Einfaches Bauen nach dem Gebäudetyp E: BMJV und BMWSB legen Eckpunkte vor

Bauen in Deutschland soll einfacher, günstiger und schneller werden. Dazu kann der Gebäudetyp E einen wichtigen Beitrag leisten. Beim Gebäudetyp E wird auf zahlreiche Baustandards verzichtet, die gesetzlich nicht zwingend sind. Dadurch reduzieren sich die Baukosten. Zukünftig soll es für Vertragsparteien einfach und rechtssicher möglich sein, einen Gebäudetyp E zu vereinbaren. Zugleich soll der Gebäudetyp E in der Praxis etabliert werden. Das sieht ein Eckpunktepapier vor, das das BMJV und das BMWSB gemeinsam vorgelegt haben.

BMJV, Pressemitteilung vom 20.11.2025

Bauen in Deutschland soll einfacher, günstiger und schneller werden. Dazu kann der Gebäudetyp E einen wichtigen Beitrag leisten. Beim Gebäudetyp E wird auf zahlreiche Baustandards verzichtet, die gesetzlich nicht zwingend sind. Dadurch reduzieren sich die Baukosten. Zukünftig soll es für Vertragsparteien einfach und rechtssicher möglich sein, einen Gebäudetyp E zu vereinbaren. Zugleich soll der Gebäudetyp E in der Praxis etabliert werden. Das sieht ein Eckpunktepapier vor, das das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen heute gemeinsam vorgelegt haben.

Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Dr. Stefanie Hubig erklärt dazu:

„Der Gebäudetyp E ist ein bisschen wie Baupreisbremse und Bauturbo in einem. Denn einfaches Bauen kostet weniger und geht schneller. Genau dafür steht der Gebäudetyp E. Bislang wird in Deutschland fast immer nach dem Goldstandard gebaut. Dabei geht gutes und sicheres Wohnen oft auch günstiger. Nicht jeder braucht die fünfte Steckdose im Wohnzimmer. Auch auf den Handtuchheizkörper im Bad legt nicht jeder Wert, wenn es ohnehin eine Fußbodenheizung gibt. Mit dem Gebäudetyp-E-Vertrag wollen wir einen praktikablen Weg eröffnen, auf hohe Baustandards zu verzichten – wenn alle Vertragsparteien das wollen. Fachleute sind überzeugt: Dadurch lassen sich beim Bauen erhebliche Kosten sparen. Das ist wichtig in Zeiten, in denen bezahlbarer Wohnraum knapp ist. Wir unterstützen damit private Bauherren bei der Verwirklichung ihres Traums vom Eigenheim. Und auch Mieterinnen und Mieter werden profitieren, wenn der Neubau von Wohnungen einfacher wird. Der Gebäudetyp E ist Teil unserer Offensive für bezahlbares Wohnen.“

Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Verena Hubertz erklärt dazu:

„Wir wollen mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Dazu müssen wir anders bauen und das ist der Gebäudetyp E. Gebäudetyp E heißt: Wir bauen einfacher, schneller und günstiger, ohne an Qualität zu sparen. Das geht, wenn wir uns auf das Wesentliche konzentrieren: kompakte Grundrisse, robuste Materialien und weg von Schnick Schnack, der den Bau verteuert. Die Pilotprojekte zeigen es längst: Fensterlüftung statt komplizierter Anlagen, weniger massive Wände, serielle Bauweise mit schlanken Konstruktionen. Auf Standards, die nicht unbedingt notwendig sind, kann verzichtet werden, um allen Beteiligten das Planen und Bauen zu erleichtern. Das gibt mehr Freiheit und sinkende Kosten für alle.“

Derzeit muss die Baupraxis einen hohen Baustandard und zahlreiche anerkannte Regeln der Technik einhalten, wenn nicht Gegenteiliges gesondert vereinbart wird. Das kann dazu führen, dass eine Planung und Bauausführung gewählt wird, die über den eigentlichen Bedarf hinausgeht. Hier setzt der Gebäudetyp E an: Ist zum Beispiel bei den Fenstern die Dreifachverglasung oder im Badezimmer der Handtuchheizkörper zusätzlich zur Fußbodenheizung nicht erforderlich, soll hier künftig eingespart werden können.

Der Gebäudetyp E steht für einfaches bedarfsgerechtes Bauen. Zumeist werden mit diesem Schlagwort Neubauprojekte bezeichnet, bei denen durch einfaches und innovatives Bauen Kosteneinsparungen erzielt werden, ohne dass dabei die Wohnqualität leidet. Das kann beispielsweise die Konstruktion und Technik betreffen, aber auch den Verzicht auf Komfortstandards bei der Ausstattung bedeuten. Ein konkreter Gebäudetyp mit spezifizierten baulichen Eigenschaften ist hingegen nicht gemeint. Der Gebäudetyp E ist sowohl beim Neubau als auch beim Bauen im Gebäudebestand möglich.

Im Einzelnen sehen die Eckpunkte zum Gebäudetyp E Folgendes vor:

1. Schaffung eines Gebäudetyp-E-Vertrags

Es soll eine einfache und bürokratiearme Möglichkeit eröffnet werden, einen Gebäudetyp-E-Vertrag zu schließen. Der Vertrag soll ermöglichen, rechtssicher einfachere Baustandards zu vereinbaren. Dabei soll an die technischen Baubestimmungen der Länder angeknüpft werden. In den Bereichen, in denen die technischen Baubestimmungen der Länder keine Regelungen vorsehen, soll nur ein einfacher Standard geschuldet sein. Eine Abweichung von den anerkannten Regeln der Technik soll nicht mehr stets zu einem Mangel führen. Der Verbraucherschutz soll dabei gewährleistet bleiben. Wenn die Bauparteien keinen Gebäudetyp-E-Vertrag schließen, bleibt es bei den üblichen Standards.

2. Etablierung des Gebäudetyps E in der Praxis

Der Gebäudetyp E soll in der Planungs- und Baupraxis etabliert werden. Dazu sollen die geplanten zivilrechtlichen Regelungen mit einer Vielzahl von Maßnahmen begleitet werden. Insbesondere sollen vorhandene Erkenntnisse nutzbar gemacht und das Wissen über den Gebäudetyp E noch weiter verbreitet werden. Beispielsweise sollen Ergebnisse bisheriger Pilotprojekte ausgewertet und der Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht, und es soll eine Best-Practice-Sammlung, einschließlich Verträgen, erarbeitet werden.

In einem nächsten Schritt soll ein Austausch über die Eckpunkte mit Ländern, Fachkreisen und Verbänden stattfinden. Auf der Grundlage dieser Gespräche sollen anschließend praxistaugliche gesetzliche Regelungen zum Gebäudetyp-E-Vertrag erarbeitet werden.

Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

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Erzeugerpreise Oktober 2025: -1,8 % gegenüber Oktober 2024

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Oktober 2025 um 1,8 % niedriger als im Oktober 2024. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war dies der achte Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat in Folge. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Erzeugerpreise im Oktober 2025 um 0,1 %.

Statistische Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.11.2025

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), Oktober 2025
-1,8 % zum Vorjahresmonat
+0,1 % zum Vormonat

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Oktober 2025 um 1,8 % niedriger als im Oktober 2024. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war dies der achte Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat in Folge. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Erzeugerpreise im Oktober 2025 um 0,1 %.

Hauptursächlich für den Rückgang der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat waren auch im Oktober 2025 die niedrigeren Energiepreise. Ebenfalls günstiger als vor einem Jahr waren Vorleistungsgüter. Teurer als vor einem Jahr waren hingegen Investitionsgüter sowie Verbrauchs- und Gebrauchsgüter. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat im Oktober 2025 um 0,8 %, gegenüber September 2025 sanken sie um 0,1 %.

Rückgang der Energiepreise gegenüber dem Vorjahresmonat

Energie war im Oktober 2025 um 7,5 % billiger als im Vorjahresmonat. Gegenüber September 2025 stiegen die Energiepreise um 0,4 %. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei Energie hatten die Preisrückgänge bei Erdgas in der Verteilung. Über alle Abnehmergruppen betrachtet fielen die Erdgaspreise gegenüber Oktober 2024 um 12,1 %.

Auch elektrischer Strom kostete deutlich weniger (-8,3 %) als im Oktober 2024, Fernwärme war nur leicht günstiger (-0,6 %) als im Vorjahresmonat.

Die Preise für Mineralölerzeugnisse fielen gegenüber Oktober 2024 um 4,3 %. Darunter kostete leichtes Heizöl 2,7 % weniger als ein Jahr zuvor. Dagegen lagen die Preise für Kraftstoffe 0,3 % höher als im Vorjahresmonat.

Preisanstiege bei Investitionsgütern, Verbrauchsgütern und Gebrauchsgütern

Die Preise für Investitionsgüter waren im Oktober 2025 um 1,9 % höher als im Vorjahresmonat (+0,2 % gegenüber September 2025). Maschinen kosteten 1,7 % mehr als im Oktober 2024. Die Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile stiegen um 1,1 % gegenüber Oktober 2024.

Die in Deutschland produzierten und verkauften Verbrauchsgüter kosteten 2,3 % mehr als im Vorjahresmonat (-0,7 % gegenüber September 2025). Darunter stiegen die Preise für Nahrungsmittel ebenfalls um 2,3 % gegenüber dem Vorjahr, fielen aber gegenüber September 2025 um 1,2 %. Deutlich teurer im Vergleich zum Vorjahresmonat waren Rindfleisch (+34,3 %) und Kaffee (+24,7 %). Dagegen waren Butter (-21,8 %), Zucker (-18,3 %) und Schweinefleisch (-9,2 %) deutlich billiger als ein Jahr zuvor. Die Butterpreise fielen im Vormonatsvergleich um 12,2 %.

Gebrauchsgüter waren im Oktober 2025 um 1,7 % teurer als im Vorjahresmonat (+0,1 % gegenüber September 2025).

Preisrückgang bei Vorleistungsgütern gegenüber Oktober 2024

Die Preise für Vorleistungsgüter waren im Oktober 2025 um 0,5 % niedriger als im Vorjahresmonat (+0,1 % gegenüber September 2025).

Für den Rückgang gegenüber dem Vorjahr sorgten insbesondere die niedrigeren Preise von chemischen Grundstoffen (-2,1 %) und Papier, Pappe und Waren daraus (-1,5 %). Aber auch Futtermittel für Nutztiere (-6,3 %) und Getreidemehl (-3,1 %) kosteten deutlich weniger als im Oktober 2024.

Preisanstiege gegenüber Oktober 2024 gab es hingegen vor allem bei den Metallen (+1,1 %). Insbesondere die Preise für die Edelmetalle Gold (+43,0 %), Platin (+35,4 %) und Silber (+37,7 %) stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich. Gegenüber September 2025 stieg der Goldpreis um 13,9 %, der Platinpreis um 9,0 % und der Silberpreis um 17,6 %. Auch für Kupfer und Halbzeug daraus (+3,5 %) musste mehr bezahlt werden als im Vorjahr. Billiger als im Vorjahr waren dagegen Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-5,1 %), darunter auch Betonstahl (-2,0 %).

Holz sowie Holz- und Korkwaren (+5,4 %) waren ebenfalls teurer als im Vorjahresmonat, darunter Nadelschnittholz mit +13,8 % und Laubschnittholz mit +2,0 %. Erhebliche Preisanstiege gab es bei Pellets, Briketts und Scheiten mit +29,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat (+11,0 % gegenüber September 2025).

Glas und Glaswaren (+2,6 %) wurden ebenfalls teurer als im Vorjahresmonat. Darunter stiegen die Preise für veredeltes und bearbeitetes Flachglas (+4,2 %) wohingegen die Preise für Hohlglas (-4,5 %) gegenüber Oktober 2024 sanken.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Wirtschaftliche Situation der KMU erlebt Dämpfer im 3. Quartal

Laut aktuellem KMU-Barometer des IfM Bonn sind Umsatz und Gewinn bei den kleinen und mittleren Unternehmen im dritten Quartal wieder häufiger gesunken. Dagegen hat sich der positive Trend bei den Investitionen fortgesetzt.

IfM Bonn, Mitteilung vom 19.11.2025

Laut aktuellem KMU-Barometer des IfM Bonn sind Umsatz und Gewinn bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im dritten Quartal wieder häufiger gesunken. Dagegen hat sich der positive Trend bei den Investitionen fortgesetzt.

Insgesamt betrachtet, ist die wirtschaftliche Situation der KMU im Euroraum weiterhin besser als die der KMU in Deutschland. Lediglich im Hinblick auf die Investitionen hat sich der Abstand zwischen den KMU im Euroraum und den KMU in Deutschland weiter verringert.

Für das KMU-Barometer des IfM Bonn werten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die europaweite Befragung der Europäischen Zentralbank im Hinblick auf die Kennziffern Umsatz, Gewinn und Investitionen aus.

Quelle: Institut für Mittelstandsforschung Bonn

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Rezessionsrisiko leicht gesunken – Aussichten auf Erholung verdichten sich

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich in den vergangenen Wochen leicht verbessert. Das signalisiert der monatliche Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 19.11.2025

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich in den vergangenen Wochen leicht verbessert. Das signalisiert der monatliche Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Für den Zeitraum von November bis Ende Januar weist der Indikator, der die neuesten verfügbaren Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen Kenngrößen bündelt, eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 30,4 Prozent aus. Anfang Oktober betrug sie für die folgenden drei Monate noch 34,8 Prozent. Etwas gesunken ist auch die statistische Streuung im Indikator, die eine Verunsicherung von Wirtschaftsakteuren widerspiegelt – sie beträgt aktuell 13,1 Prozent nach 17,7 Prozent im Vormonat.

Die Aufhellung ist zwar nicht so stark, dass der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator von der aktuellen Phase „gelb-rot“ auf das günstigere „gelb-grün“ schalten würde. Der Indikator signalisiert damit weiterhin „konjunkturelle Unsicherheit“ für die kommenden drei Monate, aber keine akute Rezessionsgefahr. In dieser Situation seien Wirtschaftsakteur*innen wie Wirtschaftspolitiker*innen besonders gefragt, einen kühlen Kopf zu bewahren, betont Prof. Dr. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK. „Die aktuellen Daten zeigen: Die wirtschaftliche Lage ist besser, als es in der öffentlichen Diskussion derzeit dargestellt wird. Die Zeichen stehen auf Erholung im kommenden Jahr. Jetzt ist wichtig: Den Aufschwung nicht zerreden. Eine wichtige Säule der Erholung in den kommenden Quartalen ist der private Konsum. Wenn man jetzt nur über Einschnitte im Sozialsystem – von Rente bis Krankenversicherung – redet, verunsichert man die Menschen und legt die Axt an die wirtschaftliche Erholung in Deutschland“, sagt Dullien. Das sei im Übrigen nicht nur gefährlich, sondern auch unnötig. Denn die Sozialstaatsfinanzierung stelle sich weitaus stabiler dar als manche Äußerungen Glauben machen (mehr in der unten verlinkten Kurzstudie*).

Die leichte Aufhellung bei den Aussichten für die kommenden Monate beruht in erster Linie auf positiven Signalen von realwirtschaftlichen Indikatoren und von Stimmungsindikatoren. So sind die Auftragseingänge des Verarbeitenden Gewerbes aus dem Inland seit dem zweiten Quartal 2025 in der Tendenz aufwärtsgerichtet. Aktuell gilt dies auch für die Gesamtheit der Auftragseingänge ohne Großaufträge, die die konjunkturelle Grunddynamik besser widerspiegeln. Auch die Mehrzahl der Stimmungsindikatoren lassen laut IMK auf leicht verbesserte Konjunkturaussichten schließen. Beispielsweise liegt der Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft nun deutlich oberhalb der Expansionsschwelle. Allerdings ist bei Indikatoren des Konsumentenvertrauens bislang kein Aufwärtstrend zu sehen.

Dass die Rezessionswahrscheinlichkeit nicht noch stärker zurückgegangen ist, liegt vor allem an Finanzmarktindikatoren, etwa am leichten Rückgang der Aktienkurse im CDAX. Auch der IMK-Finanzmarktstressindex, der einen breiten Kranz von Kapitalmarktindikatoren zu einem einzigen Maß bündelt, verzeichnet auf moderatem Niveau einen leichten Anstieg.

In der Gesamtschau prognostiziert das IMK weiterhin ein Mini-Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,2 Prozent in diesem Jahr. Für 2026 erwarten die Konjunkturforscher*innen in ihrer aktuellen Konjunkturprognose eine spürbare Erholung und eine BIP-Zunahme um 1,4 Prozent.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Fachkräftemangel nimmt weiter ab

Unternehmen in Deutschland klagen derzeit seltener über Fachkräftemangel. Im Oktober erklärten 25,8 Prozent der Unternehmen, dass ihre Geschäftstätigkeit wegen fehlenden Personals eingeschränkt sei. Im vierten Quartal 2024 waren es noch 31,9 Prozent, im Sommer 2022 sogar 49,7 Prozent. Der Grund für den Rückgang ist allerdings ein wenig erfreulicher: die nach wie vor schwache Konjunktur. Das sind Ergebnisse des KfW-ifo-Fachkräftebarometers.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 19.11.2025

  • Knapp 26 Prozent der Unternehmen in Deutschland vermelden Einschränkungen wegen fehlenden Personals – vor einem Jahr waren es noch knapp 32 Prozent
  • Viele Unternehmen brauchen weiterhin sehr lange, um freie Stellen zu besetzen
  • Entgegen dem Trend in anderen Branchen steigt der Fachkräftemangel im Bauhauptgewerbe

Unternehmen in Deutschland klagen derzeit seltener über Fachkräftemangel. Im Oktober erklärten 25,8 Prozent der Unternehmen, dass ihre Geschäftstätigkeit wegen fehlenden Personals eingeschränkt sei. Im vierten Quartal 2024 waren es noch 31,9 Prozent, im Sommer 2022 sogar 49,7 Prozent. Der Grund für den Rückgang ist allerdings ein wenig erfreulicher: die nach wie vor schwache Konjunktur. Am deutlichsten verringerte sich der Fachkräftemangel daher auch in der Industrie, wo die Produktions- und Absatzeinbrüche am stärksten sind. Hier waren zuletzt 17,1 Prozent der Unternehmen betroffen.

Das sind Ergebnisse des KfW-ifo-Fachkräftebarometers, das auf Auswertungen der ifo-Konjunkturumfragen basiert. Dafür werden einmal pro Quartal rund 9.000 Unternehmen befragt, darunter 7.500 Mittelständler.

Einen starken Mangel an Fachkräften beklagt weiterhin die Dienstleistungsbranche. 30,2 Prozent der in diesem Segment tätigen Unternehmen meldet Probleme, Personal zu finden. Allerdings ist auch hier die Quote zuletzt gesunken. In der Gastronomie etwa lag der Anteil der betroffenen Betriebe im April noch bei 40 Prozent – im Oktober waren es nun 26,7 Prozent.

Entgegen dem sonstigen Trend ist der Fachkräftemangel im Bauhauptgewerbe zuletzt gestiegen. 31,6 Prozent der Unternehmen gaben an, deswegen von Produktionseinschränkungen betroffen zu sein, nach 27,3 Prozent im April. Das weist darauf hin, dass die Bautätigkeit in der zweiten Jahreshälfte wieder zugenommen hat.

Der derzeitige Rückgang des Fachkräftemangels in den meisten Wirtschaftssegmenten kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das grundsätzliche Problem bestehen bleibt. Nicht zuletzt wegen des demografischen Wandels sind weiterhin viele Unternehmen auf der Suche nach Mitarbeitern. Das zeigt sich auch an den Vakanzzeiten für offene Stellen: Diese haben im Oktober einen neuen Höchststand erreicht. Im Schnitt dauerte es 161 Tage, bis ein Betrieb eine offene Stelle bei der Bundesagentur für Arbeit wieder abmeldete. Zum Vergleich: Im Oktober 2010 waren es nur 56 Tage.

„Wir erwarten, dass die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr Fahrt aufnimmt. Dann wird sich auch der Fachkräftemangel wieder verstärken. Es muss daher ein wichtiges politisches Ziel bleiben, die Erwerbsbeteiligung in Deutschland zu steigern und qualifizierte Zuwanderung zu ermöglichen“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Das KfW-ifo-Fachkräftebarometer erscheint zweimal jährlich, jeweils im Frühsommer und im Herbst.

Quelle: KfW, KfW Research

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Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im September 2025: +0,6 % zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im September 2025 gegenüber August 2025 um 0,6 % gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 19.11.2025

Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe, September 2025
+0,6 % real zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
+4,1 % real zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Reichweite des Auftragsbestands
7,9 Monate

Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im September 2025 gegenüber August 2025 saison- und kalenderbereinigt um 0,6 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2024 stieg der Auftragsbestand kalenderbereinigt um 4,1 %.

Die positive Entwicklung des Auftragsbestands im September 2025 gegenüber dem Vormonat ist auf Anstiege in Bereichen Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (saison- und kalenderbereinigt +2,4 %), Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+1,8 %) und in der Automobilindustrie (+0,7 %) zurückzuführen.

Die offenen Aufträge aus dem Inland stiegen im September 2025 gegenüber August 2025 um 0,3 %, der Bestand an Aufträgen aus dem Ausland stieg um 0,9 %.

Im gewichtigen Bereich der Investitionsgüter stieg der Auftragsbestand zum Vormonat August 2025 um 0,4 %. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern stieg er um 1,7 %, bei den Herstellern von Konsumgütern um 2,1 %.

Reichweite des Auftragsbestands konstant bei 7,9 Monaten

Im September 2025 blieb die Reichweite des Auftragsbestands im Vergleich zum Vormonat August 2025 unverändert bei 7,9 Monaten. Bei den Herstellern von Investitionsgütern blieb die Reichweite konstant bei 10,7 Monaten, bei den Herstellern von Vorleistungsgütern bei 4,3 Monaten und bei den Herstellern von Konsumgütern bei 3,6 Monaten.

Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten. Sie wird als Quotient aus aktuellem Auftragsbestand und mittlerem Umsatz der vergangenen zwölf Monate im betreffenden Wirtschaftszweig berechnet.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Januar bis September 2025: China wichtigster Handelspartner Deutschlands

Mit einem Außenhandelsumsatz von 185,9 Mrd. Euro von Januar bis September 2025 hat die Volksrepublik China die Vereinigten Staaten wieder als wichtigster Handelspartner Deutschlands abgelöst. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurde mit den Vereinigten Staaten im gleichen Zeitraum ein Außenhandelsumsatz (Summe der Exporte und Importe) in Höhe von 184,7 Mrd. erreicht.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 19.11.2025

  • Deutscher Außenhandel mit China betrug 185,9 Milliarden Euro (+0,6 %); Rückgang im Handel mit den USA um 3,9 % auf 184,7 Milliarden Euro
  • Stärkerer Rückgang bei deutschen Exporten nach China (-12,3 %) als in die Vereinigten Staaten (-7,8 %)
  • Anstieg der Importe aus China (+8,5 %) und aus den Vereinigten Staaten (+2,5 %)
  • Kraftfahrzeugexporte nach China und in die Vereinigten Staaten gehen stark zurück 

Mit einem Außenhandelsumsatz von 185,9 Milliarden Euro von Januar bis September 2025 hat die Volksrepublik China die Vereinigten Staaten wieder als wichtigster Handelspartner Deutschlands abgelöst. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurde mit den Vereinigten Staaten im gleichen Zeitraum ein Außenhandelsumsatz (Summe der Exporte und Importe) in Höhe von 184,7 Milliarden erreicht. Der Außenhandelsumsatz mit China stieg dabei von Januar bis September 2025 leicht um 0,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum an, während der Umsatz mit den Vereinigten Staaten im gleichen Zeitraum um 3,9 % zurückging. China war bereits von 2016 bis 2023 Deutschlands wichtigster Handelspartner und wurde im Jahr 2024 durch die Vereinigten Staaten vom ersten Platz verdrängt.

Januar bis September 2025: Deutsche Exporte nach China gehen stärker zurück (-12,3 %) als in die Vereinigten Staaten (-7,8 %)

Im Zeitraum von Januar bis September 2025 sanken die Exporte Deutschlands in die Volksrepublik China mit -12,3 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum stärker als die Exporte in die Vereinigten Staaten, die nur um 7,8 % zurückgingen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 wurden nach China Waren im Wert von 61,4 Milliarden Euro exportiert, in die Vereinigten Staaten gingen Waren im Wert von 112,7 Milliarden Euro. Damit waren die Vereinigten Staaten weiterhin wichtigstes Empfängerland deutscher Waren – wie bereits seit 2015. China lag in der Rangliste der wichtigsten deutschen Exportländer auf Rang 6.

Importe aus China um 8,5 % gestiegen, aus den Vereinigten Staaten um 2,5 %

Während die Exporte Deutschlands nach China und in die Vereinigten Staaten von Januar bis September 2025 im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Jahres 2024 zurückgingen, stiegen die deutschen Importe aus beiden Staaten an. Aus China wurden 8,5 % mehr Waren importiert als im Vergleichszeitraum Januar bis September 2024, die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen um 2,8 %. Die Volksrepublik China war dadurch mit Importen in Höhe von 124,5 Milliarden Euro mit weitem Abstand vor den Niederlanden (73,5 Milliarden Euro) für Deutschland das wichtigste Lieferland. Die Vereinigten Staaten belegten von Januar bis September 2025 mit Importen in Höhe von 71,9 Milliarden Euro Rang 3 in der Rangfolge wichtigsten deutschen Lieferländer.

Kraftfahrzeugexporte nach China und in die Vereinigten Staaten gehen stark zurück

Die Exporte von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen gingen von Januar bis September 2025 sowohl nach China als auch in die Vereinigten Staaten stark zurück. Nach China wurden Kraftfahrzeuge im Wert von 10,9 Milliarden Euro exportiert. Das war ein Einbruch um 6,1 Milliarden Euro (-35,9 %) gegenüber Januar bis September 2024. Die Kraftfahrzeugexporte in die Vereinigten Staaten gingen um 3,6 Milliarden Euro (-13,9 %) auf 22,4 Milliarden Euro zurück. Starke Rückgänge bei den Exporten nach China verzeichneten von Januar bis September 2025 auch die Maschinenexporte, die um 1,5 Milliarden Euro (-10,7 %) auf 12,6 Milliarden Euro zurückgingen, sowie Exporte von elektrischen Ausrüstungen mit einem Rückgang von 1,3 Milliarden Euro (-13,2 %) auf 8,3 Milliarden Euro. Bei den Exporten in die Vereinigten Staaten waren die größten Rückgänge – neben den Kraftfahrzeugexporten – in den Warenbereichen „Sonstige Fahrzeuge (vor allem Flugzeuge)“ mit einem Minus von 3,2 Milliarden Euro (-44,3 %) auf 4,0 Milliarden Euro und „Maschinen“ mit einem Rückgang von 2,1  Milliarden Euro (-9,5 %) auf 19,7 Milliarden Euro zu verzeichnen.

Bei den deutschen Importen aus China gab es von Januar bis September 2025 den größten absoluten Anstieg bei elektrischen Ausrüstungen mit +3,1 Milliarden Euro (+14,7 %) auf 24,2 Milliarden Euro. Der zweitgrößte Anstieg ergab sich bei den Importen von Bekleidung mit einem Zuwachs von 1,2 Milliarden Euro (+20,6 %) auf 7,1 Milliarden Euro, der drittgrößte bei Maschinen mit einem Anstieg von ebenfalls 1,2 Milliarden Euro (+12,4 %) auf 10,6 Milliarden Euro.

Im Handel mit den Vereinigten Staaten stiegen von Januar bis September 2025 am stärksten die Importe von sonstigen Fahrzeugen (Flugzeugen) um 1,9 Milliarden Euro (+25,9 %) auf 9,3 Milliarden Euro. Weitere große Zuwächse waren bei den Importen von pharmazeutischen Erzeugnissen um 1,2 Milliarden Euro (+11,6 % auf 11,5 Milliarden Euro) und von Metallen mit einer Steigerung von 0,7 Milliarden Euro (+49,4 % auf 2,1 Milliarden Euro) zu verzeichnen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Unternehmen verlagern zwischen 2021 und 2023 netto 50.800 Stellen ins Ausland

Zwischen 2021 und 2023 haben rund 1.300 Unternehmen ab einer Größe von 50 tätigen Personen teilweise oder vollständig Unternehmensfunktionen von Deutschland ins Ausland verlagert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 2,2 % aller im Jahr 2023 in Deutschland ansässigen Unternehmen dieser Größe.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 19.11.2025

  • Rund 1.300 Unternehmen in Deutschland mit 50 und mehr tätigen Personen haben zwischen 2021 und 2023 Unternehmensfunktionen ins Ausland verlagert
  • Motiv für Verlagerung meist Kostenvorteile, aber auch Fachkräftemangel im Inland
  • Insgesamt waren 59 % der Unternehmen mit 50 und mehr tätigen Personen im Jahr 2023 in globale Wertschöpfungsketten eingebunden

Zwischen 2021 und 2023 haben rund 1.300 Unternehmen ab einer Größe von 50 tätigen Personen teilweise oder vollständig Unternehmensfunktionen von Deutschland ins Ausland verlagert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 2,2 % aller im Jahr 2023 in Deutschland ansässigen Unternehmen dieser Größe. Durch die Verlagerungen wurden nach Angaben der Unternehmen 71.100 Stellen in Deutschland abgebaut, aber auch 20.300 Stellen neu geschaffen, etwa infolge von Umschichtungen in andere Unternehmensfunktionen oder Neueinstellungen infolge von erzielten Kosteneinsparungen. Somit gingen in den Jahren von 2021 bis 2023 durch die Verlagerung von Unternehmensfunktionen ins Ausland netto rund 50.800 Stellen in Deutschland verloren. Sowohl der Stellenabbau als auch der Stellenzuwachs betrifft am stärksten die Unternehmensfunktion „Produktion von Waren“. Hier sind 26.100 Stellen abgebaut worden und 5.000 Stellen neu entstanden, was einem Netto-Stellenabbau von 21.100 Stellen entspricht. Insgesamt waren 34.600 oder 59 % der Unternehmen mit mindestens 50 tätigen Personen im Jahr 2023 in globale Wertschöpfungsketten eingebunden, in deren Rahmen sie Waren oder Dienstleistungen aus dem Ausland bezogen oder dorthin geliefert haben. Die Zahlen stammen aus der neuen Statistik zu globalen Wertschöpfungsketten, für die nun erstmals Ergebnisse vorliegen.

Die Mehrheit der Unternehmen verlagert innerhalb der EU

Die meisten verlagernden Unter­nehmen wählten Zielorte innerhalb der Europäischen Union (EU), dorthin verlagerten 900 Unternehmen. In Staaten außerhalb der EU verlagerten 700 der befragten Unternehmen.

Knapp drei Viertel der verlagernden Unternehmen wollen Lohnkosten verringern

Bei den Unternehmen war bei knapp drei Viertel (74 %) die Verringerung der Lohnkosten eine Motivation für die Verlagerung von Unternehmensfunktionen ins Ausland. Bei 62 % führte eine strategische Entscheidung der Konzernleitung zur Verlagerung. Andere Kostenvorteile (ohne Lohnkosten) wurden von 59 % der Unternehmen als Motivation genannt und ein Mangel an Fachkräften im Inland von 38 % der Unternehmen.

Als Hindernisse oder Bedenken bei der Verlagerung ins Ausland wurden von den Unternehmen hauptsächlich genannt (in absteigender Reihenfolge): rechtliche oder administrative Hindernisse, steuerliche Probleme oder Bedenken, dass die Kosten der Verlagerung deren Nutzen übersteigen.

34.600 Unternehmen in globalen Wertschöpfungsketten

Globale Wertschöpfungsketten spielen bei der Herstellung von Produkten und Erbringung von Dienstleistungen eine immer wichtigere Rolle. Unternehmen organisieren ihre Aktivitäten zunehmend international und untergliedern ihre Wertschöpfungsketten in verschiedene Teilbereiche. Dabei umfassen globale Wertschöpfungsketten alle länderübergreifenden Unternehmensaktivitäten zur Erstellung eines Produktes oder einer Dienstleistung. Im Berichtsjahr 2023 waren von 59.100 Unternehmen in Deutschland mit mindestens 50 tätigen Personen 34.600 in den grenzüberschreitenden Waren- oder Dienstleistungsaustausch eingebunden und damit Teil globaler Wertschöpfungsketten. Dies entspricht einem Anteil von 59 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Teuerung: Tendenz sinkend, noch für 6 von 9 Haushaltstypen leicht über Zielrate

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Oktober gegenüber September leicht von 2,4 Prozent auf 2,3 Prozent gesunken. Damit nähert sie sich langsam wieder dem Inflationsziel der EZB von 2,0 Prozent. Von neun verschiedenen Haushaltstypen, die sich nach Einkommen und Personenzahl unterscheiden, hatten im Oktober sechs eine haushaltsspezifische Teuerung leicht oberhalb des EZB-Zielwerts. Das zeigt der neue Inflationsmonitor des IMK der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 18.11.2025

EZB sollte Spielraum für Zinssenkung nutzen

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Oktober gegenüber September leicht von 2,4 Prozent auf 2,3 Prozent gesunken. Damit nähert sie sich langsam wieder dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent. Der Rückgang um 0,1 Prozentpunkte beruhte vor allem darauf, dass sich der Preisauftrieb bei Lebensmitteln abschwächte. Von neun verschiedenen Haushaltstypen, die sich nach Einkommen und Personenzahl unterscheiden, hatten im Oktober sechs eine haushaltsspezifische Teuerung leicht oberhalb des EZB-Zielwerts. Alleinlebende und Paarfamilien mit jeweils geringen Einkommen lagen dagegen mit je 1,8 Prozent haushaltsspezifischer Teuerungsrate etwas darunter, Alleinerziehende mit mittleren Einkommen genau bei 2,0 Prozent, zeigt der neue Inflationsmonitor des IMK.

Insgesamt reichte die Spannbreite der haushaltsspezifischen Inflationsraten im Oktober von 1,8 bis 2,3 Prozent, der Unterschied lag also bei relativ geringen 0,5 Prozentpunkten. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Inflationswelle im Herbst 2022 betrug die Spanne 3,1 Prozentpunkte. Während Haushalte mit niedrigen Einkommen, insbesondere Familien, während des akuten Teuerungsschubs der Jahre 2022 und 2023 eine deutlich höhere Inflation schultern mussten als Haushalte mit mehr Einkommen, ist ihre Inflationsrate seit einiger Zeit etwas unterdurchschnittlich. Im langfristigen Vergleich über die vergangenen sechs Jahre hatten einkommensschwache Familien mit zusammengenommen 23,1 Prozent seit Oktober 2019 gleichwohl die höchste Teuerungsrate zu verkraften. Das liegt daran, dass in ihren Warenkörben Güter des Grundbedarfs wie Lebensmittel und Energie ein hohes Gewicht haben, die nach der russischen Invasion in die Ukraine 2022 für längere Zeit die stärksten Preistreiber waren. Familien mit mittleren Einkommen folgten mit 22,8 Prozent kumulierter Teuerung.

Dagegen war die Inflation bei Alleinlebenden mit sehr hohen Einkommen mit 21,0 Prozent im Gesamtzeitraum seit Oktober 2019 am niedrigsten, während sie im Oktober 2025 mit 2,3 Prozent etwas höher lag als bei den anderen Haushalten. Ein wichtiger Faktor dafür ist, dass die konsumstarken Haushaltstypen mit hohen Einkommen stärker Dienstleistungen nachfragen, die sich derzeit noch merklich verteuern, etwa Versicherungsdienstleistungen und soziale Dienstleistungen.

Paarfamilien mit hohen Einkommen und Paare ohne Kinder mit mittleren Einkommen verzeichneten im Oktober eine Inflationsrate von je 2,2 Prozent. Bei Alleinlebenden mit mittleren und mit höheren Einkommen sowie bei Paaren mit Kindern und mittleren Einkommen verteuerte sich der jeweilige Warenkorb um je 2,1 Prozent.

Inflationslage entspannt, für 2026 und 2027 Unterschreitung des EZB-Ziels erwartet

Auch wenn die Teuerungsrate im August und September zeitweilig gestiegen war und sich bei Dienstleistungen weiterhin ein kräftiger Preisauftrieb zeige, sei insgesamt „ein erneutes Aufflammen der Inflation nicht in Sicht“, betont Dr. Silke Tober, IMK-Expertin für Geldpolitik und Autorin des Inflationsmonitors. Die Teuerung in Deutschland und im Euroraum werde nach dem Rückgang im Oktober im weiteren Jahresverlauf nahe am EZB-Inflationsziel von 2,0 Prozent und 2026 sogar im Durchschnitt etwas darunter liegen, erwartet die Ökonomin. Die Zentralbank selbst rechne auch für 2027 mit einer Rate unterhalb ihres Zielwerts. Dabei spiele neben anderen Faktoren auch eine Rolle, dass durch die US-Einfuhrzölle Warenexporte aus China nach Europa umgelenkt und besonders günstig angeboten würden.

Gleichzeitig belasteten ebenjene US-Zölle, weiterhin hohe Energiepreise und die starke Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar die Konjunktur – im ganzen Euroraum, aber insbesondere in Deutschland, dessen Wirtschaft nach zwei Jahren Rezession in einer schwierigen Lage sei. Die EZB habe in dieser Situation im Oktober „erneut eine Chance vertan, ihren Zinssenkungsspielraum zu nutzen“ und für Entlastung zu sorgen. „Gegen die hohen Energiepreise und US-Zölle kann die EZB wenig tun, es liegt aber in ihrer Macht, der starken Euro-Aufwertung entgegenzuwirken und die Binnennachfrage, insbesondere die Investitionen, zu stützen“, schreibt Tober.

Langzeitvergleich: Lebensmittel um knapp 40 Prozent, Energie um 36 Prozent teurer als im Oktober 2019

Das IMK berechnet seit Anfang 2022 monatlich spezifische Teuerungsraten für neun repräsentative Haushaltstypen, die sich nach Zahl und Alter der Mitglieder sowie nach dem Einkommen unterscheiden (mehr zu den Typen und zur Methode unten). In einer Datenbank liefert der IMK Inflationsmonitor zudem ein erweitertes Datenangebot: Online lassen sich Trends der Inflation für alle sowie für ausgewählte einzelne Haushalte im Zeitverlauf in interaktiven Grafiken abrufen (Link unten).

Zwar dürfte die in den Jahren 2022 und 2023 entstandene Kaufkraftlücke bei den meisten Haushalten mittlerweile durch Lohnsteigerungen und wirtschaftspolitische Entlastungen weitgehend geschlossen sein, analysiert Tober. Unabhängig davon dokumentiert der längerfristige Vergleich von Preisen, den die Forscherin ebenfalls anstellt, die seitdem stark erhöhten Preisniveaus gerade von Waren des Grundbedarfs: Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke lagen im Oktober 2025 um 39,9 Prozent höher als im Oktober 2019, also vor Pandemie und Ukrainekrieg. Damit war die Teuerung hier mehr als dreimal so stark wie mit der EZB-Zielinflation von kumuliert 12,6 Prozent in diesem Zeitraum vereinbar. Energie war trotz der Preisrückgänge in den vergangenen beiden Jahren um 36 Prozent teurer als 2019, darunter Haushaltsenergie um 45,4 Prozent und Kraftstoffe um 23,5 Prozent.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Gekommen, um zu bleiben? Fachkräftesicherung mit internationalen Studierenden

Im vergangenen Studienjahr haben sich mehr als 116.000 Studierende aus dem Ausland erstmalig an einer deutschen Hochschule eingeschrieben – ein neuer Rekord. Nur knapp die Hälfte der internationalen Erstsemester schlägt jedoch langfristig in Deutschland Wurzeln. Damit gehen der hiesigen Wirtschaft wichtige Fachkräftepotenziale verloren. Darauf weist der DIHK hin.

DIHK, Mitteilung vom 17.11.2025

Im vergangenen Studienjahr haben sich mehr als 116.000 Studierende aus dem Ausland erstmalig an einer deutschen Hochschule eingeschrieben – ein neuer Rekord. Allerdings zeigt die Statistik, dass nur knapp die Hälfte der internationalen Erstsemester langfristig in Deutschland Wurzeln schlägt. Damit gehen der hiesigen Wirtschaft wichtige Fachkräftepotenziale verloren.

Denn trotz der insgesamt angespannten Wirtschaftslage klagen Unternehmen hierzulande weiterhin über einen Mangel an geeigneten Fachkräften. Insbesondere in den Feldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (MINT) ist die Situation angespannt: Schon heute fehlen auf dem Arbeitsmarkt nach Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft gut 55.000 akademisch qualifizierte MINT-Expertinnen und Experten – mit steigender Tendenz. Die Gesamtlücke in diesen Berufsgruppen, also inklusive Facharbeiter, Meister und Techniker, wird sogar auf über 160.000 Stellen beziffert.

Besonders groß sind die Engpässe in der Informationstechnik, es fehlen aber auch Elektrotechnik-, Maschinenbau- und Bauingenieure. Der Beitrag ausländischer MINT-Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt ist immens: Ohne qualifiziertes Personal mit ausländischer Staatsbürgerschaft würde die MINT-Gesamtlücke mit rund 600.000 offenen Stellen noch deutlich größer ausfallen.

Internationale Studierende als Schlüssel für die Fachkräftesicherung

Das Potenzial internationaler Hochschulabsolventen für die Fachkräftesicherung der deutschen Wirtschaft ist enorm: Pro Jahr schließen derzeit mehr als 50.000 Männer und Frauen aus dem Ausland ihr Studium in Deutschland erfolgreich ab – über die Hälfte davon in einem MINT-Studienfach. Der Wermutstropfen: Obwohl Deutschland laut OECD im weltweiten Vergleich neben Kanada die höchste Bleibequote von internationalen Studierenden verzeichnet, haben zehn Jahre nach Studienbeginn mehr als die Hälfte von ihnen das Land wieder verlassen – obgleich zwei Drittel dieser Gruppe zu Studienbeginn klare Bleibeabsichten geäußert hatten.

Vielfältige Herausforderungen beim Arbeitsmarktübergang

Dies zeigt: Zwar sind ausländische Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt unverzichtbar, dennoch gibt es nach wie vor vielfältige Herausforderungen, um internationalen Studierenden nach ihrem Hochschulabschluss attraktive Bleibe- und Beschäftigungsperspektiven zu eröffnen.

Neben einem großzügigeren Rechtsrahmen und besserer gesellschaftlicher Integration könnten die Hochschulen hier mit vielfältigen Aktivitäten unterstützen. So sollte diese Studierendengruppe noch enger als bisher begleitet werden – beispielsweise durch internationale Mentoren- oder Buddy-Programme. Einen positiven Beitrag können zudem Lehrformate mit hohem Arbeitsmarktbezug oder integrative Angebote von Fachschaften leisten.

Mehr Sprachkompetenz, frühzeitige Firmenkontakte

Wichtig sind auch die Verbesserung von (fach-)sprachlichen Kompetenzen sowie das Verhindern von Studienabbrüchen. Zudem sollten Bildungsausländer frühzeitig die Gelegenheit erhalten, Praxiserfahrungen in der Wirtschaft zu sammeln. Auch dabei können Hochschulen unterstützen, indem sie Kontakte zu regionalen Unternehmen und Kammern herstellen. Patenprogramme, die etwa gezielte Unterstützung im Bewerbungsprozess bieten, können das gute Ergebnis solcher Kooperationen sein.

IHK-Engagement gegen MINT-Fachkräftemangel

Vor Ort engagieren sich verschiedene IHKs bereits gemeinsam mit regionalen Unternehmen, Hochschulen und weiteren Stakeholdern ganz konkret für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration internationaler Studierender. Mit Bewerbermessen, digitalen Matching-Tools oder Hochschulkooperationen im Rahmen von Förderprojekten setzen sie wertvolle Zeichen gegen den MINT-Fachkräftemangel, die hoffentlich viele Nachahmer finden. Denn nur durch gemeinsame Anstrengungen kann es gelingen, die wertvollen und dringend benötigten Arbeitsmarktpotenziale der internationalen Studierenden noch besser für die deutsche Wirtschaft zu erschließen.

Quelle: DIHK

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