Entwaldungsgesetz: Unternehmen bekommen ein zusätzliches Jahr zur Umsetzung

Unternehmen erhalten ein weiteres Jahr Zeit, um die neue EU-Entwaldungsverordnung umzusetzen, mit der der Verkauf in der EU von Produkten von abgeholztem Flächen gestoppt werden soll.

Europäisches Parlament, Pressemitteilung vom 17.12.2024

  • Neue Vorschriften gelten ab dem 30. Dezember 2025 statt 2024
  • Kommission verpflichtet sich, den Verwaltungsaufwand für Unternehmen zu reduzieren
  • Eine Fläche größer als die EU ging zwischen 1990 und 2020 durch Entwaldung verloren

Unternehmen erhalten ein weiteres Jahr Zeit, um die neue EU-Entwaldungsverordnung umzusetzen, mit der der Verkauf in der EU von Produkten von abgeholztem Flächen gestoppt werden soll.

Das Parlament hat die vorläufige politische Einigung mit dem Rat zur Verschiebung der neuen Vorschriften mit 546 Stimmen zu 97 bei 7 Enthaltungen angenommen.

Große Marktteilnehmer und Händler müssen nun ab dem 30. Dezember 2025 die Verpflichtungen dieser Verordnung einhalten, und Kleinst- und Kleinunternehmen ab dem 30. Juni 2026. Das zusätzliche Jahr soll Unternehmen weltweit helfen, die Regeln von Anfang an reibungsloser umzusetzen, ohne die Ziele des Gesetzes zu untergraben.

Mitgliedstaaten, Drittländer, Händler und Marktteilnehmer hatten Bedenken geäußert, sie könnten nicht in der Lage sein, die Vorschriften bis zum 31. Dezember 2024 in vollem Umfang zu erfüllen. Daraufhin hat die Kommission vorgeschlagen, den Geltungsbeginn der Entwaldungsverordnung zu verschieben.

Auf Drängen des Parlaments hat sich die Kommission verpflichtet, sowohl das Informationssystem für Betreiber und Marktteilnehmer als auch den Vorschlag zur Risikoeinstufung von Ländern und Regionen so schnell wie möglich, spätestens jedoch bis zum 30. Juni 2025, bereitzustellen. Eine allgemeine Überprüfung der Verordnung ist spätestens bis zum 30. Juni 2028 vorgesehen. Dabei wird die Kommission zusätzliche Maßnahmen zur Vereinfachung und Verringerung der Verwaltungslast für Unternehmen prüfen.

Zitat

Nach der Abstimmung erklärte die Berichterstatterin Christine Schneider (EVP, DE):

„Wir haben unser Versprechen gehalten. Wir haben auf die Branchen gehört, die mit Schwierigkeiten konfrontiert sind, und sichergestellt, dass betroffene Unternehmen, Forst- und Landwirte sowie Behörden ein zusätzliches Jahr zur Vorbereitung erhalten. Diese Zeit muss wirksam genutzt werden, um sicherzustellen, dass die in der verbindlichen Erklärung der Kommission angekündigten Maßnahmen, einschließlich der Datenplattform und der Risikoklassifizierung, konsequent umgesetzt werden, um mehr Planbarkeit entlang der gesamten Lieferkette zu schaffen. In der Überprüfungsphase wird eine Folgenabschätzung sowie weitere Vereinfachungen für Länder oder Regionen mit geringem Risiko folgen. Dies bietet Ländern einen zusätzlichen Anreiz, ihre Waldschutzpraktiken zu verbessern.

Das Parlament wird den Prozess genau überwachen, um Bürokratie abzubauen und sicherzustellen, dass den Worten der Kommission Taten folgen. Unser Ziel bleibt klar: Weder die Interessenvertreter noch die Verbraucher dürfen durch die Umsetzung dieser Verordnung negativ beeinflusst werden.“

Nächste Schritte

Damit die einjährige Verschiebung in Kraft treten kann, muss der vereinbarte Text noch vom Rat gebilligt und bis Ende 2024 im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden.

Hintergrund

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass zwischen 1990 und 2020 etwa 420 Millionen Hektar Wald — eine Fläche größer als die EU — durch Abholzung verloren gingen. Der EU-Konsum macht etwa 10 % der globalen Entwaldung aus, mehr als zwei Drittel davon stammen aus der Produktion von Palmöl und Soja.

Die EU-Entwaldungsverordnung zielt darauf ab, den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt zu bekämpfen, indem sie Entwaldung im Zusammenhang mit dem EU-Verbrauch von Produkten wie Rindfleisch, Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja, Holz, Gummi, Holzkohle und bedrucktem Papier verhindert.

Quelle: Europäisches Parlament

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Neuwahlen und EZB-Geldpolitik lassen Konjunkturerwartungen steigen

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland verbessern sich in der Umfrage vom Dezember 2024. Sie liegen aktuell mit plus 15,7 Punkten um 8,3 Punkte über dem Vormonatswert. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage verändert sich hingegen nur minimal. Der Lageindikator für Deutschland fällt um 1,7 Punkte und liegt bei minus 93,1 Punkten.

ZEW, Pressemitteilung vom 17.12.2024

Der ZEW-Indikator liegt bei plus 15,7 Punkten

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland verbessern sich in der Umfrage vom Dezember 2024. Sie liegen aktuell mit plus 15,7 Punkten um 8,3 Punkte über dem Vormonatswert. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage verändert sich hingegen nur minimal. Der Lageindikator für Deutschland fällt um 1,7 Punkte und liegt bei minus 93,1 Punkten.

„Die vorgezogenen Neuwahlen in Deutschland mit der damit einhergehenden Erwartung auf eine investitionsfreundliche Wirtschaftspolitik sowie die Aussicht auf weitere Zinssenkungen sorgen für einen verbesserten wirtschaftlichen Ausblick. Unsere tagesbasierten Auswertungen zeigen, dass die Expertinnen und Experten auch nach der EZB-Ratssitzung vom 12. Dezember von weiter sinkenden Zinsen im neuen Jahr ausgehen. Zu dieser Einschätzung passt die Tatsache, dass die Befragten mehrheitlich eine stabile oder sinkende Inflationsrate im Euroraum erwarten. Sie scheinen den zuletzt beobachteten Anstieg der Inflation somit als temporäres Phänomen einzustufen“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD die aktuellen Ergebnisse.

Die Erwartungen der Finanzmarktexpertinnen und -experten an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone liegen mit aktuell plus 17,0 Punkten um 4,5 Punkte über dem Wert von November. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage in der Eurozone verschlechtert sich allerdings deutlich. Der Lageindikator sinkt um 11,2 Punkte auf einen neuen Wert von minus 55,0 Punkten.

Quelle: ZEW

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ifo Geschäftsklimaindex gesunken (Dezember 2024)

Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland hat sich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex sank im Dezember auf 84,7 Punkte, nach 85,6 Punkten im November. Das ist der niedrigste Wert seit Mai 2020.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 17.12.2024

Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland hat sich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex sank im Dezember auf 84,7 Punkte, nach 85,6 Punkten im November. Das ist der niedrigste Wert seit Mai 2020. Der Rückgang war insbesondere auf die pessimistischeren Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage wurde hingegen von den Unternehmen besser bewertet. Die Schwäche der deutschen Wirtschaft ist chronisch geworden.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index merklich gesunken. Die Unternehmen zeigten sich unzufriedener mit den laufenden Geschäften. Zudem trübten sich ihre Erwartungen deutlich ein. Die Auftragslage verschlechterte sich erneut. Produktionskürzungen sind angekündigt.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Dies war spürbar skeptischeren Erwartungen der Unternehmen geschuldet. Die aktuelle Lage wurde hingegen etwas besser beurteilt. Während die Gastronomie von einem guten Weihnachtsgeschäft berichtet, blickt der Bereich Transport und Logistik sorgenvoll auf die kommenden Monate.

Im Handel konnte der Index seine Aufwärtsbewegung der letzten zwei Monate nicht fortsetzen. Die Unternehmen zeigten sich weniger zufrieden mit den laufenden Geschäften. Auch bei den Erwartungen nahm der Pessimismus zu. Diese Entwicklung war vor allem durch den Großhandel getrieben. Aber auch der Einzelhandel zeigt sich eher unzufrieden.

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Firmen bewerteten insbesondere ihre aktuelle Lage etwas positiver. Die Erwartungen verschlechterten sich jedoch.

Quelle: ifo Institut

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Nur jedes achte Unternehmen erwartet 2025 bessere Geschäfte

Nur 12,6 % der Unternehmen in Deutschland gehen davon aus, dass die Geschäfte im nächsten Jahr besser laufen. Das ergab eine Umfrage des ifo Instituts.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 16.12.2024

Nur 12,6 % der Unternehmen in Deutschland gehen davon aus, dass die Geschäfte im nächsten Jahr besser laufen. Das ergab eine Umfrage des ifo Instituts. Etwa ein Drittel (31,3 %) rechnet dagegen damit, dass sich ihre wirtschaftliche Lage im Jahr 2025 verschlechtert. Eine Mehrheit (56,1 %) erwartet, dass ihre wirtschaftliche Lage 2025 unverändert bleibt. „Die Unternehmen sehen im Moment keine Hinweise für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Vor dem Hintergrund, dass die Wirtschaft 2024 schon schlecht gelaufen ist, sind diese Zahlen bedenklich“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen.

„Wirklich optimistisch blickt keine Branche auf 2025. Auf die neue Bundesregierung wartet viel Arbeit“, sagt Wohlrabe. Die Baubranche blickt besonders pessimistisch auf 2025. Hier erwartet jedes zweite Unternehmen eine Verschlechterung. Weniger als 5 % glauben, dass es nächstes Jahr besser wird. Ähnlich sieht die Stimmung im Einzelhandel aus. 42,1 % der Unternehmen befürchten eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Nur 7,9 % sind zuversichtlich, dass sich ihre Situation verbessert, während die Hälfte (50 %) eine unveränderte Lage erwartet. Auch in der Industrie fällt der Ausblick gedämpft aus.

Bei den Industrieunternehmen rechnen 15,7 % mit einer besseren Geschäftslage im nächsten Jahr, 31,8 % erwarten eine Verschlechterung. Die Mehrheit (52,6 %) geht hier von einer unveränderten Entwicklung aus. Im Dienstleistungssektor zeigt sich ein leicht optimistischeres Bild, auch wenn dort die Unsicherheiten ebenfalls groß sind. 11,9 % der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung, 28,2 % erwarten eine schlechtere Lage. Der Großteil der Dienstleister (59,9 %) erwartet, dass sich ihre wirtschaftliche Situation nicht verändert.

Quelle: ifo Institut

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Konjunkturelle Schwäche dürfte noch bis zum Frühjahr anhalten

Das RWI geht in seiner aktuellen Konjunkturprognose davon aus, dass die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 0,2 Prozent sinkt. In seiner Prognose vom September dieses Jahres hatte es noch einen Zuwachs um 0,1 Prozentpunkte erwartet.

RWI, Pressemitteilung vom 12.12.2024

Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung geht in seiner aktuellen Konjunkturprognose davon aus, dass die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 0,2 Prozent sinkt. In seiner Prognose vom September dieses Jahres hatte es noch einen Zuwachs um 0,1 Prozentpunkte erwartet. Für 2025 prognostiziert das RWI eine Zunahme von 0,6 Prozent Wirtschaftswachstum. Für 2026 wird ein Anstieg von 1,3 Prozent erwartet. Die Arbeitslosenquote wird 2025 bei 6,1 Prozent liegen und 2026 leicht auf 5,9 Prozent zurückgehen. Die Inflationsrate dürfte im nächsten Jahr bei 2,2 Prozent liegen, im übernächsten Jahr auf 1,9 Prozent abnehmen. Das Defizit der öffentlichen Haushalte wird in diesem Jahr knapp 107 Milliarden Euro betragen. Im nächsten Jahr wird es auf gut 87 Milliarden Euro zurückgehen, 2026 wieder leicht auf knapp 92 Milliarden Euro wachsen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das RWI erwartet in seiner aktuellen Konjunkturprognose für 2024 einen Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,2 Prozent, nachdem es im September noch einen Anstieg um 0,1 Prozentpunkte erwartet hatte. Für 2025 erwartet das RWI statt 0,9 jetzt 0,6 Prozent BIP-Wachstum. Für 2026 senkt das Institut seine Prognose von 1,4 Prozent leicht auf 1,3 Prozent Wirtschaftswachstum.
  • Die deutsche Wirtschaft hat im Sommerhalbjahr weiter an Bodenverloren. Weiterhin schwach entwickelten sich vor allem die Exporte, die gegenüber dem Welthandel zurückbleiben. Verbunden damit sind die Investitionen erneut zurückgegangen. Die Unternehmen leiden unter einer geringen Nachfrage, sodass die Auftragsbestände schwinden und die Kapazitätsauslastung niedrig ist. Dies gilt insbesondere für den Kraftfahrzeugbau und die energieintensiven Industrien. Dagegen stieg der private Konsum mit 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal recht deutlich. Die privaten Haushaltescheinen allmählich die steigenden Realeinkommen zu spüren, sodass sie bereit sind, ihre Ausgaben wieder zu erhöhen.
  • Die konjunkturelle Schwäche dürfte noch bis zum Frühjahr des kommenden Jahres anhalten. Erst wenn klarer wird, wie nach Neuwahlen in Deutschland und Amtsantritt des neuen US-Präsidenten die wirtschaftspolitischen Weichen diesseits und jenseits des Atlantiks gestellt werden, dürfte die Unsicherheit abnehmen und die Nachfrage stärker steigen.
  • Auf dem Arbeitsmarkt deuten die gängigen Indikatoren darauf hin, dass die Arbeitslosigkeit zunächst noch etwas steigen und die Zahl der Erwerbstätigen weiter sinken dürfte. Die schwache Nachfrage nach deutschen Waren lässt vorerst keinen Beschäftigungsaufbau erwarten. Gleichzeitig beklagt ein Großteil der Unternehmen einen Fachkräftemangel und versucht daher, ihre Beschäftigten länger zu halten als in früheren Schwächephasen. Im Zuge der konjunkturellen Erholung im Laufe des kommenden Jahres dürfte die Arbeitslosigkeit etwas zurückgehen. Es ist damit zu rechnen, dass die Arbeitslosenquote aufgrund aus statistischen Gründen von voraussichtlich 6 Prozent in diesem Jahr im Folgejahr zunächst auf 6,1 Prozent steigen und im Jahr 2026 dann auf 5,9 Prozent sinken wird. Insgesamt dürfte allerdings auch die Erwerbstätigkeit im gesamten Prognosezeitraum sinken – um etwa 70.000 Personen im kommenden Jahr und um weitere gut 80.000 Personen im Jahr darauf.
  • Für dieses Jahr geht das RWI von einer Inflationsrate von 2,2 Prozent aus. Zu Beginn des Jahres 2025 werden Sondereffekte wie der höhere Tarif für das Deutschlandticket sowie gestiegene Beiträge in der privaten Krankenversicherung die Preise beeinflussen. Demgegenüber stehen jedoch im Vergleich zum Jahr 2024 nur noch schwach steigende Löhne sowie moderat fallende Energiepreise. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass die Inflationsrate bei 2,2 Prozent bleiben wird. Im Jahr 2026 dürfte sie auf 1,9 Prozent sinken, obwohl dann mit einem gewissen Preisdruck zu rechnen ist, weil der Übergangszeitraum für das CO₂-Grenzausgleichssystem ausläuft und die nationalen Zertifikatspreise für Brennstoffemissionen erhöht werden.
  • Im laufenden Jahr dürfte das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit mit knapp 107 Milliarden Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs liegen. Zwar dürften Steuereinnahmen und Sozialbeitragseinnahmen steigen. Allerdings dürften auch die Staatsausgaben stärker als das BIP zunehmen, wobei vor allem Zinsausgaben und monetäre Sozialleistungen kräftig zulegen. Im kommenden Jahr dürfte das Finanzierungsdefizit auf gut 87 Milliarden Euro zurückgehen. Unter anderem dürften Steuern und Sozialbeiträge nochmals kräftiger zulegen, da die abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie nicht mehr genutzt werden kann, sodass ein höherer Teil der Bruttolöhne abgabenpflichtig wird. Für das Jahr 2026 dürfte das staatliche Finanzierungsdefizit mit knapp 92 Milliarden Euro wieder etwas höher ausfallen. Der Hauptgrund ist, dass die Einnahmen aus Steuern und Sozialbeiträgen weniger stark als im Jahr 2025 zulegen dürften.
  • Der aktuellen RWI-Konjunkturprognose liegt die Annahme zugrunde, dass die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit im kommenden Jahr deutlich zurückgeht. Ist dies nicht der Fall, könnte sich die konjunkturelle Erholung erneut verzögern. Auch in der Klima- und Energiepolitik geht die Prognose davon aus, dass nach der Bundestagswahl die Unsicherheit allmählich sinkt. Ist das nicht der Fall, könnten Investitionen und der private Konsum zumindest vorübergehend belastet werden.

Zur aktuellen wirtschaftlichen Situation sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Damit die deutsche Wirtschaft im nächsten Jahr wieder wachsen kann, braucht sie vor allem mehr wirtschafts- und gesamtpolitische Sicherheit. Davon würden die Unternehmen ebenso profitieren wie der private Konsum.“

Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

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Nur wenige Mittelständler können bislang Nachhaltigkeitsdaten bereitstellen

Viele mittelständische Unternehmen in Deutschland sind noch nicht gut darauf vorbereitet, dass Banken und Sparkassen in Kreditverhandlungen künftig stärker nach Nachhaltigkeitsindikatoren fragen könnten. Weniger als die Hälfte der kleinen und mittleren Unternehmen geben in einer KfW-Umfrage an, aktuell oder perspektivisch mindestens einen Nachhaltigkeitsindikator mitteilen zu können.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 12.12.2024

  • Insbesondere kleine Unternehmen stellt die Erfassung ihres Nachhaltigkeitsprofils vor Herausforderungen
  • Banken und Sparkassen thematisieren bisher vor allem in Kreditgesprächen mit größeren Unternehmen den Aspekt Nachhaltigkeit; das könnte sich allerdings ändern
  • Hohe Unsicherheit über die zukünftige Relevanz des Themas Nachhaltigkeit im Mittelstand

Viele mittelständische Unternehmen in Deutschland sind noch nicht gut darauf vorbereitet, dass Banken und Sparkassen in Kreditverhandlungen künftig stärker nach Nachhaltigkeitsindikatoren fragen könnten. Weniger als die Hälfte, 48 %, der kleinen und mittleren Unternehmen geben in einer KfW-Umfrage an, aktuell oder perspektivisch mindestens einen Nachhaltigkeitsindikator mitteilen zu können. Dazu zählen unter anderem die eigenen Verbrauchsdaten aus den Bereichen Strom, Energie und Wasser und emissionsbezogene Daten wie Treibhausgasemissionen und Nachhaltigkeitszertifizierungen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass selbst die Bereitstellung klassischer Verbrauchsinformationen für viele Mittelständler eine Herausforderung ist“, sagt Dr. Elisabeth Grewenig, Mittelstandsexpertin bei KfW Research. So können aktuell lediglich 30 % der mittelständischen Unternehmen ihren Stromverbrauch und 26 % ihren Wasserverbrauch angeben. Umso kleiner die Unternehmen, umso eher haben sie Schwierigkeiten bei der Angabe solcher Daten.

Das sind Ergebnisse einer aktuellen Sonderauswertung im Rahmen des KfW-Mittelstandspanels. An der Befragung zwischen Mitte Februar und Mitte Juni 2024 nahmen 9.556 mittelständische Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen teil.

In der Umfrage zeigt sich zudem ein hohes Maß an Unsicherheit unter den Mittelständlern: 45 % von ihnen geben an, nicht einschätzen zu können, wie sich die Relevanz des Themas Nachhaltigkeit in Kreditverhandlungen für sie entwickeln wird. 38 % der Unternehmen gehen davon aus, dass das Thema in ihren Gesprächen mit Banken und Sparkassen weiterhin keine oder keine große Rolle spielen wird. Vor allem kleinere Unternehmen messen dem Thema keine große Relevanz bei, während größere Mittelständler das bereits anders einschätzen und auch eher schon Daten bereitstellen können.

Von den Mittelständlern, die im Jahr 2023 Kreditverhandlungen geführt haben, geben 15 % an, dass ihre Bank oder Sparkasse das Thema Nachhaltigkeit adressiert hat. Besonders bei größeren Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten trifft das zu: 34 % von ihnen bejahten die Frage, dagegen nur 13 % der Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten.

„Banken und Sparkassen werden schon allein aus regulatorischen Gründen, aber auch aus Reputationssicht, künftig bei der Kreditvergabe stärker auf Nachhaltigkeitsindikatoren achten. Für mittelständische Unternehmen kann es daher vorteilhaft sein, sich mit diesem Thema zu befassen“, sagt KfW-Ökonomin Grewenig.

„Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, zügig Klarheit darüber zu schaffen, welche Offenlegungsanforderungen künftig auf kleine und mittlere Unternehmen zukommen. Bei der Erweiterung regulatorischer Anforderungen gilt es, eine gute Balance zwischen höherer Transparenz und der Leistbarkeit des Zusatzaufwands zu finden und die Spezifika der kleinen und mittleren Unternehmen mitzudenken.“

Quelle: KfW

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 2024

Die deutsche Wirtschaft befindet sich lt. BMWK zum Jahresende unverändert in einer schwachen Ausgangslage.

BMWK, Pressemitteilung vom 13.12.2024

  • Die deutsche Wirtschaft stagnierte im dritten Quartal gemäß der revidierten BIP-Zahlen des Statistischen Bundesamtes nahezu. Während im Verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe wie auch bei den unternehmensnahen Dienstleistern Einbußen zu verzeichnen waren, ergaben sich Zuwächse bei den öffentlichen Dienstleistern wie auch bei konsumnahen Dienstleistungsbereichen (Gastgewerbe, Handel). Dies lässt auf nachlassende Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte, nicht zuletzt infolge kräftig steigender Nominal- und Reallöhne schließen. Die erneute Eintrübung jüngster Stimmungsindikatoren und die anhaltenden hohen geo- und innenpolitischen Unsicherheiten lassen eine nachhaltige konjunkturelle Belebung jedoch noch nicht absehen.
  • Produktion und Aufträge starteten mit Rückgängen ins Schlussquartal. Die Industriekonjunktur befindet sich weiterhin im Abschwung. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich fiel der Rückgang der Produktion im Produzierenden Gewerbe aber mit -0,4 % nicht mehr so stark wie aus zuvor und die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe konnten hier sogar um 2,7 % zulegen. Gleichwohl deutet die erneute Eintrübung der Stimmungsindikatoren von ifo, S&P Global und ZEW darauf hin, dass derzeit noch nicht von einer nachhaltigen Trendwende in der Industrie auszugehen ist.
  • Die Lage im Einzelhandel (ohne Kfz) hat sich zuletzt nur wenig verändert. Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Oktober um 0,5 % ggü. dem Vormonat gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen sie um 2,2 % höher. Private Neuzulassungen von Pkw haben sich nach einem kräftigen Plus im Oktober im November ebenfalls kaum bewegt (+0,3 %). Angesichts zunehmender Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit und anhaltender geopolitischer Unsicherheiten dürfte sich nachhaltige Erholung des Konsumklimas zunächst noch verzögern.
  • Die Inflationsrate ist im November erwartungsgemäß leicht auf 2,2 % gestiegen, im Vormonatsvergleich sind die Verbraucherpreise allerdings um 0,2 % zurückgegangen. Dass die Jahresrate in den letzten beiden Monaten zugelegt hat, ist vor allem auf den wegfallenden Basiseffekt bei Energie sowie bei Pauschalreisen zurückzuführen. Die Inflationsrate lag im Durchschnitt der ersten elf Monate des Jahres ebenfalls bei 2,2 %.
  • Die wirtschaftliche Schwäche prägt nach wie vor die Entwicklung am Arbeitsmarkt. So ist im Oktober die Zahl der Erwerbstätigen saisonbereinigt abermals leicht gesunken und die Arbeitslosigkeit im November gestiegen. Gleichzeitig nahm die Kurzarbeit im November deutlich zu. Angesichts der sinkenden Arbeitskräftenachfrage sowie der Ankündigungen zum Stellenabbau im Verarbeitenden Gewerbe ist mit einer Fortsetzung der schwachen Entwicklung am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten zu rechnen.
  • Die Insolvenzzahlen waren im November laut IWH-Insolvenztrend leicht rückläufig, bewegen sich aber weiter auf deutlich erhöhtem Niveau. So wurde im November mit 1.345 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften im Vergleich zum Vormonat ein Rückgang um 12,1 % gemeldet, allerdings noch 37,7 % über dem Vorjahresmonat. Auch für die kommenden Monate rechnet das IWH anhaltend hohen Insolvenzfällen, die erkennbar über den Durchschnittswerten der Vorkrisenjahre 2016 bis 2019 liegen.

Spürbare wirtschaftliche Belebung noch nicht in Sicht

Die deutsche Wirtschaft befindet sich zum Jahresende unverändert in einer schwachen Ausgangslage. Das Statistische Bundesamt hat seine vorläufige Schätzung für die Entwicklung des preis-, kalender- und saisonbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal gegenüber seiner Schnellmeldung um 0,1 Prozentpunkte auf nunmehr +0,1 % gegenüber dem Vorquartal nach unten revidiert. Auf der Entstehungsseite ging die preisbereinigte Wertschöpfung um 0,2 % zurück, wobei neben erneut deutlichen Rückgängen im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe auch bei den unternehmensnahen Dienstleistungen Einbußen zu verzeichnen waren. Insbesondere gesamtwirtschaftlich bedeutsame Wirtschaftszweige wie die Investitionsgüterproduzenten und energieintensive Industrien tendierten angesichts schwacher Auftragslage, intensiverem Wettbewerb und struktureller Herausforderungen weiter rückläufig.

Zuwächse ergaben sich neben öffentlichen Dienstleistern, Erziehung und Gesundheit auch bei den konsumnahen Dienstleistungsbereichen (Gastgewerbe, Handel). Vor allem Letzteres kann als positive Entwicklung gewertet werden: So scheinen sich im 3. Quartal der kräftige Nominallohnzuwachs in Höhe von 4,9 % im Vorjahresvergleich sowie, angesichts des gesunkenen Verbraucherpreisanstiegs, der mit +2,9 % sechste Anstieg der Reallöhne in Folge zunehmend im privaten Konsum bemerkbar zu machen. Entsprechend nahm auf der Verwendungsseite neben dem staatlichen auch der private Konsum leicht zu. Dämpfende Effekte gingen im dritten Quartal von der Investitionstätigkeit und dem Außenbeitrag aus, während die Vorratsveränderung maßgeblich zum positiven Vorquartalsvergleich beitrug.

Nach einer zwischenzeitlichen Aufhellung hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft und bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern zum Jahresende angesichts der gestiegenen geopolitischen und auch innenpolitischen Unsicherheiten wieder etwas eingetrübt. So hat sich der ifo Geschäftsklimaindex im November wieder verringert, wobei die Unternehmen vor allem ihre aktuelle Lage deutlich zurückhaltender beurteilten, während die Erwartungen nur leicht sanken. Auch die jüngsten ZEW-Konjunkturerwartungen sowie das GfK-Konsumklima waren zuletzt wieder rückläufig. Vor diesem Hintergrund und angesichts der hohen Unsicherheiten mit Blick auf die weiteren geopolitischen Entwicklungen, möglicher Zollerhöhungen der kommenden US-Regierung sowie der anstehenden Neuwahlen in Deutschland ist eine nachhaltige konjunkturelle Trendwende derzeit noch nicht absehbar.

Weltwirtschaftliche Dynamik trotz erhöhter handelspolitischer Unsicherheit robust

Die weltweite Industrieproduktion entwickelt sich weiter verhalten. Im September ging sie saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 0,1 % zurück, gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet dies ein Plus von 1,6 %. Für den weiteren Verlauf deutet sich eine moderate Expansion der Weltwirtschaft an. So lag der Stimmungsindikator von S&P Global im November mit 52,4 nach 52,3 Punkten im Oktober geringfügig höher, und auch der Einkaufsmanager-Index für die Industrie erreichte nach vier Monaten erstmals wieder die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Nach wie vor weist der Stimmungsindikator für den Dienstleistungsbereich mit zuletzt 53,1 Punkten aber auf eine höhere Wachstumsdynamik hin. Allerdings sind die Einkaufsmanagerindizes in wichtigen Handelspartnerländern Deutschlands wie Frankreich, den Niederlanden oder Italien zuletzt gefallen und auch der SENTIX-Konjunkturindex für die Weltwirtschaft hat im Dezember mit einem Rückgang um 0,3 Punkte auf nun 5,3 Zähler wieder etwas nachgegeben. Insgesamt erwarten internationale Organisationen wie der IWF und die OECD aber für die kommenden beiden Jahre weiterhin eine robuste, zunächst vor allem vom privaten Verbrauch getragene weltweite Wirtschaftsaktivität, wobei sich die Wachstumsraten über die Regionen hinweg im Zuge der erwarteten Erholung in den EU-Ländern wieder angleichen dürften.

Der weltweite Warenhandel ist im September nach dem vorangegangenen deutlichen Anstieg saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat mit -0,9 % wieder etwas gefallen und liegt damit um 2,4 % über dem Wert des Vorjahresmonats. Auch die Dynamik des RWI/ISL-Containerumschlag- Index hat sich im November mit einem Rückgang von 132,3 auf 131,7 Punkte etwas verlangsamt. Während sich die Erholung in den europäischen Häfen mit einem deutlichen Anstieg des Nordrange-Index von 111,6 auf 113,4 Punkte fortsetzte, scheint die konjunkturelle Schwäche in China auch den dortigen Containerumschlag zu beeinflussen (-2,4 Punkte auf 143,1 Punkte). Auch wenn die handelspolitische Unsicherheit durch die Ankündigung von Zollerhöhungen durch die künftige US-Regierung deutlich zugenommen hat, rechnen internationale Organisationen weiterhin damit, dass der Welthandel – u. a. gestützt durch den Handel zwischen Schwellenländern – in den kommenden beiden Jahren weiterhin mit Raten von rund 3 ½ Prozent zunehmen dürfte.

Abwärtstrend beim Außenhandel setzt sich fort

Die Schwächephase der deutschen Außenwirtschaft hält an. Im Oktober sind die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen saison- und kalenderbereinigt mit -3,2 % gegenüber dem Vormonat deutlich gefallen, nachdem sie schon im September rückläufig waren. Neben einem spürbaren Rückgang bei den Warenausfuhren von 3,6 % gaben die Dienstleistungsexporte ebenfalls um 1,7 % nach. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich fiel das Minus bei den Exporten insgesamt mit -1,5 % etwas geringer aus. Gleichzeitig nahmen auch die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 1,3 % ab, während sie im Dreimonatsvergleich mit 0,4 % noch leicht im Plus lagen. Im Zuge der wesentlich schwächeren Entwicklung der Exporte im Vergleich zu den Importen sank der monatliche Handelsbilanzüberschuss im Oktober saisonbereinigt von 11,2 Mrd. EUR auf 8,3 Mrd. EUR und damit auf den geringsten Wert seit Oktober 2022.

Die Einfuhrpreise sind im Oktober nach den vorangegangenen Rückgängen saisonbereinigt um 0,7 % ggü. dem Vormonat gestiegen, wozu v. a. höhere Preise für importierte Energie und Vorleistungsgüter beitrugen. Auch die Ausfuhrpreise nahmen um 0,3 % zu, sodass sich die Terms of Trade um 0,5 % ggü. dem Vormonat verschlechterten. In realer Betrachtung dürfen die Rückgänge bei den Aus- und Einfuhren also sogar noch etwas größer ausgefallen sein.

Von den Frühindikatoren kommen weiterhin gemischte, aber zuletzt etwas positivere Signale. Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben im Oktober saisonbereinigt mit +0,8 % ggü. dem Vormonat weiter zugelegt, wobei v. a. die Nachfrage aus dem Nicht-Euroraum mit +6,3 % ggü. September merklich anzog. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich lagen die Neubestellungen aus dem Ausland insgesamt sogar um 8,6 % im Plus. Auch die ifo Exporterwartungen haben sich im November leicht von -6,5 auf -5,9 Saldenpunkte aufgehellt. Insbesondere die Metallbranche, aber auch der Automobil- und Maschinenbau erwarten weiterhin geringere Ausfuhren. Insgesamt besteht in den Unternehmen laut ifo-Institut mit Blick auf die Zollpolitik der designierten US-Regierung zwar Unsicherheit, allerdings ergeben sich durch die Aufwertung des Dollars auch Chancen für die deutsche Exportwirtschaft.

Die deutschen Exporteure operieren aktuell unter erhöhter Unsicherheit. Darüber hinaus entwickelt sich die globale Industriekonjunktur nach wie vor verhalten und liefert damit kaum Impulse für die deutschen Warenexporte. Mit dem schwachen Start in das vierte Quartal sind zunächst auch noch keine Anzeichen für Vorzieheffekte bei den deutschen Ausfuhren mit Blick auf mögliche US-Zollerhöhungen im kommenden Jahr zu erkennen. Insgesamt lassen die aktuellen Daten noch keine baldige Trendwende für das Exportgeschäft erwarten.

Produktion und Aufträge mit Rückgängen im Schlussquartal

Die Produktion startet mit einer Drosselung in das Schlussquartal dieses Jahres. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Oktober preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,0 % gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Bereits im September war der Ausstoß gemäß revidierter Daten des Statistischen Bundesamtes im Vormonatsvergleich um 2,0 % gesunken. Der erneute Rückgang war insbesondere auf einen Einbruch um 8,9 % im Energiesektor zurückzuführen. In der Industrie verringerte sich die Ausbringung hingegen nur leicht um 0,3 %. Im Baugewerbe blieb die Produktion stabil.

Auf Ebene der einzelnen Wirtschaftszweige ist eine negative Entwicklung auf breiter Front zu beobachten: Gewichtige Bereiche wie der Maschinenbau (-1,1 %), Hersteller von Kfz und Kfz-Teilen (-1,9 %), Metallerzeugnissen (-1,7 %) sowie chemischen Erzeugnissen (-1,4 %) vermeldeten deutliche Produktionseinbußen. Über Produktionssteigerungen berichteten nur wenige Branchen, darunter die Produzenten elektrischer Ausrüstung (+3,0 %) und von Glas, Glaswaren, Keramik und Verarbeitern von Steinen und Erden (+2,2 %) sowie der Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung (+0,5 %).

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Oktober gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,5 % gesunken. Im September waren sie allerdings laut deutlich aufwärtsrevidierten Angaben noch um 7,2 % gestiegen. Die Aufträge aus dem Inland gingen dabei im Oktober um 5,3 % zurück, während sie sich aus dem Ausland leicht um 0,8 % erhöhten. Ohne die stark schwankenden Großaufträge blieben die Ordereingänge insgesamt gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert (+0,1 %).

Nach wie vor prägen Großaufträge mit ihren starken monatlichen Schwankungen die Entwicklung der Auftragseingänge. Dies zeigt sich vor allem im sonstigen Fahrzeugbau, wo es im Oktober zu einem Rückgang um 7,0 % kam, nachdem im September ein ungewöhnlich großer Anstieg um 175,7 % gemeldet worden war. Auch in einer Reihe anderer Wirtschaftszweige des Verarbeitenden Gewerbes wurden im Oktober Abnahmen verzeichnet, wie im Maschinenbau (-7,6 %), bei Kfz/Kfz-Teilen (- 3,7 %), elektrischen Ausrüstungen (-2,7 %), Pharmazeutischen Erzeugnissen (-0,8 %) sowie Chemischen Erzeugnissen (-0,4 %). Zuwächse erzielten hingegen die Bereiche Metallerzeugung (+10,2 %), Daten-, elektrische und optische Geräte (+8,0 %) sowie Metallerzeugnisse (+4,1 %).

Insgesamt zeigt sich bei mehrmonatiger Betrachtung eine gemischte Indikatorenlage. Zwar konnten die Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe im weniger volatilen Dreimonatsvergleich um 2,7 % zulegen; gleichzeitig schwächte sich der Rückgang der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Oktober auf -0,4 % ab. Die Stimmung in den Unternehmen hat sich jedoch jüngst gemäß den Indikatoren von ifo, S&P Global und ZEW wieder eingetrübt. Die unternehmerische Planbarkeit dürfte sich nach dem Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA und dem Ende der Regierungskoalition in Deutschland angesichts der erhöhten politischen Unsicherheit schwieriger gestalten. Dies dürfte eine nachhaltige konjunkturelle Trendwende in der Industrie wohl weiter verzögern.

Einzelhandel tritt auf der Stelle

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Oktober um 0,5 % ggü. dem Vormonat gesunken. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im Oktober ein reales Umsatzplus von 2,2 %. Dabei stieg der Handel mit Lebensmitteln um 0,5 %, während der Umsatz im Internet- und Versandhandel ging nach kräftigen Zuwächsen in den Vormonaten um 2,0 % zurückging. Im Vorjahresvergleich ergab sich hingegen ein Plus von 9,2 %. In den Jahren 2022 und 2023 hatte die Online-Branche noch starke Umsatzrückgänge infolge des Auslaufens der Corona-Maßnahmen sowie der hohen Inflation hinnehmen müssen. Der Umsatz im Gastgewerbe ging im September im Vorjahresvergleich um 6,5 % zurück (-1,0 % ggü. Vormonat); nominal lag er um 3,1 % niedriger (-0,2 % ggü. Vormonat). Negativ könnten sich Preissteigerungen und Kaufzurückhaltung in der Gastronomie ausgewirkt haben, denn die Gästeübernachtungen waren im September im Vorjahresvergleich nur leicht rückläufig.

Neuzulassungen von Pkw insgesamt waren im Oktober sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem Vorjahresmonat deutlich gestiegen (+11,7 % bzw. +6,0 %) und stabilisierten sich im November auf dem erreichten Niveau (+0,3 %). Im aussagekräftigeren Drei-Monatsvergleich nahmen die Zulassungen gegenüber der Vorperiode um 6,2 % zu. Bei den Pkw-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im November im Vormonatsvergleich eine geringfügige Zunahme um 0,4 %. In der Drei-Monats-Betrachtung legten die Zahlen um 8,2 % zu. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen erhöhten sich im November um 0,3 % und lagen damit um 4,1 % über dem Vorjahresmonat.

Die Stimmung der privaten Haushalte in Deutschland zeigte sich gemessen am HDE-Konsumbarometer und GfK-Konsumklima zuletzt uneindeutig. Laut Prognose der GfK wird das Konsumklima im Dezember um 4,9 Zähler auf -23,3 Punkte zurückgehen. Dies ist eine deutliche Eintrübung nach einer zuletzt positiven Entwicklung. Für November gibt das Marktforschungsinstitut eine Zunahme von 2,6 Zählern auf -18,4 Punkte an. Negative Effekte hatten laut Institut am aktuellen Rand ein starker Rückgang bei den Einkommensaussichten und eine schwächere Anschaffungsneigung. Das HDE-Konsumbarometer zeigte zuletzt eine gegenläufige Entwicklung und legte leicht zu.

Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) ist im November leicht um +3,1 Zähler auf -22,1 Punkte gestiegen. Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich um 4,3 Zähler auf -12,1 Punkte. Die Erwartungen legten um zwei Zähler auf -31,7 Punkte zu. Unternehmen des Einzelhandels planen laut ifo-Umfrage zunehmend Preiserhöhungen. So kletterten die Preiserwartungen zum zweiten Mal in Folge auf nun 26,4 Punkte.

Nach der zwischenzeitlichen Aufhellung der Konsumstimmung in den zurückliegenden Monaten tendieren einige Frühindikatoren inzwischen wieder schwächer. Angesichts zunehmender Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit und anhaltender innenpolitischer und geopolitischer Unsicherheiten dürfte sich eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas erst im kommenden Jahr einstellen.

Inflationsrate steigt leicht auf 2,2 Prozent

Die Inflationsrate (Preisniveauanstieg binnen Jahresfrist) ist im November auf +2,2 % gestiegen, nachdem sie im Oktober und September bei +2,0 % bzw. +1,6 % lag. Im Vergleich zum Vormonat verringerten sich die Verbraucherpreise jedoch um 0,2 %. Dass die Jahresrate in den letzten beiden Monaten zugelegt hat, ist vor allem auf den wegfallenden Basiseffekt bei Energie sowie bei Pauschalreisen zurückzuführen. Die Energiepreise waren im November mit -3,7 % zwar weiterhin rückläufig, aber nicht mehr so stark wie zuvor. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln hat sich indes abgeschwächt. Die Preise lagen hier im November um 1,8 % höher als im Vorjahresmonat und nahmen damit nur unterdurchschnittlich zu. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrung) erhöhte sich im November leicht auf +3,0 %. Mit maßgeblich dafür war der mit +4,0 % unverändert überdurchschnittliche Preisdruck im Bereich der Dienstleistungen im Vorjahresvergleich.

Die Preise auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen wirken insgesamt weiterhin dämpfend auf die Inflationsrate: Die Erzeugerpreise gingen im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,1 % zurück, gegenüber dem Vormonat sind sie um 0,2 % gestiegen. Ausschlaggebend waren nach wie vor die rückläufigen Preise für Energie. Die Einfuhrpreise nahmen im gleichen Zeitraum im Vormonatsvergleich um 0,6 % zu und lagen damit um 0,8 % unter ihrem Vorjahresniveau. Die Verkaufspreise im Großhandel stiegen im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,4 %, im Vorjahresvergleich gingen sie um 0,8 % zurück.

An den Spotmärkten waren die Preise für Erdgas in den letzten Wochen weiterhin recht moderat, auch wenn der TTF Base Load mit rd. 45 Euro/MWh inzwischen etwa 25 % über dem Niveau des Vorjahres liegt. Gegenüber dem Vormonat blieb er nahezu unverändert. Die Markterwartungen deuten darauf hin, dass sich die Erdgaspreise auch in den kommenden Quartalen um etwa 45 Euro/MWh bewegen dürften. Der Preis für Rohöl (Brent) lag mit zuletzt rd. 70 Euro/bl. knapp 4 % über dem Niveau des Vormonats; gegenüber dem Vorjahr erhöhte er sich um ca. 2 %.

Schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort

Die wirtschaftliche Schwäche prägt nach wie vor die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Im Oktober legte die Erwerbstätigkeit im Vorjahresvergleich zwar um 0,1 % leicht zu, gegenüber September kam es jedoch saisonbereinigt zu einem leichten Rückgang um 3.000 Personen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickelte sich im September positiv (+10.000 Personen), über die letzten Monate hinweg stagnierte sie jedoch. Gleichzeitig stieg die registrierte Arbeitslosigkeit um 7.000 Personen und die Unterbeschäftigung um 2.000 Personen. Die Anzeigen von Kurzarbeit bei der BA, die nach Ende der Ferienzeit spürbar zugenommen hatten, hielten im November ihr erhöhtes Niveau. Besonders betroffen hiervon sind u. a. die Bereiche Metallverarbeitung, Maschinenbau und Kfz-Herstellung. Die Kurzarbeit bewegt sich zwar nach wie vor deutlich unterhalb der Höchststände der Corona-Pandemie, aufgrund der zuletzt dynamisch steigenden Anzeigen sind jedoch auch in den nächsten Monaten spürbare Zuwächse zu erwarten.

Die Frühindikatoren deuten eine weitere Abkühlung der Stimmung am Arbeitsmarkt an: Das IAB-Arbeitsmarktbarometer signalisiert eine Fortsetzung des Anstiegs der Arbeitslosigkeit sowie der gedämpften Entwicklung der Erwerbstätigkeit. Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen gemäß ifo Beschäftigungsbarometer fällt ebenfalls erneut schwächer aus. Anders als bisher stagniert diese nun auch im Dienstleistungsbereich. Die sinkende Arbeitskräftenachfrage zeigt sich zudem an einem abermaligen Rückgang der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen, die sich im November auf historisch geringem Niveau bewegen. Angesichts der jüngsten medialen Ankündigungen zum Stellenabbau im Verarbeitenden Gewerbe ist daher zunächst mit einer Fortsetzung der schwachen Entwicklung am Arbeitsmarkt zu rechnen.

Frühindikator zu Unternehmensinsolvenzen im November rückläufig

Der IWH-Insolvenztrend zeigt im November mit 1.345 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften den seitens IWH zuvor prognostizierten Rückgang. Im Vergleich zum Vormonat Oktober, der einen Jahreshöchstwert markierte, sanken die Insolvenzen um 12,1 %, lagen aber zugleich 37,7 % über dem Vorjahresmonat. Die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze war mit rd. 11.400 leicht höher als im Oktober (rd. 10.700). Für die kommenden beiden Monate erwartet das IWH auf Basis von Frühindikatoren ähnlich viele Insolvenzen wie im November, bevor die Zahlen im Februar wieder steigen könnten.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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Konjunktur: Vier von zehn Unternehmen wollen 2025 Stellen abbauen

Die Geschäftslage der deutschen Unternehmen ist so düster wie seit der globalen Finanzmarktkrise nicht mehr. Das zeigt die neue Konjunkturumfrage des IW Köln. Die Perspektiven für das neue Jahr sind nicht viel besser – und die Krise hat auch den Arbeitsmarkt erreicht.

IW Köln, Pressemitteilung vom 12.12.2024

Die Geschäftslage der deutschen Unternehmen ist so düster wie seit der globalen Finanzmarktkrise nicht mehr. Das zeigt die neue Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Perspektiven für das neue Jahr sind nicht viel besser – und die Krise hat auch den Arbeitsmarkt erreicht.

Für die deutsche Wirtschaft war 2024 kein gutes Jahr, das machte sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar – zuletzt stieg die Arbeitslosenquote zum ersten Mal seit acht Jahren wieder auf über sechs Prozent. 2025 wird es nicht besser, zeigt die neue IW-Konjunkturumfrage, für die das IW im November mehr als 2.000 Unternehmen befragt hat: 38 Prozent von ihnen planen, im neuen Jahr Stellen abzubauen. Nur 17 Prozent wollen mehr Mitarbeiter einstellen. Die Beschäftigungsaussichten sind damit so schlecht wie seit der globalen Finanzkrise 2009 nicht mehr.

Unternehmen wollen Stellen abbauen

Besonders düster sieht es in der Industrie aus: Hier wollen nur 14 Prozent mehr Beschäftigte einstellen, dagegen planen 44 Prozent der befragten Industriefirmen, Stellen abzubauen. Pessimismus herrscht auch bei den Dienstleistern: Sie hatten in den vergangenen Jahren den Arbeitsmarkt stabilisiert, jetzt wollen auch hier 35 Prozent der Unternehmen ihr Personal reduzieren. Nur 23 Prozent der Dienstleister planen mit zusätzlichen Mitarbeitern.

Unternehmen blicken pessimistisch aufs neue Jahr

Besserung ist nicht in Sicht: Für 2025 gehen zwei von fünf Unternehmen von noch schlechteren Geschäften aus, gerade einmal ein Fünftel erwartet eine Verbesserung. Ihr schwindendes Vertrauen in den Standort drücken die Unternehmen auch durch ihre Investitionserwartungen aus: 40 Prozent wollen weniger investieren, nur 23 planen mehr Investitionen ein.

„Wirtschaftspolitisch war 2024 ein verlorenes Jahr“, sagt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. Hohe Kosten für Energie, Arbeit und Bürokratie, politische Unsicherheit oder Fachkräftemangel: Die Probleme seien dieselben wie vor einem Jahr. „Umso wichtiger ist es, dass die kommende Regierung die Baustellen schnell anpackt.“

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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Großhandelspreise im November 2024: -0,6 % gegenüber November 2023

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im November 2024 um 0,6 % niedriger als im November 2023. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, veränderten sich die Großhandelspreise im November 2024 gegenüber dem Vormonat Oktober 2024 nicht.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.12.2024

Großhandelsverkaufspreise, November 2024
-0,6 % zum Vorjahresmonat
0,0 % zum Vormonat

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im November 2024 um 0,6 % niedriger als im November 2023. Im Oktober 2024 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -0,8 % gelegen, im September 2024 bei -1,6 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, veränderten sich die Großhandelspreise im November 2024 gegenüber dem Vormonat Oktober 2024 nicht.

Gesunkene Preise für Mineralölerzeugnisse, höhere Preise für Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze

Hauptursächlich für den Rückgang der Großhandelspreise insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat war im November 2024 der Preisrückgang im Großhandel mit Mineralölerzeugnissen (-10,9 %). Im Vergleich zu Oktober 2024 blieb das Preisniveau hier gleich. Ebenfalls günstiger im Vorjahresvergleich waren insbesondere die Preise im Großhandel mit Datenverarbeitungs- und peripheren Geräten (-6,3 %), mit Eisen, Stahl und Halbzeug daraus (-5,4 %) sowie mit Flachglas (-3,9 %).

Höher als im November 2023 waren dagegen die Preise im Großhandel mit Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen (+25,4 %) sowie mit Nicht-Eisen-Erzen, Nicht-Eisen-Metallen und Halbzeug daraus (+22,7 %). Auch für Zucker, Süßwaren und Backwaren (+10,9 %), Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette (+6,8 %) sowie für Altmaterial und Reststoffe (+5,2 %) musste im November 2024 auf Großhandelsebene mehr bezahlt werden als vor einem Jahr.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Exporte im Oktober 2024: -2,8 % zum September 2024

Im Oktober 2024 sind die deutschen Exporte gegenüber September 2024 um 2,8 % und die Importe um 0,1 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, sanken die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2023 ebenfalls um 2,8 %, während die Importe um 1,7 % stiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.12.2024

Exporte (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), Oktober 2024
124,6 Milliarden Euro
-2,8 % zum Vormonat
-2,8 % zum Vorjahresmonat

Importe (kalender- und saisonbereinigte Wareneinfuhren), Oktober 2024
111,2 Milliarden Euro
-0,1 % zum Vormonat
+1,7 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), Oktober 2024
+13,4 Milliarden Euro

Im Oktober 2024 sind die deutschen Exporte gegenüber September 2024 kalender- und saisonbereinigt um 2,8 % und die Importe um 0,1 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, sanken die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2023 ebenfalls um 2,8 %, während die Importe um 1,7 % stiegen.

Insgesamt wurden im Oktober 2024 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 124,6 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 111,2 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss im Oktober 2024 mit einem Überschuss von 13,4 Milliarden Euro ab. Im September 2024 hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo der Außenhandelsstatistik bei +16,9 Milliarden Euro gelegen, im Oktober 2023 bei +18,9 Milliarden Euro.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Oktober 2024 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 68,9 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 57,9 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber September 2024 sanken die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 0,7 %, die Importe aus diesen Staaten nahmen um 0,4 % zu. In die Staaten der Eurozone wurden im Oktober 2024 Waren im Wert von 47,8 Milliarden Euro (-0,7 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 38,0 Milliarden Euro (-0,0 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Oktober 2024 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 21,1 Milliarden Euro (-0,9 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 19,9 Milliarden Euro (+1,1 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im Oktober 2024 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 55,7 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 53,3 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber September 2024 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 5,3 % und die Importe von dort um 0,6 % ab.

Die meisten deutschen Exporte gingen im Oktober 2024 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt 14,2 % weniger Waren exportiert als im September 2024. Damit sanken die Exporte in die Vereinigten Staaten auf einen Wert von 12,2 Milliarden Euro. Die Exporte in die Volksrepublik China nahmen um 3,8 % auf 6,9 Milliarden Euro ab, die Exporte in das Vereinigte Königreich stiegen um 2,1 % auf 6,5 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im Oktober 2024 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 13,7 Milliarden Euro eingeführt, das waren 3,0 % weniger als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken um 3,9 % auf 7,4 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 1,4 % auf 3,0 Milliarden Euro zu.

Die Exporte in die Russische Föderation sanken im Oktober 2024 gegenüber September 2024 kalender- und saisonbereinigt um 9,4 % auf 0,6 Milliarden Euro. Gegenüber Oktober 2023, als die Exporte nach Russland infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine bereits auf einem sehr niedrigen Niveau lagen, nahmen sie um 1,4 % ab. Die Importe aus Russland stiegen im Oktober 2024 gegenüber September 2024 um 27,4 % auf 0,2 Milliarden Euro, gegenüber Oktober 2023 gingen die Importe um 21,9 % zurück.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im Oktober 2024 Waren im Wert von 132,6 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 117,9 Milliarden Euro importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2023 nahmen die Exporte im Oktober 2024 damit um 0,4 % und die Importe um 4,3 % zu. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im Oktober 2024 mit einem Überschuss von 14,7 Milliarden Euro ab. Im Oktober 2023 hatte der Saldo +19,0 Milliarden Euro betragen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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