Laut dem Institut für Weltwirtschaft haben sich die Aussichten für die Weltkonjunktur im Sommer 2011 eingetrübt. Ein Rückfall in eine Rezession sei jedoch für die Weltwirtschaft insgesamt derzeit wenig wahrscheinlich.
IfW, Pressemitteilung vom
13.09.2011
Die Aussichten für die Weltkonjunktur
haben sich im Sommer 2011 eingetrübt. Ein Rückfall in eine Rezession ist zwar
für die Weltwirtschaft insgesamt derzeit wenig wahrscheinlich. Für die
fortgeschritten Volkswirtschaften rechnen wir allerdings infolge der erhöhten
Unsicherheit, fortschreitender Konsolidierungsprozesse im privaten Sektor und
der inzwischen begrenzten Möglichkeiten der Wirtschaftspolitik zur Stimulierung
der Konjunktur damit, dass die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung in den
kommenden Quartalen sinkt. Im Jahresdurchschnitt dürfte die Zuwachsrate des
realen Bruttoinlandsprodukts in dieser Ländergruppe in diesem und im nächsten
Jahr nur noch 1,6 bzw. 1,5 Prozent betragen. Die Inflation wird sich dabei
deutlich verringern, die Arbeitslosigkeit hoch bleiben. Für die Weltproduktion
insgesamt haben wir die Prognose ebenfalls deutlich von 4,5 Prozent im Juni auf
aktuell 3,8 Prozent reduziert. Für 2012 erwarten wir eine weitere Abschwächung
der Zuwachsrate des globalen Bruttoinlandsprodukts auf nur noch 3,5 Prozent
(Juni-Prognose: 4,1 Prozent).
Das Tempo der weltwirtschaftlichen
Expansion hat sich im ersten Halbjahr 2011 erheblich verlangsamt. Nachdem das
globale Bruttoinlandsprodukt im Verlauf des vergangenen Jahres um 4,6 Prozent
ausgeweitet worden war, legte es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur
noch um 3,1 Prozent zu. Im zweiten Quartal betrug die laufende Jahresrate sogar
lediglich 2,7 Prozent. Zu einem Teil ist die Abschwächung auf die Auswirkungen
der Naturkatastrophe in Japan zurückzuführen. Die Stimmungsindikatoren sind
jedoch bis zuletzt weiter zurückgegangen, was darauf hindeutet, dass die
Weltproduktion auch im dritten Quartal dieses Jahres nur verhalten zugenommen
hat.
Quelle: IfW
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