Juli 2019: 0,2 % mehr Unternehmensinsolvenzen als im Juli 2018

Im Juli 2019 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.644 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 0,2 % mehr als im Juli 2018.

Juli 2019: 0,2 % mehr Unternehmensinsolvenzen als im Juli 2018

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 10.10.2019

Im Juli 2019 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.644 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 0,2 % mehr als im Juli 2018.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Juli 2019 mit 295 Fällen im Baugewerbe (Juli 2018: 266). Unternehmen des Wirtschaftsbereichs Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) stellten 253 Insolvenzanträge (Juli 2018: 275). Im Gastgewerbe wurden 185 (Juli 2018: 204) und im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen 184 (Juli 2018: 166) Insolvenzanträge gemeldet.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmens-insolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für Juli 2019 auf rund 2,8 Milliarden Euro. Im Juli 2018 hatten sie bei knapp 1,1 Milliarden Euro gelegen.

Zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen meldeten 7.886 übrige Schuldner im Juli 2019 Insolvenz an (-1,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Darunter waren 5.760 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie 1.740 Insolvenzanträge von ehemals selbständig Tätigen, die ein Regel- beziehungsweise ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchlaufen.

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HWWI-Rohstoffpreisindex im September im Plus

Im September stieg der HWWI-Rohstoffpreisindex im Durchschnitt um 4,2 % (in Euro: +5,3 %) gegenüber dem Vormonat und notierte bei 110,3 Punkten (in Euro: 111,2 Punkten). Vor allem der Index für Energierohstoffe erhöhte sich aufgrund von steigenden Rohöl- und Erdgaspreisen um +4,8 % (in Euro: +5,9 %). Dagegen blieben die Indices für Industrierohstoffe sowie Nahrungs- und Genussmittel nahezu auf dem Niveau des Vormonats, wobei weiterhin die Preisentwicklung einzelner Rohstoffe vom Handelskonflikt zwischen den USA und China beeinflusst wurde.

HWWI-Rohstoffpreisindex im September im Plus

HWWI, Pressemitteilung vom 04.10.2019

Kurzfristige Preissteigerungen auf dem Rohölmarkt

  • HWWI-Gesamtindex stieg um 4,2 % (US-Dollarbasis)
  • Bevorstehende Heizperiode verteuerte Erdgaspreise
  • Index für Nahrungs- und Genussmittel blieb nahezu unverändert

Im September stieg der HWWI-Rohstoffpreisindex im Durchschnitt um 4,2 % (in Euro: +5,3 %) gegenüber dem Vormonat und notierte bei 110,3 Punkten (in Euro: 111,2 Punkten). Vor allem der Index für Energierohstoffe erhöhte sich aufgrund von steigenden Rohöl- und Erdgaspreisen um +4,8 % (in Euro: +5,9 %). Dagegen blieben die Indices für Industrierohstoffe sowie Nahrungs- und Genussmittel nahezu auf dem Niveau des Vormonats, wobei weiterhin die Preisentwicklung einzelner Rohstoffe vom Handelskonflikt zwischen den USA und China beeinflusst wurde. Der Index für Industrierohstoffe stieg moderat um 0,6 % (in Euro: +1,7 %). Keine Veränderung gegenüber dem Vormonat verzeichnete der Index für Nahrungs- und Genussmittel in US-Dollar. In Euro betrug der Anstieg des Index für Nahrungs- und Genussmittel 1,1 %, da der aktuell sinkende Eurowechselkurs die Rohstoffe für europäische Importeure verteuert. Der Index ohne Energierohstoffe stieg um 0,4 % (in Euro: +0,3 %).

Index für Energierohstoffe: +4,8 % (in Euro: +5,9 %)

Rohöl verteuerte sich im Monatsdurchschnitt um 4,0 % (in Euro: +5,2 %) auf 60,19 US-Dollar (in Euro: 54,70) pro Barrel. Die Preise hatten sich nach einem Drohnenangriff auf eine Rohölraffinerie in Saudi-Arabien Mitte des Monats zeitweise deutlich erhöht. Dabei waren alle im Index gelisteten Referenzsorten im Monatsdurchschnitt ähnlich stark von der Preiserhöhung betroffen. Da weitere Angriffe ausblieben und der Rohölmarkt eher durch Überkapazitäten gekennzeichnet ist, fielen die Preise in der zweiten Monatshälfte und notierten zum Monatsende wieder auf dem Niveau wie vor dem Anschlag. Am stärksten stieg der Preis von europäischem Rohöl der Sorte Brent. Brent verteuerte sich um 4,5 % (in Euro: 5,6 %). Rohöl aus dem Nahen Osten, die Sorte Dubai, stieg um +3,9 % (in Euro: +5,0 %) und damit am zweitstärksten. Der Preis der US-amerikanische RohölsorteWest Texas Intermediate (WTI) stieg dagegen nur um +3,8 % (in Euro: +4,9 %).

Der Erdgaspreis stieg im Durchschnitt um 11,9 % (in Euro: +13,1 %). In Großbritannien ließ ein Temperatureinbruch zu Monatsbeginn den europäischen Erdgaspreis um 6,8 % (in Euro: +8,0 %) steigen. In den USA verteuerte sich Erdgas um 15,5 % (in Euro: +16,8 %), nachdem der Preis im Vormonat auf den tiefsten Stand seit Mai 2016 gefallen war. Die Preise für Kohle veränderten sich dagegen kaum. Im Monatsdurchschnitt fiel (in Euro: stieg) der Kohlepreis um 0,6 % (in Euro: +0,5 %). Insgesamt stieg der Index für Energierohstoffe um 4,8 % (in Euro: +5,9 %) auf 110,8 Punkte (in Euro: 111,7 Punkte).

Index für Industrierohstoffe: +0,6 % (in Euro: +1,7 %)

Der Index für Industrierohstoffe ist untergliedert in den Index für Agrarische Rohstoffe, den Index für NE-Metalle sowie den Index für Eisenerz und Stahlschrott. Der Index für agrarische Rohstoffe stieg um +3,2 % (in Euro: +4,3 %). Dabei verzeichnete australische Wolle den siebten Rückgang im Monatsdurchschnitt in Folge. Bedingt durch den Handelskonflikt haben chinesische Kleidungsproduzenten Schwierigkeiten, ihre Produkte in den USA abzusetzen und reduzierten daher den Wollimport. Dagegen stieg der Preis für Schnittholz um 10,5 % (in Euro: +11,7 %).

Der Index für NE-Metalle stieg um 2,2 % (in Euro: +3,3 %). Dabei verzeichnete besonders Nickel ähnlich wie im Vormonat einen kräftigen Preisanstieg um 12,7 % (in Euro: +13,9 %). Nachdem der weltgrößteNickelförderer Indonesien bestätigt hatte, den ursprünglich für 2022 geplanten Exportstopp auf 2020 vorzuziehen, erhöhte sich vor allem die Nachfrage aus China stark. Ein steigender Preistrend konnte für alle NE-Metalle beobachtet werden. Den moderatesten Preisanstieg verzeichnete Aluminium. Aluminium verteuerte sich um 0,5 % (in Euro: +1,6 %). Der Preis für Kupfer stieg leicht um 0,7 % (in Euro: +1,8 %). Blei verteuerte sich um 1,3 % (in Euro: +2,4 %), der Zinnpreis stieg um 1,7 % (in Euro: +2,9 %) und Zink verteuerte sich um 2,0 % (in Euro: +3,1 %) Da China im September seine Stahlproduktionzurückfuhr, fielen die Preise für Eisenerz und Stahlschrott um 2,7 % (in Euro: -1,6 %). Insgesamt verzeichnete der Index für Industrierohstoffe ein leichtes Plus von 0,6 % (in Euro: +1,7 %) und notierte bei 122,4 Punkten (in Euro: 123,5 Punkten).

Index für Nahrungs- und Genussmittel: ±0,0 % (in Euro: +1,1 %)

Die Preise für Getreide stehen unter dem Einfluss des anhaltenden Handelskonfliktes zwischen den USA und China, da die wechselseitig erhobenen Zölle die Importpreise erhöhen und zu einer sinkenden Nachfrage führen. Der Gerstenpreis setzte seinen Abwärtstrend aus dem August fort und fiel um 13,7 % (in Euro: -12,7 %). Die Preise für Mais und Weizen sanken ebenfalls. Der Maispreis fiel um 3,8 %, (in Euro: -2,7 %). Weizen verbilligte sich um 1,3 % (in Euro: -0,2 %). Der Kakaopreis hingegen stieg trotz guter Aussichten für die im Oktober beginnende Ernte um 4,9 % (in Euro: +6,1 %). Hierbei spielen möglicherweise höhere Garantiepreise für die Farmer im größten KakaoexportlandElfenbeinkiste eine Rolle. Der Kaffeepreis erhöhte sich leicht und stieg um 1,7 % (in Euro: +2,8 %). Aufgrund dieser gegenläufigen Preisentwicklungen verharrte der Index für Nahrungs- und Genussmittel insgesamt auf dem Niveau des Vormonats (in Euro: +1,1 %) und notierte unverändert bei 86,3 Punkten (in Euro: 87,0 Punkten).

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im August 2019

Wie das BMWi mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im August im Vergleich zum Vormonat um 0,3 % gestiegen. Ausschlaggebend war eine um 0,7 % höhere Erzeugung in der Industrie. Die Produktion im Baugewerbe ging dagegen um 1,5 % zurück.

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im August 2019

BMWi, Pressemitteilung vom 08.10.2019

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im August im Vergleich zum Vormonat um 0,3 % gestiegen. Ausschlaggebend war eine um 0,7 % höhere Erzeugung in der Industrie. Die Produktion im Baugewerbe ging dagegen um 1,5 % zurück. Innerhalb der Industrie verzeichneten die Produzenten von Vorleistungs- und Investitionsgütern Steigerungen von 1,0 % bzw. 1,1 %, während die Erzeugung von Konsumgütern um 1,0 % abnahm.

Im Zweimonatsvergleich Juli/August gegenüber Mai/Juni ergab sich ein Rückgang der Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,8 %. Zurückgefahren wurde der Ausstoß in der Industrie (-0,9 %) und im Energiebereich (-2,7 %). In der Industrie wurde die Erzeugung in einer Reihe von Wirtschaftszweigen eingeschränkt; am stärksten wirkte sich die schwache Produktion der Kfz-Industrie aus (-4,7 %). Im Baugewerbe wurde die Produktion ausgeweitet (+0,5 %).

Trotz der leichten Belebung am aktuellen Rand bleibt die Industrie im Abschwung. Die Nachfrageschwäche hält hier noch an. Auch die Energieerzeugung geht weiter zurück. Die Baukonjunktur floriert hingegen.

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Leichte Stimmungsaufhellung im Mittelstand – Geschäftsklima bei den Großunternehmen gibt weiter nach

Nach einer deutlichen Verschlechterung im Vormonat hat sich das mittelständische Geschäftsklima im September etwas erholt und steigt um 1,1 Zähler auf ein Niveau, das in etwa dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Ursächlich für die Erholung ist vor allem die Beurteilung der aktuellen Lage der Mittelständler, die sich um 2,0 Zähler auf 12,2 Saldenpunkte verbessert. Mit Blick auf die kommenden sechs Monate setzt sich der seit Ende 2018 aufkommende Pessimismus unter den Mittelständlern fort.

Leichte Stimmungsaufhellung im Mittelstand – Geschäftsklima bei den Großunternehmen gibt weiter nach

KfW, Pressemitteilung vom 02.10.2019

  • Leichte Verbesserung der Lagebeurteilungen, Erwartungen praktisch unverändert
  • Stimmung der Großunternehmen weiterhin im freien Fall
  • Zweiteilung des Geschäftsklimas zwischen Mittelständlern und Großunternehmen bleibt vorerst erhalten

Nach einer deutlichen Verschlechterung im Vormonat hat sich das mittelständische Geschäftsklima im September etwas erholt und steigt um 1,1 Zähler auf ein Niveau, das in etwa dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Ursächlich für die Erholung ist vor allem die Beurteilung der aktuellen Lage der Mittelständler, die sich um 2,0 Zähler auf 12,2 Saldenpunkte verbessert. Mit Blick auf die kommenden sechs Monate setzt sich der seit Ende 2018 aufkommende Pessimismus unter den Mittelständlern fort: So steigen die Geschäftserwartungen im September zwar minimal um 0,4 Zähler, liegen aber mit -11,8 Saldenpunkten weiterhin sehr niedrig.

Das Geschäftsklima der Großunternehmen kennt derweil nur den Weg nach unten und gibt im September um einen Zähler auf -14,1 Saldenpunkte nach. Verschlechtert haben sich sowohl die Lagebeurteilungen (-1,3 Zähler) als auch die Geschäftserwartungen (-0,7). Damit vertieft sich die seit Anfang 2018 zu verzeichnende Kluft zwischen dem Geschäftsklima der Mittelständler und dem der Großunternehmen weiter. Markant ist der Abstand vor allem bei den Lageurteilen, die im Mittelstand um fast 22 Punkte besser ausfallen als bei den Großunternehmen. Während letztere ihre Lage mit -9,5 Saldenpunkten ungewöhnlich schlecht einschätzen, sind die Mittelständler mit ihrer Geschäftssituation weiterhin mehrheitlich zufrieden.

Als hartnäckig erweist sich auch die Zweiteilung zwischen den mittelständischen Unternehmen verschiedener Branchen: Sehr negativ gestimmt sind das Verarbeitende Gewerbe und der damit eng verbundene Großhandel. Andererseits hält sich unter den Einzelhändlern und vor allem dem Bauhauptgewerbe das Geschäftsklima auf einem ungewöhnlich hohen Niveau.

KfW-Ökonom Dr. Philipp Scheuermeyer sagt: „Die Industrierezession hat im Jahresverlauf auch den Großhandel und Teile der Dienstleistungsunternehmen erfasst und ein Ende ist derzeit nicht absehbar. Die Ursachen für die Probleme blieben im Erhebungszeitraum kaum verändert. Ein harter Brexit zum 31. Oktober ist zwar durch die Gesetzgebung des britischen Parlaments unwahrscheinlicher geworden, kann aber zu diesem und insbesondere zu einem späteren Zeitpunkt noch nicht ausgeschlossen werden. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA ist trotz kleiner Entspannungssignale unkalkulierbar. Die hohe politische Unsicherheit führt in Deutschland, aber auch global, zu einer Investitionszurückhaltung, die der insgesamt sehr zyklisch ausgerichteten deutschen Industrie schadet.“

Der Arbeitsmarkt zeigt sich noch einigermaßen robust. Die KfW-ifo-Beschäftigungserwartungen liegen zwar im Abwärtstrend, befinden sich aber beim beschäftigungsintensiveren Mittelstand noch knapp oberhalb des langfristigen Durchschnitts. Aufgrund des Fachkräftemangels zögern viele Unternehmen den Stellenabbau trotz pessimistischer Geschäftserwartungen so lange wie möglich hinaus. Mit zunehmender Dauer der Konjunkturschwäche dürfte sich das allerdings ändern.

Für das Gesamtjahr 2019 rechnet KfW Research mit einem positiven Wachstum von 0,4 %, allerdings nur aufgrund des guten Jahresstarts. Für 2020 besteht Hoffnung auf eine Wachstumsnormalisierung zur Jahresmitte, wodurch sich die Jahresrate auf 0,6 % erhöhen könnte.

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im August 2019

Wie das BMWi mitteilt, sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im August gegenüber dem Vormonat um 0,6 % zurückgegangen.

Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im August 2019

BMWi, Pressemitteilung vom 07.10.2019

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im August gegenüber dem Vormonat um 0,6 % zurückgegangen. Die Bestellungen aus dem Inland nahmen um 2,6 % ab. Aus dem Euroraum und aus dem Nicht-Euroraum gingen hingegen mehr Aufträge ein (+1,5 % bzw. +0,4 %). Nach umfangreichen Großaufträgen in den beiden Vormonaten war ihr Anteil im August wieder durchschnittlich. Ohne Großaufträge nahmen die Bestellungen um 0,3 % ab.

Im Zweimonatsvergleich Juli/August gegenüber Mai/Juni ergab sich eine Abnahme der Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 1,2 %. Ohne Großaufträge wurde erstmals seit Anfang des Jahres wieder ein leichter Zuwachs um 0,2 % verzeichnet.

In der Industrie hielt die Nachfrageschwäche an. Die Industriekonjunktur bleibt vorerst gedämpft.

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Konjunktur kühlt weiter ab – Industrie in der Rezession

Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für Deutschland deutlich nach unten korrigiert. Waren sie im Frühjahr noch von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 % im Jahr 2019 ausgegangen, erwarten sie nun nur noch 0,5 %.

Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2019

Konjunktur kühlt weiter ab – Industrie in der Rezession

ifo Institut, Pressemitteilung vom 02.10.2019

Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für Deutschland deutlich nach unten korrigiert. Waren sie im Frühjahr noch von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 % im Jahr 2019 ausgegangen, erwarten sie nun nur noch 0,5 %.

Weltweit bleiben die politischen Unwägbarkeiten bestehen und belasten über die Investitionsbereitschaft der Unternehmen den Außenhandel. „Vor allem die Risiken ausgehend von einer Eskalation des Handelskonflikts sind hoch. Aber auch ein ungeregelter Brexit hätte Kosten: Das Bruttoinlandsprodukt würde in Deutschland dadurch für sich genommen im kommenden Jahr um 0,4 % niedriger ausfallen als bei einem geregelten Austritt“, ergänzt Michelsen.

Der Beschäftigungsaufbau verliert als Folge der konjunkturellen Abkühlung an Fahrt; die Industrie hat jüngst sogar Stellen abgebaut. Hingegen stellen Dienstleister und die Bauwirtschaft weiter ein. In diesem Jahr rechnen die Institute daher mit einem Beschäftigungsaufbau von 380.000 Stellen. In den kommenden beiden Jahren werden voraussichtlich nur noch 120.000 bzw. 160.000 neue reguläre Arbeitsverhältnisse geschaffen. Die Arbeitslosenquote steigt im Jahr 2020 auf 5,1 % von 5,0 % im Jahr 2019 und dürfte dann im Jahr 2021 wieder auf 4,9 % sinken. Die Verbraucherpreise werden weiterhin nur moderat um 1,4 % im Jahr 2019, 1,5 % im Jahr 2020 und 1,6 % im Jahr 2021 zulegen. Die Überschüsse des Staats sind in diesem Jahr mit voraussichtlich rund 50 Mrd. Euro noch beträchtlich. Allerdings schmelzen sie bis zum Jahr 2021 auf rund 4 Mrd. Euro.

Neben der konjunkturellen Abkühlung tragen dazu vor allem verschiedene fiskalische Maßnahmen wie Mehrleistungen bei der Rentenversicherung, Erhöhung des Kindergelds, Entlastung bei der Einkommenssteuer und nicht zuletzt die teilweise Abschaffung des Solidaritätszuschlags bei. Sie belaufen sich in diesem Jahr auf rund 22 Mrd. Euro, im kommenden Jahr auf 18 Mrd. Euro und im Jahr 2021 auf voraussichtlich 23 Mrd. Euro. Damit setzt die Finanzpolitik deutliche Impulse und stützt den privaten Konsum.

Seit dem Frühjahr haben sich die Risiken für die deutsche und die weltweite Konjunktur allerdings verschärft. Die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China, aber auch innerasiatische Konflikte schüren Unsicherheit und belasten die internationale Konjunktur. Auch ein ungeregelter Brexit dürfte die europäische Wirtschaft und insbesondere auch die deutsche Wirtschaft belasten. Hierzulande stellen zudem Prozesse des strukturellen Wandels im Fahrzeugbau Risiken für den so wichtigen Automobilmarkt dar.

Die Gemeinschaftsdiagnose wird erarbeitet vom DIW in Berlin, vom ifo Institut in München, vom IfW in Kiel, vom IWH in Halle und vom RWI in Essen.

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Mittelstandsstrategie „Wertschätzung – Stärkung – Entlastung“ vorgestellt

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stellte im BMWi seine Mittelstandsstrategie vor. Die Strategie baut auf den Ende August vorgestellten Eckpunkten auf und steht unter dem Leitmotiv „Wertschätzung – Stärkung – Entlastung“.

Mittelstandspolitik

Mittelstandsstrategie „Wertschätzung – Stärkung – Entlastung“ vorgestellt

BMWi, Pressemitteilung vom 01.10.2019

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stellte am 1. Oktober 2019 im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin seine Mittelstandsstrategie vor. Die Strategie baut auf den Ende August vorgestellten Eckpunkten auf und steht unter dem Leitmotiv „Wertschätzung – Stärkung – Entlastung“.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hierzu:

„Wir brauchen jetzt Wachstumspolitik für einen starken Mittelstand. Das gilt umso mehr in Zeiten einer langsamer wachsenden Wirtschaft. Die Dringlichkeit zum Handeln besteht jetzt. Staatskunst ist es, eine Rezession zu vermeiden und jetzt mit kluger Wirtschaftspolitik für Wachstum zu sorgen – mit Entlastungen für den Mittelstand und einem umfassenden Bürokratieabbau.

Wertschätzung, Stärkung, Entlastung ist daher der Dreiklang, mit dem ich mit meiner Mittelstandsstrategie die politischen Rahmenbedingungen für den Mittelstand neu justieren möchte.

Wir müssen den Unternehmen mehr Luft zum Atmen geben. Deshalb setze ich mich für eine Unternehmenssteuerreform ein, die eine maximale Unternehmenssteuerbelastung von 25 Prozent für einbehaltene Gewinne beinhaltet. Daneben brauchen weitere umfassende Maßnahmen zum Bürokratieabbau. Das Bürokratieabbaugesetz III war ein wichtiger erster Schritt, aber wir dürfen hier nicht stehen bleiben. Wir brauchen weitere Entlastungen beim Thema Aufbewahrungsfristen und eine stärkere Flexibilisierung des Arbeitsmarkts.

Wir sind wie kaum eine andere Volkswirtschaft von einem starken und wertorientierten Mittelstand geprägt. Ich möchte mit meiner Mittelstandsstrategie die starke Stellung des Mittelstands auch in Zukunft sicherstellen.“

Die Mittelstandsstrategie baut auf den Eckpunkten vom 29. August 2019 auf. Die Eckpunkte wurden in den vergangenen Wochen im Rahmen der Mittelstandsreise und mit weiteren Akteuren und Beteiligten konsultiert. Die jetzt finalisierte umfassende Mittelstandsstrategie zielt vor allem auf die Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Neben einer umfassenden Unternehmenssteuerreform, die insbesondere eine maximale Unternehmenssteuerbelastung von 25 Prozent für einbehaltene Gewinne und die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags vorsieht, stehen Sozialabgaben, Flexibilisierungen in der Arbeitsmarktpolitik und der Abbau unnötiger Bürokratie im Zentrum der Strategie. Maßnahmen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels und Unterstützung des Mittelstandes bei Digitalisierung und Innovationen sind weitere Schwerpunkte.

Einzelne in den Eckpunkten vom 29. August 2019 enthaltene Maßnahmen sind bereits auf den Weg gebracht. Der Regierungsentwurf für das Dritte Bürokratieentlastungsgesetz mit einem Entlastungsvolumen von 1 Mrd. Euro jährlich wurde am 18. September 2019 vom Bundeskabinett beschlossen und befindet sich derzeit im parlamentarischen Verfahren. Eine politische Verständigung bei den Themen Rückkehr zur Meisterpflicht in zwölf Gewerken, steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung und Absetzbarkeit der Auftragsforschung wurde erzielt.

Wegen des Querschnittscharakters der Mittelstandspolitik soll zudem ein „Staatssekretärsausschuss Mittelstand“ eingerichtet werden, der Vorhaben aller Ressorts auf ihre Mittelstandsverträglichkeit überprüft.

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IMK prognostiziert BIP-Wachstum von 0,4 Prozent 2019 und 0,7 Prozent 2020

Die zugespitzten weltwirtschaftlichen Verwerfungen treffen die exportorientierte deutsche Industrie in diesem und im kommenden Jahr schwer. Lahmende Ausfuhren und eine schwache Dynamik bei den Unternehmensinvestitionen bremsen lt. Hans-Böckler-Stiftung das Wirtschaftswachstum. Bis ins Jahr 2020 hinein ist im Quartalsverlauf kaum mehr als eine Stagnation des Bruttoinlandsprodukts zu erwarten.

Wirtschaftsflaute zieht sich ins Jahr 2020, stabiler Konsum verhindert Schlimmeres

IMK prognostiziert BIP-Wachstum von 0,4 Prozent 2019 und 0,7 Prozent 2020

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 30.09.2019

Die zugespitzten weltwirtschaftlichen Verwerfungen treffen die exportorientierte deutsche Industrie in diesem und im kommenden Jahr schwer. Lahmende Ausfuhren und eine schwache Dynamik bei den Unternehmensinvestitionen bremsen das Wirtschaftswachstum. Bis ins Jahr 2020 hinein ist im Quartalsverlauf kaum mehr als eine Stagnation des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erwarten. Gestützt auf spürbare Einkommenszuwächse verhindert aber ein recht robuster privater Konsum vorerst einen dramatischeren wirtschaftlichen Einbruch. Die deutsche Wirtschaft wird daher 2019 und 2020 schwach wachsen, das BIP nimmt im Jahresdurchschnitt um 0,4 und um 0,7 Prozent zu, wobei im kommenden Jahr die größere Zahl an Arbeitstagen eine wichtige Rolle für das etwas höhere Wachstum spielt. Zu diesen Ergebnissen kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung in seiner neuen Konjunkturprognose, die heute auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt wird. Allerdings kommt der Beschäftigungsaufbau im Jahresverlauf 2020 zum Erliegen, die Arbeitslosenquote steigt von 5,0 im Jahresdurchschnitt 2019 auf durchschnittlich 5,2 Prozent 2020.Gegenüber seiner Vorhersage vom Juni senkt das IMK die Wachstumserwartung für 2019 um 0,6 Prozentpunkte und für 2020 um 0,9 Prozentpunkte. Zentrale Faktoren für die Eintrübung sind die von den USA ausgelösten Handelskonflikte, das verlangsamte Wachstum in China, das insbesondere auf den weltweiten Automarkt durchschlägt, das fortbestehende Risiko eines harten Brexits sowie wachsende geopolitische Spannungen. Hinzu kommen mögliche Verzögerungen bei deutschen Autobauern während der Umstellung auf die nächsten Stufen des neuen Abgasmessverfahrens WLTP in den kommenden Monaten. Dabei gehen die Konjunkturexperten in ihrer Prognose weder von spürbar steigenden Energiepreisen infolge der Auseinandersetzungen am persischen Golf aus noch von einem No-Deal-Ausstieg der Briten.

„Die konjunkturelle Lage in Deutschland hat sich weiter zugespitzt. Bislang bewahrt aber die private Nachfrage die Wirtschaft noch vor einer echten, tiefen Krise“, beschreibt Prof. Dr. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK, das aktuelle Konjunkturbild. Insgesamt müsse sich die deutsche Wirtschaft glücklich schätzen, dass sich der Konsum in diesem Abschwung so robust entwickelt. „Wenn die Löhne und der Konsum derzeit so schwach zulegen würden wie in den 2000er Jahren, wären wir schon seit einiger Zeit wieder in einer Rezession.“ So sei in den Rezessionsphasen 2001 und 2012/13 das deutsche Bruttoinlandsprodukt schon in den ersten Quartalen mit rückläufiger Industrieproduktion ebenfalls gefallen. Im aktuellen Abschwung sei die Produktion im verarbeitenden Gewerbe dagegen nun schon seit mehr als einem Jahr rückläufig, das Bruttoinlandsprodukt liege aber immer noch höher als vor 12 Monaten.

„Die deutsche Wirtschaft ist derzeit wie ein Flugzeug, das nur noch mit einem Triebwerk fliegt – der Nachfrage der privaten Haushalte. Das kann eine Zeit lang gut gehen, aber auf Dauer sollte man sich darauf nicht verlassen. Wenn die Politik nicht entschlossen gegensteuert, greifen die Bremseffekte nach und nach auf Dienstleistungen, Konsumklima und Arbeitsmarkt über und es droht der Absturz“, so Dullien.

Die Europäische Zentralbank (EZB) tue mit ihrer erneut gelockerten Geldpolitik was sie könne, während die meisten EU-Länder fiskalpolitisch zu wenig für eine Stabilisierung unternähmen, betonen die Forscher des IMK in ihrer Analyse. So setze beispielsweise die Bundesregierung in diesem Jahr zwar einen positiven fiskalischen Impuls. Dieser sei allerdings zu klein und halbiere sich 2020 schon wieder.

Wenn die Fiskalpolitiker die EZB weiterhin weitgehend alleine ließen, wirke sich das doppelt negativ aus, warnen die Experten: „Die langanhaltende Niedrigzinsphase birgt Risiken für die Finanzstabilität und wirkt deutlich indirekter stabilisierend als es die Finanzpolitik könnte. Staatliche Investitionen könnten die Konjunktur stabilisieren und sind zugleich dringend erforderlich, um den Strukturwandel hin zur Klimaneutralität zu bewältigen und die teilweise stark veraltete Infrastruktur zu modernisieren“, so das IMK. Dabei habe insbesondere Deutschland erheblichen finanziellen Spielraum: Das IMK rechnet trotz des abgeschwächten Wachstums mit einem gesamtstaatlichen Haushaltsüberschuss von knapp 48 Milliarden Euro in diesem Jahr und immerhin noch gut 25 Milliarden Euro 2020. Zudem könne sich der deutsche Staat „gegenwärtig zu Negativzinsen verschulden, und das bei beliebiger Laufzeit.“

Kerndaten der Prognose für 2019 und 2020

Arbeitsmarkt

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt verliert deutlich an Fahrt und endet zur Jahreswende: 2019 steigt die Zahl der Erwerbstätigen laut IMK noch um knapp 380.000 Personen oder 0,8 Prozent im Jahresdurchschnitt. 2020 stagniert die Erwerbstätigkeit aber bei dann 45,2 Millionen Menschen. Die Zahl der Arbeitslosen geht 2019 noch um etwa 63.000 Personen zurück, so dass im Jahresdurchschnitt rund 2,28 Millionen Menschen ohne Job sein werden. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent. Für 2020 erwartet das IMK, dass die Arbeitslosenzahl um rund 70.000 im Jahresdurchschnitt zunimmt. Die Quote steigt dann auf 5,2 Prozent und erreicht damit wieder den Wert von 2018.

Außenhandel

Auch das Wachstum im Euroraum ist relativ schwach, wenn auch höher als in der Bundesrepublik: Das BIP in der Währungsunion nimmt 2019 und 2020 um je 1,2 Prozent zu. Weltweit ist die Wachstumsdynamik ebenfalls verhalten. Die Nachfrage nach Investitionsgütern, die oft aus Deutschland kommen, läuft deshalb ebenso schleppend wie die nach Kraftfahrzeugen. Insbesondere in China ist der Autoabsatz stark rückläufig. Daher geht das IMK davon aus, dass die deutschen Ausfuhren im laufenden Jahr durchschnittlich geringfügig schrumpfen werden – um -0,1 Prozent. 2020 dürften sich die Exporte ein wenig erholen und um 1,3 Prozent wachsen. Die Importe verlieren ebenfalls an Tempo, nehmen 2019 wegen der stabilen Konsumnachfrage aber noch um durchschnittlich 1,3 Prozent zu, 2020 um 3,4 Prozent. Der Wachstumsbeitrag des Außenhandels ist damit in beiden Jahren spürbar negativ. Der hohe deutsche Leistungsbilanzüberschuss wird etwas sinken.

Investitionen

Auftragslage und Finanzierungsbedingungen vieler Unternehmen sind zwar im langfristigen Vergleich weiter relativ günstig. Allerdings ging der Trend bei den Neuaufträgen in den vergangenen Monaten deutlich nach unten, und die außenwirtschaftliche Verunsicherung bremst weiter. 2019 steigen die Ausrüstungsinvestitionen daher um durchschnittlich lediglich 2,3 Prozent, 2020 nur um 1,9 Prozent. Bei den Bauinvestitionen bleibt die Dynamik robust, wobei sich Wohnungsbau und öffentliche Vorhaben deutlich stärker entwickeln als der Wirtschaftsbau. 2019 nehmen die Bauinvestitionen unter dem Strich um 3,9 Prozent und 2020 um 2,9 Prozent zu.

Einkommen und Konsum

Die verfügbaren Einkommen wachsen im Jahresdurchschnitt 2019 real um 1,4 Prozent und 2020 um 1,2 Prozent. Die realen privaten Konsumausgaben nehmen ebenfalls um 1,4 und 1,2 Prozent zu. Damit trägt der private Konsum in beiden Jahren maßgeblich zum BIP-Wachstum bei.

Inflation und öffentliche Finanzen

Die Verbraucherpreise steigen spürbar langsamer als 2018 und bleiben unter der Zielinflationsmarke der EZB: 2019 und 2020 nehmen sie um jeweils 1,4 Prozent zu.

Die wirtschaftliche Abschwächung reduziert die Überschüsse der öffentlichen Budgets, die trotzdem deutlich im Plus bleiben: 2019 beträgt der gesamtstaatliche Finanzierungssaldo 1,4 Prozent vom BIP, im kommenden Jahr sind es 0,7 Prozent.

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ifo Beschäftigungsbarometer steigt

Die Personalabteilungen in deutschen Unternehmen schreiben wieder mehr Stellen aus. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im September auf 98,9 Punkte gestiegen, nach 98,1 Punkten im August. Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt bleibt jedoch weiterhin schwach ausgeprägt.

Ergebnisse der ifo Konjunkturumfragen im September 2019

ifo Beschäftigungsbarometer steigt

ifo Institut, Pressemitteilung vom 30.09.2019

Die Personalabteilungen in deutschen Unternehmen schreiben wieder mehr Stellen aus. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im September auf 98,9 Punkte gestiegen, nach 98,1 Punkten im August. Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt bleibt jedoch weiterhin schwach ausgeprägt.

Der Treiber des Anstiegs waren die Dienstleister. Vor allem Hotels und Gaststätten wollen mehr Personal einstellen. Aber auch Unternehmensberater sind vermehrt gesucht. In der Industrie werden weiter Stellen abgebaut. Unter den wichtigsten deutschen Industriebranchen gibt es keinen Lichtblick bei der Beschäftigtenentwicklung. Im Handel bleibt die Beschäftigtenzahl stabil. Der Bauboom sorgt weiter dafür, dass ständig Bauarbeiter gesucht werden.

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Bundesländer mit viel Industrie leiden

Exportabhängige Bundesländer mit einer leistungsfähigen Industrie spüren den derzeitigen Abschwung besonders stark. Das geht aus Zahlen hervor, die das ifo Institut ausgewertet hat.

Wirtschaftsleistung

Bundesländer mit viel Industrie leiden

ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.09.2019

Exportabhängige Bundesländer mit einer leistungsfähigen Industrie spüren den derzeitigen Abschwung besonders stark. Das geht aus Zahlen hervor, die das ifo Institut ausgewertet hat. Während die Dienstleistungsmetropolen Berlin und Hamburg ihre Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr 2019 um 1,9 und 1,6 Prozent ausweiten konnten, schrumpfte die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz um 0,9 Prozent sowie in Bremen und im Saarland um je 0,4 Prozent. Baden-Württemberg stagnierte bei 0,0 Prozent.

„Die weltwirtschaftliche Schwäche belastet vor allem Bundesländer, deren Unternehmen einen Großteil ihrer produzierten Güter exportieren“, sagt Robert Lehmann, Konjunktur-Experte am ifo Institut. Baden-Württemberg, Niedersachsen oder Sachsen, die stark auf den Fahrzeugbau spezialisiert sind, wuchsen ebenfalls geringer als der deutsche Durchschnitt. „Bayern gelingt es derweil, die Schwäche der Autoindustrie durch andere Wirtschaftszweige auszugleichen“, sagt Lehmann.

„Hingegen spürten Bundesländer mit einer dienstleistungsintensiven Wirtschaftsstruktur wie Berlin, Hamburg oder Mecklenburg-Vorpommern die Schwäche der Weltwirtschaft bislang kaum“, ergänzt Lehmann.

„Aktuell ist noch kein Ende der Rezession der deutschen Industrie absehbar“, so Lehmann weiter. „Damit dürfte auch im Gesamtjahr 2019 das Wirtschaftswachstum zwischen den Bundesländern erheblich auseinanderdriften. An der Spitze dürften sich dann Berlin und Hamburg behaupten. Die Schlusslichter bilden in Westdeutschland wohl Bremen und Rheinland-Pfalz, und in Ostdeutschland aller Voraussicht nach Sachsen und Brandenburg.“

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