ifo Exporterwartungen leicht eingetrübt

Die überschäumende Stimmung bei den deutschen Exporteuren hat sich leicht eingetrübt. Die ifo Exporterwartungen sind auf 19,9 Saldenpunkte gesunken. Die deutsche Industrie erwartet jedoch für das erste Quartal 2018 deutlich mehr Exporte.

ifo Exporterwartungen leicht eingetrübt

ifo Institut, Pressemitteilung vom 21.12.2017

Die überschäumende Stimmung bei den deutschen Exporteuren hat sich leicht eingetrübt. Die ifo Exporterwartungen sind gesunken auf 19,9 Saldenpunkte, von 21,0 Saldenpunkten im November. Die deutsche Industrie erwartet damit jedoch für das erste Quartal 2018 deutlich mehr Exporte, nur wird das Wachstum etwas geringer ausfallen. Ein wichtiger Kunde bleibt der Euroraum.

Alle wichtigen Industriezweige in Deutschland gehen von einem Exportwachstum in den nächsten drei Monaten aus. Die Hersteller von Metallerzeugnissen konnten ihren Rekordlauf fortsetzen. Auch die Automobilbranche blickt merklich optimistischer auf das kommende Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau konnte sein historisches Hoch jedoch nicht halten. Auch bei den Herstellern von elektronischen und optischen Geräten zeigte sich ein kleiner Dämpfer.

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Importpreise im November 2017: +2,7 % gegenüber November 2016

Die Einfuhrpreise waren im November 2017 um 2,7 % höher als im November 2016. Im Oktober 2017 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei +2,6 % und im September 2017 bei +3,0 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Importpreise im November 2017 gegenüber Oktober 2017 um 0,8 %.

Importpreise im November 2017: +2,7 % gegenüber November 2016

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 22.12.2017

Die Einfuhrpreise waren im November 2017 um 2,7 % höher als im November 2016. Im Oktober 2017 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei +2,6 % und im September 2017 bei +3,0 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Importpreise im November 2017 gegenüber Oktober 2017 um 0,8 %.

Der Anstieg der Importpreise gegenüber dem Vorjahr war vor allem durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Energie beeinflusst. Energieeinfuhren waren im November 2017 um 17,3 % teurer als im November 2016. Während rohes Erdöl (+27,0 %), Mineralölerzeugnisse (+19,8 %), Steinkohle (+9,8 %) und Erdgas (+5,0 %) im Vorjahresvergleich teurer waren, lagen die Preise für importierten Strom unter dem Niveau des Vorjahres (-2,1 %). Gegenüber Oktober 2017 verteuerte sich elektrischer Strom aber erheblich (+25,1 %).

Der Einfuhrpreisindex ohne Energie war im November 2017 um 1,1 % höher als im November 2016 (+0,1 % gegenüber dem Oktober 2017). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Einfuhrpreisindex um 1,2 % über dem Stand des Vorjahres (+0,2 % gegenüber Oktober 2017).

Importierte Vorleistungsgüter (Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden), waren im November 2017 um 3,8 % teurer als im November 2016. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise um 0,2 %. Im Vergleich zu November 2016 verteuerten sich insbesondere Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+16,8 %) sowie Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus (+8,4 %). Auch die Preise für Rohstoffe wie importierte Eisenerze (+15,3 %), Nicht-Eisen-Metallerze (+14,2 %) sowie Holz- und Zellstoff (+12,3 %) lagen deutlich über denen des Vorjahres, ebenso wie für chemische Grundstoffe (+6,7 %). Dagegen sanken unter anderem die Preise für elektronische Bauelemente (-4,7 %).

Importierte Verbrauchsgüter (kurzlebige Konsumgüter) verteuerten sich gegenüber November 2016 um 0,2 %. Im Vergleich zu Oktober 2017 stiegen diese Preise ebenfalls um 0,2 %. Gegenüber dem Vorjahr wurden vor allem importierte Milch und Milcherzeugnisse teurer (+8,8 %). Auch die Preise für Frucht- und Gemüsesäfte lagen deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+23,5 %). Dagegen war verarbeiteter Kakao um 20,0 % billiger als im November 2016.

Die Preise für importierte Gebrauchsgüter (langlebige Konsumgüter) sanken gegenüber dem Vorjahr um 1,6 %. Gegenüber dem Vormonat veränderten sie sich im Durchschnitt nicht.

Importierte landwirtschaftliche Güter waren gegenüber November 2016 um 3,4 % billiger (-0,1 % gegenüber dem Vormonat). Während sich Rohkakao (-25,2 %) und Rohkaffee (-19,1 %) stark verbilligten, wurden insbesondere lebende Tiere und Erzeugnisse tierischen Ursprungs zu höheren Preisen importiert (+9,0 %).

Eingeführte Investitionsgüter verbilligten sich um 0,7 % gegenüber November 2016 (+0,1 % gegenüber Oktober 2017). Insbesondere Geräte und Einrichtungen der Telekommunikationstechnik wurden gegenüber November 2016 billiger importiert (-4,7 %), darunter Smartphones mit einem Preisrückgang von 12,4 %.

Der Index der Ausfuhrpreise lag im November 2017 um 1,2 % über dem Stand von November 2016. Im Oktober 2017 hatte die Jahresveränderungsrate bei +1,5 % gelegen, im September bei +1,7 %. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2017 stiegen die Ausfuhrpreise um 0,2 %.

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Reallöhne im 3. Quartal 2017 weiterhin im Plus

Der Reallohnindex in Deutschland ist im 3. Quartal 2017 nach vorläufigen Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung um 0,7 % gegenüber dem dritten Quartal 2016 gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, betrug der nominale (nicht preisbereinigte) Verdienstanstieg 2,5 %. Damit liegen die Reallöhne seit dem ersten Quartal 2014 ununterbrochen über dem jeweiligen Vorjahresniveau.

Reallöhne im 3. Quartal 2017 weiterhin im Plus

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 22.12.2017

Der Reallohnindex in Deutschland ist im dritten Quartal 2017 nach vorläufigen Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung um 0,7 % gegenüber dem dritten Quartal 2016 gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, betrug der nominale (nicht preisbereinigte) Verdienstanstieg 2,5 %. Der Verbraucherpreisindex legte im selben Zeitraum um 1,8 % zu. Damit liegen die Reallöhne seit dem ersten Quartal 2014 ununterbrochen über dem jeweiligen Vorjahresniveau.

Die Reallohnsteigerung im dritten Quartal 2017 ist auf leicht überdurchschnittlich gestiegene Verdienste der Beschäftigten zurückzuführen. Der nominale Verdienstzuwachs in Höhe von 2,5 % lag 0,1 Prozentpunkte über dem Durchschnittswert der letzten 20 Quartale. Im Bereich „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ stiegen die Verdienste um 5,1 % und im Bergbau um 3,9 %. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Bereich „Information und Kommunikation“ konnten sich im Durchschnitt über eine Steigerung von 3,6 % freuen.

Zwischen den einzelnen Leistungsgruppen gab es keine gravierenden Unterschiede in den Verdienstzuwächsen. Mit +2,8 % war der Verdienstanstieg bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in leitender Stellung am größten, gefolgt von den ungelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern (+2,7 %) sowie den Fachkräften (+2,5 %). Die Verdienste von angelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie herausgehobenen Fachkräften sind mit jeweils +2,4 % leicht unterdurchschnittlich gestiegen.

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Konsumklima: Hochstimmung hält an

Die Verbraucher zeigen sich auch zum Jahresende 2017 in Hochstimmung. Sowohl die Konjunktur-, als auch die Einkommenserwartung legen zu, während die Anschaffungsneigung geringe Einbußen hinnehmen muss. GfK prognostiziert für Januar 2018 einen Anstieg des Konsumklimas gegenüber dem Vormonat um 0,1 Zähler auf 10,8 Punkte.

Konsumklima: Hochstimmung hält an

GfK, Pressemitteilung vom 22.12.2017

Die Verbraucher zeigen sich auch zum Jahresende 2017 in Hochstimmung. Sowohl die Konjunktur-, als auch die Einkommenserwartung legen zu, während die Anschaffungsneigung geringe Einbußen hinnehmen muss. GfK prognostiziert für Januar 2018 einen Anstieg des Konsumklimas gegenüber dem Vormonat um 0,1 Zähler auf 10,8 Punkte.

Die Konsumenten sehen die deutsche Wirtschaft derzeit in einem kräftigen Aufschwung. Die Konjunkturerwartung bestätigt mit einem leichten Zuwachs ihr sehr gutes Niveau. Die Einkommenserwartung legt sogar kräftig zu und scheint ihre Delle überwunden zu haben. Dagegen muss die Anschaffungsneigung geringe Einbußen hinnehmen, behauptet aber ihr exzellentes Niveau. Die gescheiterten Jamaika-Sondierungen sind scheinbar keine nachhaltige Belastung für die Konsumstimmung.

Konjunkturerwartung klettert auf Dreieinhalbjahreshoch

Die Konjunkturaussichten der Verbraucher verbessern sich kontinuierlich. Nach einem Zugewinn von 0,9 Zählern klettert der Indikator auf 45,2 Punkte. Dies ist der höchste Stand seit Juli 2014. Damals wurden 45,9 Punkte gemessen. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres schlägt sogar ein Plus von knapp 28 Zählern zu Buche.

Die Konsumenten sind derzeit davon überzeugt, dass sich der anhaltende kräftige Aufschwung auch im kommenden Jahr fortsetzt. Grund für diesen großen Optimismus bietet die exzellente Verfassung des deutschen Arbeitsmarktes. Steigende Beschäftigten- und sinkende Arbeitslosenzahlen sowie ein Rekordstand an gemeldeten offenen Stellen signalisieren den Verbrauchern, dass auch in den kommenden Monaten mit einer auf Hochtouren laufenden Wirtschaft zu rechnen ist.

Auch die Wirtschaftsexperten revidierten zuletzt ihre Wachstumsprognosen für 2018 nach oben. So geht beispielsweise das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer aktuellen Prognose davon aus, dass die Wirtschaft in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 2,2 Prozent wachsen wird.

Einkommenserwartung legt spürbar zu

Die Einkommenserwartung scheint im Dezember ihre kurze Schwächephase überwunden zu haben. Nach drei Rückgängen in Folge steigt der Indikator spürbar an. Der Zugewinn im Dezember beträgt 6,4 Zähler. Somit weist die Einkommensstimmung 54,3 Punkte auf.

Die hohe Zahl an offenen Stellen belegt die ausgezeichnete Lage auf dem Arbeitsmarkt. Auch die Einkommen der Beschäftigten steigen spürbar an. Von der guten Lohn- und Gehaltsentwicklung profitieren zudem die Rentner, deren Bezüge sich mit einjähriger Verspätung an der Lohnentwicklung orientieren.

Die positive Entwicklung des Einkommensindikators profitiert zudem vom moderaten Preisklima. So sinken im Dezember die Inflationserwartungen der deutschen Konsumenten. Moderatere Preise stärken die Kaufkraft und stützen folglich die Einkommensaussichten.

Anschaffungsneigung weiter in Bestform

Überaus stabil und auf einem exzellenten Niveau zeigt sich die Anschaffungsneigung zum Jahresende 2017. Der Indikator verliert zwar 1,4 Zähler, aber mit 57,1 Punkten steht die Kauflaune bestens da. Im Vergleich zum Vorjahr legt der Indikator sogar noch einmal um 9 Punkte zu.

Stabile Beschäftigungsverhältnisse sorgen dafür, dass der Großteil der Arbeitnehmer keine Angst um den eigenen Job haben muss. Vertrauen in die berufliche Zukunft sorgt für Planungssicherheit, wenn es um größere Anschaffungen oder Ausgaben geht. Diese Planungssicherheit ist vor allem dann wichtig, wenn für Anschaffungen Kredite benötigt werden. Zudem erhöht das derzeit niedrige Zinsniveau die Verschuldungsbereitschaft.

Die hohe Kauflaune spiegelt sich derzeit auch in weiten Bereichen des Einzelhandels wider. Dies belegen die aktuellen Zahlen der amtlichen Statistik. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Einzelhandelsumsätze von Januar bis Oktober 2017 im Vergleich zum Vorjahr nominal um 4,3 Prozent (real +2,4 Prozent). Demnach darf man bereits heute von einem erfolgreichen Jahr für den Einzelhandel sprechen.

Konsumklima: leichte Gewinne

Nach 10,7 Zählern im Dezember prognostiziert GfK für Januar 2018 einen Wert von 10,8 Punkten. Damit kann das Konsumklima wieder zulegen und startet erfolgreich in das Jahr 2018.

Dies sind exzellente Voraussetzungen für ein überaus erfolgreiches Konsumjahr 2018. Die Binnenkonjunktur wird auch künftig eine wichtige Säule der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sein. Zudem signalisiert die aktuelle Entwicklung, dass die gescheiterten Jamaika-Sondierungen im November die Konsumstimmung nicht negativ beeinflussten.

Dennoch bleiben gewisse Risiken für das Konsumklima, vor allem aus dem Ausland. Der schleppende Verlauf der Brexit-Verhandlungen, die künftige Ausgestaltung der US-amerikanischen Handelspolitik mit möglichen protektionistischen Tendenzen sowie die Spannungen mit Nord-Korea könnten die Konsumstimmung künftig beeinträchtigen.

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IMK hebt Konjunkturprognose an: 2,3 % Wirtschaftswachstum 2017 und 2018

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung hebt die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft erneut an. 2017 und 2018 wird das Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt um jeweils 2,3 Prozent zunehmen.

IMK hebt Konjunkturprognose an: 2,3 % Wirtschaftswachstum 2017 und 2018

Wachstum noch breiter aufgestellt, weil Investitionen anspringen

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 20.12.2017

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung hebt die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft erneut an. 2017 und 2018 wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahresdurchschnitt nach der am 20.12.2017 veröffentlichten IMK-Winterprognose um jeweils 2,3 Prozent zunehmen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv: Obwohl das Arbeitskräfteangebot durch Zuwanderung spürbar gewachsen ist, geht die Arbeitslosigkeit kontinuierlich zurück: auf 5,7 Prozent 2017 und 5,5 Prozent 2018. Nach langer Zurückhaltung weiten die Unternehmen ihre Investitionen in Ausrüstungen deutlich aus – im kommenden Jahr um 7 Prozent. Auch der Export legt zu. Tragende Säule der konjunkturellen Entwicklung bleibt aber trotz höherer Inflation die private Nachfrage.

Gegenüber seiner Vorhersage vom Oktober hebt das IMK die Wachstumsprognose für 2017 um 0,3 Prozentpunkte und die für 2018 um 0,2 Prozentpunkte an. In seiner Prognose für beide Jahre vom März war das Institut noch von 1,3 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent im Jahresmittel ausgegangen.

Trotz des stärkeren Wachstums sehen die Konjunkturexperten keine Anzeichen für ein Heißlaufen der Konjunktur. „Wir erleben einen robusten, von der Binnennachfrage getragenen Aufschwung, aber keinen Boom, von dem Gefahren ausgehen“, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, der wissenschaftliche Direktor des IMK. „Im Gegenteil: Wenn jetzt die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen anspringen, erhöhen sich die Kapazitäten und damit auch die künftigen Spielräume für weiteres spannungsfreies Wachstum.“ In dieser Situation seien zusätzliche öffentliche Investitionen mit den Schwerpunkten, Bildung, Eindämmung des Klimawandels und Erhöhung des Produktionspotenzials durch bessere Infrastruktur sehr sinnvoll. „Wenn sich, wie wir es prognostizieren, Beschäftigung und Einkommen weiter kräftig entwickeln, hat der Staat durch sprudelnde Steuereinnahmen auch die Mittel dafür“, so Horn.

Kerndaten der Prognose für 2017 und 2018

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft zieht an. Die private Nachfrage verliert etwas an Dynamik, bleibt aber kräftig. Die Teuerungsrate liegt deutlich höher als 2015 und 2016, als die Preise fast stagnierten. Doch nach der IMK-Prognose steigen auch die nominalen Bruttolöhne und -gehälter etwas stärker, die Unternehmens- und Vermögenseinkommen entwickeln sich kräftig, sodass der private Konsum trotzdem weiter expandiert. Sein Wachstumsbeitrag macht in beiden Jahren etwa die Hälfte der BIP-Zunahme aus. Auch die Investitionen der Unternehmen leisten einen stärkeren Beitrag und die Exporte nehmen ebenfalls verstärkt zu. Hier wirkt sich die etwas dynamischere Weltkonjunktur, insbesondere der sich festigende Aufschwung in den übrigen Staaten des Euroraums, positiv aus. Die deutsche Wirtschaft profitiert weiterhin von der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die unter anderem die negativen Effekte aus der Euro-Aufwertung gegenüber dem Dollar dämpft.

Arbeitsmarkt

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland nimmt weiter kräftig zu – um 650.000 Personen auf knapp 44,3 Millionen im Jahresdurchschnitt 2017 und weitere rund 560.000 Personen im Jahresmittel 2018. Das entspricht einem Zuwachs um 1,5 Prozent und 1,3 Prozent. Obwohl mehr anerkannte Asylbewerber auf den Arbeitsmarkt kommen, sinkt die Arbeitslosigkeit weiter: Für 2017 erwarten die Forscher einen Rückgang um etwa 150.000 Personen, sodass im Jahresdurchschnitt gut 2,53 Millionen Menschen ohne Job sein werden. Für 2018 erwartet das IMK, dass die Arbeitslosenzahl um jahresdurchschnittlich gut 90.000 auf etwa 2,43 Millionen Personen sinkt. Das entspricht Arbeitslosenquoten von 5,7 und 5,5 Prozent.

Außenhandel

Auch der Euroraum befindet sich im Aufschwung: 2017 und 2018 wächst das BIP in der Währungsunion um jeweils 2,3 Prozent. In den USA und vielen Schwellenländern zieht die konjunkturelle Dynamik ebenfalls an. Lediglich in Großbritannien schwächt sich das Wachstum ab. Die deutschen Ausfuhren profitieren von der stärkeren Weltkonjunktur. Sie nehmen im Jahresdurchschnitt 2017 um 3,9 Prozent und im Jahresmittel 2018 um 5,1 Prozent zu. Der drastische Rückgang der Ausfuhren nach Großbritannien – sie lagen im September 2017 um 6,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau – wird durch die positive Entwicklung in anderen Regionen aufgefangen. Die Importe wachsen in beiden Jahren etwas kräftiger als die Ausfuhren: jahresdurchschnittlich um 4,7 und 5,8 Prozent. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss wird also leicht sinken, bleibt aber weiterhin sehr hoch. 2017 wird er laut IMK 7,7 Prozent des BIP und 2018 7,6 des BIP betragen.

Investitionen

Im günstigeren konjunkturellen Umfeld überwinden die Unternehmen ihre Investitionszurückhaltung: 2017 steigen die Ausrüstungsinvestitionen um durchschnittlich 4,3 Prozent, 2018 zieht der Jahresdurchschnitt auf 7 Prozent an. Die Bauinvestitionen verlieren auf solidem Niveau etwas an Dynamik: 2017 nehmen sie im Jahresmittel um 3,5 Prozent zu, 2018 um 2,6 Prozent. Dabei kommt es zu einer Verlagerung: Die Investitionen in den Wohnbau schwächen sich angesichts hoher und weiter steigender Immobilienpreise ab, während der Wirtschaftsbau stärker zulegt.

Einkommen und Konsum

Die verfügbaren Einkommen wachsen 2017 und 2018 real um jeweils durchschnittlich 2 Prozent. Die Sparquote sinkt in diesem Jahr geringfügig und stagniert im nächsten Jahr. Die realen privaten Konsumausgaben nehmen weiterhin kräftig zu: um 2,2 bzw. 2 Prozent.

Inflation und öffentliche Finanzen

Die allgemeine Preisentwicklung in Deutschland ist stärker als in den Vorjahren. Sie bleibt 2017 und 2018 mit 1,7 und 1,5 Prozent aber weiterhin hinter dem EZB-Inflationsziel von knapp unter zwei Prozent zurück.

Der von der Binnennachfrage getragene Aufschwung sorgt weiterhin für starke Steuereinnahmen und Einnahmeüberschüsse bei Gebietskörperschaften und Sozialkassen: 2017 beträgt der gesamtstaatliche Finanzierungssaldo 1,2 Prozent des BIP, 2018 steigt er auf 1,3 Prozent.

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Erzeugerpreise November 2017: +2,5 % gegenüber November 2016

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im November 2017 um 2,5 % höher als im November 2016. Im Oktober 2017 hatte die Jahresveränderungsrate bei +2,7 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Erzeugerpreise im November gegenüber dem Vormonat Oktober geringfügig um 0,1 %.

Erzeugerpreise November 2017: +2,5 % gegenüber November 2016

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.12.2017

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im November 2017 um 2,5 % höher als im November 2016. Im Oktober 2017 hatte die Jahresveränderungsrate bei +2,7 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Erzeugerpreise im November gegenüber dem Vormonat Oktober geringfügig um 0,1 %.

Die Preisentwicklung bei Vorleistungsgütern, die einen Anteil von 31 % am Gesamtindex haben, wirkte sich im November 2017 am stärksten auf die Entwicklung der Erzeugerpreise insgesamt aus. Vorleistungsgüter waren im November 2017 um 3,3 % teurer als im November 2016. Gegenüber dem Vormonat Oktober sanken diese Preise um 0,1 %. Metalle kosteten 8,4 % mehr als im November 2016, jedoch sanken die Preise gegenüber dem Vormonat um 0,6 %. Dabei war Walzstahl im Vorjahresvergleich um 11,9 % teurer (-0,9 % gegenüber Oktober 2017), Nicht-Eisenmetalle und deren Halbzeug verteuerten sich um 6,4 % (-0,7 % gegenüber Oktober 2017). Chemische Grundstoffe kosteten 4,6 % mehr als ein Jahr zuvor.

Energie war im November 2017 um 3,0 % teurer als im November 2016. Gegenüber Oktober 2017 stiegen die Energiepreise um 0,6 %. Die Preisentwicklung im Vorjahresvergleich war bei den einzelnen Energieträgern weiterhin sehr unterschiedlich: Während Mineralölerzeugnisse um 8,5 % teurer waren und elektrischer Strom 2,7 % mehr kostete als ein Jahr zuvor, war Erdgas in der Verteilung um 3,7 % billiger.

Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise um 2,3 % höher als im November des Vorjahres. Gegenüber Oktober 2017 sanken sie um 0,1 %.

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im November 2017 um 2,4 % höher als im November 2016, im Vergleich zum Vormonat Oktober sanken sie jedoch um 0,2 %. Nahrungsmittel kosteten im Jahresvergleich 3,4 % mehr. Gegenüber dem Vormonat Oktober sanken hier die Preise um 0,3 %. Gegenüber dem Vorjahresmonat wies Butter auch im November 2017 den höchsten Preisanstieg auf. Sie war um 27,8 % teurer als im November 2016, jedoch fielen die Preise allein gegenüber Oktober 2017 um 16,1 %. Milch kostete 21,1 % mehr als im Vorjahresmonat (+3,2 % gegenüber Oktober 2017). Margarine verteuerte sich um 6,4 %, Kaffee um 5,1 % und Fleisch ohne Geflügel um 1,5 % (-1,5 % gegenüber Oktober 2017). Zucker war hingegen 13,9 % billiger als im November 2016, gegenüber Oktober 2017 fielen die Preise um 13,3 %. Damit war Zucker so billig wie seit fast 50 Jahren nicht mehr.

Investitionsgüter waren im November 2017 um 1,1 % teurer als im November 2016 (+ 0,1 % gegenüber Oktober 2017), Gebrauchsgüter kosteten 1,2 % mehr als im Vorjahresmonat (unverändert gegenüber Oktober 2017).

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ifo Geschäftsklima sinkt leicht

Zur Weihnachtszeit ist die Stimmung in den deutschen Chefetagen ausgezeichnet, aber nicht mehr ganz so euphorisch wie im Vormonat. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Dezember leicht auf 117,2 Punkte gesunken.

ifo Geschäftsklima sinkt leicht

ifo Institut, Pressemitteilung vom 19.12.2017

Zur Weihnachtszeit ist die Stimmung in den deutschen Chefetagen ausgezeichnet, aber nicht mehr ganz so euphorisch wie im Vormonat. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Dezember auf 117,2 Punkte gesunken, nach 117,6 (saisonbereinigt korrigiert) im November. Dies war auf weniger optimistische Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Ihre aktuelle Geschäftslage hingegen bewerteten sie besser als im Vormonat. In der deutschen Wirtschaft herrscht Feststimmung.

Im Verarbeitenden Gewerbe konnte der Index sein Rekordniveau nicht halten. Die Industriefirmen blicken nicht mehr ganz so optimistisch auf die kommenden Monate. Ihre aktuelle Lage jedoch schätzen sie positiver ein, vor allem aufgrund besserer Auftragslage. Beide Indices liegen zum Jahresabschluss deutlich über ihrem langfristigen Mittelwert. Die Unternehmen erwarten weiter steigende Preise.

Im Großhandel hat sich das Geschäftsklima auf hohem Niveau etwas verschlechtert. Die Großhändler waren mit ihrer aktuellen Lage weniger zufrieden. Auch der Ausblick fiel weniger positiv aus. Der Einzelhandel hingegen berichtet von einem glänzenden Weihnachtsgeschäft. Jedoch gehen weniger Händler davon aus, dass sich ihr Geschäft in den kommenden Monaten weiter verbessert.

Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindex gestiegen. Die Unternehmen korrigierten ihre Einschätzungen zu Lage und Erwartungen nach oben.

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BMWi und KfW unterstützen Gründer mit neuer digitaler Plattform

Das BMWi und die KfW haben die Pilotphase für eine neue digitale Gründerplattform gestartet. Ab März 2018 erhalten Gründungswillige dort individuelle Hilfestellung. Außerdem seien die zentralen Akteure für die Gründungsberatung und -finanzierung auf der Plattform eingebunden.

BMWi und KfW unterstützen Gründer mit neuer digitaler Plattform

BMWi und KfW, Gemeinsame Pressemitteilung vom 19.12.2017

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und die KfW Bankengruppe gehen neue Wege beim Ausbau der Gründungsinfrastruktur in Deutschland und starten gemeinsam mit ihrem Partner BusinessPilot die Pilotphase für eine neue digitale Gründerplattform.Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Matthias Machnig: „Wir wollen die Chancen der Digitalisierung gezielt nutzen, um den Prozess der Existenzgründung in Deutschland zu vereinfachen. Hierzu gehören innovative Tools für die Planungsphase, aber auch – und dies ist vielleicht sogar entscheidender – eine digitale Infrastruktur, die es Gründerinnen und Gründern ermöglicht, in Interaktion mit eigenen sowie externen Netzwerken zu treten. Auf diese Weise kann eine enge Verbindung zu regionalen Akteuren geschaffen werden, was für die Gründung vor Ort eine wesentliche Rolle spielt.“

Auf der Website www.gruenderplattform.de erhalten Gründungswillige ab März 2018 individuelle Hilfestellung – von der Idee, über das Geschäftsmodell und den Businessplan bis hin zur Auswahl passender Förderung und Finanzierung. Gleichzeitig sind deutschlandweit die zentralen Akteure für die Gründungsberatung und -finanzierung auf der Plattform eingebunden. Somit bieten mit der Gründerplattform die KfW, deren gesetzlicher Auftrag Gründungs- und Beratungsförderung beinhaltet, und das BMWi maßgeschneiderte Unterstützung für jeden Gründungsinteressierten. Gleichzeitig sollen die Hürden im Gründungsprozess abgebaut werden, damit mehr Menschen den Schritt in die Selbständigkeit wagen und so ein Beitrag zur Belebung des Gründergeschehens in Deutschland geleistet wird.

„Wir wissen aus unseren Studien: nur mit einer guten Vorbereitung wird die Gründung erfolgreich“, sagt Dr. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW-Bankengruppe. „Besonders freut mich das große Interesse, so dass bereits jetzt schon mehr als 35 Partner aus allen Säulen des Finanzsektors sowie den Kammern in die Gründerplattform eingebunden sind. Weitere Partner werden folgen. All diese Akteure zusammen auf einer Website zu haben, wird Gründerinnen und Gründern helfen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen.“

Potenzielle Gründerinnen und Gründer können ihre Vorhaben ab März 2018 mit Hilfe der Gründerplattform kostenlos entwickeln. Bis dahin laufen die mehrstufige Testphase der Plattform sowie die deutschlandweite Einbindung der zentralen Gründungsunterstützer.

Über den Newsletter können sich Interessierte zu aktuellen Entwicklungen sowie zum Start der Plattform informieren.

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Jährliche Inflationsrate im Euroraum auf 1,5 % gestiegen

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag lt. Eurostat im November 2017 bei 1,5 %, gegenüber 1,4 % im Oktober. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,6 % betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im November 2017 bei 1,8 %, gegenüber 1,7 % im Oktober. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,6 % betragen.

Jährliche Inflationsrate im Euroraum auf 1,5 % gestiegen

Anstieg in der EU auf 1,8 %

Eurostat, Pressemitteilung vom 18.12.2017

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im November 2017 bei 1,5 %, gegenüber 1,4 % im Oktober. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,6 % betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im November 2017 bei 1,8 %, gegenüber 1,7 % im Oktober. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,6 % betragen. Diese Daten werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht.

Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Zypern (0,2 %), Irland (0,5 %) und Finnland (0,9 %) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Estland (4,5 %), Litauen (4,2 %) und dem Vereinigten Königreich (3,1 %) verzeichnet. Gegenüber Oktober 2017 ging die jährliche Inflationsrate in vier Mitgliedstaaten zurück, blieb in neun unverändert und stieg in fünfzehn an.

Der stärkste Aufwärtsimpuls für die jährliche Inflation im Euroraum kam von den Teilindizes Kraftstoffe für Verkehrsmittel (+0,21 Prozentpunkte, Pp.), Flüssige Brennstoffe (+0,07 Pp.) und Milch, Käse & Eier (+0,05 Pp.), während Telekommunikation (-0,11 Pp.), Bekleidungsartikel (-0,07 Pp.) und Sozialschutz (-0,04 Pp.) am stärksten senkend wirkten.

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Frauen haben nur halb so viel Rentenanspruch wie Männer

Laut einer Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung verfügten Männer im Jahr 2015 im Schnitt über mehr als doppelt so hohe Alterssicherungseinkommen wie Frauen. Noch größer sei der Abstand bei der betrieblichen Altersversorgung in der Privatwirtschaft. Bei der Hinterbliebenenrente schnitten dagegen die Männer schlechter ab.

Frauen haben nur halb so viel Rentenanspruch wie Männer

Abstand bei gesetzlicher Rente geringer als bei betrieblicher Vorsorge

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 14.12.2017

Bei der Altersversorgung haben Frauen das Nachsehen: Der „Gender Pension Gap“ liegt bei 53 Prozent, zeigt ein neuer Report des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Die aktuelle Auswertung des WSI-Gender-Daten-Portals macht deutlich, wie es um die Geschlechtergerechtigkeit im Ruhestand steht. WSI-Forscherin Dr. Christina Klenner hat gemeinsam mit Dr. Alexandra Wagner und Dr. Peter Sopp vom Forschungsteam Internationaler Arbeitsmarkt in Berlin die Einkommen von Rentnern und Rentnerinnen verglichen. Ihrer Analyse zufolge schneiden Frauen bei allen drei Säulen der Alterssicherung schlechter ab als Männer.

Wenn man die Einkünfte aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Altersvorsorge zusammenrechnet, ergibt sich für das Jahr 2015 ein „Gender Pension Gap“ von 53 Prozent. Das heißt: Männer verfügen im Schnitt über mehr als doppelt so hohe Alterssicherungseinkommen wie Frauen. Im Westen fällt die Lücke mit 58 Prozent deutlich größer aus als im Osten mit 28 Prozent. Im europäischen Vergleich hat Deutschland damit einen der höchsten Gender Pension Gaps – nur in Luxemburg ist die Differenz noch geringfügig größer.

Zwar sind auch in der gesetzlichen Rente – der mit Abstand wichtigsten Säule der Altersversorgung – die eigenen Ansprüche von Frauen weit niedriger als die von Männern, doch bietet die gesetzliche Rentenversicherung Mechanismen des sozialen Ausgleichs zugunsten von Frauen. So werden hier beispielsweise Phasen der Kindererziehung anerkannt. Die Höhe der gesetzlichen Rente betrug 2015 bei den Männern durchschnittlich 1.154 Euro, bei den Frauen 634 Euro pro Monat – eine Differenz von 45 Prozent.

Deutlich größer ist laut Studie die Kluft bei der betrieblichen Altersversorgung in der Privatwirtschaft: Hier liegen die Frauen mit 240 Euro knapp 60 Prozent gegenüber den Männern zurück, die auf 593 Euro kommen. Zudem haben nur 7 Prozent der Rentnerinnen überhaupt eigene Ansprüche aus der betrieblichen Altersversorgung, von den männlichen Ruheständlern immerhin 26 Prozent. Günstiger stellt sich die Situation im öffentlichen Dienst dar. Von der Zusatzversorgung profitieren 12 Prozent der weiblichen und 10 Prozent der männlichen Rentner. Aber auch hier erhalten die Männer mit im Schnitt 369 Euro deutlich mehr als die Frauen mit 234 Euro. Laufende Leistungen aus der privaten Altersvorsorge beziehen 5 Prozent der Männer und 2 Prozent der Frauen, wobei Letztere mit durchschnittlich 311 Euro deutlich weniger ausgezahlt bekommen als die Männer mit 485 Euro.

Besser als die männlichen schneiden die weiblichen Ruheständler nur bei den Hinterbliebenenrenten ab: Bei den Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung kommen Witwen im Schnitt auf 660 Euro, Witwer auf 303 Euro.

Für Frauen sei es besonders wichtig die gesetzliche Rente zu stärken, schreiben die Forscherinnen. Viele Frauen hätten keine oder nur niedrige Einkünfte aus der betrieblichen und privaten Alternsversorgung (zweite und dritte Säule). „Gerade für Frauen gilt, dass sie Rentenverluste bei der ersten Säule, der gesetzlichen Rente, kaum anderweitig kompensieren könnten“, sagt WSI-Expertin Christina Klenner.

Als Erklärung für die Rentenlücke verweisen die Autoren auf die traditionelle Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern: Berufstätige Frauen nehmen häufiger Auszeiten für die Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen, arbeiten öfter in Teilzeit, werden im Schnitt schlechter bezahlt – und erwerben dementsprechend weniger Rentenansprüche. Während 85 Prozent der männlichen Rentner in den alten Bundesländern auf mindestens 30 Versicherungsjahre kommen, sind es bei den Rentnerinnen nur 45 Prozent. Pro Versicherungsjahr sammeln Frauen im Schnitt nur drei Viertel der Entgeltpunkte der Männer.

Im Zeitverlauf sind der Analyse zufolge immerhin Fortschritte erkennbar: Der Abstand zu den Alterseinkommen der Männer nimmt von Jahr zu Jahr etwas ab, weil immer mehr Frauen erwerbstätig sind und Sorgearbeit mittlerweile zum Teil bei der Rente honoriert wird. Allerdings wird die Differenz auch deshalb kleiner, weil die Alterseinkünfte der Männer tendenziell sinken. Bis zur wirklichen Gleichstellung ist es zudem noch ein weiter Weg: Aus den Anwartschaften der aktuell Erwerbstätigen zwischen 25 und 65 Jahren ergibt sich bei der gesetzlichen Rente immer noch eine Lücke von 24 Prozent.

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