Schutz vor Handelsumlenkung: EU-Kommission richtet neues Einfuhrüberwachungsinstrument ein

Die EU-Kommission will den europäischen Markt besser vor den indirekten Auswirkungen durch Handelsumlenkungen schützen. Diese entstehen, wenn eine erhebliche Menge an Waren, die aufgrund hoher Zölle und anderer Beschränkungen nicht auf andere Märkte gelangen können, in die EU umgeleitet werden. Ein neues Einfuhrüberwachungsinstrument soll die EU mit der notwendigen Faktenbasis vor solchen plötzlichen und potenziell störenden Importanstiegen schützen.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 05.06.2025

Die EU-Kommission will den europäischen Markt besser vor den indirekten Auswirkungen durch Handelsumlenkungen schützen. Diese entstehen, wenn eine erhebliche Menge an Waren, die aufgrund hoher Zölle und anderer Beschränkungen nicht auf andere Märkte gelangen können, in die EU umgeleitet werden. Ein neues Einfuhrüberwachungsinstrument soll die EU mit der notwendigen Faktenbasis vor solchen plötzlichen und potenziell störenden Importanstiegen schützen.

Die EU schützt ihre Interessen – Binnenmarkt als Quelle unseres Wohlstandes

Handels-Kommissar Maroš Šefčovič sagte: „Die jüngsten Turbulenzen im globalen Handelssystem haben das Risiko schädlicher Handelsumlenkungen erhöht – Produkte, die von Hochzollmärkten umgeleitet werden, könnten ihren Weg nach Europa finden, weshalb die Kommission entschlossen handelt. Wir sind der offenste Markt der Welt, was für unsere Menschen und Unternehmen eine enorme Quelle des Wohlstands ist, und wir werden nicht zulassen, dass illegale und einseitige Handelsmaßnahmen diese wichtige Stärke beeinträchtigen. Mit diesem neuen Einfuhrüberwachungsinstrument verstärken wir unsere Fähigkeit, unsere eigenen Interessen zu schützen und den Anstieg der Einfuhren zu stoppen, die auf unseren Markt umgeleitet werden.“

Bessere Faktenbasis durch Zusammenarbeit mit Mitgliedstaaten und Industrie

Faktengestützte Informationen auf Grundlage von Zolldaten wird das Überwachungsinstrument die Kommission in die Lage versetzen, steigende Einfuhren rasch zu erkennen und frühzeitig wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um den EU-Markt vor negativen Auswirkungen zu schützen. Um diese Initiative weiter zu stärken, fordert die Kommission Hersteller, Industrieverbände und Mitgliedstaaten in der EU auf, die auf der Website verfügbaren Einfuhrtrends zu überprüfen und weitere Marktinformationen und Daten zur wirtschaftlichen Lage der Branche bereitzustellen. Dies wird der Kommission helfen, bestimmte Produkte zu identifizieren, die durch einen erheblichen Anstieg der Einfuhren gefährdet ein könnten.

„Einfuhrüberwachungs-Taskforce“

Das neue Instrument baut auf der Initiative von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf, eine „Einfuhrüberwachungs-Taskforce“ einzurichten, um die Märkte und Industrien der EU zu schützen. Diese Gruppe hat die Aufgabe, sich mit den Herausforderungen der Handelsumlenkung zu befassen, insbesondere im Zuge der jüngsten Turbulenzen im globalen Handelssystem.

Die Arbeit der Task Force konzentriert sich auf die Bereitstellung zeitnaher und fundierter Erkenntnisse zur Unterstützung des Entscheidungsprozesses der Kommission. Sie hat bereits ein internes Dashboard entwickelt, das alle Einfuhren in die EU überwacht und durch statistische Analysen auch Produkte identifiziert, bei denen ein potenziell schädlicher Anstieg der Einfuhren zu verzeichnen ist. Die Taskforce, die sich auf den Zeitraum seit dem 1. Januar 2025 konzentriert, wird die Einfuhren und andere Indikatoren fortlaufend überwachen und die Ergebnisse regelmäßig online veröffentlichen.

Darüber hinaus nimmt die Kommission einen Dialog mit China auf, um Handelsumlenkungen zu verfolgen und sicherzustellen, dass alle nennenswerten Entwicklungen gebührend berücksichtigt werden.

Dieser proaktive Ansatz wird es der EU ermöglichen, den Trends einen Schritt voraus zu sein und aufkommenden Risiken zu begegnen. Durch die enge Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern und Interessengruppen zeigt die Kommission ihr Engagement für den Schutz der wirtschaftlichen Interessen der EU und die Förderung gleicher Wettbewerbsbedingungen für die europäische Industrie.

Quelle: Europäische Union, Europäische Kommission – Vertretung in Deutschland

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Produktion im April 2025: -1,4 % zum Vormonat

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im April 2025 gegenüber März 2025 saison- und kalenderbereinigt um 1,4 % gesunken.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 06.06.2025

Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 2,1 % gesunken

Produktion im Produzierenden Gewerbe
April 2025 (real, vorläufig):
-1,4 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-1,8 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

März 2025 (real, revidiert):
+2,3 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-0,7 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im April 2025 gegenüber März 2025 saison- und kalenderbereinigt um 1,4 % gesunken. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von Februar 2025 bis April 2025 um 0,5 % höher als in den drei Monaten zuvor. Im März 2025 stieg die Produktion gegenüber Februar 2025 nach Revision der vorläufigen Ergebnisse um 2,3 % (vorläufiger Wert: +3,0 %). Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2024 war die Produktion im April 2025 kalenderbereinigt 1,8 % niedriger.

Produktionsrückgänge in vielen Branchen

Die negative Entwicklung im Produzierenden Gewerbe im April 2025 verteilt sich auf viele Wirtschaftsbereiche. So fiel die Produktion in der Pharmaindustrie saison- und kalenderbereinigt um 17,7 % im Vergleich zum Vormonat, nachdem sie im März 2025 um 19,3 % gestiegen war. Auch der Produktionsrückgang im Maschinenbau (-2,4 %) wirkte sich im April 2025 negativ auf das Gesamtergebnis aus. Positiv entwickelte sich hingegen die Produktion im Baugewerbe (+1,4 %) und in der Nahrungsmittelindustrie (+5,7 %).

Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) nahm im April 2025 gegenüber März 2025 saison- und kalenderbereinigt um 1,9 % ab. Innerhalb der Industrie sank dabei die Produktion von Investitionsgütern um 2,3 %, von Vorleistungsgütern um 1,9 % und von Konsumgütern um 1,5 %. Außerhalb der Industrie fiel die Energieerzeugung um 1,6 %.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2024 sank die Industrieproduktion kalenderbereinigt um 2,5 %.

Produktion in energieintensiven Industriezweigen gesunken

In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im April 2025 gegenüber März 2025 saison- und kalenderbereinigt um 2,1 % gesunken. Im Dreimonatsvergleich war die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen von Februar 2025 bis April 2025 um 0,8 % höher als in den drei Monaten zuvor. Verglichen mit dem Vorjahresmonat April 2024 war die energieintensive Produktion im April 2025 kalenderbereinigt um 2,7 % niedriger. Eine Analyse zum Produktionsindex für energieintensive Industriezweige ist auf der Themenseite „Industrie, Verarbeitendes Gewerbe“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes verfügbar.

Revision weiter zurückliegender Werte

Mit dem Berichtsmonat April 2025 wurden die monatlichen Werte zur Produktion ab Januar 2024 für den Produktionsindex revidiert.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Exporte im April 2025: -1,7 % zum März 2025

Im April 2025 sind die deutschen Exporte gegenüber März 2025 kalender- und saisonbereinigt um 1,7 % gesunken und die Importe um 3,9 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, sanken die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2024 um 2,1 %, während die Importe um 3,8 % stiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 06.06.2025

Exporte (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), April 2025
131,1 Milliarden Euro
-1,7 % zum Vormonat
-2,1 % zum Vorjahresmonat

Importe (kalender- und saisonbereinigte Wareneinfuhren), April 2025
116,5 Milliarden Euro
+3,9 % zum Vormonat
+3,8 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), April 2025
14,6 Milliarden Euro

Im April 2025 sind die deutschen Exporte gegenüber März 2025 kalender- und saisonbereinigt um 1,7 % gesunken und die Importe um 3,9 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, sanken die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2024 um 2,1 %, während die Importe um 3,8 % stiegen.

Im April 2025 wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 131,1 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 116,5 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss damit im April 2025 mit einem Überschuss von 14,6 Milliarden Euro ab. Im März 2025 hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo der Außenhandelsstatistik +21,3 Milliarden Euro betragen. Im April 2024 hatte er bei +21,6 Milliarden Euro gelegen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im April 2025 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 72,9 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 59,8 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber März 2025 stiegen die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 0,9 % und die Importe aus diesen Staaten um 4,5 %. In die Staaten der Eurozone wurden Waren im Wert von 50,6 Milliarden Euro (+0,5 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 39,4 Milliarden Euro (+5,0 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden Waren im Wert von 22,4 Milliarden Euro (+1,8 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 20,3 Milliarden Euro (+3,5 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im April 2025 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 58,1 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 56,7 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber März 2025 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 4,8 % ab, während die Importe von dort um 3,4 % stiegen.

Die meisten deutschen Exporte gingen im April 2025 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt 10,5 % weniger Waren exportiert als im März 2025. Damit nahmen die Exporte in die Vereinigten Staaten auf einen Wert von 13,0 Milliarden Euro ab. Dies ist der niedrigste Wert seit Oktober 2024 (12,3 Milliarden Euro). Gegenüber dem Vorjahresmonat April 2024 nahmen die Exporte in die Vereinigten Staaten kalender- und saisonbereinigt um 6,3 % ab. Die Exporte in die Volksrepublik China sanken um 5,9 % auf 7,0 Milliarden Euro. Die Exporte in das Vereinigte Königreich sanken um 2,1 % auf 6,3 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im April 2025 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro eingeführt. Das waren 4,1 % weniger als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen um 3,9 % auf 8,4 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 8,1 % auf 3,0 Milliarden Euro ab.

Die Exporte in die Russische Föderation sanken im April 2025 gegenüber März 2025 kalender- und saisonbereinigt um 5,3 % auf 0,6 Milliarden Euro, gegenüber April 2024 nahmen sie um 9,3 % ab. Die Importe aus Russland sanken im April 2025 gegenüber März 2025 um 22,6 % auf 0,1 Milliarden Euro, gegenüber April 2024 nahmen sie um 50,3 % ab.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im April 2025 Waren im Wert von 131,5 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 116,8 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2024 sanken die Exporte damit um 5,2 % und die Importe stiegen um 1,3 % an. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im April 2025 mit einem Überschuss von 14,7 Milliarden Euro ab. Im April 2024 hatte der Saldo +23,5 Milliarden Euro betragen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im April 2025: +0,6 % zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im April 2025 gegenüber März 2025 saison- und kalenderbereinigt um 0,6 % gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 05.06.2025

Auftragseingang ohne Großaufträge: +0,3 %

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe
April 2025 (real, vorläufig):
+0,6 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+4,8 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

März 2025 (real, revidiert):
+3,4 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+3,7 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im April 2025 gegenüber März 2025 saison- und kalenderbereinigt um 0,6 % gestiegen. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um 0,3 % höher als im Vormonat. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von Februar 2025 bis April 2025 um 0,5 % höher als in den drei Monaten zuvor, ohne Großaufträge stieg er um 1,3 %. Im März 2025 stieg der Auftragseingang nach Revision der vorläufigen Ergebnisse gegenüber Februar 2025 um 3,4 % (vorläufiger Wert: +3,6 %).

Die positive Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im April 2025 ist wesentlich auf den deutlichen Anstieg im Bereich Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen zurückzuführen. Hier lagen die Neuaufträge aufgrund mehrerer Großaufträge um 21,5 % höher als im Vormonat. Auch die Zuwächse von Auftragseingängen im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge; +7,1 %) und im Bereich Herstellung von Metallerzeugnissen (+4,4 %) wirkten sich positiv aus. Negativ beeinflussten das Gesamtergebnis hingegen die Rückgänge im Bereich Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (-9,2 %) und im Maschinenbau (-4,2 %). Auch die Neuaufträge in der Pharmaindustrie lagen im April 2025 um 14,1 % niedriger, nachdem diese im Vormonat 16,2 % gestiegen waren.

Bei den Investitionsgütern stieg der Auftragseingang im April 2025 um 4,1 % gegenüber dem Vormonat. Demgegenüber fiel der Auftragseingang sowohl bei den Vorleistungsgütern (-3,4 %) als auch bei den Konsumgütern (-5,9 %).

Die Auslandsaufträge gingen um 0,3 % zurück. Dabei stiegen die Aufträge aus der Eurozone 0,5 %, die Aufträge von außerhalb der Eurozone sanken hingegen um 0,9 %. Die Inlandsaufträge nahmen um 2,2 % zu.

Umsatz im April 2025 um 1,5 % niedriger als im Vormonat

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im April 2025 saison- und kalenderbereinigt 1,5 % niedriger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2024 war der Umsatz kalenderbereinigt 1,0 % geringer. Für März 2025 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg von 2,3 % gegenüber Februar 2025 (vorläufiges Ergebnis: +2,2 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Deutsche Büros nehmen Abschied von Papier und Aktenordner

Cloud statt Aktenablage, PDF statt Ausdruck, Messenger statt Brief oder Fax: Wo digital gearbeitet wird, braucht es weniger Papier. So auch bei knapp drei Vierteln der deutschen Unternehmen. Insgesamt ist der Fortschritt bei der Digitalisierung der Geschäfts- und Verwaltungsprozesse lt. Bitkom allerdings bescheiden.

Bitkom, Pressemitteilung vom 04.06.2025

  • 72 Prozent nutzen weniger Papier, mehr als die Hälfte hat die Zahl der Aktenordner reduziert
  • In der Kommunikation etablieren sich neben Videokonferenzen auch Messenger und Portale
  • Beschäftigte schauen skeptisch auf KI

Cloud statt Aktenablage, PDF statt Ausdruck, Messenger statt Brief oder Fax: Wo digital gearbeitet wird, braucht es weniger Papier. So auch bei knapp drei Vierteln der deutschen Unternehmen (72 Prozent): 3 von 10 nutzen heute deutlich weniger Papier als noch vor fünf Jahren (32 Prozent), 4 von 10 nutzen immerhin etwas weniger (40 Prozent). Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung zur Digitalisierung deutscher Büros im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die unter 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland durchgeführt wurde. Insgesamt ist der Fortschritt bei der Digitalisierung der Geschäfts- und Verwaltungsprozesse allerdings bescheiden: Während jedes neunte Unternehmen sich hierbei an der Spitze sieht (11 Prozent) und ein Drittel sich als Vorreiter wahrnimmt (37 Prozent), versteht sich immer noch knapp die Hälfte als Nachzügler (49 Prozent). 1 Prozent der Unternehmen gibt sogar an, den Anschluss bei der Digitalisierung verpasst zu haben. „Deutsche Unternehmen müssen die Digitalisierung jetzt konsequent vorantreiben, von der Planung in die Umsetzung übergehen und in digitale Kompetenzen und Infrastruktur investieren – nur so sichern sie ihre Zukunftsfähigkeit”, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom.

Ein erkennbarer Schritt in Richtung digitalisierter Büros ist jedoch die rückläufige Zahl der Aktenordner: Über die Hälfte der Unternehmen hat heute weniger Aktenordner in den Büros stehen als noch vor fünf Jahren (57 Prozent). Immerhin jedes fünfte Unternehmen nutzt sehr viel weniger (20 Prozent), etwa ein Drittel eher weniger (37 Prozent) – ebenfalls ein Drittel hat allerdings unverändert viele Ordner im Regal stehen (34 Prozent). Nur 4 Prozent haben mehr Ordner angeschafft, und lediglich jedes hundertste Unternehmen hat die Anzahl der Aktenordner stark erhöht (1 Prozent).

Zu finden sind die Aktenordner vor allem in drei Abteilungen: Bei fast allen Unternehmen, die sie noch nutzen, gibt es sie in der Personalabteilung (94 Prozent), bei 9 von 10 sind sie nach wie vor in der Buchhaltung oder im Controlling im Einsatz (91 Prozent). Auch in der Geschäftsführung oder dem Management stehen bei 8 von 10 Unternehmen noch Ordner im Schrank (82 Prozent). Etwas weniger häufig, und zwar in je rund zwei Dritteln der Unternehmen, tauchen sie im Kundenservice und Vertrieb (69 Prozent) oder in der Logistik (65 Prozent) auf. In der Produktion oder Fertigung sind sie im Vergleich dazu eher eine Seltenheit (30 Prozent).

Nachhaltigkeit und Einsparungen treiben Digitalisierung

Aber warum macht die deutsche Wirtschaft eigentlich den Schritt von analog zu digital? Fast alle Unternehmen digitalisieren Prozesse, um nachhaltiger zu werden (94 Prozent), 9 von 10 möchten auf diese Weise Kosten sparen (92 Prozent). Drei Viertel haben das Ziel, effizienter und transparenter zu arbeiten (77 Prozent), fast ebenso viele wollen ihre Beschäftigten durch Digitalisierungsmaßnahmen entlasten (74 Prozent). Digitalisierung steigert aber auch Kundennähe und Wettbewerbsfähigkeit: Knapp 9 von 10 Unternehmen wollen durch die Digitalisierung den Anforderungen ihrer Kundinnen und Kunden besser gerecht werden (88 Prozent), 85 Prozent möchten ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten oder steigern. Außerdem nutzen je rund 7 von 10 Unternehmen die Digitalisierung, um sich gegenüber Bewerberinnen und Bewerbern als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren (74 Prozent) oder dem Fachkräftemangel zu begegnen (65 Prozent). 8 von 10 Unternehmen setzen so aber auch schlichtweg gesetzliche Vorgaben um (82 Prozent).

Ob die Potenziale der Digitalisierung tatsächlich ausgeschöpft werden, hängt dabei maßgeblich von der Führungsriege ab. Lediglich 58 Prozent der Unternehmen sind der Meinung, ihr Management verfüge über die nötige Digitalkompetenz, um die Digitalisierung voranzutreiben.

In der Kommunikation setzen sich Messenger und Portale durch

Auch mit Blick auf die Kommunikationswege, sowohl intern als auch nach außen, geht der Trend weg vom Papier – stattdessen setzen die Unternehmen auf Messenger, Portale und Kollaborationstools. Brief und Fax befinden sich dagegen weiterhin auf dem absteigenden Ast: Nur noch etwas über ein Drittel der Unternehmen nutzt sehr häufig oder häufig Briefpost (39 Prozent), beim Fax trifft dies nur noch auf ein knappes Fünftel zu (18 Prozent). Wie schon im Vorjahr nutzt dagegen praktisch jedes Unternehmen sehr häufig oder häufig E-Mails (100 Prozent), ebenfalls fast alle kommunizieren regelmäßig per Smartphone (94 Prozent). Fast gleichauf befindet sich noch das klassische Festnetz-Telefon (93 Prozent), gefolgt von Videokonferenzen, die inzwischen von zwei Dritteln der Unternehmen regelmäßig genutzt werden (67 Prozent). Vor allem Messenger-Dienste haben an Beliebtheit gewonnen: Sie werden ebenfalls von zwei Dritteln sehr häufig oder häufig für die interne oder externe Kommunikation eingesetzt (66 Prozent, 2024: 61 Prozent). Außerdem im Kommen sind Kunden- oder Mitarbeiter-Portale mit 53 Prozent gegenüber 47 Prozent in 2024. Etwa die Hälfte der Unternehmen setzt zudem regelmäßig Textchats bzw. Kollaborationstools ein (48 Prozent), gefolgt von den sozialen Medien, die über ein Drittel sehr häufig oder häufig zur Kommunikation nutzt (36 Prozent). „Telefongespräche und E-Mails bleiben weiterhin die meistgenutzten Kommunikationswege – aber Anwendungen wie Messenger-Dienste, Online-Portale und Kollaborationstools gewinnen immer mehr an Bedeutung“, so Rohleder.

Bewusstsein für technologische Souveränität – vor allem bei KI-Chatbots

Relativ neu in der Werkzeugkiste digitaler Tools ist Künstliche Intelligenz, die zum Beispiel in Chatbots zum Einsatz kommt. Anwendungsfälle sind der Kundensupport per Chat oder die automatische Beantwortung von Rückfragen zu Rechnungen in der Buchhaltung. 6 von 10 Unternehmen haben die Vorteile eines solchen Chatbots bereits erkannt und wollen daher in Zukunft IT-Lösungen mit integrierten KI-Chatbots bevorzugen (58 Prozent). Insbesondere in der Kundenkommunikation werden sie als vielversprechend angesehen: Die Hälfte deutscher Unternehmen ist überzeugt, dass KI-Chatbots in Zukunft einen Großteil dieser Kommunikation übernehmen werden (50 Prozent). In der Realität sind sie bisher allerdings nur vereinzelt angekommen: Erst jedes achte Unternehmen hat einen KI-Chatbot für Kunden- oder Mitarbeiterservice im Einsatz (13 Prozent).

Bei der Auswahl entsprechender KI-Chatbots legen die Unternehmen großen Wert auf das Herkunftsland: 9 von 10 Unternehmen, die einen solchen Chatbot für den Kunden- und Mitarbeiterservice anbieten, achten darauf, aus welchem Land die zugrundeliegende Technologie stammt (90 Prozent) – und damit darauf, wie vertrauenswürdig die Anwendung ist. 60 Prozent aller deutschen Unternehmen machen sich mit Blick auf die Digitalisierung ihrer Geschäfts- und Verwaltungsprozesse Sorgen um die Abhängigkeit von Technologien aus dem Ausland. „Das Bewusstsein für die immense Bedeutung digitaler Souveränität ist in den deutschen Büros angekommen. Neben der Politik sind die Unternehmen selbst gefordert, einen Beitrag zur Herstellung und Sicherung dieser Souveränität zu leisten“, sagt Rohleder.

KI-Einsatz in deutschen Büros zögerlich

Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz können den Arbeitsalltag in vielerlei Hinsicht erleichtern: Fast zwei Drittel der Unternehmen glauben, dass KI helfen wird, ihre Beschäftigten bei Routineaufgaben in Geschäfts- und Verwaltungsprozessen zu entlasten (63 Prozent) – und auch die Produktivität in diesem Kontext wird durch den KI-Einsatz deutlich gesteigert, sagen 44 Prozent der Unternehmen.

Am weitesten verbreitet sind KI-Lösungen bisher für die automatisierte Verarbeitung von E-Mails – zu diesem Zweck kommen sie in jedem fünften Unternehmen zum Einsatz (20 Prozent). Zur automatischen Erkennung von Fehlern in der Buchhaltung wird KI in jedem sechsten Unternehmen eingesetzt (17 Prozent). Jeweils 11 Prozent deutscher Unternehmen machen sich die Technologie zunutze, um Termine intelligent zu verwalten oder um Unternehmenssoftware wie ERP- oder CRM-Systeme zu optimieren. Bei 6 Prozent der Unternehmen unterstützt KI in der Erstellung von Präsentationen, 3 Prozent nutzen sie zur Generierung automatischer Meeting-Protokolle. Bei der Programmierung oder in der Prozessoptimierung mittels Predictive Analytics ist der KI-Einsatz hingegen noch kaum verbreitet – in diesen Bereichen findet sie lediglich bei je 2 Prozent der Unternehmen Anwendung.

Für die eher zögerliche Annahme der Künstlichen Intelligenz in den deutschen Büros gibt es verschiedene Gründe. So stößt die Technologie auf Widerstand in der Belegschaft: Gut die Hälfte der Unternehmen nimmt seine Beschäftigten einem KI-Einsatz gegenüber als skeptisch wahr (53 Prozent). Drei Viertel der Unternehmen warten zudem erst einmal ab, welche Erfahrungen andere dabei machen (75 Prozent). Darüber hinaus wird auch der erwartete Nutzen kritisch gesehen: Denn die Hälfte glaubt, der Einsatz von KI in den Geschäfts- und Verwaltungsprozessen lohne sich nicht (50 Prozent). „Abwarten ist bei einer Technologie wie der Künstlichen Intelligenz die falsche Strategie – wer zu spät einsteigt, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Unternehmen müssen jetzt anfangen, KI-Lösungen einzuführen und Mitarbeitende entsprechend auszubilden“, so Rohleder. „Auch mit Blick auf die Digitalisierung im Allgemeinen ist es unerlässlich, schnell aufzuholen: Unternehmen sollten ihre Abläufe systematisch auf Einsatzmöglichkeiten für digitale Anwendungen überprüfen. Nach dem Prinzip ‚Digital First‘ gilt es, für neue Prozesse direkt digitale Lösungen einzuführen – und auf allen Ebenen die Akzeptanz und Kompetenz zu fördern, um entsprechende Technologien sinnvoll zu nutzen“.

Quelle: Bitkom

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Gründerinnen und Gründer in Deutschland so jung wie nie

Existenzgründerinnen und -gründer in Deutschland waren im Jahr 2024 im Durchschnitt so jung wie nie zuvor seit Erhebung des KfW-Gründungsmonitors. Im Mittel waren sie 34,4 Jahre alt, Anfang des Jahrtausends lag das Durchschnittsalter meist noch bei 37 bis 38 Jahren. Insgesamt 39 Prozent aller Gründerinnen und Gründer waren im vergangenen Jahr 18 bis 29 Jahre alt, das ist der höchste bisher gemessene Anteil dieser Alterskohorte.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 03.06.2025

  • Durchschnittsalter von Gründerinnen und Gründern liegt bei 34,4 Jahren
  • Zahl der Existenzgründungen steigt 2024 leicht
  • Positive Signale für das Gründungsgeschehen im laufenden Jahr

Existenzgründerinnen und -gründer in Deutschland waren im Jahr 2024 im Durchschnitt so jung wie nie zuvor seit Erhebung des KfW-Gründungsmonitors. Im Mittel waren sie 34,4 Jahre alt, Anfang des Jahrtausends lag das Durchschnittsalter meist noch bei 37 bis 38 Jahren. Insgesamt 39 Prozent aller Gründerinnen und Gründer waren im vergangenen Jahr 18 bis 29 Jahre alt, das ist der höchste bisher gemessene Anteil dieser Alterskohorte. Die Verjüngung ist im langfristigen Trend allerdings vor allem auf einen überdurchschnittlichen Rückgang der Zahl der Gründerinnen und Gründer im Alter von 40 bis 49 Jahren zurückzuführen. Sie machten 2024 noch 16 Prozent der Gründerinnen und Gründer aus, bei den 50- bis 65-Jährigen waren es nur noch 12 Prozent, das ist der bisher geringste Wert der „Silver Entrepreneurs“. Im Vorjahr 2023 gehörten diesen beiden Alterskohorten noch 19 und 15 Prozent der Gründerinnen und Gründer an.

Das sind Ergebnisse des jährlich erscheinenden Gründungsmonitors, den KfW Research am Dienstag bei einem Pressegespräch vorgestellt hat. Im Jahr 2024 wurden für den KfW-Gründungsmonitor repräsentativ 50.000 Telefoninterviews sowie erstmals zusätzlich 10.000 Online-Interviews geführt. Der Begriff Gründerinnen und Gründer ist dabei breit definiert: Dazu zählen Menschen, die sich im Voll- oder Nebenerwerb, freiberuflich oder gewerblich, per Neugründung, Beteiligung oder Übernahme selbstständig gemacht haben.

Positiv zu vermelden ist, dass sich im vergangenen Jahr 2024 wieder etwas mehr Menschen selbstständig gemacht haben als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Existenzgründungen stieg um 17.000 oder 3 Prozent auf 585.000. Der abkühlende Arbeitsmarkt trug dazu bei, dass sich mehr Menschen für eine Gründung entschieden haben. Die leicht positive Entwicklung der Gründungstätigkeit ist einem Plus bei den Nebenerwerbsgründungen zu verdanken. Diese erhöhten sich um 5 Prozent oder 19.000 auf 382.000. Die Zahl der Vollerwerbsgründungen ist mit 203.000 um 1 Prozent oder 2.000 Personen etwas niedriger als im Vorjahr.

Die leicht positive Gesamtentwicklung kann nicht über die schwierige Lage hinwegtäuschen: Seit Anfang des Jahrtausends hat sich die Gründungstätigkeit stark abgeschwächt, seit 2018 verharrt sie im Seitwärtstrend.

„Die Gründungsneigung in Deutschland ist gering. Das lag in den vergangenen Jahren sicher auch an der gut laufenden Wirtschaft, die Menschen haben sich für die Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses entschieden. Das ist eine Mentalitätsfrage. Es geht aber auch um Bildung“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

„Mehr Zutrauen bei finanziellen Themen erhöht die Wahrscheinlichkeit zu gründen. Von daher ist es positiv, dass die neue Regierung in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten hat, Entrepreneurship Education als Ziel für Schulqualität und Lehrerbildung zu ergänzen.“

Ein Lichtblick ist, dass die Gründungspräferenz jüngerer Menschen vergleichsweise hoch ist. 36 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gaben an, dass sie lieber selbstständig als angestellt sein wollen. Optimistisch stimmt auch, dass sich die Planungsquote bei Gründungen nach einem Tiefststand im Jahr 2023 erholt hat. 4,9 Prozent der Bevölkerung verfolgen Gründungspläne (Vorjahr 3,6 Prozent).

„Wir erwarten für 2025 leicht steigende Gründungszahlen“, sagt Dr. Dirk Schumacher.

Weitere zentrale Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors:

  • Abbruchquote: Innerhalb von drei Geschäftsjahren beendet etwa ein Drittel der Gründerinnen und Gründer die Existenzgründung wieder. Nach weiteren zwei Jahren sind noch etwa 61 Prozent der Gründungen aktiv.
  • Eingesetztes Kapital: Gründungen werden kapitalintensiver. Der Finanzmitteleinsatz lag in den vergangenen Jahren meist bei unter 5.000 Euro. Im langfristigen Durchschnitt kamen gut zwei Drittel (67 Prozent) der Gründerinnen und Gründer mit diesem Betrag aus. Das hat sich allerdings strukturell seit 2022 geändert: Im Jahr 2024 wurden nur noch bei 56 Prozent der Gründungen bis zu 5.000 Euro eingesetzt. Dies dürfte vor allem an der allgemeinen Preissteigerung liegen.
  • Finanzierung: Der Anteil von Gründerinnen und Gründern, die ihren Kapitalbedarf für die Existenzgründung ausschließlich mit Eigenmitteln deckten, lag 2024 bei 75 Prozent. Das ist der höchste bisher gemessene Wert.
  • Gründungsform: Im Jahr 2024 lag der Anteil von Neugründungen an den Existenzgründungen bei 83 Prozent. Nur 10 Prozent waren Übernahmen bereits bestehender Unternehmen, 7 Prozent entfielen auf Beteiligungen. Seit Mitte der 2000er-Jahre zeigt sich ein trendmäßiger Rückgang des Anteils von Übernahmen und Beteiligungen, auch wenn ihr Anteil im vergangenen Jahr geringfügig größer wurde. „Die Nachfolgelücke bei Unternehmen ist enorm. Wünschenswert wäre daher, dass sich mehr Menschen dazu entschließen, bestehende Unternehmen zu übernehmen“, sagt Dr. Dirk Schumacher.
  • Digitalisierung: 36 Prozent der Existenzgründungen im vergangenen Jahr waren digital. Das heißt, Kundinnen und Kunden müssen digitale Technologien einsetzen, um die Produkte und Dienstleistungen nutzen zu können. Das ist der bisher höchste gemessene Wert.
  • Arbeitsplätze: Im Jahr 2024 wurden durch Neugründungen 485.000 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze geschaffen.
  • Gründerinnen: Der Anteil von Gründerinnen lag 2024 bei 36 Prozent. Der Gründerinnenanteil pendelt typischerweise rund um seinen langjährigen Durchschnitt von 39 Prozent. Während bei Gründern nur 17 Prozent eine kurzfristige oder vorübergehende Selbstständigkeit anstreben, sind es bei Gründerinnen 28 Prozent.

Quelle: KfW

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Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit im Fokus der Energiepolitik

Mit Strompreissenkungen und neuen Gaskraftwerken möchte die Bundesregierung künftig die Bezahlbarkeit von Energie und Versorgungssicherheit sicherstellen. Doch sind das die geeigneten Maßnahmen? Die DIHK verweist auf die Zusatzkosten, die mit der Errichtung geförderter Gaskraftwerke einhergehen würden, und empfiehlt einmal mehr eine Verpflichtung der Stromversorger, ihre Lieferungen abzusichern.

DIHK, Mitteilung vom 02.06.2025

Die neue Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, hat angekündigt, die Bezahlbarkeit von Energie und Versorgungssicherheit in das Zentrum ihrer Politik zu stellen. Dazu möchte die Bundesregierung kurzfristig die Strompreise senken und neue Gaskraftwerke mit einer Kapazität von 20 Gigawatt ausschreiben, die bis 2030 ans Netz gehen sollen.

Strompreissenkung für die Betriebe überfällig

Die Elektrifizierung soll – so schon lange der politische Wille – für die Unternehmen in der Regel den Pfad zur betrieblichen Klimaneutralität ermöglichen. Vergessen hat die Politik dabei lange Zeit, dass der Strom dazu aber auch günstiger werden muss. Denn Deutschland ist traditionell Stromhochpreisland. Die schwarz-rote Koalition hat jetzt vor, hier gegenzusteuern: Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß runter, Netzentgelte deckeln, und auch bei den Umlagen soll es weniger werden. Wird dieses Programm zügig umgesetzt, kann es sehr vielen Unternehmen bei den Strompreisen helfen.

Geförderte Gaskraftwerke erhöhen Energiekosten der Wirtschaft

Doch neue Kosten stehen an anderer Stelle bereits ins Haus. Zusätzliche Belastungen für die Wirtschaft entstünden unter anderem durch die bis zu 20 Gigawatt an neuen Gaskraftwerkskapazitäten, die die Bundesregierung bis 2030 staatlich gefördert ans Netz bringen will. Zum einen würden dadurch die Preise für Gas und CO2-Zertifikate steigen, weil Kraftwerke beides in großen Mengen nachfragen. Entsprechende Preiserhöhungen würde vor allem die Industrie spüren, die bei Gas und Zertifikaten in direkter Konkurrenz zu Kraftwerken steht. Hinzu kommt, dass die staatliche Förderung, die wahrscheinlich sowohl den Bau als auch den Betrieb umfassen soll, von den Stromverbrauchern per Umlage getragen werden müsste – dies sieht das europäische Beihilferecht so vor. Auch davon wäre die Industrie mit ihrem zumeist nicht kurzfristig flexiblen Stromverbrauch in besonderem Maße betroffen. Denn die Umlage orientiert sich vor allem an den Stunden mit den höchsten Preisen – aus technischen Gründen kann die Industrie ihren Strombezug in solchen Zeiten aber kaum senken.

Versorgung muss auch ohne laufende Kraftwerke sicher sein

Kraftwerke erbringen bislang einen großen Teil der sog. Systemdienstleistungen , durch die das Stromnetz zuverlässig funktioniert. Dazu gehört zum Beispiel, dass Kraftwerke hoch- oder herunterfahren, wenn die Frequenz im Stromnetz den zulässigen Wert von 50 Hertz verlässt. Durch den Ausbau erneuerbarer Energien mehren sich aber die Stunden, in denen diese die Versorgung vollständig übernehmen. Zwar wird es immer Zeiten geben, in denen Wind und Sonne mangels Verfügbarkeit kaum etwas zur Versorgung beitragen, dennoch muss die Versorgung auch sicher sein, wenn keine oder wenig Kraftwerke am Netz sind. Das ermöglichen Speicher, die bereits marktgetrieben verstärkt ans Netz gehen, aber auch Solar- und Windenergieanlagen. Sie können und müssen dafür künftig verstärkt genutzt werden.

Risiken der Stromversorgung bei den Versorgern lassen

Staatlich geförderte Gaskraftwerke erhöhen die Energiekosten der Wirtschaft und lösen die tatsächlichen Herausforderungen des Stromsystems nicht alleine. Zudem würden ökonomische Risiken der Versorgung durch die Umlage der Stromkosten auf die Verbraucher verlagert – und damit zu einem guten Teil auf die Unternehmen. Sinnvoller ist die Festlegung, dass Stromanbieter ihre vertraglich zugesicherten Lieferungen künftig grundsätzlich nachweisbar absichern müssen. Dies ist europäisch vorgegeben und muss daher ohnehin in deutsches Recht Einzug halten. Wie sich Stromanbieter absichern, ist dabei flexibel: ob klassisch am Terminmarkt, über eigene Kraftwerke und Speicher oder über variable Verträge mit flexiblen Nachfragern – das kann und soll am besten der Markt entscheiden.

Quelle: DIHK

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Viele Mittelständler ziehen sich aus dem Auslandsgeschäft zurück

Viele mittelständische Unternehmen aus Deutschland ziehen sich lt. KfW aus dem Auslandsgeschäft zurück. Waren im Jahr 2022 noch rund 880.000 der rund 3,8 Millionen Mittelständler im Ausland aktiv, so waren es ein Jahr später nur noch etwa 763.000.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 02.06.2025

  • Zahl der jenseits der deutschen Grenzen aktiven Unternehmen sinkt stark
  • Auslandsumsätze des Mittelstands schrumpfen 2023 preisbereinigt um 6,5 Prozent
  • Sorgenvoller Blick in Richtung USA

Viele mittelständische Unternehmen aus Deutschland ziehen sich aus dem Auslandsgeschäft zurück. Waren im Jahr 2022 noch rund 880.000 der rund 3,8 Millionen Mittelständler im Ausland aktiv, so waren es ein Jahr später nur noch etwa 763.000. Der Anteil grenzüberschreitend tätiger mittelständischer Unternehmen ist damit von rund 23 Prozent auf 20 Prozent gesunken und liegt unter dem langjährigen Durchschnitt vor der Corona-Krise. Das zeigt der neue Internationalisierungsbericht von KfW-Research.

Diejenigen Unternehmen, die im Ausland verblieben sind, konnten den Anteil der Auslands- an ihren Gesamtumsätzen ausbauen. Im Durchschnitt erwirtschafteten sie 29 Prozent ihrer Gesamtumsätze jenseits der deutschen Grenzen, 2 Prozentpunkte mehr als noch 2022. Auch absolut legten die Auslandsumsätze dieser Unternehmen zu, um rund 12 Prozent auf im Durchschnitt über 1 Million Euro.

Dieser Anstieg konnte den Rückgang bei der Zahl der auslandsaktiven Unternehmen aber nicht kompensieren: Insgesamt schrumpften die Auslandsumsätze des deutschen Mittelstands um nominal 0,4 Prozent auf 698 Milliarden Euro. Preisbereinigt fiel der Verlust mit minus 6,5 Prozent noch stärker aus.

„Die Rahmenbedingungen für den Außenhandel haben sich deutlich verschlechtert“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

„Anhaltende geopolitische Spannungen in der Ukraine und im Nahen Osten, eine wachsende Exportkonkurrenz durch China in wichtigen Schlüsselindustrien und die protektionistische Handelspolitik der USA belasten die Exportfähigkeit der Unternehmen. Hinzu kommt, dass viele Mittelständler die Standortbedingungen in Deutschland als zunehmend schwierig für ihre Wettbewerbsfähigkeit ansehen. Hier gilt es, durch politische Maßnahmen gegenzusteuern.“
Eine Sonderbefragung deutscher Mittelständler im Auftrag von KfW Research im Januar 2025 ergab, dass sich die schwache Entwicklung des Auslandsgeschäfts fortgesetzt hat: Während 21 Prozent aller Auslandsaktiven im Jahr 2024 wachsende Auslandsumsätze verzeichnen konnten, berichten 25 Prozent über sinkende Umsätze. Zwar halten 38 Prozent der im Ausland tätigen Unternehmen ein moderates Wachstum ihres Auslandsgeschäfts in den kommenden drei Jahren für wahrscheinlich, nur 1 Prozent rechnen mit einem starken Wachstum. Allerdings rechnen auch 20 Prozent mit leicht rückläufigen Umsätzen im Ausland und weitere 8 Prozent mit einem starken Einbruch.

Vergleichsweise groß ist die Besorgnis unter Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die USA. Gegenwärtig haben gut 16 Prozent der deutschen Mittelständler Kunden, Lieferanten, Wettbewerber oder eigene Standorte in den Vereinigten Staaten. Von ihnen befürchten 34 Prozent eher negative, weitere 9 Prozent sogar sehr negative Auswirkungen der neuen US-Politik auf das eigene Unternehmen, wobei die Umfrage stattfand, noch bevor US-Präsident Donald Trump seine radikale Zollpolitik ankündigte.

Am häufigsten setzten deutsche Unternehmen ihre Produkte im Jahr 2023 in Österreich und der Schweiz ab, gefolgt von den Beneluxstaaten und Frankreich. Einen Einbruch gab es, bedingt durch den Brexit, bei Ausfuhren nach Großbritannien. Deutlich an Bedeutung verloren hat auch der skandinavische Raum. Eine Ursache hierfür dürfte die Wechselkursentwicklung sein. Vom russischen Markt haben sich die meisten Mittelständler zurückgezogen: Nur noch 1 Prozent der im Ausland tätigen Unternehmen exportierte dorthin, acht Jahre zuvor waren es 11 Prozent gewesen.

Quelle: KfW

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Höher, schneller, weiter – dem Wachstumstreiber Innovation mehr Spielraum geben

Die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft ist entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Wohlstand. Ohne kreative Ideen in den Unternehmen entstehen keine neuen Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle „made in Germany“. Und die sind dringend notwendig, um auf den Weltmärkten bestehen zu können – doch die Innovationsdynamik der Betriebe hierzulande stockt, wie die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage zeigt.

DIHK, Mitteilung vom 28.05.2025

Die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft ist entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Wohlstand. Ohne kreative Ideen in den Unternehmen entstehen keine neuen Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle „made in Germany“. Und die sind dringend notwendig, um auf den Weltmärkten bestehen zu können – doch die Innovationsdynamik der Betriebe hierzulande stockt.

Wie die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage zeigt, will derzeit nur knapp jedes dritte Industrieunternehmen in Produktinnovationen investieren – das ist spürbar weniger als in den letzten Jahren. Im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in der Medizintechnik sind es immerhin rund vier von zehn Unternehmen. Allerdings bleiben auch sie hinter ihrem früheren Engagement zurück. Die deutsche Wirtschaft braucht jetzt Innovationsbeschleuniger, um schnell digital, klima- und energietechnisch führend zu werden.

Die Stärkung von Forschung und Innovation ist daher richtigerweise eines der Ziele im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung. Das reicht von A wie „Agentur für Sprunginnovationen“ bis Z wie Zukunftstechnologien. Damit Innovationen wieder in Fahrt kommen, ist nun Tempo und Praxisnähe bei insbesondere drei Innovationstreibern angesagt.

1. Mehr Planbarkeit durch die Stärkung etablierter Förderprogramme

Um ihre Innovationsdynamik erhöhen zu können, brauchen die Unternehmen eine mehrjährige – auch finanzielle – Perspektive bei ihren Innovationsvorhaben. Dazu gehören neben der steuerlichen Forschungsförderung auch etablierte Programme, wie beispielsweise das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), Innovationskompetenz INNO-KOM oder KMU-innovativ. Hier setzt der Koalitionsvertrag bereits richtige Akzente. Neben einer bürokratiearmen Ausgestaltung der Programme sollte die Regierung insbesondere für Verlässlichkeit sorgen und auf Antrags- oder Bewilligungsstopps sowie andere kurzfristig geänderte Förderbedingungen verzichten.

2. Mehr Möglichkeiten durch Reallabore

Deutschland ist das Land der Hidden Champions. Das liegt auch an einem lebendigen und vielfältigen Forschungs- und Innovationsumfeld, zu dem vor allem Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen beitragen. Allerdings ist der Wissenstransfer vielfach noch nicht schnell genug. Hinzu kommt, dass innovative Unternehmen und solche, die es noch werden wollen, durch überbordende Regulierungen zu oft am Ausprobieren gehindert werden. Hier braucht es erweiterte Spielräume, damit die Betriebe neue Produkte und Lösungen auch gemeinsam mit der Wissenschaft entwickeln und testen zu können – auch solche, die bislang von den Genehmigungsbehörden noch abgelehnt würden. Reallabore bieten dafür einen besseren Rahmen. Der Bundestag sollte daher das Reallabore-Gesetz zügig verabschieden.

3. Mehr Schlagkraft durch eine wirkungsvolle Hightech-Agenda

Mit einer neuen „Hightech-Agenda“ will die Politik in definierten sogenannten Missionen technologieoffene Innovationsökosysteme und Forschungsfelder fördern. Solch eine Agenda ist ein wichtiges Signal für die Wirtschaft: Sie zeigt, dass Innovationen am Standort Deutschland eine Zukunft haben – insbesondere, wenn die Agenda für verlässliche innovationsförderliche Rahmenbedingungen und Innovationsbeschleuniger steht. Dazu gehören auch weniger Bürokratie in der unternehmerischen Praxis, Erleichterungen beim Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und genügend gut ausgebildete Fachkräfte.

Quelle: DIHK

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Inflationsrate im Mai 2025 voraussichtlich +2,1 %

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wird die Inflationsrate in Deutschland im Mai 2025 voraussichtlich +2,1 % betragen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.05.2025

Verbraucherpreisindex, Mai 2025:
+2,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,1 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Mai 2025:
+2,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,2 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Mai 2025 voraussichtlich +2,1 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber April 2025 um 0,1 %. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oftmals auch als Kerninflation bezeichnet, beträgt im Mai 2025 voraussichtlich +2,8 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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