Exporte im Mai 2026: +0,9 % zum April 2026

Im Mai 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber April 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,9 % gestiegen und die Importe um 2,5 % gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 nahmen die Exporte um 6,1 % und die Importe um 6,9 % zu, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 09.07.2026

Exporte (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), Mai 2026
137,9 Milliarden Euro
+0,9 % zum Vormonat
+6,1 % zum Vorjahresmonat

Importe (kalender- und saisonbereinigte Wareneinfuhren), Mai 2026
118,8 Milliarden Euro
-2,5 % zum Vormonat
+6,9 % zum VorjahresmonatAußenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), Mai 2026
19,1 Milliarden Euro

Im Mai 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber April 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,9 % gestiegen und die Importe um 2,5 % gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 nahmen die Exporte um 6,1 % und die Importe um 6,9 % zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt.

Im Mai 2026 wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 137,9 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 118,8 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss damit im Mai 2026 mit einem Überschuss von 19,1 Milliarden Euro ab. Im April 2026 hatte der kalender- und saisonbereinigte Außenhandelssaldo +14,7 Milliarden Euro betragen. Im Mai 2025 hatte er bei +18,8 Milliarden Euro gelegen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Mai 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 78,3 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 59,5 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber April 2026 sanken die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 1,1 % und die Importe aus diesen Staaten um 2,5 %. In die Staaten der Eurozone wurden Waren im Wert von 54,6 Milliarden Euro (-0,5 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 39,9 Milliarden Euro (-4,3 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden Waren im Wert von 23,7 Milliarden Euro (-2,4 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 19,6 Milliarden Euro (+1,6 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im Mai 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 59,6 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 59,4 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber April 2026 stiegen die Exporte in die Drittstaaten um 3,6 % und die Importe von dort sanken um 2,6 %.

Die meisten deutschen Exporte gingen im Mai 2026 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 14,1 Milliarden Euro exportiert, das waren 23,1 % mehr als im April 2026. Gegenüber dem Vorjahresmonat Mai 2025 waren die Exporte in die Vereinigten Staaten kalender- und saisonbereinigt um 15,4 % höher. Die Exporte in das Vereinigte Königreich nahmen im Vergleich zum Vormonat um 0,4 % auf 6,7 Milliarden Euro zu. Die Exporte in die Volksrepublik China stiegen im Mai 2026 im Vergleich zum April 2026 um 7,1 % auf 6,2 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im Mai 2026 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 15,1 Milliarden Euro eingeführt. Das waren 2,0 % weniger als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen um 11,5 % auf 9,5 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 14,5 % auf 3,8 Milliarden Euro zu.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im Mai 2026 Waren im Wert von 129,3 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 113,7 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 sanken die Exporte damit um 0,8 % und die Importe stiegen um 1,6 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im Mai 2026 mit einem Überschuss von 15,6 Milliarden Euro ab. Im Mai 2025 hatte der Saldo +18,4 Milliarden Euro betragen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Strompreiskompensation: EU-Kommission genehmigt zusätzliche Entlastungen für energieintensive Unternehmen

Die EU-Kommission hat die Ausweitung der deutschen Strompreiskompensation genehmigt. Damit können rückwirkend für das Abrechnungsjahr 2025 weitere energie- und handelsintensive Branchen bei ihren Stromkosten entlastet werden. Zugleich steigt die Förderintensität für bereits beihilfeberechtigte Unternehmen. Damit können zusätzlich rund 20 weitere Branchen von der Strompreiskompensation profitieren.

BMWE, Pressemitteilung vom 08.07.2026

Die Europäische Kommission hat die Ausweitung der deutschen Strompreiskompensation genehmigt. Damit können rückwirkend für das Abrechnungsjahr 2025 weitere energie- und handelsintensive Branchen bei ihren Stromkosten entlastet werden. Zugleich steigt die Förderintensität für bereits beihilfeberechtigte Unternehmen. Damit können zusätzlich rund 20 weitere Branchen von der Strompreiskompensation profitieren.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche: „Eine Erweiterung mit einem solchen Umfang hat es bislang noch nicht gegeben. Zu den bislang elf Sektoren kommen 20 weitere Sektoren hinzu, in Summe damit 31 Sektoren. Das sind so viele Branchen und Unternehmen wie noch nie zuvor. Damit wird industrielle Wertschöpfung in Deutschland erhalten und es werden gute Arbeitsplätze gesichert. Gleichzeitig wird Freiraum für Wachstum und Innovation geschaffen. Das ist ein wichtiges Signal für die energieintensive Industrie in Deutschland. Zu den neuen Sektoren zählen unter anderem Unternehmen der organischen Chemie und der Glasindustrie. Für bereits beihilfeberechtigte Branchen wie die Stahlindustrie wird die Beihilfeintensität auf 80 Prozent angehoben. Und schließlich wird die Konstellation von Chemieparks nach Jahrzehnten des Streits erfasst. Damit stellen wir unsere Industrie im globalen Wettbewerb konkurrenzfähiger auf.“

Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Ich stehe für einen pragmatischen Ansatz, der eine starke Klimapolitik mit einem starken Industriestandort verbindet. Eine klimaneutrale Industrie braucht international wettbewerbsfähige Unternehmen. Deshalb stärken wir mit der ausgeweiteten Strompreiskompensation genau diejenigen Betriebe, die im internationalen Wettbewerb stehen und gleichzeitig in die Transformation investieren. Damit schaffen wir Planungssicherheit für Unternehmen, sichern industrielle Wertschöpfung und halten den Kurs Richtung Klimaneutralität.“ Mit der

Mit der Ausweitung der Strompreiskompensation nutzt die Bundesregierung die erweiterten beihilferechtlichen Möglichkeiten der Europäischen Union, um die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Unternehmen zu stärken und industrielle Wertschöpfung in Deutschland zu sichern. Die Bundesregierung hatte sich auf europäischer Ebene für die Erweiterung der beihilferechtlichen Spielräume eingesetzt. Die novellierte Richtlinie wird in Kürze im Bundesanzeiger veröffentlicht und tritt anschließend in Kraft. Für die Durchführung des Antragsverfahrens ist die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt zuständig. Unternehmen können ihre Anträge für das laufende Verfahren bereits stellen. Die Bundesregierung wird außerdem die Strompreiskompensation für die Abrechnungsjahre ab 2026 weiterentwickeln. Auch diese wird der EU-Kommission zur beihilferechtlichen Genehmigung vorgelegt werden. Ziel ist es, die nun umgesetzten Verbesserungen dauerhaft zu verankern, bürokratische Hürden weiter abzubauen und die Entlastungswirkung für die Unternehmen zu stärken.

Die Strompreiskompensation ist ein wichtiges Instrument zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Unternehmen. Sie unterstützt Branchen, die im internationalen Wettbewerb stehen und gleichzeitig erhebliche Mengen Strom benötigen. Damit trägt sie dazu bei, industrielle Wertschöpfung, Beschäftigung und Investitionen in klimafreundliche Technologien am Standort Deutschland zu sichern. Gemeinsam mit dem europäischen Emissionshandel schafft sie die Voraussetzungen für eine erfolgreiche und wettbewerbsfähige Transformation der Industrie zur Klimaneutralität.

Weitere Informationen zum Antragsverfahren können auf der Internetseite der DEHSt abgerufen werden.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

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Digitalbranche zeigt sich weiterhin stabil

Die deutsche Digitalwirtschaft zeigt sich trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen weiter stabil, in vielen Segmenten steigen die Umsätze. Nach einer Prognose von Bitkom legt der deutsche Markt für IT und Telekommunikation 2026 um 4,1 Prozent auf 246,4 Milliarden Euro zu.

Bitkom, Pressemitteilung vom 07.07.2026

  • Umsatz mit IT und Telekommunikation steigt 2026 voraussichtlich auf 246 Milliarden Euro
  • Treiber sind Software, Netze und Hardware für KI und Cloud

Die deutsche Digitalwirtschaft zeigt sich trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen weiter stabil, in vielen Segmenten steigen die Umsätze. Nach Bitkom-Prognose legt der deutsche Markt für IT und Telekommunikation 2026 um 4,1 Prozent auf 246,4 Milliarden Euro zu. Damit setzt die Branche ihr Wachstum fort, wenn auch mit etwas geringerem Tempo als im Vorjahr. 2025 lag das Plus bei 4,7 Prozent. „Digitalisierung bleibt ein Wachstumstreiber in Deutschland. Unternehmen und öffentliche Hand investieren weiter in Software, IT-Services, KI und Cybersicherheit, auch wenn viele Entscheidungen angesichts der wirtschaftlichen Lage vorsichtiger getroffen werden“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

Wintergerst: „Die Bundesregierung hat in den letzten Tagen klaren Reform- und Gestaltungswillen erkennen lassen und deutlich gemacht, dass sie der Wirtschaft neuen Schub geben will. Jetzt kommt es darauf an, diese Ambition mit einem klugen digitalpolitischen Programm zu unterlegen. Deutschland kann seine wirtschaftliche Stärke, seinen Wohlstand und seine Sicherheit nur erhalten, wenn es schneller, effizienter und vor allem digitaler wird.“

Innerhalb der Digitalwirtschaft entwickelt sich vor allem das große Teilsegment der IT besonders dynamisch. Für 2026 erwartet Bitkom in der IT ein Umsatzplus von 5,4 Prozent auf 170,8 Milliarden Euro. Besonders stark legt erneut das Geschäft mit Software zu: Die Umsätze steigen in diesem Jahr voraussichtlich um 9,9 Prozent auf 58,1 Milliarden Euro. Ein wesentlicher Teil entfällt auf Software für den Betrieb öffentlicher Clouds. Allein mit Cloud-Software werden 2026 voraussichtlich 42,5 Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus von 21,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Software bleibt damit der Wachstumsgarant der Digitalwirtschaft. Auch Künstliche Intelligenz gewinnt weiter an Schwung, macht aber erst einen Bruchteil der Software aus. Die Umsätze mit KI-Plattformen steigen nach Bitkom-Berechnungen 2026 um 75,8 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro, nachdem sie bereits 2025 um 50 Prozent gewachsen waren. „Software, Cloud und KI sind die zentralen Wachstumstreiber der Digitalwirtschaft. Sie entscheiden zunehmend darüber, wie wettbewerbsfähig Unternehmen sind, wie schnell Deutschland Innovationen in die Anwendung bringt und wie effizient Verwaltungen arbeiten“, sagt Wintergerst.

Infrastructure-as-a-Service mit starkem Plus von 22 Prozent

Auch die übrigen IT-Segmente entwickeln sich positiv. IT-Services legen 2026 voraussichtlich um 3,1 Prozent zu, IT-Hardware wie Notebooks, Drucker und Bildschirme um durchschnittlich 3,3 Prozent. Innerhalb der IT-Hardware wächst insbesondere IT-Infrastruktur aus der Cloud (Infrastructure-as-a-Service) stark, mit einem Plus von 22,3 Prozent. Auch Sicherheitsgeräte, Workstations, Server und Datenspeicher verzeichnen Zuwächse. Wintergerst: „Beim Wachstum der IT-Hardware sehen wir deutliche Preiseffekte. Gestiegene Preise für RAM-Speicher und Chips treiben die Umsätze nach oben, obwohl in vielen Segmenten die Verkaufszahlen zurückgehen.“ Rückgänge gibt es dagegen unter anderem bei Desktop-PCs, Tablets sowie AR/VR- und Smart-Home-Geräten. „Die Unternehmen investieren vor allem dort, wo Digitalisierung unmittelbar Produktivität, Skalierbarkeit und auch Sicherheit schafft“, so Wintergerst.

Der Telekommunikationsmarkt wächst auch 2026 nur moderat. Bitkom erwartet in der Telekommunikation ein Plus von 1,4 Prozent auf 75,6 Milliarden Euro. Den größten Anteil daran hat das Geschäft mit TK-Diensten, auf die 53,9 Milliarden Euro und ein leichtes Plus von 0,9 Prozent entfallen. Die Umsätze mit Telekommunikations-Infrastruktur steigen um 4,2 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Damit zeigt sich eine Erholung nach der Delle in den Jahren 2023 und 2024. Die Umsätze mit Endgeräten wie Smartphones wachsen um 1,6 Prozent und übertreffen mit 13,4 Milliarden Euro leicht das Vorjahresniveau.

„Leistungsfähige Netze sind die Grundlage für Digitalisierung, KI und die digitale Teilhabe der Menschen. Die Telekommunikationsunternehmen investieren massiv in den Ausbau dieser Infrastruktur. Dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen: Investitionen in Netze müssen gefördert und dürfen nicht ausgebremst werden“, sagt Wintergerst. „Dazu gehören priorisierte Stromanschlüsse für Mobilfunkmasten ebenso wie eine konsequente Umsetzung des überragenden öffentlichen Interesses am Netzausbau in den Kommunen.“

Jedes vierte Unternehmen will Investitionen steigern

Auch bei den Investitionen zeigt sich die Branche stabil. 23 Prozent der ITK-Unternehmen wollen 2026 mehr investieren als im Vorjahr, 57 Prozent halten ihr Investitionsniveau konstant, 20 Prozent planen geringere Investitionen. Die Mittel fließen vor allem in Software, Forschung und Entwicklung sowie Ausrüstung. „Entscheidend ist jetzt, dass die Politik Planungssicherheit schafft und Investitionen in Digitalisierung durch den Abbau von Regulierung erleichtert“, betont Wintergerst.

Denn im internationalen Vergleich bleibt Deutschland zurück. Der weltweite ITK-Markt wächst 2026 voraussichtlich um 8,5 Prozent auf 5,9 Billionen Euro. Die USA dominieren mit einem Anteil von 41 Prozent und einem Wachstum von 12,7 Prozent. Deutschland kommt auf einen Anteil von 3,8 Prozent und ein Wachstum von 4,1 Prozent. „Die Schere zwischen den USA und China auf der einen und Deutschland und seinen europäischen Nachbarn auf der anderen Seite öffnet sich weiter. Wenn die USA dreimal so schnell wachsen wie Deutschland, dann zeigt das: Andere Länder setzen digitale Technologien entschlossener ein und investieren massiv in digitale Infrastrukturen wie Rechenzentren und Innovationen. Unser Anspruch muss sein, wenn auch nicht die Umsatzvolumina, so zumindest die Wachstumsraten zu erreichen wie die USA“, so Wintergerst. „Deutschland muss Digitalisierung als Wachstumsverstärker begreifen. Wer jetzt beschleunigt, stärkt Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Zukunftsfähigkeit des Standorts.“

Quelle: Bitkom

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Vier von zehn Mittelständlern beklagen schweren Zugang zu Krediten

Der Kreditzugang der mittelständischen Unternehmen in Deutschland hat sich lt. KfW Research weiter verschlechtert. Im zweiten Quartal 2026 berichteten 40,5 Prozent der kreditinteressierten Mittelständler, dass sich ihre Banken bei der Kreditvergabe restriktiv verhalten.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 07.07.2026

  • So viele mittelständische Unternehmen wie nie nehmen ihre Banken als restriktiv bei der Kreditvergabe wahr
  • Einzelhandel berichtet über besonders drastischen Anstieg der Hemmnisse
  • Nachfrage nach Finanzierungen sinkt

Der Kreditzugang der mittelständischen Unternehmen in Deutschland hat sich weiter verschlechtert. Im zweiten Quartal 2026 berichteten 40,5 Prozent der kreditinteressierten Mittelständler, dass sich ihre Banken bei der Kreditvergabe restriktiv verhalten. Dieser Wert, der im Vergleich zum Vorquartal um 6,5 Prozentpunkte zulegte, markiert einen neuen Rekordwert seit Beginn der Umfrageaufzeichnung im Jahr 2017. Für die KfW-ifo-Kredithürde wertet die KfW jedes Quartal Daten der Konjunkturumfragen des ifo-Instituts aus, differenziert nach Größenklassen und Wirtschaftsbereichen.

Unter den Großunternehmen, die in den vorangegangenen drei Monaten Kreditgespräche geführt hatten, beklagten 32,9 Prozent strenge Maßstäbe der Banken. Das waren 3,8 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Dies ist unter den großen Unternehmen der zweithöchste je dokumentierte Anteil seit Beginn der Datenerfassung.

„Immer mehr Unternehmen spüren restriktive Kreditvergabestandards der Banken. Die schwache Konjunktur hinterlässt Spuren in den Bilanzen der Unternehmen. Die Eigenkapitalquoten und die Ratings haben sich zuletzt verschlechtert. Darauf reagieren die Banken mit höheren Risikoaufschlägen und härteren Finanzierungskonditionen“,
sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Ein besonders drastischer Anstieg der Kredithemmnisse war im Einzelhandel zu verzeichnen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen in beiden Größenklassen sah sich Restriktionen beim Kreditzugang ausgesetzt. Damit wurden in dieser Branche neue Höchstwerte erreicht.

„Grund für diese Entwicklung dürfte die inflationsbedingte Konsumflaute sein, unter welcher der Einzelhandel derzeit in besonderem Maße leidet“, sagt Dr. Dirk Schumacher.

Auch unter den Mittelständlern des Verarbeitenden Gewerbes und der Dienstleistungsbranche beklagte ein historisch hoher Anteil von 40,8 Prozent beziehungsweise 42,4 Prozent Zugangsbeschränkungen bei Krediten.

Gleichzeitig nahm im zweiten Quartal aber auch die Kreditnachfrage der Unternehmen spürbar ab. Der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen, die mit Banken in Finanzierungsverhandlungen standen, sank um 1,7 Prozentpunkte auf 19,3 Prozent. Damit fiel das Kreditinteresse auf den tiefsten Stand seit dem vierten Quartal 2023, als die straffe Geldpolitik die Finanzierungsnachfrage im Mittelstand dämpfte.

Auch das Interesse der Großunternehmen fiel erneut unterdurchschnittlich schwach aus. Nur 27,5 Prozent von ihnen führten in den vorangegangenen drei Monaten ein Kreditgespräch mit ihrer Bank, ein Minus von 1,1 Prozentpunkten zum Vorquartal.

„Der Rückgang der Kreditnachfrage dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass der Iran-Krieg mit seinen Auswirkungen auf Energiepreise und Lieferketten die Stimmung in den deutschen Unternehmen stark gedämpft hat“,
sagt Dr. Dirk Schumacher.

Quelle: KfW, KfW Research

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Produktion im Mai 2026: +0,9 % zum Vormonat

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mai 2026 gegenüber April 2026 saison- und kalenderbereinigt um 0,9 % gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 07.07.2026

Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 0,2 % gestiegen

Produktion im Produzierenden Gewerbe
Mai 2026 (real, vorläufig):
+0,9 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
0,0 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

April 2026 (real, revidiert):
+0,2 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-0,9 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Mai 2026 gegenüber April 2026 saison- und kalenderbereinigt um 0,9 % gestiegen. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von März bis Mai 2026 um 0,1 % höher als in den drei Monaten zuvor. Im April 2026 stieg die Produktion gegenüber März 2026 nach Revision der vorläufigen Ergebnisse um 0,2 % (vorläufiger Wert: +0,4 %). Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 blieb die Produktion im Mai 2026 kalenderbereinigt unverändert (0,0 %).

Deutlicher Produktionsanstieg in der Automobilindustrie

Die positive Entwicklung der Produktion im Mai 2026 ist maßgeblich auf die Zuwächse in der Automobilindustrie zurückzuführen (saison- und kalenderbereinigt +3,6 % zum Vormonat). Auch der Anstieg im Baugewerbe (+0,9 %) beeinflusste das Gesamtergebnis positiv.

Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) stieg im Mai 2026 gegenüber April 2026 saison- und kalenderbereinigt um 0,8 %. Dabei stieg die Produktion von Investitionsgütern um 1,3 % und die Produktion von Konsumgütern um 1,2 %. Die Produktion von Vorleistungsgütern sank dagegen um 0,4 %. Außerhalb der Industrie stieg die Energieerzeugung um 0,8 %.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 sank die Industrieproduktion kalenderbereinigt um 1,0 %.

Produktion in energieintensiven Industriezweigen gestiegen

In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im Mai 2026 gegenüber April 2026 saison- und kalenderbereinigt um 0,2 % gestiegen. Im Dreimonatsvergleich war die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen von März bis Mai 2026 um 3,2 % höher als in den drei Monaten zuvor. Verglichen mit dem Vorjahresmonat Mai 2025 war die energieintensive Produktion im Mai 2026 kalenderbereinigt um 2,9 % höher.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Deutsche Startups warten schon auf die EU Inc.

Die neue Rechtsform einer „EU Inc.“ findet lt. Bitkom unter Gründern breite Unterstützung. 6 von 10 (62 Prozent) würden ihr nächstes Startup als EU Inc. gründen.

Bitkom, Pressemitteilung vom 06.07.2026

  • 6 von 10 würden ihr nächstes Startup als „EU Inc.“ gründen
  • Nur 10 Prozent haben daran kein Interesse
  • Startups wünschen sich vor allem leichtere Expansion ins EU-Ausland

Die neue Rechtsform einer „EU Inc.“ findet unter Gründerinnen und Gründern breite Unterstützung. 6 von 10 (62 Prozent) würden ihr nächstes Startup als EU Inc. gründen, nur für jeden zehnten (10 Prozent) kommt das nicht in Frage. Gut ein Viertel (28 Prozent) kann oder will sich dazu nicht äußern. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Bitkom Research unter 102 Tech-Startups in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Aktuell werden die Pläne für die EU Inc. auf europäischer Ebene diskutiert, in Kürze werden dazu die entscheidenden Trilog-Verhandlungen beginnen. Ziel ist eine EU-weit einheitliche Rechtsform, die Gründungen und grenzüberschreitendes Wachstum deutlich vereinfacht. „Europa braucht mehr Tech-Startups. Die EU Inc. würde das Gründen stark vereinfachen und Wachstum außerhalb der nationalen Grenzen erleichtern“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Die große Zustimmung unter Gründerinnen und Gründern zeigt, dass die EU die Weichen richtig stellt. Jetzt gilt es die Pläne rasch und europaweit einheitlich umzusetzen.“

Damit die EU Inc. wirklich erfolgreich sein kann und dem Startup-Ökosystem einen Schub verleiht, muss sie nach Ansicht der Gründerinnen und Gründer vor allem die Expansion in andere EU-Länder ohne lokale Tochtergesellschaften ermöglichen – das halten 94 Prozent für sehr oder eher wichtig. Knapp dahinter folgt ein rein digitaler und automatisierter Prozess über einen One-Stop-Shop (91 Prozent), also eine einheitliche Anlaufstelle auf Seiten der zuständigen Behörden. 82 Prozent ist eine digitale Anteilsübertragung ohne Notar oder andere zusätzliche Stellen und Personen wichtig, 78 Prozent die freie Wahl des Gesellschaftssitzes innerhalb der EU. Für jeweils rund zwei Drittel sollte die EU Inc. einen EU-weit einheitlichen Mustervertrag für Startup-Investments bieten (69 Prozent), einheitliche Regelungen zur Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligung schaffen (67 Prozent) sowie arbeits- und sozialpolitische Regeln harmonisieren (67 Prozent). Die Gründung innerhalb von 48 Stunden ist ebenfalls für 67 Prozent entscheidend, damit die EU Inc. erfolgreich wird. Am seltensten genannt werden die geplanten niedrigen Kosten von 100 Euro für die Gründung, dies halten nur 57 Prozent der Gründerinnen und Gründer für wichtig. „Entscheidend ist, dass die EU Inc. im nun anstehenden politischen Verfahren nicht zerredet und die zentralen Regelungen Bestand haben“, so Wintergerst.

Quelle: Bitkom

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Volkswirtschaftliche Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen bleibt hoch

Das IfM Bonn ermittelt jährlich die volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstands auf Basis der KMU-Definition der Europäischen Kommission. Im Jahr 2024 erwirtschafteten KMU rund 29 % des Gesamtumsatzes in Deutschland, stellen über 99 % aller Unternehmen und beschäftigen mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 03.07.2026

Mittelstand umfasst neben KMU auch die größeren Familienunternehmen

Trotz der seit Jahren andauernden geopolitischen Herausforderungen erwirtschafteten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) rund 2,8 Billionen Euro im Jahr 2024 laut den aktuellsten verfügbaren Daten. Das waren 29 % des gesamten Umsatzes in Deutschland. Mehr als 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland zählen gemäß der KMU-Definition der Europäischen Kommission zu den kleinen und mittleren Unternehmen. Das sind über 99 % aller Unternehmen der Privatwirtschaft.

Das zeichnet die volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU aus

In den Kleinst-, Klein- oder mittelgroßen Unternehmen arbeitet weiterhin mehr als die Hälfte aller abhängig Beschäftigten (knapp 22 Millionen von rund 40 Millionen). Auch die Ausbildung von Fachkräften findet überwiegend in den Unternehmen dieser Größenklassen (68 %) statt. Gleichwohl sinkt seit Jahren der Anteil der Auszubildenden in den Kleinst- und Kleinbetrieben, während der Anteil in den größeren Betrieben stetig steigt.

Nur unabhängige KMU zählen zum Mittelstand

In der breiten Öffentlichkeit wird der Mittelstand gerne mit den kleinen und mittleren Unternehmen gleichgesetzt. Nach Definition des IfM Bonn zählen hierzu aber nur die Unternehmen, bei denen die Einheit von Eigentum und Leitung – unabhängig von ihrer Größe – gegeben ist. Daher gehören auch Unternehmen wie Bahlsen, Ottobock oder Miele mit mehr als 250 Beschäftigten zum Mittelstand, wenn zwei natürliche Personen oder ihre Familienangehörigen mindestens 50 % der Unternehmensanteile halten und zugleich aktiv in der Geschäftsführung tätig sind. Dagegen zählen KMU, die in Abhängigkeit zu einem anderen Unternehmen stehen, wie Wagner Pizza oder Bübchen Bodycare GmbH beispielsweise nicht zum Mittelstand.

Da die qualitativen Merkmale des Mittelstands (Art der Geschäftsführung, Eigentumsverhältnisse und wirtschaftliche Unabhängigkeit) nicht in den amtlichen Statistiken berücksichtigt sind, ermittelt das IfM Bonn jährlich die volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstands auf Basis der KMU-Definition der Europäischen Kommission. Zugleich schätzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in unregelmäßigen Abständen die Anzahl aller Familienunternehmen. Demnach waren in 2019 insgesamt gut 90 % aller Unternehmen in Deutschland im Besitz von Familien – und wurden auch von ihnen geführt. Die Familienunternehmen erwirtschafteten zu diesem Zeitpunkt mehr als ein Drittel aller Umsätze und beschäftigten über die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Quelle: Institut für Mittelstandsforschung (IfM Bonn)

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Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Mai 2026: +1,9 % zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mai 2026 gegenüber April 2026 saison- und kalenderbereinigt um 1,9 % gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 06.07.2026

Auftragseingang ohne Großaufträge +1,0 %

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe
Mai 2026 (real, vorläufig):
+1,9 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+6,2 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

April 2026 (real, revidiert):
-3,2 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+2,1 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Mai 2026 gegenüber April 2026 saison- und kalenderbereinigt um 1,9 % gestiegen. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um 1,0 % höher als im Vormonat. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von März bis Mai 2026 um 0,2 % niedriger als in den drei Monaten zuvor, ohne Großaufträge stieg er im gleichen Zeitraum um 4,1 %. Im April 2026 fiel der Auftragseingang nach Revision der vorläufigen Ergebnisse gegenüber März 2026 um 3,2 % (vorläufiger Wert: -3,8 %).

Die positive Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Mai 2026 ist wesentlich auf den deutlichen Anstieg im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge) zurückzuführen. Hier lagen die Neuaufträge aufgrund mehrerer Großaufträge um 85,0 % höher als im Vormonat. Auch die Zuwächse der Auftragseingänge im Maschinenbau (+3,7 %) und im Bereich Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (+5,7 %) beeinflussten das Gesamtergebnis positiv. Negativ wirkte sich hingegen der Rückgang in der Automobilindustrie (-3,8 %) und im Bereich Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (-7,8 %) aus.

Bei den Investitionsgütern lag der Auftragseingang im Mai 2026 um 2,2 % höher und bei den Vorleistungsgütern um 1,4 % höher als im Vormonat. Bei den Konsumgütern stieg er um 2,4 %.

Die Auslandsaufträge stiegen im Mai 2026 um 2,2 %. Dabei stiegen die Aufträge aus der Eurozone um 11,2 % und die Aufträge von außerhalb der Eurozone sanken um 3,2 %. Die Inlandsaufträge stiegen um 1,3 %.

Umsatz im Mai 2026 um 1,8 % höher als im Vormonat

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im Mai 2026 saison- und kalenderbereinigt 1,8 % höher als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 war der Umsatz kalenderbereinigt 4,2 % höher. Für April 2026 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg von 0,1 % gegenüber März 2026; damit wurde das vorläufige Ergebnis bestätigt.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Bundesregierung, Wirtschaft und Forschung richten Plattform Industrie 4.0 auf industrielle KI aus

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) wollen gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft bis zum Jahr 2030 datengetriebene und KI-basierte Anwendungen als Standard in der deutschen Industrie etablieren, um Wettbewerbsfähigkeit sowie technologische und digitale Souveränität zu stärken.

BMWE/BMFTR, Pressemitteilung vom 03.07.2026

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) wollen gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft bis zum Jahr 2030 datengetriebene und KI-basierte Anwendungen als Standard in der deutschen Industrie etablieren, um Wettbewerbsfähigkeit sowie technologische und digitale Souveränität zu stärken. Dazu trafen sich hochrangige Vertreter der beiden Ministerien, darunter Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, mit führenden Repräsentanten von sechzehn Industrieunternehmen, der Fraunhofer Gesellschaft und Verbänden in Berlin zur Kick-Off-Sitzung zur Neuaufstellung der Plattform Industrie 4.0. Die Plattform wird damit zum zentralen Strategie- und Umsetzungsnetzwerk für industrielle KI in Deutschland ausgebaut.

„Künstliche Intelligenz ist für unsere Industrie keine Option – sondern eine Voraussetzung für langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Deutschland sitzt auf einem riesigen industriellen Datenschatz, der besser genutzt werden muss, damit KI zum Wettbewerbsvorteil für die Industrie wird. Unsere größte Chance liegt darin, dieses Datenpotenzial unserer Industrie mit ihrem einzigartigen Know-how zu verbinden. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen ein souveränes KI-Ökosystem in Deutschland und Europa schaffen. Dafür braucht es jetzt Mut, Tempo und entschlossenes Handeln. Die Neuausrichtung der Plattform Industrie 4.0 auf die Industrielle KI ist da nur konsequent.“

Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie

„Mit der Hightech Agenda Deutschland haben wir uns als Land eine ambitionierte Aufgabe gestellt. Und industrielle KI steht dabei ganz vorn: Sie hebt Produktivität, schafft neue Geschäftsmodelle und stärkt unsere Innovationsökosysteme. Unsere Industrie verfügt über einen einzigartigen Datenschatz, unsere Forschungseinrichtungen, unsere Technologiekompetenz und unsere innovativen Unternehmen sind exzellent. Entscheidend ist jetzt, dass wir industrielle KI als Schlüsseltechnologie nicht nur weiterentwickeln, sondern konsequent für die Breite der Wirtschaft nutzbar machen. Damit das gelingt, richten wir die Plattform Industrie 4.0 klar auf industrielle KI aus. Unser Dank gilt allen Akteuren, die sich für Deutschland als einen starken Technologiestandort engagieren.“

Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt

Die Plattform Industrie 4.0 ist eine dynamische Community von über 300 in Deutschland ansässigen Unternehmen und Organisationen aus Verbänden, Politik und Wissenschaft mit dem Ziel, die digitale Transformation zu gestalten.

Industrielle KI über die Ebenen Infrastruktur, Daten, KI-Basismodelle und KI-Anwendungen bildet künftig das zentrale Leitbild der Plattform Industrie 4.0. Im Zentrum stehen konkrete Anwendungsszenarien mit klarem Nutzen. Technologische Entwicklungen sollen schnell messbaren Mehrwert liefern und die digitale Transformation der Industrie pragmatisch und ergebnisorientiert vorantreiben. Die Aktivitäten sollen auf offenen, interoperablen Ansätzen und konsequenter Nutzung von Open-Source-Technologien ausgerichtet werden. Ziel ist es, alle technologischen Ebenen von der digitalen Infrastruktur über Daten bis hin zu KI-Basismodellen und den KI-Anwendungen abzudecken. Damit dies gelingen kann, wird das Netzwerk um neue Unternehmen und Branchen, Startups und andere Stakeholder erweitert.

Rainer Brehm (COO Automation und CTO, Siemens Digital Industries) und Dr.-Ing. Stephan Mayer (CEO Trumpf Machine Tools) übernehmen für die Industrie ab sofort gemeinsam die Leitung der Plattform Industrie 4.0. Sie folgen auf den bisherigen Vorsitzenden des Lenkungskreises, Henrik Schunk (Vorsitzender des Verwaltungsrates, Schunk SE + Co KG).

Hintergrund

Die Plattform Industrie 4.0 hat sich als Impulsgeber und Katalysator für die Zukunft der Industrie bewährt. Zu den zentralen Ergebnissen der Plattform Industrie 4.0 zählen die Entwicklung des Konzepts zur Verwaltungsschale (Asset Administration Shell), auf dessen Basis der Aufbau kooperativ betriebener Datenökosysteme wie Catena-X und Manufacturing-X ermöglicht wurde, sowie der Aufbau wichtiger internationaler Kooperationen mit u. a. Frankreich, den USA, Japan und Korea.

Die Aktivitäten der Plattform werden mit der Hightech Agenda Deutschland und deren Roadmap KI als Strategie der Bundesregierung und mit der Industrie-Initiative „Made for Germany“ verzahnt. Sie orientieren sich auch an den Empfehlungen der Expertenkommission Wettbewerb und KI und werden vom Forschungsbeirat der Plattform Industrie 4.0 eng begleitet. Ebenso wird die Plattform Industrie 4.0 künftig mit der Plattform Lernende Systeme zusammen arbeiten.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

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Konsum: Deutsche geben jeden zehnten Euro für Freizeit aus

Wofür deutsche Haushalte ihr Geld ausgeben, unterscheidet sich deutlich von anderen EU-Ländern. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern geben die Deutschen anteilsmäßig besonders viel für ihre Freizeit aus und weniger für Nahrungsmittel, zeigt eine Studie des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 01.07.2026

Wofür deutsche Haushalte ihr Geld ausgeben, unterscheidet sich deutlich von anderen EU-Ländern. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern geben die Deutschen anteilsmäßig besonders viel für ihre Freizeit aus und weniger für Nahrungsmittel, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Deutschland ist Freizeiteuropameister: Kein anderes EU-Land hat 2024 anteilig mehr für Sport, Kultur und Erholung ausgegeben: Mit 9,6 Prozent liegt die Bundesrepublik knapp vor Schweden und weit über dem EU-Schnitt von 7,5 Prozent. Rumänien ist mit 2,6 Prozent das Schlusslicht. Das zeigt eine neue IW-Auswertung auf Basis von Eurostat-Daten.

So unterscheiden sich die Deutschen beim Konsum vom EU-Durchschnitt

  • Wohnen ist der größte Einzelposten im Haushaltsbudget – in Deutschland wie im EU-Schnitt verschlingt er rund ein Viertel der Konsumausgaben. Besonders viel müssen Tschechen für Wohnraum ausgeben (32 Prozent), am wenigsten Kroaten (14,4 Prozent). Deutschland liegt bei 23,3 Prozent. Bemerkenswert: Der Anteil der Mieten an den Gesamtausgaben der Deutschen ist seit 2021 von 7,8 auf sieben Prozent gesunken.
  • Beim Verkehr gehört Deutschland mit 14,2 Prozent zur Spitzengruppe – Rang drei hinter Slowenien (17,0 Prozent) und Litauen (15,2 Prozent) und deutlich über dem EU-Schnitt von 12,7 Prozent. Am geringsten ist der Anteil in der Slowakei mit nur 5,8 Prozent.
  • Bei Nahrungsmitteln ist das Bild umgekehrt: Mit 11,2 Prozent geben die Deutschen weniger aus als der EU-Schnitt (13,2 Prozent) – in Rumänien fließen dagegen über 23 Prozent in Lebensmittel, in Luxemburg sind es nur 9,3 Prozent. Auch für Restaurantbesuche geben die Deutschen wenig aus: Mit 6,3 Prozent liegen sie fast drei Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt (9,2 Prozent).

Kaufkraft bestimmt Konsum

Die Daten zeigen: Wofür Europäer ihr Geld ausgeben, hängt von der einkommensabhängigen Kaufkraft, den Preisen und den Gewohnheiten ab. Die Griechen führen beim Olivenöl, die Italiener in der Kategorie Pizza und Quiche, für die Deutschen sind Pauschalreisen gemessen an ihrem Anteil am Konsum besonders wichtig. „Auch wenn die Deutschen es manchmal anders wahrnehmen: Deutschland ist weiterhin ein wohlhabendes Land – und das sieht man am Konsum“, so IW-Expertin Galina Kolev-Schaefer. Die Einkommen seien hoch, Lebensmittel vergleichsweise günstig. Wer sich Grundbedürfnisse leicht leisten könne, habe mehr Geld für Freizeit, Sport und Kultur.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., Autor: Galina Kolev-Schaefer

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