EU-Kommission legt neue Strategie für soziale Verantwortung von Unternehmen vor

Die EU-Kommission hat eine Mitteilung zu einer neuen EU-Strategie für die soziale Verantwortung der Unternehmen vorgelegt. Sie zielt darauf ab, günstigere Bedingungen für ein nachhaltiges Wachstum, verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und die Entstehung von dauerhaften Arbeitsplätzen zu schaffen.

Die EU-Kommission hat am 25.10.2011 eine Mitteilung zu einer neuen EU-Strategie (2011-14) für die soziale Verantwortung der Unternehmen vorgelegt. Sie zielt darauf ab, günstigere Bedingungen für ein nachhaltiges Wachstum, verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und die Entstehung von dauerhaften Arbeitsplätzen zu schaffen. Zum Thema CSR wird am 18.11.2011 auch eine Konferenz in Brüssel stattfinden.

Die EU-Kommission definiert in ihrer Strategie den Begriff CSR neu und versteht darunter „die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“. Damit die Unternehmen ihrer Verantwortung gerecht werden, sollen soziale, ökologische, ethische, Menschenrechts- und Verbraucherbelange in der Unternehmensstrategie berücksichtigt werden. Da jedoch noch nicht alle EU-Unternehmen diese Werte bei ihrer Betriebsführung beachten, hat die EU-Kommission einen ambitionierten Aktionsplan für CSR ausgearbeitet. Bei seiner Umsetzung verpflichtet sie sich, die Besonderheiten von KMU zu berücksichtigen und keine unnötigen Verwaltungslasten aufzubauen.

Die EU-Kommission beabsichtigt u. a. in 2013 zur Verbreitung von bewährten Verfahren eine Multistakeholder-CSR-Plattform aufzubauen, damit einerseits CSR-Verpflichtungen bekannt gemacht und andererseits bisher erzielte Fortschritte überwacht werden können. Ab 2012 sollen CSR-Partnerschaften zwischen Unternehmen und anderen Stakeholdern mit EU-Preisen honoriert werden. Da sich Unternehmen häufig schon an branchenweiten Verpflichtung wie z. B. Verhaltenskodizes beteiligen, soll in 2012 ein Verhaltenskodex für Selbst- und Koregulierungsprojekte zur Effizienzsteigerung des CSR-Prozesses ausgearbeitet werden.

Viele Unternehmen und KMU legen heute schon freiwillig ihre sozialen und ökologischen Informationen offen. Die EU-Kommission plant, einen Vorschlag zur Transparenz der sozialen und ökologischen Informationen, die von allen Unternehmen aller Branchen bereitgestellt werden sollen, auszuarbeiten. Außerdem fordert sie alle Unternehmen, Behörden und Organisationen der Zivilgesellschaft auf, ihre Anstrengungen zur Offenlegung dieser Informationen zu verbessern. Als Reaktion auf die Finanzkrise fordert sie Unternehmen u. a. auch auf, Informationen über die Umsetzung von Grundsätzen des verantwortungsvollen Handelns im Steuerbereich offenzulegen.

Damit international anerkannte CSR-Grundsätze und Leitlinien (OECD-Leitsätze, Leitprinzip der Vereinten Nationen „Global Compact“, ISO-Norm 26000) mehr beachtet werden und weltweit ausgewogenere Bedingungen herrschen, beabsichtigt die EU-Kommission ihre Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedstaaten zu verstärken und ihre Arbeit in internationalen Foren auszubauen. Dafür ist vorab erforderlich, dass EU-Unternehmen diese Grundsätze und Leitlinien besser einhalten. Daher ist geplant, in Unternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten zu überprüfen, ob die erklärten CSR-Verpflichtungen eingehalten und die international anerkannten CSR-Grundsätze berücksichtigt werden. Alle großen EU-Unternehmen werden aufgefordert, bis 2014 entweder auf Grundlage der Leitprinzipen von OECD oder der Vereinten Nationen bzw. der ISO-Norm 26000 ihr eigenes CSR-Konzept zu entwickeln.

Die EU-Kommission wird zusammen mit den Mitgliedstaaten, den Unternehmen und den Stakeholdern die Fortschritte zu den in der Mitteilung genannten Punkten überwachen. Außerdem ist ein Treffen geplant, auf dem bis spätestens 2014 Bilanz gezogen werden soll.

Quelle: DATEV eG Informationsbüro Brüssel

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Quelle: DATEV eG