IMK-Indikator: Rezessionswahrscheinlichkeit auch Anfang 2014 niedrig

Die Gefahr, dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession gerät, ist auch über den Jahreswechsel hinweg gering. Das signalisiert der Konjunkturindikator des IMK in der Hans-Böckler-Stiftung in seiner neuen Prognose.

 

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 12.11.2013

 
Die Gefahr, dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession gerät, ist auch über den Jahreswechsel hinweg gering. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung in seiner neuen Prognose. Für den Zeitraum von November bis Ende Januar 2014 weist das IMK-Frühwarninstrument eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 8,5 Prozent aus. Der Wert ist im Vergleich zum Oktober (9,3 Prozent) praktisch konstant. Nach dem Ampelsystem des Indikators liegt die Rezessionswahrscheinlichkeit damit eindeutig im „grünen Bereich“ (geringe Rezessionswahrscheinlichkeit unter 30 Prozent).

 

Die aktuelle Vorhersage beruht auf dem Datenstand von Anfang November. Das IMK nutzt bei seinem Indikator die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf Nachfrageeinbrüche reagiert als das Bruttoinlandsprodukt. In die Gleichungen des Konjunkturindikators fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren.

 

Wie schon in den Vormonaten reagiert das IMK-Konjunkturradar derzeit vor allem auf Finanzmarkt- und Stimmungsindikatoren, die gegenläufige Trends verzeichnen. Positiv auf die Gesamtprognose des IMK-Indikators wirkt sich die optimistische Grundstimmung in der deutschen Wirtschaft aus, die sich etwa im hohen Niveau des ifo-Index´ zum Geschäftsklima ausdrückt.

 

Dass der Index im November erstmals seit einem halben Jahr wieder leicht gesunken ist, interpretiert der IMK-Indikator nicht als relevanten Richtungswechsel. Als problematischer stuft das Instrument die aktuelle Zinsspanne zwischen Unternehmens- und Bundesanleihen ein. Diese ist ein Maß für den Risikoaufschlag, den die Finanzmärkte für Unternehmensanleihen gegenüber der sicheren Bundesanleihe verlangen. Unter dem Strich seien die Finanzierungsbedingungen deutscher Unternehmen aber nach wie vor recht günstig, betont das IMK.

 

Die niedrige Rezessionswahrscheinlichkeit deckt sich mit der Konjunkturprognose des IMK. Die Düsseldorfer Forscher erwarten, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr nur um 0,4 Prozent wächst, aber nicht in eine Rezession gerät. Für 2014 prognostiziert das IMK ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent.

 

Der IMK Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

 

Den Konjunkturindikator finden Sie auf der Homepage der Hans-Böckler-Stiftung.

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Quelle: DATEV eG