist verhalten in das zweite Quartal gestartet. Nach der gedämpften Entwicklung im ersten Quartal, die wohl auf eine vorübergehend schwächere Dynamik der Weltwirtschaft und des Welthandels sowie auf nationale Sondereffekte zurückging, kam es vorerst noch nicht zur erhofften Belebung der deutschen Wirtschaft. Die Außen- und Handelspolitik der Vereinigten Staaten sowie die Regierungsbildung in Italien haben die Unsicherheit und die Risiken für die weitere Entwicklung erhöht. In der Wirtschaft führte dies anscheinend zu einem gewissen Attentismus, insbesondere auch bei Investitionen. Die deutsche Wirtschaft ist aber weiterhin in guter Verfassung. Die Auftragsbücher sind voll, die Kapazitäten über normal ausgelastet, Beschäftigung und Einkommen steigen und die Baukonjunktur läuft auf Hochtouren. Vor diesem Hintergrund ist das ifo Geschäftsklima zwar niedriger als zum Jahreswechsel, aber deutlich besser als in seinem langjährigen Durchschnitt. Auch die Weltwirtschaft befindet sich insgesamt weiterhin im Aufschwung. Derzeit ist zwar der weitere Verlauf des Handelsstreits ungewiss. Dies belastet die weitere Wirtschaftsentwicklung und bleibt ein erhebliches Risiko. Aus heutiger Sicht sollten aber die Auftriebskräfte der deutschen Wirtschaft weiter die Oberhand behalten und sich allmählich auch wieder stärker durchsetzen.

Die Weltwirtschaft expandierte im ersten Quartal vorübergehend etwas weniger dynamisch, hierauf weisen Indikatoren für den globalen Handel und die Industrieproduktion hin. Während die Produktion in den Schwellenländern anstieg, ging sie in den entwickelten Volkswirtschaften zurück. Der ifo Index zum Weltwirtschaftsklima verschlechterte sich für das zweite Quartal 2018, wobei vor allem die Erwartungen deutlich weniger zuversichtlich als im Vorquartal ausfielen. Auch der OECD Composite Leading Indicator für die OECD-Staaten setzte im März seinen seit Ende letzten Jahres anhaltenden Abwärtstrend fort. Während er für den Euroraum, unter anderem auch für Deutschland, ein geringeres konjunkturelles Momentum signalisiert, zeichnet sich für die USA eine Stärkung ab. Die OECD rechnet in ihrer jüngsten Prognose mit einem Anstieg des Welt-BIP um 3,8 % im Jahr 2018 und um 3,9 % im Jahr 2019. Damit wurden die Erwartungen für das Jahr 2018 seit der letzten Prognose der OECD nur minimal um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert.

Die deutschen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen haben sich vor dem Hintergrund des weniger dynamischen außenwirtschaftlichen Umfelds zuletzt schwächer entwickelt. Im April stiegen die Ausfuhren um 0,7 %, im Dreimonatsvergleich bleiben sie aber abwärtsgerichtet (-1,7 %). Die ifo Exporterwartungen im Verarbeitenden Gewerbe sind im Mai – auch im Lichte der aktuellen Zolldebatte – weiter gefallen. Die nominalen Importe von Waren und Dienstleistungen stiegen demgegenüber im April um 2,1 %. Sie dürften angesichts der steigenden Binnennachfrage auch im weiteren Jahresverlauf aufwärtsgerichtet bleiben.

Die Industrie ist schwunglos in das zweite Quartal gestartet. Ihre Produktion ging im April gegenüber dem Vormonat um 1,7 % zurück. Allerdings fiel der 1. Mai auf einen Dienstag, es dürfte somit zu einem erheblichen Brückentage-Effekt gekommen sein. Die Produktion im Baugewerbe stieg hingegen kräftig um 3,3 % an. Im Zweimonatsvergleich März/April gegenüber Januar/Februar meldeten die Industrie nur einen leichten Rückgang (-0,1 %) und das Baugewerbe einen merklichen Zuwachs (+1,5 %) ihrer Erzeugung. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind seit Jahresbeginn rückläufig. Im April war ein Minus von 2,5 % zu verzeichnen. Lässt man den Bereich Sonstiger Fahrzeugbau, also Flugzeuge, Eisenbahnfahrzeuge und Schiffe, außen vor, dann lag der Rückgang im April nur bei 0,6 %. Im Zweimonatsvergleich März/April gegenüber Januar/Februar nahmen die Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe aber ebenfalls ab (-2,4 %), wobei sich sowohl die Inlands- als auch die Auslandsnachfrage verringerte (-1,5 % bzw. -3,0 %). Besonders stark fiel der Rückgang mit 6,1 % bei den Aufträgen aus dem Euroraum aus. Nach wie vor verfügt das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland aber über ein sehr gutes Auftragspolster; Stand März lag die Reichweite bei 5,6 Monaten. Auch das Geschäftsklima hat sich laut ifo Konjunkturtest zuletzt wieder stabilisiert, es ist weiterhin überdurchschnittlich gut. Nach wie vor erscheint daher die Industriekonjunktur in solider Verfassung, aber es lässt sich schwer vorhersehen, wie sich das außenpolitische- und außenwirtschaftliche Umfeld weiterentwickelt. Vom Bauhauptgewerbe kamen zuletzt verstärkt positive Nachrichten.

Nach einer kleinen Durststrecke haben sich die privaten Konsumausgaben im ersten Quartal 2018 wieder belebt. Saisonbereinigt nahmen sie um 0,4 % zum Vorquartal zu. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte stiegen ebenfalls leicht beschleunigt mit einer Jahresrate von nominal 3,3 %. Die Konsumausgaben des Staates waren hingegen erstmals seit viereinhalb Jahren rückläufig (-0,5 % zum Vorquartal). Die Indikatoren für den privaten Konsum haben sich aufgehellt. Die Umsätze im Einzelhandel nahmen im April um 2,3 % zu. Die Zahl der Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen insbesondere bei den privaten Haltergruppen ist deutlich höher als vor einem Jahr. Das ifo Geschäftsklima für den Handel hat sich im Mai nach dreimaliger Eintrübung wieder aufgehellt und auch das Konsumklima bewegt sich im zweiten Quartal auf hohem Niveau. Der Private Konsum bleibt daher ein Konjunkturtreiber.

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv. Die Frühindikatoren signalisieren eine hohe Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften. Im April nahm die Erwerbstätigkeit saisonbereinigt um 35.000 Personen zu; auf Jahressicht war das Tempo des Beschäftigungszuwachses etwas abgeschwächt (+1,3 %). Allerdings war im März der Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, möglicherweise auch aufgrund einmaliger Sonderfaktoren, ungewöhnlich niedrig (+7.000 Personen). Die Zahl der Arbeitslosen sank im Mai saisonbereinigt weiter um 11.000 Personen und lag nach den Ursprungszahlen nahe der Marke von 2,3 Mio. Personen. Die schrittweise Verringerung der Arbeitslosigkeit dürfte anhalten. Die Unterbeschäftigung, die zudem Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, nahm etwas stärker ab, als die Arbeitslosigkeit. Die Eindämmung der Langzeitarbeitslosigkeit und die Arbeitslosigkeit in strukturschwachen Gebieten bleiben aber Herausforderungen.

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