DIHK legt „AHK World Business Outlook“ vor

Die dynamische Weltwirtschaft sorgt für gute Geschäfte bei deutschen Unternehmen im Ausland. Ihre aktuelle Situation und ihre Erwartungen beschreibt der vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag vorgestellte „AHK World Business Outlook“.

DIHK legt „AHK World Business Outlook“ vor

Die Bäume wachsen nicht in den Himmel

DIHK, Pressemitteilung vom 21.11.2017

Die dynamische Weltwirtschaft sorgt für gute Geschäfte bei deutschen Unternehmen im Ausland. Ihre aktuelle Situation und ihre Erwartungen beschreibt der am 21.11.2017 vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vorgestellte „AHK World Business Outlook“.An der Befragung durch die Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) beteiligten sich rund 3.000 deutsche Unternehmen, Niederlassungen und Tochtergesellschaften sowie Betriebe mit engem Deutschlandbezug. Ihre Lageeinschätzungen bleiben auf hohem Niveau; die Stabilität ist jedoch risikobehaftet.

„Wirtschaftswachstum und Welthandel haben zuletzt wieder Schwung bekommen“, fasste DIHK-Präsident Eric Schweitzer die Ergebnisse der Untersuchung gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ zusammen. Diese positive Entwicklung ziehe sich auch ins nächste Jahr.

„Dennoch wachsen die Bäume nicht in den Himmel“, relativierte der DIHK-Präsident. Angesichts des Reports sehe der DIHK „etliche Risiken heraufziehen“. So seien deutsche Unternehmen zwar weiterhin in vielen Teilen der Welt überaus erfolgreich – insbesondere in China und Europa. Handelsbarrieren oder aktuelle politische Entwicklungen wie der Brexit schränkten ihre Geschäfte aber immer mehr ein.

„Hinzu kommt die Unsicherheit über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen mit unserem größten Exportland USA – gerade vor dem Hintergrund der protektionistischen Äußerungen von US-Präsident Trump“, fuhr Schweitzer fort. Und: „In vielen Ländern der zweiten Reihe läuft die Wirtschaft nur auf Sparflamme, da sie durch die Politik ausgebremst wird.“

Dem AHK World Business Outlook zufolge sieht inzwischen jedes zweite Unternehmen weltweit in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein Risiko für die eigenen Geschäfte. „Unnötige Bürokratie, Handelsbarrieren oder protektionistische Maßnahmen verhindern ein höheres Wachstum“, berichtete Schweitzer.

Zudem würden die bereits bestehenden Erfolge wirtschaftlicher Zusammenarbeit infrage gestellt: „Der Brexit wird nach dem jetzigen Stand die Geschäfte deutscher Unternehmen erheblich einschränken. Und auch die Nafta-Neuverhandlungen schüren die Unsicherheit der Unternehmen über die Zukunft des weltweiten Handels.“

Wichtig sei daher, dass bei EU-Handelsabkommen wie mit Japan und Mercosur rasch eine umfassende Einigung erzielt werde, mahnte der DIHK-Präsident. „Beim bevorstehenden Ministertreffen in Argentinien sollte die Bundesregierung darüber hinaus für eine Stärkung der WTO werben.“

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Berufstätige sehen sich nicht für digitale Arbeitswelt gerüstet

Die meisten Berufstätigen sehen sich nicht optimal für die digitale Arbeitswelt gewappnet. Der Mehrheit fehlt es für Weiterbildungen an Zeit und Angeboten, um im Job mit den Anforderungen der Digitalisierung Schritt halten zu können. Sieben von zehn der abhängig Beschäftigten (72 Prozent) beklagen, dass während der Arbeit keine Zeit für eine Weiterbildung zum Umgang mit neuen, digitalen Technologien bleibt. Das ist u. a. das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Berufstätige sehen sich nicht für digitale Arbeitswelt gerüstet

Bitkom, Pressemitteilung vom 17.11.2017

  • Sieben von zehn haben im Job keine Zeit für Weiterbildungen
  • Drei Viertel sehen Digitalkompetenz als neue Kernkompetenz
  • Digitale Formate wie Lern-Apps machen lebenslanges Lernen leichter

Die meisten Berufstätigen sehen sich nicht optimal für die digitale Arbeitswelt gewappnet. Der Mehrheit fehlt es für Weiterbildungen an Zeit und Angeboten, um im Job mit den Anforderungen der Digitalisierung Schritt halten zu können. Sieben von zehn der abhängig Beschäftigten (72 Prozent) beklagen, dass während der Arbeit keine Zeit für eine Weiterbildung zum Umgang mit neuen, digitalen Technologien bleibt. Sechs von zehn (59 Prozent) sagen, dass ihr Arbeitgeber keine Weiterbildungen zu Digitalthemen anbietet. Und vier von zehn (39 Prozent) erklären, dass ihr Arbeitgeber vermehrt auf neue, digitale Technologien setzt, ohne in die dafür erforderliche Weiterbildung seiner Mitarbeiter zu investieren. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Neben der Motivation der Mitarbeiter spielen auch das vorhandene Zeitbudget und das Angebot an Weiterbildungen durch den Arbeitgeber eine entscheidende Rolle. Hier ist vor allem das Management gefordert. Lebenslanges Lernen muss raus aus dem Podiumssprech und rein in die unternehmerische Praxis. Digitalkompetenz gehört dabei in den Mittelpunkt“, sagt Bitkom Präsident Achim Berg.

Digitalkompetenz wird zur Kernkompetenz

Drei von vier Erwerbstätigen (77 Prozent) sind der Ansicht, dass Digitalkompetenz für ihren Arbeitsplatz künftig genauso wichtig sein wird wie fachliche oder soziale Kompetenz. 8 Prozent meinen, dass Digitalkompetenz in Zukunft die wichtigste Fähigkeit von Arbeitnehmern sein wird. Berg: „Fragt man Geschäftsführer und Personalentscheider, zeigt sich ein ähnliches Bild. Digitalkompetenz wird in allen Branchen zur Kernkompetenz.“ Schon heute sind digitale Technologien im Job nicht mehr wegzudenken. Acht von zehn Erwerbstätigen (80 Prozent) sagen, dass digitale Technologien wie Computer, Internet oder digitale Produktionsmaschinen für ihre tägliche Arbeit eine große Bedeutung haben. Je nach Thema haben die Erwerbstätigen einen unterschiedlichen Nachholbedarf. Jeder Dritte (32 Prozent) hat bereits eine Weiterbildung zur richtigen Bedienung von Standardprogrammen zum Beispiel von Microsoft, SAP oder DATEV gemacht. Jeder Vierte (27 Prozent) dagegen hat dazu noch keine Weiterbildung absolviert, obwohl es im Job hilfreich wäre. Zur allgemeinen Handhabung digitaler Technik hat sich jeder Fünfte (19 Prozent) weitergebildet und ein weiteres Drittel (31 Prozent) hielte das für hilfreich. Seltener bilden sich Erwerbstätige weiter zu Datenschutz im Internet (13 Prozent), Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft (13 Prozent), technischen Grundlagen wie Programmiersprachen (9 Prozent), rechtlichen Grundlagen im Internet wie Urheberrecht (8 Prozent) und richtigem Verhalten in Chats und Sozialen Netzwerken (3 Prozent).

76 Prozent der Bundesbürger bilden sich privat weiter

Allgemein gibt es ein breites Bewusstsein für die Bedeutung von lebenslangem Lernen im digitalen Zeitalter. Jeweils etwa neun von zehn Bundesbürgern ab 14 Jahren sagen, dass lebenslanges Lernen im Zusammenhang mit Digitalisierung immer wichtiger wird (92 Prozent), Weiterbildungen zu Digitalthemen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen (89 Prozent) und Weiterbildungen zu digitalen Technologien Voraussetzung für Erfolg im Beruf sind (88 Prozent). Die Bereitschaft, sich außerhalb des Jobs weiterzubilden, ist entsprechend groß. Drei Viertel der Bundesbürger (76 Prozent) bilden sich privat weiter. Die populärsten Themen sind Ernährung/Kochen (klassische Lernformate: 36 Prozent; digitale Lernformate: 23 Prozent), Computer-Programme wie Microsoft Office oder Adobe Photoshop (25 Prozent/7Prozent) und Fremdsprachen (20 Prozent/7 Prozent). Im Programmieren bilden sich 4 Prozent klassisch weiter, 2 Prozent nutzen digitale Lernformate. Dabei unterscheidet sich der Zeitaufwand sehr stark. Pro Woche sind 13 Prozent bereit, bis zu 30 Minuten zu investieren, 27 Prozent bis zu einer Stunde, 21 Prozent bis zu zwei Stunden, 13 Prozent bis zu einen Tag und 2 Prozent mehrere Tage. Jeder Fünfte (20 Prozent) ist dagegen nicht bereit, Zeit in eine private Weiterbildung zu investieren. Berg sieht hier Potenzial für digitale Lernformate. „Digitale Lernformate wie Online-Tutorials, Lern-Apps fürs Smartphone oder MOOCs sind vielseitig und leicht zugänglich. Sie lassen sich immer und überall nutzen – etwa auf Bahnfahrten, im Wartezimmer oder an der Bushaltestelle. Neue Technologien wie adaptive Learning ermöglichen Inhalte, die genau an den individuellen Wissensstand und Lernfortschritt angepasst sind.“ Das bestätigt auch die Studie: Knapp neun von zehn Nutzern digitaler Lernformate (87 Prozent) sehen den Vorteil, sich immer und überall weiterbilden zu können. Sechs von zehn (59 Prozent) sind überzeugt, mit digitalen Lernformaten schneller und zielgerichteter lernen zu können. 43 Prozent sagen, digitales Lernen macht mehr Spaß als mit klassischen Lernformaten.

Weiterbildungsangebote ausbauen

Der Bitkom fordert eine Initiative von Politik und Wirtschaft, um lebenslanges und informelles Lernen zu stärken. In der beruflichen Weiterbildung sollten die Angebote kontinuierlich verbessert und an die sich wandelnden Anforderungen der Digitalisierung angepasst werden. Für Weiterbildungsangebote zu digitalen Kompetenzen sollten staatliche Programme aufgelegt werden. Die Vermittlung von Digitalkompetenz muss zudem über die gesamte Bildungskette hinweg in den Vordergrund rücken. Um die Bereitschaft zu Weiterbildungen zu erhöhen, sollten für Unternehmen und Erwerbstätige gezielt Anreize geschaffen werden, etwa durch Steuererleichterungen. Neben der Politik seien auch die Unternehmen gefordert, betont Berg: „Bei der derzeit allgemein guten Auftragslage versäumen es viele Unternehmen, in das Geschäft und die Mitarbeiter von morgen zu investieren. In Zukunft braucht es vor allem sehr gut qualifizierte Fachkräfte – dafür müssen auch die Unternehmen sorgen.“

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Start-ups brauchen endlich bessere Rahmenbedingungen

Wie die künftige Bundesregierung den Standort Deutschland für Start-ups attraktiver machen könnte, haben die IHKs rund 300 Gründer gefragt. Das Ergebnis: Die jungen Unternehmen benötigen insbesondere bessere Finanzierungsbedingungen, weniger Bürokratie, steuerliche Erleichterungen und – vor allem auf dem Land – eine leistungsfähigere IT-Infrastruktur.

Start-ups brauchen endlich bessere Rahmenbedingungen

DIHK, Pressemitteilung vom 16.11.2017

Die Start-ups von heute sind der innovative Mittelstand von morgen. Obwohl die Politik das erkannt hat, hapert es bei den Bedingungen für Gründer nach wie vor. Die IHKs haben bundesweit rund 300 Start-ups gefragt, wie eine künftige Bundesregierung den Standort Deutschland für sie attraktiver machen könnte.

Finanzierungsbedingungen verbessern

Für nahezu jedes zweite Start-up sind die Anträge für öffentliche Fördermittel zu kompliziert. Auch der Zugang zu Wagniskapital ist noch schwierig. Ein Drittel der Start-ups fordert Erleichterungen. Viele Innovationen verlangen Spezialwissen, das mit Generalisten-Know-how von Fremdfinanzierungspartnern häufig nicht vollständig abgedeckt werden kann. Hier helfen branchenkundige Venture-Capital-Finanzierer. Für diese Investoren ist es eine Erleichterung, wenn sie beim Einstieg vorhandene Verluste auch weiterhin steuerlich geltend machen können. Diese Regeln sind zwar kürzlich verbessert worden, der Gesetzgeber knüpft das aber an zu restriktive Voraussetzungen: Das Start-up muss sein Geschäftsmodell so lange beibehalten, bis seine Verluste durch Gewinne verbraucht wurden. Das kann mitunter Jahre dauern und widerspricht der Herausforderung der Start-ups, sich immer wieder neu zu erfinden. Gerade mit Blick auf die hohe Innovationsschlagzahl vieler Start-ups muss hier nachgebessert werden.

Bürokratie? Nein danke!

Digitales Business erfordert rasches Handeln. Da wiegen Zeitverluste infolge von Bürokratie schwer. Knapp die Hälfte der Start-ups fordert deshalb spürbare Vereinfachungen im Steuerrecht, ein gutes Drittel konsequenten Bürokratieabbau auf weiteren Feldern. Sie wünschen sich eine Anlaufstelle, über die Anmeldungen und Genehmigungen erledigt werden können. Ein wichtiges Ziel beim E-Government ist es, die 100 meistgenutzten Verwaltungsdienstleistungen online anzubieten. Gerade für technologieorientierte Start-ups wäre zudem eine steuerliche Forschungsförderung wichtig. Das könnte eine ideale Ergänzung zur Projektförderung sein. Auch mit kleinen steuerlichen Maßnahmen könnte die künftige Regierung punkten: Gründer sollten ihre Umsatzsteuer-Voranmeldung nicht mehr monatlich, sondern vierteljährlich erledigen dürfen.

Ohne leistungsfähige Netze geht gar nichts

Vor allem in ländlichen Regionen fordern Start-ups eine bessere IT-Infrastruktur. Deshalb plädiert der DIHK nachdrücklich für eine flächendeckende Glasfaser- und moderne Mobil-Infrastruktur. Nur mit leistungsfähigem Netz können innovative Start-ups überall in Deutschland erfolgreich sein. Ein gutes Netz ist aber nicht nur technisch zu verstehen. Rund 26 Prozent setzen auf eine bessere „Vernetzung“ mit der etablierten Wirtschaft, 22 Prozent auf einen leichteren Zugang zu internationalen Märkten. Hier will die IHK-Organisation selbst ansetzen: Derzeit entstehen, flankiert von der Politik, auch überregionale Plattformen mit Beteiligung von IHKs, Finanzierungspartnern und weiteren gründungsrelevanten Institutionen, die Online-Service mit persönlicher Beratung verbinden. Darüber hinaus bleibt die Bundespolitik jedoch weiter gefordert: Es liegt nun an den Koalitionären in spe, beim Thema Start-ups endlich mehr zu bewegen.

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IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft zum Jahresende auf stabilem Aufschwungpfad

Der weitere Aufschwung der deutschen Wirtschaft ist unangefochten, ein konjunktureller Einbruch auch über den Jahreswechsel hinaus praktisch kein Thema. Das Risiko, dass Deutschland in den kommenden Monaten in eine Rezession gerät, hat zuletzt wieder abgenommen. Das zeigt der IMK- Konjunkturindikator der Hans-Böckler-Stiftung.

IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft zum Jahresende auf stabilem Aufschwungpfad

Wert fest „im grünen Bereich“

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 15.11.2017

Der weitere Aufschwung der deutschen Wirtschaft ist unangefochten, ein konjunktureller Einbruch auch über den Jahreswechsel hinaus praktisch kein Thema. Das Risiko, dass Deutschland in den kommenden Monaten in eine Rezession gerät, hat zuletzt wieder abgenommen. Das zeigt der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Für den Zeitraum von November 2017 bis Ende Januar 2018 weist das Frühwarninstrument, das die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von lediglich 4 Prozent aus. Im Oktober hatte sie bei 7 Prozent gelegen. Bei Werten unter 30 Prozent besteht keine Rezessionsgefahr, der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator ist also fest im „grünen Bereich“ verankert.

Die verringerte Krisenwahrscheinlichkeit erklärt das IMK vor allem mit positiven Signalen von den Finanzmärkten: Besonders stark wirke sich aus, dass die Zinsdifferenz zwischen Unternehmens- und Staatsanleihen, der sog. Spread, weiter gesunken ist. Dieser Trend setzt sich seit mehr als anderthalb Jahren fort. Bei einem geringen Spread finden Unternehmen ein günstiges Finanzierungsumfeld vor.

Der neue Indikatorwert stütze die Erwartung, dass sich der Aufschwung weiter fortsetzt, ohne dass die Gefahr konjunktureller Überhitzung besteht, erklärt IMK-Expertin Dr. Sabine Stephan. Das Institut hat kürzlich seine Wachstumsprognose für 2017 und 2018 auf 2,0 bzw. 2,1 Prozent angehoben. Dabei sehen die Konjunkturforscher bei den relevanten Größen – Inflation und Arbeitsmarktentwicklung – keinerlei relevante Indizien für ein Heißlaufen der Wirtschaft.

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt dabei die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das Frühwarnsystem signalisiert eine Rezession, wenn die Industrieproduktion in einem Zeitraum von fünf Monaten um mindestens ein Prozent schrumpft.

Der IMK-Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

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Investitionen der Industrie im Jahr 2016 um 3,9 % höher als im Vorjahr

Im Jahr 2016 haben die deutschen Industrieunternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten 62,1 Mrd. Euro in Sachanlagen investiert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das rund 2,4 Mrd. Euro mehr als im Jahr 2015 (+3,9 %). Damit hat das Investitionsniveau der deutschen Industrie den bisherigen Höchststand seit der erstmaligen Durchführung der Erhebung für das Berichtsjahr 1964 erreicht.

Investitionen der Industrie im Jahr 2016 um 3,9 % höher als im Vorjahr

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 16.11.2017

Im Jahr 2016 haben die deutschen Industrieunternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten 62,1 Milliarden Euro in Sachanlagen investiert. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, waren das rund 2,4 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2015 (+3,9 %). Damit hat das Investitionsniveau der deutschen Industrie den bisherigen Höchststand seit der erstmaligen Durchführung der Erhebung für das Berichtsjahr 1964 erreicht.

Erhöht hat sich das Investitionsvolumen im Jahr 2016 gegenüber 2015 insbesondere in der Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen (+21,7 % auf 2,4 Milliarden Euro). Einen deutlichen Anstieg gab es auch in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+7,4 % auf 15,4 Milliarden Euro) und im Maschinenbau (+6,8 % auf 7,3 Milliarden Euro).

Die Investitionen in Sachanlagen gingen 2016 gegenüber 2015 dagegen in den Wirtschaftszweigen Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren (-7,4 % auf 3,2 Milliarden Euro) und Herstellung von chemischen Erzeugnissen (-2,2 % auf 5 Milliarden Euro) zurück.

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Konjunktur: Ausblick verbessert sich erneut

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland liegen im November 2017 abermals über den Werten des Vormonats. Der Index liegt jetzt bei 18,7 Punkten, dies sind 1,1 Punkte mehr als im Oktober. Der langfristige Durchschnitt von 23,7 Punkten wird jedoch noch immer unterschritten.

Konjunktur: Ausblick verbessert sich erneut

ZEW, Pressemitteilung vom 14.11.2017

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland liegen im November 2017 abermals über den Werten des Vormonats. Der Index liegt jetzt bei 18,7 Punkten, dies sind 1,1 Punkte mehr als im Oktober. Der langfristige Durchschnitt von 23,7 Punkten wird jedoch noch immer unterschritten. „Der Ausblick für die deutsche Wirtschaft ist nach wie vor erfreulich positiv. Das auch für Europa insgesamt hohe Wachstum im dritten Quartal unterstützt das weitere Wachstum in Deutschland und beflügelt die Erwartungen für die nächsten sechs Monate. Die gute konjunkturelle Situation sollte dafür genutzt werden, die Grundlagen für zukünftiges Wachstum robuster zu machen“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD.Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage in Deutschland ist ebenfalls wieder angestiegen. Der Index beträgt aktuell 88,8 Punkte und damit 1,8 Punkte mehr als im Oktober.

Die Erwartungen der Finanzmarktexperten/-innen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone steigen nach dem Rückgang des Vormonats wieder deutlich an. Der Erwartungsindikator erhöht sich um 4,2 Punkte auf 30,9 Punkte. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum steigt ebenfalls stark an. Er liegt im November bei 47,8 Punkten, 11,3 Punkte höher als im Oktober. Die Aussichten für die Konjunktur im Eurogebiet haben sich damit sehr deutlich verbessert.

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im November 2017

Wie das BMWi mitteilt, hat die deutsche Wirtschaft ihren kräftigen Aufschwung auch im dritten Vierteljahr 2017 fortgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,8 Prozent.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im November 2017

BMWi, Pressemitteilung vom 14.11.2017

  • Die deutsche Wirtschaft wächst auch im dritten Quartal kräftig. Die globale Wirtschaft liefert wieder mehr Impulse.
  • Die Industrie entwickelt sich schwungvoll. Auftragseingänge und Stimmungsindikatoren senden positive Signale für die kommenden Monate.
  • Die Kauflaune der Verbraucher bleibt hoch. Der Anstieg der Verbraucherpreise hat sich angesichts stabilerer Energiepreise im Jahresverlauf normalisiert.
  • Die positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt halten an. Die Nachfrage nach Arbeitskräften in weiten Teilen der Wirtschaft ist sehr groß. Die Arbeitslosigkeit und die Unterbeschäftigung verringern sich in der Tendenz. Am Arbeitsmarkt bleiben dennoch strukturelle Herausforderungen bestehen.

Die deutsche Wirtschaft hat ihren kräftigen Aufschwung auch im dritten Vierteljahr 2017 fortgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,8 Prozent. Im zweiten Quartal hatte die gesamtwirtschaftliche Leistung um 0,6 Prozent und im ersten Quartal nochmals aufwärtsrevidiert sogar um 0,9 Prozent zugenommen. Wesentliche Impulse für den dynamischen Aufschwung kommen von der wieder stärker wachsenden globalen Nachfrage nach Industriegütern. Daher sind im dritten Quartal nachfrageseitig wichtige Wachstumsbeiträge vom Außenhandel und von den Investitionen gekommen. Entsprechend dürfte insbesondere das Verarbeitende Gewerbe seine Produktion kräftig ausgeweitet haben. Die Indikatoren deuten auf eine rege Fortsetzung des Aufschwungs im Jahresschlussquartal hin. Das Geschäftsklima sowohl in der gewerblichen Wirtschaft als auch bei den Dienstleistungen ist rekordverdächtig gut. Die Bauwirtschaft arbeitet nahe an ihrer Kapazitätsgrenze, die Auftragslage im Verarbeitenden Gewerbe wird immer besser und der Beschäftigungsaufbau insbesondere in den Dienstleistungsbereichen nimmt kein Ende. Zudem hat die Unsicherheit in der Wirtschaft weiter abgenommen.

Das Expansionstempo der Weltwirtschaft hat im laufenden Jahr an Fahrt gewonnen. Die globalen Stimmungsindikatoren signalisieren einen zunehmenden Optimismus. Die weltweite Industrieproduktion nahm nach einem leichten Rückgang im August weiter zu und setzte damit ihre aufwärtsgerichtete Entwicklung fort. Zuletzt lag sie um 3,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Die Dynamik in den asiatischen Schwellenländern ist hoch, aber vor allem die Konjunktur in den entwickelten Volkswirtschaften belebte sich. Der konjunkturelle Aufschwung des Euroraums behielt die hohe Dynamik des zweiten Quartals auch im dritten Vierteljahr mit einem Zuwachs um 0,6 Prozent nahezu bei. Gleiches gilt für die Vereinigten Staaten, in denen das BIP im dritten Quartal um 0,7 Prozent expandierte. Die japanische Wirtschaft hatte im zweiten Quartal merklich zugelegt. Von den Schwellenländern verzeichnete China wieder eine gleichmäßigere wirtschaftliche Entwicklung. Alles in allem ist somit davon auszugehen, dass das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr deutlich höher ausfällt als im Vorjahr.

Nach der Zahlungsbilanzstatistik der Deutschen Bundesbank gingen die Ausfuhren an Waren und Dienstleistungen im September 2017 in jeweiligen Preisen zwar um 2,2 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Im Quartalsvergleich erhöhten sie sich hingegen um 1,2 Prozent. Die Einfuhren verringerten sich im September weniger stark um 1,8 Prozent. Im Quartalsvergleich nahmen sie weniger stark als die Ausfuhren um 0,2 Prozent zu. Der seit Jahresbeginn kumulierte Leistungsbilanzüberschuss liegt immer noch spürbar niedriger als ein Jahr zuvor. Die positiven Signale der nationalen Indikatoren zur Außenwirtschaft sowie die weltwirtschaftliche Belebung lassen trotz eines stärkeren Euros eine weitere Expansion der deutschen Exporte erwarten. Aufgrund der starken Binnennachfrage und den damit einhergehenden Importzuwächsen wird der Außenbeitrag in diesem Jahr voraussichtlich dennoch wachstumsneutral ausfallen.

Die Industriekonjunktur blieb im Herbst sehr dynamisch. Gegenüber dem ohnehin starken ersten Halbjahr hat sich das Expansionstempo sogar noch etwas beschleunigt. Im dritten Quartal legten sowohl die Industrieproduktion als auch die Umsätze um 1,7 Prozent zu. Der Aufschwung erstreckt sich über nahezu alle Industriezweige und steht damit auf einem breiten Fundament. Die Auftragseingänge, die mit einem Anstieg von 3,6 Prozent im dritten Quartal sehr kräftig ausfielen, aber auch das gute Geschäftsklima signalisieren eine Fortsetzung der positiven Entwicklung. Trotz weiterhin niedriger Zinsen ging die Bauproduktion ausgehend vom hohen Produktionsniveau zu Jahresbeginn im dritten Quartal um 1,0 Prozent zurück. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die Bauwirtschaft nahe ihrer Kapazitätsgrenzen bewegt. Umfragen des ifo Instituts deuten darauf hin, dass ein Mangel an Arbeitskräften immer mehr Bauunternehmen an der Ausführung ihrer Aufträge hindert.

Der private Konsum war im ersten Halbjahr ein wesentlicher Wachstumsträger. Im dritten Quartal dürfte er sich vorübergehend etwas ruhiger entwickelt haben. Die Umsätze im Einzelhandel haben im September (+0,5 Prozent) nach schwächeren Daten in den Ferienmonaten wieder etwas angezogen, sodass im dritten Quartal (+0,3 Prozent) nur noch ein leichtes Umsatzplus erreicht wurde. Die Umsätze im Kfz-Handel, die bis August vorliegen, stiegen nur um 0,2 Prozent nach einem Rückgang im Juli um 1,0 Prozent. Das ifo Geschäftsklima für den Einzelhandel hatte sich daher im dritten Quartal vorübergehend merklich abgekühlt. Im Oktober waren die Einzelhändler dann aber wieder sehr viel besser gestimmt. Das Konsumklima der Verbraucher ist weiterhin ungetrübt positiv, obwohl die Verbraucherpreise auf Jahressicht im Oktober um 1,6 Prozent zulegten.

Die Situation und die Aussichten am Arbeitsmarkt sind weiterhin positiv. Die Erwerbstätigkeit wächst um Saisoneinflüsse bereinigt seit dem zweiten Quartal etwas moderater als im letzten Winterhalbjahr, im September um 41.000 Personen. Damit waren im September rund 650.000 Personen mehr erwerbstätig als ein Jahr zuvor. Die Entwicklung bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verläuft sogar noch dynamischer. Sie stieg im August, bereinigt um die Saisoneinflüsse, um 74.000 Personen. Die einschlägigen Frühindikatoren von BA, ifo und IAB signalisieren eine anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften in weiten Teilen der Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit und die Unterbeschäftigung sind im Oktober saisonbereinigt jeweils um 11.000 Personen zurückgegangen. Nach Ursprungszahlen sank die Arbeitslosigkeit auf 2,39 Mio. Personen, den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit dürfte sich fortsetzen; er könnte jedoch etwas schleppender verlaufen, weil Personen mit Migrationshintergrund nach dem Abschluss von Integrations- und Sprachkursen nicht sofort auf dem Arbeitsmarkt Erfolg haben. Zudem bleiben weitere Herausforderungen, wie die Eindämmung der Langzeitarbeitslosigkeit und die höhere Arbeitslosigkeit in strukturschwachen Gebieten, bestehen.

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Verbraucherpreise Oktober 2017: +1,6 % gegenüber Oktober 2016

Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen lt. Statistischem Bundesamt im Oktober 2017 um 1,6 % höher als im Oktober 2016. Im September und August 2017 hatte die Inflationsrate jeweils bei +1,8 % gelegen. Im Vergleich zum September 2017 blieb der Verbraucherpreisindex im Oktober 2017 unverändert.

Verbraucherpreise Oktober 2017: +1,6 % gegenüber Oktober 2016

Preise für Nahrungsmittel erneut gestiegen

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.11.2017

Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im Oktober 2017 um 1,6 % höher als im Oktober 2016. Im September und August 2017 hatte die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – jeweils bei +1,8 % gelegen. Im Vergleich zum September 2017 blieb der Verbraucherpreisindex im Oktober 2017 unverändert. Das Statistische Bundesamt bestätigt somit seine vorläufigen Gesamtergebnisse vom 30. Oktober 2017.

Im Oktober 2017 lagen die Energiepreise 1,2 % über dem Vorjahresniveau. Im September 2017 hatte die Teuerungsrate der Energie noch bei +2,7 % gelegen. Der preistreibende Einfluss der Energiepreise auf die Gesamtteuerung hat sich damit deutlich abgeschwächt. Kraftstoffe und Haushaltsenergie verteuerten sich im Oktober 2017 im Vergleich zum Vorjahresmonat jeweils um 1,2 %. Unter den Produkten der Haushaltsenergie gab es Preiserhöhungen unter anderem bei leichtem Heizöl (+3,8 %), Strom (+1,9 %) sowie Umlagen von Zentralheizung und Fernwärme (+0,8 %). Hingegen verbilligte sich Gas um 1,7 %. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Oktober 2017 ebenfalls bei +1,6 % gelegen.

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich von Oktober 2016 bis Oktober 2017 um 4,3 % und wirkten deutlich preistreibend auf die Gesamtteuerung. Der Preisanstieg für Nahrungsmittel im Vorjahresvergleich hat sich seit Juli 2017 kontinuierlich verstärkt (Juli 2017: +2,7 %; August 2017: +3,0 %; September 2017: +3,6 %). Teurer als ein Jahr zuvor waren im Oktober 2017 vor allem Speisefette und Speiseöle (+27,9 %), insbesondere kostete Butter (+54,0 %) erheblich mehr. Auch für Molkereiprodukte (+15,2 %) mussten die Verbraucher durchweg spürbar mehr bezahlen. Deutliche Preiserhöhungen gab es auch bei Obst (+4,1 %, darunter Äpfel: +18,8 %), Fisch und Fischwaren (+3,0 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+2,6 %). Nur die Preise für Süßwaren gingen binnen Jahresfrist leicht zurück (-0,2 %). Ohne Berücksichtigung der Preise für Energie und Nahrungsmittel hätte die Inflationsrate im Oktober 2017 bei +1,2 % gelegen.

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von Oktober 2016 bis Oktober 2017 um 1,9 %. Unter den Waren verteuerten sich neben Nahrungsmitteln und Energieprodukten unter anderem Zeitungen und Zeitschriften (+5,2 %), Tabakwaren (+4,6 %) sowie pharmazeutische Erzeugnisse (+2,6 %).

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt stiegen im Oktober 2017 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,2 % und damit weniger stark als die Preise für Waren. Bedeutsam für die Preiserhöhung der Dienstleistungen waren die Nettokaltmieten (+1,6 % gegenüber Oktober 2016), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Noch stärker verteuerten sich zum Beispiel Verpflegungsdienstleistungen (+2,2 %), Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,3 %) und stationäre Gesundheitsdienstleistungen (+3,5 %). Einige Dienstleistungen waren hingegen erheblich günstiger, beispielsweise Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (-7,6 %) in Folge der Umsetzung des Pflegestärkungsgesetzes II im Januar 2017. Zudem gingen die Preise binnen Jahresfrist für Pauschalreisen (-1,0 %) und Telekommunikationsdienstleistungen (-0,7 %) zurück.

Veränderung im Oktober 2017 gegenüber dem Vormonat September 2017

Im Vergleich zum September 2017 blieb der Verbraucherpreisindex im Oktober 2017 unverändert. Saisonbedingte Preisrückgänge gab es im Oktober 2017 vor allem bei Pauschalreisen (-7,1 %). Zudem gingen die Preise für Energie insgesamt binnen Monatsfrist leicht zurück (-0,1 %). Für Kraftstoffe mussten die Verbraucher 0,8 % weniger bezahlen. Die Preise für einzelne Kraftstoffsorten entwickelten sich teilweise gegenläufig (zum Beispiel Superbenzin: -1,6 %, aber Dieselkraftstoff: +1,6 %). Deutliche Preisanstiege gab es hingegen bei leichtem Heizöl (+2,2 %).

Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt erhöhten sich im Oktober 2017 gegenüber dem Vormonat um 0,8 %. Teurer wurde hier vor allem Gemüse (+2,9 %) und Obst (+2,4 %, darunter Äpfel: +2,3 %). Erneut erhöhten sich die Preise für Speisefette und Speiseöle (+1,7 %, darunter Butter: +2,8 %) sowie Molkereiprodukte (+0,9 %, darunter Schnittkäse: +3,6 %; H-Milch: +1,0 %). Hingegen gingen die Preise für Süßwaren (-0,7 %) sowie Fisch und Fischwaren (-0,2 %) leicht zurück.

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4,3 % weniger Unternehmensinsolvenzen im August 2017

Im August 2017 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.712 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 4,3 % weniger als im August 2016.

4,3 % weniger Unternehmensinsolvenzen im August 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.11.2017

Im August 2017 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.712 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 4,3 % weniger als im August 2016.

Im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) gab es im August 2017 mit 331 Fällen die meisten Unternehmensinsolvenzen. 265 Insolvenzanträge stellten Unternehmen des Baugewerbes. Im Wirtschaftsbereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wurden 219 Insolvenzanträge gemeldet.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für August 2017 auf rund 4,5 Milliarden Euro. Im August 2016 hatten sie bei 1,7 Milliarden Euro gelegen. Dieser Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass die Gerichte im August 2017 mehr Insolvenzen von wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen registriert hatten als im August 2016.

Zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen meldeten 8.240 übrige Schuldner im August 2017 Insolvenz an (-3,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Darunter waren 6.253 Insolvenzanträge von Verbrauchern und 1.660 Insolvenzanträge von ehemals selbstständig Tätigen, die ein Regel- beziehungsweise ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchlaufen.

Auf Basis der bisherigen Entwicklung rechnet das Statistische Bundesamt für das gesamte Jahr 2017 mit rund 20.400 Unternehmensinsolvenzen (2016: 21.518). Das wäre die niedrigste Zahl an Unternehmensinsolvenzen seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999. Weiterhin werden rund 72.600 Verbraucherinsolvenzen (2016: 77.238) für das Jahr 2017 erwartet. Die Gesamtzahl der Insolvenzen für das Jahr 2017 wird voraussichtlich bei rund 117.000 Insolvenzfällen liegen (2016: 122.514).

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Stimmung in Mittelstand und bei Großunternehmen gleichzeitig mit neuem Allzeithoch

Die deutsche Wirtschaft brummt, die Stimmung in den Unternehmen knackt einen Rekord nach dem anderen. Das ist das aktuelle Ergebnis des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers.

Stimmung in Mittelstand und bei Großunternehmen gleichzeitig mit neuem Allzeithoch

KfW, Pressemitteilung vom 07.11.2017

  • Neuer Stimmungsrekord bei kleinen und mittleren Unternehmen nur dank besserer Erwartungen
  • Geschäftsklima in Großunternehmen nach deutlichem Zuwachs nun ebenfalls rekordhoch
  • Deutscher Aufschwung stabil und schwungvoll

Die deutsche Wirtschaft brummt, die Stimmung in den Unternehmen knackt einen Rekord nach dem anderen: Während die Mittelständler im Oktober die Messlatte für das Allzeithoch des Geschäftsklimas bereits das fünfte Mal in diesem Jahr auf nun 30,8 Saldenpunkte (+0,2 Zähler ggü. Vormonat) nach oben schieben, stellen die Großunternehmen erstmals den seit fast sieben Jahren bestehenden Höchstwert von 29,7 Saldenpunkten (+3,0 Zähler ggü. Vormonat) aus dem Dezember 2010 ein. Die Stimmung bei Mittelständlern und Großunternehmen klettert damit erst zum dritten Mal überhaupt gleichzeitig auf ein Allzeithoch. Das unterstreicht nicht nur die Dynamik des gegenwärtigen Aufschwungs, sondern auch dessen sehr breites Fundament.

Ausschlaggebend für die bessere Stimmung unter den kleinen und mittleren Unternehmen ist allein der optimistischere Blick in die Zukunft: Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate verbessern sich um 1,9 Zähler auf nun 18,7 Saldenpunkte. Dagegen geben die Lageurteile um 1,7 Zähler (auf weiterhin extrem hohe 43,0 Saldenpunkte) nach. Bei den Großunternehmen hingegen zeigen sich aktuell fühlbare Verbesserungen bei den Lageurteilen (+3,4 Zähler auf 43,5 Saldenpunkte). Zugleich setzt sich die schon seit Juli zu beobachtende, kontinuierliche Aufhellung der Erwartungen fort (+2,5 Zähler auf 16,2 Saldenpunkte).

Die verschiedenen Branchen warten im Oktober wieder mit einigen neuen Rekorden und auch ansonsten beeindruckenden Ergebnissen auf. So erreicht das Geschäftsklima der großen Industriefirmen ein neues Allzeithoch (+4,3 Zähler auf 32,7 Saldenpunkte) und auch die Stimmung der industriellen Mittelständler bleibt nur unwesentlich hinter ihrem Spitzenwert aus dem Vormonat zurück (-0,8 Zähler auf 29,3 Saldenpunkte). Zugleich setzen die mittelständischen Baufirmen ihre Rekordjagd mit hoher Dynamik fort (+3,8 Zähler auf 40,6 Saldenpunkte), während die großen Baufirmen ungeachtet eines leichten Rückgangs noch immer die mit Abstand am besten gestimmte Branche Deutschlands sind (-1,1 Zähler auf 46,6 Saldenpunkte). Der Einzelhandel berichtet zu Beginn des Winterhalbjahres von kräftigen Stimmungsaufhellungen in beiden Größenklassen (Mittelständler +3,0 Zähler auf 25,9 Saldenpunkte, Großunternehmen sogar +8,2 Zähler auf 15,5 Saldenpunkte). Demgegenüber ist der Großhandel der einzige Wirtschaftsbereich, bei dem das Geschäftsklima im Berichtsmonat in beiden Segmenten spürbar nachgibt (Mittelständler -3,2 Zähler auf 28,6 Saldenpunkte, Großunternehmen -5,0 Zähler auf 27,0 Saldenpunkte) – allerdings halten sich die Stimmungswerte auch hier auf einem historisch gesehen weiterhin sehr hohen Niveau.

„Rückenwind aus dem In- und Ausland bei stabilen Preisen treibt das Geschäftsklima nach oben“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW, zu den aktuellen Ergebnissen des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers. „Die hohen Erwartungen sind berechtigt. Dass die Konjunktur so gut läuft, verdanken wir der globalen Erholung und wachsenden Exporten sowie dem fortgesetzten Anstieg von Beschäftigung und Löhnen, der für eine stabile Binnendynamik sorgt. Der Erfolg darf jedoch nicht den Blick auf die Stärkung der Wachstumsquellen von morgen verstellen. Dazu zählen Bildung, Digitalisierung, Innovationen sowie eine faire Teilhabe an Fortschritt und Wachstum genauso wie eine tragfähige Architektur für Europa“, so Zeuner.

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