In ihrer Mitteilung zu einer Europäischen Cloud Initiative legt die EU-Kommission ihren Plan für den Aufbau einer Cloud- und Dateninfrastruktur dar.
Europäische Cloud Initiative
Ziel ist es, mit Hilfe der Cloud das Potenzial von Big Data als wichtigen Motor für die offene Wissenschaft und die 4. industrielle Revolution, voll auszuschöpfen und die bestehenden Hürden (mangelnde öffentliche Zugänglichkeit von Daten aus Forschung, unzureichende Interoperabilität, Fragmentierung der Dateninfrastrukturen, nicht gedeckter Bedarf an Hochleistungsrechnern) zu überwinden.
Die geplante Cloud umfasst daher die Elemente: Dateninfrastrukturen, die Daten speichern und verwalten, Hochleistungs-Breitbandnetze, die Daten weiterleiten, und Hochleistungsrechner-Kapazitäten, die für die Verarbeitung der Daten genutzt werden und deren Verarbeitung benötigt werden.
Die EU-Kommission hält es für möglich, dass die Initiative Dienste entwickelt, die etwa die zielgerichtete Text- und Datensuche unter Berücksichtigung der Rechte am geistigen Eigentum, die Zugangskontrolle für unterschiedliche Nutzungszwecke, die irreversible Anonymisierung sensibler Daten vor der Datenverknüpfung und die Schaffung von Räumen für personenbezogene Daten zur Wahrung der Privatsphäre unterstützen, die Einführung innovativer Verwendungszwecke fördern sowie maschinenlesbare Genehmigungen und Metadaten zum Schutz der Privatsphäre unterstützen, mit denen Datensätze versehen werden, die über die Cloud abgerufen werden können. Zudem könnte sie Leitlinien und bewährte Verfahren für die organisatorischen Abläufe zur Verfügung stellen. Hierbei handele es sich zwar um Werkzeuge und Verfahren, die sich auf die Technik, die Konzeptionsphase und die Standardisierung beziehen, doch sie könnten dazu beitragen, dass Fälle von Fehlverhalten in der Praxis sowie die Nichteinhaltung der Rechtsvorschriften weniger häufig auftreten.
Die Umsetzung der Europäische Cloud-Initiative ist schrittweise und u. a. durch folgende Maßnahmen geplant:
- ab 2016: Schaffung einer Europäischen Cloud für offene Wissenschaft für europäische Forscher und ihre weltweiten Wissenschaftspartner durch die Integration und Konsolidierung von e-Infrastruktur-Plattformen, die Verknüpfung vorhandener wissenschaftlicher Clouds und Forschungsinfrastrukturen und durch die Unterstützung der Entwicklung cloudgestützter Dienste.
Um den Nutzerkreis bis 2020 auf den öffentlichen Sektor und die Industrie ausweiten zu können, soll hieran bereits ab 2016 – gemeinsam mit dem Privatsektor und der öffentlichen Verwaltung – earbeitet werden. Dies soll mit Hilfe von Daten- und Software-Exzellenzzentren sowie Innovationspoolen für Datendienste für KMU erfolgen. Außerdem soll eine Plattform eingerichtet werden, die öffentliche Behörden zur Öffnung ihrer Daten und Dienste nutzen können, um so für die EU die Basis für „Government as a Service“ (GaaS) zu schaffen. Die EU-Kommission wird zudem eine Big Data Testumgebung für die öffentliche Verwaltung zur Verfügung stellen.
Ab 2016 soll auch am Aufbau eines europäischen Big-Data-Zentrums gearbeitet werden (bis 2020), z. B. für multidisziplinäre Daten, jedoch ausgerichtet auf Raumdaten.
- 2017: Alle wissenschaftlichen Daten, die im Rahmen des mit 77 Mrd. Euro ausgestatteten Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont 2020 generiert werden, sollen standardmäßig offen zugänglich werden, damit sie wiederverwendet werden können.
Im Zusammenhang mit der geplanten Initiative zum freien Datenfluss soll der wissenschaftliche Datenaustausch, aber auch die Schaffung von Anreiz- und Belohnungssystemen zum Datenaustausch für Forscher und Unternehmen gefördert werden.
- Bis 2020: Aufbau einer europäischen Großinfrastruktur für Hochleistungsrechner, Daten und Netze, u. a. durch Erwerb von zwei Hochleistungsrechnern im Exa-Maßstab sowie zwei weltführenden Betriebssystemen.
Der Mitteilung sind zwei Arbeitsunterlagen der Kommissionsdienststellen zu Hochleistungsrechnern und Quantentechnologien beigefügt.
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Quelle: DATEV eG