Insolvenzgläubigerquote 2016: 2,6 Prozent

Bei Insolvenzverfahren in Deutschland, die im Jahr 2012 eröffnet und bis Ende 2016 beendet wurden, erhielten Gläubiger durchschnittlich 2,6 % ihrer Forderungen zurück.

Insolvenzgläubigerquote 2016: 2,6 Prozent

Bis 2016 beendete Insolvenzverfahren: Gläubiger erhielten durchschnittlich 2,6 % ihrer Forderungen zurück

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.03.2018

Bei Insolvenzverfahren in Deutschland, die im Jahr 2012 eröffnet und bis Ende 2016 beendet wurden, erhielten Gläubiger durchschnittlich 2,6 % ihrer Forderungen zurück. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ergibt sich diese Deckungsquote als Anteil des zur Verteilung verfügbaren Betrages (320 Mio. Euro) an den quotenberechtigten Forderungen der Gläubiger (12,4 Mrd. Euro). Die Verluste der Gläubiger betrugen damit 12,1 Mrd. Euro.

Bei Insolvenzverfahren von Unternehmen lag die Deckungsquote bei 4,1 %. Bei Verbraucherinsolvenzverfahren war sie mit 1,5 % deutlich geringer. Insgesamt hatten die Gläubiger bei Unternehmensinsolvenzen Verluste in Höhe von knapp 5,4 Mrd. Euro. Bei Verbraucherinsolvenzen summierten sich die Verluste auf rund 3,4 Mrd. Euro und bei den übrigen Insolvenzverfahren auf rund 3,3 Mrd. Euro.

Von den 137.655 im Jahr 2012 eröffneten Insolvenzverfahren in Deutschland wurden 87,8 % bis zum Jahresende 2016 beendet. Dabei konnten von den 21.312 eröffneten Insolvenzverfahren von Unternehmen lediglich 57,7 % abgeschlossen werden. Die Verfahrensdauer bei Verbraucherinsolvenzen war deutlich kürzer: 95,0 % der 95.560 eröffneten Verfahren wurden bis Ende 2016 beendet.

Bei 521 Unternehmensinsolvenzverfahren, die im Jahr 2012 eröffnet wurden, erfolgte eine Sanierung. Dabei wurden 11.560 Arbeitsplätze gesichert. Besonders häufig gab es einen Sanierungserfolg bei Insolvenzverfahren mit hohen Forderungssummen. So konnten beispielsweise bei Verfahren mit Forderungen ab 5 Mio. Euro 35,5 % der Unternehmen saniert werden. Sehr geringen Sanierungserfolg hatten dagegen Verfahren mit niedrigen Forderungen: Nur bei 1,3 % der Unternehmen mit Forderungen unter 50.000 Euro erfolgte eine Sanierung.

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Ca. 1 Mio. Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung im Dezember 2017

Im Dezember 2017 bezogen in Deutschland knapp 1.059.000 Personen ab 18 Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung und damit 3,2 % mehr Leistungsberechtigte als im Dezember 2016. Das berichtet das Statistische Bundesamt.

Ca. 1 Mio. Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung im Dezember 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.03.2018

Im Dezember 2017 bezogen in Deutschland knapp 1.059.000 Personen ab 18 Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 3,2 % mehr Leistungsberechtigte als im Dezember 2016. Damals hatten rund 1.026.000 Personen Leistungen der Grundsicherung gemäß Sozialgesetzbuch XII erhalten.

Im Dezember 2017 hatten rund 544.000 beziehungsweise 51,4 % der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung die Altersgrenze nach § 41 Abs. 2 SGB XII erreicht oder überschritten und erhielten Grundsicherung im Alter. Personen, die vor dem Jahr 1947 geboren sind, erreichten die Altersgrenze mit 65 Jahren. Für Personen, die im Jahr 1947 oder später geboren sind, wird die Altersgrenze seit dem Jahr 2012 schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Im Dezember 2017 lag die Altersgrenze bei 65 Jahren und 6 Monaten.

Rund 515.000 beziehungsweise 48,6 % der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung waren im Alter von 18 Jahren bis unter die Altersgrenze. Sie erhielten diese Leistungen aufgrund einer dauerhaft vollen Erwerbsminderung. Voll erwerbsgemindert sind Personen, die aufgrund einer Krankheit oder einer Behinderung für einen nicht absehbaren Zeitraum täglich keine drei Stunden unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig sein können.

Der Bezug von Leistungen der Grundsicherung nach dem SGB XII wurde bis 2014 in einer jährlichen Statistik zum 31.12. erfasst. Seit 2015 werden diese Leistungen in einer vierteljährlichen Statistik zum letzten Monat des Quartals erhoben.

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ifo Geschäftsklimaindex geht zurück

Die sehr gute Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich lt. ifo Institut etwas eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im März auf 114,7 Punkte gesunken, nach 115,4 im Februar. Die Unternehmer waren etwas weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage, allerdings auf hohem Niveau. Auch der Optimismus mit Blick auf die kommenden Monate nahm ab. Der drohende Protektionismus drückt auf die Stimmung.

ifo Geschäftsklimaindex geht zurück

ifo Institut, Pressemitteilung vom 22.03.2018

Die sehr gute Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich etwas eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im März auf 114,7 Punkte gesunken, nach 115,4 im Februar. Die Unternehmer waren etwas weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage, allerdings auf hohem Niveau. Auch der Optimismus mit Blick auf die kommenden Monate nahm ab. Der drohende Protektionismus drückt auf die Stimmung.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima auf hohem Niveau verschlechtert. Dies war auf merklich weniger optimistische Erwartungen zurückzuführen. Die Unternehmen schätzten die aktuelle Lage hingegen minimal besser ein. Die Nachfragesituation bleibt weiterhin gut. Die Produktion soll weiter ausgebaut werden, wenn auch weniger stark als in den Vormonaten.

Im Großhandel konnte der Index das Niveau des Vormonats halten. Während die Unternehmen die aktuelle Lage besser einschätzten, blickten sie etwas weniger optimistisch auf die kommenden sechs Monate. Im Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima merklich verschlechtert. Der Lageindex fiel auf den niedrigsten Wert seit Februar 2017. Die Erwartungen der Einzelhändler sind nun leicht pessimistisch.

Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindex gestiegen. Der Grund waren merklich optimistischere Geschäftsaussichten. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage verbesserten sich minimal und erreichten erneut ein Rekordhoch.

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Starkes Wachstum bei hohem Risiko – 2,4 Prozent BIP-Zunahme 2018 und 2,2 Prozent 2019

Das IMK der Hans-Böckler-Stiftung hebt die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr noch einmal geringfügig an, sieht aber erhebliche Risiken durch die Politik von US-Präsident Donald Trump.

Starkes Wachstum bei hohem Risiko – 2,4 Prozent BIP-Zunahme 2018 und 2,2 Prozent 2019

„Gute Ausgangsposition, doch Trump bedroht globalen Aufschwung“

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 21.03.2018

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung hebt die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr noch einmal geringfügig an, sieht aber erhebliche Risiken durch die Politik von US-Präsident Donald Trump. „Wenn Trumps protektionistische Provokation eskaliert und zu einer Spirale gegenseitiger Abschottungsmaßnahmen führt, hat das das Potenzial, den globalen Aufschwung schwer zu schädigen“, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, der wissenschaftliche Direktor des IMK. „Allerdings halten wir einen Handelskrieg derzeit nicht für das wahrscheinlichste Szenario.“ Deshalb prognostiziert das Institut für 2018 eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,4 Prozent im Jahresdurchschnitt. Auch für 2019 erwarten die Konjunkturforscher ein kräftiges Wachstum um 2,2 Prozent. Stärkste Säule des Aufschwungs bleibt der private Konsum, doch auch Investitionen und Außenhandel entwickeln sich kräftig. Der Trend auf dem Arbeitsmarkt ist weiter positiv: Obwohl das Arbeitskräfteangebot durch Zuwanderung gewachsen ist, geht die Arbeitslosigkeit kontinuierlich zurück: auf 5,3 Prozent 2018 und 5,0 Prozent 2019. Die Zahl der Erwerbstätigen steigt laut IMK im Jahresdurchschnitt 2019 auf den Rekordwert von 45,5 Millionen Personen. Da auch die öffentliche Hand vom Aufschwung profitiert, dürfte die gesamtstaatliche Verschuldung 2019 zum ersten Mal seit 2002 wieder unter der Maastricht-Grenze von 60 Prozent des BIP liegen.

Gegenüber seiner Vorhersage vom Dezember hebt das IMK die Wachstumsprognose für 2018 um 0,1 Prozentpunkte an. Für 2019 geben die Düsseldorfer Forscher erstmals eine Voraussage ab. Die Prognose wurde am 21.03.2018 auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.

„Die konjunkturellen Aussichten sind in vielen Ländern gut, insbesondere in Deutschland“, erklärt Horn. „Wir erleben einen robusten, von der Binnennachfrage getragenen Aufschwung. Dabei leisten sowohl die private Konsumnachfrage als auch die Investitionen einen kräftigen Beitrag. Weil die Weltwirtschaft kräftig um knapp vier Prozent wachsen, entwickeln sich die deutschen Exporte dynamisch, die Importe noch ein wenig stärker. Die Triebkräfte des Wachstums sind heute deutlich besser ausbalanciert als vor der Finanzkrise. Dieser Trend muss unbedingt noch gestärkt werden.“ Das lasse sich allerdings gerade nicht durch Handelsschranken erreichen, sondern durch eine Kombination aus soliden Lohnerhöhungen und stärkeren öffentlichen Investitionen in Deutschland, erklärt der IMK-Direktor mit Blick auf die US-Politik. „Es wäre widersinnig, wenn diese Entwicklung durch einen Handelskonflikt gestoppt würde, der auf allen Seiten Wohlstand kostet.“

Die protektionistischen Vorstöße des US-Präsidenten sorgen bereits für einige Unruhe, zeigt der neue Wert des IMK-Konjunkturindikators: Danach ist die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden drei Monaten in schweres Fahrwasser gerät, im März auf knapp sieben Prozent gestiegen. Im Februar waren es lediglich 1,3 Prozent. Entscheidend für die Verschlechterung ist höhere Unruhe an den Finanzmärkten und bei Stimmungsindikatoren wie dem ifo-Index. Allerdings steht der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator trotz der Eintrübung erst einmal fest im „grünen Bereich“. Bleibe es bei den bislang beschlossenen US-Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte, könnte das einzelne deutsche Hersteller zwar empfindlich treffen, gesamtwirtschaftlich wäre die Wirkung aber überschaubar, zeigt auch eine Analyse im Rahmen der Prognose: Lediglich rund 4 Prozent der deutschen Aluminium- bzw. Stahl-Ausfuhren gehen in die USA, ihr Anteil an den gesamten deutschen Warenexporten in die Vereinigten Staaten beträgt weniger als 1,5 Prozent.

Deutlich größer könnten die Schäden in den USA selber ausfallen, wenn stahl- und aluminiumverarbeitende Unternehmen und die Baubranche durch die Zölle höhere Preise für Vorprodukte zahlen müssen – sei es, weil Auslastung und Preise heimischer Hersteller steigen oder die Verarbeiter auf verteuerte Importe zurückgreifen müssten. Davon betroffen wären Branchen mit 12,3 Millionen Beschäftigten inklusive der Bauwirtschaft, während in der amerikanischen Stahl- und Aluminiumherstellung lediglich 200.000 Menschen arbeiten. Die betroffenen Unternehmen würden die höheren Preise für Vorprodukte entweder beim eigenen Personal einsparen oder auf die Endkunden abwälzen, schätzen die Forscher.

Sollte es in der Folge zu einem nennenswerten Preisauftrieb und Zweitrundeneffekten bei der Lohnentwicklung kommen, könnte die US-Notenbank mit stärkeren Zinserhöhungen reagieren, die die Konjunktur bremsen würden. Zudem könnte in diesem Fall der US-Dollar aufwerten, wodurch wiederum US-Exporte teurer, Importe aber billiger würden. Die Zölle wären daher für das erklärte Ziel des US-Präsidenten, das amerikanische Handelsbilanzdefizit zu senken, „vollkommen kontraproduktiv“, schreiben die Forscher. Gefährlich für die deutsche Wirtschaft werde es „wenn eine Spirale von Gegenmaßnahmen in Gang käme, in deren Verlauf die USA Importzölle auf die Einfuhr deutscher Kraftfahrzeuge oder Maschinen erheben würden.“

Kerndaten der Prognose für 2018 und 2019

Arbeitsmarkt

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland nimmt weiter kräftig zu – um fast 600.000 Personen oder 1,4 Prozent im Jahresdurchschnitt 2018 und weitere 1,3 Prozent im Jahresmittel 2019 auf dann 45,5 Millionen. Schon 2018 dürfte das gesamte Arbeitsvolumen in Deutschland erstmals über dem bisherigen Spitzenwert aus dem Jahr 1991 liegen. Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter: Für 2018 prognostizieren die Forscher einen Rückgang um etwa 180.000 Personen, sodass im Jahresdurchschnitt rund 2,35 Millionen Menschen ohne Job sein werden. Für 2019 erwartet das IMK, dass die Arbeitslosenzahl um jahresdurchschnittlich rund 120.000 auf etwa 2,23 Millionen Personen sinkt.

Außenhandel

Auch der Euroraum befindet sich im Aufschwung: 2018 und 2019 wächst das BIP in der Währungsunion um 2,4 und 2,2 Prozent. In den USA und vielen Schwellenländern zieht die konjunkturelle Dynamik ebenfalls an. Die deutschen Ausfuhren profitieren von der stärkeren Weltkonjunktur. Sie nehmen im Jahresdurchschnitt 2018 um 5,7 Prozent und im Jahresmittel 2019 um 4,5 Prozent zu. Die Importe wachsen in beiden Jahren etwas kräftiger als die Ausfuhren: jahresdurchschnittlich um 6,1 und 5,2 Prozent. Der hohe deutsche Leistungsbilanzüberschuss wird in diesem Jahr noch einmal etwas steigen und 2019 nahezu unverändert sein.

Investitionen

Im günstigen konjunkturellen Umfeld investieren die Unternehmen wieder kräftig: 2018 steigen die Ausrüstungsinvestitionen um durchschnittlich 7,2 Prozent, 2019 sind es 6,7 Prozent im Jahresdurchschnitt. Bei den Bauinvestitionen geht die Dynamik in diesem Jahr zurück, sie steigen um 1,7 Prozent. 2019 beschleunigt sich das Wachstum wieder auf 2,8 Prozent. Dabei kommt es zu einer Verlagerung: Die Investitionen in den Wohnbau schwächen sich angesichts hoher und weiter steigender Immobilienpreise sowie etwas ungünstigerer Finanzierungsbedingungen ab, während der Wirtschaftsbau einhergehend mit der dynamischen Ausweitung der Ausrüstungen stärker zulegt.

Einkommen und Konsum

Die verfügbaren Einkommen wachsen 2018 und 2019 real um jeweils durchschnittlich 1,9 Prozent. Bei konstanter Sparquote nehmen die realen privaten Konsumausgaben ebenfalls um jeweils 1,9 Prozent zu. Damit trägt der private Konsum in diesem Jahr 1,0 Prozent zum BIP-Wachstum von 2,4 Prozent bei. Im kommenden Jahr sind es 1,1 von 2,2 Prozent.

Inflation und öffentliche Finanzen

Die allgemeine Preisentwicklung in Deutschland bleibt weiterhin hinter dem EZB-Inflationsziel von knapp unter zwei Prozent zurück. In beiden Jahren steigen die Verbraucherpreise um jeweils 1,6 Prozent.

Der von der Binnennachfrage getragene Aufschwung sorgt weiterhin für starke Steuereinnahmen und Einnahmeüberschüsse bei Gebietskörperschaften und Sozialkassen: 2018 beträgt der gesamtstaatliche Finanzierungssaldo rund 47 Milliarden Euro oder 1,4 Prozent des BIP, 2019 steigt er auf 55 Milliarden Euro oder 1,6 Prozent des BIP.

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1.800 Startup-Gründer haben ein Stipendium erhalten

Rund 1.800 Gründer wurden lt. Bitkom bislang bei ihren ersten Schritten zum eigenen Startup mit einem EXIST-Gründerstipendium des BMWi unterstützt. Allerdings läuft der Programmteil EXIST-Gründungskultur Mitte 2018 aus, konkrete Maßnahmen zur Fortsetzung fehlen bislang noch.

1.800 Startup-Gründer haben ein Stipendium erhalten

Bitkom, Pressemitteilung vom 21.03.2018

  • Bitkom fordert Fortführung des EXIST-Gründerstipendiums über 2018 hinaus
  • In Bayern wurde am häufigsten eine Unterstützung gewährt
  • Bezogen auf die Studierendenzahlen liegt Brandenburg auf Platz eins

Rund 1.800 Gründer wurden bislang bei ihren ersten Schritten zum eigenen Startup mit einem EXIST-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums unterstützt. Das berichtet der Digitalverband Bitkom unter Berufung auf Zahlen des Ministeriums. Damit wurde mehr als jeder zweite der rund 3.300 Anträge bewilligt. „EXIST ist ein wichtiger Baustein der Startup-Finanzierung in Deutschland und ein Erfolgsmodell. Mit Hilfe der Gründerstipendien ist es gelungen, unternehmerischen jungen Menschen nach der Hochschule den Weg zur eigenen Firma zu ebnen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Im Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD darauf verständigt, „erfolgreiche Programme wie EXIST fortzuführen“, um die Gründungskultur in Deutschland zu fördern. Allerdings läuft der Programmteil EXIST-Gründungskultur Mitte 2018 aus, konkrete Maßnahmen zur Fortsetzung fehlen bislang noch. „Wir sollten die EXIST-Gründerstipendien nicht nur fortführen, sondern müssen bei der Förderung von Startup-Gründungen eher noch eine Schippe drauflegen“, forderte Berg. „Dazu gehört unbedingt, ausreichend Mittel bereitstellen, um wirklich allen, die ein Startup aus der Hochschule ausgründen wollen, den Start so einfach wie möglich zu machen. Es geht auch darum, Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Blockchain oder 3D-Druck, bei denen wir in der Forschung spitze sind, in erfolgversprechende Unternehmungen zu überführen.“

Die meisten EXIST-Gründerstipendien gingen in den vergangenen elf Jahren nach Bayern, hier wurden 358 Gründer unterstützt. Dahinter folgen Berlin (292), Nordrhein-Westfalen (266) und Baden-Württemberg (201). Mit Sachsen (132) liegt das erste ostdeutsche Bundesland auf dem fünften Platz, Brandenburg folgt mit Hessen gleichauf dahinter (je 91 Stipendien). Schlusslichter sind Bremen (29), das Saarland (19) und Schleswig-Holstein (13).

Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man die Anzahl der bewilligten EXIST-Gründerstipendien im jeweiligen Bundesland ins Verhältnis zur Anzahl der Studierenden setzt. In dieser Rangliste liegt Brandenburg mit 18,5 Stipendien je 10.000 eingeschriebenen Studierenden auf dem ersten Platz vor Berlin (15,6), Thüringen (12,0), Sachsen (11,8) und Mecklenburg-Vorpommern (10,2). Bayern liegt in dieser Rangliste mit 9,2 Stipendien je 10.000 Studierenden im Land nur auf Platz sechs. Auf den hinteren Plätzen rangieren Hessen und Nordrhein-Westfalen mit je 3,5, Rheinland-Pfalz (2,5) und Schleswig-Holstein (2,1). „Die Zahlen zeigen, dass es Hochschulen und Bundesländer gibt, wo überdurchschnittlich häufig der Weg eines EXISTS-Stipendiums gegangen wird. Aber auch knapp 19 Gründerstipendien auf 10.000 Studierende sind noch deutlich weniger als wir uns wünschen würden“, so Berg. „Wir müssen die Infrastrukturen der Hochschulen ausbauen, die Studierende zum Gründen ermutigen und ihnen bei den ersten Schritten auf dem Weg zum eigenen Startup helfen.“

Das EXIST-Gründerstipendium ist eine Initiative des Bundeswirtschafsministeriums und unterstützt seit 2007 Studierende, Absolventen und Wissenschaftler aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei einer Gründungsidee. Sie erhalten ein monatliches Stipendium, Sachkostenzuschüsse sowie finanzielle Unterstützung für Maßnahmen wie Coaching. Insgesamt kann dabei eine Unterstützung in Höhe von bis zu rund 125.000 Euro geleistet werden.

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Mittelstand schöpft Digitalisierungspotenzial nicht aus

Der Anteil der 3,71 Mio. Mittelständler in Deutschland, der in den zurückliegenden drei Jahren erfolgreich Digitalisierungsprojekte abgeschlossen hat, ist überschaubar: Nur jedes vierte kleine und mittlere Unternehmen (26 %) hat nach einer aktuellen Analyse von KfW Research in den Einsatz neuer oder verbesserter digitaler Technologien für Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen investiert.

Mittelstand schöpft Digitalisierungspotenzial nicht aus

KfW, Pressemitteilung vom 19.03.2018

  • Gesamtes Investment bei lediglich 14 Mrd. Euro jährlich
  • Nur jede vierte Firma mit abgeschlossenen Digitalisierungsprojekten
  • Kleine Unternehmen sind besonders zaghaft
  • Wissensbasierte Dienstleister und FuE-intensives Verarbeitendes Gewerbe sind Vorreiter

Der Anteil der 3,71 Millionen Mittelständler in Deutschland, der in den zurückliegenden drei Jahren (2014-2016) erfolgreich Digitalisierungsprojekte abgeschlossen hat, ist überschaubar: Nur jedes vierte kleine und mittlere Unternehmen (26 %) hat nach einer aktuellen Analyse von KfW Research in den Einsatz neuer oder verbesserter digitaler Technologien für Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen investiert. Im Jahr 2016 hat der Mittelstand insgesamt 14 Mrd. Euro für Digitalisierungsvorhaben ausgegeben. Im Vergleich zu 169 Mrd. Euro Neuinvestitionen in Maschinen, Gebäude, Einrichtungen o. ä. sind die mittelständischen Digitalisierungsausgaben damit vergleichsweise niedrig. Im Durchschnitt gibt eine Firma 18.000 Euro für Digitalisierungsvorhaben aus.

Die größte Rolle bei den Digitalisierungsvorhaben des Mittelstands spielt die Erneuerung von IT-Strukturen (54 % der Befragten), dicht gefolgt von der Digitalisierung des Kontakts zu Kunden und Zulieferern (52 %). Investitionen in den Aufbau von spezifischem Knowhow (38 %), die Reorganisation von Workflows (29 %) oder die Einführung neuer Marketing- und Vertriebskonzepte (29 %) sind weniger häufig. Mit 19 % aller Vorhaben ist die Digitalisierung von Produkten oder Dienstleistungen am seltensten.

Die aktuelle Untersuchung von KfW Research bildet erstmal die Digitalisierungsaktivitäten des gesamten deutschen Mittelstands repräsentativ in seiner ganzen Breite ab. Auf Basis des KfW-Mittelstandspanels wurden Unternehmen aller Größenklassen und Branchen dazu befragt, ob und wie sie ihre Digitalisierung zwischen 2014 und 2016 ausgebaut haben. Anders als in früheren Studien sind auch die kleinen Firmen mit weniger als fünf Mitarbeitern erfasst. Diese Kleinunternehmen stellen das Gros des deutschen Mittelstands – 81 % aller mittelständischen Betriebe fallen in diese Größenklasse.

Zwar bringt diese hohe Anzahl von Kleinunternehmen zusammen mit insgesamt 4,3 Mrd. Euro einen erheblichen Anteil an den gesamten Digitalisierungsausgaben des Mittelstands auf; die Masse von ihnen hat aber in der Digitalisierung bislang noch kein Potenzial für das eigene Geschäftsmodell erkannt: Nur 24 % haben in den zurückliegenden drei Jahren überhaupt ein entsprechendes Projekt abgeschlossen. Mit zunehmender Unternehmensgröße nehmen die Digitalisierungsanstrengungen zu: Bei den großen Mittelständlern mit mehr als 50 Mitarbeitern können 45 % abgeschlossene Vorhaben vorweisen.

Große Mittelständler digitalisieren jedoch nicht nur häufiger, sondern ihre Projekte sind auch technologisch anspruchsvoller, wie ein Blick auf unterschiedlichen Arten von Digitalvorhaben zeigt: So erneuern die Großen häufiger ihre IT-Strukturen, halten den Aufbau von Digitalisierungskompetenzen im eigenen Betrieb für wichtig oder nehmen sich die Reorganisation von Workflows vor. Kleine Firmen sind hingegen vor allem damit befasst, die Schnittstelle zu Kunden und Zulieferern zu digitalisieren, oder investieren in digitale Marketing- und Vertriebskonzepte. Es ist davon auszugehen, dass die großen Mittelständler diese Digitalisierungsstufen bereits seit längerem hinter sich haben.

Neben der Unternehmensgröße hat auch die Branchenzugehörigkeit einen starken Einfluss auf die Digitalisierungsaktivitäten im Mittelstand: Wenig überraschend ist dabei, dass wissensbasierte Dienstleister wie etwa Medien-, IT-Dienstleister, Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatungen (32%) besonders aktiv sind. Gleiches gilt für Firmen aus dem FuE-intensiven Verarbeitenden Gewerbe (31 %) – hierzu zählen beispielsweise Maschinenbau, Elektrotechnik oder Chemie. Im Baugewerbe spielen Digitalisierungsprojekte kaum eine Rolle (13 %).

„Die Digitalisierung steckt im deutschen Mittelstand noch immer in den Kinderschuhen“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. „Vor allem die vielen Kleinunternehmen hierzulande scheinen noch wenig Vorstellungen davon zu haben, welchen Nutzen digitale Technologien für ihr Geschäftsmodell haben können.“ Projekte würden daher selten und sehr zaghaft angegangen. „Problematisch ist jedoch nicht nur das langsame Tempo, mit dem der Mittelstand die Digitalisierung angeht, sondern auch der enge Blick auf das Thema: Digitalisierungsvorhaben werden häufig nur auf die Möglichkeit von Effizienzgewinnen reduziert.“ Da gerade aber neuen Geschäftsmodellen sowie neuen Service- und Produktangeboten eine hohe Bedeutung für Wachstum, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zukomme, sei hier ein Umsteuern unumgänglich.

„Entscheidend dafür, dass die digitale Revolution im deutschen Mittelstand gelingt, und neue Geschäftsmodelle entstehen können, ist vor allem ein zügiger Abbau bestehender Hemmnisse. Dazu zählen fehlende IT-Kompetenzen der Arbeitnehmer, ungelöste Fragen der Datensicherheit und des Datenschutzes, Probleme bei der Anpassung der Unternehmens- und Arbeitsorganisation sowie eine mangelnde Qualität der Internetverbindung. Die Politik kann hier – abgesehen von der Aufklärungsarbeit über Nutzen und Möglichkeiten der Digitalisierung und der Beschleunigung des Ausbaus des Breitbandnetzes –vor allem die digitale Bildung verbessern. Dazu sind verstärkte Anstrengungen in allen Bereichen des Bildungssystems – also in Schulen und Hochschulen genauso wie in der dualen Ausbildung und der Weiterbildung – notwendig.“

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Freies W-LAN für alle: Städte und Gemeinden können sich ab sofort für EU-finanzierte Internet-Hotspots registrieren

Ab Mitte Mai können sich über das WiFi4EU.eu-Portal registrierte Städte und Gemeinden um die ersten von der EU bereitgestellten 1.000 WiFi4EU-Gutscheine im Wert von jeweils 15.000 Euro bewerben. Das berichtet die EU-Kommission.

Freies W-LAN für alle: Städte und Gemeinden können sich ab sofort für EU-finanzierte Internet-Hotspots registrieren

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 20.03.2018

Jean-Claude Junckers Vorschlag für mehr freies WLAN an öffentlichen Orten nimmt konkrete Form an: ab 20.03.2018 können sich Städte und Gemeinden in ganz Europa für EU-finanzierte kostenlose drahtlose Internet-Hotspots in öffentlichen Räumen über das WiFi4EU-Webportal registrieren. Mitte Mai wird dann die erste Aufforderung veröffentlicht und die registrierten Gemeinden können sich um die ersten 1.000 WiFi4EU-Gutscheine im Wert von jeweils 15.000 Euro bewerben. Die Gutscheine werden in der Reihenfolge des Eingangs der Bewerbungen vergeben.

Das Programm WiFi4EU bietet Städten und Gemeinden Gutscheine im Wert von 15.000 Euro für die Einrichtung von Wi-Fi-Hotspots in öffentlichen Räumen, u. a. in Bibliotheken, Museen, öffentlichen Parks und auf Plätzen. Wie Präsident Jean-Claude Juncker erklärte, soll mit der WiFi4EU-Initiative erreicht werden, dass „bis 2020 jedes Dorf und jede Stadt in Europa über einen kostenlosen WLAN-Internetzugang in der Nähe der Hauptzentren des öffentlichen Lebens verfügt“.

Mit den WiFi4EU-Gutscheinen können Gemeinden Wi-Fi-Geräte (drahtlose Zugangspunkte) beschaffen und in den von ihnen ausgewählten Zentren des örtlichen öffentlichen Lebens einrichten. Die Kosten für Betrieb und Wartung des Netzes werden von den Gemeinden getragen.

Hierzu erklärte der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident, Andrus Ansip: „Die heutige Eröffnung des WiFi4EU-Webportals ist ein wichtiger konkreter Schritt, um den Gemeinden zu helfen, kostenloses Wi-Fi bereitzustellen. Dies stellt einen bedeutenden Fortschritt dar. Dennoch möchte ich das Europäische Parlament und den Rat auch nachdrücklich darin bestärken, die Arbeiten am vorgeschlagenen Kodex für die elektronische Kommunikation zu Ende zu bringen, um im gesamten Gebiet der EU eine schnelle Internetanbindung zu gewährleisten. Dazu gehören auch die europaweite Frequenzkoordinierung und die konsequente Förderung von Investitionen in Netze mit sehr hoher Kapazität, die Europa braucht.“

Die Kommissarin für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Mariya Gabriel, ergänzte: „Die WiFi4EU-Initiative wird Tausenden von Europäern in der gesamten EU einen kostenlosen Internetzugang in öffentlichen Räumen ermöglichen. Mithilfe des Programms WiFi4EU werden Städte und Gemeinden die Möglichkeit haben, den Bürgerinnen und Bürgern das Internet näher zu bringen, sodass sie in vollem Umfang von den unendlichen Chancen der Digitalisierung profitieren können. Dies ist ein konkreter Fortschritt auf dem Weg zur Verwirklichung des digitalen Binnenmarkts.“

Bis 2020 stehen aus dem EU-Haushalt 120 Mio. Euro zur Finanzierung von Geräten für kostenlose öffentliche Wi-Fi-Dienste in bis zu 8.000 Gemeinden in allen Mitgliedstaaten sowie in Norwegen und Island zur Verfügung.

Wie kann ein WiFi4EU-Gutschein beantragt werden?

•Registrierungsphase: Ab dem 20. März 2018 können sich Städte und Gemeinden beim www.WiFi4EU.eu-Portal anmelden;

•Bewerbungsphase: Mitte Mai 2018 wird die erste Aufforderung veröffentlicht, und die registrierten Gemeinden können sich um die ersten 1.000 WiFi4EU-Gutscheine (Wert jeweils 15.000 Euro) bewerben. Die Gutscheine werden in der Reihenfolge des Eingangs der Bewerbungen vergeben.

•Zuteilungsphase: Die Kommission wird die 1.000 Gemeinden bekannt geben, die Mittel im Rahmen der ersten Aufforderung zur Bewerbung erhalten, wobei die geografische Ausgewogenheit gewahrt wird. Jedes teilnehmende Land erhält mindestens 15 Gutscheine.

•In den kommenden zwei Jahren werden vier weitere EU-Aufforderungen zur Bewerbung veröffentlicht werden.

WiFi4EU-finanzierte Netze werden kostenlos und werbefrei sein und keine personenbezogenen Daten abgreifen. Die Mittel werden nur bereitgestellt, wenn in demselben öffentlichen Raum noch keine unentgeltlichen privaten oder öffentlichen Angebote ähnlicher Qualität bestehen.

Hintergrund

Die WiFi4EU-Initiative war von Präsident Juncker in seiner Rede zur Lage der Union im September 2016 angekündigt worden und ist Teil der ehrgeizigen Überarbeitung der EU-Telekommunikationsvorschriften, zu der auch neue Maßnahmen gehören, um den wachsenden Internetanbindungsbedarf der EU-Bürger zu decken und die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu steigern.

Die EU kann heute bereits eine Reihe wichtiger Erfolge vorweisen: die Abschaffung der Roaminggebühren ab dem 15. Juni 2017 für alle Reisenden in der EU, die Portabilität von Inhalten, die es den Europäern ab Anfang 2018 ermöglichen wird, mit den zu Hause abonnierten Filmen, Musikdiensten, Videospielen oder E-Büchern auf Reisen zu gehen, und die Bereitstellung des 700-MHz-Funkfrequenzbandes für die Entwicklung von 5G-Netzen und neuen Onlinediensten.

Die Verhandlungen über 14 Legislativvorschläge, die in der Strategie für einen digitalen Binnenmarkt – einer der wichtigsten Prioritäten der Juncker-Kommission – enthalten waren, sind noch nicht abgeschlossen. Die Kommission hat das Europäische Parlament und den Rat aufgerufen, die Annahme aller bereits vorgelegten Vorschläge zügig voranzubringen.

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ifo Institut erwartet 2,6 Prozent Wachstum 2018

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr um 2,6 Prozent wachsen und im kommenden Jahr um 2,1 Prozent. Das haben neueste Berechnungen des ifo Instituts aus München ergeben.

ifo Institut erwartet 2,6 Prozent Wachstum 2018

ifo Institut, Pressemitteilung vom 21.03.2018

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr um 2,6 Prozent wachsen und im kommenden Jahr um 2,1 Prozent. Das haben neueste Berechnungen des ifo Instituts aus München ergeben.

„Damit bestätigen wir die Zahlen unserer Dezember-Prognose“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Allerdings haben sich die zugrundliegenden Triebkräfte etwas verschoben. Wir haben die Prognose für die Konsumausgaben der Haushalte 2018 um 0,5 Prozentpunkte heruntergenommen, weil sie schon 2017 im zweiten Halbjahr schlechter gelaufen sind als angenommen. Auf der anderen Seite dürften aber die Ausgaben des Staates um 0,5 Prozentpunkte stärker ausfallen als bislang gedacht. Die Wirtschaftspolitik der neuen Bundesregierung wirkt anregend, da staatliche Transferleistungen und Ausgabenprogramme ausgeweitet werden. Und die Exporte laufen 2018 auch um 0,5 Prozentpunkte besser als angenommen. Massive Einkommensteuersenkungen in den USA und ein starker Aufschwung im Euroraum beflügeln die Nachfrage nach deutschen Waren und Dienstleistungen.“

Wollmershäuser ergänzte: „Auf der Negativseite schlägt die Debatte über die Einführung bzw. Anhebung von Zöllen im transatlantischen Handel und die Aufwertung des Euro auf die Stimmung der Unternehmer hierzulande. Gleichzeitig enttäuscht der Koalitionsvertrag bei der Reform des Steuer- und Abgabensystems. Insbesondere bleibt er eine Antwort schuldig auf die deutliche Absenkung der Unternehmenssteuern in den USA, aber auch in Frankreich und in Großbritannien.“

Unterm Strich wird die Arbeitslosenquote in Deutschland etwas stärker sinken. Sie wird zurückgehen von 5,7 Prozent im vergangenen Jahr auf 5,2 Prozent in diesem und auf 4,8 Prozent im kommenden Jahr. Die Zahl der Beschäftigten dürfte etwa stärker steigen auf 44,8 Millionen in diesem Jahr und auf 45,3 Millionen im kommenden. Der Überschuss des Staates dürfte in diesem Jahr 12,3 Milliarden Euro niedriger ausfallen als bislang gedacht und 38,3 Milliarden Euro erreichen, im kommenden Jahr sogar um 23,2 Milliarden Euro niedriger und 38,9 Milliarden Euro betragen.

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0,6 % weniger Gründungen größerer Betriebe im Jahr 2017

Im Jahr 2017 wurden nach Auswertung der Gewerbemeldungen rund 125.400 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 0,6 % weniger als im Jahr 2016.

0,6 % weniger Gründungen größerer Betriebe im Jahr 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 21.03.2018

Im Jahr 2017 wurden nach Auswertung der Gewerbemeldungen rund 125.400 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, waren das 0,6 % weniger als im Jahr 2016.

Die Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen lag im Jahr 2017 mit knapp 175.000 um 1,9 % unter dem Vorjahreswert. Die Zahl der Gründungen von Nebenerwerbsbetrieben sank um 0,2 % auf rund 249. 300. Insgesamt verringerte sich die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen im Jahr 2017 auf knapp 677.000, das waren 1,2 % weniger als im Jahr 2016. Gewerbeanmeldungen müssen nicht nur bei Gründung eines Gewerbebetriebes erfolgen, sondern auch bei Betriebsübernahme, Umwandlung oder Zuzug.

Rund 104.400 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung gaben im Jahr 2017 ihr Gewerbe auf. Das entsprach einem Rückgang von 0,7 % gegenüber dem Jahr 2016. Die Zahl der im Jahr 2017 abgemeldeten Kleinunternehmen lag mit knapp 223.200 um 4,9 % niedriger als im Vorjahr. Rund 185.100 Nebenerwerbsbetriebe meldeten ihr Gewerbe ab, das war ein Plus von 1,7 %. Insgesamt sank die Zahl der Gewerbeabmeldungen bei den Gewerbeämtern um 2,2 % auf rund 637.500. Dabei handelt es sich nicht nur um Schließungen, sondern auch um Betriebsübergaben, Umwandlungen oder Fortzüge.

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Mieten in Großstädten ziehen weiter an

Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wird das Wohnen in deutschen Groß- und Universitätsstädten weiterhin teurer. Die Mieten seien im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 teils deutlich gestiegen.

Mieten in Großstädten ziehen weiter an

Bundesregierung, Mitteilung vom 20.03.2018

Das Wohnen in deutschen Groß- und Universitätsstädten wird weiterhin teurer. Sowohl bei Erstvermietungen von Neubauten als auch bei Erst- und Wiedervermietungen insgesamt sind im ersten Halbjahr 2017 die Angebotsmieten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 teils deutlich gestiegen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung ( 19/794 ) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ( 19/527 ) hervor. Demnach liegt München bei der Erstvermietung im Neubau mit im Schnitt 18,13 Euro pro Quadratmeter (+5,6 Prozent) deutlich an der Spitze im bundesweiten Vergleich. Erheblich zugenommen haben die Angebotsmieten im Vergleichszeitraum laut Antwort auch in Münster (11,90 Euro/m², +11,2 Prozent) und Wiesbaden (13,11 Euro/m², +9,4 Prozent). Einzig in Freiburg im Breisgau (14,08 Euro/m², -3 Prozent) ist in der Aufstellung der Bundesregierung ein Rückgang zu verzeichnen.

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