Deutsche Exporte im November 2018 auf gleichem Niveau wie im November 2017

Im November 2018 wurden von Deutschland Waren im Wert von 116,3 Mrd. Euro exportiert und Waren im Wert von 95,7 Mrd. Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, blieben damit die deutschen Exporte im November 2018 nahezu unverändert gegenüber dem November 2017.

Deutsche Exporte im November 2018 auf gleichem Niveau wie im November 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 09.01.2019

Exporte, November 2018

  • 116,3 Milliarden Euro
  • -0,4 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • 0,0 % zum Vorjahresmonat

Importe, November 2018

  • 95,7 Milliarden Euro
  • -1,6 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • +3,6 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz, November 2018

  • 20,5 Milliarden Euro
  • 19,0 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

Leistungsbilanz nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank, November 2018

  • 21,4 Milliarden Euro

Im November 2018 wurden von Deutschland Waren im Wert von 116,3 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 95,7 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, blieben damit die deutschen Exporte im November 2018 nahezu unverändert gegenüber dem November 2017. Die Importe stiegen im gleichen Zeitraum um 3,6 %. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat Oktober 2018 um 0,4 % ab, die Importe sanken um 1,6 %.

Die Außenhandelsbilanz schloss im November 2018 mit einem Überschuss von 20,5 Milliarden Euro ab. Im November 2017 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz +23,8 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Außenhandelsbilanzüberschuss im November 2018 bei 19,0 Milliarden Euro.

Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+20,0 Milliarden Euro), Dienstleistungen (-0,3 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+7,4 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-5,6 Milliarden Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im November 2018 mit einem Überschuss von 21,4 Milliarden Euro ab. Im November 2017 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 26,4 Milliarden Euro ausgewiesen.

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im November 2018 Waren im Wert von 68,1 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 54,5 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber November 2017 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 0,3 % und die Importe aus diesen Ländern um 3,1 %. In die Länder der Eurozone wurden im November 2018 Waren im Wert von 42,8 Milliarden Euro (-0,4 %) geliefert und Waren im Wert von 34,8 Milliarden Euro (+2,9 %) aus diesen Ländern bezogen. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im November 2018 Waren im Wert von 25,3 Milliarden Euro (+1,3 %) exportiert und Waren im Wert von 19,7 Milliarden Euro (+3,3 %) von dort importiert.

In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im November 2018 Waren im Wert von 48,2 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 41,2 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber November 2017 nahmen die Exporte in die Drittländer um 0,4 % ab, die Importe von dort stiegen um 4,3 %.

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Das Entgelt-Transparenz-Gesetz entpuppt sich als Papiertiger

Das Entgelt-Transparenz-Gesetz hat bislang kaum eine Wirkung erzielt. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts bei deutschen Personalleitern hervor, die im Auftrag von Randstad Deutschland erstellt wurde.

Das Entgelt-Transparenz-Gesetz entpuppt sich als Papiertiger

ifo Institut, Pressemitteilung vom 07.01.2019

Das Entgelt-Transparenz-Gesetz hat bislang kaum eine Wirkung erzielt. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts bei deutschen Personalleitern hervor, die im Auftrag von Randstad Deutschland erstellt wurde.

Begründet wird die Auffassung damit, dass nur wenige Arbeitnehmer von ihrem neuen Auskunftsanspruch Gebrauch gemacht haben. Seit Anfang 2018 dürfen sie fragen nach dem Gehalt eines Kollegen oder einer Kollegin mit vergleichbaren Tätigkeiten und in vergleichbarer Position, wenn er oder sie anderen Geschlechts ist. In nur knapp 10 Prozent aller Unternehmen holten Beschäftigte Erkundigungen ein, und auch dort nur vereinzelt. Selbst wenn die Mitarbeiter Auskunft verlangten, hatte dies eher selten eine Auswirkung: Nur rund jede siebte Auskunft bewirkte eine Anpassung des Gehalts.

Befürchtungen, dass das Gesetz Unfrieden unter den Mitarbeitern stiften oder einen überbordenden bürokratischen Aufwand für die Unternehmen verursachen würde, scheinen sich aber ebenso wenig bewahrheitet zu haben. Nur 4 Prozent der Personalleiter berichteten, dass das Gesetz zu Unruhe in der Belegschaft geführt habe. Für knapp 90 Prozent der Unternehmen hielt sich auch der bürokratische Aufwand in Grenzen, nur ein Prozent sah sich dadurch einer hohen Belastung ausgesetzt.

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im November 2018

Wie das BMWi mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im November im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent zurückgegangen.

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im November 2018

BMWi, Pressemitteilung vom 08.01.2019

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im November im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent zurückgegangen. Die Industrieproduktion schwächte sich um 1,8 Prozent und die Bauproduktion um 1,7 Prozent ab. Für den Bereich Energieerzeugung, für den erst vorläufige Daten vorliegen, wird ein Minus von 3,1 Prozent ausgewiesen. Innerhalb der Industrie verzeichneten die Konsumgüterproduzenten mit -4,1 Prozent die stärkste Abnahme. Bei den Investitions- und Vorleistungsgütern ging die Herstellung um 1,8 Prozent beziehungsweise 1,0 Prozent zurück.

Im Zweimonatsvergleich Oktober/November gegenüber August/September verringerte sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 1,8 Prozent. Dabei nahm die Herstellung in der Industrie um 1,5 Prozent ab und im Baugewerbe um 0,9 Prozent. Besonders ausgeprägt war auch hier der Rückgang in der Energieerzeugung (-6,2 Prozent).

Im November hat sich die Produktion nochmals abgeschwächt. Hierzu trugen auch Brückentage bei. Die Industrie schränkte ihre Produktion in gewichtigen Wirtschaftsbereichen weiter ein. In der Automobilindustrie ist die WLTP-Problematik weiter zu spüren. Im Oktober/November konnte die Industrie im Vergleich zum dritten Quartal aber wieder etwas mehr Aufträge verbuchen.

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Deutschland rutscht im Länderindex Familienunternehmen deutlich ab

Deutschland rutscht auf der Rangliste der für Familienunternehmen attraktivsten Standorte um vier Plätze ab und landet im unteren Tabellendrittel. Im Ländervergleich der Stiftung Familienunternehmen, den das ZEW erstellt hat, liegt Deutschland auf Platz 16 von 21 betrachteten Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) – und damit auf der schlechtesten Position in der Geschichte des Rankings.

Deutschland rutscht im Länderindex Familienunternehmen deutlich ab

ZEW, Pressemitteilung vom 07.01.2019

Deutschland rutscht auf der Rangliste der für Familienunternehmen attraktivsten Standorte um vier Plätze ab und landet im unteren Tabellendrittel. Im Ländervergleich der Stiftung Familienunternehmen, den das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erstellt hat, liegt Deutschland auf Platz 16 von 21 betrachteten Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) – und damit auf der schlechtesten Position in der Geschichte des Rankings. An der Tabellenspitze steht die Schweiz, gefolgt von Großbritannien und den USA. Mit Portugal liegt erstmals ein früherer Euro-Krisenstaat auf einer besseren Position als Deutschland.

Besonders deutlich wird der Rangverlust Deutschlands in der Steuerpolitik. Eine Reihe von Ländern hat gegenüber Deutschland aufgeholt, weil sie in den vergangenen Jahren die Unternehmenssteuern gesenkt haben. Auch die Erbschaftsteuerreform, die für Familienunternehmen besonders bedeutsam ist, führt zu erheblichen Erschwernissen. Die Arbeitskosten in Deutschland sind vergleichsweise hoch und die Staatsausgaben für Bildung zu niedrig. In der Kategorie Strompreise fiel Deutschland auf den vorletzten Platz zurück. Die digitale Infrastruktur ist nur durchschnittlich. Als hervorragend werden hingegen die Finanzierungsbedingungen für Familienunternehmen bewertet. Die finanzielle Stabilität des Staates, der Banken und der Privatwirtschaft wird nach der internationalen Finanz- und Schuldenkrise inzwischen als großer Vorteil des deutschen Standorts empfunden. Etwas Boden gut gemacht hat Deutschland zudem im Themengebiet „Regulierung“, so ist beispielsweise die Gründung von Kapitalgesellschaften in Deutschland vergleichsweise unkompliziert.

„Deutschland hat im internationalen Vergleich insgesamt erheblich an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, auch wenn das noch durch die gute Konjunkturlage verdeckt wird“, sagt Prof. Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. „Die Ergebnisse des Länderindex Familienunternehmen müssen ein Weckruf für die Bundesregierung sein. Die Politik muss endlich die Standortbedingungen Deutschlands wieder in den Fokus rücken. Dringend überfällig sind beispielsweise eine Senkung der effektiven Steuerbelastung von Unternehmen um mindestens fünf Prozentpunkte und ein Ausbau der digitalen Infrastruktur auch in ländlichen Regionen. Jetzt ist es an der Zeit zu handeln, sonst verliert Deutschland als Standort für Familienunternehmen weiter an Attraktivität.“ 90 Prozent aller Unternehmen in Deutschland gehören diesem Unternehmenstypus an, rund 60 Prozent aller Beschäftigten sind in Familienunternehmen angestellt.

Schweiz, Großbritannien und USA rangieren auf den Top-Plätzen

Der Studie zufolge drohen weitere Rückschritte, sofern die Politik nicht gegensteuert. „Die Auswirkungen der umfassenden US-Steuerreform konnten in diesem Ergebnis noch nicht berücksichtigt werden – ebenso wenig wie die angekündigte Steuerreform in Frankreich“, erläutert Studienautor Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“. Die US-Steuerreform könne dazu führen, dass die Vereinigten Staaten künftig die Schweiz vom ersten Platz im „Länderindex Familienunternehmen“ verdrängen. Großbritannien und die USA folgen derzeit der Schweiz auf der Liste der attraktivsten Standorte. Die gänzlich unberechenbaren Folgen des Brexit schlagen sich im Standortvergleich allerdings noch nicht nieder, sodass die noch sehr günstige Position des Vereinigten Königreichs mit erheblicher Vorsicht interpretiert werden muss.

Im Zeitverlauf der vergangenen zwölf Jahre – seit Erscheinen des ersten „Länderindex Familienunternehmen“ – lassen sich die reformstarken und reformschwachen Länder gut identifizieren. Zu den Staaten mit der besten Entwicklung zählen Tschechien, die Niederlande und Polen. Tschechien konnte die Position im Länderindex durch den entschlossenen Ausbau einer sicheren Internet-Infrastruktur stark verbessern – ein wichtiger Standortfaktor bei dem Deutschland wenig entgegenzusetzen hat. Staaten wie Japan, die Niederlande aber auch Portugal reduzierten erfolgreich die Komplexität des Steuersystems, die in Deutschland im internationalen Vergleich als hoch gilt (Rang 18). Die Erhebung macht aber auch deutlich, dass nicht alle Staaten das volle Potenzial nutzten: die Rechtsstaatlichkeit in Polen und Ungarn wird etwa sehr negativ bewertet.

Schlusslichter sind Frankreich, Spanien und Italien

Das Tabellenende bildet nach wie vor die Ländergruppe Frankreich, Spanien und Italien. Die Entwicklung Italiens bereitet den Autoren vom ZEW besondere Sorge. „Dass die aktuelle italienische Regierung den moderaten Reformkurs der Vorgänger jetzt beendet und die Staatsschulden weiter steigen könnten, ist hochgradig riskant für die Überlebensfähigkeit dieses Standorts innerhalb des Euro-Währungsgebiets“, urteilt Heinemann.

Bemerkenswert ist die Position Portugals, das erstmals in dem Ranking betrachtet wird. Das einst krisengeschüttelte Euro-Land hat sich seine verbesserte Position auf Platz 15 vor allem in den Dimensionen „Steuern“ und „Regulierung“ erarbeitet. Portugal zählt zudem zu der Staatengruppe, die keine Erbschaftsteuer auf Betriebsvermögen erhebt.

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im November 2018

Wie das BMWi mitteilt, haben sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im November gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent verringert.

Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im November 2018

BMWi, Pressemitteilung vom 07.01.2019

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im November gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent verringert. Bei den Aufträgen aus dem Inland und aus Ländern außerhalb des Euroraums kam es zu Zuwächsen um 2,4 Prozent bzw. 2,3 Prozent. Der Anteil an Großaufträgen war in etwa durchschnittlich. Die Bestellungen aus dem Euroraum sind hingegen nach einem kräftigen Aufwuchs um 7,4 Prozent im Vormonat kräftig um 11,6 Prozent gesunken.

Im Zweimonatsvergleich Oktober/November gegenüber August/September ergab sich ein Orderminus von 0,3 Prozent. Die Vorleistungs- und Konsumgüterproduzenten verzeichneten Rückgänge um 2,5 Prozent bzw. 3,0 Prozent. Bei den Investitionsgütern war indes ein Plus von 1,4 Prozent zu beobachten. Während die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe aus dem Inland und von außerhalb des Euroraums abnahmen (-1,4 Prozent bzw. -0,5 Prozent), stiegen die Aufträge aus dem Euroraum um 1,7 Prozent.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe lagen in den Monaten Oktober/November rd. 1,5 Prozent über ihrem durchschnittlichen Niveau im dritten Quartal. Auch der hohe Auftragsbestand spricht dafür, dass die Industriekonjunktur, wenn auch mit verhaltener Dynamik, wieder etwas Fahrt aufnimmt. Der Wirtschaftsbereich Kfz/Kfz-Teile kommt bei der Bewältigung der WLTP-Problematik voran; er verbuchte im November erneut ein spürbares Auftragsplus (+4,5 Prozent).

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Die Finanzierung von Innovationen und Investitionen in mittelständischen Unternehmen im Vergleich

Viele Unternehmen beklagen, dass hohe Kosten, hohe Risiken und Finanzierungsschwierigkeiten ihre Innovationstätigkeit behindern. Eine Studie der KfW untersucht daher, ob Unterschiede bei der Finanzierung von Innovationen und Investitionen bestehen und ob diese Unterschiede auf eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten bei Innovationen hindeuten.

Die Finanzierung von Innovationen und Investitionen in mittelständischen Unternehmen im Vergleich

KfW, Mitteilung vom 03.01.2019

Viele Unternehmen beklagen, dass hohe Kosten, hohe Risiken und Finanzierungsschwierigkeiten ihre Innovationstätigkeit behindern. Diese Studie untersucht daher, ob Unterschiede bei der Finanzierung von Innovationen und Investitionen bestehen und ob diese Unterschiede auf eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten bei Innovationen hindeuten?

Tatsächlich unterscheidet sich die Finanzierung von Innovationen deutlich von jener von Investitionen. Die Untersuchungsergebnisse bestätigen theoretische Überlegungen, wonach besondere Merkmale von Innovationen (wie Unsicherheit über den Erfolg, Schwierigkeiten bei der Bewertung, fehlende Sicherheiten) einer externen Finanzierung – insbesondere mithilfe von Bankkrediten – entgegenstehen.

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Mischkonzerne haben zu Unrecht schlechten Ruf

Mischkonzerne, die in mehr als einer Branche aktiv sind, haben unter Finanzinvestoren und Börsenhändlern zu Unrecht einen schlechten Ruf. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung und der Universität Duisburg-Essen.

Mischkonzerne haben zu Unrecht schlechten Ruf

Mit der Anzahl an Geschäftsbereichen wachsen auch der Betriebsgewinn und die Marktkapitalisierung

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 04.01.2019

Mischkonzerne, die in mehr als einer Branche aktiv sind, haben unter Finanzinvestoren und Börsenhändlern zu Unrecht einen schlechten Ruf. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung und der Universität Duisburg-Essen (UDE). Sie zeigt: Verfolgen Unternehmen eine Diversifikationsstrategie, wachsen mit der Anzahl der Geschäftsbereiche auch das Betriebsergebnis (EBIT) und die Marktkapitalisierung statistisch signifikant um fünf bzw. sieben Prozent. Beschränkten sich Firmen hingegen zunehmend aufs „Kerngeschäft“, büßen sie im Mittel entsprechend an Gewinn und Börsenwert ein.

„Die Strategie von Mischkonzernen kann wirtschaftlich sehr erfolgreich sein. Unternehmen, die sich auf verschiedenen Feldern aufstellen, reduzieren ihre Abhängigkeit von einer bestimmten Branchenkonjunktur und branchenspezifischen Risiken und vergrößern im besten Fall ihre Chance, auf Zukunftsmärkten vorne mit dabei zu sein“, resümieren die Studienautoren Dr. Sebastian Campagna und Prof. Dr. Marc Eulerich. Das unterstreiche auch die Strategie der amerikanischen Digitalriesen, betonen die beiden Ökonomen: Alphabet, Amazon & Co. entwickelten sich mit zunehmender Größe selber zu Mischkonzernen, die unterschiedlichen Sparten wie Gesundheit, autonomes Fahren oder Versicherungsdienstleistungen integrieren und so weit über ihr ursprüngliches Geschäftsmodell hinaus gehen.

Für die Studie hat Marc Eulerich, Professor für Interne Revision an der Mercator School of Management der UDE, umfangreiche Geschäftsdaten von 403 Unternehmen ausgewertet, die zwischen 2009 und 2016 durchgängig im umfassendsten deutschen Börsenindex CDAX notiert waren. In einer Panel-Regression konnte der Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Geschäftsbereiche einerseits und dem EBIT und der Marktkapitalisierung als Leistungsindikatoren der Unternehmen andererseits bestimmen. Weitere Strategiefaktoren, etwa eine verstärkte Internationalisierung oder die Branchenzugehörigkeit, allesamt Faktoren die ebenfalls den wirtschaftlichen Erfolg beeinflussen können, wurden in diesem Teil eines umfangreicheren Projektes des I.M.U. und der UDE noch nicht berücksichtigt, folgen aber.

In der Stichprobe waren sowohl fokussierte Unternehmen mit einem einzigen Geschäftsbereich, als auch diversifizierte und stark diversifizierte Mischkonzerne mit zahlreichen Geschäftsbereichen. Durch die Panel-Struktur der Daten ließen sich zudem die Ergebnisse unabhängig von externen Effekten zu einem bestimmten Erhebungszeitpunkt generieren. Im Durchschnitt beobachtet Eulerich einen statistisch signifikanten positiven Effekt von Diversifikationen: Unternehmen haben pro zusätzlichem Geschäftsbereich fünf Prozent mehr operativen Gewinn. Die Marktkapitalisierung wächst um sieben Prozent. Auch wenn sich hierzu keine Aussagen zur relativen Leistung des Unternehmens treffen lassen, also inwieweit beispielsweise die Rendite nach der Diversifikation zugenommen hat, sind die Ergebnisse besonders aus strategischer Sicht von großer Relevanz, da nicht per se ein breiteres Geschäftsportfolio auch zu negativen Effekten führen muss.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass der aktuelle Mainstream in der Unternehmensführung keine solide Basis hat, wenn generell ‚fokussierte‘ Unternehmen favorisiert und Mischkonzerne grundsätzlich als Auslaufmodelle betrachtet werden“, betonen die Forscher. Besonders die Aufspaltung von Mischkonzernen ist dabei als kritisch zu bewerten. Hier muss immer von Fall zu Fall geprüft werden, inwieweit der Wert des Mischkonzerns höher oder niedriger ist, als der Wert seiner Bestandteile. Oft sind solche Aufspaltungen mit Stellenstreichungen verbunden. In deutschen Unternehmen leistet die Mitbestimmung von Beschäftigten im Aufsichtsrat immerhin ein gewisses Gegengewicht.

Auf Basis der neuen Forschungsbefunde könne man „aus betriebswirtschaftlichen Gründen ruhig für eine Diversifikationsstrategie plädieren“, schreiben Campagna und Eulerich. Das meinen die Experten natürlich nicht als Freibrief für ungebremste Expansion. „Mischkonzerne sollten sich auf jene Bereiche konzentrieren, in denen nachhaltig Perspektiven erkennbar sind und für die auch unterschiedliche Renditegrößen akzeptiert werden.“ Sei das gegeben, könne man das angebliche Auslauf – aber durchaus als Zukunftsmodell betrachten: „Das unternehmerische Risiko einer digitalen Zukunft voller wirtschaftlicher Herausforderungen können Unternehmen gerade mittels kluger Diversifizierung entsprechend streuen.“

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Mittelstand blickt besorgt ins neue Jahr

Das Geschäftsklima im Mittelstand setzt die Entwicklung des Vormonats fort und geht – geprägt von auf hohem Niveau nachlassenden Lageeinschätzungen und deutlich pessimistischeren Erwartungen – um 3,1 Zähler nach unten. Dies geht aus dem aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer hervor.

Mittelstand blickt besorgt ins neue Jahr

KfW, Pressemitteilung vom 02.01.2019

  • Mittelständisches Geschäftsklima setzt Abwärtsbewegung fort
  • Erwartungen jetzt unterdurchschnittlich, Lageurteile trotz Rückgang weiterhin sehr gut
  • Leichte Stimmungsabkühlung bei den Großunternehmen, doch der Bau boomt weiter
  • Stabile Beschäftigungs- und Preiserwartungen sprechen für starke Binnennachfrage

Das Geschäftsklima im Mittelstand setzt die Entwicklung des Vormonats fort und geht – geprägt von auf hohem Niveau nachlassenden Lageeinschätzungen und deutlich pessimistischeren Erwartungen – um 3,1 Zähler nach unten. Mit 11,2 Saldenpunkten liegt es jedoch noch immer auf einem weit überdurchschnittlichen Niveau, das bis zum Stimmungsboom der beiden vergangenen Jahre kaum erreicht wurde. Dies geht aus dem aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer hervor. Danach sinken die Lagebeurteilungen der Mittelständler um 1,6 Zähler auf 24,9 Saldenpunkte, können aber angesichts des vorangegangenen stürmischen Anstiegs seit Ende 2016 immer noch als exzellent angesehen werden. Ganz anders die Geschäftserwartungen: Sie geben um 4,5 Zähler deutlich nach und liegen nun mit -1,4 Saldenpunkten erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder leicht unter dem langjährigen Durchschnitt.

Das Geschäftsklima der Großunternehmen kehrt nach einer zaghaften Erholung im Vormonat wieder auf den seit mehr als einem Jahr vorherrschenden Abwärtstrend zurück. Es sinkt um -1,4 Zähler auf 6,1 Saldenpunkte, was einerseits auf eine verschlechterte Lage (-1,7 Zähler auf 15,3 Saldenpunkte) und andererseits auf eine pessimistischere Zukunftseinschätzung (-1,1 Zähler auf -2,4 Saldenpunkte) zurückgeht.

Beim Blick auf die Branchen zeigen sich die kleinen und mittleren Industrieunternehmen besonders skeptisch: Ihre Geschäftserwartungen sinken rapide um 6,6 Zähler auf -7,3 Saldenpunkte, ebenso wie ihre Exporterwartungen (-5,8 Zähler). Die Lageeinschätzung hält sich demgegenüber auf einem hohen Niveau (+0,4 Zähler auf 22,0 Saldenpunkte). Insgesamt geht das Geschäftsklima der mittelständischen Industrie um 3,4 Zähler auf 6,5 Saldenpunkte nach unten. Demgegenüber hält die Euphorie im Baugewerbe an – zwar stockt die Stimmung der mittelständischen Firmen (-1,3 Zähler auf 36,8 Saldenpunkte), die großen Bauunternehmen erreichen jedoch mit 39,7 Saldenpunkten ein neues Allzeithoch. Leicht positiv entwickelt sich außerdem das Geschäftsklima der mittelständischen Einzelhändler (+0,6 Zähler auf 12,2 Saldenpunkte), während sich die großen Einzelhändler deutlich pessimistischer zeigen (-5,4 Zähler auf -6,5 Saldenpunkte).

„Schon seit längerer Zeit gehen die Lage- und Erwartungseinschätzungen immer weiter auseinander. Man könnte daraus schließen, dass der konjunkturelle Schwung weiter nachlässt. Allerdings haben die Lagebeurteilungen die konjunkturelle Dynamik zuletzt häufig überzeichnet. Deshalb bedeuten die nüchternen Geschäftserwartungen für das erste Halbjahr 2019 nicht automatisch ein geringeres BIP-Wachstum als im Vorjahr, sondern sie könnten auch von den zuletzt mehrfach abwärts revidierten Konjunkturprognosen beeinflusst worden sein“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Zudem ziehen hartnäckige Konjunkturrisiken wie ein Brexit ohne Austrittsabkommen oder eine Anhebung der US-Zölle auf europäische Automobile die Erwartungen nach unten. Solange sich aber die akutesten Risiken in den nächsten Monaten nicht materialisieren, dürfte die deutsche Wirtschaft dank einer starken Binnennachfrage mit einem ordentlichen Tempo weiter wachsen. KfW Research rechnet für 2019 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 %.“

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Unternehmensnachfolge: Sorgen des Mittelstandes wachsen

Das Thema Unternehmensnachfolge bewegt den Mittelstand immer stärker: Insgesamt 6.674 Senior-Unternehmer und 4.321 Übernahmeinteressierte ließen sich 2017 bei ihrer IHK beraten. Das zeigt eine aktuelle Studie des DIHK.

Unternehmensnachfolge: Sorgen des Mittelstandes wachsen

DIHK, Pressemitteilung vom 03.01.2019

Das Thema Unternehmensnachfolge bewegt den Mittelstand immer stärker: Insgesamt 6.674 Senior-Unternehmer – ein Rekordwert – und 4.321 Übernahmeinteressierte ließen sich 2017 bei ihrer Industrie- und Handelskammer (IHK) beraten. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Der „DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2018“ bietet eine Einschätzung der IHK-Organisation zur Nachfolgesituation im deutschen Mittelstand. Er beruht auf mehr als 23.000 Kontakten der IHK-Experten mit Übergabe- und Übernahmeinteressierten im Jahr 2017.

Demnach nehmen die Sorgen des Mittelstands um die Unternehmensnachfolge weiter zu. So hatten zum Zeitpunkt der Beratung 47 Prozent der Senior-Unternehmer noch keinen passenden Nachfolger in Sicht – betroffen waren 3.105 Betriebe – und sogar 70 Prozent der potenziellen Übernehmer noch nicht den richtigen Chefsessel gefunden. Das sind Höchststände in der seit 2007 geführten IHK-Statistik.

Die Umfrage zeigt, dass die nach wie vor nicht geklärten Fragen bei der Anwendung des neuen Erbschaftsteuerrechts weiterhin für große Verunsicherung sorgen: Nach Aussage von 25 Prozent der potenziellen Nachfolger in der IHK-Beratung erschwert dieser Aspekt die familieninterne Stabsübergabe. Entmutigend wirken auch der Fachkräftemangel und die zunehmende Bürokratie.

Eine weitere Hürde liegt in den emotionalen Schwierigkeiten, die 36 Prozent der Senior-Chefs damit haben, ihr Lebenswerk loszulassen. Und gerade in Zeiten rasanter Digitalisierung gilt: Wird zu lange mit der Nachfolge gewartet, werden hier oft wichtige Trends verpasst.

Ein Lichtblick: Die IHKs verzeichnen ein wachsendes Interesse an Themen der Unternehmensgründung und -nachfolge. So nahmen 2017 deutliche 14 Prozent mehr Senior-Unternehmer und Nachfolgeinteressenten an IHK-Nachfolgetagen, -Seminaren und -Beratungen teil als im Jahr zuvor.

Und auch der Anteil der Frauen, die sich für eine Unternehmensübernahme interessieren, steigt: 2017 kletterte er auf den Rekordwert von 26 Prozent. Unter sämtlichen beratenen Existenzgründern ist die Frauenquote mit 40 Prozent allerdings immer noch deutlich höher.

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Verbraucherpreise im Dezember 2018 voraussichtlich um 1,7 % höher als im Dezember 2017

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Dezember 2018 voraussichtlich 1,7 % betragen. Gestiegene Energiepreise haben die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 2018 voraussichtlich auf 1,9 % getrieben. Dies teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit.

Verbraucherpreise im Dezember 2018 voraussichtlich um 1,7 % höher als im Dezember 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.12.2018

Verbraucherpreisindex, Dezember 2018:

  • +1,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • +0,1 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Dezember 2018:

  • +1,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • +0,3 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen am Verbraucherpreisindex – wird im Dezember 2018 voraussichtlich 1,7 % betragen. Gegenüber November 2018 steigen die Verbraucherpreise voraussichtlich um 0,1 %. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, wird die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 2018 voraussichtlich bei 1,9 % liegen.

Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland hat sich im Dezember 2018 im Vorjahresvergleich voraussichtlich um 1,7 % erhöht. Gegenüber November 2018 steigt er voraussichtlich um 0,3 %. Im Jahresdurchschnitt 2018 ist der Harmonisierte Verbraucherpreisindex voraussichtlich um 1,9 % höher als 2017.

Die endgültigen Ergebnisse für Dezember 2018 werden am 16. Januar 2019 veröffentlicht.

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