Strukturelle Qualität der Gründungen steigt weiter

Die Zahl der Gründungen in Deutschland ist auch im Jahr 2017 lt. KfW rückläufig: Lediglich 557.000 Personen (-17 Prozent ggü. 2016) machten sich im vergangenen Jahr selbstständig – zu gut war die Möglichkeit für viele, eine abhängige Beschäftigung zu finden. Erfreulich ist, dass die Entwicklung bei volkswirtschaftlich besonders bedeutsamen Gründungen gegenläufig ist: der Anteil der Chancengründer stieg um 8 %, der Anteil der innovativen Gründer um 31 %.

Strukturelle Qualität der Gründungen steigt weiter

KfW, Pressemitteilung vom 29.05.2018

  • 557.000 Personen wagen Schritt in die Selbständigkeit
  • Anteil der Chancengründer bei erfreulichen 60 Prozent
  • Berlin wieder vor Hamburg; Brandenburg holt auf

Die Zahl der Gründungen in Deutschland ist auch im Jahr 2017 rückläufig: Lediglich 557.000 Personen (-17 Prozent ggü. 2016) machten sich im vergangenen Jahr selbständig – zu gut war die Möglichkeit für viele, eine abhängige Beschäftigung zu finden. Erfreulich ist, dass die Entwicklung bei volkswirtschaftlich besonders bedeutsamen Gründungen gegenläufig ist: der Anteil der Chancengründer stieg um 8 %, der Anteil der innovativen Gründer um 31 %. Auch der Anteil der digitalen Gründer stieg von 21 % auf 26 %. „Die strukturelle Qualität der Gründungstätigkeit wird besser. Wir müssen alles dafür tun, die innovativen und wachstumsorientierten Gründer weiter zu bestärken. Für unsere Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren wird es ganz entscheidend sein, dass wir eine beachtliche Anzahl von innovativen Unternehmen haben, denn sie sind ein wesentlicher Jobmotor der Zukunft“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe anlässlich der heutigen Vorstellung des KfW-Gründungsmonitors 2018, der jährlichen, repräsentativen Analyse zum Gründergeschehen in Deutschland, in der KfW-Zentrale in Frankfurt. Hinderlich für diese zukunftsträchtige Gruppe könnte jedoch ein weiteres Ergebnis der Analyse sein: Neugründer, die anders als Übernahme- oder Beteiligungsgründer neue Unternehmen aufbauen, schufen 170.000 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze, 52 % davon hatten jedoch Probleme dabei, diese Stellen zu besetzen.

Weitere zentrale Ergebnisse des KfW Gründungsmonitors:

  • In der Rangliste der Gründungstätigkeit nach Bundesländern liegt Berlin um eine Nasenlänge vor Hamburg und erobert somit seinen Platz an der Spitze zurück. Von der Dynamik in Berlin profitierte Brandenburg. Als einziges Bundesland hinsichtlich der Gründungstätigkeit legte Brandenburg zu und kletterte auf den siebten Rang.
  • Der Anteil von Frauen an der Gründungstätigkeit ist 2017 nochmals um 3 Prozentpunkte auf insgesamt 37 % gesunken. Der Rückgang war auf den Vollerwerb beschränkt und ist das Ergebnis einer stärkeren Gründungstätigkeit von Männern im Vollerwerb.
  • Die Mehrheit der Gründer ist bei ihrem Start in die Selbständigkeit auf Finanzmittel angewiesen (60 %). Dabei greifen 39 % der Gründer ausschließlich auf eigene Mittel zurück, 8 % mobilisieren dagegen Summen über 25.000 Euro von externen Kapitalgebern. Sie setzten im vergangenen Jahr wieder mehr externe Mittel ein, im Durchschnitt gut 120.000 Euro, so viel wie seit 2012 nicht.
  • Im vergangenen Jahr hatten 14 % der Gründer Probleme bei der Finanzierung. Meist, weil die Gründer gerne mehr Eigenmittel eingesetzt hätten, als ihnen zur Verfügung standen (10 %). Der Anteil von Gründern, die von einer Kreditablehnung betroffen waren, lag bei 4 %.
  • Der KfW-Gründungsmonitor zeigt, dass Gründer die für sie angekündigten Vorhaben der aktuellen Koalition (wie eine Befreiung von der monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung) insgesamt befürworten und Experten die gründungsspezifischen Rahmenbedingungen besser als vor zwei Jahren bewerten. Dennoch sind Impulse, um die Gründungstätigkeit im Jahr 2018 wieder in Fahrt zu bringen, derzeit nicht in Sicht. Die Anzahl der Gründungsplanungen stagniert und der Absorptionseffekt des Arbeitsmarkts dürfte auch im aktuellen Jahr stark bleiben.

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Tschüss Fax? Unternehmen setzen auf digitale Kommunikation

Das Fax war lange Dauerbrenner im Büroalltag, wird aber immer weniger genutzt – denn deutsche Unternehmen kommunizieren zunehmend digital. So verwenden aktuell nur noch sechs von zehn Unternehmen (62 Prozent) das Faxgerät häufig zur internen oder externen Kommunikation. Laut Digitalverband Bitkom waren es 2016 noch acht von zehn (79 Prozent) Unternehmen, die häufig per Fax mit Kunden, Mitarbeitern oder Geschäftspartnern kommunizierten.

Tschüss Fax? Unternehmen setzen auf digitale Kommunikation

Bitkom, Pressemitteilung vom 05.06.2018

  • Zwei Drittel der Unternehmen nutzen häufig das Fax, Tendenz stark fallend
  • Über E-Mail korrespondieren alle, Onlinemeetings sind im Kommen
  • Bitkom stellt den Digital Office Index 2018 am 12. Juni auf der Cebit vor

Das Fax war lange Dauerbrenner im Büroalltag, wird aber immer weniger genutzt – denn deutsche Unternehmen kommunizieren zunehmend digital. So verwenden aktuell nur noch sechs von zehn Unternehmen (62 Prozent) das Faxgerät häufig zur internen oder externen Kommunikation. Das ist ein deutlicher Rückgang um 17 Prozentpunkte in nur zwei Jahren. Laut Digitalverband Bitkom waren es 2016 noch acht von zehn (79 Prozent) Unternehmen, die häufig per Fax mit Kunden, Mitarbeitern oder Geschäftspartnern kommunizierten. Für die neuen Zahlen hat Bitkom 1.106 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern repräsentativ befragen lassen. „Das analoge Fax hat langsam ausgedient. Die Unternehmen gehen mit der Zeit und haben erkannt, dass digitale Kommunikation den Büroalltag schneller, einfacher und flexibler macht“, sagt Jürgen Biffar, Vorstandsvorsitzender des Kompetenzbereichs Enterprise Content Management im Bitkom. Eine Alternative zum Fax ist die digitale Signatur. Deren Vorteile sind umfangreich, denn sie sorgt dafür, dass Prozesse, die einer Unterschrift bedürfen, durchgängig elektronisch gestaltet werden können. Die digitale Signatur nutzen inzwischen 13 Prozent der Unternehmen, weitere 8 Prozent planen sie in den kommenden zwölf Monaten einzuführen.

Über E-Mail korrespondieren alle Unternehmen häufig (2018 und 2016: 100 Prozent), aber auch andere digitale Kommunikationskanäle holen auf. Beliebter werden vor allem Onlinemeetings und Videokonferenzen, die fast jedes zweite Unternehmen häufig einsetzt (47 Prozent, 2016: 40 Prozent). Mehr als jede dritte Firma (38 Prozent) verfügt inzwischen über ein Mitarbeiter- oder Kundenportal, über das häufig kommuniziert wird. 2016 tauschte sich erst jedes vierte Unternehmen (28 Prozent) häufig darüber aus.

Während Smartphones im privaten Umfeld das bei weitem wichtigste Kommunikationsmittel darstellen, nutzt erst jedes zweite Unternehmen (51 Prozent, 2016: 51 Prozent) Handys oder Smartphones häufig zur internen oder externen Kommunikation. Mehr als jedes dritte Unternehmen (38 Prozent) setzt dabei auch auf Kurznachrichten-Dienste oder Messenger-Apps. Wichtiger werden soziale Netzwerke. Während 2016 erst jedes jedes siebte Unternehmen (15 Prozent) über soziale Netzwerke kommunizierte, ist es heute bereits jedes vierte (25 Prozent). 13 Prozent der Unternehmen nutzen daneben häufig Chatbots für die digitale Kommunikation mit Kunden. 5 Prozent kommunizieren mittlerweile über Unternehmens-Blogs oder Mikroblogging-Dienste mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern oder Kunden.

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Unternehmen bleiben optimistisch trotz mäßiger Geschäfte

Nachdem die Unternehmen der Informationswirtschaft mit einem Stimmungshoch ins Jahr 2018 gestartet waren, hat sich die konjunkturelle Lage zwischenzeitlich etwas abgekühlt. Dennoch hegen die Unternehmen lt. ZEW weiterhin optimistische Erwartungen mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung des Sektors.

Unternehmen bleiben optimistisch trotz mäßiger Geschäfte

ZEW, Pressemitteilung vom 04.06.2018

Nachdem die Unternehmen der Informationswirtschaft mit einem Stimmungshoch ins Jahr 2018 gestartet waren, hat sich die konjunkturelle Lage zwischenzeitlich etwas abgekühlt. Dennoch hegen die Unternehmen weiterhin optimistische Erwartungen mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung des Sektors. Diese Einschätzung ist am aktuellen ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft abzulesen, der im ersten Quartal 2018 einen Stand von 65,1 Punkten erreicht. Im Vorquartal lag der entsprechende Wert noch bei 70,5 Punkten. Der Stimmungsindikator ist das Ergebnis einer Umfrage unter Unternehmen der Informationswirtschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, im April 2018 durchgeführt hat.

Der Rückgang des Stimmungsindikators ist insbesondere auf die negative Entwicklung der Geschäftslage zurückzuführen. Der Teilindikator für die Geschäftslage, der sich aus der Umsatz- und der Nachfragelage ergibt, ist im ersten Quartal 2018 um 10,3 Punkte auf einen Stand von 61,7 Punkten gesunken. Die Erwartungen mit Blick auf die künftige konjunkturelle Entwicklung verlaufen hingegen relativ konstant auf einem hohen Niveau. Der entsprechende Teilindikator für die Geschäftserwartungen erreicht einen aktuellen Stand von 68,7 Punkten. Im Saldo rechnen etwa 40 Prozent der Unternehmen mit steigenden Umsätzen und 35 Prozent mit einer wachsenden Nachfrage nach eigenen Produkten und Dienstleistungen im zweiten Quartal 2018.

Der Wirtschaftszweig Informationswirtschaft setzt sich aus den Teilbranchen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister zusammen. Bei den Unternehmen der IKT-Branche hat sich die konjunkturelle Stimmung leicht eingetrübt, bleibt aber optimistisch. Ausgehend von einem Langzeithoch im Vorquartal, verliert der Stimmungsindikator 5,7 Punkte und erreicht im ersten Quartal 2018 einen Stand von 72,2 Punkten. Das deutliche Überschreiten der wichtigen 50-Punkte-Marke signalisiert allerdings nach wie vor, dass die Mehrheit der IKT-Unternehmen die konjunkturelle Stimmung positiv einschätzt. Die Geschäftserwartungen fallen bei den IKT-Unternehmen sogar noch etwas besser aus als im Vorquartal. Der Teilindikator für die Geschäftserwartungen legt auf einem hohen Niveau um 0,2 Punkte zu und erreicht einen Stand von 78,3 Punkten. Im Gegensatz zu den Geschäftserwartungen hat sich die Einschätzung der Geschäftslage im ersten Quartal 2018 merklich eingetrübt. Darauf deutet der entsprechende Teilindikator hin, der im Vergleich zum Vorquartal elf Punkte verliert und mit einem Stand von 66,6 Punkten abschließt.

Stimmungsindikator bei den Mediendienstleistern unverändert

Die konjunkturelle Stimmung bei den Mediendienstleistern hat sich seit dem Vorquartal kaum verändert. Der Stimmungsindikator verliert im Vergleich zum Vorquartal 0,1 Punkte und überspringt mit einem Stand von 51,4 Punkten die kritische 50-Punkte-Marke weiterhin nur knapp. Demnach schätzt lediglich eine geringe Mehrheit der Mediendienstleister die konjunkturelle Stimmung positiv ein.

Dass sich der Stimmungsindikator kaum bewegt, liegt allerdings an einer gegenläufigen Entwicklung der Teilindikatoren. So fallen die Erwartungen für die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal 2018 weitaus besser aus als die Einschätzung der Geschäftslage im ersten Quartal 2018. Der Teilindikator für die Geschäftserwartungen erreicht einen Stand von 56,2 Punkten, was einem Anstieg um 10,6 Punkte im Vergleich zum Vorquartal entspricht. Die Einschätzung der Geschäftslage ist im ersten Quartal 2018 jedoch eher pessimistisch ausgefallen. So überwiegt der Anteil an Unternehmen, die über einen Rückgang des Umsatzes oder der Nachfrage berichten. Der Teilindikator für die Geschäftslage schließt folglich mit einem Wert von 46,9 Punkten knapp unterhalb der wichtigen 50-Punkte-Marke.

Leicht gedämpfte Stimmung bei den wissensintensiven Dienstleistern

Das konjunkturelle Klima bei den wissensintensiven Dienstleistern hat sich im ersten Quartal 2018 leicht eingetrübt. Im Vorquartal erreichte der Stimmungsindikator bei den wissensintensiven Dienstleistern zwar noch ein Langzeithoch, ist nun aber um 6,1 Punkte gesunken und erreicht damit einen Stand von 62,7 Punkten. Der Rückgang des Stimmungsindikators ergibt sich aus einer negativen Entwicklung beider Teilindikatoren, wobei sich die Einschätzung der Geschäftslage etwas stärker eingetrübt hat als die Geschäftserwartungen. Die Teilindikatoren für Geschäftslage und -erwartungen erreichen in der aktuellen Umfrage einen Stand von 61,2 Punkten beziehungsweise 64,3 Punkten. Das Überschreiten der 50-Punkte-Hürde signalisiert dabei, dass die Mehrheit der wissensintensiven Dienstleister die konjunkturelle Stimmung positiv einschätzt.

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Deutscher Aufschwung erreicht Spätphase

Das HWWI hat seine Prognose der Wirtschaftsentwicklung für 2018/2019 in Deutschland nach Vorlage der gesamtwirtschaftlichen Ergebnisse für das erste Quartal 2018 überarbeitet. Das HWWI hatte mit einer zyklischen Abschwächung der Konjunktur gerechnet und erwartet insofern unverändert für das Gesamtjahr 2018 ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent und für 2019 von 1,6 Prozent.

Deutscher Aufschwung erreicht Spätphase

HWWI, Pressemitteilung vom 31.05.2018

  • HWWI erwartet weiterhin für 2018 ein Wachstum von 2,1 Prozent
  • Weiter abflauende Konjunktur in 2019 auf 1,6 Prozent
  • Politische Risiken für die deutsche Wirtschaft mehren sich

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat seine Prognose der Wirtschaftsentwicklung für 2018/2019 in Deutschland nach Vorlage der gesamtwirtschaftlichen Ergebnisse für das erste Quartal 2018 überarbeitet. Das HWWI hatte mit einer zyklischen Abschwächung der Konjunktur gerechnet und erwartet insofern unverändert für das Gesamtjahr 2018 ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent und für 2019 von 1,6 Prozent. Die Lage am Arbeitsmarkt wird sich dabei weiter verbessern; die Arbeitslosenquote dürfte unter die Vollbeschäftigungsmarke von 5 % sinken. Die Inflationsrate für die Verbraucherpreise bewegt sich bereits seit 2017 nahe der 2-Prozent-Marke und hat diese nach der deutlichen Ölverteuerung zuletzt sogar überschritten.

Im Detail

Die deutsche Wirtschaft ist nach wie vor auf Wachstumspfad. Doch die Anzeichen, dass der seit 2014 in Gang befindliche Aufschwung in Deutschland seinen Höhepunkt überschritten hat und nunmehr eine zyklische Abschwächung eingeleitet ist, nehmen zu. Im ersten Quartal wurde diese auch durch einige Sonderfaktoren (Streiks, Grippewelle) verstärkt, als das reale Bruttoinlandsprodukt preis- und saisonbereinigt nur noch etwa halb so stark zunahm wie in den Vorquartalen. Wichtige Wirtschaftsbereiche stoßen zunehmend an Kapazitätsgrenzen, seien es in der Industrie und nicht zuletzt in der Bauwirtschaft. Insofern ist eine gewisse Verlangsamung der Wirtschaftsdynamik „normal“ und teils auch wünschenswert; nicht nur die Immobilienpreise, inzwischen auch die Baupreise steigen überdurchschnittlich stark. Der hohe Auslastungsgrad der Wirtschaft stützt aktuell die Investitionstätigkeit der Unternehmen, die politischen Unsicherheiten dürften jedoch teilweise zu Investitionszurückhaltung führen. Insofern belasten die zunehmenden politischen Risiken die Wirtschaftsentwicklung, momentan insbesondere die von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten und Sanktionen sowie die gestiegenen Ölpreise, ausgelöst durch verschiedene Konfliktherde in Nahost.

Deutlichere Bremsspuren zeigten sich in den ersten Monaten dieses Jahres allerdings bei den übrigen Nachfrageaggregaten. Die privaten Konsumausgaben nahmen nur mehr leicht zu, die Konsumausgaben des Staates, die in den Vorjahren deutlich gestiegen waren, gingen sogar zurück, und auch die außenwirtschaftliche Entwicklung dämpfte insgesamt die Konjunktur; die absoluten Exporte gingen, wohl auch wegen der starken Aufwertung des Euro im vergangenen Jahr, noch etwas stärker zurück als die Importe. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich gleichwohl weiter verbessert; die Beschäftigung erreichte neue Höchststände, die Arbeitslosenrate betrug zuletzt nur noch 5,1 Prozent. Der Preisauftrieb hat sich verstärkt, insbesondere für Lebensmittel sowie zuletzt für Energie.

Der Aufschwung hat noch immer eine breite Basis, doch die Dynamik lässt bei nahezu allen Aggregaten nach. Die hohe Kapazitätsauslastung und günstige Finanzierungsbedingungen stimulieren zwar einerseits die Investitions- und die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen, doch die geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheiten verstärken gleichzeitig deren Vorsicht. Bei nachlassender Expansion der Investitionen werden auch die Beschäftigung und damit die verfügbaren Einkommen und der private Verbrauch langsamer zunehmen. Die Bautätigkeit bleibt hoch, Kapazitätsgrenzen und kräftig steigende Baupreise dämpfen aber den weiteren Anstieg. Der Welthandel wird durch zunehmende Handelskonflikte und Sanktionen gebremst, was auch die Expansion der deutschen Exporte eindämmt. Da die recht gute Binnenkonjunktur auch die Importe erhöht, werden netto vom Außenbeitrag kaum Wachstumsimpulse ausgehen. So dürfte alles in allem die deutsche Wirtschaft im Jahresdurchschnitt 2018 erneut um gut 2 Prozent wachsen. Die Arbeitsmarktsituation wird sich dabei weiter verbessern. Die Inflationsrate der Verbraucherpreise, die zumindest im Mai die 2-Prozent- Marke überschritten hat, könnte, falls die Ölverteuerung sich als dauerhaft erweist, auch im Jahresdurchschnitt diese Marke erreichen.

Auch für das Jahr 2019 sind die Konjunkturaussichten noch gut, doch die für die Spätphase eines Aufschwungs typischen Abschwächungstendenzen dürften noch deutlicher sichtbar werden. Die Expansion der Unternehmensinvestitionen wird mit zunehmender Anpassung der Kapazitäten, aber auch wegen vermehrter weltpolitischer Risiken nachlassen. In der Folge werden auch Beschäftigung, Einkommen und privater Konsum langsamer steigen. Der Staat dürfte, zumal dank seiner guten Finanzlage, seine Investitionen in die Infrastruktur stärker ausweiten, doch haben diese insgesamt gesehen nur geringes Gewicht. Die Exporte dürften infolge der genannten weltwirtschaftlichen Einschränkungen nur moderat zunehmen. Die 2019 sich weiter abflauende Konjunktur wird dann auch in einer auf 1,6 Prozent verringerten jahresdurchschnittlichen Wachstumsrate sichtbarer werden. Die – insgesamt gute – Lage am Arbeitsmarkt wird sich nur noch leicht verbessern. Die Inflationsrate wird sich bei dieser Konjunkturentwicklung bei gut 2 Prozent halten.

Risiken für die wie beschrieben weiterhin positive Entwicklung der deutschen Wirtschaft liegen vornehmlich in den geopolitischen und weltwirtschaftlichen Konfliktpotenzialen. Hier sind einmal mögliche Handelskonflikte zu nennen, auch wenn die Hoffnung besteht, dass diese durch Verhandlungen entspannt werden können. Kaum vorhersehbar wären überdies die Auswirkungen eines allumfassenden Außerkraftsetzens des Iran-Atom-Abkommens. Für die Finanzstabilität der Eurozone könnte es auch problematisch werden, je nachdem was für eine neue Regierung in Italien zustande kommt; die jüngst fehlgeschlagene Regierungsbildung war kein guter Vorbote. Vor diesem Hintergrund sind die von den USA ausgehenden Zinssteigerungstendenzen fast schon weniger beängstlich, zumal insbesondere in Europa die Zinsen historisch betrachtet vorläufig niedrig bleiben dürften.

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Digitale Transformation in der Gesundheitswirtschaft – Die Revolution hat längst begonnen

Das enorme Potenzial, das die Digitalisierung für die Gesundheitswirtschaft bereithält, wird in Deutschland bisher kaum genutzt. Der DIHK mahnt, gegenzusteuern – etwa über innovationsoffene Rahmenbedingungen, eine effizientere Regulierung oder den Dialog mit Start-ups. Andernfalls könne nicht nur die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen nachhaltig leiden, sondern auch die Qualität der Gesundheitsversorgung.

Digitale Transformation in der Gesundheitswirtschaft – Die Revolution hat längst begonnen

DIHK, Mitteilung vom 31.05.2018

Ein Patient schluckt ein verordnetes Arzneimittel, das einen Sensor enthält. Der Sensor erzeugt ein schwaches elektrisches Signal, sobald er von der Magensäure zersetzt wird. Nach einigen Minuten nimmt ein am Brustkorb aufgeklebtes Pflaster das Signal auf und sendet es an den behandelnden Arzt. Der Arzt kann somit live mitverfolgen, ob der Patient das verordnete Arzneimittel auch wirklich schluckt. So soll die Therapietreue verbessert werden, die insbesondere bei Patienten mit psychischen Leiden ein Problem sein kann.

Was nach einem Szenario der Gesundheitsversorgung der Zukunft klingt, ist heute bereits Realität. Das enorme Potenzial digitaler Anwendungen und Innovationen wird aufgrund der derzeitigen Rahmenbedingungen in Deutschland jedoch bisher kaum genutzt. Wenn sich diese Situation nicht ändert, schwächt das langfristig die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Auch die Qualität der Gesundheitsversorgung würde darunter nachhaltig leiden.

Internationale Erfahrungen nutzen

Gerade Länder wie Estland oder die Schweiz zeigen, wie die digitale Transformation gelingen kann. Als Vorbild für Deutschland könnte zum Beispiel das Medgate Telemedicine Center eines Schweizer Telemedizinanbieters dienen. Eine zentrale Rolle nimmt in diesem Fall die Medgate – App ein. Über diese können Versicherte unter anderem Fotos von Haut – und Augenveränderungen zur Verlaufskontrolle an Ärzte übermitteln oder Arzneimittel im Rahmen der Telekonsultation verschrieben bekommen.

Innovationsoffene Rahmenbedingungen herstellen und Wettbewerb stärken

Vor diesem Hintergrund sollte der Leitgedanke für das im Koalitionsvertrag angekündigte E-Health-Gesetz 2.0 aus Sicht des DIHK die Herstellung innovationsoffener Rahmenbedingungen sein. Diese sollten sich nicht auf bestimmte Technologien wie die elektronische Gesundheitskarte beschränken, sondern auch die Anwendung zukünftiger technologischer Entwicklungen ermöglichen. Grundvoraussetzung ist, dass die Telematikinfrastruktur – eine Datenautobahn für das Gesundheitswesen – nach Jahren der Stagnation beim Aufbau endlich an den Start geht. Um die positiven Kräfte des Wettbewerbs für die digitale Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen zu nutzen, sollte ein unabhängiges Institut technologische Standards setzen und einen funktionsfähigen Wettbewerb innerhalb der Telematikinfrastruktur fördern.

Auf Digitalisierung in der Patientenversorgung setzen

Die Vielfalt der Akteure und Institutionen sowie langwierige und kaum praktikable Zulassungsverfahren haben derzeit häufig zur Folge, dass digitale Innovationen – beispielsweise auf Künstliche Intelligenz gestützte Gesundheits-Apps – nicht in die Patientenversorgung gelangen. Die Regulierung sollte daher effizienter und unternehmensfreundlicher ausgestaltet werden sowie die Besonderheiten digitaler Produkte und Anwendung umfassender berücksichtigen.

Herausforderungen für Start-ups berücksichtigen

Gerade Start-ups bringen innovative digitale Lösungen hervor und leisten so einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation. Deshalb sollten deren Herausforderungen stärker als bislang Berücksichtigung finden, zum Beispiel, indem die Behörden im Gesundheitssystem einen kontinuierlichen Dialog mit diesen Unternehmen führen. Start-ups könnten dann frühzeitig die regulatorischen Anforderungen bei der Entwicklung und späteren Vermarktung ihrer Produkte und Anwendungen berücksichtigen.

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In Finanzfragen suchen die Bundesbürger online Rat – und bei Freunden

Wo bekommt man attraktive Zinsen für sein Erspartes? Lohnt es sich, in Fonds zu investieren? Und wie kann ich bei Versicherungen sparen? Bei Ratschlägen rund um die eigenen Finanzen vertrauen die Bundesbürger vor allem Freunden und der eigenen Familie – und Online-Portalen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.006 Bundesbürgern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

In Finanzfragen suchen die Bundesbürger online Rat – und bei Freunden

Bitkom, Pressemitteilung vom 30.05.2018

Wo bekommt man attraktive Zinsen für sein Erspartes? Lohnt es sich, in Fonds zu investieren? Und wie kann ich bei Versicherungen sparen? Bei Ratschlägen rund um die eigenen Finanzen vertrauen die Bundesbürger vor allem Freunden und der eigenen Familie – und Online-Portalen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.006 Bundesbürgern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Die Befragten sollten dazu angeben, wie vertrauenswürdig sie verschiedene Angebote einschätzen. Voraussetzung dafür war, dass sie sich eine Beurteilung selbst zutrauen, weil sie die Angebote entweder kennen oder davon gehört haben. 91 Prozent sagen, dass sie finanziellen Ratschlägen von Freunden und der eigenen Familie vertrauen. Dahinter folgen mit jeweils 70 Prozent Online-Verbraucherportale wie finanzen.net oder finanztip.de sowie Online-Vergleichsportale wie verivox.de oder check24.de. Dahinter folgen Ratschläge von klassischen Medien wie Zeitungen oder Fernsehen, ihnen vertrauen 42 Prozent. „Online-Portale bieten die Möglichkeit, sich sehr einfach einen breiten Überblick über verschiedene Angebote zu verschaffen. Sie können die Mündigkeit des Verbrauchers sehr viel besser unterstützen, als dies früher den wenigen Instanzen gelang, die Ratschläge in Finanzfragen boten“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Nicht ganz so stark wie auf klassische Medien setzen die Bürger auf andere Online-Angebote zu Finanzthemen wie etwa Fachforen, Blogs oder Podcasts, die 37 Prozent für vertrauenswürdig halten. Ihren Kontakten in sozialen Netzwerken glauben in Geldfragen dagegen nur 24 Prozent. Eher geringes Vertrauen wird auch der Finanzbranche selbst entgegengebracht. Gerade einmal jeder Dritte (32 Prozent) hat bei Ratschlägen zu seinen Finanzen Vertrauen in Bankberater, nur jeder Vierte (23 Prozent) in Versicherungsvertreter. „Das Ergebnis muss für Banken und Sparkassen ein Alarmsignal sein. Bankmitarbeiter waren bis vor kurzem alternativlos, wenn es um individuelle Beratung ging. Heute stehen jedem eine Vielzahl von Beratungsmöglichkeiten offen und morgen kommt die künstliche Intelligenz“, so Rohleder. „Banken stehen vor enormen Herausforderungen: Sie müssen neue Kontaktpunkte zu ihren Kunden entwickeln. Und: Banken müssen ihre Rolle in der digitalen Finanzwelt der Zukunft neu definieren.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.006 Bundesbürger ab 14 Jahren telefonisch befragt. Die Fragestellung lautete „Inwiefern halten sie die folgenden Institutionen oder Personengruppen für vertrauenswürdig, wenn es um finanzielle Ratschläge geht?“ Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.

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Deutsche Wirtschaft schaltet einen Gang runter

Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin weist im Mai auf eine leichte Abkühlung der deutschen Wirtschaft hin: Es sinkt etwas, liegt mit nunmehr 102 Punkten aber noch über der 100-Punkte-Marke, die für ein durchschnittliches Wachstum in Höhe von gut 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal steht.

Deutsche Wirtschaft schaltet einen Gang runter

DIW Berlin, Pressemitteilung vom 30.05.2018

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) weist im Mai auf eine leichte Abkühlung der deutschen Wirtschaft hin: Es sinkt etwas, liegt mit nunmehr 102 Punkten aber noch über der 100-Punkte-Marke, die für ein durchschnittliches Wachstum in Höhe von gut 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal steht. Alles in allem dürfte das zweite Quartal mit einer Steigerung der Wirtschaftsleistung um etwa 0,5 Prozent zwar noch einmal kräftig ausfallen. Insgesamt verläuft die erste Jahreshälfte aber deutlich schwächer als zuvor.

„Dem weltweiten Aufschwung geht etwas die Puste aus“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. „Vor allem Investitionsgüter sind aufgrund des Handelsstreits mit den USA und den im Raum stehenden Strafzöllen weltweit weniger gefragt, weil die Unternehmen zunehmend verunsichert sind – und das dämpft vor allem die deutsche Wirtschaft.“

Auch hierzulande wird deswegen verhaltener investiert, zuletzt hatten die privaten Investoren ihre Ausgaben für neue Maschinen und Anlagen sogar zurückgefahren. Der private Verbrauch dürfte dagegen weiter zulegen. Simon Junker, DIW-Experte für die Konjunktur in Deutschland, warnt aber vor zu überschwänglichen Erwartungen: „Der Beschäftigungsaufbau hat etwas an Tempo eingebüßt und die zuletzt ölpreisbedingt gestiegene Inflation wird die Einkommen der Haushalte in realer Rechnung belasten.“

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Jede fünfte Schuldnerberatung außergerichtlich erfolgreich

Von den circa 260 000 Beratungsfällen, die im Jahr 2017 von Schuldnerberatungsstellen in Deutschland abgeschlossen wurden, konnte in jedem fünften Fall (20 %) eine außergerichtliche Regulierung der Schuldensituation erreicht werden. Dies ist ein erstes vorläufiges Ergebnis der Überschuldungsstatistik 2017, das das Statistische Bundesamt aus Anlass der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 04. bis 08. Juni 2018 veröffentlicht.

Jede fünfte Schuldnerberatung außergerichtlich erfolgreich

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.05.2018

Von den circa 260.000 Beratungsfällen, die im Jahr 2017 von Schuldnerberatungsstellen in Deutschland abgeschlossen wurden, konnte in jedem fünften Fall (20 %) eine außergerichtliche Regulierung der Schuldensituation erreicht werden. Dies ist ein erstes vorläufiges Ergebnis der Überschuldungsstatistik 2017, das das Statistische Bundesamt (Destatis) aus Anlass der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 04. bis 08. Juni 2018 veröffentlicht.

Im Falle einer außergerichtlichen Regulierung gelingt es dem Schuldner, unterstützt oder vertreten durch eine Schuldnerberatungsstelle, sich mit den Gläubigern auf einen Modus der Schuldenbereinigung zu einigen. Dies kann in Form einer Stundung, Reduzierung oder dem gänzlichen Fallenlassen der Forderungen geschehen. Hierdurch wird der für beide Seiten häufig aufwändige Gang vor Gericht vermieden.

In gut der Hälfte der beendeten Beratungsverfahren erfolgte im Jahr 2017 eine gerichtliche Regulierung der Schulden. Dabei dominierten mit 44 % die Verbraucherinsolvenzverfahren. Im Zuge eines Regelinsolvenzverfahrens, welches bei Selbstständigen zur Anwendung kommt, wurden 6 % der Fälle abgeschlossen und 2 % wurden anhand eines gerichtlichen Schuldenbereinigungsplans geregelt.

In einigen Fällen waren die Bemühungen der Schuldnerberatungsstellen allerdings auch nicht erfolgreich. So endeten 23 % der im Jahr 2017 beendeten Beratungen mit einem Abbruch entweder durch den Beratenen oder den Berater. In 5 % der Fälle wurden die Klienten an eine andere Beratungsstelle weitervermittelt. Dies muss allerdings nicht zwangsläufig einen negativen Grund haben. Beispielsweise kann auch ein Umzug der beratenen Person hierfür ursächlich sein.

Methodischer Hinweis:

Diese vorläufigen Ergebnisse der Überschuldungsstatistik 2017 beruhen auf Angaben von 528 der insgesamt rund 1.400 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland zu rund 127.000 beratenen Personen. Die Teilnahme an dieser Statistik ist sowohl für die Beratungsstellen als auch für die Ratsuchenden freiwillig. Die gemeldeten Daten werden anschließend auf die Grundgesamtheit aller durch Schuldnerberatungsstellen beratenen Personen hochgerechnet.

Weiterführende Informationen zur Überschuldungsstatistik finden sich im Beitrag „Erstmals hochgerechnete Ergebnisse der Überschuldungsstatistik“ der Zeitschrift Wirtschaft und Statistik (Ausgabe 2/2016) und in der Tabelle Überschuldungsstatisitk (63511) der Datenbank GENESIS-Online. Endgültige Ergebnisse der Überschuldungsstatistik 2017 werden Ende Juni 2018 veröffentlicht werden.

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IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,4 auf 104,1 Punkte. Das ist der zweite Rückgang des Frühindikators des IAB in Folge.

IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge

IAB, Pressemitteilung vom 28.05.2018

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,4 auf 104,1 Punkte. Das ist der zweite Rückgang des Frühindikators des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Folge. Sowohl die Aussichten für die Beschäftigungsentwicklung als auch die Erwartungen für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit erhalten einen Dämpfer. Dennoch zeigt der hohe Stand des IAB-Arbeitsmarktbarometers gute Perspektiven für den Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten.

„Die Konjunktur hat zwei Gänge zurückgeschaltet, der Arbeitsmarkt schaltet zumindest einen Gang runter“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“. Die Arbeitslosigkeitskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers geht gegenüber dem Vormonat um 0,4 auf 101,4 Punkte zurück. „Die Arbeitsagenturen erwarten einen weiteren, aber gedämpften, Abbau der Arbeitslosigkeit“, so Weber.

Die Komponente für die Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung gibt ebenfalls um 0,4 Punkte nach. „Vor einem halben Jahr wurde die positive Trendentwicklung der Beschäftigung noch durch die kräftige Konjunktur verstärkt. Das ist jetzt nicht mehr der Fall“, erläutert Weber. Das noch immer sehr hohe Niveau von 106,8 Punkten zeige, dass die Entwicklung zwar verlangsamt werde, aber deutlich aufwärts gerichtet bleibe.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

Zum Download stehen bereit:

  • eine Zeitreihe des IAB-Arbeitsmarktbarometers einschließlich seiner Einzelkomponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ unter www.iab.de/presse/abzeitreihe
  • eine Grafik mit den aktuellen Werten des IAB-Arbeitsmarktbarometers und seiner Komponenten sowie eine Zeitreihengrafik unter www.iab.de/presse/abgrafik

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Abwärtstrend beim ifo Geschäftsklima gestoppt

Der Abwärtstrend beim ifo Geschäftsklima ist gestoppt. Der Index liegt im Mai unverändert bei 102,2 Punkten. Zuletzt war er fünf Monate in Folge gefallen. Die sehr gute Geschäftslage hat sich leicht verbessert.

Abwärtstrend beim ifo Geschäftsklima gestoppt

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.05.2018

Der Abwärtstrend beim ifo Geschäftsklima ist gestoppt. Der Index liegt im Mai unverändert bei 102,2 Punkten (Der Wert vom April wurde saisonbereinigt korrigiert.). Zuletzt war er fünf Monate in Folge gefallen. Die sehr gute Geschäftslage hat sich leicht verbessert. Die optimistischen Erwartungen gaben hingegen leicht nach. Die deutsche Wirtschaft behauptet sich gut in einer schwierigen Weltlage. Die aktuelle Konjunkturumfrage und andere Indikatoren deuten auf ein Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent im zweiten Quartal.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index minimal gesunken. Die Erwartungen gaben erneut etwas nach. Die Unternehmen korrigierten ihre aktuelle Lageeinschätzung nach oben. Die Nachfrage und der Auftragsbestand stiegen.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Firmen blicken merklich optimistischer auf die kommenden Monate. Sie sind jedoch weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage.

Im Handel ist der Index kräftig gestiegen. Dies war auf eine deutlich positivere Einschätzung der aktuellen Geschäftslage zurückzuführen. Der Ausblick bleibt hingegen nahezu unverändert. Dieses Muster zeigte sich sowohl für den Groß- als auch für den Einzelhandel. Die Einzelhändler planen vermehrt Preiserhöhungen.

Im Bauhauptgewerbe hat das Geschäftsklima erneut ein Rekordhoch erreicht. Die Unternehmer waren merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Sie nahmen ihre optimistischen Erwartungen aber etwas zurück.

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