Unternehmen verlagern zwischen 2021 und 2023 netto 50.800 Stellen ins Ausland

Zwischen 2021 und 2023 haben rund 1.300 Unternehmen ab einer Größe von 50 tätigen Personen teilweise oder vollständig Unternehmensfunktionen von Deutschland ins Ausland verlagert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 2,2 % aller im Jahr 2023 in Deutschland ansässigen Unternehmen dieser Größe.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 19.11.2025

  • Rund 1.300 Unternehmen in Deutschland mit 50 und mehr tätigen Personen haben zwischen 2021 und 2023 Unternehmensfunktionen ins Ausland verlagert
  • Motiv für Verlagerung meist Kostenvorteile, aber auch Fachkräftemangel im Inland
  • Insgesamt waren 59 % der Unternehmen mit 50 und mehr tätigen Personen im Jahr 2023 in globale Wertschöpfungsketten eingebunden

Zwischen 2021 und 2023 haben rund 1.300 Unternehmen ab einer Größe von 50 tätigen Personen teilweise oder vollständig Unternehmensfunktionen von Deutschland ins Ausland verlagert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 2,2 % aller im Jahr 2023 in Deutschland ansässigen Unternehmen dieser Größe. Durch die Verlagerungen wurden nach Angaben der Unternehmen 71.100 Stellen in Deutschland abgebaut, aber auch 20.300 Stellen neu geschaffen, etwa infolge von Umschichtungen in andere Unternehmensfunktionen oder Neueinstellungen infolge von erzielten Kosteneinsparungen. Somit gingen in den Jahren von 2021 bis 2023 durch die Verlagerung von Unternehmensfunktionen ins Ausland netto rund 50.800 Stellen in Deutschland verloren. Sowohl der Stellenabbau als auch der Stellenzuwachs betrifft am stärksten die Unternehmensfunktion „Produktion von Waren“. Hier sind 26.100 Stellen abgebaut worden und 5.000 Stellen neu entstanden, was einem Netto-Stellenabbau von 21.100 Stellen entspricht. Insgesamt waren 34.600 oder 59 % der Unternehmen mit mindestens 50 tätigen Personen im Jahr 2023 in globale Wertschöpfungsketten eingebunden, in deren Rahmen sie Waren oder Dienstleistungen aus dem Ausland bezogen oder dorthin geliefert haben. Die Zahlen stammen aus der neuen Statistik zu globalen Wertschöpfungsketten, für die nun erstmals Ergebnisse vorliegen.

Die Mehrheit der Unternehmen verlagert innerhalb der EU

Die meisten verlagernden Unter­nehmen wählten Zielorte innerhalb der Europäischen Union (EU), dorthin verlagerten 900 Unternehmen. In Staaten außerhalb der EU verlagerten 700 der befragten Unternehmen.

Knapp drei Viertel der verlagernden Unternehmen wollen Lohnkosten verringern

Bei den Unternehmen war bei knapp drei Viertel (74 %) die Verringerung der Lohnkosten eine Motivation für die Verlagerung von Unternehmensfunktionen ins Ausland. Bei 62 % führte eine strategische Entscheidung der Konzernleitung zur Verlagerung. Andere Kostenvorteile (ohne Lohnkosten) wurden von 59 % der Unternehmen als Motivation genannt und ein Mangel an Fachkräften im Inland von 38 % der Unternehmen.

Als Hindernisse oder Bedenken bei der Verlagerung ins Ausland wurden von den Unternehmen hauptsächlich genannt (in absteigender Reihenfolge): rechtliche oder administrative Hindernisse, steuerliche Probleme oder Bedenken, dass die Kosten der Verlagerung deren Nutzen übersteigen.

34.600 Unternehmen in globalen Wertschöpfungsketten

Globale Wertschöpfungsketten spielen bei der Herstellung von Produkten und Erbringung von Dienstleistungen eine immer wichtigere Rolle. Unternehmen organisieren ihre Aktivitäten zunehmend international und untergliedern ihre Wertschöpfungsketten in verschiedene Teilbereiche. Dabei umfassen globale Wertschöpfungsketten alle länderübergreifenden Unternehmensaktivitäten zur Erstellung eines Produktes oder einer Dienstleistung. Im Berichtsjahr 2023 waren von 59.100 Unternehmen in Deutschland mit mindestens 50 tätigen Personen 34.600 in den grenzüberschreitenden Waren- oder Dienstleistungsaustausch eingebunden und damit Teil globaler Wertschöpfungsketten. Dies entspricht einem Anteil von 59 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Powered by WPeMatico

Teuerung: Tendenz sinkend, noch für 6 von 9 Haushaltstypen leicht über Zielrate

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Oktober gegenüber September leicht von 2,4 Prozent auf 2,3 Prozent gesunken. Damit nähert sie sich langsam wieder dem Inflationsziel der EZB von 2,0 Prozent. Von neun verschiedenen Haushaltstypen, die sich nach Einkommen und Personenzahl unterscheiden, hatten im Oktober sechs eine haushaltsspezifische Teuerung leicht oberhalb des EZB-Zielwerts. Das zeigt der neue Inflationsmonitor des IMK der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 18.11.2025

EZB sollte Spielraum für Zinssenkung nutzen

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Oktober gegenüber September leicht von 2,4 Prozent auf 2,3 Prozent gesunken. Damit nähert sie sich langsam wieder dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent. Der Rückgang um 0,1 Prozentpunkte beruhte vor allem darauf, dass sich der Preisauftrieb bei Lebensmitteln abschwächte. Von neun verschiedenen Haushaltstypen, die sich nach Einkommen und Personenzahl unterscheiden, hatten im Oktober sechs eine haushaltsspezifische Teuerung leicht oberhalb des EZB-Zielwerts. Alleinlebende und Paarfamilien mit jeweils geringen Einkommen lagen dagegen mit je 1,8 Prozent haushaltsspezifischer Teuerungsrate etwas darunter, Alleinerziehende mit mittleren Einkommen genau bei 2,0 Prozent, zeigt der neue Inflationsmonitor des IMK.

Insgesamt reichte die Spannbreite der haushaltsspezifischen Inflationsraten im Oktober von 1,8 bis 2,3 Prozent, der Unterschied lag also bei relativ geringen 0,5 Prozentpunkten. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Inflationswelle im Herbst 2022 betrug die Spanne 3,1 Prozentpunkte. Während Haushalte mit niedrigen Einkommen, insbesondere Familien, während des akuten Teuerungsschubs der Jahre 2022 und 2023 eine deutlich höhere Inflation schultern mussten als Haushalte mit mehr Einkommen, ist ihre Inflationsrate seit einiger Zeit etwas unterdurchschnittlich. Im langfristigen Vergleich über die vergangenen sechs Jahre hatten einkommensschwache Familien mit zusammengenommen 23,1 Prozent seit Oktober 2019 gleichwohl die höchste Teuerungsrate zu verkraften. Das liegt daran, dass in ihren Warenkörben Güter des Grundbedarfs wie Lebensmittel und Energie ein hohes Gewicht haben, die nach der russischen Invasion in die Ukraine 2022 für längere Zeit die stärksten Preistreiber waren. Familien mit mittleren Einkommen folgten mit 22,8 Prozent kumulierter Teuerung.

Dagegen war die Inflation bei Alleinlebenden mit sehr hohen Einkommen mit 21,0 Prozent im Gesamtzeitraum seit Oktober 2019 am niedrigsten, während sie im Oktober 2025 mit 2,3 Prozent etwas höher lag als bei den anderen Haushalten. Ein wichtiger Faktor dafür ist, dass die konsumstarken Haushaltstypen mit hohen Einkommen stärker Dienstleistungen nachfragen, die sich derzeit noch merklich verteuern, etwa Versicherungsdienstleistungen und soziale Dienstleistungen.

Paarfamilien mit hohen Einkommen und Paare ohne Kinder mit mittleren Einkommen verzeichneten im Oktober eine Inflationsrate von je 2,2 Prozent. Bei Alleinlebenden mit mittleren und mit höheren Einkommen sowie bei Paaren mit Kindern und mittleren Einkommen verteuerte sich der jeweilige Warenkorb um je 2,1 Prozent.

Inflationslage entspannt, für 2026 und 2027 Unterschreitung des EZB-Ziels erwartet

Auch wenn die Teuerungsrate im August und September zeitweilig gestiegen war und sich bei Dienstleistungen weiterhin ein kräftiger Preisauftrieb zeige, sei insgesamt „ein erneutes Aufflammen der Inflation nicht in Sicht“, betont Dr. Silke Tober, IMK-Expertin für Geldpolitik und Autorin des Inflationsmonitors. Die Teuerung in Deutschland und im Euroraum werde nach dem Rückgang im Oktober im weiteren Jahresverlauf nahe am EZB-Inflationsziel von 2,0 Prozent und 2026 sogar im Durchschnitt etwas darunter liegen, erwartet die Ökonomin. Die Zentralbank selbst rechne auch für 2027 mit einer Rate unterhalb ihres Zielwerts. Dabei spiele neben anderen Faktoren auch eine Rolle, dass durch die US-Einfuhrzölle Warenexporte aus China nach Europa umgelenkt und besonders günstig angeboten würden.

Gleichzeitig belasteten ebenjene US-Zölle, weiterhin hohe Energiepreise und die starke Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar die Konjunktur – im ganzen Euroraum, aber insbesondere in Deutschland, dessen Wirtschaft nach zwei Jahren Rezession in einer schwierigen Lage sei. Die EZB habe in dieser Situation im Oktober „erneut eine Chance vertan, ihren Zinssenkungsspielraum zu nutzen“ und für Entlastung zu sorgen. „Gegen die hohen Energiepreise und US-Zölle kann die EZB wenig tun, es liegt aber in ihrer Macht, der starken Euro-Aufwertung entgegenzuwirken und die Binnennachfrage, insbesondere die Investitionen, zu stützen“, schreibt Tober.

Langzeitvergleich: Lebensmittel um knapp 40 Prozent, Energie um 36 Prozent teurer als im Oktober 2019

Das IMK berechnet seit Anfang 2022 monatlich spezifische Teuerungsraten für neun repräsentative Haushaltstypen, die sich nach Zahl und Alter der Mitglieder sowie nach dem Einkommen unterscheiden (mehr zu den Typen und zur Methode unten). In einer Datenbank liefert der IMK Inflationsmonitor zudem ein erweitertes Datenangebot: Online lassen sich Trends der Inflation für alle sowie für ausgewählte einzelne Haushalte im Zeitverlauf in interaktiven Grafiken abrufen (Link unten).

Zwar dürfte die in den Jahren 2022 und 2023 entstandene Kaufkraftlücke bei den meisten Haushalten mittlerweile durch Lohnsteigerungen und wirtschaftspolitische Entlastungen weitgehend geschlossen sein, analysiert Tober. Unabhängig davon dokumentiert der längerfristige Vergleich von Preisen, den die Forscherin ebenfalls anstellt, die seitdem stark erhöhten Preisniveaus gerade von Waren des Grundbedarfs: Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke lagen im Oktober 2025 um 39,9 Prozent höher als im Oktober 2019, also vor Pandemie und Ukrainekrieg. Damit war die Teuerung hier mehr als dreimal so stark wie mit der EZB-Zielinflation von kumuliert 12,6 Prozent in diesem Zeitraum vereinbar. Energie war trotz der Preisrückgänge in den vergangenen beiden Jahren um 36 Prozent teurer als 2019, darunter Haushaltsenergie um 45,4 Prozent und Kraftstoffe um 23,5 Prozent.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

Powered by WPeMatico

Gekommen, um zu bleiben? Fachkräftesicherung mit internationalen Studierenden

Im vergangenen Studienjahr haben sich mehr als 116.000 Studierende aus dem Ausland erstmalig an einer deutschen Hochschule eingeschrieben – ein neuer Rekord. Nur knapp die Hälfte der internationalen Erstsemester schlägt jedoch langfristig in Deutschland Wurzeln. Damit gehen der hiesigen Wirtschaft wichtige Fachkräftepotenziale verloren. Darauf weist der DIHK hin.

DIHK, Mitteilung vom 17.11.2025

Im vergangenen Studienjahr haben sich mehr als 116.000 Studierende aus dem Ausland erstmalig an einer deutschen Hochschule eingeschrieben – ein neuer Rekord. Allerdings zeigt die Statistik, dass nur knapp die Hälfte der internationalen Erstsemester langfristig in Deutschland Wurzeln schlägt. Damit gehen der hiesigen Wirtschaft wichtige Fachkräftepotenziale verloren.

Denn trotz der insgesamt angespannten Wirtschaftslage klagen Unternehmen hierzulande weiterhin über einen Mangel an geeigneten Fachkräften. Insbesondere in den Feldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (MINT) ist die Situation angespannt: Schon heute fehlen auf dem Arbeitsmarkt nach Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft gut 55.000 akademisch qualifizierte MINT-Expertinnen und Experten – mit steigender Tendenz. Die Gesamtlücke in diesen Berufsgruppen, also inklusive Facharbeiter, Meister und Techniker, wird sogar auf über 160.000 Stellen beziffert.

Besonders groß sind die Engpässe in der Informationstechnik, es fehlen aber auch Elektrotechnik-, Maschinenbau- und Bauingenieure. Der Beitrag ausländischer MINT-Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt ist immens: Ohne qualifiziertes Personal mit ausländischer Staatsbürgerschaft würde die MINT-Gesamtlücke mit rund 600.000 offenen Stellen noch deutlich größer ausfallen.

Internationale Studierende als Schlüssel für die Fachkräftesicherung

Das Potenzial internationaler Hochschulabsolventen für die Fachkräftesicherung der deutschen Wirtschaft ist enorm: Pro Jahr schließen derzeit mehr als 50.000 Männer und Frauen aus dem Ausland ihr Studium in Deutschland erfolgreich ab – über die Hälfte davon in einem MINT-Studienfach. Der Wermutstropfen: Obwohl Deutschland laut OECD im weltweiten Vergleich neben Kanada die höchste Bleibequote von internationalen Studierenden verzeichnet, haben zehn Jahre nach Studienbeginn mehr als die Hälfte von ihnen das Land wieder verlassen – obgleich zwei Drittel dieser Gruppe zu Studienbeginn klare Bleibeabsichten geäußert hatten.

Vielfältige Herausforderungen beim Arbeitsmarktübergang

Dies zeigt: Zwar sind ausländische Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt unverzichtbar, dennoch gibt es nach wie vor vielfältige Herausforderungen, um internationalen Studierenden nach ihrem Hochschulabschluss attraktive Bleibe- und Beschäftigungsperspektiven zu eröffnen.

Neben einem großzügigeren Rechtsrahmen und besserer gesellschaftlicher Integration könnten die Hochschulen hier mit vielfältigen Aktivitäten unterstützen. So sollte diese Studierendengruppe noch enger als bisher begleitet werden – beispielsweise durch internationale Mentoren- oder Buddy-Programme. Einen positiven Beitrag können zudem Lehrformate mit hohem Arbeitsmarktbezug oder integrative Angebote von Fachschaften leisten.

Mehr Sprachkompetenz, frühzeitige Firmenkontakte

Wichtig sind auch die Verbesserung von (fach-)sprachlichen Kompetenzen sowie das Verhindern von Studienabbrüchen. Zudem sollten Bildungsausländer frühzeitig die Gelegenheit erhalten, Praxiserfahrungen in der Wirtschaft zu sammeln. Auch dabei können Hochschulen unterstützen, indem sie Kontakte zu regionalen Unternehmen und Kammern herstellen. Patenprogramme, die etwa gezielte Unterstützung im Bewerbungsprozess bieten, können das gute Ergebnis solcher Kooperationen sein.

IHK-Engagement gegen MINT-Fachkräftemangel

Vor Ort engagieren sich verschiedene IHKs bereits gemeinsam mit regionalen Unternehmen, Hochschulen und weiteren Stakeholdern ganz konkret für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration internationaler Studierender. Mit Bewerbermessen, digitalen Matching-Tools oder Hochschulkooperationen im Rahmen von Förderprojekten setzen sie wertvolle Zeichen gegen den MINT-Fachkräftemangel, die hoffentlich viele Nachahmer finden. Denn nur durch gemeinsame Anstrengungen kann es gelingen, die wertvollen und dringend benötigten Arbeitsmarktpotenziale der internationalen Studierenden noch besser für die deutsche Wirtschaft zu erschließen.

Quelle: DIHK

Powered by WPeMatico

Herbstprognose 2025: anhaltendes Wachstum trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Die Herbstprognose 2025 der EU-Kommission zeigt in den ersten drei Quartalen ein Wachstum, das die Erwartungen übertroffen hat. Während die kräftige Entwicklung ursprünglich durch einen Anstieg der Ausfuhren im Vorgriff auf Zollerhöhungen bedingt war, setzte sich das Wachstum der EU-Wirtschaft im dritten Quartal fort. Für die nähere Zukunft wird erwartet, dass sich die Konjunktur im Prognosezeitraum trotz eines schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds weiterhin in moderatem Tempo ausweitet.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 17.11.2025

Die Herbstprognose 2025 der Europäischen Kommission zeigt in den ersten drei Quartalen ein Wachstum, das die Erwartungen übertroffen hat. Während die kräftige Entwicklung ursprünglich durch einen Anstieg der Ausfuhren im Vorgriff auf Zollerhöhungen bedingt war, setzte sich das Wachstum der EU-Wirtschaft im dritten Quartal fort. Für die nähere Zukunft wird erwartet, dass sich die Konjunktur im Prognosezeitraum trotz eines schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds weiterhin in moderatem Tempo ausweitet.

Entschlossenes Handeln notwendig

EU-Kommissar Valdis Dombrovskis, zuständig für Wirtschaft und Produktivität, Implementierung und Vereinfachung, sagte: „Selbst in einem ungünstigen Umfeld ist die Wirtschaft der EU weiter gewachsen. Angesichts des schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds muss die EU nun entschlossen handeln, um das binnenwirtschaftliche Wachstum anzukurbeln. Dies bedeutet, dass wir unsere Arbeit an der Agenda für Wettbewerbsfähigkeit beschleunigen müssen – unter anderem durch die Vereinfachung der Rechtsvorschriften, die Vollendung des Binnenmarkts und die Förderung von Innovationen.“

Vorhersagen für BIP und Inflation

  • Die diesjährige Herbstprognose geht davon aus, dass das reale BIP in der EU 2025 und 2026 um 1,4 Prozent wachsen und 2027 auf 1,5 Prozent ansteigen wird. Es wird erwartet, dass das Euro-Währungsgebiet diesen Trend widerspiegelt, wobei das reale BIP den Projektionen zufolge 2025 um 1,3 Prozent, 2026 um 1,2 Prozent und 2027 um 1,4 Prozent wachsen wird.
  • Den Prognosen zufolge wird die Inflation im Euro-Währungsgebiet ihren Rückgang auf 2,1 Prozent im Jahr 2025 fortsetzen und über den Prognosehorizont hinweg bei rund 2 Prozent liegen. In der EU dürfte die Inflation geringfügig höher bleiben und 2027 auf 2,2 Prozent zurückgehen.

Prognose der Kommission für Deutschland

Nach zwei Jahren des Konjunkturrückgangs dürfte die Wirtschaft 2025 weitgehend stagnieren und 2026 und 2027 mit einem BIP-Wachstum von 1,2 Prozent wieder anziehen. Die positiven Auswirkungen durch gestiegene öffentliche Ausgaben werden durch die negativen Auswirkungen der Handelsspannungen teilweise aufgehoben. Diese Spannungen werden sich voraussichtlich auf die Ausfuhren auswirken. Die expansive Finanzpolitik und das Wachstum des Reallohns dürften den privaten Verbrauch ankurbeln.

Für 2025 wird aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Einschätzung und der hohen Unsicherheit mit einem Rückgang der Investitionen gerechnet. Im Laufe der Zeit ist mit einer allmählichen Erholung zu rechnen, da sich der Verbrauch und die öffentlichen Investitionen beschleunigen. Das öffentliche Defizit dürfte 2026 steigen und – ausgehend von der derzeit bekannten Politik – 2027 hoch bleiben. Es wird erwartet, dass die öffentliche Schuldenquote auf 65,2 Prozent des BIP im Jahr 2026 und 67,0 Prozent im Jahr 2027 steigt.

Quelle: Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland

Powered by WPeMatico

Verbraucherschutz: Rat billigt aktualisierte Richtlinie über alternative Streitbeilegung

Der Rat der EU hat eine Richtlinie endgültig gebilligt, mit der der bestehende Rahmen für die alternative Streitbeilegung (AS) aktualisiert, vereinfacht und verbessert wird. Die alternative Streitbeilegung bezieht sich auf Methoden zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Unternehmern, in der Regel mit Unterstützung eines neutralen Dritten.

Rat der EU, Pressemitteilung vom 17.11.2025

Der Rat hat heute eine Richtlinie endgültig gebilligt, mit der der bestehende Rahmen für die alternative Streitbeilegung (AS) aktualisiert, vereinfacht und verbessert wird. Die alternative Streitbeilegung bezieht sich auf Methoden zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Unternehmern, in der Regel mit Unterstützung eines neutralen Dritten.

Der heute gebilligte Rechtstext zielt darauf ab, die alternative Streitbeilegung zu einer leichter zugänglichen und attraktiveren Option für die Beilegung von aus vertraglichen Vereinbarungen entstehenden Streitigkeiten zu machen – einschließlich bei Fragen im Zusammenhang mit vorvertraglichen Pflichten. Der Rahmen für die Verfahren der alternativen Streitbeilegung soll dadurch an die digitalen Märkte angepasst, die Inanspruchnahme der AS bei grenzüberschreitenden Streitigkeiten verbessert und die AS-Verfahren zum Vorteil aller Akteure vereinfacht werden. Darüber hinaus werden durch den Vorschlag die Berichtspflichten rationalisiert und der Verwaltungsaufwand verringert.

Unter bestimmten Bedingungen wird die alternative Streitbeilegung nun auch bei Streitigkeiten zwischen Verbrauchern in der EU und Unternehmern aus Drittländern zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind Unternehmer verpflichtet, innerhalb von 20 Tagen zu antworten, nachdem sie von einer AS-Stelle kontaktiert wurden, wobei es als Verweigerung einer Teilnahme an dem Verfahren betrachtet wird, wenn sie dieser Verpflichtung nicht nachkommen. Durch die neue Richtlinie werden die Mitgliedstaaten dazu angehalten, die Beteiligung von Unternehmern und Verbrauchern an AS-Verfahren zu fördern und einen besonderen Schwerpunkt auf Sektoren zu legen, in denen die Teilnahme an AS-Verfahren gering ist oder eine große Zahl von Verbraucherbeschwerden vorliegt.

Die Kommission wird ein benutzerfreundliches, mehrsprachiges IT-Tool entwickeln und unterhalten, um die Nutzung der alternativen Streitbeilegung bei grenzüberschreitenden Verbraucherstreitigkeiten zu erleichtern.

Nächste Schritte

Die Billigung des Standpunkts in erster Lesung ist der letzte Schritt im Annahmeverfahren des Rates. Der Wortlaut muss allerdings noch auf einer Plenartagung des Europäischen Parlaments gebilligt werden. Sobald die Richtlinie angenommen wurde, tritt sie 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft. Die Mitgliedstaaten haben dann 26 Monate Zeit, um die neuen Vorschriften in nationales Recht umzusetzen, und die Vorschriften erlangen 32 Monate nach Veröffentlichung der Richtlinie im Amtsblatt Gültigkeit.

Hintergrund

Im Rahmen einer Geschäftsbeziehung zwischen Händlern und Verbrauchern können zu klärende Streitigkeiten entstehen (z. B. wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht rechtzeitig oder in keinem guten Zustand geliefert wird oder wenn der Verbraucher nicht den vollen Kaufpreis gezahlt hat). Mit der Entwicklung des Online-Handels hat die Zahl der Streitigkeiten erheblich zugenommen. Die Beilegung eines Streits vor Gericht kann langwierig sein und bringt die Einbeziehung von Anwälten sowie erhebliche Verfahrenskosten mit sich. Es gibt jedoch alternative Lösungen für die Probleme, ohne vor Gericht zu gehen.

Gemäß dem Verbraucherbarometer von 2023 sind 25 % der Verbraucher mit einem Problem konfrontiert, das eine Beschwerde rechtfertigen würde, aber ein Drittel von ihnen bleibt untätig. Daher werden in der EU jährlich nur 300.000 Streitigkeiten im Rahmen von AS-Verfahren beigelegt.

Die jüngsten europäischen Rechtsvorschriften zur Regulierung von außergerichtlichen Rechtsbehelfen für Verbraucher wurden 2013 angenommen und seitdem nicht geändert. Am 17. Oktober 2023 hat die Kommission ein neues Maßnahmenpaket zur Modernisierung und Vereinfachung der AS-Vorschriften vorgeschlagen. Das Paket umfasst eine Richtlinie zur Änderung der Richtlinie über alternative Streitbeilegung und eine Verordnung zur Einstellung der Plattform zur Online-Streitbeilegung (OS-Plattform), die weniger genutzt wurde als erwartet. Diese OS-Verordnung wurde am 19. November 2024 förmlich angenommen.

Quelle: Rat der Europäischen Union

Powered by WPeMatico

9,5 % mehr Gründungen größerer Betriebe im 1. bis 3. Quartal 2025 als im Vorjahreszeitraum

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 wurden in Deutschland rund 99.300 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 9,5 % mehr neu gegründete größere Betriebe als im Vorjahreszeitraum.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.11.2025

  • Aufgaben größerer Betriebe nehmen ebenfalls zu (+4,8 %)
  • Gesamtzahl der Neugründungen steigt um 6,9 %
  • Gesamtzahl der vollständigen Gewerbeaufgaben steigt um 1,1 %

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 wurden in Deutschland rund 99.300 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 9,5 % mehr neu gegründete größere Betriebe als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg jedoch auch die Zahl der vollständigen Aufgaben von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung um 4,8 % auf rund 74.300.

Insgesamt 487.700 Neugründungen und 360.700 vollständige Gewerbeaufgaben

Die Neugründungen von Gewerben waren in den ersten drei Quartalen 2025 mit insgesamt rund 487.700 um 6,9 % höher als im Vorjahreszeitraum. Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen stieg um 5,6 % auf rund 578.400. Zu den Gewerbeanmeldungen zählen neben Neugründungen von Gewerbebetrieben auch Betriebsübernahmen (zum Beispiel Kauf oder Gesellschaftereintritt), Umwandlungen (zum Beispiel Verschmelzung oder Ausgliederung) und Zuzüge aus anderen Meldebezirken.

Die Zahl der vollständigen Gewerbeaufgaben war im 1. bis 3. Quartal 2025 mit rund 360.700 um 1,1 % höher als im 1. bis 3. Quartal 2024. Die Gesamtzahl der Gewerbeabmeldungen stieg um 0,8 % auf rund 446.500. Neben Gewerbeaufgaben zählen dazu auch Betriebsübergaben (zum Beispiel Verkauf oder Gesellschafteraustritt), Umwandlungen oder Fortzüge in andere Meldebezirke.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Powered by WPeMatico

Beantragte Regelinsolvenzen im Oktober 2025: +6,5 % zum Vorjahresmonat

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober 2025 um 6,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.11.2025

August 2025: 12,2 % mehr Unternehmens- und 8,1 % mehr Verbraucherinsolvenzen als im August 2024

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Oktober 2025 um 6,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

12,2 % mehr Unternehmensinsolvenzen im August 2025 als im August 2024

Für August 2025 meldeten die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 1.979 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 12,2 % mehr als im August 2024.

Die Forderungen der Gläubiger aus den im August 2025 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 5,4 Milliarden Euro. Im August 2024 hatten die Forderungen bei rund 2,3 Milliarden Euro gelegen.

Insolvenzhäufigkeit im Bereich Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im August 2025 in Deutschland insgesamt 5,7 Unternehmensinsolvenzen. Die meisten Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 10,1 Fällen. Danach folgte das Baugewerbe mit 8,9 Fällen sowie das Gastgewerbe mit 8,2 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

8,1 % mehr Verbraucherinsolvenzen im August 2025 als im August 2024

Im August 2025 gab es 6 132 Verbraucherinsolvenzen. Damit stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 8,1 % gegenüber August 2024.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Powered by WPeMatico

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im November 2025

Im Gesamtbild ist die wirtschaftliche Situation in Deutschland im Herbst noch fragil. Die Aufhellung der Geschäftserwartungen in einigen Bereichen steht im Kontrast zu der meist noch als ungünstig bewerteten Lage. Das BMWE gibt einen umfassenden Überblick.

BMWE, Pressemitteilung vom 13.11.2025

  • Zusammen mit einer leichten Aufwärtsrevision der BIP-Entwicklung im zweiten Quartal weist das Statistische Bundesamt gemäß der Schnellmeldung für das dritte Quartal eine Stagnation des BIP aus. Positive Impulse kamen dabei von der Binnenwirtschaft, insbesondere den Ausrüstungsinvestitionen (Maschinen, Anlagen, Kfz). Rückläufige Exporte infolge der gestiegenen Handelsbehinderungen dürften das BIP-Wachstum dagegen gedämpft haben. Entstehungsseitig dürfte der Dienstleistungssektor das Wachstum erneut leicht gestützt haben, während die Wertschöpfung in der Industrie wie auch im Baugewerbe weiterhin rückläufig gewesen sein dürfte. Aktuelle Frühindikatoren zeichnen ein uneinheitliches Bild, das neben den geopolitischen Spannungen auch von Unsicherheiten bei der Versorgung mit wichtigen Vorprodukten geprägt ist.
  • Im September ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen; im August war sie vor allem in Folge einer Sonderentwicklung in der Automobilindustrie (Werksferien, Produktionsumstellungen) um 3,7 Prozent gefallen. Die Industrieproduktion legte im Vormonatsvergleich um 1,9 Prozent zu, wobei, insbesondere die Produktion von Investitionsgütern um 3,8 Prozent kräftig ausgeweitet wurde. Auch die Energieproduktion entwickelte sich mit +1,3 Prozent positiv, während der Bau rückläufig war (-0,9 Prozent). Im dritten Quartal lag die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,8 Prozent unter dem Wert des Vorquartals.
  • Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) stagnierten im September gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im September ein Plus von 0,2 Prozent, der Handel mit Lebensmitteln legte dabei um 0,3 Prozent zu, während der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln um 0,8 Prozent zurückging. Bei PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im Oktober im Vormonatsvergleich ein Plus von 2,7 Prozent und in der Dreimonatsbetrachtung eine Zunahme um 9,2 Prozent. Im Vorjahresvergleich lagen die Neuzulassungen durch Privatpersonen um 12,0 Prozent und damit deutlich höher. Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt weiter auf eine eher verhaltene Konsumentwicklung zum Jahresende hin.
  • Die Inflationsrate ist im Oktober leicht auf 2,3 Prozent gesunken. Wesentlicher Treiber bleiben die Dienstleistungen; die Kerninflationsrate zeigt sich mit 2,8 Prozent wie schon im Vormonat auf erhöhtem Niveau. Dämpfend wirken weiterhin die Energiepreise, die im Oktober im Vorjahresvergleich um 0,9 Prozent niedriger ausfielen. Bis zum Jahresende ist von einer stabilen Entwicklung der Inflation bei knapp über 2 Prozent auszugehen.
  • Die Zahl der Arbeitslosen hat im Oktober mit einem saisonbereinigten Rückgang um ein Tausend Personen nahezu stagniert. Die Erwerbstätigkeit verzeichnete im September mit minus 20 Tausend Personen erneut einen Rückgang und auch die SV-pflichtige Beschäftigung entwickelte sich im August mit minus 17 Tausend Personen rückläufig. In Anbetracht der Stagnation des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal dürfte sich die Lage am Arbeitsmarkt vorerst kaum verbessern.

Stagnation der Wirtschaftsleitung im dritten Quartal

Die Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft hielt auch im dritten Quartal an. Laut Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes lag das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP im dritten Jahresviertel auf dem Niveau des Vorquartals. In Ursprungswerten legte es um 0,3 Prozent im Vorjahresvergleich zu. Gleichzeitig wurde die Verlaufsrate im zweiten Quartal leicht auf von -0,3 Prozent auf -0,2 Prozent nach oben revidiert.

Positiv entwickelte sich demnach die Binnenwirtschaft, insbesondere die Ausrüstungsinvestitionen (Maschinen, Anlagen, Kfz). Trotz der Exportbelebung im September hat die außenwirtschaftliche Entwicklung das BIP-Wachstum im dritten Quartal voraussichtlich gedämpft. Hier machen sich vor allem Wirkungen aus der US-Handelspolitik zunehmend bemerkbar, die die deutsche Industrieproduktion und Exporte belasten.

Entstehungsseitig dürfte der Dienstleistungssektor das Wachstum erneut leicht gestützt haben, während die Wertschöpfung in der Industrie wie auch im Baugewerbe weiterhin rückläufig gewesen sein dürfte. Detaillierte Ergebnisse zur BIP-Entwicklung im dritten Quartal legt das Statistische Bundesamt am 25.11.2025 vor.

Aktuelle Indikatoren weisen noch ein gemischtes Bild für die wirtschaftliche Entwicklung zum Jahresende auf: Der ifo Geschäftsklimaindex, der S&P-Einkaufsmanagerindex und die ZEW-Konjunkturerwartungen zeigen zuletzt eine Aufhellung, insbesondere im Dienstleistungssektor, und lassen eine Erholung in den kommenden Monaten erwarten. Die jüngst veröffentlichte DIHK-Umfrage deutet dagegen noch nicht auf eine breit angelegte Verbesserung der Geschäftserwartungen hin.

Auch auf Seiten der Verbraucherinnen und Verbraucher stellt sich das Bild uneinheitlich dar: Sowohl das HDE-Konsumbarometer als auch das GfK-Konsumklima sind im November gesunken, wobei etwas optimistischere Konjunktureinschätzungen von negativen Einkommenserwartungen überlagert wurden. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel ist dagegen im Oktober leicht angestiegen; die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage etwas besser, die Erwartungen bleiben jedoch weiter verhalten.

Im Gesamtbild ist die wirtschaftliche Situation in Deutschland im Herbst noch fragil. Die Aufhellung der Geschäftserwartungen in einigen Bereichen steht im Kontrast zu der meist noch als ungünstig bewerteten Lage. Die zuletzt drohenden Lieferengpässe bei Halbleitern und die chinesischen Exportbeschränkungen bei Seltenen Erden scheinen zwar kurzfristig für die Versorgungslage der deutschen Industrie nicht akut zu werden. Dennoch zeigen diese Risken die Abhängigkeiten der deutschen Industrie, vor allem der Automobilwirtschaft, von globalen Lieferketten und dürften angesichts der geopolitischen Spannungen fortbestehen.

Weltwirtschaft bislang resilient, Handelsdynamik schwächt sich ab

Die weltweite Industrieproduktion entwickelte sich im August wie schon in den beiden Vormonaten mit einem geringfügigen Plus von 0,1 Prozent gegenüber Juli verhalten. Dabei konnte die Steigerung der Ausbringungsmenge in den Schwellenländern den Rückgang in den Industrieländern, v.a. im Euroraum und in Japan, kompensieren. Infolge des kräftigen, durch Vorzieheffekte im US-Geschäft geprägten Starts in das Jahr lag die globale Produktion insgesamt immer noch um 3,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Frühindikatoren legen eine robuste Entwicklung der Weltwirtschaft in den kommenden Monaten nahe: Der Einkaufsmanagerindex (EMI) von S&P Global für die Weltwirtschaft hat im Oktober den vorangegangenen Rückgang mit einem Anstieg um 0,4 Punkte auf 52,9 wieder wettgemacht und signalisiert damit eine etwas höhere Aktivität als im September. Dabei verbesserte sich die Stimmung im Dienstleistungsbereich recht deutlich, in der Industrie geringfügig. Die Auftragseingänge im Exportbereich gingen laut EMI allerdings abermals zurück und deuten auf eine weitere Abschwächung der globalen Handelsströme hin. Auch der Sentix-Index für die Weltwirtschaft, der die Konjunktureinschätzung von Finanzinvestoren widerspiegelt, ist im November weiter gestiegen und signalisiert einen verhaltenen Aufschwung. Während sich die Stimmung der Investoren mit Blick auf den Euroraum zuletzt wieder etwas eingetrübt hat und für die US-Konjunktur angesichts des anhaltenden Shutdowns zunächst Stillstand erwartet wird, expandierte der Sentix für Japan und Asien (ohne Japan) im Oktober zum dritten Mal in Folge.

Für den Welthandel deutet sich dagegen eine Abschwächung an. Nach dem deutlichen Plus von 1,5 Prozent im Juli ist der weltweite Warenhandel angesichts stark schwankender US-Importe im August um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index deutet darauf hin, dass sich der weltweite Güterhandel im Herbst weiter abgeschwächt hat; im September hat der Indikator saisonbereinigt erneut etwas nachgegeben, von 137,3 auf 136,7 Punkte. Ohne den kräftigen Anstieg des Containerumschlags in den chinesischen Häfen wäre der Rückgang größer ausgefallen, denn in den europäischen Häfen verringerte sich die Aktivität deutlich. Im Oktober war die Handelsaktivität laut Schiffsbewegungsdaten des IWF Trade Monitors ebenfalls abwärtsgerichtet.

Der weltwirtschaftliche Ausblick stellt sich damit am aktuellen Rand unverändert dar: Nach einem durch Lageraufbau von US-Unternehmen gestützten starken Start von Weltwirtschaft und -handel in das laufende Jahr zeigen sich nun langsam die erwarteten Bremsspuren, vor allem beim Welthandel. Auch wenn KI-bezogene Investitionen und Handelsaktivitäten stützend wirken, liegt der effektive US-Importzoll auf dem höchsten Niveau seit den 1930er Jahren laut Schätzungen des Yale Budget Lab derzeit bei rund 18 Prozent. Darüber hinaus bleibt die wirtschafts- und handelspolitische Unsicherheit erhöht und dämpft die Investitionstätigkeit. Da die betroffenen Unternehmen die Zölle erst nach und nach an ihre Kunden weiterreichen dürften und die Anpassungen globaler Handelsströme noch in vollem Gange sind, werden sich die wirtschaftlichen Auswirkungen laut aktuellen Prognosen internationaler Organisationen erst schrittweise zeigen. Für 2026 wird dementsprechend überwiegend von einer deutlich schwächeren Handelsdynamik ausgegangen.

Warenhandel im September dank EU- und US-Geschäft wieder im Plus

Nach rückläufigem Auslandsgeschäft im Juli und August waren die deutschen Exporte, wie auch die Produktion, zuletzt wieder aufwärtsgerichtet: Zum Ende des dritten Quartals haben die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent expandiert. Sowohl in die EU als auch – erstmals wieder seit März – in die USA wurde im September deutlich mehr als im Vormonat geliefert. Die Warenausfuhren nach China gingen dagegen zurück. Im dritten Quartal verzeichneten die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen insgesamt ein Minus von 1,6 Prozent. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen legten im September saison- und kalenderbereinigt mit +0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat geringfügig kräftiger zu als die Exporte, wobei sich besonders die Warenimporte aus dem Vereinigten Königreich, den USA sowie China dynamisch entwickelten. Im Quartalsvergleich gingen die Importe dagegen insgesamt um 2,0 Prozent zurück. Der monatliche Außenhandelsüberschuss stagnierte im September saisonbereinigt bei 10,3 Mrd.

Nach den vorangegangenen beiden Rückgängen sind die Einfuhrpreise infolge höherer Kosten für Energie und Rohstoffe im September saisonbereinigt mit +0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen. Da die Ausfuhrpreise ebenfalls um 0,1 Prozent zunahmen, stagnierte das außenwirtschaftliche Tauschverhältnis (Terms of Trade). In realer Rechnung dürfte die Expansion der Aus- und Einfuhren damit geringfügig schwächer ausgefallen sein.

Die Reaktionen der Unternehmen auf US-Zollankündigungen und -anpassungen prägen nach wie vor die uneinheitliche Indikatorenlage: Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben nach drei Rückgängen in Folge im September um 3,5 Prozent gegenüber dem Vormonat zugelegt, wozu neben einer höheren Nachfrage aus dem Euroraum (+2,1 Prozent) auch zunehmende Bestellungen aus dem Nicht-Euroraum (+4,3 Prozent) beitrugen, v.a. in den Bereichen sonstiger Fahrzeugbau und Kfz. Im dritten Quartal lagen die Auslandsorder insgesamt aber um 4,5 Prozent im Minus. Laut ifo Exporterwartungen zeichnet sich für die dt. Exporteure weiterhin keine Erholung ab; der Indikator sank im Oktober von 3,4 auf 2,8 Saldenpunkte. Besonders in energieintensiven Branchen werden rückläufige Exporte erwartet. Dagegen blickt die gewichtige Automobilindustrie wieder hoffnungsvoll auf das Auslandsgeschäft der kommenden drei Monate.

Vor dem Hintergrund höherer Handelshemmnisse und wiederkehrender Zollanpassungen bleiben die handelspolitischen Unwägbarkeiten sowie die Nachfrageschwankungen für die Unternehmen hoch. Bislang zeichnet sich keine nachhaltige Erholung des Auslandsgeschäfts ab.

Produktion erholt sich im September – aber Trend bleibt schwach

Im September ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen; im August war sie vor allem infolge einer Sonderentwicklung in der Automobilindustrie (Werksferien, Produktionsumstellungen) um 3,7 Prozent gefallen. Die Industrieproduktion legte im Vormonatsvergleich um 1,9 Prozent zu, wobei, die Ausweitung insbesondere bei Investitionsgütern mit +3,8 Prozent kräftig ausfiel. Auch die Energieproduktion entwickelte sich mit +1,3 Prozent positiv, während die Produktion im Bau mit -0,9 Prozent rückläufig war. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe lag im September insgesamt mit kalenderbereinigt -1,0 Prozent aber weiter unter dem Vorjahreswert.

Innerhalb der Industrie verzeichnete vor allem die Kfz-Produktion einen kräftigen Zuwachs von +12,3 Prozent als Gegenbewegung auf die Produktionseinschränkungen im August. Auch die Produktion von Datenverarbeitungsgeräten und optischen Erzeugnissen (+5,1 Prozent) sowie von pharmazeutischen Produkten (+3,6 Prozent) erhöhten sich spürbar. Im gewichtigen Maschinenbau fiel die Produktion allerdings (-1,1 Prozent), ebenso in der Metallerzeugung und -bearbeitung (-3,8 Prozent), in der Gummi- und Kunststoffwarenindustrie (-2,7 Prozent) sowie bei der Reparatur und Installation von Maschinen (-2,3 Prozent). Im Bausektor ging der Hochbau um 2,2 Prozent zurück, während der Tiefbau etwas zunahm (+0,8 Prozent).

Im Quartalsvergleich zeigt sich der Trend weiterhin schwach. Im dritten Quartal liegt die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,8 Prozent unter dem Wert des Vorquartals. Die Industrieproduktion gab um 0,9 Prozent nach, das Baugewerbe um 0,6 Prozent. Dem gegenüber entwickelte sich die Energieproduktion mit +0,5 Prozent im dritten Quartal erneut positiv. Der deutliche Produktionsrückgang im August, der durch Sondereffekte infolge ungewöhnlich später Werksferien und Produktionsumstellungen in der Automobilindustrie geprägt war, konnte mit dem jüngsten Zuwachs nicht aufgeholt werden. Im Trend bleibt das Produzierende Gewerbe damit weiterhin schwach, insbesondere in energieintensiven Sektoren wie der Chemie-, Glas/Keramik- und Papierindustrie, die weitgehend stagnieren oder Produktionsrückgänge vermelden. Die Erholung der Industrieproduktion im September ist vor diesem Hintergrund noch kein Anzeichen für eine grundlegende Trendwende.

Nach vier Rückgängen in Folge sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im September wieder angestiegen. Im Vormonatsvergleich erhöhte sich das Ordervolumen preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,1 Prozent; gleichzeitig wurde der August-Wert leicht auf -0,4 Prozent (von zuvor -0,8 Prozent) nach oben revidiert. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen nahmen die Auftragseingänge der Industrie insgesamt um 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Im gesamten dritten Quartal unterschritten die Auftragseingänge in der Industrie das Niveau des Vorquartals um 3,0 Prozent deutlich.

Bei den Inlandsaufträgen ergab sich im September nach dem kräftigen Zuwachs im August ein Rückgang um 2,5 Prozent. Die Order aus dem Ausland legten dagegen um 3,5 Prozent zu, wobei insbesondere die Nachfrage aus dem Nicht-Euroraum mit +4,3 Prozent kräftig anzog. Aus dem Euroraum erhöhten sich die Bestellungen im Vormonatsvergleich um 2,1 Prozent. In der Betrachtung der Gütergruppen zeigten sich im Vormonatsvergleich kräftige Auftragszuwächse bei Konsum- (+6,2 Prozent) und insbesondere bei Verbrauchsgüterproduzenten (+7,2 Prozent), vor allem aus dem Inland. Die Ordereingänge in den gewichtigen Bereichen der Investitions- (0,0 Prozent) und Vorleistungsgüterproduzenten (+1,4 Prozent) blieben dagegen verhalten.

Nach Branchen verzeichnete insbesondere die Bekleidungsindustrie (+40,3 Prozent) kräftige Auftragszuwächse; auch die Bestellungen bei elektrischen Ausrüstungen (+9,5 Prozent) und im sonstigen Fahrzeugbau (+7,5 Prozent) erhöhten sich im September deutlich, wobei letztere durch Großaufträge aus dem Ausland geprägt sein dürften. Rückgänge ergaben sich dagegen bei der Nachfrage nach energieintensiven Produkten wie Metallerzeugnissen (-19,0 Prozent), Metallerzeugung (-5,6 Prozent), Herstellung von Papier und Pappe (-1,8 Prozent) sowie chemischen Erzeugnissen (-1,0 Prozent). Nachdem die Auftragslage im August von einem kräftigen Anstieg der Inlands- und einem Rückgang der Auslandsnachfrage geprägt war, zeigt sich zuletzt eine Gegenbewegung. Eine klare Tendenz ist damit noch nicht feststellbar; die Entwicklung der Auftragslage bleibt angesichts der anhaltenden geopolitischen Unwägbarkeiten und zuletzt Unsicherheiten um die Versorgungslage bei wichtigen Vorprodukten fragil.

Einzelhandelsumsätze stagnieren – Stimmungsindikatoren verhalten

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im September leicht um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Während der Handel mit Lebensmitteln mit 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat zulegte, gab der Umsatz mit Nicht1 Lebensmitteln erneut um 0,6 Prozent nach. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im September ein Plus von 0,3 Prozent; der Handel mit Lebensmitteln legte dabei um 0,3 Prozent zu, während der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln mit +0,1 Prozent nahezu stagnierte. Auch im Quartalsvergleich stagnierte der Gesamtumsatz nahezu (+0,1 Prozent).

Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Oktober im Vormonatsvergleich um 5,1 Prozent gestiegen; in der Dreimonatsbetrachtung legten sie sogar um 10,1 Prozent zu. Gegenüber Oktober 2024 ergab sich noch ein Plus von 7,8 Prozent. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im Vormonatsvergleich ein Plus von 2,7 Prozent und in der Dreimonatsbetrachtung eine Zunahme um 9,2 Prozent. Gegenüber Oktober 2024 lagen die Neuzulassungen durch Privatpersonen deutlich um 12,0 Prozent höher. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen erhöhten sich im Oktober um 6,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und stiegen ebenfalls sowohl in der Dreimonats- als auch in der Vorjahresbetrachtung. Der Umsatz im Gastgewerbe sank im August gegenüber dem Vormonat nominal um 1,2 Prozent und preisbereinigt um 1,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete das Gastgewerbe einen nominalen Umsatzrückgang von 0,6 Prozent, in realer Rechnung von 3,5 Prozent. Nach der spürbaren Belebung des privaten Konsums im ersten Quartal 2025 und einer Stagnation im zweiten zeigen die Frühindikatoren für die Entwicklung am aktuellen Rand ein eher verhaltenes Bild. Laut GfK wird sich das Konsumklima im November mit einer Abnahme von 1,6 Zählern auf -24,1 Pt. eintrüben. Dämpfende Effekte gingen von einem starken Abfall bei den Einkommenserwartungen um 12,8 Pt. (Vormonat: +11 Pt.) auf nun noch 2,3 Pt. aus. Dies ist der seit März dieses Jahres niedrigste gemessene Wert. Das HDE-Konsumbarometer trübte sich im November nach einer minimalen Aufhellung im Vormonat erneut ein und zeigt sich seit dem Spätsommer tendenziell abwärtsgerichtet. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) legte im Oktober mit einem Plus von 0,6 Zählern erneut leicht zu und kletterte auf -23,2 Saldenpunkte. Während sich die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte, nahmen die Erwartungen geringfügig ab. Beide Indikatoren bewegen sich weiterhin spürbar im negativen Bereich.

Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt weiter auf eine eher verhaltene Konsumentwicklung zum Jahresende 2025 hin. Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz und die Inflation sowie eine gewisse Skepsis in Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung und die Lösung geopolitischer Konflikte hemmen die Konsumfreude der Verbraucherinnen und Verbraucher. Eine Trendwende beim privaten Konsum dürfte nicht zuletzt von einer Aufhellung der Lage am Arbeitsmarkt abhängen.

Inflationsrate im Oktober leicht niedriger

Die Inflationsrate lag im Oktober mit +2,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat leicht niedriger als noch im September (+2,4 Prozent). Im Vormonatsvergleich erhöhte sich das Verbraucherpreisniveau um +0,3 Prozent. Von den Energiepreisen ging mit einem Rückgang von 0,9 Prozent im Vorjahresvergleich erneut ein preisdämpfender Effekt aus. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln hat sich im Oktober mit +1,3 Prozent deutlich verlangsamt.

Die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) stieg im Oktober mit +2,8 Prozent überdurchschnittlich; im Vormonatsvergleich legte sie um 0,4 Prozent zu. Preistreibend wirken weiterhin Dienstleistungen mit einem Anstieg von 3,5 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Inflation bei Waren hat im Oktober mit +1,2 Prozent im Vorjahresvergleich dagegen etwas nachgelassen; im Vormonatsvergleich lag der Preisanstieg von Waren und Dienstleistungen jeweils bei 0,3 Prozent.

Bis zum Jahresende ist weiterhin eine Inflation von knapp über 2 Prozent zu erwarten. Zwar werden sich die preisdämpfenden Effekte der Energie- und Rohstoffpreise voraussichtlich weiter abschwächen. Einem stärkeren Preisauftrieb dürften jedoch langsamer steigende Preise bei Dienstleistungen und moderate Lohnsteigerungen entgegenstehen.

Arbeitsnachfrage im Herbst weiterhin gedämpft

Die übliche Belebung am Arbeitsmarkt verläuft in diesem Herbst weiter schwach. So ist die Erwerbstätigkeit im September gegenüber dem Vormonat zwar um knapp 150 Tausend Personen gestiegen, in saisonbereinigter Betrachtung ging sie jedoch mit minus 20 Tausend abermals leicht zurück. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im August einen Rückgang um 17 Tausend Personen, seit Jahresbeginn hat sie sich in saisonbereinigter Betrachtung jedoch kaum verändert. Auch die Arbeitslosigkeit hat sich im Oktober mit einem Rückgang um ein Tausend Personen seitwärtsbewegt, die Unterbeschäftigung ging hingegen um 14 Tausend zurück. Gleichzeitig sank die Inanspruchnahme von konjunktureller Kurzarbeit im August leicht auf etwa 170 Tausend Personen. Anhand der Entwicklung der Anzeigen von Kurzarbeit bis zum 26.Oktober zeigten sich keine Auswirkungen der zwischenzeitlich drohenden Lieferengpässe von Halbleitern in der Automobilbranche.

Die Frühindikatoren entwickeln sich im Herbst weiter verhalten. So ist die bei der Bundesagentur gemeldete Arbeitskräftenachfrage im Oktober abermals leicht zurückgegangen. Aufgrund einer Abschwächung der Beschäftigungskomponente kam auch der Aufwärts-trend des IAB-Arbeitsmarktbarometers vorerst zum Erliegen. Allerdings deutet die leichte Verbesserung des ifo Beschäftigungsbarometers auf eine Stabilisierung der Arbeitsnach-frage im Dienstleistungssektor hin. Der Stellenabbau in der Industrie und im Handel setzt sich jedoch unvermindert fort. In Anbetracht der Stagnation des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal und der anhaltenden handelspolitischen Spannungen dürfte sich die Lage am Arbeitsmarkt vorerst kaum verbessern.

Unternehmensinsolvenzen steigen weiter

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlicher Statistik im Juli um 12,3 Prozent gegenüber dem Monat Juni auf 2.197 beantragte Verfahren gestiegen. Ein höherer Monatswert wurde zuletzt im Oktober 2013 registriert. Verglichen mit dem Vorjahresmonat nahmen die Insolvenzen 13,4 Prozent zu. Während die Zahl der betroffenen Beschäftigten (11.320) im Monatsvergleich zum dritten Mal in Folge gesunken ist (-15,8 Prozent) und auch unter dem Vorjahresmonat liegt, sind die voraussichtlichen Forderungen nach dem Rückgang im Juni wieder angestiegen (+48,3 Prozent). Als Ursachen für die weiterhin dynamische Entwicklung des Insolvenzgeschehens sind mehrere Faktoren zu nennen, darunter die weiterhin gedämpfte gesamtwirtschaftliche Entwicklung, strukturelle Herausforderungen, gestiegene Kosten und geopolitische Unsicherheiten.

Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im Oktober mit 1.553 Insolvenzen einen Anstieg von 5 Prozent gegenüber dem Vormonat sowie von 2 Prozent gegenüber Oktober 2024 aus. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten (12.882) nahm im Vergleich zum September um 36 Prozent ab und lag damit 3 Prozent unter den Werten von Oktober 2024. Zum Jahresende erwartet das IWH ein spürbares Absinken der Insolvenzzahlen, prognostiziert aber gleichzeitig einen erneuten Anstieg ab Januar.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Powered by WPeMatico

Großhandelspreise im Oktober 2025: +1,1 % gegenüber Oktober 2024

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Oktober 2025 um 1,1 % höher als im Oktober 2024. Im September 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +1,2 % gelegen, im August 2025 bei +0,7 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Großhandelspreise im Oktober 2025 gegenüber dem Vormonat September 2025 um 0,3 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.11.2025

Großhandelsverkaufspreise, Oktober 2025
+1,1 % zum Vorjahresmonat
+0,3 % zum Vormonat

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Oktober 2025 um 1,1 % höher als im Oktober 2024. Im September 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +1,2 % gelegen, im August 2025 bei +0,7 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Großhandelspreise im Oktober 2025 gegenüber dem Vormonat September 2025 um 0,3 %.

Gestiegene Preise für Nahrungs- und Genussmittel, Getränke und Tabakwaren sowie für Nicht-Eisen-Erze, Nicht-Eisen-Metalle und Nicht-Eisen-Metallhalbzeug

Hauptursächlich für den Anstieg der Großhandelspreise insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat war im Oktober 2025 der Preisanstieg bei Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren. Die Preise lagen hier im Durchschnitt 3,5 % über denen von Oktober 2024. Gegenüber dem Vormonat September 2025 blieben sie unverändert (0,0 %). Insbesondere Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze waren auf Großhandelsebene deutlich teurer als ein Jahr zuvor (+20,8 %). Zucker, Süßwaren und Backwaren kosteten ebenfalls erheblich mehr als im Vorjahresmonat (+13,0 %). Ebenfalls merklich mehr bezahlt werden musste binnen Jahresfrist für Fleisch und Fleischwaren (+9,4 %) sowie für lebende Tiere (+7,9 %).

Einen deutlichen Anstieg der Preise gegenüber dem Vorjahresmonat gab es auch im Großhandel mit Nicht-Eisen-Erzen, Nicht-Eisen-Metallen und Halbzeug daraus (+26,3 %). Gegenüber September 2025 verteuerten sich die Preise hier ebenfalls überdurchschnittlich (+7,9 %).

Niedriger als im Oktober 2024 waren dagegen die Preise im Großhandel mit Mineralölerzeugnissen (-2,1 %). Gegenüber September 2025 stiegen diese Preise jedoch (+1,7 %).

Ebenfalls günstiger im Vorjahresvergleich waren auf Großhandelsebene Altmaterial und Reststoffe (-8,6 %). Auch gegenüber September 2025 wurden diese Produkte billiger (-1,1 %). Niedrigere Preise gegenüber dem Vorjahresmonat gab es auch im Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (-7,3 %) sowie mit Datenverarbeitungs- und peripheren Geräten (-4,0 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt

Powered by WPeMatico

Inflationsrate im Oktober 2025 bei +2,3 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Oktober 2025 bei +2,3 %. Im September 2025 hatte sie +2,4 % und im August 2025 +2,2 % betragen. Nach zwei Anstiegen in Folge ging die Inflationsrate im Oktober nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wieder leicht zurück.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.11.2025

Inflationsrate geht nach zwei Anstiegen in Folge leicht zurück

Verbraucherpreisindex, Oktober 2025:
+2,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,3 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Oktober 2025:
+2,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,3 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Oktober 2025 bei +2,3 %. Im September 2025 hatte sie +2,4 % und im August 2025 +2,2 % betragen. „Nach zwei Anstiegen in Folge ging die Inflationsrate im Oktober wieder leicht zurück“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). „Inflationstreibend wirkten dabei die weiterhin überdurchschnittlich steigenden Preise für Dienstleistungen.“ Gegenüber dem Vormonat September 2025 stiegen die Verbraucherpreise im Oktober 2025 um 0,3 %.

Energieprodukte verbilligten sich um 0,9 % gegenüber Oktober 2024

Die Preise für Energieprodukte lagen im Oktober 2025 um 0,9 % niedriger als im Vorjahresmonat. Der Preisrückgang für Energie hat sich damit wieder leicht verstärkt (-0,7 % gegenüber September 2024). Von Oktober 2024 bis Oktober 2025 verbilligte sich die Haushaltsenergie um 1,7 %. Insbesondere konnten die Verbraucherinnen und Verbraucher von günstigeren Preisen für leichtes Heizöl (-6,0 %) profitieren. Etwas günstiger als ein Jahr zuvor wurden Strom (-1,4 %) und Fernwärme (-1,0 %). Teurer unter der Haushaltsenergie waren hingegen Erdgas (+0,9 %) sowie Brennholz, Holzpellets oder andere Brennstoffe (+2,5 %). Die Kraftstoffpreise erhöhten sich binnen Jahresfrist um 0,4 %.

Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist unterdurchschnittlich um 1,3 %

Die Preise für Nahrungsmittel waren im Oktober 2025 um 1,3 % höher als im Vorjahresmonat. Im Oktober 2025 hat sich damit der Preisauftrieb für Nahrungsmittel deutlich abgeschwächt (September 2025 gegenüber September 2024: +2,1 %). Eine noch niedrigere Teuerungsrate für Nahrungsmittel wurde zuletzt im Januar 2025 erreicht (+0,8 %). Von Oktober 2024 bis Oktober 2025 waren vor allem Speisefette und Speiseöle (-12,6 %, darunter Olivenöl: -22,7 %; Butter: -16,0 %) günstiger. Zudem verbilligte sich Gemüse gegenüber dem Vorjahresmonat (-4,0 %, darunter Kartoffeln: -12,6 %). Einige andere Nahrungsmittelgruppen wurden hingegen spürbar teurer als ein Jahr zuvor, insbesondere Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+8,2 %, darunter Schokolade: +21,8 %). Auch für Fleisch und Fleischwaren (+4,3 %) sowie Obst (+3,1 %) fiel die Preiserhöhung deutlich aus.

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +2,8 %

Im Oktober 2025 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +2,5 %, nach +2,7 % im September 2025. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, verharrte im Oktober 2025 bei +2,8 % (September 2025: +2,8 %). Beide Kenngrößen verdeutlichen, dass die Teuerung in anderen wichtigen Güterbereichen weiterhin überdurchschnittlich hoch war.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 3,5 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im Oktober 2025 um 3,5 % höher als im Vorjahresmonat, nach +3,4 % im September 2025. Von Oktober 2024 bis Oktober 2025 erhöhten sich die Preise vor allem für kombinierte Personenbeförderung (+11,4 %) und Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+8,0 %). Deutlich teurer als ein Jahr zuvor waren unter anderem auch stationäre Gesundheitsdienstleistungen (+6,5 %), die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,3 %), Pauschalreisen (+5,1 %) sowie Wasserversorgung und andere Dienstleistungen für die Wohnung (+3,9 %). Bedeutsam für die Preisentwicklung insgesamt blieben auch im Oktober 2025 die Nettokaltmieten mit +2,0 %. Dagegen waren nur wenige Dienstleistungen günstiger als im Vorjahresmonat, zum Beispiel Telekommunikationsdienstleistungen (-0,7 %).

Waren verteuerten sich gegenüber Oktober 2024 um 1,2 %

Waren insgesamt verteuerten sich von Oktober 2024 bis Oktober 2025 um 1,2 % (September 2025: +1,4 %). Die Preise für Verbrauchsgüter stiegen dabei um 1,3 % und für Gebrauchsgüter um 1,0 %. Neben dem Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+1,3 %) wurden einige andere Waren deutlich teurer, insbesondere alkoholfreie Getränke (+7,2 %, darunter Kaffee und Ähnliches: +21,3 %) sowie gebrauchte Pkw (+5,5 %). Für die meisten Waren wurde eine moderate Preiserhöhung ermittelt, zum Beispiel für Bekleidungsartikel (+1,2 %) sowie für Möbel und Leuchten (+0,9 %). Preisrückgänge waren hingegen außer bei der Energie (-0,9 %) unter anderem bei Mobiltelefonen (-4,0 %) und Geräten der Unterhaltungselektronik (-3,2 %) zu verzeichnen.

Preise insgesamt stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,3 %

Im Vergleich zum September 2025 stieg der Verbraucherpreisindex im Oktober 2025 um 0,3 %. Deutlich teurer gegenüber dem Vormonat wurden im Oktober 2025 Flugtickets (+19,4 %). Die Preise für Energie insgesamt stiegen im gleichen Zeitraum geringfügig um 0,2 %. Insbesondere wurde hier Kraftstoff teurer (+0,5 %), dagegen gaben die Preise für leichtes Heizöl nach (-0,8 %). Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt blieben binnen Monatsfrist stabil (+0,0 %), unter anderem sanken die Preise für Butter (-10,0 %) und Äpfel (-6,5 %) deutlich.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Powered by WPeMatico