Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2019

Die deutsche Wirtschaft ist verhalten in das Jahr 2019 gestartet. Dies gilt insbesondere für die Industrie, deren Produktion sich im Januar deutlich verringerte. Auch die Auftragseingänge und Stimmungsindikatoren für die Industrie sind rückläufig. In den übrigen Wirtschaftsbereichen, insbesondere in den meisten Dienstleistungsbereichen, dürfte sich das Wachstum hingegen fortsetzen. Das BMWi gibt hierzu einen Überblick.

Wirtschaftliche Entwicklung

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2019

BMWi, Pressemitteilung vom 14.03.2019

  • Die deutsche Wirtschaft ist verhalten in das Jahr 2019 gestartet. Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist aufgrund höherer Risiken und Unwägbarkeiten im außenwirtschaftlichen Umfeld in unruhigeres Fahrwasser geraten.
  • Die vorausschauenden Konjunkturinkatoren bleiben zurückhaltend. Solide binnenwirtschaftliche Auftriebskräfte und fiskalische Impulse sorgen aber zu Jahresbeginn für Schub.
  • Das Baugewerbe produziert nach wie vor mit überdurchschnittlicher Auslastung. Die Industrie hat ihre Produktion zu Jahresbeginn gedrosselt, auch die Auftragseingänge, nicht zuletzt aus dem Ausland, entwickelten sich schwach.
  • Die Einkommen steigen, unterstützt durch die Fiskalpolitik, kräftig und sorgen für eine rege Konsumnachfrage der privaten Haushalte.
  • Die Erwerbstätigkeit nimmt weiter zu, die Dynamik beim Rückgang der Arbeitslosigkeit dürfte nachlassen.

Die deutsche Wirtschaft ist verhalten in das Jahr 2019 gestartet. Dies gilt insbesondere für die Industrie, deren Produktion sich im Januar deutlich verringerte. Auch die Auftragseingänge und Stimmungsindikatoren für die Industrie sind rückläufig. Insofern dürfte sich die Schwächephase in der Industrie angesichts einer schleppenden Auslandsnachfrage fortsetzen. In den übrigen Wirtschaftsbereichen, insbesondere in den meisten Dienstleistungsbereichen, dürfte sich das Wachstum hingegen fortsetzen. Dies wurde durch die bis zuletzt deutliche Zunahme der Beschäftigung insbesondere in den Dienstleistungszweigen unterstrichen. Die deutsche Wirtschaft wird sich weiter in dem Spannungsfeld zwischen einer schwachen Industriekonjunktur und prosperierenden Dienstleistern bewegen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte daher im ersten Quartal allenfalls moderat zunehmen. Im zweiten Halbjahr 2018 hatte sich die deutsche Wirtschaft mehr oder weniger seitwärts bewegt. Die inländische Nachfrage hatte nur verhalten expandiert. Das Wachstum wurde zusätzlich durch die negativen Vorratsinvestitionen belastet. Die Exporte hatten sich im vierten Quartal etwas erholt, aufgrund der ebenfalls deutlich steigenden Importe ergaben sich von der Außenwirtschaft aber keine Wachstumsimpulse.

Die weltwirtschaftlichen Impulse fallen derzeit gedämpft aus. Sowohl bei der industriellen Erzeugung als auch beim Welthandel war zum Jahresende eine verlangsamte Entwicklung zu beobachten. Zuletzt, Stand Dezember 2018, gingen sie sogar etwas zurück. Der Stimmungsindikator IHS Markit PMI für die globale Industrie lag im Februar 2019 auf dem niedrigsten Stand seit Juni 2016. Auch der ifo Index zum Weltwirtschaftsklima gab für das erste Quartal 2019 eine eingetrübte Stimmung insbesondere für die entwickelten Volkswirtschaften wieder. Angesichts der Indikatoren und der derzeitigen Ballung globaler Risiken gehen die internationalen Organisationen in ihren letzten Prognosen von einer weniger dynamischen, aber weiterhin aufwärtsgerichteten Entwicklung der globalen Wirtschaft aus.

Dies zeigt sich auch in den deutschen Ausfuhren von Waren. So stagnierten die Exporte im Januar saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen (+/-0,0 %). Im Zweimonatsvergleich haben die Ausfuhren jedoch zugenommen (+1,5 %). Preisbereinigt dürfte diese Steigerung etwas höher ausfallen. Die Unternehmen gehen aber aktuell nicht von einer deutlichen Belebung aus. Die ifo Exporterwartungen spiegeln trotz Besserung weiterhin eine niedrige Erwartung wider. Insgesamt deuten die Indikatoren auf eine verhaltene Entwicklung der Ausfuhren in den kommenden Monaten hin. Die nominalen Importe von Waren stiegen im Januar saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen um 1,5 %. Im Zweimonatsvergleich ergab sich ein schwächeres Plus von 0,7 %. Bei sinkenden Importpreisen dürfte sich preisbereinigt ein höherer Anstieg ergeben.

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe wurde im Januar zurückgefahren. Insbesondere die Industrie hat ihren Produktionsausstoß verringert (-1,2 %), obwohl die WLTP-Problematik – der Stau bei den Pkw-Typenzulassungen – weitestgehend überwunden sein sollte. Das Baugewerbe konnte hingegen einen leichten Zuwachs verbuchen (+0,2 %). Allerdings wurden die Ergebnisse für Dezember sowohl für die Industrie als auch für das Baugewerbe sehr kräftig aufwärts revidiert. Insgesamt zeigt sich im Zweimonatsvergleich dennoch eine leicht abwärtsgerichteten Entwicklung in der Industrie. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe verringerten sich im Januar ebenfalls kräftig um 2,6 %, zugleich wurden auch die Daten für Dezember stark aufwärts revidiert. Die Aufträge in der Kfz-Industrie (-6,1 %) schwächten sich erneut merklich ab, nachdem im vierten Quartal die Einbrüche aus dem schwachen dritten Quartal zunächst wettgemacht werden konnten. Besonders deutlich gingen im Januar die Bestellungen aus dem Ausland zurück, so dass auch in der Zweimonatsbetrachtung insgesamt rückläufige Auftragseingänge zu Buche stehen. Auch das Geschäftsklima schwächte sich im Februar weiter ab. Zwar ist zum Jahreswechsel das Auftragspolster weiter sehr hoch, die Industriekonjunktur dürfte aber angesichts der schwachen internationalen Nachfrage und hoher externer Risiken weiterhin gedämpft verlaufen. Der Bauboom wird nach den deutlich gestiegenen Aufträgen im Jahresendquartal 2018 anhalten.

Im vierten Quartal sind die privaten Konsumausgaben um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen und haben sich somit von dem Rückgang im dritten Quartal erholt.

Im laufenden Quartal dürften die privaten Konsumausgaben erneut zunehmen. So sind im Januar die Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) kräftig um 3,3 % gestiegen. Im Februar 2019 setzte sich die positive Entwicklung der Neuzulassungen von Pkw bei privaten Haltergruppen fort (+3,5 %). Damit sind die privaten Kfz-Zulassungen seit dem Tiefpunkt im September, unmittelbar nach der Einführung des WLTP-Standards, um 56 % gestiegen.

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich trotz der konjunkturellen Abschwächung fort. Die Zunahme der Erwerbstätigkeit fiel nach den aktuellen Zahlen im Januar mit 79.000 Personen sogar deutlich stärker aus als in den Monaten zuvor, dabei ist aber mit Aufwärtsrevisionen der Vormonate zu rechnen. Jahreszeitlich üblich war die Beschäftigung nach den Ursprungszahlen mit 44,8 Mio. Personen niedriger als im Vormonat. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm im Dezember saisonbereinigt erneut kräftig zu. Die schwächere Konjunktur dürfte sich allmählich auf die Personalsuche der Unternehmen auswirken und in den kommenden Monaten zu einem verlangsamten Rückgang der Arbeitslosigkeit führen. Zuletzt im Februar verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um 21.000 Personen; in Ursprungszahlen sank sie auf knapp unter 2,4 Mio. Personen. Die Arbeitslosenquote blieb damit unverändert bei 5,3 %. Die Langzeitarbeitslosigkeit nimmt im Trend spürbar ab; der Vorjahresstand wurde um knapp 12 % unterschritten. Die Wirtschaftskraft strukturschwacher Regionen bleibt eine Herausforderung.

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Großhandelspreise im Februar 2019: +1,6 % gegenüber Februar 2018

Die Verkaufspreise im Großhandel lagen im Februar 2019 um 1,6 % höher als im Februar 2018. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte der Anstieg gegenüber dem Vorjahr im Januar 2019 bei +1,1 % und im Dezember 2018 bei +2,5 % gelegen.

Großhandelspreise im Februar 2019: +1,6 % gegenüber Februar 2018

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 15.03.2019

Großhandelsverkaufspreise, Februar 2019

  • +0,3 % zum Vormonat
  • +1,6 % zum Vorjahresmonat

Die Verkaufspreise im Großhandel lagen im Februar 2019 um 1,6 % höher als im Februar 2018. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte der Anstieg gegenüber dem Vorjahr im Januar 2019 bei +1,1 % und im Dezember 2018 bei +2,5 % gelegen. Im Vormonatsvergleich waren die Preise für die auf Großhandelsebene verkauften Waren im Februar 2019 um 0,3 % höher.

Besonderen Einfluss auf die Gesamtentwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat hatte im Februar 2019 die Preissteigerung im Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln mit einem Plus von 16,5 % (-0,5 % gegenüber Januar 2019).

Ebenfalls überdurchschnittlich gestiegen sind gegenüber Januar 2018 die Preise im Großhandel mit Obst, Gemüse und Kartoffeln (+7,8 %). Darüber hinaus trug der Preisanstieg von 2,8 % bei Mineralölerzeugnissen gegenüber dem Vorjahresmonat wegen seines hohen Gewichtes wesentlich zur Gesamtentwicklung bei.

Dagegen waren insbesondere die Preise für Altmaterial und Reststoffe (-5,4 %) sowie für Datenverarbeitungsgeräte, periphere Geräte und Software (-3,5 %) auf Großhandelsebene niedriger als im Februar 2018.

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DIW Berlin korrigiert Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft nach unten, bleibt aber optimistisch

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des DIW Berlin in diesem und im kommenden Jahr mit soliden Wachstumsraten aufwarten. Zwar korrigieren die Berliner KonjunkturforscherInnen ihre Prognose für dieses Jahr im Vergleich zum Winter um 0,6 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent nach unten – im Vergleich zu den meisten anderen Prognosen ist der Ausblick aber optimistisch. Die Prognose für das kommende Jahr bleibt unverändert bei einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent.

DIW Berlin korrigiert Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft nach unten, bleibt aber optimistisch

DIW Berlin, Pressemitteilung vom 14.03.2019

Bruttoinlandsprodukt steigt dieses Jahr um voraussichtlich 1,0 Prozent und 2020 um 1,8 Prozent – Abschwächung der Weltwirtschaft belastet deutsche Exportindustrie in besonderem Maße – Beschäftigungsaufbau geht weiter, privater Konsum bleibt stark, Bauwirtschaft brummt – Überschüsse in öffentlichen Haushalten und niedriges Zinsniveau sollten für Zukunftsinvestitionen genutzt werden

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in diesem und im kommenden Jahr mit soliden Wachstumsraten aufwarten. Zwar korrigieren die Berliner KonjunkturforscherInnen ihre Prognose für dieses Jahr im Vergleich zum Winter um 0,6 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent nach unten – im Vergleich zu den meisten anderen Prognosen ist der Ausblick aber optimistisch. Die Prognose für das kommende Jahr bleibt unverändert bei einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent.

In erster Linie ist die Weltwirtschaft dafür verantwortlich, dass die Konjunktur hierzulande in diesem Jahr deutlich abkühlt. Die Weltwirtschaft wird unter anderem durch die konjunkturelle Schwäche Chinas belastet, aber auch durch die Handelskonflikte zwischen den USA, China und der Europäischen Union sowie durch die Unsicherheit um den Fortgang des Brexit. All das trifft in besonderem Maße die auf den Investitionsgüterexport spezialisierte deutsche Wirtschaft. Hinzu kommt, dass die Wachstumsdynamik vielerorts zunehmend vom Konsum statt von Investitionen getragen wird. Deswegen fällt die deutsche Exportdynamik sogar noch hinter das Tempo der schwächelnden Weltwirtschaft zurück.

Binnenwirtschaft stützt die deutsche Wirtschaft

Kurzfristig wird die deutsche Wirtschaft noch durch Sondereffekte geprägt: Die hiesigen Autobauer hatten bis zuletzt mit den Folgen der schleppenden Zertifizierung ihrer Fahrzeugflotte nach dem neuen EU-Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP zu kämpfen – zeitweise musste die Produktion erheblich gedrosselt werden. Zudem haben die niedrigen Pegelstände des Rheins im vergangenen Herbst die Wertschöpfungsketten zeitweilig unterbrochen – in der Folge blieben viele Produktionsstätten unterausgelastet. Mittlerweile gibt es Anzeichen, dass allmählich wieder eine weitgehend störungsfreie Produktion aufgenommen wird.

Davon unbeeindruckt stützt die Binnenwirtschaft das Wachstum auch in diesem Jahr. Nicht zuletzt die Beschlüsse der Großen Koalition kurbeln den privaten Konsum an, denn durch die wieder hergestellte paritätische Finanzierung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seit Anfang des Jahres spürbar mehr Geld im Portemonnaie. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich ohnehin schon prächtig: Der Beschäftigungsaufbau geht nahezu ungebremst weiter, die Arbeitslosenquote dürfte dieses Jahr erstmals seit der Wiedervereinigung unter die Fünf-Prozent-Marke fallen und die Reallöhne steigen auch dank einer wieder geringeren Inflation – in diesem Jahr wird sie voraussichtlich 1,5 Prozent betragen – recht kräftig.

Auch die Bauwirtschaft steht nach wie vor glänzend da, die Nachfrage nach neu gebautem Wohnraum ist ungebrochen. Und selbst die Unternehmen in Deutschland haben trotz aller Unwägbarkeiten bis zuletzt weiter moderat in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten investiert.

Investitionen in Zukunftsbereiche würden kurz- und langfristig helfen

Bei alldem darf aber nicht übersehen werden, dass die Lage vergleichsweise fragil ist und der Wind schnell drehen kann. In Europa bereitet vor allem die italienische Wirtschaft Sorgen. Auch China zeigte sich zuletzt eher schwach und es ist unklar, wie schnell die umfangreichen Konjunkturpakete der chinesischen Regierung wirken werden. Ungemach zeichnet sich in Form eines neuerlichen Aufflammens des Konflikts zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten um Automobilexporte in die USA ab. Auch die Turbulenzen rund um den Brexit helfen der deutschen Wirtschaft nicht. Sollte global die Schwäche der Industrie auch auf die Dienstleistungssektoren überspringen, könnte die weltweite Nachfrage weiter an Schwung verlieren. Zudem steht die Automobilindustrie vor strukturellen Veränderungen: Viele umsatzstarke Modelle werden überwiegend nicht in Deutschland gebaut. Und angesichts der anhaltenden Diskussion um Dieselfahrzeuge gerät deren Produktion zunehmend ins Stocken.

Umso wichtiger wäre es nach Ansicht der KonjunkturforscherInnen des DIW Berlin, jetzt endlich verstärkt in die Zukunft zu investieren, in Infrastruktur und vor allem in die Digitalisierung sowie Forschung und Entwicklung, um das künftige Wachstumspotential und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu fördern. Die Überschüsse in den öffentlichen Haushalten, die zwar von 58 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf gut 37 Milliarden Euro im kommenden Jahr zurückgehen, aber hoch bleiben werden, würden dies ermöglichen.

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Industriestrategie 2030: Turbo oder Bremse?

Mit seinem kürzlich veröffentlichten Beitrag zu einer Nationalen Industriestrategie hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zur rechten Zeit eine wichtige Debatte entfacht. Für den DIHK ist klar: Ansatzpunkte für eine lösungsorientierte Industriepolitik liegen in besseren Standortfaktoren und in der Sicherung fairen Wettbewerbs – nicht aber in staatlicher Definition förderwürdiger industrieller Schlüsselbereiche.

Industriestrategie 2030: Turbo oder Bremse?

DIHK, Mitteilung vom 14.03.2019

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat mit seinem kürzlich veröffentlichten Beitrag zu einer Nationalen Industriestrategie eine wichtige Debatte zur Zukunft des Industriestandortes Deutschland entfacht. Der Wettbewerb mit Staaten, die verstärkt auf Protektionismus und Subventionen setzen, steigende Anforderungen durch die Digitalisierung und der demografische Wandel stellen die hiesigen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Die Diskussion über eine zukünftige Industriepolitik für Deutschland und Europa kommt also zum richtigen Zeitpunkt.

Noch läuft es in der Industrie rund

Der Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung soll nach Vorstellungen des Bundeswirtschaftsministers bis 2030 in Deutschland auf 25 Prozent steigen – in der EU auf 20 Prozent. Hierzulande erwirtschaftet die Industrie aktuell gut 23 Prozent – deutlich mehr als Frankreich mit 11 Prozent oder UK mit 10 Prozent. Allerdings ist das kein Selbstläufer – so auch das Ergebnis der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage: Die Geschäftserwartungen der Industrieunternehmen haben sich zu Jahresbeginn deutlich eingetrübt und liegen nur noch knapp über dem langjährigen Durchschnitt. Sorgen bereiten nicht nur globale Unsicherheiten wie der Handelsstreit zwischen den USA und China, sondern auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Dazu gehören vor allem hohe Energiepreise sowie steigende Bürokratie- und Steuerlasten. Hier zeigen sich Ansatzpunkte für eine lösungsorientierte Industriepolitik: Standortfaktoren verbessern und einen fairen Wettbewerb sicherstellen.

„Picking Winners“ bremst eher

Die Industrie-Strategie zielt darauf ab, strategisch wichtige Bereiche zu schützen und innovative Technologien zukünftig stärker zu fördern. Dazu zählt zum Beispiel die Automobilindustrie. Um die Wertschöpfungskette in dieser Branche auszubauen, stellt der Bundeswirtschaftsminister interessierten Konsortien eine Milliarde Euro zur Produktion einer eigenen Batteriezellfertigung in Aussicht. Eine solche Industriepolitik, die förderwürdige industrielle Schlüsselbereiche definiert, trifft damit eine gewagte Auswahlentscheidung. Am Ende entscheiden aber die Käufer weltweit, welche Produkte am Markt erfolgreich sind. Auch der Schutz bestimmter Technologien lässt außer Acht, dass sich diese dann weniger intensiv im Wettbewerb behaupten müssen. Kurzum: Der Staat sollte vielmehr seine Gestaltungsmöglichkeiten nutzen und Standortfaktoren verbessern, von denen alle Unternehmen profitieren. Dazu gehören vor allem eine leistungsfähige digitale Infrastruktur, bezahlbare und sichere Energieversorgung, ein wettbewerbsfähiges Steuersystem, bürokratische Entlastungen sowie die öffentliche Förderung von Forschung und Innovationen.

Europäische Champions als Beschleuniger?

Die im Zuge der Digitalisierung entstehenden Geschäftsmodelle können schnell auf andere Märkte übertragen werden. So begünstigen sie das Entstehen von wenigen großen Unternehmen mit globaler Reichweite. Hinzu kommt, dass anderswo durch eine strategische Industriepolitik aktionsfähige Wettbewerber entstehen, die als Schwergewichte Märkte dominieren können. Größe bedeutet allerdings nicht automatisch mehr Wettbewerbsfähigkeit – das zeigen hierzulande unsere vielen „Hidden Champions“. Damit deutsche und europäische Unternehmen im globalen Markt bestehen können, setzt sich der Wirtschaftsminister richtigerweise dafür ein, das Wettbewerbsrecht anzupassen. Darüber werden die Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel am 21./22. März diskutieren. Aus Sicht der Wirtschaft sollte dieses Treffen den Startschuss geben, die bisherigen Regeln des Wettbewerbsrechtes auf den Prüfstand zu stellen und sie so zu gestalten, dass gleiche und faire Wettbewerbsbedingungen hergestellt werden. Allerdings ist das Wettbewerbsrecht nicht das probate Instrument, um Europäische Champions zu schaffen. Diese beruhen vor allem auf dem Erfolg unternehmerischer Initiativen, die sich auf gute Rahmenbedingungen verlassen können.

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ifo kappt Wachstumsprognose für 2019 auf 0,6 Prozent

Das ifo Institut hat seine Wachstumsprognose von 1,1 Prozent für 2019 auf 0,6 Prozent gekappt, aber für 2020 von 1,6 auf 1,8 Prozent erhöht.

ifo kappt Wachstumsprognose für 2019 auf 0,6 Prozent

ifo Institut, Pressemitteilung vom 14.03.2019

Das ifo Institut hat seine Wachstumsprognose von 1,1 Prozent für 2019 auf 0,6 Prozent gekappt, aber für 2020 von 1,6 auf 1,8 Prozent erhöht.

„Die gegenwärtigen Produktionsschwierigkeiten der deutschen Industrie dürften erst allmählich überwunden werden. Die Industrie wird 2019 als Konjunkturmotor weitgehend ausfallen. Die weltweite Nachfrage nach deutschen Produkten ist schwach, da die internationale Konjunktur weiter an Dynamik verliert“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Aber die binnenwirtschaftlichen Antriebskräfte sind weiterhin intakt.“ Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte weiter steigen, von 44,8 Millionen im vergangenen Jahr auf 45,2 Millionen in diesem und 45,5 Millionen im nächsten Jahr. Im Einklang mit der Abschwächung der Konjunktur verlangsamt sich damit das Tempo des Beschäftigungsaufbaus. Auch der Rückgang der Arbeitslosigkeit verlangsamt sich, von 2,34 Millionen über 2,21 auf 2,12 Millionen Personen im kommenden Jahr. Entsprechend sinkt die Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent über 4,9 auf 4,7 Prozent.

Wollmershäuser ergänzte: „In diesem Jahr dürften kräftige Lohnsteigerungen, eine niedrige Inflationsrate, Steuer- und Abgaben-Entlastungen sowie eine Ausweitung der Transfers für ein dickes Plus bei den Realeinkommen der Haushalte sorgen. Dies befördert den privaten Konsum und die Baukonjunktur.“ Auch die Staatsausgaben nehmen insbesondere 2019 zu, von 1,0 Prozent im vergangenen Jahr über 2,6 Prozent in diesem auf 1,6 Prozent im kommenden.

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Konjunktur kühlt ab, aber Krise noch nicht in Sicht

Die Flaute vom letzten Halbjahr wirkt nach. Die Konjunkturforscher des IfW Kiel revidieren ihre Vorhersage für die Zuwachsrate des deutschen BIP für 2019 von bislang 1,8 Prozent auf 1,0 Prozent. Für 2020 rechnen sie unverändert mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent. Die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung bleibt jedoch trotz konjunktureller Abkühlung überdurchschnittlich hoch. Die Überschüsse der öffentlichen Haushalte dürften deutlich sinken.

Konjunktur kühlt ab, aber Krise noch nicht in Sicht

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 13.03.2019

Die Flaute vom letzten Halbjahr wirkt nach. Die Konjunkturforscher des IfW Kiel revidieren ihre Vorhersage für die Zuwachsrate des deutschen BIP für 2019 von bislang 1,8 Prozent auf 1,0 Prozent. Für 2020 rechnen sie unverändert mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent. Die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung bleibt jedoch trotz konjunktureller Abkühlung überdurchschnittlich hoch. Die Überschüsse der öffentlichen Haushalte dürften deutlich sinken.

In ihrer aktuellen Konjunkturprognose rechnen die Forscher des Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) in der ersten Jahreshälfte zwar mit Aufholeffekten nach den Produktionsausfällen im letzten Jahr durch das Niedrigwasser und den neuen Pkw-Prüfstandard WLTP. Dennoch revidieren sie ihre Prognose für den Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf Jahressicht um 0,8 Prozentpunkte deutlich nach unten auf nunmehr 1,0 Prozent.

Maßgeblich dafür ist auch der schwache Jahresauftakt in der Industrie. Außerdem belasten politische Unsicherheiten, Handelskonflikte und die Unklarheit über den wirtschaftlichen Zustand Chinas den Ausblick. Auch die Stagnationsphase der vergangenen zwei Quartale wirkt nach und drückt den jahresdurchschnittlichen Zuwachs, ohne diesen statistischen Effekt wäre die Rate höher.

„Die deutsche Konjunktur zeigt deutliche Bremssignale, die sich auch in den öffentlichen Haushalten bemerkbar machen werden. Aber derzeit spricht nichts für einen abrupten Einbruch der Konjunktur oder gar eine Rezession. Deshalb bleibt auch die Beschäftigungssituation stabil“, sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr.

Für 2020 rechnen die Experten unverändert mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent, der relativ hohe Wert rührt auch von der hohen Anzahl an Werktagen, die rechnerisch 0,4 Prozent ausmachen. „Das reine Zahlenwerk stellt die konjunkturelle Dynamik in diesem Jahr schlechter, im kommenden Jahr besser dar, als sie eigentlich ist“, sagte Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums am IfW Kiel. „Die deutsche Wirtschaft kühlt ab, aber sie friert noch nicht. Die Überauslastung der Kapazitäten bildet sich zurück, aber die Normalauslastung wird nach derzeitigem Stand auch im nächsten Jahr nicht unterschritten.“

Die Ausfuhren legen nur moderat zu, auch wenn die Zuwachsrate mit 2,8 Prozent den schwachen Wert des Vorjahres (+ 2 Prozent) übertrifft. Die Investitionsdynamik dürfte im Einklang mit der schwächeren Konjunktur etwas nachgeben, aber nicht einbrechen. Der Beschäftigungsaufbau nimmt zwar weiter zu, verlangsamt sich aber deutlich. Die Zahl der Beschäftigten steigt um 450.000 in diesem und 330.000 im kommenden Jahr (nach einem Plus von 570.000 im Jahr 2018). Die Arbeitslosenquote sinkt auf 4,8 Prozent (2019) bzw. 4,6 Prozent (2020).

Konsumausgaben wirken stimulierend, Rezession droht nicht

Stimulierend für die Konjunktur wirken vor allem die privaten und öffentlichen Konsumausgaben. Ursächlich hierfür sind stark steigende Löhne und Gehälter sowie zahlreiche Abgabensenkungen und Leistungsausweitungen des Staates. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte legen in beiden Prognosejahren weiterhin kräftig um jeweils fast 3,5 Prozent zu. Hinzu kommen Maßnahmenpakete der öffentlichen Hand wie die Umsetzung des Digitalpakts, Anschaffungen für Verteidigung oder Investitionen etwa in den Breitbandausbau. Weiterhin hoch bleibt die Bautätigkeit mit jährlichen Zuwachsraten von 2,8 Prozent (2019) und 3,2 Prozent (2020), wobei die Baupreise mit Raten um die 5 Prozent weiter kräftig anziehen dürften.

Die Überschüsse der öffentlichen Haushalte gehen aufgrund umfangreicher Maßnahmenpakete zurück. Nach dem Rekordüberschuss von 58 Mrd. Euro 2018 dürften sie in diesem und nächsten Jahr nur noch bei 41 bzw. 26 Mrd. Euro liegen. Der Leistungsbilanzsaldo in Relation zum BIP wird im Prognosezeitraum wohl auf einem Niveau von über 7 Prozent verbleiben.

„Die Abkühlung der deutschen Konjunktur ist stabilitätspolitisch unbedenklich, da zunächst nur die Überauslastung der Kapazitäten nachlässt. Eine Rezession droht noch nicht, diese geht typischerweise mit einem abrupten Einbruch der unternehmerischen Investitionstätigkeit einher, die sich bislang aber nicht abzeichnet. Möglicherweise fällt nach dem langgestreckten Aufschwung jetzt auch der Abschwung weniger spektakulär aus“, sagte Kooths.

Euroraum und Weltwirtschaft leicht gedämpft

Auch für die Konjunktur im Euroraum und die Weltkonjunktur erwarten die Forscher nun geringere Zuwächse als bislang. Das BIP im Euroraum wird 2019 wohl um 1,2 Prozent zulegen, bislang erwarteten die Experten 1,7 Prozent. 2020 erwarten sie unverändert, dass sich der Produktionsanstieg leicht um 1,5 Prozent erhöht. Trotz der Eintrübung bleibt die Arbeitslosenquote rückläufig und dürfte nächstes Jahr den historischen Tiefstand von vor der globalen Finanzkrise unterschreiten. Die Verbraucherpreise dürften mit 1,3 Prozent im laufenden und 1,5 Prozent im kommenden Jahr weiter nur moderat zulegen, so dass frühestens im Jahr 2020 mit einer ersten Zinserhöhung seitens der Europäischen Zentralbank zu rechnen ist.

Das weltwirtschaftliche Expansionstempo dürfte sich im Vergleich zu den beiden Vorjahren deutlich verringern, mit einem Einbruch rechnen die Experten angesichts einer insgesamt expansiven Geld- und Fiskalpolitik aber nicht. Für 2019 und 2020 revidieren die Forscher ihre Vorhersage um 0,1 Prozentpunkte nach unten und gehen nun von einem Zuwachs der Weltproduktion von jeweils 3,3 Prozent aus, nach 3,7 Prozent im Jahr 2018.

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Bundesregierung setzt Gründungskommission für die Agentur für Sprunginnovationen ein

Die neue Agentur SprinD soll Innovationen auf den Weg bringen, die technologisch radikal neu sind und ein hohes Potenzial für eine marktverändernde Wirkung mit neuen Produkten, Dienstleistungen und Wertschöpfungsketten enthalten. Das BMBF wird zur Vorbereitung der Agenturgründung die erste Bekanntmachung für einen Pilotwettbewerb im Bereich KI-Elektronik auf den Weg bringen.

Innovationsförderung

Bundesregierung setzt Gründungskommission für die Agentur für Sprunginnovationen ein

BMWi, Pressemitteilung vom 12.03.2019

Anja Karliczek und Peter Altmaier haben am 12.03.2019 Prof. Dietmar Harhoff zum Vorsitzenden der Gründungskommission der Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen (SprinD) berufen. Die Gründungskommission berät die Bundesregierung beim Auswahlprozess der Geschäftsführung und der Standortsuche für die SprinD. Sie wird den Aufbau der Agentur bis zur formalen Gründung begleiten.

„Mit der Einrichtung der Gründungskommission setzen wir einen entscheidenden Baustein für den Aufbau der Agentur für Sprunginnovationen. Wir holen Expertinnen und Experten aus Innovation, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu uns an den Tisch“, betont Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. „Gemeinsam werden wir daran arbeiten, in Deutschland Ideen mit Sprunginnovationspotenzial erfolgreich in den Markt zu bringen.“

In der Gründungskommission wirken innovationserfahrene Persönlichkeiten der Wissenschaft und Wirtschaft sowie aus Mitgliedern des Deutschen Bundestages mit. Der Vorsitzende Prof. Harhoff ist ein international ausgewiesener Experte für Innovation, Entrepreneurship, Strategische Unternehmensführung und Industrieökonomik.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier: „Es freut mich sehr, dass wir Professor Harhoff dafür gewinnen konnten, die Gründungskommission zu leiten. Nachdem er zwölf Jahre lang den Vorsitz der Expertenkommission Forschung und Entwicklung innehatte, ist er wie kaum ein anderer im deutschen Innovationssystem zuhause. Mit seiner Erfahrung wird er die Agentur von Anfang an auf das richtige Gleis setzen, hin zu mehr erfolgreichen Sprunginnovationen „made in Germany“.

Das Bundeskabinett hat im letzten Jahr die Gründung einer »Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen« unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie beschlossen.

Die neue Agentur SprinD soll Innovationen auf den Weg bringen, die technologisch radikal neu sind und ein hohes Potenzial für eine marktverändernde Wirkung mit neuen Produkten, Dienstleistungen und Wertschöpfungsketten enthalten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird zur Vorbereitung der Agenturgründung in diesem Monat die erste Bekanntmachung für einen Pilotwettbewerb im Bereich KI-Elektronik auf den Weg bringen.

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Starke-Familien-Gesetz stärkt Beschäftigung

Durch die im Entwurf des Starke-Familien-Gesetzes geplanten Verbesserungen beim Kinderzuschlag lohnt sich Erwerbsarbeit für Familien mit kleinem Einkommen in Deutschland mehr als bisher. Die Beschäftigung könnte dadurch in Vollzeiteinheiten gerechnet um rund 3.000 Stellen steigen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine gemeinsame Studie des ZEW und des Bonner Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit im Auftrag des BMWi.

Starke-Familien-Gesetz stärkt Beschäftigung

ZEW, Pressemitteilung vom 11.03.2019

Durch die im Entwurf des Starke-Familien-Gesetzes geplanten Verbesserungen beim Kinderzuschlag lohnt sich Erwerbsarbeit für Familien mit kleinem Einkommen in Deutschland mehr als bisher. Die Beschäftigung könnte dadurch in Vollzeiteinheiten gerechnet um rund 3.000 Stellen steigen. Derzeit erhalten rund 90.000 Haushalte den Kinderzuschlag. Durch die Reformen hätten weitere 80.000 Familien einen Anspruch auf die Leistung; 18.000 Haushalte könnten den Bezug von Hartz-IV-Leistungen vermeiden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine gemeinsame Studie des ZEW-Leibniz Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim und des Bonner Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Die Berechnungen der Forscher beruhen auf den Daten des Sozio-oekonomische Panels (SOEP), die die finanziellen Verhältnisse und das Arbeitsangebotsverhalten der Haushalte in Deutschland repräsentativ abbilden.

Die Reformen beim Kinderzuschlag sind Teil des Starke-Familien-Gesetzes, das im Familienausschuss des Bundestags debattiert wurde. Geplant sind eine Erhöhung des Kinderzuschlags von derzeit maximal 170 Euro auf 185 Euro monatlich, eine Abschaffung der Höchsteinkommensgrenze und eine großzügigere Anrechnung von Eltern- und Kindeseinkommen.

„Die Reformvorschläge gehen in die richtige Richtung. Lange bekannte Schwachstellen bei der Ausgestaltung des Kinderzuschlags werden beseitigt“, erklärt Dr. Holger Stichnoth, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Soziale Sicherung und Verteilung“ sowie Coautor der Studie. „Allerdings bleibt das System der Sozialleistungen für einkommensarme Familien mit Hartz IV, Kinderzuschlag und Wohngeld komplex. Der große Wurf, ein einfaches Sicherungssystem für Kinder aus einem Guss, steht noch aus.“

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Januar 2019

Wie das BMWi mitteilit, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,8 % zurückgegangen.

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Januar 2019

BMWi, Pressemitteilung vom 11.03.2019

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,8 % zurückgegangen. Die Ergebnisse des Vormonats wurden kräftig um 1,2 Indexpunkte nach oben revidiert. Die Industrieproduktion nahm im Januar um 1,2 % ab, wozu insbesondere die Kfz-Industrie beitrug (-9,2 %). Die Produktion im Baugewerbe wurde hingegen um 0,2 % gesteigert.

Im Zweimonatsvergleich Dezember/Januar gegenüber Oktober/November ergab sich eine Einschränkung der Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,3 %. Dabei verzeichneten sowohl die Industrie als auch das Baugewerbe einen Rückgang (-0,4 % bzw. -0,2 %).

Angesichts der gesunkenen Produktion im Januar und der schwachen Frühindikatoren ist weiterhin von einer gedämpften Industriekonjunktur auszugehen. Um einen positiven Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum im ersten Quartal zu leisten, müsste die Industrieproduktion in den kommenden zwei Monaten um jeweils mindestens 1,1 % zunehmen. Zu dem starken Rückgang der Januarproduktion im Kfz-Bereich trugen allerdings auch Produktionsstillstände aufgrund von Modellwechseln sowie Streiks bei Zulieferern und damit erneut Sondereffekte bei.

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe Berichtsmonat Januar 2019

Das BMWi teilt mit, dass sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Januar gegenüber dem Vormonat um 2,6 % verringert haben. Die Bestellungen aus dem Inland gingen im Januar um 1,2 % zurück. Die Aufträge aus dem Ausland nahmen um 3,6 % gegenüber dem Vormonat ab. Der Anteil an Großaufträgen war durchschnittlich.

Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe Berichtsmonat Januar 2019

BMWi, Pressemitteilung vom 08.03.2019

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Januar gegenüber dem Vormonat um 2,6 % verringert. Die Bestellungen aus dem Inland gingen im Januar um 1,2 % zurück. Die Aufträge aus dem Ausland nahmen um 3,6 % gegenüber dem Vormonat ab. Der Anteil an Großaufträgen war durchschnittlich.Im Zweimonatsvergleich Dezember/Januar gegenüber Oktober/November ergab sich ein Orderminus von 0,5 %. Die Vorleistungsgüterproduzenten verzeichneten einen Rückgang um 2,2 %. Bei den Konsum- und Investitionsgütern waren Zuwächse von 2,0 % bzw. 0,3 % zu beobachten. Während die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe aus dem Inland um 1,4 % zunahmen, fielen die Aufträge aus dem Euroraum und dem Nicht-Euroraum um 2,7 % bzw. 0,9 %.

Der Rückgang der Auftragseingänge im Januar war auch Folge der starken Aufwärtsrevision der Aufträge für den Monat Dezember um 2,7 Indexpunkte. Im Jahresschlussquartal erhöhten sich dadurch die Auftragseingänge nunmehr um 1,1 % (erste Meldung: +0,3 %). Dennoch zeichnet sich mit dem aktuellen Orderrückgang eine weiter anhaltende konjunkturelle Abkühlung in der Industrie zum Jahresbeginn ab.

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