Stimmung im deutschen Mittelstand verschlechtert sich weiter

Das Geschäftsklima im deutschen Mittelstand hat sich im August zum vierten Mal in Folge verschlechtert. Der Einbruch fällt allerdings deutlich moderater aus als noch im Juli. Für das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer wertet die KfW Ergebnisse der ifo-Konjunkturumfragen aus, unterteilt nach Größenklassen der Unternehmen und Wirtschaftszweigen.

KfW, Pressemitteilung vom 05.09.2024

  • KfW-ifo-Geschäftsklima sinkt den vierten Monat in Folge
  • Schlechter beurteilten die mittelständischen Unternehmen ihre aktuelle Lage zuletzt nach dem ersten Corona-Lockdown
  • Lichtblicke im Einzelhandel und im Bau

Das Geschäftsklima im deutschen Mittelstand hat sich im August zum vierten Mal in Folge verschlechtert. Der Einbruch fällt allerdings deutlich moderater aus als noch im Juli. Der Index sinkt im Vergleich zum Vormonat um 1,3 Zähler auf nun minus 19,0 Punkte. Negative Indikatorwerte weisen auf eine unterdurchschnittliche Konjunkturlage hin.

Innerhalb des Geschäftsklimaindex sinkt die Beurteilung der aktuellen Lage um 1,9 Zähler auf minus 17,7 Punkte. Noch schlechter beurteilten die Mittelständler ihre Geschäftslage zuletzt im Juli 2020 (minus 19,1 Punkte), als die Wirtschaft gerade den ersten Corona-Lockdown hinter sich gebracht hatte. Die Geschäftserwartungen auf Sicht von sechs Monaten sinken um 0,9 Zähler auf minus 20,4 Punkte – das ist der tiefste Stand seit sechs Monaten.

Für das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer wertet die KfW Ergebnisse der ifo-Konjunkturumfragen aus, unterteilt nach Größenklassen der Unternehmen und Wirtschaftszweigen.

Es gibt aber auch vereinzelt Lichtblicke. So steigt das Geschäftsklima im mittelständischen Einzelhandel im August deutlich um 4,2 Zähler auf nun minus 14,2 Punkte.

„Das könnte ein erstes Signal dafür sein, dass sich die zuletzt gestiegene reale Kaufkraft der privaten Haushalte nun langsam auch in einem höheren Konsum niederschlägt“,
sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Im Bauhauptgewerbe sinkt die Stimmung nur leicht um 0,4 Punkte, was auf eine Bodenbildung in diesem für den Wohnbau wichtigen Segment hindeuten könnte.

Auch in den Großunternehmen fällt die Stimmung im August – und zwar stärker als im Mittelstand. Ihr Geschäftsklimaindex sinkt um 3,5 Zähler auf minus 25,6 Punkte. Anders als im Mittelstand sind es hier allerdings die Geschäftserwartungen, die sich weit deutlicher eintrüben als die aktuelle Lagebeurteilung. Ausreißer nach oben sind die Großunternehmen des Baus, die ihren Schwerpunkt im Wirtschaftsbau und im Tiefbau haben. Ihr Stimmungsindikator verbessert sich um 3,4 Zähler auf minus 2,9 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit fast anderthalb Jahren.

„Ein wenig Licht und noch viel Schatten – so lässt sich wohl die aktuelle Stimmung in der deutschen Wirtschaft zusammenfassen. Das Geschäftsklima ist derzeit viel trüber als in früheren Phasen, in denen das Bruttoinlandsprodukt stagnierte. Das zurzeit außergewöhnlich tiefe Stimmungsniveau dürfte vor allem Folge der großen Verunsicherung in den Unternehmen sein, die mit einer Vielzahl transformativer Herausforderungen und hartnäckiger globaler Krisen konfrontiert sind“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib.

Quelle: KfW Bankengruppe

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juli 2024

Die Auftragslage im Verarbeitenden Gewerbe scheint sich zu stabilisieren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben die Bestellungen im Juli gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,9 % zugenommen. Darauf weist das BMWK hin.

BMWK, Pressemitteilung vom 05.09.2024

Die Auftragslage im Verarbeitenden Gewerbe scheint sich zu stabilisieren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts1 haben die Bestellungen im Juli gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,9 % zugenommen. Schon im Juni lagen sie laut revidierten Angaben mit +4,6 % erstmals seit Jahresbeginn wieder deutlich im Plus. Die Auftriebskräfte kamen zu Beginn des dritten Quartals vor allem vom Auslandsgeschäft. Während die Ordereingänge aus dem Ausland um 5,1 % zulegten, stagnierte die Nachfrage aus dem Inland (0,0 %) nach einem Auftragsschub im Vormonat (+9,4 %). Ohne die stark schwankenden Großaufträge ging die Bestelltätigkeit allerdings leicht um 0,4 % gegenüber dem Vormonat zurück.

In den einzelnen Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes fiel die Entwicklung dabei unterschiedlich aus: Während die Bereiche Pharmazeutische Erzeugnisse (-6,4 %), Chemie (-0,8 %) und Maschinenbau (-6,1 %) Auftragseinbußen hinnehmen mussten, konnten der stark von Großaufträgen geprägte sonstige Fahrzeugbau (+86,5 %), der Bereich Kfz und Kfz-Teile (+1,6 %) sowie die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen (+18,6 %) teils deutliche Bestellzuwächse gegenüber dem Vormonat verbuchen.

Mit dem erneuten Anstieg im Juli liegen die Auftragseingänge nun auch im weniger volatilen Dreimonatsvergleich wieder mit 1,7 % im Plus, wozu v. a. die Nachfrage aus dem Inland beigetragen hat. Auch wenn aus dem Ausland zuletzt wieder deutlich mehr Bestellungen eingingen, deuten Einkaufsmanagerindizes und aktuelle Daten zur internationalen Konjunktur auf eine weiterhin schwache Auslandsnachfrage hin. Darüber hinaus haben sich wichtige Stimmungsindikatoren im Verarbeitenden Gewerbe zuletzt wieder eingetrübt. Damit dürfte die Industriekonjunktur auch in den kommenden Monaten verhalten bleiben.

1 Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 5. September 2024.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

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Kabinett beschließt rentenpolitische Maßnahmen der Wachstumsinitiative

Das Bundeskabinett hat am 04.09.2024 eine Formulierungshilfe beschlossen, mit der die rentenpolitischen Maßnahmen der Wachstums­initiative umgesetzt werden. Damit wird Arbeiten im Alter attraktiver.

BMAS, Mitteilung vom 04.09.2024

Das Bundeskabinett hat am 04.09.2024 eine Formulierungshilfe beschlossen, mit der die rentenpolitischen Maßnahmen der Wachstumsinitiative umgesetzt werden. Damit wird Arbeiten im Alter attraktiver.

Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales: „Eine weitere Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters wird es nicht geben. Aber wir schaffen weitere finanzielle Anreize für Beschäftigte, die freiwillig länger arbeiten wollen. Wer sein Wissen und Können weiter freiwillig einbringen möchte, profitiert von den neuen Regelungen. Das ist ein wichtiger Schritt, um erfahrene Fachkräfte für unsere Wirtschaft zu sichern.“

Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz: „Der Fachkräftemangel ist ein zentrales Problem für unser zukünftiges Wachstum. Hier müssen wir alle Register ziehen. Mit den beschlossenen Maßnahmen machen wir es nun deutlich attraktiver und unkomplizierter, im Alter freiwillig länger zu arbeiten.

Zum Beispiel können Beschäftigte, die neben dem Rentenbezug einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, zukünftig die Arbeitgeberbeiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung ausbezahlt bekommen. Das entspricht mehr als 10 Prozent des monatlichen Bruttolohns und ist ein erheblicher Anreiz zur Weiterarbeit.

Die beschlossenen Maßnahmen sind aufgrund des fortschreitenden demographischen Wandels wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands, denn wir können nicht auf das Wissen, Können und die Erfahrung Älterer verzichten, die noch weiterarbeiten wollen.“

Was wurde vom Kabinett beschlossen?

1. Einschränkung des sog. Vorbeschäftigungsverbots ab Erreichen der Regelaltersgrenze

Wir erleichtern damit Personen nach Erreichen der Regelaltersgrenze eine Rückkehr zu ihrem bisherigen Arbeitgeber, indem ihnen der Abschluss eines sachgrundlos befristeten Arbeitsvertrages mit dem bisherigen Arbeitgeber ermöglicht wird.

2. Einführung eines „Sockelbetrags“ bei der Einkommensanrechnung bei Renten wegen Todes

Wir erhöhen die Anreize für Hinterbliebene, eine Erwerbstätigkeit auszuweiten oder aufzunehmen, indem Erwerbseinkommen und kurzfristiges Erwerbsersatzeinkommen bis zu einem Betrag von aktuell 538 Euro im Monat („Sockelbetrag“) von der Einkommensanrechnung auf Renten wegen Todes ausgenommen werden. Im Ergebnis bleibt damit eine Vollzeittätigkeit zum gesetzlichen Mindestlohn bei Bezug einer Hinterbliebenenrente regelmäßig anrechnungsfrei.

3. Wegfall des Arbeitgeberbeitrags zur Arbeitsförderung und zur gesetzlichen Rentenversicherung bei entsprechender Zahlung an Beschäftigte im Rentenalter

Arbeitgeber können zukünftig anstelle der Arbeitgeberbeiträge zur Arbeitsförderung und Rentenversicherung, die für versicherungsfreie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Rentenalter zu entrichten sind, diese Beträge zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn auszahlen. Wir schaffen damit für diese Personen einen finanziellen Anreiz, eine mehr als geringfügige Erwerbstätigkeit (weiter) auszuüben.

4. Einführung einer Rentenaufschubprämie

Wir erhöhen weiter die Anreize für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze. Bei Aufschieben des Renteneintritts über die Regelaltersgrenze hinaus und nach Weiterarbeit im Rahmen einer mehr als geringfügigen versicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit von mindestens einem Jahr können Versicherte zukünftig anstelle der monatlichen Zuschläge eine Einmalzahlung – die Rentenaufschubprämie – in Anspruch nehmen.

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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Deutsche Wirtschaft schrumpft 2024 erneut, anschließende Erholung kraftlos

Die deutsche Wirtschaftsleistung dürfte 2024 erneut schrumpfen, nachdem sie bereits im Vorjahr gesunken war. Dies geht aus der aktuellen Herbstprognose des IfW Kiel hervor. Positive Signale zur Jahresmitte haben sich nicht bekräftigt, weshalb das IfW Kiel seine Erwartungen für dieses und das kommende Jahr deutlich nach unten revidiert.

IfW Kiel, Mitteilung vom 04.09.2024

Die deutsche Wirtschaftsleistung dürfte 2024 erneut schrumpfen, nachdem sie bereits im Vorjahr gesunken war. Dies geht aus der aktuellen Herbstprognose des IfW Kiel hervor. Positive Signale zur Jahresmitte haben sich nicht bekräftigt, weshalb das IfW Kiel seine Erwartungen für dieses und das kommende Jahr deutlich nach unten revidiert. 2024 dürfte das BIP um 0,1 Prozent zurückgehen (Sommerprognose: +0,2 Prozent). Für 2025 steht nur noch ein Plus von 0,5 Prozent in Aussicht, statt wie bislang erwartet 1,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote dürfte zwischenzeitlich bis auf 6,1 Prozent steigen, die Inflation allmählich auf 2 Prozent nachgeben.

„Die Aufwärtssignale, die die Frühindikatoren noch im Sommer sendeten, haben sich nicht verfestigt,” sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef des IfW Kiel zur heute erschienenen Herbstprognose. „Zugelegt haben zuletzt vor allem die staatlich stark beeinflussten Dienstleistungsbranchen. Insgesamt stottert die deutsche Wirtschaft in eine blutleere Erholung, auch weil die Wirtschaftspolitik keine verlässlichen Weichenstellungen vorzunehmen vermag.“

Für das laufende Jahr belastet insbesondere der schwache private Konsum (+0,4 Prozent) die Aussichten, weil sich die Haushalte trotz steigender Realeinkommen zurückhalten. Hinzu kommt, dass Industrie (-2,7 Prozent) und Bauwirtschaft (-4,3 Prozent) tiefer in die Rezession driften. Investitionen leiden unter hoher wirtschaftspolitischer Unsicherheit, die Ausrüstungsinvestitionen dürften um 7,2 Prozent sinken.

2026: Überdurchschnittlich viele Werktage überzeichnen den BIP-Zuwachs

In den beiden Folgejahren nimmt die deutsche Wirtschaft dank weiter steigender Realeinkommen, einer höheren Nachfrage aus dem Ausland und sinkender Zinsen dann wieder etwas Fahrt auf. Bis September 2025 dürfte die EZB den Leitzins auf 2,25 Prozent gesenkt haben.

Die Erholung verläuft allerdings nur schleppend, auch weil geschrumpfte Produktionskapazitäten nur noch geringe Zuwächse erlauben. Dieser Befund ist infolge eines derzeit beschleunigten Strukturwandels allerdings mit besonderer Unsicherheit behaftet.

In einer ersten Schätzung für 2026 geht das IfW Kiel von einem Plus beim BIP von 1,1 Prozent aus, 0,3 Prozentpunkte davon sind allerdings auf die überdurchschnittlich vielen Werktage zurückzuführen.

Die Arbeitslosenquote dürfte angesichts der schwachen Konjunktur auf 6,0 Prozent (2024) und 6,1 Prozent (2025) ansteigen und dann leicht auf 5,9 Prozent (2026) zurückgehen.

Die Zahl der Erwerbstätigen erreicht in der Mitte des Prognosezeitraums mit rund 46,2 Millionen ihren Zenit, ab dann beginnt infolge des demografischen Wandels der Sinkflug.

Die Inflation geht weiter zurück und wird nach 2,2 Prozent in diesem Jahr in den kommenden beiden Jahren wohl bei 2 Prozent liegen. Die Kernrate (ohne Energie) erreicht die Nähe der 2-Prozent-Marke erst im Jahr 2026, weil der Preisdruck bei Dienstleistungen noch länger anhält.

Das Budgetdefizit dürfte vor allem aufgrund der etwas anziehenden Wirtschaftsleistung von 1,9 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (2024) auf 1,7 Prozent (2025 und 2026) zurückgehen.

Bauinvestitionen werden laut Prognose erst ab 2026 wieder zulegen (+2,6 Prozent). Die zaghafte Erholung setzt dann auf einem Neubauvolumen ein, das so niedrig ist, wie zuletzt vor 13 Jahren.

Nicht nur konjunkturelle, sondern zunehmend auch strukturelle Krise

„Die deutsche Wirtschaft steckt zunehmend in einer Krise, die nicht nur konjunktureller, sondern auch struktureller Natur ist,” sagt Moritz Schularick, Präsident des IfW Kiel. „Die Haushaltskürzungen der Ampelregierung belasten hier zusätzlich, und die Zinswende der EZB kommt für Deutschland zu spät. Hinzu kommt: Alte Kernindustrien waren viel zu lange veränderungsresistent, und die Asyldebatte vergiftet den Dialog über die wirtschaftlich notwendige Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland. Solange das so bleibt, können wir zusehen, wie unser Wachstumspotenzial immer kleiner wird.“

In seiner Prognose für die Weltwirtschaft rechnet das IfW Kiel mit Zuwachsraten in diesem und den kommenden beiden Jahren von gut 3 Prozent. Besonders deutlich, um die 7 Prozent, legt die indische Wirtschaftsleistung zu.

Damit bleiben die deutschen Exporte (2025: +1,2 Prozent; 2026: +2,5 Prozent) im Prognosezeitraum spürbar hinter der globalen Dynamik zurück.

Quelle: Institut für Weltwirtschaft IfW Kiel

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September: Verbraucherstimmung im Abwärtstrend

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland verschlechtert sich im September spürbar, es zeigt sich ein negativer Trend. Das macht das Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) deutlich. Infolgedessen nimmt die Konsumzurückhaltung zu. Damit wird der private Konsum in den kommenden Monaten kein signifikantes Wachstum erreichen können.

HDE, Pressemitteilung vom 02.09.2024

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland verschlechtert sich im September spürbar, es zeigt sich ein negativer Trend. Das macht das Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) deutlich. Infolgedessen nimmt die Konsumzurückhaltung zu. Damit wird der private Konsum in den kommenden Monaten kein signifikantes Wachstum erreichen können. Die Wahrscheinlichkeit für eine Erholung noch in diesem Jahr verringert sich zunehmend.

Im September sinkt das HDE-Konsumbarometer, die Verbraucherstimmung in Deutschland sackt ab. Dieser abnehmende Optimismus korrespondiert mit dem Stimmungsrückgang in der Wirtschaft sowie dem aktuellen konjunkturellen Ausblick. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind mit Blick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung sowie auf das eigene Einkommen pessimistischer. In der Folge planen die Konsumenten für die kommenden Monate weniger Anschaffungen.

Das gegenwärtige gesamtwirtschaftliche Umfeld ist nicht förderlich für den privaten Konsum, der im zweiten Quartal dieses Jahres um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal sank. Angesichts dieser Entwicklung verstärkt sich der Eindruck, dass in diesem Jahr eine Erholung weder gesamtwirtschaftlich noch beim privaten Konsum gelingen wird. Es ist kein Wachstumsimpuls für den Einzelhandel in Sicht. Ohne den privaten Konsum als Wachstumstreiber verdüstert sich zudem der weitere konjunkturelle Ausblick. Eine gesamtwirtschaftliche Stagnation – wenn nicht sogar ein BIP-Rückgang – im Gesamtjahr wird wahrscheinlicher.

Das jeweils am ersten Montag eines Monats erscheinende HDE-Konsumbarometer basiert auf einer monatlichen Umfrage unter 1.600 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und zu anderen konsumrelevanten Faktoren. Das Konsumbarometer, das vom Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des HDE erstellt wird, hat eine Indikatorfunktion für den privaten Konsum. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.

Quelle: Handelsverband Deutschland (HDE)

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Consumer Technology 2024: Wearables etablieren sich als neuer Trendmarkt

Die Umsätze mit klassischer Unterhaltungselektronik wie Fernsehern, Digitalkameras und Audiogeräten gehen in Deutschland weiter leicht zurück. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach neuen Geräten wie z. B. smarten Wearables. Das zeigt die neue Trendstudie des Digitalverbands Bitkom zur „Zukunft der Consumer Technology 2024“.

Bitkom, Pressemitteilung vom 03.09.2024

  • Bereits ein Drittel der Deutschen nutzt Smartwatches, 70 Prozent offen gegenüber anderen smarten Accessoires
  • Klassisches Fernsehen liegt noch immer vor Videostreaming
  • Bitkom präsentiert Trendstudie „Zukunft der Consumer Technology“ zur IFA

Die Umsätze mit klassischer Unterhaltungselektronik wie Fernsehern, Digitalkameras und Audiogeräten gehen in Deutschland weiter leicht zurück. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach neuen Geräten wie z. B. smarten Wearables. So schrumpft der Markt für klassische Unterhaltungselektronik im laufenden Jahr von 8,2 Milliarden Euro um 7,5 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. In dem neuen Markt für Wearables gehen die Umsätze parallel von 2,4 Milliarden Euro um gut 8 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro hoch. Das zeigt die neue Trendstudie des Digitalverbands Bitkom zur „Zukunft der Consumer Technology 2024“. Demnach sollen in diesem Jahr 13,1 Millionen dieser smarten, am Körper zu tragenden Geräte verkauft werden, bei einem Durchschnittspreis von 196 Euro pro Wearable. „Die Smartwatch hat sich für viele als Alltagsbegleiter und Erweiterung des Smartphones etabliert. Viele Hersteller arbeiten an neuen Wearables wie smarten Ringen oder smarter Kleidung. Hier erwarten wir auch in Zukunft weitere Zuwächse – und damit einen gegenläufigen Trend zur klassischen Unterhaltungselektronik“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Wie die Befragung unter über 1.100 Menschen ab 16 Jahren im Zuge der Studie zeigt, nutzt bereits mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Deutschen privat oder beruflich eine Smartwatch. Je jünger, desto beliebter sind sie: Unter den 16- bis 29-Jährigen tragen sogar fast zwei Drittel (64 Prozent) zumindest hin und wieder eine Smartwatch, bei den 30- bis 49-Jährigen fast die Hälfte (48 Prozent). Unter den 50- bis 64-Jährigen sind es 30 Prozent und in der Altersgruppe ab 65 Jahren immerhin noch 14 Prozent. Die meisten wollen so immer up-to-date sein: 91 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer geben an, die Smartwatch zu tragen, um sich über eingehende Nachrichten informieren zu lassen oder sie zu lesen. Mit weitem Abstand mit jeweils 41 Prozent folgen die Navigation sowie die Steuerung des Smartphones, zum Beispiel um Musik zu hören. 37 Prozent messen mit ihrer Smartwatch Gesundheitsdaten, 29 Prozent nutzen sie als Wecker, Timer oder Stoppuhr. Bei jeweils 23 Prozent kommt sie zum Einsatz, um Informationen von Fitness-Apps anzuzeigen oder um in Notfallsituationen Angehörige oder einen Notdienst verständigen zu können. Jeweils 13 Prozent telefonieren mit ihr beziehungsweise rufen darauf zum Beispiel Flug- oder Bahntickets ab. 11 Prozent steuern über die Smartwatch Smart Home Anwendungen.

Smarte Kopfhörer, Schuhsohlen oder Ringe: Wearables von Kopf bis Fuß

Neben Smartwatches kommen immer mehr smarte Accessoires und Gadgets auf den Markt, die zum Beispiel Körperdaten wie Herzfrequenz, Temperatur oder Flüssigkeitshaushalt messen können. Besonders interessant finden Verbraucherinnen und Verbraucher smarte Kopfhörer und Schuhsohlen. 24 Prozent der Deutschen würden gerne smarte Kopfhörer tragen oder haben sie bereits getragen. 22 Prozent würden smarte Einlegesohlen in ihren Schuhen tragen, einen smarten Gürtel zu tragen, kommt für 14 Prozent in Frage, ein smartes Pflaster für 13 Prozent und smarte Kleidungsstücke für 12 Prozent. 11 Prozent würden gerne einen smarten Fingerring tragen oder tun dies bereits. Für eine smarte Halskette sind 6 Prozent offen, für smarte Ohrringe 4 Prozent und für eine smarte Brosche nur 2 Prozent.

Insgesamt interessieren sich 70 Prozent der Deutschen dafür, eines oder mehrere solcher smarten Gadgets zu tragen. „Diese neuartigen Wearables sind in der Regel noch recht teuer und eher als Nischenprodukte für spezielle gesundheitliche oder sportliche Zwecke bekannt. Sie haben aber das Potenzial für den Massenmarkt und könnten auch andere etablierte Wearables ablösen“, so Rohleder. Bereits jetzt sagt fast ein Viertel (24 Prozent) der Deutschen, sie würden lieber einen smarten Ring als eine smarte Uhr tragen, um ihre Körperfunktionen zu messen. Ebenfalls 24 Prozent können sich vorstellen, sich einen kleinen smarten Assistenten auf den Zahn kleben zu lassen. Etwa ein Fünftel (19 Prozent) wäre sogar offen, sich einen kleinen smarten Assistenten implantieren zu lassen.

Mehrheit sieht positiven Einfluss von Körperdaten auf gesunde Lebensführung

Generell sind die meisten Menschen der Meinung, dass Daten wie sie Smartwatches, smarte Ringe oder Fitnesstracker aufzeichnen, einen positiven Beitrag zur Gesundheit leisten: 72 Prozent der Deutschen sagen, detaillierte Körperdaten sind sinnvoll, um Krankheiten vorzubeugen oder rechtzeitig zu erkennen. Zwei Drittel (66 Prozent) sagen, die Daten unterstützen eine gesunde Lebensführung. Auch KI-Funktionen spielen für knapp die Hälfte eine entscheidende Rolle: 52 Prozent der Deutschen erwarten, dass Accessoires mit KI die Gesundheitsvorsorge revolutionieren. „KI in Wearables kann kontinuierlich Gesundheitsdaten wie Schlafmuster, Aktivitätsniveau und Herzfrequenz analysieren, um personalisierte Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise zu geben. Auch in der Telemedizin oder bei medizinischen Notfällen ist der KI-Einsatz möglich“, so Rohleder. Anderseits fühlen sich aber auch 40 Prozent der Deutschen von detaillierten Daten zu ihrem Körper unter Druck gesetzt. Und 25 Prozent würden sich beim Tragen von smarter Kleidung oder Accessoires Sorgen um die Sicherheit ihrer Gesundheitsdaten machen.

Neben VR-Brillen stoßen auch Smart Glasses auf großes Interesse

Schon länger auf dem Markt sind Virtual-Reality-Brillen. Für sie interessiert sich eine Mehrheit von 70 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher: 22 Prozent haben eine solche Brille schon genutzt, weitere 48 Prozent würden sie gerne nutzen – für 27 Prozent kommt dies hingegen nicht in Frage. Beim Einsatz der Brillen liegt das Spielen vorne: 95 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer von VR-Brillen verwenden sie für Gaming, gefolgt von virtuellen Reisen an andere Orte (70 Prozent) oder um Filme und Serien zu schauen (64 Prozent). Ein Drittel (33 Prozent) war via VR-Brille bereits auf einem Musikkonzert, und auch für die Wohnungs- und Hausplanung kommen VR-Brillen zum Einsatz (29 Prozent). Zum Shopping haben 15 Prozent eine VR-Brille schon genutzt. Rohleder: „Der Markt für VR-Brillen ist gerade stark in Bewegung. Bisher werden sie vor allem gewerblich verwendet, z.B. in der Industrie. Langfristig werden sie aber auch zunehmend im privaten Umfeld, der Bildung oder im Gesundheitswesen Einsatz finden. Die spannende und noch offene Frage ist: Wann kommt der breite Roll-Out von VR-Brillen?“

Neben VR-Brillen, mit denen man vollständig in virtuelle Welten eintaucht, wird auch an sogenannten Smart Glasses geforscht. Sie sind in der Regel durchsichtig oder halbtransparent und ergänzen die reale Welt um digitale Informationen, zum Beispiel durch Hologramme. An solchen Brillen, die virtuelle Inhalte ins Blickfeld einblenden, sind 46 Prozent der Deutschen interessiert. Bei smarten Kontaktlinsen sind es hingegen nur 16 Prozent. Rohleder: „Noch bestehen große technische Herausforderungen bei Smart Glasses. Unter anderem geht es darum, ein alltagstaugliches Produkt zu entwickeln, das möglichst leicht und klein ist und dennoch über die nötige Rechen- und Akkupower verfügt, um die Umgebung zu erfassen und zum Beispiel auch bei strahlendem Sonnenschein Inhalte kontrast- und farbenreich anzuzeigen.“

Gesamtumsätze in der klassischen Consumer Technology weiter rückläufig

Insgesamt wird laut Prognosen des Bitkom der Umsatz mit klassischer Unterhaltungselektronik wie etwa Flat-TVs, Audiogeräten oder auch Spielekonsolen in diesem Jahr etwa 7,6 Milliarden Euro betragen. 2023 wurden in diesem Markt noch 8,2 Milliarden umgesetzt – ein Rückgang von mehr als 7 Prozent. 2022 waren es sogar noch 8,3 Milliarden Euro, 2021 8,9 Milliarden Euro und 2020 9,3 Milliarden Euro. „Nach dem Hoch der Consumer Technology in den Pandemiejahren gehen die Gesamtumsätze erwartungsgemäß weiter zurück – auch TV-Käufe für die heimische Fußball-EM konnten dies nicht kompensieren“, so Rohleder. Flat-TVs werden mit 2,83 Milliarden Euro auch weiterhin den größten Anteil am Markt für Unterhaltungselektronik ausmachen. Dahinter folgen Audio- und Video-Zubehör mit 1,62 Milliarden Euro sowie Audiogeräte mit 960 Millionen Euro. Mit Spielkonsolen werden voraussichtlich 860 Millionen Euro umgesetzt, mit Digitalkameras 540 Millionen Euro. Auf sonstige Consumer Technology wie Blu-Ray- und DVD-Player, Media-Sticks, Set-Top-Boxen und Wechselobjektive entfallen 810 Millionen Euro.

Klassisches Fernsehen liegt noch immer knapp vor Videostreaming

Ob auf Flachbild-Fernseher, Laptop, Tablet oder Smartphone – in den deutschen Haushalten bleiben Videos, Filme und Serien beliebt. Dabei ist das klassische Fernsehen noch längst nicht tot: Derzeit schauen noch immer 92 Prozent der Deutschen zumindest hin und wieder lineares TV, also das aktuelle Fernsehprogramm, das sie über Kabel, Satellit oder Antenne empfangen. Auch unter den Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren sind es noch 85 Prozent. Gleichzeitig steigt die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer, die Videos über das Internet streamen: 86 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren schauen zumindest hin und wieder über diesen Weg – vor zwei Jahren waren es erst 75 Prozent. „Auch wenn für die Jüngeren Streaming deutlich wichtiger ist, ist das klassische Fernsehen auch bei Ihnen nicht out“, so Rohleder. „Die Sender setzen parallel auf mehrere Verbreitungswege und stellen über On-Demand-Angebote wie Mediatheken auch nachträglich Sendungen oder zusätzliches Filmmaterial zur Verfügung.“

Wer Videostreaming nutzt, ist damit im Schnitt 8,4 Stunden pro Woche beschäftigt. 33 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer schauen dabei ausschließlich kostenlose Videostreams. Fast die Hälfte (48 Prozent) zahlt für das einmalige Abrufen von Filmen und Serien ohne Abo. 37 Prozent nutzen kostenpflichtige Videostreaming-Dienste im Abo. Allerdings wird im Schnitt weniger dafür bezahlt: Für Videostreaming-Abos geben die Nutzerinnen und Nutzer durchschnittlich 15,40 Euro im Monat aus. Vor zwei Jahren waren es noch 17,90 Euro. Rohleder: „Viele haben Streaming-Abos aus den Pandemiejahren beibehalten, sind aber nicht bereit, sie um jeden Preis zu halten. Mit neuen Abo-Modellen versuchen Anbieter dem entgegenzuwirken und bieten zum Beispiel reduzierte Monatsgebühren an, wenn trotz Abonnement kurze Werbeblöcke eingespielt werden.“

Bitkom präsentiert diese Zahlen im Vorfeld der IFA. Sie feiert 100-jähriges Jubiläum und findet vom 6. bis 10. September 2024 in Berlin statt. Die Trendstudie „Zukunft der Consumer Technology – 2024“ mit Informationen und Fakten rund um den Markt für Consumer Technology, der Rolle von Wearables und Impulsen durch KI, AR, VR, dem Metaverse, Sprachassistenten, Video- und Audiostreaming sowie Gaming steht zum kostenlosen Download bereit: www.bitkom.org/zukunft-consumer-technology

Quelle: Bitkom

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Deutschland hinkt bei Erforschung und Nutzung digitaler Technologien hinterher

Deutschland hinkt bei der Erforschung und Anwendung digitaler Technologien im internationalen Vergleich deutlich hinterher. Bei einem Misslingen der digitalen Transformation drohen erhebliche Wohlstandsverluste. Ein Gegensteuern durch die Politik und die Unternehmen selbst ist daher geboten. Das sind Ergebnisse einer Studie von KfW Research.

KfW, Pressemitteilung vom 03.09.2024

  • Vergleichsweise wenige Publikationen und Patente auf dem Gebiet der digitalen Technologien
  • IT-Investitionen im internationalen Vergleich niedrig
  • Wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Verbesserung der Situation sinnvoll

Deutschland hinkt bei der Erforschung und Anwendung digitaler Technologien im internationalen Vergleich deutlich hinterher. Bei einem Misslingen der digitalen Transformation drohen erhebliche Wohlstandsverluste. Ein Gegensteuern durch die Politik und die Unternehmen selbst ist daher geboten. Das sind Ergebnisse einer Studie von KfW Research. Anhand verschiedener Indikatoren wurde untersucht, wie Deutschland im Bereich digitale Technologien positioniert ist.

Kurz gefasst gab es folgende zentrale Ergebnisse:

  • Ein Indikator für das Ausmaß, in dem eine Technologie in einem Land erforscht wird, ist die Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen, etwa durch Hochschulen. Die beiden internationalen Spitzenreiter auf dem Gebiet, China und die USA, veröffentlichen beinahe 6- bzw. 4-mal so viele wissenschaftliche Untersuchungen über digitale Technologien wie Deutschland. Deutschland hat seinen diesbezüglichen Output zwar im Zeitraum seit der Jahrtausendwende bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie um das 3,4-fache erhöht. China hat aber eine Steigerungsrate von 17,5.
  • Bei den Patentanmeldungen im Bereich der digitalen Transformation ist Japan Spitzenreiter, dicht gefolgt von den USA. Diese Länder melden knapp 3-mal so viele Patente wie Deutschland an.
  • Bei digitalen Technologien weist Deutschland seit vielen Jahren eine negative Handelsbilanz aus. Deutschland importiert also mehr Waren, die auf digitalen Technologien basieren, als es im Ausland absetzt.
  • Die Digitalisierungsaktivitäten deutscher Unternehmen sind vergleichsweise gering. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt gaben Unternehmen in Deutschland im Jahr 2022 nur 1,4 % für IT-Investitionen aus – genauso viel wie schon 2019. Um zu anderen hoch entwickelten Ländern aufzuschließen, müssten die IT-Investitionen in Deutschland auf das gut Doppelte oder Dreifache auf rund 140 bis 180 Mrd. Euro im Jahr ansteigen. Erfreulich ist, dass die Digitalisierungsausgaben im Mittelstand im Zuge der Coronapandemie merklich zugelegt haben (+ 35 %).

Um die Position Deutschlands bei der Erforschung digitaler Technologien zu stärken, bietet es sich an, die diesbezügliche Grundlagenforschung an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu stärken. Davon könnten auch Unternehmen profitieren, beispielsweise weil ihnen qualifizierte Hochschulabsolventen als Forscher und Ingenieure zur Verfügung stehen würden. Außerdem gilt es, die Aktivitäten der Unternehmen im Bereich Forschung & Entwicklung wirtschaftspolitisch zu fördern. Ein weiteres Ergebnis der Studie von KfW Research: Die Infrastruktur in Deutschland muss so ausgebaut werden, dass alle Unternehmen zu guten Internetverbindungen und Rechenkapazitäten Zugang haben. Das ist momentan nicht überall der Fall.

„Deutschland wird einen langen Atem brauchen, um bei der Erforschung und Nutzung digitaler Technologien zu den führenden Ländern aufzuschließen“, sagte Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

„Deutschland hat aber erfolgsversprechende Anknüpfungspunkte. So wird beispielsweise die qualitativ hochwertige akademische Forschung im Bereich künstliche Intelligenz international sehr geschätzt. Zudem hat Deutschland auch technologische Stärken, etwa im Bereich Roboter und autonomes Fahren.“

Quelle: KfW Bankengruppe

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Ausbildung: In welchen Jobs junge Menschen am meisten verdienen

Tausende neue Azubis starten in diesen Tagen in ihren Unternehmen. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln zeigt, in welchen Ausbildungsberufen die höchsten Gehälter gezahlt werden – und wo besonders viele Fachkräfte gesucht werden.

IW Köln, Pressemitteilung vom 02.09.2024

Tausende neue Azubis starten in diesen Tagen in ihren Unternehmen. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln zeigt, in welchen Ausbildungsberufen die höchsten Gehälter gezahlt werden – und wo besonders viele Fachkräfte gesucht werden.

Azubi-Mangel überall: Im vergangenen Jahr blieben mit 13,4 Prozent so viele Ausbildungsplätze wie noch nie unbesetzt. Damit droht sich der Fachkräftemangel in Ausbildungsberufen weiter zu verschärfen – dabei lässt sich auch mit einer Ausbildung gutes Geld verdienen, wie eine neue IW-Studie zeigt. Auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit haben die Autoren dafür eine Rangliste der 20 lukrativsten Berufe erstellt.

Ganz vorne in der Liste sind Fachkräfte der Technischen Forschung und Entwicklung. Wer in diesem Beruf beschäftigt ist – meistens in der Herstellung von Autos oder pharmazeutischen Erzeugnissen – erhielt zuletzt schon im Alter von 20 bis 39 Jahren einen Bruttomedianlohn von 5.670 Euro. Zum Vergleich: Das mittlere Gehalt für eine festangestellte Fachkraft lag 2023 bei rund 3.500 Euro. Auf Rang zwei und drei folgen Fluggerätmechaniker und Leichtflugzeugbauer (5.108 Euro) sowie spezialisierte Fachkräfte in der Versicherungs- und Finanzbranche, zum Beispiel Tresorverwalter (5.021 Euro).

Technische Berufe am besten bezahlt

Bis auf wenige Ausnahmen sind die meisten der 20 lukrativsten Berufe technisch ausgerichtet. Allein elf von 20 Jobs sind in der Metall- und Elektro-Branche angesiedelt. Auffällig: Trotz sehr hoher Löhne besteht in einem großen Teil der Berufe ein teils erheblicher Fachkräftemangel. In der elektrischen Betriebstechnik (zum Beispiel Elektroanlagenmonteure oder Industrieelektriker) konnten zuletzt etwa nur jeder fünfte Job mit einem passenden Arbeitslosen besetzt werden – trotz glänzender Verdienstaussichten von im Mittel 4.251 Euro für unter 40-Jährige.

Zuwanderung kann Azubi-Mangel verlangsamen

„Die Ergebnisse zeigen, dass mehr Geld allein den Fachkräftemangel nicht einfach beseitigen kann“, sagt IW-Fachkräfteexperte Jurek Tiedemann. Viele Schülerinnen und Schüler würden nur einen Bruchteil der potenziellen Ausbildungsberufe kennen. Eine bessere berufliche Orientierung sei unerlässlich, doch das alleine reiche nicht: „Ohne Zuwanderung wird der Azubi-Mangel in den kommenden Jahren noch weiter wachsen“, so Tiedemann. Zudem müsse die Qualifizierung von An- und Ungelernten intensiviert werden.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln

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Homeoffice verkleinert Büroflächen in deutschen Unternehmen

Durch Homeoffice sinkt der Bedarf an Büroflächen. Laut dem Ifo-Institut haben 6 Prozent aller Unternehmen ihre Büroflächen bereits verkleinert; weitere 8 Prozent planen es in den kommenden fünf Jahren. Langfristig dürfte die Nachfrage um etwa 12 Prozent sinken.

ifo Institut, Mitteilung vom 03.09.2024

Bereits 6,2% der deutschen Unternehmen haben ihre Büroflächen aufgrund von Homeoffice reduziert, weitere 8,3% planen dies in den nächsten fünf Jahren. „Besonders stark zeigt sich dieser Trend bei Dienstleistern und Großunternehmen, die den Großteil der Büroflächen nutzen“, erklärt Simon Krause.

Quelle: ifo Institut

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Importpreise im Juli 2024: +0,9 % gegenüber Juli 2023

Die Importpreise waren im Juli 2024 um 0,9 % höher als im Juli 2023. Im Juni 2024 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,7 % gelegen, im Mai 2024 bei -0,4 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sanken die Einfuhrpreise im Juli 2024 gegenüber dem Vormonat Juni 2024 um 0,4 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.08.2024

Importpreise, Juli 2024

  • +0,9 % zum Vorjahresmonat
  • -0,4 % zum Vormonat

Exportpreise, Juli 2024

  • +0,8 % zum Vorjahresmonat
  • -0,1 % zum Vormonat

Die Importpreise waren im Juli 2024 um 0,9 % höher als im Juli 2023. Im Juni 2024 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,7 % gelegen, im Mai 2024 bei -0,4 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sanken die Einfuhrpreise im Juli 2024 gegenüber dem Vormonat Juni 2024 um 0,4 %.

Die Exportpreise lagen im Juli 2024 um 0,8 % über dem Stand von Juli 2023. Im Juni 2024 hatte die Jahresveränderungsrate bei +0,6 % gelegen, im Mai 2024 bei +0,2 %. Gegenüber dem Vormonat Juni 2024 sanken die Exportpreise um 0,1 %.

Anstieg der Importpreise im Vergleich zu Juli 2023 durch höhere Preise insbesondere bei Konsumgütern und landwirtschaftlichen Gütern

Die Preisanstiege bei importierten landwirtschaftlichen Gütern um 7,6 % und bei Konsumgütern um 2,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat hatten im Juli 2024 den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise für landwirtschaftliche Güter aber um 2,5 %, für Konsumgüter blieben sie unverändert.

Bei den importierten landwirtschaftlichen Gütern war insbesondere Rohkakao (+158,7 %) deutlich teurer als vor einem Jahr, gegenüber dem Vormonat sanken die Preise jedoch um 4,6 %. Die Preise für Rohkaffee waren um 24,3 % höher als im Juli 2023 und stiegen auch im Vormonatsvergleich (+2,5 %). Dagegen waren unter anderem Zwiebeln (-39,2 %), lebende Schweine (-14,6 %) und Getreide (-8,9 %) preiswerter als vor einem Jahr.

Bei den Konsumgütern verteuerten sich vor allem die Importe der Verbrauchsgüter (+2,5 % gegenüber Juli 2023). Gebrauchsgüter waren 1,4 % teurer als vor einem Jahr.

Bei den Verbrauchsgütern musste insbesondere für Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl weiterhin deutlich mehr (+148,2 %) gegenüber Juli 2023 gezahlt werden. Gegenüber Juni 2024 sanken die Preise hier um 2,4 %.

Insgesamt waren importierte Nahrungsmittel im Vorjahresvergleich um 3,9 % teurer (+0,2 % gegenüber Juni 2024).

Gestiegene Preise auch bei importierter Energie

Gegenüber Juli 2023 verteuerten sich die Energieeinfuhren um 1,7 %. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdöl. Die Preise lagen hier im Juli 2024 um 8,7 % über denen von Juli 2023. Gegenüber Juni 2024 wurde Erdöl 2,3 % teurer. Teurer als vor einem Jahr waren auch Mineralölerzeugnisse (+1,6 %). Gegenüber Juni 2024 wurden sie 0,2 % preiswerter.

Erheblich günstiger als im Vorjahresmonat waren dagegen elektrischer Strom (-13,0 %), Erdgas (-3,3 %) und Steinkohle (-2,4 %). Auch gegenüber Juni 2024 wurden sie billiger: elektrischer Strom um 21,0 %, Erdgas um 5,6 % und Steinkohle um 1,6 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Juli 2024 um 0,9 % höher als im Juli 2023. Gegenüber Juni 2024 sanken sie um 0,2 %. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 0,6 % über dem Stand des Vorjahres (-0,5 % gegenüber Juni 2024).

Unveränderte Preise bei Vorleistungsgütern und Investitionsgütern

Die Preise für Vorleistungsgüter und Investitionsgüter veränderten sich im Vorjahresvergleich nicht. Gegenüber dem Vormonat sanken sie um 0,1 % (Vorleistungsgüter) beziehungsweise 0,2 % (Investitionsgüter).

Bei den Vorleistungsgütern waren unter anderem Stärke und Stärkeerzeugnisse (-27,4 %), Akkus und Batterien (-8,7 %) sowie Eisen, Stahl und Ferrolegierungen (-4,1 %) preiswerter als ein Jahr zuvor, während beispielsweise Holz- und Zellstoff 19,6 % sowie Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug 6,3 % teurer waren.

Bei den Investitionsgütern waren insbesondere Datenverarbeitungs- und periphere Geräte im Vorjahresvergleich um 5,5 % billiger, während Kraftwagen und Kraftwagenmotoren um 3,1 % teurer importiert wurden.

Preissteigerungen bei Exporten von Investitions- und Konsumgütern

Bei der Ausfuhr hatten die Preissteigerungen bei Investitionsgütern den größten Einfluss auf die Preisentwicklung. Diese verteuerten sich gegenüber Juli 2023 um 1,7 % (+0,4 % gegenüber Juni 2024). Einen wesentlichen Einfluss hatten hier die gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile (+2,3 %) sowie für Maschinen (+2,0 %).

Konsumgüter wurden im Vergleich zu Juli 2023 um 2,2 % teurer. Während Gebrauchsgüter im Vorjahresvergleich nur um 0,9 % teurer waren, lagen die Preise für exportierte Verbrauchsgüter 2,4 % über denen von Juli 2023.

Der Preisrückgang bei Energieexporten von 8,6 % im Vorjahresvergleich (-4,3 % gegenüber Juni 2024) konnte die Teuerungen bei ausgeführten Investitions- und Konsumgütern nicht ausgleichen. Während Erdgas im Vorjahresvergleich um 18,2 % und Strom um 13,0 % preiswerter waren, lagen die Preise für Mineralölerzeugnisse um 0,2 % über denen des Vorjahres. Auch gegenüber Juni 2024 sanken die Preise für Strom (-21,0 %) und Erdgas (-5,9 %), während Mineralölerzeugnisse 0,3 % teurer exportiert wurden.

Auch landwirtschaftliche Güter waren im Vergleich preiswerter (-0,4 % gegenüber Juli 2023 und -2,3 % gegenüber Juni 2024)

Die Preise für exportierte Vorleistungsgüter änderten sich im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr nicht (0,0 %) und gegenüber dem Vormonat kaum (-0,1 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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