ifo Wirtschaftsklima Euroraum bricht ein

Die Stimmung der Konjunkturexperten im Euroraum kippt. Das ifo Wirtschaftsklima ist von 6,6 auf -11,1 Punkte gesunken und liegt somit zum ersten Mal seit 2014 wieder unter null. Die Experten beurteilen die aktuelle Lage und die künftige Entwicklung pessimistischer.

ifo Wirtschaftsklima Euroraum bricht ein

ifo Institut, Pressemitteilung vom 04.02.2019

Die Stimmung der Konjunkturexperten im Euroraum kippt. Das ifo Wirtschaftsklima ist von 6,6 auf -11,1 Punkte gesunken und liegt somit zum ersten Mal seit 2014 wieder unter null. Die Experten beurteilen die aktuelle Lage und die künftige Entwicklung pessimistischer. Das Tempo des Wirtschaftswachstums im Euroraum dürfte sich verlangsamen.

Die Experten in Frankreich und Belgien haben ihre Einschätzung am stärksten nach unten korrigiert. Die Konjunkturerwartungen in Frankreich sind regelrecht abgestürzt. Auch die Lagebewertung ist gesunken, jedoch in geringerem Maße. In Belgien verschlechterten sich Lage und Erwartungen deutlich. In Italien trübte sich die Lagebeurteilung erneut ein und liegt somit am tiefsten von allen Euroländern. Hingegen haben sich die Erwartungen der Experten in Italien nicht mehr verschlechtert, sondern stagnieren auf einem sehr niedrigen Niveau. In Spanien fielen die Indikatoren vergleichsweise wenig. Auch Deutschland kann sich dem Abwärtstrend nicht entziehen.

Die Experten sind zunehmend pessimistisch mit Blick auf die künftigen Exporte, die Investitionen und den privaten Konsum. Sie erwarten eine Inflation von 1,7 Prozent im Jahre 2019. Die kurz- und langfristigen Zinsen dürften in den nächsten sechs Monaten langsamer steigen. Zudem gehen die Experten davon aus, dass die Aktienkurse in der nahen Zukunft sinken werden.

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Unternehmensnachfolge wird zunehmend zum Problem

Der Seniorchef möchte in Ruhestand gehen, findet aber keinen geeigneten Nachfolger: Dieses Szenario betreffe immer mehr mittelständische Unternehmen, warnt der DIHK. Zu den Ursachen zählt er neben der demografischen Entwicklung und einem ohnehin schwierigen Umfeld auch die politischen Rahmenbedingungen. Dringend erforderlich sei insbesondere, die Unsicherheit bei der Anwendung des neuen Erbschaftsteuerrechts zu beseitigen und die überbordende Bürokratie abzubauen.

Unternehmensnachfolge wird zunehmend zum Problem

DIHK, Pressemitteilung vom 31.01.2019

Die Unternehmensnachfolge bereitet dem Mittelstand immer größere Sorgen. Bei den Veranstaltungen in den Industrie- und Handelskammern (IHKs) zum Thema herrscht Hochbetrieb. Insgesamt 6.674 Senior-Unternehmer suchten zuletzt Rat bei ihrer IHK, so viele wie nie zuvor (siehe auch www.dihk.de/nachfolgereport ). Gleichzeitig hat sich die Zahl der an einer Betriebsübernahme Interessierten mit 4.321 seit 2009 nahezu halbiert. Angebot und Nachfrage sind dabei nicht leicht in Einklang zu bringen, denn die Übertragung eines Unternehmens birgt große Herausforderungen.

Wirtschaftspolitik sorgt für Verunsicherung …

Zudem sorgt die Politik für Verunsicherung. So berichten 25 Prozent der potenziellen Nachfolger in der IHK-Beratung, dass die andauernden Unklarheiten bei der Anwendung des neuen Erbschaftsteuerrechts die familieninterne Nachfolge erschwere. Das Gesetz wurde zwar bereits vor zwei Jahren beschlossen, doch die Umsetzung mittels entsprechender Verwaltungsvorschriften ist noch immer in Arbeit. Der DIHK hat hierzu gemeinsam mit anderen Spitzenverbänden der gewerblichen Wirtschaft Vorschläge vorgelegt (www.dihk.de/erbstr-19). Die Politik sollte dringend dafür sorgen, dass das Gesetz einfach und mittelstandsfreundlich umgesetzt wird. Hürden für eine Betriebsübernahme entstehen aus ganz unterschiedlichen Gründen. Fest steht:

Das Unternehmertum hat derzeit in Deutschland keinen leichten Stand. 18 Prozent der von den IHKs beratenen älteren Unternehmer geben an, dass sie sich heutzutage nicht mehr selbstständig machen würden. Vor allem der Fachkräftemangel und die zunehmende Bürokratie führen laut IHK-Experten zu dieser negativen Stimmung. Junge, engagierte „Macher“ werden häufig durch bürokratische Vorschriften ausgebremst. Bürokratie belastet also nicht nur die laufenden Geschäfte vieler Mittelständler, sondern behindert auch die Bereitschaft in der jungen Generation, eine Firma zu übernehmen.

… in ohnehin schwierigem Umfeld, …

Dabei steht in immer mehr Unternehmen der Stabwechsel an. Rund eine Million Unternehmerinnen und Unternehmer erreichen in den nächsten zehn Jahren das Ruhestandsalter. Gleichzeitig beobachten die IHKs seit Jahren, dass der wachsende Fachkräftemangel Folgen hat. Denn qualifizierte Personen, die für eine Nachfolge infrage kommen, haben zunehmend attraktive Alternativen in gut dotierten Beschäftigungsverhältnissen. Die Folge: Zum Zeitpunkt der Beratung in der IHK hatte fast die Hälfte der Senior-Unternehmer noch keinen passenden Nachfolger in Sicht. Auch das ist ein Rekordwert.

… aber es gibt auch Lichtblicke

Immerhin verzeichnen die IHKs ein steigendes Interesse an Informationen zu Unternehmensgründungen und Unternehmensnachfolgen: Insgesamt 23.501 Personen nahmen an IHK-Nachfolgetagen, an Seminaren und Beratungen teil – gut 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Hier wirkt sich auch die Arbeit der IHKs positiv aus, kontinuierlich und kompetent für die Herausforderungen und Chancen der Unternehmensnachfolge zu sensibilisieren.

Politik muss Rahmenbedingungen verbessern

Fazit: Politik und Behörden müssen beim ohnehin schwierigen Thema Unternehmensnachfolge für Rückenwind sorgen, statt weitere Hindernisse aufzubauen. Höchste Priorität hat die mittelstandsfreundliche Umsetzung des Erbschaftsteuerrechts. Aber auch der im Koalitionsvertrag versprochene Abbau von Bürokratie muss endlich vorankommen. Das gilt für den Bereich Steuern ebenso wie etwa auch für statistische Meldepflichten und Genehmigungen. Die Wirtschaft setzt auf das angekündigte dritte Bürokratieentlastungsgesetz. Die IHK-Organisation hat hierfür bereits eine Liste mit 35 konkreten Verbesserungsmaßnahmen vorgelegt ( www.dihk.de/beg-iii ).

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Starker Jahresauftakt trotz schwacher Signale aus der Industrie

Nach einem schwachen Schlussquartal der deutschen Wirtschaft stehen die Zeichen nach Einschätzung der Konjunkturexperten des DIW Berlin zum Jahresauftakt deutlich besser. Das DIW Konjunkturbarometer gibt zunächst aber weiter nach, von 99 auf 95 Punkte. Diese Eintrübung spiegelt in erster Linie die zuletzt enttäuschenden Zahlen aus der Industrie wider.

Starker Jahresauftakt trotz schwacher Signale aus der Industrie

DIW Berlin, Pressemitteilung vom 30.01.2019

Nach einem schwachen Schlussquartal der deutschen Wirtschaft stehen die Zeichen nach Einschätzung der Konjunkturexperten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zum Jahresauftakt deutlich besser. Das DIW Konjunkturbarometer gibt zunächst aber weiter nach, von 99 auf 95 Punkte. Diese Eintrübung spiegelt in erster Linie die zuletzt enttäuschenden Zahlen aus der Industrie wider, die das Barometer – konstruktionsbedingt – als konjunkturelle Abkühlung interpretiert. Tatsächlich waren aber vorübergehende Sonderfaktoren für die vermeintliche Schwäche verantwortlich: Die Automobilhersteller erhalten nur nach und nach die Zulassungen für ihre Modelle gemäß dem neuen Abgasprüfverfahren; solange die Zertifizierung für einen Fahrzeugtyp nicht abgeschlossen ist, ist der Verkauf gestoppt und die Produktion liegt auf Eis. Die lange Dürreperiode des vergangenen Jahres hat zudem zu Niedrigwasser geführt und damit für den Transport von Waren wichtige Wasserwege zeitweise lahmgelegt.

„Abgesehen von diesen Sonderfaktoren entwickelt sich die deutsche Wirtschaft aber nach wie vor solide“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Da die Hemmfaktoren größtenteils weggefallen sind, wird wohl auch ein guter Teil der Produktionsausfälle nachgeholt – immerhin liegen die Auftragsbestände, auch die aus dem Ausland, auf Rekordniveau. Dies dürfte die Wirtschaft im ersten Quartal merklich anschieben. Und auch die Inlandsnachfrage wird angesichts des anhaltenden Beschäftigungsaufbaus dynamisch bleiben. Hinzu kommt ein Einkommensschub bei den privaten Haushalten: Die paritätische Finanzierung der Krankenkassenbeiträge beschert Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern seit Jahresbeginn ein merkliches Plus beim Nettoeinkommen.

Alles in allem dürfte die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal des neuen Jahres um knapp ein halbes Prozent gegenüber dem vorangegangenen Vierteljahr wachsen – und damit vergleichsweise kräftig.

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Importpreise im Dezember 2018: +1,6 % gegenüber Dezember 2017

Die Einfuhrpreise waren im Dezember 2018 um 1,6 % höher als im Dezember 2017. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, fielen die Importpreise im Dezember 2018 gegenüber November 2018 um 1,3 %.

Importpreise im Dezember 2018: +1,6 % gegenüber Dezember 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.01.2019

Einfuhrpreise, Dezember 2018

  • -1,3 % zum Vormonat
  • +1,6 % zum Vorjahresmonat

Ausfuhrpreise, Dezember 2018

  • -0,4 % zum Vormonat
  • +1,3 % zum Vorjahresmonat

Die Einfuhrpreise waren im Dezember 2018 um 1,6 % höher als im Dezember 2017. Im November 2018 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei +3,1 % gelegen, im Oktober 2018 bei +4,8 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, fielen die Importpreise im Dezember 2018 gegenüber November 2018 um 1,3 %.

Der Anstieg der Importpreise gegenüber Dezember 2017 war vor allem durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Energie beeinflusst. Energieeinfuhren waren im Dezember 2018 um 7,4 % teurer als im Dezember 2017 (-8,1 % gegenüber November 2018). Den größten Einfluss auf die Teuerungsrate für Energie hatte Erdgas mit einem Plus von 24,6 %. Die Preise für Erdöl lagen dagegen um 2,9 % unter denen von Dezember 2017.

Der Einfuhrpreisindex ohne Energie war im Dezember 2018 um 0,9 % höher als im Dezember 2017 (-0,2 % gegenüber November 2018). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Einfuhrpreisindex um 1,8 % über dem Stand des Vorjahres (-0,4 % gegenüber November 2018).

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter (Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden) erhöhten sich im Dezember 2018 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,8 %. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise um 0,6 %. Im Vergleich zu Dezember 2017 verteuerten sich unter anderem Holz- und Zellstoff (+14,1 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+4,7 %). Dagegen lagen die Preise für Rohkupfer unter dem Niveau des Vorjahresmonats (-5,9 %).

Die Einfuhrpreise für Konsumgüter (Gebrauchs- und Verbrauchsgüter) lagen im Durchschnitt um 0,5 % über dem Stand des Vorjahresmonats (unverändert gegenüber dem Vormonat). Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 % teurer. Die Importpreise für Gebrauchsgüter stiegen im Durchschnitt leicht um 0,1 %.

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Dezember 2018 um 0,1 % über denen von Dezember 2017 und blieben gegenüber dem Vormonat unverändert. Während Maschinen (+1,2 %) und Kraftwagen (+0,9 %) teurer waren, wurden insbesondere Smartphones (-12,4 %) sowie Speichereinheiten und andere Datenspeicher (-9,3 %) zu niedrigeren Preisen als im Dezember 2017 importiert.

Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Durchschnitt um 1,4 % billiger als im Dezember 2017 (+0,4 % gegenüber dem Vormonat). Während sich unter anderem Eier

(-20,8 %) und Rohkaffee (-9,9 %) stark verbilligten, wurden insbesondere Getreide (+10,6 %) sowie Kartoffeln (+8,8 %) zu höheren Preisen importiert.

Veränderungen der Einfuhrpreisindizes 2018 im Vergleich zu 2017

Im Jahresdurchschnitt 2018 waren die Einfuhrpreise um 2,6 % höher als im Vorjahr (2017: + 3,5 % gegenüber 2016).

Vor allem die Preisentwicklung bei importierten Energieträgern beeinflusste mit einem Plus von 20,5 % gegenüber 2017 die Veränderungsrate der Einfuhrpreise. Besonders stark stiegen die Preise für elektrischen Strom (+31,1 %) und für Erdöl (+24,6 %). Der Einfuhrpreisindex ohne Energie lag im Jahresdurchschnitt 2018 um 0,5 % über dem Stand des Vorjahres. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, waren die Einfuhrpreise um 1,2 % höher als 2017.

Auch die Preisveränderungen bei Vorleistungsgütern (+2,4 %) hatten einen wesentlichen Einfluss auf die Jahresveränderungsrate der Einfuhrpreise. Die Einfuhrpreise für Holz- und Zellstoff lagen um 17,5 % über dem Niveau von 2017. Für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen wurde im Jahresdurchschnitt 7,9 % mehr bezahlt als ein Jahr zuvor, während sich elektronische Bauelemente verbilligten (-2,1 %).

Konsumgüter waren 2018 im Durchschnitt um 0,4 % billiger als vor einem Jahr. Bei den Verbrauchsgütern mit einem Preisrückgang von 0,2 % gegenüber 2017 war unter anderem Schweinefleisch billiger (-10,8 %), während sich Wein verteuerte (+12,7 %). Die Preise für importierte Gebrauchsgüter lagen durchschnittlich um 1,1 % unter denen des Jahres 2017.

Bei den Investitionsgütern mit einem Preisrückgang gegenüber 2017 von durchschnittlich 0,5 % waren unter anderem Speichereinheiten und andere Datenspeicher günstiger als vor einem Jahr (-13,7 %).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter sanken gegenüber 2017 um 4,0 %. Insbesondere lebende Schweine (-17,0 %) und Rohkaffee (-16,2 %) waren 2018 billiger als vor einem Jahr, während Äpfel (+15,7 %) und Getreide (+4,2 %) teurer waren.

Veränderungen der Ausfuhrpreisindizes Dezember 2018

Der Index der Ausfuhrpreise lag im Dezember 2018 um 1,3 % über dem Stand von Dezember 2017. Im November 2018 hatte die Jahresveränderungsrate bei +1,7 % und im September 2018 bei +2,0 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat November 2018 fielen die Ausfuhrpreise im Durchschnitt um 0,4 %.

Veränderungen der Ausfuhrpreisindizes 2018 im Vergleich zu 2017

Die Ausfuhrpreise lagen im Jahresdurchschnitt 2018 um 1,2 % über denen des Vorjahres (2017 gegenüber 2016: +1,7 %). Bei den Ausfuhrpreisen beeinflusste der Preisanstieg der Vorleistungsgüter (+2,3 %) maßgeblich die Jahresveränderungsrate. Der Preisanstieg exportierter Energieprodukte (+16,2 %) wirkte sich wegen des geringeren Wägungsanteils am Gesamtindex der Ausfuhrpreise vergleichsweise moderat aus.

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Konsumklima im Aufwind

Die Stimmung der Verbraucher zeigt zu Jahresbeginn eine für das Konsumklima positive Entwicklung. Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung können ihr ohnehin hohes Niveau noch einmal übertreffen. Dagegen werden die generellen konjunkturellen Aussichten zum vierten Mal in Folge lt. GfK weniger optimistisch eingeschätzt.

Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Januar 2019

Konsumklima im Aufwind

GfK, Pressemitteilung vom 30.01.2019

Die Stimmung der Verbraucher zeigt zu Jahresbeginn eine für das Konsumklima positive Entwicklung. Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung können ihr ohnehin hohes Niveau noch einmal übertreffen. Dagegen werden die generellen konjunkturellen Aussichten zum vierten Mal in Folge weniger optimistisch eingeschätzt. Für Februar sagt GfK einen Konsumklima-Wert von 10,8 Punkten nach revidiert 10,5 Zählern im Januar voraus. Aufgrund des guten Starts in das Jahr prognostiziert GfK für 2019 eine Zunahme des privaten Konsums in Deutschland von 1,5 Prozent.

Die Schere zwischen den Konjunktur- und Einkommensaussichten geht auch zu Jahresbeginn weiter auseinander. Zudem kann im Sog einer steigenden Einkommenserwartung auch die Anschaffungsneigung ihre Vormonatsverluste komplett kompensieren. Da auch die Sparneigung im Januar sinkt, kann das Konsumklima um 0,3 Punkte zulegen.

Talfahrt der Konjunkturerwartung hält an

Die Talfahrt der Konjunkturerwartung hält auch zu Beginn des neuen Jahres an. Im Januar sinkt der Indikator nach einem Minus von 3,4 Zählern auf 10,7 Punkte. Dies ist bereits der vierte Rückgang in Folge. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt vor knapp zwei Jahren, im Februar 2017, gemessen. Damals standen 9,7 Punkte zu Buche.

Die Verbraucher gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft weiter an Schwung verlieren wird. Der nach wie vor schwelende Handelskonflikt zwischen den USA, China und der EU sowie die Hängepartie beim Brexit sorgen für schwindenden Optimismus hinsichtlich der weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Vor allem die Exportentwicklung ist davon betroffen.

Bestätigt werden die Verbraucher durch die kürzlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vergangene Jahr. Demnach wuchs die deutsche Wirtschaft 2018 nur noch um 1,5 Prozent. In den beiden Jahren zuvor betrug der Anstieg jeweils 2,2 Prozent. Und auch für dieses Jahr sind die Aussichten eher verhalten. So geht der Internationale Währungsfond davon aus, dass das BIP in Deutschland im Jahr 2019 um 1,3 Prozent steigen wird.

Einkommenserwartung steigt spürbar an

Im Gegensatz zur Konjunkturerwartung starten die Einkommensaussichten mit einem spürbaren Anstieg in das neue Jahr 2019. Nach einem Plus von 6,1 Zählern klettert der Indikator auf 59,9 Punkte. Ein besserer Wert wurde mit 61,4 Punkten zuletzt im August 2017 gemessen.

Damit koppelt sich der Einkommensindikator weiter von den Konjunkturaussichten ab. Dies mag auf den ersten Blick überraschen. Wenn man aber die anhaltend gute Lage auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigt, ist diese Entwicklung durchaus nachvollziehbar. Der hohe und noch zunehmende Beschäftigungsstand in Verbindung mit dem Fachkräftemangel in einer Reihe von Branchen stärkt die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer in den Tarifgesprächen. Und von steigenden Löhnen profitieren auch die Rentner, deren Altersbezüge an die Lohnentwicklung gekoppelt sind. Zudem soll sich in diesem Jahr die positive Arbeitsmarktentwicklung, wenn auch etwas weniger dynamisch, fortsetzen.

Anschaffungsneigung legt zu

Im Sog zunehmender Einkommenserwartungen legt auch die Anschaffungsneigung aktuell zu. Der Indikator steigt um 4,5 Zähler auf 57,6 Punkte. Damit werden die Verluste aus dem Vormonat vollständig kompensiert, denn im Dezember 2018 betrug das Minus 4,4 Punkte. Nach wie vor ist die Konsumlaune in Deutschland exzellent.

Die Verbraucher lassen sich bislang nicht durch die Konjunktureintrübung in ihrer Konsumneigung beeinträchtigen. Die anhaltend gute Beschäftigungssituation in Verbindung mit steigenden Einkommen sorgen dafür, dass die Verbraucher bereit sind, weiter Geld auszugeben. Zumal auch die Alternative zum Konsum, das Sparen, weiterhin nicht attraktiv ist.

Im Gegenteil, aufgrund der Konjunktureintrübung ist es durchaus möglich, dass die Europäische Zentralbank die Geldschleusen wieder stärker öffnet. Dies würde den Druck auf die Zinsen wieder verstärken.

Konsumklima legt zu

Steigende Einkommensaussichten und eine zunehmende Anschaffungsneigung sorgen dafür, dass das Konsumklima wieder zulegt. Verstärkt wird dies noch durch eine im Januar sinkende Sparneigung. GfK geht für den Konsumklimaindikator im Februar von einem Wert von 10,8 Punkten aus nach revidiert 10,5 Zählern im Januar. Somit kann man den Start in das Konsumjahr 2019 als geglückt ansehen.

Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte, erläutert: „Für das gesamte Jahr 2019 prognostiziert GfK einen realen Zuwachs der privaten Konsumausgaben in Deutschland in Höhe von 1,5 Prozent. Vor allem die erwartete positive Arbeitsmarktentwicklung in Verbindung mit positiven Einkommensaussichten werden die entscheidenden Stützen der Konsumkonjunktur sein. Dies setzt allerdings voraus, dass die Verunsicherung der deutschen Verbraucher im Hinblick auf die Konjunktur nicht wesentlich zunimmt. Sollte es zum Beispiel zu einer Eskalation im Handelsstreit kommen, die die Exportaussichten noch stärker beeinträchtigt, wäre das für die Exportnation Deutschland ein schlechtes Signal. Sollte dadurch die Angst vor Jobverlust bei den Arbeitnehmern wieder zunehmen, würde das unmittelbar das Konsumklima belasten und die Prognose gefährden.“

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ifo Exporterwartungen gefallen

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich erneut verschlechtert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Januar auf 5,9 Saldenpunkte gefallen, von 8,7 Saldenpunkten im Dezember. Die deutsche Industrie startet mit Sorgenfalten in das neue Jahr.

ifo Exporterwartungen gefallen

ifo Institut, Pressemitteilung vom 28.01.2019

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich erneut verschlechtert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Januar auf 5,9 Saldenpunkte gefallen, von 8,7 Saldenpunkten im Dezember. Die deutsche Industrie startet mit Sorgenfalten in das neue Jahr.

Der Lichtblick vom Dezember in der Automobil-Industrie hat sich zu Beginn des Jahres wieder verflüchtigt. Die Aussichten gaben merklich nach. Gleiches gilt auch für die Chemische Industrie. Kaum noch Zuwächse bei den Exporten erwarten zwei andere wichtige Schlüsselindustrien: die Elektrobranche und der Maschinenbau. Mit Zuwächsen rechnen hingegen die Nahrungsmittel-Industrie sowie die Papier-Hersteller. Auch die pharmazeutische Industrie erwartet steigende Auslandsumsätze.

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ifo Geschäftsklimaindex fällt

In den deutschen Chefetagen wächst die Unruhe. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Januar auf 99,1 Punkte gefallen, nach 101,0 Punkten im Dezember. Das ist der niedrigste Wert seit Februar 2016. Die Erwartungen zur Geschäftslage haben sich massiv verschlechtert und sind erstmals seit Dezember 2012 leicht pessimistisch. Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Abschwung.

ifo Geschäftsklimaindex fällt

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.01.2019

In den deutschen Chefetagen wächst die Unruhe. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Januar auf 99,1 Punkte gefallen, nach 101,0 Punkten im Dezember. Das ist der niedrigste Wert seit Februar 2016. Die aktuelle Geschäftslage wurde etwas weniger gut beurteilt. Die Erwartungen haben sich sogar massiv verschlechtert. Sie sind erstmals seit Dezember 2012 leicht pessimistisch. Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Abschwung.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index erneut merklich gesunken. Dies war vor allem auf deutlich pessimistischere Erwartungen der Firmen zurückzuführen. Auch ihre aktuelle Lage schätzten sie etwas weniger gut ein. In allen wichtigen Industriezweigen, außer der Chemischen Industrie, verschlechterte sich das Geschäftsklima. Die Kapazitätsauslastung sank um 0,7 Prozentpunkte auf 86,3 Prozent. Sie liegt allerdings immer noch über dem langjährigen Durchschnitt von 83,7 Prozent.

Im Dienstleistungssektor hat der Geschäftsklimaindex auf hohem Niveau nachgegeben. Verantwortlich dafür waren weniger optimistische Erwartungen. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage hingegen besser.

Auch im Handel sank der Index merklich. Der Ausblick der Händler auf die kommenden Monate trübte sich deutlich ein. Mit der aktuellen Lage waren sie jedoch etwas zufriedener.

Das Bauhauptgewerbe erlebte erstmals seit langer Zeit einen deutlichen Dämpfer. Das Geschäftsklima verschlechterte sich markant. Beide Klimakomponenten sanken merklich. Die aktuelle Geschäftslage befindet sich jedoch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

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Erzeugerpreise Dezember 2018: +2,7 % gegenüber Dezember 2017

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Dezember 2018 um 2,7 % höher als im Dezember 2017. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sanken sie gegenüber dem Vormonat um 0,4 %. Im Jahresdurchschnitt stiegen die Erzeugerpreise 2018 gegenüber dem Vorjahr um 2,6 %.

Erzeugerpreise Dezember 2018: +2,7 % gegenüber Dezember 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 21.01.2019

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte, Dezember 2018

  • -0,4 % zum Vormonat
  • +2,7 % zum Vorjahresmonat

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Dezember 2018 um 2,7 % höher als im Dezember 2017. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sanken sie gegenüber dem Vormonat um 0,4 %. Im Jahresdurchschnitt stiegen die Erzeugerpreise 2018 gegenüber dem Vorjahr um 2,6 %.

Im Dezember 2018 wirkte sich die Preisentwicklung bei Energie am stärksten auf die Entwicklung der Erzeugerpreise insgesamt aus. Energie war um 6,9 % teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat November 2018 sanken die Energiepreise jedoch um 1,4 %.

Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise um 1,6 % höher als im Dezember des Vorjahres. Gegenüber November 2018 blieben sie unverändert.

Vorleistungsgüter waren im Dezember 2018 um 1,9 % teurer als im Dezember 2017. Gegenüber dem Vormonat November sanken die Preise um 0,2 %. Die Preise für Futtermittel für Nutztiere waren 10,5 % höher als im Vorjahresmonat (-0,6 % gegenüber November 2018). Chemische Grundstoffe kosteten 2,9 % mehr als ein Jahr zuvor, Metalle 2,6 % (-0,2 % gegenüber November 2018). Billiger als im Dezember 2017 waren nichtmetallische Sekundärrohstoffe (-13,8 %) sowie Blei, Zink, Zinn und Halbzeug daraus (-13,1 %).

Gebrauchsgüter waren im Dezember 2018 um 1,9 % teurer als im Dezember 2017 (+0,2 % gegenüber November 2018), Investitionsgüter um 1,4 % (unverändert gegenüber November 2018).

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Dezember 2018 um 0,5 % höher als im Dezember 2017, im Vergleich zum Vormonat November sanken sie geringfügig um 0,1 %. Nahrungsmittel waren 0,1 % billiger als im Dezember 2017 (-0,2 % gegenüber November 2018). Verarbeitete Kartoffeln waren 13,3 % teurer als ein Jahr zuvor, Backwaren kosteten 4,2 % mehr. Billiger waren insbesondere Zucker (-17,9 %), Butter (-10,4 %) und Kaffee (-3,9 %).

Veränderungen im Jahresdurchschnitt 2018

Auch im Jahresdurchschnitt hatte die Entwicklung der Energiepreise den größten Einfluss auf die Veränderungsrate der Erzeugerpreise. Energie war im Jahresdurchschnitt 2018 um 5,5 % teurer als 2017. Mineralölerzeugnisse kosteten 11,2 % mehr, elektrischer Strom durchschnittlich 6,5 % und Erdgas in der Verteilung 3,9 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Erzeugerpreise 2018 gegenüber dem Vorjahr um 1,8 % (2017 gegenüber 2016: +2,8 %).

Vorleistungsgüter (Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden) waren um 2,7 % teurer als 2017 (2017 gegenüber 2016: +4,0 %). Hier wirkten sich die Preissteigerungen für Metalle mit +4,4 % am stärksten aus (2017 gegenüber 2016: +9,9 %). Chemische Grundstoffe waren im Jahresdurchschnitt um 4,2 % teurer als 2017. Nur wenige Vorleistungsgüter waren billiger als im Vorjahr. Dazu gehörten nichtmetallische Sekundärrohstoffe mit einem Minus von 16,5 %.

Die Preise für Investitionsgüter waren im Jahresdurchschnitt 2018 um 1,3 % höher als 2017, Gebrauchsgüter um 1,7 %.

Verbrauchsgüter waren im Jahresdurchschnitt um 0,6 % teurer als 2017. Nahrungsmittel kosteten 0,2 % mehr. Besonders stark stiegen die Preise für Rindfleisch (+8,3 %). Obst- und Gemüseerzeugnisse waren um 3,8 % teurer als im Vorjahr, Milch um 3,1 %. Dagegen sanken insbesondere die Preise für Zucker (-23,4 %) und Schweinefleisch (-8,0 %).

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Konjunkturerwartungen steigen leicht an

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im Januar 2019 um 2,5 Punkte auf einen neuen Wert von minus 15,0 Punkten an. Die Konjunkturerwartungen bleiben damit weiterhin erheblich unterhalb des langfristigen Durchschnitts. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich im Januar weiter stark verschlechtert.

Konjunkturerwartungen steigen leicht an

ZEW, Pressemitteilung vom 22.01.2019

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im Januar 2019 um 2,5 Punkte auf einen neuen Wert von minus 15,0 Punkten an. Die Konjunkturerwartungen bleiben damit weiterhin erheblich unterhalb des langfristigen Durchschnitts von 22,4 Punkten. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich im Januar weiter stark verschlechtert. Sie fällt um 17,7 Punkte auf einen Wert von 27,6 Punkten. Dies ist die niedrigste Lageeinschätzung seit Januar 2015.

„Es ist bemerkenswert, dass sich die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland angesichts der zahlreichen weltweiten Konjunkturrisiken nicht weiter verschlechtert haben. Die Finanzmarktexperten/-innen haben ihre Erwartungen an das Wirtschaftswachstum bereits in den vorangegangenen Monaten erheblich gesenkt. Die neuen, potenziell belastenden Faktoren wie die Ablehnung des Brexit-Abkommens mit der EU im britischen Unterhaus sowie das relativ schwache Wachstum in China im letzten Quartal 2018 wurden damit schon vorweg genommen“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D.

Die Erwartungen der Finanzmarktexperten/-innen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone steigen geringfügig um 0,1 Punkte auf einen neuen Wert von minus 20,9 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet sinkt jedoch abermals. Der aktuelle Wert der Lageeinschätzung beträgt 5,3 Punkte und liegt damit um 6,8 Punkte unterhalb des Wertes vom Dezember 2018.

Die Einschätzungen zur zukünftigen Inflationsentwicklung gehen sowohl für das Eurogebiet als auch für Deutschland erheblich zurück. Für das Eurogebiet liegt der entsprechende Indikator aktuell bei minus 13,3 Punkten, 19,3 Punkte unterhalb des Wertes vom Vormonat.

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Vier von zehn Unternehmen setzen auf Homeoffice

Auf dem Sofa, im Gartenstuhl oder in der Bahn: Homeoffice ist bei vielen Unternehmen Standard. Laut Bitkom geben 39 Prozent der Arbeitgeber ihren Mitarbeitern die Freiheit, auch abseits der klassischen Büroräume zu arbeiten. 46 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass der Anteil ihrer Mitarbeiter, die im Homeoffice arbeiten, in den kommenden fünf Jahren steigen wird. 50 Prozent erwarten einen konstant bleibenden Anteil.

Vier von zehn Unternehmen setzen auf Homeoffice

Bitkom, Pressemitteilung vom 18.01.2019

  • 39 Prozent lassen Mitarbeiter auch von zu Hause aus arbeiten
  • Knapp jedes zweite Unternehmen erwartet steigenden Homeoffice-Anteil
  • Bitkom: Heimarbeit erfordert klare Regeln

Auf dem Sofa, im Gartenstuhl oder in der Bahn: Homeoffice ist bei vielen Unternehmen Standard. Vier von zehn Arbeitgebern (39 Prozent) geben ihren Mitarbeitern die Freiheit, auch abseits der klassischen Büroräume zu arbeiten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 800 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen von Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Demnach setzt sich ortsunabhängiges Arbeiten in immer mehr Unternehmen durch. 2016 erlaubte knapp jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) Homeoffice, 2014 erst jedes fünfte (20 Prozent). Den Erwartungen zufolge wird sich dieser Trend fortsetzen. 46 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass der Anteil ihrer Mitarbeiter, die im Homeoffice arbeiten, in den kommenden fünf Jahren steigen wird. 50 Prozent erwarten einen konstant bleibenden Anteil. „Digitale Technologien ermöglichen es, unabhängig von Zeit und Ort zu arbeiten. Homeoffice wird für immer mehr Beschäftigte zum Alltag“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Klare Regeln fürs Homeoffice

Bei vielen Arbeitgebern ist Homeoffice genau geregelt. Drei von vier Unternehmen (74 Prozent), deren Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, haben bestimmte Tage festgelegt, an denen kein Homeoffice erlaubt ist, damit alle Mitarbeiter für gemeinsame Termine zur Verfügung stehen – und so hält das im Übrigen auch der Bitkom. Sechs von zehn (61 Prozent) machen die Anwesenheit im Büro zur Regel und Homeoffice eher zur Ausnahme, etwa an nur einem Tag in der Woche. In knapp jedem zweiten Unternehmen (46 Prozent) muss Homeoffice jeweils im Einzelfall vom Vorgesetzten genehmigt werden. Rohleder: „Die flexible Heimarbeit erfordert klare Regeln. Auf Seiten der Unternehmen setzt es Vertrauen voraus, auf Seiten der Mitarbeiter Selbstorganisation und Selbstdisziplin.“

Gründe gegen Homeoffice

Gegen Homeoffice entscheiden sich Unternehmen aus verschiedenen Gründen. Zwei Drittel der Unternehmen (65 Prozent), deren Mitarbeiter nicht im Homeoffice arbeiten, geben an, dass Homeoffice nicht für alle Mitarbeiter möglich sei und niemand ungleich behandelt werden dürfe. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) meint, dass ohne direkten Austausch mit Kollegen die Produktivität sinke. Und fast ebenso viele (55 Prozent) sagen, dass Homeoffice generell nicht vorgesehen sei. Für gut jedes dritte Unternehmen spricht gegen flexible Heimarbeit, dass die Mitarbeiter nicht jederzeit ansprechbar seien (33 Prozent), knapp drei von zehn sagen, die Arbeitszeit sei nicht zu kontrollieren (29 Prozent). Für jedes vierte Unternehmen (27 Prozent) sprechen die gesetzlichen Regelungen zum Arbeitsschutz gegen Homeoffice. Weitere Gründe sind Sorgen um die Datensicherheit (22 Prozent), eine zu teure technische Ausstattung (16 Prozent) und die Furcht um eine abnehmende Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen (9 Prozent).

Antiquiertes Arbeitsrecht ist Homeoffice-Hürde

Bitkom setzt sich dafür ein, die gesetzlichen Vorgaben zu modernisieren und ans digitale Zeitalter anzupassen. „Der selbstbestimmten Arbeitszeitgestaltung stehen gesetzliche Hürden wie der starre Acht-Stunden-Arbeitstag und die elfstündige Mindestruhezeit entgegen. Wer spätabends noch mal die Dienstmails checkt und am nächsten Morgen wieder am Arbeitsplatz ist, verstößt gegen die Gesetze“, sagt Rohleder. „Das Arbeitsrecht ist in diesen Punkten nicht mehr zeitgemäß und setzt Arbeitnehmer massenhaft ins Unrecht. Es ist höchste Zeit, diese aus der Zeit gefallenen Regeln zu ändern.“

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